Geschäftsbericht Kultur 2013.pdf

Dies ist ein "Politik bei uns 1"-Dokument. Die Dateien dieser Kommunen werden nicht mehr aktualisiert. Um aktuelle Daten zu bekommen, ist eine OParl-Schnittstelle bei der Kommune erforderlich. Im Bereich "Mitmachen" finden Sie weitere Informationen.

Daten

Kommune
Ulm
Dateiname
Geschäftsbericht Kultur 2013.pdf
Größe
7,8 MB
Erstellt
12.10.15, 21:54
Aktualisiert
27.01.18, 10:14

Inhalt der Datei

2013 | kultur BERICHT Geschäftsbericht des Fachbereichs Kultur 2012 | kultur | BERICHT Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Vorwort Kulturetat Kulturverwaltung - Organigramm Kulturabteilung Musikschule Ulm Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Stadtbibliothek Ulm Stadthaus Ulm Theater Ulm Ulmer Museum Impressum Bildnachweis 3 4 6 7 17 27 37 47 56 65 75 76 2 2012 | kultur | BERICHT Vorwort Vorwort Sowohl unter qualitativem als auch quantitativem Aspekt betrachtet haben die Abteilungen ein hervorragendes Programm auf die Beine gestellt und damit altes und neues Publikum begeistert und gewonnen. Zuverlässig wurden gesetzliche Aufgaben erledigt, neue Projekte gestartet, Herausforderungen angenommen. Dabei ist besonders erwähnenswert, dass dies allen Abteilungen im gegebenen Finanzrahmen verbunden mit großem persönlichem Engagement der jeweiligen Teams gelungen ist! Aktuell sehen wir die positive Wirkung der Weiterentwicklung der städtischen Kulturförderung, die 2013 vom Gemeinderat beschlossen wurde. In der neu eingerichteten Sparte Musik wurden erstmals eigene Fördermittel vergeben, was sicherlich ein Ansporn für viele Kulturschaffende aus diesem Bereich war und ist. Die Mitgliedsvereine im Stadtverband für Musik und Gesang freuen sich über höhere Zuschüsse sowohl für die allgemeine Vereinsarbeit als auch für besondere Anlässe und vor allem für den Jugendbereich. Die deutlich erhöhten Mittel für allgemeine kulturelle Vorhaben verhelfen einer Vielzahl neuer Projekte zur praktischen Durchführung, die das Ulmer Kulturleben mit ihren spannenden Ideen bereichern. Dem Thema Erinnerung an den Beginn des 1. Weltkriegs widmen sich die städtischen Kultureinrichtungen 2014 in ganz unterschiedlicher Herangehensweise. Historische und aktuelle Positionen werden in verschiedenen Facetten aufgegriffen und stoßen in den jeweiligen Häusern großes Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern. Gerade die aktuellen Geschehnisse in der Welt zeigen wie wichtig es ist, die Ereignisse von damals zu reflektieren und den Bezug zur Gegenwart herzustellen. Und es gibt auch Grund zum Feiern: die Reihe der Jubiläen führt die Musikschule Ulm an, die 2014 ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann - 50 Jahre, in denen viele Kinder und Jugendliche Zugang zur Musik gefunden haben und bei zahlreichen Wettbewerben ihr Talent und ihren Fleiss unter Beweis stellen konnten. Die noch anstehenden Jubiläen des Stadtarchivs im Jahr 2015 und der Stadtbibliothek 2016 werfen bereits ihre Schatten voraus und erfordern erste vorbereitende Arbeiten. Dabei zeigt sich sehr schön wie es den Häusern gelingt, aus ihrer Verwurzelung in der Tradition heraus, innovative Impulse zu setzten und zeitgenössische Projekte zu gestalten. Und ein weiteres einmaliges Jubiläum steht 2015 an: wir freuen uns auf 125 Jahre Fertigstellung unseres Münsterturms, der als höchster Kirchturm der Welt in ganz besonderer Weise gefeiert werden soll. Die bereits laufende Ausstellung im Untergeschoss des Stadthauses gibt schon einen ersten Vorgeschmack und verstärkt Tag für Tag die Vorfreude. Die Planungen zur Umsetzung der internationalen und regionalen Kunstprojekte laufen auf Hochtouren, partizipatorische Projekte sind bereits gestartet, die Spannung in den beteiligten Abteilungen steigt merklich an und gleichzeitig sieht man einmal mehr wie konstruktiv innerhalb der Verwaltung, aber auch mit externen Partnern zusammen etwas Großes bewegt werden kann. Auch für die kommenden Jahre gilt: Stillstand ist Rückschritt! Neben dem „normalen Geschäft“ und den bereits vorgestellten perspektivischen Planungen einzelner Abteilungen beschäftigen uns strategisch und konzeptionell weitere große Themen: Die Weiterentwicklung des Ulmer Museums, ebenso wie die Beschäftigung mit dem riesigen Areal der Wilhelmsburg, in dem immenses Potenzial für viele Jahrzehnte steckt, das es gilt vorausschauend in das Stadtleben zu integrieren und nicht zuletzt für die Kultur- und Kreativwirtschaft zu erschließen. Die dafür nötige Gesamt-Nutzungskonzeption soll unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten, der lokalen Kulturszene und der Ulmer Bürgerschaft auf den Weg gebracht werden. Sie sehen: Es bleibt also spannend! Iris Mann Bürgermeisterin 3 2013 | kultur | BERICHT Kulturetat Kulturetat Nettoressourcenbedarf Finanzhaushalt Diesem Bericht liegen die Rechnungsergebnisse des Kalenderjahres 2013 zu Grunde. Der Ergebnishaushalt der Stadt Ulm, der die Aufwendungen und Erträge der laufenden Verwaltungstätigkeit abbildet, erwirtschaftet 2013 einen Nettoressourcenbedarf (ordentliches Ergebnis) von. 11,75 Mio. Euro (2012: 4,71 Mio. Euro). Der Gesamtnettoressourcenbedarf aller Fachbereiche beträgt rund 223,5 Mio. Euro, der Nettoressourcenbedarf des Fachbereichs Kultur beläuft sich 2013 auf 28,26 Mio. Euro. Dies entspricht 12,65 Prozent des Gesamtnettoressourcenbedarfs. Für die Sitzung des Hauptausschusses am 10.07.2014 wurde das Rechnungsergebnis 2013 abschließend aufgestellt und anschließend dem Rechnungsprüfungsamt zur Prüfung übergeben. Finanzmittel für Investitionen, wie z.B. Sanierungen, Neubauten und größere Anschaffungen, sind dem Finanzhaushalt zugeordnet. Im Jahr 2013 beliefen sich die Auszahlungen für Investitionstätigkeiten auf 88,61 Mio. Euro (Vorjahr 53,1 Mio. Euro). Im Kulturbereich wurden 2013 rd. 3,80 Mio. Euro investiert, dies entspricht 4,29 Prozent der Gesamtauszahlungen für Investitionstätigkeiten. Darin sind insbesondere Investitionen für die Sanierung des Theaters enthalten. Desweiteren wurden im Finanzhaushalt in den einzelnen Abteilungen Kleinmaßnahmen getätigt. Die Stadt Ulm hat im Zuge der Verwaltungsreform alle allgemeinen Kosten weitestgehend jenen Abteilungen zugeordnet, die diese verursachen. Das heißt, die oben genannten Summen im Kulturbereich beziehen sich nicht ausschließlich auf die Etats für die künstlerische Arbeit, sondern beinhalten sämtliche im Zusammenhang mit kulturellen Produktionen entstehenden Kosten inklusive des Gebäudeunterhalts, der Infrastruktur, sowie der Dienstleistungen anderer städtischer Abteilungen wie z.B. Betreuung der EDV, die über interne Rechnungsstellungen dem jeweiligen Budget belastet werden. Seit 1995 verfügen folgende städtische Kultureinrichtungen über ein eigenes Budget, welches sie weitestgehend selbst bewirtschaften und so eigene Prioritäten setzen können: Bibliothek, Musikschule, Stadthaus, Theater Ulm und Ulmer Museum. Budgetüberschüsse aus einem Haushaltsjahr werden ins folgende Kalenderjahr übertragen, für Defizite gilt dieselbe Regelung. Einen nicht unerheblichen Teil des Budgets erwirtschaften die Einrichtungen und Abteilung über Eigeneinnahmen und Drittmittel. Im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen der letzten Jahre ist der finanzielle Spielraum für die Institutionen stark zurückgegangen. Herausragende Projekte mit überregionaler Strahlkraft werden daher über sogenannte Sonderfaktoren finanziert, die projektbezogen beantragt werden müssen, da dies aus dem regulären Budget nicht möglich ist. Die Aufstellung der Einzelbudgets ist jeweils im entsprechenden Kapitel zu den Einrichtungen zu finden, die Erläuterungen im Bereich Kulturförderung (Zuwendungen) finden sich im Bericht der Kulturabteilung. Die Rechnungsergebnisse des Kalenderjahres 2013 im Finanzhaushalt stellen sich für die Abteilungen wie folgt dar: 4 2013 | kultur | BERICHT Kulturetat Zuschussbedarf Aufwendungen Zuschussbedarf 2013 (inkl. Übersicht Fachbereich Kultur kalkulatorischer in T € in T € Stadtarchiv Stadtbibliothek Musikschule Stadthaus Theater Ulm Ulmer Museum Kulturförderung Projekte Kulturverwaltung Allgemeine Kulturverwaltung inkl. Fachbereichsleitung Sonstiges 1.905 5.329 3.632 2.165 19.446 4.129 1.178 207 1.302 992 1.841 4.882 2.006 1.652 10.841 3.736 1.178 173 1.022 933 Anteil am Kulturetat 6,51% 17,27% 7,10% 5,84% 38,36% 13,22% 4,17% 0,61% 3,62% 3,30% Summe Fachbereich Kultur 40.285 28.264 100% Anteil des Zuschussbedarfs am Kulturetat 5 2013 | kultur | BERICHT Organigramm Kulturverwaltung der Stadt Ulm Organigramm BM2 Iris Mann BM2 A s s is te nz R2 P e rs önliche Re f e re ntin Nadja Hoffmannova Monika Schwantzer Alexandra Bartmann KA C2 C ontrollingbe a uf tra gte r Kulturabteilung Martin Gerstenberg Sabrina Neumeister AR BI MS MU SH TH Stadtarchiv Stadtbibliothek Ulm Musikschule der Stadt Ulm Ulmer Museum Stadthaus Ulmer Theater Prof. Dr. Michael Wettengel Martin Szlatki Stephan Schuh Dr. Gabriele Holthuis Karla Nieraad Andreas von Studnitz Angela Weißhardt 6 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung 7 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung Kulturabteilung Geschäftsbericht 2013 Die Kulturabteilung versteht sich als Bindeglied, Mittler und Ansprechpartner der freien und städtischen Kulturträger, der Politik und der Bürgerschaft. Die Abteilung wirkt federführend bei der städtischen Kulturentwicklungsplanung, vermittelt und moderiert als ein Knotenpunkt im Netzwerk der lokalen Kulturszene und organisiert kulturelle Schwerpunktveranstaltungen. Sie fördert und unterstützt partnerschaftlich Künstler und Kultureinrichtungen und setzt mit eigenen Aktivitäten Impulse in der Ulmer Kulturlandschaft. Organigramm 8 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung Das Aufgabenfeld gliedert sich im Wesentlichen in folgende Bereiche: • Kulturprojekte Projekte zu Themenjahren und Kooperationsprojekte • Kulturförderung Finanzielle und strukturelle Zuwendungen, Förderpreise, Sachleistungen • Kulturmarketing Kampagne „kulturpunkt ulm“, Kulturbereich auf www.ulm.de, Projektentwicklung Mitgehbörse Ulm • Kulturkonzeption Nutzungskonzeption Wilhelmsburg • Kulturkoordination Übergreifende Themen des Fachbereichs Kultur, Gremienarbeit, Partner der freien Kulturszene Die Bereiche greifen dabei ineinander und weisen zahlreiche Wechselbeziehungen auf. gelingt Solidarität zwischen Jung und Alt?