Datei: Anlage 2_Posterserie_Genderprojekt

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WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »FRAUENBEIRAT« von BARBARA EMSER FORSCHUNGSFRAGE: Welche Rolle spielt der Frauenbeirat bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung der Querschnittsaufgabe Gender Mainstreaming in der kommunalen Politik der Stadt Bochum? KURZBESCHREIBUNG: Die Einrichtung eines Frauenrats (1996) in der Stadt Bochum hat der gesellschaftspolitischen Situation von Frauen eine besondere Stellung eingeräumt. Die Unterstützung der Politik beim Abbau von vorhandenen Benachteiligungen von Frauen und Mädchen sowie bei der Verwirklichung des verfassungsrechtlichen Gebots der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sind Zielsetzung. Vor diesem Hintergrund wurde untersucht, welche Rolle dem Frauenbeirat bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Stadt Bochum zukommt. METHODE: Es wurden drei Methoden der empirischen Sozialforschung angewendet: ▪ Offene leitfadengestützte Experteninterviews mit vier Ratsfraktions- und drei Frauenbeiratsvorsitzenden sowie einer Vertreterin der Geschäftsstelle des Frauenbeirates ▪ Dokumentenanalyse der Protokolle des Frauenbeirats (ab 2000) ▪ Halbstandardisierte teilnehmende Beobachtung einer Sitzung des Frauenbeirats ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ ▪ Durch den Frauenbeirat kann ein hoher Zugewinn an Repräsentanz von Frauen für die politischen Gremien der Stadt Bochum festgestellt werden. Der Frauenbeirat weist eine hohe fachliche Kompetenz auf. Aufgrund seiner institutionellen Verankerung kann aber nur geringe politische Effizienz entwickelt werden, da er ausschließlich eine beratende Funktion einnimmt. Innerhalb dieses Rahmens kann er auf informeller Ebene Einfluss auf Politik und Verwaltung nehmen. Dem einzelnen Beiratsmitglied kommt dabei die entscheidende Funktion der „Vernetzerin“ zu, die an den Schnittstellen zwischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft tätig wird. Insgesamt kann der Frauenbeirat als wirksames Rädchen zum Antrieb der Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Stadt Bochum gesehen werden. Durch Projekte wie „Gesundheitscampus“ oder „Charta der Vielfalt“ wurde Gender Mainstreaming in das politische Blickfeld gerückt. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN: ▪ ▪ ▪ Die Werkzeuge des Instruments „Frauenbeirat“ sollten gezielter eingesetzt werden, die formale Verzahnung mit den politischen Gremien sollte optimiert und die Auswirkungen des „Ufo-Effekts“ ausgeglichen werden. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »JUNGE, KOMMUNALPOLITISCH AKTIVE ELTERN« von CARINA SCHWARZ FORSCHUNGSFRAGE: Wie sehen und bewerten junge, kommunalpolitisch aktive Eltern die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischem Engagement? KURZBESCHREIBUNG: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt eine bereits gut erforschte Problematik dar und auch gesellschaftlich genießt das Thema große Popularität. Das Projekt widmet sich einer bislang wenig beachteten Frage: Wie wird ehrenamtliches, politisches Engagement in das Zusammenspiel von Familie und Erwerbsarbeit als dritte Komponente integriert? Auf Basis von Interviews mit kommunalpolitisch aktiven Personen wurde die Vereinbarkeit von Familie und Politik in ihrer Umsetzung, ihren möglichen Herausforderungen und ihrer Wahrnehmung untersucht. METHODE: Es wurden fünf leitfadenstrukturierte Interviews mit jungen, kommunalpolitisch aktiven Eltern geführt. Der Kontakt zu den InterviewpartnerInnen wurde über die Geschäftsstellen der Parteien hergestellt. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ ▪ Es geht den Befragten vor allem um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das politische Engagement spielt eine eher untergeordnete Rolle. Ein besonders wichtiger Punkt für die Befragten hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Arbeitszeiten. Sie sprechen sich für neue Arbeitszeitmodelle aus und wünschen sich ein flächendeckendes Betreuungsangebot in unmittelbarer Nähe ihres Wohngebiets. Auffallend waren die Bemerkungen der Befragten zu den Altersstrukturen innerhalb der Parteien: Der hohe Altersdurchschnitt der Parteimitglieder führe dazu, dass die Vereinbarkeitsproblematik kaum wahrgenommen werde. Vor allem bei der Festlegung von Terminen besteht der Wunsch nach einer familiengerechteren Umsetzung. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »AUSSCHÜSSE DES RATES DER STADT BOCHUM« von KEZBAN ISCAN-KIRBAS UND INGA SCHWARZE FORSCHUNGSFRAGE: Wie erfolgreich wurde das Konzept Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe in den Bochumer Ausschüssen umgesetzt und wer trägt dafür die Verantwortung? Welches „GenderWissen“ besitzen die Vorsitzenden der Ausschüsse? KURZBESCHREIBUNG: Um Chancengleichheit zu verwirklichen, sollte Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe begriffen werden. Dies setzt voraus, dass Frauen wie Männer die Kategorie Geschlecht in ihrer alltäglichen politischen Arbeit berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wurden folgende Fragen an die Ausschussvorsitzenden der Stadt Bochum gestellt: ▪ Inwieweit wird das Konzept Gender Mainstreaming in den kommunalpolitischen Prozessen Bochums umgesetzt? ▪ Wer trägt die Verantwortung für die Realisierung? ▪ Welches Wissen existiert über Gender Mainstreaming? METHODE: Es wurden sechs leitfadenstrukturierte Experteninterviews mit den Vorsitzenden bzw. stellvertretenden Vorsitzenden verschiedener Ausschüsse des Rates der Stadt Bochum geführt. Zusätzlich wurde ein Mitglied des Frauenbeirates interviewt. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ ▪ Insgesamt zeigte sich, dass die Genderkompetenz der Befragten gestärkt werden sollte; „GenderWissen“ fungiert als Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung von Gender Mainstreaming. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Verantwortlichen (z.B. zwischen Ausschüssen, Frauenbeirat und/oder Gleichstellungsstelle) sollte verbesset werden. Verschiedene bewährte Maßnahmen sind den Ausschussvorsitzenden nicht bekannt. Die Verantwortung für die Umsetzung von Gender Mainstreaming wird in der Regel der Gleichstellungsstelle und/oder dem Frauenbeirat übergeben, was der Implementierung von Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe im Wege steht. Der Wille und die Handlungsabsicht, Gender Mainstreaming in Bochum umzusetzen, sind auf der Ebene der Ausschüsse gegeben. Hier begegnete uns ausnahmslos Interesse am Thema. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »AUSSCHUSS FÜR BILDUNG UND WISSENSCHAFTEN« von OLGA NIESSEN UND HYRE SUTAJ FORSCHUNGSFRAGE: Ist das Prinzip Gender Mainstreaming auf der kommunalpolitischen Ebene integriert und inwieweit wirkt sich die Beachtung bzw. Nicht-Beachtung des Gleichstellungsauftrages auf das Schulsystem in Bochum aus? KURZBESCHREIBUNG: Ausgangspunkt der Studie ist das Interesse an der aktuellen Bildungsdebatte. Innerhalb dieser Debatte werden unterschiedliche Faktoren, die den Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen beeinflussen, für den Bildungsmisserfolg benannt. Einige Positionen innerhalb dieser Debatte stellen das Geschlecht in den Vordergrund und erklären die Jungen als das inzwischen neu benachteiligte Geschlecht. Aus diesem Grund wurde nach potenziell bestehenden Geschlechterungleichheiten im Bildungsbereich gefragt. METHODE: Die Forschungsarbeit basiert auf dem qualitativen Verfahren des Experteninterviews. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden insgesamt fünf Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Wissenschaften befragt. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ ▪ Gender Mainstreaming findet im Ausschuss für Bildung und Wissenschaften aktuell wenig Beachtung; das Prinzip des Gender Mainstreaming ist den wenigsten Ausschussmitgliedern geläufig. Die Befragten ordneten Gender Mainstreaming dem Bereich der Frauenförderung zu. Zudem geht ein Großteil davon aus, dass Gleichstellungsarbeit in Deutschland nicht mehr notwendig sei, da die Frauen bereits gleichberechtigt sind. Gleichstellungsarbeit im Schulsystem ist den Befragten zufolge nicht zwingend erforderlich; die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sei bereits erfolgt. Eine Verbreitung des Konzeptes Gender Mainstreaming und ein gendersensibles (Um)Denken im Ausschuss sind noch nicht verwirklicht. Allerdings kann nur eine verinnerlichte Gleichstellungsabsicht auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Schulsystem einwirken und perspektivisch auf die tatsächliche Chancengleichheit hinarbeiten. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »AUSSCHUSS FÜR MIGRATION UND INTEGRATION« von SILKE REMIORZ FORSCHUNGSFRAGE: Wie wird Gender Mainstreaming in der Arbeit des Ausschusses für Migration und Integration abgebildet? KURZBESCHREIBUNG: Gender Mainstreaming gilt als politische Querschnittsaufgabe. Sie soll einer Ungleichbehandlung der Geschlechter auf der politischen Handlungsebene und innerhalb von Institutionen und Organisationen entgegenwirken. Ungleichbehandlungen geschehen jedoch nicht allein aufgrund der Kategorie Geschlecht, sondern auch aufgrund der Schichtzugehörigkeit und/oder der Ethnizität eines Menschen. Aus diesem Grund erfolgte eine Untersuchung der gleichstellungspolitischen Arbeit des Ausschusses für Migration und Integration der Stadt Bochum. METHODE: Die Gesamtstichprobe der Untersuchung gliedert sich in zwei Teile: ▪ In der ersten Erhebung wurden 12 von 25 Mitgliedern des Ausschusses mit einem standardisierten Fragebogen zu ihren Erfahrungen und gleichstellungspolitischen Handlungsansätzen befragt. ▪ Die zweite Erhebung umfasste sechs vertiefende qualitative Interviews. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ Es lässt sich eine primäre Fokussierung auf migrations- und integrationspolitische Themen innerhalb der inhaltlichen Arbeit des Ausschusses feststellen. Gleichstellungspolitische Themen werden laut der Aussage der befragten Ausschussmitglieder in der Arbeit des Ausschusses mitbeachtet. Allerdings ist die Bedeutung des Begriffs „Gender Mainstreaming“ als Querschnittsaufgabe oft unklar. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »SPD-RATSFRAKTION« von KATRIN LINDE FORSCHUNGSFRAGE: Wie wird Gender Mainstreaming in der Ratsfraktion der SPD in Bochum wahrgenommen? In welchen Bereichen des politischen Alltags spielt Gender Mainstreaming eine Rolle? Wird Gender Mainstreaming für sinnvoll und wichtig erachtet? KURZBESCHREIBUNG: Das Interesse an der Frage gründet darauf, dass es sich bei der SPD um eine in Bochum sehr präsente Partei handelt, die darüber hinaus eine Frauenquote von 40 Prozent vertritt. Von Interesse ist, ob und in wie weit die Umsetzung des Gedankens der Geschlechtergerechtigkeit über die Einhaltung der Frauenquote hinausgeht. METHODE: Es wurden drei leitfadengestützte, halbstandardisierte Interviews mit Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion geführt. Das Material wurde inhaltsanalytisch ausgewertet und verglichen. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ ▪ ▪ ▪ ▪ Die Umsetzung von Gender Mainstreaming erfolgt in der SPD vorrangig über die Quote. Gender-Thematiken werden vor allem in der Bauplanung berücksichtigt (z.B. „Angsträume“). Es mangelt an gendergerechter Sprache; oft wird nach wie vor nur die männliche Form verwendet. Vorlagen und schriftliche Dokumente sollten daher unbedingt auf gendergerechte Sprache überprüft werden. Gender Mainstreaming wird noch immer im Bereich der Frauenförderung verortet und als Top-DownProzess wahrgenommen. Ein wirkliches Umdenken hat noch nicht stattgefunden. Auffällig ist, dass die Verantwortung für Gender Mainstreaming einerseits bei den Frauen selbst und andererseits bei der Gleichstellungsstelle gesehen wird. Nach wie vor ist Gender Mainstreaming also kein Querschnittsthema, das auf allen Ebenen der Organisation jeden direkt betrifft. Dennoch halten alle GesprächspartnerInnen Gender Mainstreaming für sinnvoll und wichtig. Dies ist ein Ansatzpunkt, um zukünftig mit erweiterten Handlungskonzepten Gender Mainstreaming erfolgreich zu verankern. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »DOING GENDER IN AUSSCHUSSSITZUNGEN« von KINGA GOLOMB FORSCHUNGSFRAGE: Wie zeigt sich die Kategorie Geschlecht in der alltäglichen politischen Interaktion? Wie wird sie im Rahmen von Ausschusssitzungen sichtbar? KURZBESCHREIBUNG: Die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik ist multifaktoriell. Mit dieser Studie wird der Versuch angestrebt, den Mangel an weiblichen Ratsmitgliedern durch geschlechtertypisches Kommunikationsverhalten zu erklären. Wie sich Frauen und Männer in der Politik begegnen, wie sie miteinander sprechen und gestikulieren, kurzum: wie sie sich verhalten, soll durch die Methode der Teilnehmenden Beobachtung beschrieben und analysiert werden. METHODE: Die Methode der Teilnehmenden Beobachtung stellt ein interpretatives Verfahren dar. Die Forscherin wird zur teilnehmenden Beobachterin, indem sie in das Forschungsfeld eindringt. Ihre Beobachtungen notiert sie direkt vor Ort, die regelgeleitete Auswertung des Materials erfolgt im Anschluss. Im vorliegenden Fall wurde das verbale und nonverbale Verhalten der Ausschussmitglieder während zwei ausgewählter Sitzungen erhoben. ERGEBNISSE: ▪ ▪ ▪ Die Kommunikation zwischen den Ausschussmitgliedern weist geschlechtsspezifische Ungleichbehandlungen auf. Es wurde deutlich, dass geschlechtersensibles Tun vor allem im Rahmen von Sprache Anwendung findet. Ansprachen wie „Meine Damen und Herren“ oder „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ sind übliche Umgangsformen im politischen Feld. Ungleichbehandlungen weiblicher Ratsmitglieder zeichneten sich auf einer anderen Ebene ab. Zu beobachten war, dass Rednerinnen nicht zugehört oder gar ins Wort gefallen wurde. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender WISSENSCHAFT UND POLITIK GEHEN HAND IN HAND GENDER MAINSTREAMING IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS DOZENTINNEN: PROF. DR. KATJA SABISCH UND DR. BAHAR HAGHANIPOUR »GENDERASPEKTE IN DER HAUSHALTSPOLITIK« von VALERIE DAUM FORSCHUNGSFRAGE: Wie wird Geschlecht in der Haushaltspolitik verhandelt? Inwiefern spiegelt dies den offiziellen Gleichheitsanspruch der Stadt Bochum wider? KURZBESCHREIBUNG: Eine zentrale Erkenntnis der feministischen Ökonomie ist, dass die Verausgabung öffentlicher Gelder ein realistisches Abbild der gleichheitspolitischen Absichten darstellt. In Anlehnung an das Konzept der rhetorischen Modernisierung ist davon auszugehen, dass eine Diskrepanz zwischen der Art und Weise besteht, wie über Gleichstellung gesprochen und wie diese letztlich in der Alltagspraxis umgesetzt wird. Entgegen dieser Erkenntnisse hält sich die Vorstellung, dass ökonomische Entscheidungen und Handlungen der Geschlechtslosigkeit unterlägen. Fakt ist jedoch, dass Frauen und Männer unterschiedliche sozioökonomische Positionen innerhalb der Gesellschaft einnehmen. Somit haben auch ökonomische Aktivitäten seitens des Staates oder der Kommune unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen. METHODE: Es wurden folgende Dokumente inhaltsanalytisch ausgewertet: ▪ alle Protokolle des Haupt- und Finanzausschusses, welche über das Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt Bochum verfügbar sind (inklusive der dazugehörigen Verwaltungsvorlagen) ▪ alle Protokolle des Frauenbeirates, welche über das Ratsinformationssystem zugänglich gemacht wurden (inklusive der entsprechenden Verwaltungsvorlagen) ▪ alle verfügbaren Reden der Ratsfraktionen zu den Haushaltsentwürfen der Jahre 2009 bis 2014 ERGEBNISSE: Sowohl bei der Untersuchung der Ausschussprotokolle als auch in der Analyse der Haushaltsreden ließen sich keine direkten geschlechtsspezifischen Hinweise finden. Indirekte Abbildungen von Geschlecht fanden in folgenden Feldern statt: ▪ U3-Kinderbetreuung, ▪ Familiengerechte Stadt, ▪ Umsetzung des Betreuungsgeldes und ▪ Ausbau der Übermittagsbetreuung an Schulen. Es zeigt sich, dass Gleichstellungspolitik und Gender Mainstreaming nicht als Querschnittsaufgaben verstanden werden. Die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit wird dem Frauenbeirat bzw. der Gleichstellungsstelle überlassen; Haushaltspolitik bleibt weitestgehend geschlechtsblind. KONTAKT Prof. Dr. Katja Sabisch Telefon: +49 (0)234/32-22988 Katja.Sabisch@rub.de http://www.sowi.rub.de/gender