“ Das Veranstaltungsformat mit Impulsvorträgen, Diskussionen und einem kulturellen Rahmenprogramm reflektiert aktuelle Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. Veranstalter sind die Kulturabteilung und das Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm mit großer Unterstützung der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Im Rahmen der 13. Ulmer und Neu-Ulmer Kulturnacht präsentierten die Kulturakteure beider Städte wieder ein inspirierendes Programm für Jung und Alt. An 97 Veranstaltungsorten konnte das Publikum – ca. 9.000 zahlende Besucher – bei 108 Veranstaltungen rund 500 Kulturschaffende erleben. Kulturprojekte Themenjahre Bereits 2013 arbeitete die Kulturabteilung gemeinsam mit anderen städtischen aber auch externen Partnern unter der Federführung des Oberbürgermeisters an den Planungen für das Großprojekt 2015 „125 Jahre Ulmer Münsterturm“. Unter dem Titel „ulmer weitblick“ werden Marketingmaßnahmen gebündelt, die die Einzigartigkeit des Münsterturms in einem internationalen und attraktiven künstlerischen Rahmen präsentieren sollen. Im Hinblick auf die Ausgestaltung des Jubiläums wurden Gemeinderat und Verwaltung von einem hochkarätig besetzten Fachkuratorium beraten. Die facettenreichen Vorbereitungen und umfangreichen Koordinierungsaufgaben für fünf internationale Kunstprojekte, die Wegbereitung für die regionalen Projekte sowie für die begleitende Jubiläumsausstellung im Stadthaus liefen auf Hochtouren. Kooperationsprojekte Zahlreiche Kooperationen mit verschiedenen Akteuren konnten 2013 auf den Weg gebracht, weiter ausgebaut und verstetigt werden. Die sechste Auflage der „Ulmer Denkanstöße“ befasste sich mit dem Thema „Die Zukunft ist silbern – Kulturnacht 2013: Ein Spaß für Akteure und Publikum Im Sinne der Kundenorientierung wird die Kulturnacht laufend optimiert. Neu waren 2013 die Kulturnacht-App, die Sortierung im Programmheft, die Kennzeichnung der Veranstaltungsorte mit barrierefreiem Zugang und WC sowie das Bussystem. Organisiert wurde die Veranstaltung in bewährter Form von einem Team aus Verantwortlichen der Kulturabteilungen der Städte Ulm und Neu-Ulm und Vertretern der freien Kulturszene. Die zahlreichen zusätzlichen Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Der Aktionstag „ohne Auto mobil“ war wiederum Partner der Kulturnacht und ermöglichte eine kostenlose Nutzung der Busse und Bahnen. An nur einem Abend kreative Köpfe aus möglichst vielen verschiedenen Branchen zu treffen – das ist das Konzept der Veranstaltungsreihe „7x7“. 2013 gab es zwei Ausgaben im Ulmer Roxy. Sieben Kreative hatten jeweils sieben Minuten Zeit, ihr Schaffen oder ihr Unternehmen zu präsentieren. „7x7“ ist 9 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung eine Kooperationsveranstaltung der Stadt Ulm, der Film Commission Region Ulm, der Popbastion, des Roxy und des Kompetenzzentrums Kultur und Kreativwirtschaft des Bundes. 2013 feierte die Popbastion Region Ulm/Donau ihr zehnjähriges Jubiläum. Die Kulturabteilung der Stadt Ulm und der Stadtjugendring Ulm e. V. sind gemeinsame Träger der Einrichtung. Die PopbastionGeschäftsstelle initiiert Projekte in den Bereichen Jugendarbeit und Musikwirtschaftsförderung zusammen mit städtischen, regionalen und landesweiten Partner, bearbeitet Anfragen nach Proberäumen, Auftrittsmöglichkeiten, GEMA-, Steuer- und Vertragsfragen und organisiert Workshops. Der eigene Projektprobenraum wurde 2013 mit 70 bis 90 Stunden pro Monat sehr gut genutzt. Mit dem Förderprogramm Bandpusher wurden ambitionierte junge Bands gezielt unterstützt. Weitere Projekte waren PopToGo und Youngstars. Das Festival Donaubeben wurde wegen des finanziellen Minus 2013 wohl letztmalig durchgeführt. Vorbereitet wurde außerdem das donau.pop.camp 2014. wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Parts der neueren Stadtgeschichte stellte der Gemeinderat die Restmittel aus dem Jubiläumsjahr 2012 bereit. Bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik im März 2013, einer gemeinsamen Veranstaltung der Städte Ulm und Neu-Ulm und der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC), wurden die großartigen Leistungen der Laienmusik in den Fokus gerückt. Konzert im Ulmer Museum bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik Neben einem Symposium zum Thema Schulmusik, diversen Konzerten und der Nacht der Musik stand insbesondere der Festakt mit der Überreichung der Zelter- und Pro-Musica-Plaketten für traditionsreiche Chöre und Orchester im Mittelpunkt. Die Kulturabteilung unterstützte tatkräftig bei Planung, Organisation und Werbung. Kulturförderung Fröhliches Miteinander beim 10-jährigen Jubiläum der Popbastion Im Nachgang zum Jubiläumsjahr „Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712–2012“ wurden die Ergebnisse des Symposiums „Migration und Mythen. Geschichte und Gegenwart“ in einer Publikation aufgearbeitet. Diese wird 2014 erscheinen. Als Nachfolgeprojekt des Jubiläumsjahrs 2012 wurde unter der Federführung der Kulturabteilung und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, dem Donauschwäbischen Zentralmuseum und der Koordinierungsstelle Internationale Stadt ein Forschungsauftrag zum Thema „Ulm Internationale Stadt – Migration nach Ulm nach 1945“ vergeben. Für die Ziel der städtischen Kulturförderung ist die nachhaltige Entwicklung der Ulmer Kulturlandschaft – einerseits durch die Sicherung und den Ausbau der Infrastruktur, andererseits indem neuen Projekten und Initiativen die Chance zur Umsetzung gegeben wird. Dies gilt sowohl für die Förderung von Spitzenkultur als auch für die Förderung in der Breite. Die Liste der Geförderten findet sich im Anhang. Strukturelle Förderung Im Jahr 2013 wurden 21 Einrichtungen und Vereine mit Betriebs- und Mietkostenzuschüssen unterstützt. Dazu werden in der Regel mehrjährige Budgetvereinbarungen abgeschlossen, die jedoch nicht von einer jährlichen Antragstellung entbinden. Einmal 10 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung jährlich berichtet die Kulturabteilung hierzu im Fachbereichsausschuss. Im Stadtverband für Musik und Gesang e. V. (SMG) sind Ulmer musik- und gesangtreibende Vereine zusammengeschlossen. Erfreulicherweise beschloss der Gemeinderat 2013 eine deutliche Erhöhung der Mittel für den SMG. Als Geschäftsstelle des SMG entwickelte die Kulturabteilung hierfür die neuen Vergaberichtlinien. Auch 2013 richtete die Kulturabteilung wieder das jährliche Jugendkonzert im Kornhaus sowie die „Serenadenkonzerte am Fischerplätzle“ in der Schwörwoche aus. Beim Herbstseminar für Verbandsmitglieder wurden die Teilnehmenden zum Thema Homepagegestaltung weitergebildet. Auf www.ulm.de wurde zudem ein Bereich für den SMG eingerichtet. führungen Vorschläge für die weitere Vergabe der Mittel zu erarbeiten hatte. Eine weitere Herausforderung in dieser Fördersparte entstand aus der finanziell sehr angespannten Situation des akademietheater e. V., welche die Kulturabteilung über Monate hinweg beschäftigte und zahlreiche Sondertermine mit Jury, Anwälten und den verschiedensten Gremien nach sich zog. Der daraus resultierende sehr hohe Betreuungsaufwand konnte mit den vorhandenen personellen Ressourcen kaum gestemmt werden. Mit der „Jungen Bühne im Alten Theater“ bietet die Kulturabteilung eine Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater, die derzeit von drei Ulmer Ensembles bespielt wird. In der Kulturabteilung wird der zugehörige Spielplan erstellt, die Homepage gepflegt und das zentrale Kartentelefon betreut. Institutionelle und Projektförderung in verschiedenen Sparten Mit der Spartenförderung in den Bereichen Kinderund Jugendtheater und Tanz möchte die Stadt Ulm gezielt Akzente im Bereich der freien, innovativen Szene setzen. Gefördert werden insbesondere qualitativ herausragende und vielversprechende Ensembles und Initiativen, die sich im überregionalen Kontext behaupten können. Die institutionelle, mehrjährige Förderung soll den Geförderten Planungssicherheit geben und eine längerfristig konzipierte Arbeit anstoßen. Die einjährige Projektförderung bietet die Möglichkeit, Neues auszuprobieren oder spontane Ideen umzusetzen und kann auch parallel zur institutionellen Förderung beantragt werden. Die Entwicklung der jeweiligen Förderrichtlinien, die Betreuung der berufenen externen Fachjurys, die Beratung und Unterstützung der Antragsteller und der Geförderten liegt ebenso in den Händen der Kulturabteilung wie die komplette Abwicklung der Zuschussvergabe. Für die Akteure in der Sparte Kinder- und Jugendtheater war 2013 ein bewegtes Jahr – der Gemeinderat beschloss auf Basis der Juryempfehlung die institutionell Geförderten einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Dazu koordinierte die Kulturabteilung entsprechende Ensemblegespräche zwischen den Geförderten und der Fachjury, die wiederum daraus und aus gewonnenen Einblicken in die Auf- Neue Schaukästen für die Junge Bühne im Alten Theater 2013 organisierte die Kulturabteilung ergänzend zum regelmäßigen Spielbetrieb zwei Gastspiele auswärtiger Theaterensembles mit deutlich gestiegenem Publikumszuspruch. Darüber hinaus wurden die Räume im Alten Theater 16 Mal für Kulturveranstaltungen extern vermietet. 2013 wurden erstmals Fördermittel in der Sparte Tanz vergeben. Dies geschah auch in dieser Sparte auf Empfehlung einer dreiköpfigen Fachjury, die sich mit insgesamt 9 Bewerbungen beschäftigte. Die geförderten Veranstaltungen fanden großen Zuspruch beim Publikum. 2013 beschloss der Gemeinderat die Einrichtung einer weiteren Fördersparte Musik. Hierzu wurden von der Kulturabteilung neue Richtlinien entwickelt 11 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung und ebenfalls eine Fachjury berufen. Analog zu den bereits bestehenden Spartenförderungen soll dem Bereich Musik damit mehr Bedeutung zukommen und eine Steigerung der Angebotsqualität erreicht werden. Die Vergabe der Mittel erfolgt erstmals im Jahr 2014. Die seit langem bestehende Förderung für Kulturelle Vorhaben (Allgemeine Projektförderung) richtet sich an Kulturschaffende, die sich keiner Sparte direkt zuordnen lassen oder deren Projekte mehrere Sparten berühren. In diesem Bereich wurden die Mittel für 2013 erfreulicherweise deutlich erhöht, was sich in einer höheren Zahl realisierbarer und hochwertiger Kulturprojekte niederschlug. Förderpreise Seit 1987 wird in zweijährigem Rhythmus der Förderpreis Junge Ulmer Kunst an Nachwuchskünstlerinnen und -künstler bis 30 Jahre vergeben – 2013 mit neuem Konzept für nun sechs Sparten und höheren Finanzmitteln. Die Fachjurys, besetzt mit internen und externen Experten und Vertretern des Gemeinderats, wurden um jeweils einen Medienvertreter erweitert. Die Sparte Musik wurde aufgeteilt in klassische und populäre Musik. Eine neue Internetpräsenz verbesserte die Kommunikation des Preises. Die Entscheidung, die Gewinnerinnen und Gewinner 2013 bereits im Vorfeld der Verleihung öffentlich bekannt zu geben, führte zu sehr viel mehr Publikum bei der Preisverleihung. fuhr der Förderpreis eine deutlich größere öffentliche Wahrnehmung und eine sehr positive Resonanz sowohl in den Medien als auch bei den Preisträgern. Die Sparkasse Ulm, bereits langjähriger Partner der Stadthaus-Reihe „zuhören hinschauen“, förderte zusätzlich die Preisverleihung und wird künftig eine Preisträgerausstellung in der Sparte Bildende Kunst realisieren. Ein Dankeschön gilt den Auszubildenden der Firma Wieland, die die erstmals vergebenen Trophäen herstellten. Der A-Cappella-Award Ulm fand 2013 zum dritten Mal statt, veranstaltet mit Unterstützung von Livekonzepte Michael Köstner. Mit Henrik Wager konnte ein neuer, sehr engagierter Juryvorsitzender gewonnen werden. Die mehrstündige Wettbewerbsveranstaltung im Roxy war restlos ausverkauft, Publikum und Presse waren begeistert von den Darbietungen auf sehr hohem Niveau. Das Preisträgerkonzert fand Anfang 2014 statt. Henrik Wager, Vorsitzender der Jury, präsentiert die Gewinner des A-Cappella-Awards 2013 Förderpreis Junge Ulmer Kunst: Die Ausgezeichneten 2013 Die daran anschließende Party für die Ausgezeichneten und alle Gäste kam sehr gut an. Insgesamt er- 2013 wurde wieder ein Berblinger Preis ausgelobt. Der nächste praktische Wettbewerb (ca. 2020) soll wieder durch mehrere theoretische Wettbewerbe vorbereitet werden. Für 2013 wurde daher ein Konstruktionswettbewerb ausgeschrieben mit dem Ziel, im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt innovative Ansätze für den emissionsarmen Streckenflug auszuzeichnen. Die Stadt Ulm stellte hierfür ein Preisgeld von 25.000 € bereit. Aus 21 Bewerbungen wählte die Fachjury (Luft- und Raumfahrtexperten, Luftfahrthistoriker, Vertreter von Hochschulen, Forschungsinstituten und der Stadt Ulm) drei Preisträger. Die Preise überreichte Oberbürgermeister Ivo Gönner in einem öffentlichen Festakt. 12 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung Alle Bewerbungen wurden zum ersten Mal in einer Roll-up-Ausstellung vorgestellt, die im Foyer des Ulmer Rathauses zu sehen war und im April 2014 auf der AERO, der internationalen Messe für die Allgemeine Luftfahrt in Friedrichshafen, einem internationalen Fachpublikum präsentiert wurde. Ein herzlicher Dank geht an CASSIDIAN (jetzt Airbus Space and Defence), die die Ausstellung kurzfristig unterstützten. Die Wettbewerbsbeiträge werden außerdem wieder zusammen mit dem Folgewettbewerb 2016 in einer Publikation dokumentiert. Dachmarke zu positionieren und die öffentliche Wahrnehmung der Einrichtungen zu stärken. Pappmasken berühmter Persönlichkeiten wurden dabei zu prominenten Trägern der Botschaft. Dazu kam eine erste Mitmachaktion, bei der Besucher „kulturpunkte“ in den städtischen Häusern sammeln und an einem Gewinnspiel teilnehmen konnten. Guerilla-Marketing-Aktion zur Kulturnacht Mitgehbörse Ulm Roll-up-Ausstellung im Ulmer Rathaus Sachleistungen Im „Ulmer Kulturfenster“ können Kulturschaffende aus Ulm unter bestimmten Voraussetzungen ihre Kulturveranstaltungen auf Werbeflächen der Firma Wall mit Plakaten kostenfrei im gesamten Stadtgebiet bewerben. Zu diesem Zweck stehen 42 Litfaßsäulen zur Verfügung. Die Kulturabteilung übernimmt die Belegungsplanung und organisiert die Abwicklung mit den Veranstaltern und der Firma Wall. Auch 2013 zeigte sich dabei, dass das Platzangebot in vielen Dekaden die Nachfrage nicht mehr decken kann. 2013 wurde das Pilotprojekt „Mitgehbörse Ulm“ entwickelt und vorbereitet. Die Mitgehbörse Ulm will kulturinteressierte Menschen jeden Alters und jeder Herkunft zusammenbringen, gemeinsame Kulturbesuche sowie einen Austausch zum aktuellen kulturellen Angebot in Ulm ermöglichen. Projektstart ist voraussichtlich Januar 2015. Kulturbereich auf www.ulm.de Kulturmarketing Die Seiten des Kulturbereichs innerhalb der städtischen Internetseite www.ulm.de wurden 2013 einer kritischen Prüfung unterzogen. Als erste Verbesserung erstellte die Kulturabteilung eigene Seiten für den Bereich der Kulturförderung. Ziel ist, mit der Darstellung der Fördermöglichkeiten und der Geförderten einen besseren Service zu bieten und Transparenz zu schaffen. kulturpunkt ulm Kulturportal Das von der Referentin für Kulturmarketing 2012 erstellte und vom Gemeinderat verabschiedete Marketingkonzept ging 2013 in die konkrete Umsetzung. Nach einer Guerilla-Marketingaktion zur Kulturnacht startete eine Plakatkampagne zur Einführung des „kulturpunkt ulm“ mit dem Ziel, die städtischen Kultureinrichtungen unter einer gemeinsamen Mit dem Kulturportal www.kultur-inulm.de/www.kultur-in-neu-ulm.de bietet die Kulturabteilung allen Kultur- und Kreativschaffenden ein Forum. Es dient der Information, soll aber auch den Austausch und die Vernetzung der Künstler und Einrichtungen unterstützen. Im März 2013 startete das Portal in neuer Struktur und Optik. Die sehr um13 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung fangreichen Arbeiten zur Akquise und Administration der Nutzer konnten nur Dank einer Aushilfskraft bewältigt werden. Kulturkonzeption Die Stadt Ulm ist Mitglied im europäischen Kulturnetzwerk „Les Rencontres“, einem Zusammenschluss von 112 Städten und Regionen aus 25 europäischen Ländern, der die Diskussion und den Austausch über Kulturpolitik und Projekte in der europäischen Dimension pflegt. Eine umfangreiche konzeptionelle Aufgabe der Kulturabteilung ist seit 2013 die Entwicklung einer Nutzungskonzeption für die Wilhelmsburg. Die bewährte Open-Air-Bespielung des Innenhofs durch das Ulmer Theater soll fortgeführt werden, für die inhaltliche Weiterentwicklung der Gesamtnutzung ist allerdings ein größerer Prozess vonnöten. Ziel ist es, das passende Nutzungskonzept für dieses große Areal zu entwickeln und die divergierenden und facettenreichen Interessen und Belange zusammenzuführen und voranzubringen. Der Arbeitskreis Kultur (AKK), ein Zusammenschluss städtischer und freier Kulturträger, bündelt deren gemeinsame Interessen und vertritt diese im Dialog mit Verwaltung und Politik, um kulturelle Aktivitäten in Ulm zu fördern. Die Geschäftsstelle ist in der Kulturabteilung angesiedelt. Kulturkoordination Personal Übergreifende Themen im FB Kultur Die Kulturabteilung verfügt laut Stellenplan über 6 Stellen, von denen im Jahr 2013 lediglich 4,1 fest besetzt und über das Fachbereichsbudget finanziert wurden. Die übrigen Stellen sind zeitlich befristet und entweder zentral oder über Projektmittel finanziert. Dazu gehören: Eine Kollegin im Bereich Kulturmarketing (befristet bis 12.2016), eine Kollegin aus dem zentralen Programm „Nachwuchsführungskräfte“ (befristet bis 02.2015), ein Kollege (befristet bis 12.2015, mittlerweile fest angestellt) und eine Kollegin (25%, befristet bis 12.2014) im Sachgebiet Projekte, Veranstaltungen und Kommunikation sowie eine Auszubildende Veranstaltungskauffrau. Ohne diese zusätzlichen Kräfte wären eine Realisierung der zahlreichen Projekte sowie die Betreuung von Themen, die den Fachbereich betreffen, nicht möglich. Die Erledigung aller Aufgaben war und ist trotzdem nur durch äußerst engagierten Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Die Kulturabteilung koordiniert jährlich den vorliegenden Geschäftsbericht des Fachbereichs Kultur. Quartalsweise wird eine Übersicht mit Veranstaltungshighligts aus dem Fachbereich erstellt und an Gemeinderat und Vertreter der Medien versandt. Desweiteren kümmert sich die Kulturabteilung zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus den städtischen Kultureinrichtungen um gemeinsame Belange, wie z. B. den Bedarf an Depot,- Magazinund Lagerräumen. Hier erstreckt sich die Zusammenarbeit auch auf Abteilungen anderer Fachbereiche, wie z. B. dem Gebäudemanagement. Gremienarbeit In den städtischen Projektgruppen für den Relaunch der Seite www.ulm.de sowie zur Einführung eines neuen Veranstaltungskalenders arbeitet die Kulturabteilung in allen Projektstufen mit und vertritt dort auch den Bereich Bildung und Sport. In der Steuerungsgruppe des Bildungsnetzwerks Ulm/Neu-Ulm arbeitet die Kulturabteilung partnerschaftlich an der Weiterentwicklung des Netzwerks mit. Die Kulturabteilung vertritt die Ulmer Interessen in der Arbeitsgemeinschaft Kulturämter im Städtetag Baden-Württemberg. Freie Kulturszene Ressourcen 2013 kam es zum personellen Wechsel der Abteilungsleitung. Nachdem 2012 die damalige Abteilungsleiterin zur Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Soziales gewählt worden war, trat nach halbjähriger Stellenvakanz zum 1. April 2013 die Nachfolgerin in den Dienst der Stadt. Als unverzichtbar erwies sich die zusätzliche Mitarbeit von Praktikantinnen und Praktikanten. 2013 durchliefen insgesamt 8 junge Menschen ein Praktikum in der Kulturabteilung. 14 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung Finanzen Ist in Euro Zur Durchführung von eigenen Projekten stehen der Kulturabteilung im Haushalt keine freien Finanzmittel zur Verfügung. Deshalb ist die Abteilung jeweils auf die projektbezogene Genehmigung von Sonderfaktoren durch den Gemeinderat sowie die intensive Akquise von Drittmitteln angewiesen. A-Cappella Award 8.200 Berblinger Preis 2013 2.500 Förderpreis Junge Ulmer Kunst 2.500 Die Stadt Ulm stellte folgende Mittel zur Verfügung: Tage der Chor- und Orchestermusik Ist in Euro Münsterturmjubiläum 2015 (Sponsoring Plan 2015: 60.000 €) 0 5.000 Ulmer/Neu-Ulmer Kulturnacht 37.300 55.500 A-Cappella-Award 2013 30.000 Gesamtertrag Berblinger Preis 2013 (inkl. Personal) 80.000 Donaufest Vorlaufkosten 50.000 Förderpreis Junge Ulmer Kunst 30.000 Für die Bereitstellung der projektgebundenen Mittel aus dem kommunalen Haushalt sowie für die großzügige Unterstützung von privater Seite sei allen Unterstützerinnen und Unterstützern ganz herzlich gedankt. Kulturförderung Tanz 100.000 Münsterturmjubiläum 2015 Vorlaufkosten (Ges. 1,9 Mio.) 255.000 • Nutzungskonzept Wilhelmsburg 50.000 Tage der Chor- und Orchestermusik 14.000 Ulmer Denkanstöße 15.000 Ausbildung Veranstaltungskaufmann/-frau 13.000 Zentrales Kulturmarketing (inkl. Personal) 95.000 Gesamtaufwendungen Ausblick • 732.000 • • • • Das Organisationsteam der Ulmer/Neu-Ulmer Kulturnacht beim VIP-Empfang für Sponsoren und Unterstützer In 2013 ermöglichten folgende Drittmittel (Sachund Barmittel) von Sponsoren, Stiftungen, Landeszuschüssen die Realisierung der Projekte: • Die Planungen zum Münsterjubiläum 2015 werden weiterhin einen Großteil der Kapazitäten der Kulturabteilung beanspruchen. Bereits im Sommer 2014 startet die Jubiläumsausstellung im Stadthaus. Das Ulmer Oratorium wird als Eigenproduktion von der Kulturabteilung koordiniert und realisiert. Im Rahmen des Internationalen Donaufestes werden 2014 zum zweiten Mal das donau.pop.camp und das Ulmer Donaukolleg für Kulturmanagement durchgeführt. Im Bereich Kulturmarketing werden weitere Kampagnen zur Verstetigung des „kulturpunkt ulm“ durchgeführt. Zur Entwicklung der Nutzungskonzeption für die Wilhelmsburg sind die Durchführung des Experten-Workshops und Maßnahmen zur Bürgerbeteiligung geplant. Der Bereich Kinder- und Jugendtheater wird konzeptionell weiterentwickelt. Bewährte Formate wie die Ulmer Denkanstöße, die Kulturnacht Ulm/Neu-Ulm oder die Förderpreisvergaben werden fortgeführt. Der Berblinger Wettbewerb wird mit dem Fernziel „Donauflug von der Quelle zur Mündung“ vorangebracht. 15 2013 | kultur | BERICHT Kulturabteilung Anhang Übersicht Zuschussempfänger, Rechnungsergebnis 2013 Struktuelle Förderung: Programm-/ Betriebs-/ und Mietkostenzuschuss - ROXY gGmbH - Verein zur Förderung der Freien Kultur Ulm e.V. Ulmer Zelt - Kradhalle - Theater in der Westentasche - Theaterwerkstatt Ergebnis 2013 %-Gesamtin € zuschussbetrag 333.750 29,4% 38.399 3,4% 920 0,1% 29.600 2,6% 3.068 0,3% - T.Ü.S.A.D. Verein zur Förderung der Theaterkunst e.V. 21.606 1,9% - Gesellschaft der Sommerlichen Ulmer Musiktage e.V. 4.175 0,4% - Verein für moderne Musik Ulm/Neu-Ulm e.V. 5.175 0,5% - Förderverein Wiblinger Kantorei e.V. (Wiblinger Bachtage) 5.215 0,5% - Joo Kraus/ Michael Köstner Livekonzepte 2.000 0,2% - Ulmer Paradekonzerte e.V. 7.470 0,7% 20.000 1,8% 143.701 12,7% - Popbastion - Stadtverband für Musik und Gesang Ulm e.V.Zuschüsse gem. Richtlinie - Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Bezirksverband Ulm e.V. 36.305 3,2% - Kunstverein Ulm e.V. 48.659 4,3% - Künstlergilde Ulm e. V. 9.052 0,8% 73.700 6,5% - Museumsverein Ulm-Söflingen e.V. 3.913 0,3% - Ulmer Autoren 81 e.V. 1.252 0,1% - Landsmannschaft der Banater Schwaben 7.142 0,6% - Refinanzierung von gemeinnützigen Veranstaltungen im Stadthaus 6.720 0,6% 0 0,0% 801.822 70,6% - Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e. V. - Internationales Jugendcamp i.R. Donaufest zweijähriger Turnus Zwischensumme strukturelle Förderung Institutionelle Förderung und Projektförderung auf der Basis der jeweiligen Richtlinie Ergebnis 2013 %-Gesamtin € zuschussbetrag Sparte: Kinder- und Jugendtheater Institutionell: - Akademietheater Ulm e.V. 124.200 10,9% - Erstes Ulmer Kasperletheater 10.350 0,9% - Theater an der Donau 54.855 4,8% 2.600 0,2% 192.005 16,9% - adk Spatzwiese 15.000 1,3% - Serrando "Miro und Mira suchen das Glück" 12.000 1,1% - Kinder Theaterwerkstatt Ulm Zwischensumme Projektförderung Zwischensumme 27.000 2,4% 219.005 19,3% 50.000 4,4% 8.500 - TanzSzene BW e. V. / 1. Baden-Württenbergischer Kinder und Jugend Tanzgipfel Ulm 0,7% - Maren Roeske / Welttanztag 2.750 0,2% - KunstWerk e. V. / ENERGIEPLAN 4.000 0,4% Zwischensumme Kinder- und Jugendtheater Tanz Institutionell: - Domenico Strazzeri, Strada Compagnia Danza Projektförderung - Roxy gGmbH / "Ulm moves" 30.000 2,6% 0 0,0% 45.250 4,0% 95.250 8,4% - Alte Musik Ulm e. V. / Giulio Cesare in Egitto 5.000 0,4% - Florian Schröder / WOKASOMA#3 - Low Budget Superheros 1.000 0,1% - Türkischer Lehrer und Elternbeirat e. V. / Verstaubte Noten (offen 800 €) 2.200 0,2% - Markus Romes / 3 Religionen - ein Dreiklang 3.000 0,3% - Udo Eberl / "Under the Bridge" Absage (3.000 €) Zwischensumme Zwischensumme Förderung Tanz Allgemein Projektförderung - Frank Raendchen / Produzentengalerie im Griesbad 3.000 0,3% - Martin Leibinger / Kunst für alle! 2.500 0,2% - AG freie Medien Ulm/Neu-Ulm / Klangbilder - Hörcollagen Zwischensumme Allgemeine Projektförderung Zwischensumme institutionelle Förderung und Projektförderung Gesamtsumme 2.500 0,2% 19.200 1,7% 333.455 29,4% 1.135.277 100,0% 16 2013 | kultur | BERICHT Musikschule 17 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Musikschule der Stadt Ulm Geschäftsbericht 2013 Aufgaben und Angebote, Zugang, Standorte Aufgaben und Angebote Die Musikschule der Stadt Ulm besteht aus den Abteilungen Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP), Vereinsmusik und Schulmusik; sie ist eine Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche, zu einem deutlich geringeren Teil auch für Erwachsene. Ihre Aufgaben sind die musikalische Grundausbildung, die Ausbildung für das Liebhaber- und Laienmusizieren, die Begabtenfindung und -förderung sowie die eventuelle Vorbereitung auf ein Berufsstudium. Die Musikschule bietet Unterricht in folgenden Bereichen an: - Elementare Musikpädagogik (2 - 10-jährige Kinder) - Musikalische Orientierungsstufe (6 - 10-jährige Kinder) - Instrumental-/Vokalunterricht in Unter-, Mittel- und Oberstufe - Instrumentalunterricht für Behinderte - Ensemblespiel, Orchester, Chöre - Kammermusik - Musiktheoretische Fächer - Musikpraktische Ergänzungsfächer - Polyästhetische Ensemblefächer - Projektbezogener Unterricht - Bildungskooperationen - Studienvorbereitende Ausbildung - Unterricht für Erwachsene Die Musikschule der Stadt Ulm bietet möglichst vielen Menschen möglichst guten Unterricht zu einem möglichst günstigen Preis an. Einerseits hinsichtlich des Aufeinander-Zubewegens der Musikschulen in Ulm und Neu-Ulm, andererseits bezüglich der jährlichen Überprüfungen der städtischen Gebührenordnungen wurden zum 01.08.2013 die Entgelte der Musikschule für den Einzel-, Gruppen- und Erwachsenenunterricht moderat angehoben; die Ermäßigungsparagraphen 11-13 der Schulordnung wurden entschlackt, modifiziert, transparenter gestaltet und auf einer Seite zusammengefasst, denn: Finanzielle Ressourcen der Erziehungsberechtigten lassen tatsächlich keine Rückschlüsse auf die musikalische Begabung der Kinder zu. Das Aufeinanderbezogensein der Bereiche IGP, Vereinsmusik und Schulmusik und das Aufeinanderbezogensein von instrumentaler bzw. vokaler Ausbildung und Ensemble- und Ergänzungsfächern verleihen der Musikschule ein Ausbildungsprofil, dessen Ganzheitlichkeit sich deutlich von einem subventionierten Privatunterricht abhebt. Zugang Die Musikschule der Stadt Ulm steht allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen offen, die ihren ständigen Wohnsitz in Ulm haben, eine Ulmer Schule bzw. Ausbildungsstätte besuchen oder Mitglied in einem musik- oder gesangstreibenden Verein der Stadt Ulm sind. Es gibt keinen Eignungstest. Klarinettenquartett - 1. Preis Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2014 18 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Standorte Stadtteil Stadtmit Stadtmitte Unterrichtsstätte 1 Stadtbad 2 Katholischer Kindergarten St. Michael zu den ....Wengen 3 Spitalhofschule Söflingen Unterrichtsangebot Musik erleben, Musikalische Früherziehung, Trommelissimo, Instrumentenkarussell, Blockflöte-Hauptfach, Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Trompete, Posaune, Waldhorn, Tuba, Querflöte, Klarinette, Saxophon, Oboe, Fagott, Klavier, Gesang, Schlagzeug, Gitarre, Harfe, Allgemeine Musiklehre, Studienvorbereitende Ausbildung, Kammermusik, Ensembles und Orchester, Tanzwerkstatt, Tanztraining für Erwachsene, Ulmer Spatzen Chor, Junge Bläserphilharmonie Ulm, St.Georgs-Chorknaben Singen-Bewegen-Sprechen Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 4 Michelsberg-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 5 Martin-Schaffner-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 6 Ulrich-von-Ensingen-Realschule Schlagzeug 7 Humboldt-Gymnasium Musizierklassen 8 St.-Georgs-Kirche St.-Georgs-Chorknaben, Orgel 9 Klostermühle Musik erleben, Musikalische Früherziehung, Musikalische Grundausbildung, Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach, Violine, Viola, Cello, Trompete, Posaune, Waldhorn, Querflöte, Klarinette, Saxophon, Oboe, Fagott, Klavier, Gitarre, Ensemble- und Ergänzungsfächer 10 Katholischer Kindergarten St. Maria Singen-Bewegen-Sprechen Oststadt 11 Evangelischer Kindergarten Regenbogen 12 Friedrichsau-Grundschule Singen-Bewegen-Sprechen Blockflöte-Grundausbildung West Weststadt 13 Kindertagesstätte Schillerstraße 14 Kindergarten Heilig Geist Singen-Bewegen-Sprechen Singen-Bewegen-Sprechen 15 Albrecht-Berblinger-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 16 Bildungshaus Ulmer Spatz Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 17 Jörg-Syrlin-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach, Klassenmusizieren Plus 18 Kindertagesstätte Sudetenweg 19 Eduard-Mörike-Schule Singen-Bewegen-Sprechen Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 20 Eichenplatz Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 21 Gustav-Werner-Schule Grundausbildung an Förderschulen 22 Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Grundausbildung an Förderschulen 23 Kindertagesstätte Johann-Stockar-Weg 24 Evangelische Kindertagesstätte Rieslingweg Singen-Bewegen-Sprechen Singen-Bewegen-Sprechen 25 Kita St. Franziskus, Rieslingweg Singen-Bewegen-Sprechen Böfingen Eselsberg 19 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Wiblin Wiblingen Ortsteile 26 Gemeindezentrum St. Klara Musikalische Früherziehung 27 Betriebskindergarten Universität Ulm Musikalische Früherziehung 28 Adalbert-Stifter-Grund- und Werkrealschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 29 Hans-Multscher-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 30 Maria-Sybilla-Merian-Grundschule 31 Hans-Zulliger-Schule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach, Klassenmusizieren Plus Grundausbildung an Förderschulen 32 Kindertagesstätte St.-Florian-Weg 33 Kindertagestätte Reutlinger Straße Singen-Bewegen-Sprechen Singen-Bewegen-Sprechen 34 Erenlauh-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach, 35 Regenbogenschule 36 Grundschule am Tannenplatz Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach, Klavier Klavier 37 Albert-Einstein-Gymnasium Gitarre 38 Grundschule Ermingen Klassenmusizieren Plus 39 Grundschule Grimmelfingen Musikalische Früherziehung, Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 40 Riedlen-Grundschule Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 41 Grundschule Unterweiler Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 42 Gutenberg-Grundschule Jungingen Musikalische Früherziehung, Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 43 Schönenberg-Grundschule Lehr Musikalische Früherziehung Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 44 Schönenberg-Grundschule Mähringen Blockflöte-Grundausbildung und Hauptfach 45 Musikerheim Ermingen Klarinette, Saxophon Schülerstruktur, Unterricht, Organigramm, Mitarbeiterstruktur, Personalentwicklungsplan Schülerstruktur Zurzeit (Stand 30.06.2014) werden an der Musikschule der Stadt Ulm 2497 Schüler/innen mit 3319 Belegungen in 1528 Jahreswochenstunden von 108 Lehrkräften (hiervon sind 27 festangestellt) in 45 Unterrichtsstätten ausgebildet. Die Altersstruktur sieht wie folgt aus: 20 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Organigramm Unterricht Die Unterrichtsangebote der Musikschule lassen sich gliedern in Grund-/Elementarfächer, instrumentale/vokale Hauptfächer, Ensemble- und Ergänzungsfächer, Studienvorbereitende Ausbildung sowie die Unterrichtsangebote für Erwachsene, ergänzt durch Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen und Vereinen. Über das Förderprogramm des Landes BadenWürttemberg „Singen-Bewegen-Sprechen“ ist die Musikschule an derzeit 11 Kindertagesstätten vor Ort; Eltern-Kind Kurse und Musikalische Früherziehung für Kinder im Vorschulalter werden in mehreren Stadtteilen angeboten. Für Sonderschulen bietet die Musikschule durch Lehrkräfte vor Ort eine sehr auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Schüler/innen bzw. Gruppen abgestimmte basale Musikausbildung an. Grundschulkinder finden in ihrer Schule über die Fächer Blockflöte-Grundausbildung (an nahezu allen Ulmer Grundschulen) sowie Klassenmusizieren Plus (an derzeit drei Ulmer Grundschulen) einen wohnortnahen Zugang zu aktivem Musizieren. Der Hauptfachunterricht, als Einzel- oder Gruppenunterricht, die Ensemble- und Ergänzungsfächer sowie Chöre und Orchester finden überwiegend in den musikschuleigenen Gebäuden (Stadtbad, Marktplatz 19 und Klostermühle, Klosterhof 18) statt. 21 2013 | kultur | BERICHT Musikschule den ersten drei Jahren und 1,75 Stellen im vierten Jahr vor. Die neuen Stellen werden dabei selbstverständlich in den Fächern / Fachbereichen ausgeschrieben, die derzeit einen – z.T. deutlich – geringeren TVöD-Anteil aufweisen. Ulmer Spatzenchor, 1. und 3. Preis Deutscher Chorwettbewerb 2014 Mitarbeiterstruktur, Personalentwicklungsplan; avisierte Schulentwicklungen und strukturelle Neuerungen Am 01.01.2013 unterrichteten an der Musikschule der Stadt Ulm 106 Lehrkräfte, davon 24 festangestellte. Also waren 23 % des Lehrkörpers tatsächlich bei der Stadt beschäftigt; richtiger aber ist, die jeweilige Anzahl der zu unterrichtenden Jahreswochenstunden ins Verhältnis zu setzen, und danach lag der durch bei der Stadt Ulm Beschäftigte erbrachte Unterrichtsanteil bei 37 %. Seit vielen Jahren wurden die Entwicklungspotentiale der Ulmer Einrichtung im Hinblick auf den Anteil festangestellten pädagogischen Personals (auch im Vergleich zum Landesdurchschnitt, der bei knapp 70% liegt) vom Schulleiter in zahlreichen Publikationen dargestellt. Im Sinne einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Konsolidierung und Entwicklung der Schule (insbesondere auch, was die künftige Gewinnung von fähigen und engagierten Lehrkräften betrifft) wurde im Herbst 2013 ein Personalentwicklungsplan vorgelegt, dessen Umsetzung der Fachbereichsausschuss Kultur in seiner Sitzung am 15.11.2013 zugestimmt hat. Die zentralen Punkte seien hier kurz dargestellt (s.a.GD 410/13): So wurden zum 01.03.2014 Deputate in Höhe von insgesamt 200% in den Fächern Gitarre und Klavier ausgeschrieben und in Folge des Bewerbungsverfahrens drei Kolleg/innen in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen. 2. Ebenfalls im o.g. Zeitraum ist die Etablierung einer mittleren Führungsebene mit mehr Rechten aber auch mehr Pflichten für die künftigen Fachbereichsleiter/innen vorgesehen. Durch Neustrukturierung sollen aus den bisher zehn in Zusammensetzung und Größe sehr unterschiedlichen Fachbereichen künftig fünf mit einem durchschnittlichen Volumen von jeweils plus minus 300 Jahreswochenstunden entstehen – wobei auch an dieser Stelle betont sei, „dass die skizzierten Entwicklungen eine Zielperspektive darstellen; sie sollen behutsam, sukzessive und keinesfalls gegen, sondern in Absprache mit dem Fachbereichskollegium unserer Einrichtung umgesetzt werden.“ (GD 410/13) 3. Die unter Punkt 1 und 2 genannten strukturellen Weiterentwicklungen bilden einen hervorragenden Grundstock für die auch im Kontext des 50jährigen Jubiläums der Musikschule der Stadt Ulm geplante Neuausrichtung der Institution. Denn: Durch eine Verbreiterung der Angebotspalette mit weiteren Kooperationen, neuen Unterrichtsfächern und –formen sollen die Bildungsangebote der Musikschule – bei einem durchgängig hohen Qualitätsanspruch - auch in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Umfeld für die Nutzer der Einrichtung und auch neue Zielgruppen attraktiv und ansprechend sein und bleiben. 1. Im Zeitraum 2014-2017 soll durch Umwandlung von Lehraufträgen eine mindestens 50%ige Erteilung des Unterrichts durch TVöD-Lehrkräfte erreicht werden, der 4jährige Stufenplan sieht dabei eine Umwandlung von zwei vollen Stellen in 22 2013 | kultur | BERICHT Musikschule 1964-2014 50 Jahre Musikschule der Stadt Ulm Rückblick 1954 Erste Überlegungen zur Einrichtung einer Bläserschule und einer Jugendmusikschule in Ulm. 1958 Studienprofessor Rudolf Spindler wird von der Stadt Ulm beauftragt, die Vorarbeiten für den Aufbau einer Jugendmusikschule in Angriff zu nehmen. Aus dem Schulchor der Albrecht-Berblinger-Schule entsteht der Kinder- und Jugendchor Ulmer Spatzen. Gründer und erster Leiter war Benno Kaiser. 1964 Der Gemeinderat beschließt die organisatorische Zusammenfassung aller bisher vorhandenen Unterrichts-, Musizier- und Singgruppen zum Städt. Schul- und Jugendmusikwerk (SJMW). Die Gesamtkoordination der einzelnen Musikwerke, Volksschulen mit Sonderschulen, Realschulen, Gymnasien, Ulmer Spatzen und Ulmer Knabenmusik mit jeweils eigenen Leitern liegt beim Leiter des Schulund Sportamts, Herrn Laepple. Unterricht erteilen Privatmusikerzieher, Musiker des städt. Orchesters, des Heeresmusikkorps 10, Musiklehrer der Schulen. Dazu treten die Chorschule der Ulmer Spatzen und die Bläserausbildung innerhalb der Ulmer Knabenmusik. 1974 Norbert Nohe wird als erster hautamtlicher Koordinator des SJMW und Leiter der Ulmer Knabenmusik angestellt. Das Jugendmusikwerk wird Mitglied im Verband deutscher Musikschulen. 1977 Erste Kurse „Musikalische Früherziehung“ für Vorschulkinder werden eingerichtet. Musikalische Früherziehung Anfang der 90er-Jahre 1959 Die Stadt Ulm stellt 15.000,- DM zur Beschaffung von Musikinstrumenten zur Verfügung. 1978 Als erster hauptamtlicher Musiklehrer wird Jerzy Nebel für das Fach Violine angestellt. Weitere sieben hauptamtliche Musiklehrerinnen und Musiklehrer folgen bis 1982. Bald danach nehmen bereits rund 1.000 Schüler auf freier Grundlage an der damals so genannten „außerschulischen Musikpflege“ teil. 1961 Gründung der Ulmer Knabenmusik durch Udo Botzenhart. Musikalische Früherziehung 2013 23 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Jubiläumsfeierlichkeiten von 07.11.2014 bis 25.04.2015 „woher – wohin“? „was – wie – warum“? Im Spannungsfeld der Fragewörter „woher – wohin“ „was – wie - warum“ hat sich eine 9köpfige Arbeitsgruppe seit 2013 intensiv mit der Vorbereitung des Musikschuljubiläums beschäftigt. Sehr schnell wurde dabei herausgearbeitet, dass im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten nicht nur das in den vergangenen 50 Jahren Erreichte gebührend wertgeschätzt und gefeiert werden sollte, sondern auch ein ganz starker Fokus auf die Ausrichtung der Musikschule im Hinblick auf die Zukunft gelegt werden sollte. Und es soll das „was – wie - warum“ unseres täglichen Arbeitens mit den Menschen, den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die in die Musikschule kommen um Musik kennen zu lernen, um Musizieren zu lernen, beleuchtet werden. Neues Erscheinungsbild und Logo: Zur Gestaltung eines neuen Logos wurde als erster Schritt eine Kooperation in Form eines Ideenwettbewerbs mit dem Kunstzug der Klasse 9c des Keplergymnasiums unter Leitung ihrer Lehrerin Frau Antje Freitag eingegangen. Eine Kommission (bestehend aus Vertretern der Schülerschaft, Elternschaft, des Kollegiums, der Projektgruppe sowie der Schulleitung) unter Federführung von Frau Bürgermeisterin Iris Mann prämierte dann die besten Entwürfe, die Preisträger/innen wurden in einem kleinen Festakt geehrt. Die darauffolgende Ausschreibung an Design-Büros zur professionellen Weiterentwicklung einschließlich eines neuen, zeitgemäßen gestalterischen Gesamtkonzepts, sowie die Auswahl und Umsetzung der neuen Konzeption sind zur Zeit der Drucklegung dieses Berichts bereits weitgehend abgeschlossen. So wurde das Jubiläum u.a. zum Anlass, ein neues Erscheinungsbild mit neuem Logo zu entwickeln, ein Kompositionsauftrag wurde vergeben und eine Pädagogischen Woche soll sowohl unseren Schüler/innen als auch einem interessierten Publikum Raum und Zeit geben, sich mit anderen, weiteren Aspekten von Musik / Musizieren als im wöchentlichen Instrumental- / Gesangsunterricht vertieft zu beschäftigen. Aber selbstredend soll auch der Rückblick nicht zu kurz kommen: So schenken ehemalige Schüler und Schülerinnen, die mittlerweile etablierte professionelle Musiker und Musikerinnen sind, „ihrer Musikschule“ drei Konzerte; eine Podiumsdiskussion mit „Gründungslehrern“ der Musikschule beleuchtet die bisherige Entwicklung und vielleicht werfen wir ja auch einen Blick zurück in die spannungsvolle Zeit der 60er Jahre? Und auch gefeiert wird: Mit vielen herausragenden Konzerten und Veranstaltungen, und auch eine Party wird nicht fehlen – lassen Sie sich überraschen! Zwei unserer exponierten Projekte seien hier bereits etwas ausführlicher dargestellt: Ideenwettbewerb Neues Logo, Ehrung der Preisträger 2014 Auftragskomposition: Um die Idee Realität werden zu lassen, ein Auftragswerk gerade auch für jüngere Schülerinnen und Schüler zu vergeben, wurde in mehreren Schritten zunächst Nina Ender (Preisträgerin junge Ulmer Künstler Literatur200 ) als Schriftstellerin beauftragt; zu ihrem Text entstand dann die Komposition der in Ulm lebenden Komponistin Fay Neary, und nun arbeiten ca. 150 junge Musikerinnen und Musiker und 30 Darsteller/innen zwischen 6 und 20 Jahren auf die Uraufführung im Festakt am 7. November 2014 hin. Das Auftragswerk „Pläng“ wird nach der Uraufführung noch mehrmals – auch speziell für Schulklassen – im Konzertsaal zu erleben sein. 24 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Der geplante Musikschultag „Von 12 bis 12“ am 25. April 2015 soll Abschluss des Jubiläums und – hoffentlich - zugleich Auftakt für eine inspirierte und inspirierende Zukunft der Musikschule der Stadt Ulm sein. Die Finanzsituation Die Finanzsituation der Musikschule der Stadt Ulm stellt sich aus folgenden Gründen positiv dar: • Der Schulleiter war interimistisch nur zu 80% beschäftigt. • Die Stellvertretende Schulleiterin stammt aus dem eigenen Hause, das heißt ihre Fachbereichsleitungs- und Unterrichtstätigkeit musste nicht auf TVöD-Basis nachbesetzt werden. Interimistische Nichtvollausschöpfung einzelner Deputate wird mit Lehrbeauftragten vertreten. • Die frei verfügbaren Ausgabepositionen werden rigide gesteuert. • Der Untersuchungsauftrag zum Thema Ferienüberhang ist abgearbeitet: Ab dem 01.08.2007 ist das Soll-Deputat der • Festangestellten auf 35 Wochenstunden (= Maximum) heraufgesetzt. Die Rampsperger’sche Stiftung sowie der „Verein der Freunde der Musikschule der Stadt Ulm e. V.“ leisten wichtige und mehr als nennenswerte Finanz- und Sachhilfen für die Musikschule der Stadt Ulm Harfe Solo, zwei 1. Preise und ein 2. Preis Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2014 25 2013 | kultur | BERICHT Musikschule Budgetentwicklung Musikschule der Stadt Ulm PRC 2630-550 2011 2012 2013 2013 2014 Ergebnis Ergebnis Plan Ergebnis Plan T€ T€ T€ T€ T€ ERTRÄGE Zuweisungen / Zuwendungen Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Kostenerstattungen Sonstige ordentl. Erträge 238 1.353 1 18 8 259 1.352 6 18 1 262 1.398 4 15 2 245 1.346 13 19 3 262 1.398 4 15 2 Ordentliche Erträge 1.619 1.636 1.681 1.627 1.681 Aufwendungen Personalaufwendungen Aufw. für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Transferaufwendungen Sonstige ordentliche Aufwendungen -1.355 -1.250 -37 -10 -35 -1.405 -1.173 -45 0 -33 -1.523 -1.221 -41 0 -31 -1.504 -1.190 -48 0 -33 -1.664 -1.186 -41 0 -30 Ordentliche Aufwendungen -2.687 -2.656 -2.817 -2.776 -2.920 Ordentliches Ergebnis -1.069 -1.021 -1.136 -1.149 -1.239 -869 -835 -890 -848 -850 -283 -257 -294 -262 -294 -10 -10 -12 -9 -12 -879 -846 -902 -857 -862 -1.947 -1.866 -2.038 -2.006 -2.101 313 322 2.645 3.483 1.540 736 559 1.264 218 2.555 3.391 1.522 730 550 1.230 210 1. FINANZDATEN Belastung für interne Leistungen davon Verrechnungen in Budgetverantwortung Kalkulatorische Kosten (Zinsen) Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss Budgetübertrag Leistungsziele Schüler Belegungen Jahreswochenstunden Zuschuss/ Schüler (in €) Zuschuss/ Belegung (in €) Zuschuss/ Jahreswochenstd. (in €) Konzerte, Veranstaltungen 337 2.650 3.500 1.550 765 579 1.307 220 2.450 3.305 1.527 819 607 1.314 222 2.600 3.400 1.550 792 606 1.329 220 26 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm 27 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm Geschäftsbericht 2013 Darstellung der Institution Das Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm ist Gedächtnis der Stadt sowie zentrale Anlaufstelle für Fragen und Forschungen zur Ulmer Geschichte. Es zählt zu den bedeutendsten deutschen Stadtarchiven und verwahrt die Überlieferung zur Geschichte Ulms seit seinen Anfängen, darunter 6.000 lfd. Meter Akten, mehr als 10.000 reichsstädtische Urkunden seit dem 12. Jahrhundert, eine geschlossene Serie der Ratsprotokolle seit dem Jahr 1501, eine weltweit einmalige Sammlung gotischer Münsterrisse sowie ca. 150.000 Fotografien und ca. 450.000 Negative. Die historischen Bestände und die Dauerausstellung sind im Schwörhaus (mit Magazin im Weinhof 15) untergebracht, die neueren Aktenbestände in der Außenstelle Pionierkaserne. Die gesetzlichen Aufgaben des Stadtarchivs umfassen die Bewertung und Übernahme von Unterlagen zur Ulmer Geschichte mit bleibendem Wert (einschließlich elektronischer Unterlagen), deren dauerhafte und sichere Verwahrung, konservatorische Behandlung, Erschließung, Zugänglichmachung und Bereitstellung, die Erteilung von Auskünften, die Erforschung der Stadtgeschichte sowie die Beratung von städtischen Stellen bei der Verwaltung ihrer Unterlagen. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem auch die schriftliche und bildliche Dokumentation der Stadtentwicklung und des Stadtbildes, die Förderung von Forschungen zur Ulmer Stadtgeschichte sowie die historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. und Projekte zur historischen Öffentlichkeitsarbeit und Ulmer Stadtgeschichte. Gesetzlicher Pflichtauftrag Das Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm ist die einzige Kultureinrichtung der Stadt Ulm, die auf einem gesetzlichen Pflichtauftrag beruht. In § 7 (Kommunales Archivgut) Absatz 1 des Gesetzes über die Pflege und Nutzung von Archivgut in Baden-Württemberg (Landesarchivgesetz BadenWürttemberg) heißt es dazu: „Die Gemeinden und Landkreise verwahren, erhalten und erschließen Unterlagen von bleibendem Wert im Sinne von § 2 Abs. 3 mit den entsprechenden Amtsdrucksachen als Archivgut in eigenen Archiven; sie sollen das Archivgut nutzbar machen.“ Dies bedeutet, dass Gemeinden und Landkreise verpflichtet sind, Archive einzurichten und durch geeignete fachliche Betreuung sicherzustellen, dass Unterlagen von bleibendem Wert gemäß Landesarchivgesetz als Archivgut erhalten, erschlossen und nutzbar gemacht werden. Rechtliche Grundlagen • • • Gesetz über die Pflege und Nutzung von Archivgut in Baden-Württemberg (Landesarchivgesetz Baden-Württemberg) vom 27.07.1987 (GBl. S. 230) i.d.F.v. 01.07.2004 (GBl. S. 503), § 7 Gemeindeordnung für Baden-Württemberg i.d.F.v. 24.07.2000 (GBl. S. 581), § 4 Satzung für das Stadtarchiv Ulm vom 05.07.1995 i.d.F.v. 21.06. 2013 Das Haus der Stadtgeschichte präsentiert im Gewölbesaal des Schwörhauses eine Dauerausstellung zur Ulmer Stadtgeschichte und thematisch orientierte historische Wechselausstellungen, veröffentlicht Publikationen zur Geschichte von Stadt und Region, stellt archivpädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler bereit und organisiert Veranstaltungen 28 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Organigramm Sachstandsbericht Gedenken Erster Weltkrieg Anlässlich des 100. Gedenktags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde bereits im Oktober 2013 vom Haus der Stadtgeschichte ein neuer Band der „Kleinen Reihe“ unter dem Titel „Ulm 1914: Politische Strömungen und Stimmungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs“ herausgegeben, den der ehemalige Archivpädagoge des Stadtarchivs Günther Sanwald verfasst hat. In dem Buch werden der Alltag in der Stadt um 1914 und die Reaktionen der Ulmerinnen und Ulmer auf das Herannahen des Krieges gezeigt. Außerdem hat das Haus der Stadtgeschichte gemeinsam mit den Stadtarchiven Karlsruhe und Mannheim an dem im Dezember 2013 von der Landeszentrale für politische Bildung in der Reihe „Politik & Unterricht“ herausgegebenen Heft „Der Erste Weltkrieg: Alltag und Propaganda“ mitgearbeitet, das die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das Leben in der „Heimat“ am Beispiel BadenWürttembergs verdeutlicht. Dieses Heft und die Ulmer Quellenmaterialien zum Thema „Erster Weltkrieg“ wurden bei einer Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer in Ulm und NeuUlm am 18. Dezember 2013 im Haus der Stadtgeschichte vorgestellt. Ein weiteres Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine Wanderausstellung, die am 11. März 2014 in der vh Ulm eröffnet wurde. Eine Arbeitsgruppe der mit Gedenkveranstaltungen befassten Einrichtungen in Ulm und Neu-Ulm hat die verschiedenen Aktivitäten zum Weltkriegsgedenken koordiniert und eine Zusammenstellung erarbeitet http://www.ulm.de/sixcms/media.php/29/Programm _Veranstaltungen_1914.pdf. 29 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Migration nach Ulm seit 1945 Ulm ist als wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Unternehmensstandort von jeher ein Zielort von Migrationen. Die Zuwandernden haben das Gesicht der Stadt und das Leben in Ulm grundlegend geprägt. Ulm ist heute eine internationale Stadt, dies bietet Anlass für eine grundsätzliche Positionsbestimmung. Unter Federführung der Abteilung Kultur und unter Beteiligung des Hauses der Stadtgeschichte, der Koordinierungsstelle Internationale Stadt und dem Donauschwäbischen Zentralmuseum wird derzeit eine Darstellung der Migration nach Ulm seit 1945 bis zur Gegenwart erarbeitet. Stiftungen zu Halle die Wanderausstellung „Reformation und Hallescher Pietismus. August Hermann Francke in der Nachfolge der Reformation und seine Wirkungen bis heute“ zum 350. Geburtstag von August Hermann Francke im Haus der Stadtgeschichte gezeigt werden. Tagung „Humanismus im deutschen Südwesten“ Am 25./26. Oktober fand im Haus der Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben die Jahrestagung der Willibald-Pirckheimer-Gesellschaft zur Erforschung von Renaissance und Humanismus unter dem Titel „Humanismus im deutschen Südwesten“ statt, in der vom Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft, Prof. Dr. Franz Fuchs, in seinem Grußwort, betont wurde, wie wichtig Ulm im 15. und 16. Jahrhundert für das Geistesleben war. Die Tagung wurde sehr gut besucht. Ausstellungen, Vorträge und Publikationen Folgende Wechselausstellungen gab es 2013 im Haus der Stadtgeschichte: • In Zusammenarbeit mit dem DGB Ulm/AlbDonau wurde anlässlich des 80. Jahrestags der Besetzung des Gewerkschaftshäuser durch die Nationalsozialisten am 29. April 2013 die Ausstellung „… gerade dich Arbeiter, wollen wir“ eröffnet, die bis zum 25. Mai 2013 im Haus der Stadtgeschichte zu sehen war. • Die vom Bundesministerium des Innern unterstützte Ausstellung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland „Volk auf dem Weg“ wurde im Haus der Stadtgeschichte vom 17. Juni bis 6. Juli präsentiert und beleuchtete die wechselvolle Geschichte der Russlanddeutschen von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. • Vom 30. Oktober bis 27. November konnte in Zusammenarbeit mit den Franckeschen Ausstellungseröffnung "gerade Dich, Arbeiter, wollen wir"im Haus der Gewerkschaften und im Haus der Stadtgeschichte Mehrere Publikationen wurden 2013 erneut vom Haus der Stadtgeschichte betreut: • Neben dem bereits erwähnten Band 11 der Kleinen Reihe „Ulm 1914“ wurde am 2. Dezember das Buch „Städtischer Republikanismus, Gemeinwohl und Bürgertugend. Politik und Verfassungsdenken des Ulmer Bürgertums in Umbruchzeiten (1786-1825)“ von Dr. Simon Palaoro als Band 33 der „Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die preisgekrönte Dissertation setzt sich mit der politischen Kultur in Ulm nach dem Ende der Reichsstadtzeit auseinander und bietet Einblicke in die Ulmer historische Identität. • Am 11. Dezember wurde der Band 58 (Jahrgang 2013) von „Ulm und Oberschwaben“ im Ravensburger Rathaus öffentlich vorgestellt. Er enthält auf 535 Seiten insgesamt 14 gehaltvolle Beiträge zu Geschichte und Kultur von Ulm und Oberschwaben, die einen Bogen vom Mittelalter bis zur Nachkriegsgeschichte schlagen. Besucherfrequenz und Öffnungszeiten Aufgrund der Entscheidung des Gemeinderats vom 4. Dezember 2012 wurden Mittel für eine Sonntagsöffnung der Dauerausstellung bereitgestellt, so dass diese seit dem 7. Juli 2013 erneut an Sonnta30 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm gen geöffnet werden kann. Seither steigen die Besucherzahlen deutlich, im Jahresmittel waren 2013 gegenüber dem Vorjahr 14 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher der Dauerausstellung zu verzeichnen. Besonders markant war der Anstieg nach der Sonntagsöffnung in der zweiten Jahreshälfte 2013, in der über ein Drittel mehr Besucherinnen und Besucher kamen als in der ersten Jahreshälfte. Kritisch für den Ausstellungsbetrieb bleibt der Umstand, dass es kein Budget für Wechselausstellungen gibt. Dennoch ist aufgrund der Projekte 2014/15 und der vielen Kooperationen zu erwarten, dass der positive Trend anhalten wird. Hauses der Stadtgeschichte ist es zu verdanken, dass das archivpädagogische Programm des Hauses der Stadtgeschichte auch 2013 fortgesetzt werden konnte. Erneut wurden Workshops, thematische Führungen und Kurse für Schulklassen angeboten. Besuch einer Delegation aus Shenyang (China) Schülergruppe zu Besuch im Schwörhaus Chinesische Delegation im Stadtarchiv Ein Besuch besonderer Art war am 16. November die Visite einer Delegation der Archivverwaltung von Shenyang im Nordosten der Volksrepublik China. Den Kontakt zu den chinesischen Gästen stellte die SINO–EU Association of Economic Trade & Culture Exchange in Nanjing her, deren Ziel die Förderung von Kontakten mit chinesischen Partnern vor allem im Bereich von Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft ist. Den chinesischen Archivaren wurden Techniken und Verfahren zur Bestandserhaltung und Restaurierung von Archivgut vorgestellt. Sie wurden über die deutsche Archivgesetzgebung und das Archivmanagement informiert und konnten das Stadtarchiv Ulm, hier vor allem auch das Grafikmagazin, die Dauerausstellung und den Lesesaal in Augenschein nehmen. Archivpädagogische Arbeit Dem Engagement von Lehrerinnen und Lehrern sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Darüber hinaus fand am 11. April eine Sitzung der Fachschaft Geschichte des Hans und Sophie SchollGymnasiums, am 12. Juli ein Kompakttag mit Referendaren des Seminars Weingarten und am 18. Dezember die bereits erwähnte Fortbildungsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer im Haus der Stadtgeschichte zum Thema Erster Weltkrieg statt. Der aus Lehrerinnen und Lehrern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses der Stadtgeschichte bestehende Arbeitskreis „Schule und Archiv“ war 2013 mit der Erstellung einer kommentierten Quellensammlung zum Thema „Kirche und religiöses Leben“ beschäftigt, deren Fertigstellung und Veröffentlichung auf www.ulmergeschichteimnetz.ulm.de im Sommer 2014 vorgesehen ist. Aktenübernahme und Magazinsituation 2013 haben die Übernahmen von Archivgut gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich zugenommen und fielen mit 101 laufenden Metern auch im langjährigen Mittel überdurchschnittlich hoch aus. Dazu trugen auch die Aktenaussonderung und Bewertungen bei der Hauptaktei bei, die 2013 begonnen wurden, sowie erneut wieder Personenstandsunterlagen, die aufgrund des Personenstandsrechtsreformgesetzes vom 19.02.2007 zu archivieren sind, und die Bauakten der Stadt Ulm. Zur Erfüllung seiner Aufgaben wäre es notwendig, dass das Stadtarchiv bald langfristige Planungssicherheit über den verfügbaren Magazinraum erhält. Die Magazinräume müssen die Anforderungen an eine sachgerechte Lagerung von 31 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Archiv- und Bibliotheksgut gemäß DIN ISO 11799 erfüllen, in einem statisch sowie brandtechnisch sicheren Gebäude, vor Wasserschäden geschützt und in unmittelbarerer Nähe zu einem Lesesaal gelegen sein, um eine Benutzbarkeit der Archivalien trotz begrenzter Personalressourcen nach wie vor zu gewährleisten. Führung einer Gruppe aus Gögglingen, Donaustetten und Unterweiler durch das Schwörhaus Archivalienerwerb Auch 2013 konnten wieder zahlreiche Archivalien durch Kauf, Schenkung oder Hinterlegung unter Eigentumsvorbehalt (Depositum) erworben werden. Hier nur die beiden wichtigsten Erwerbungen: Mit Hilfe großzügiger Zuwendungen der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg und der PRO ULMA Stiftung Ulm ist es gelungen, ein wertvolles reichsstädtisches Unikat aus dem 18. Jahrhundert zu erwerben. Es handelt sich dabei um das Stammbuch des Johannes Michael Frick aus Ulm, der ein weites aufklärerisches Netzwerk mit Verbindungen bis nach Erlangen, Dessau, Leipzig und Berlin unterhielt. Das geistesgeschichtlich sowie aufgrund seiner Illustrationen bedeutende Stammbuch war von einem Wiener Antiquariat angeboten worden. Durch den Erwerb war es möglich, das Stammbuch für Ulm zu sichern und am 20. März 2014 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Als dauerhaftes Depositum erhielt das Haus der Stadtgeschichte das Archiv der „Vereinigung der Gärtnereibesitzer Ulm/Neu-Ulm“, das auch Zunftbücher der reichsstädtischen Bauleutezunft aus dem 16./17. Jahrhundert enthält, in der die Gärtner organisiert waren. Bestandserhaltung und Patenschaften Die Erhaltung der Ulmer Archivbestände ist ein zentrales Anliegen des Hauses der Stadtgeschichte. Ein großer Teil der Arbeit des Archivs gilt daher der Verbesserung der Lagerungsbedingungen und des Zustands der Archivalien, damit diese auch künftigen Generationen erhalten bleiben. 2013 konnte das Programm zur Bestandserhaltung gefährdeter Archivalien erneut fortgeführt und besonders jene Stücke aus der Prioritätenliste von 2011 restauriert werden, die unter die Kategorie „dringend“ fallen. Es konnten erneut Schäden im großen Umfang behoben und der Erhaltungszustand der Archivalien nachhaltig verbessert werden. Diesmal wurden vor allem reichsstädtische Amtsbücher und Reformationsakten restauriert, säurehaltige Akten entsäuert, aber auch seltene Tondokumente und Fotoaufnahmen konservatorisch bearbeitet. Unterstützend dazu wurde die Aktion „Paten fürs Archiv“ unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters fortgeführt, in der Bürgerinnen und Bürgern gebeten werden, die Restaurierungskosten besonders wichtiger oder erheblich geschädigter Archivalien zu übernehmen. Mit einem Aktionstag, bei dem ein Restaurator seine praktische Arbeit vorstellte, wurde am 27. Februar der Patenschaftsaktion ein erneuter Schub gegeben, so dass 2013 mit insgesamt 14.800 Euro an Spenden ein herausragend gutes Ergebnis erzielt werden konnte. System für die Archivierung digitaler Datenbestände Vergleichbar der Vorgehensweise bei analogem Archivgut (auf Papier oder auf Film) müssen auch dauerhaft aufzubewahrende Unterlagen in digitaler Form gemäß Landesarchivgesetz in geeigneter Weise archiviert und für Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern bereitgestellt werden. Die bislang von der Datenzentrale Baden-Württemberg verwalteten Fachverfahren der Kommunen wurden von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaften der Kommunalarchive im Städtetag und der Kreisarchive im Landkreistag BadenWürttemberg bewertet sowie einheitliche Anforderungen für Archivschnittstellen erarbeitet. Derzeit steht vor allem die Archivierung des Verfahrens dvv.Gewerberegister an, dessen bleibender Wert von der AG Kommunalarchive beim Städtetag Baden-Württemberg bereits festgestellt wurde. Für das 32 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Haus der Stadtgeschichte bedeutet die Bewertung und Verwaltung digitaler Unterlagen künftig eine weitere zusätzliche Aufgabe, ebenso wie bereits jetzt schon die Mitarbeit in der gemeinsamen Arbeitsgruppe. In technischer Hinsicht ist für die Archivierung der Fachverfahren das vom Landesarchiv BadenWürttemberg entwickelte und erprobte System DIMAG (Digitales Magazin) vorgesehen, das auf einer Installation in den regionalen Rechenzentren basiert. Im Falle der Stadt Ulm ist das Rechenzentrum der Kommunalen Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) der Dienstleister für die Archivierung der Fachverfahren, mit dem sich das Haus der Stadtgeschichte gemeinsam mit ZS/T bereits in Verbindung gesetzt hat. Archivreife und archivwürdige Informationen sollen aus den elektronischen Fachverfahren in langzeitarchivierungsfähige Formate exportiert und mittels des DIMAG durch das Rechenzentrum der KIRU verwaltet werden; Eigentümerin“ der Daten bleibt die Stadt Ulm. Es wird zu prüfen sein, inwieweit das DIMAG auch geeignet ist, digitale Akten aus den derzeit in der Stadtverwaltung eingesetzten Systemen „dvvDokumentenmanagement (DMS)“ und „EPersonalakte“ zu archivieren. Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung Die enge Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geschichtswissenschaft und dem Institut für Kirchengeschichte der Universität Tübingen sowie dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm wurde fortgesetzt. Besonders eng ist die Kooperation derzeit mit dem Lehrstuhl für Kirchengeschichte I „Spätmittelalter und Reformation“, mit dem gemeinsame Projekte zum Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet werden. Das Haus der Stadtgeschichte war 2013 erneut Kooperationspartner in mehreren Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Gemeinsam mit dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm wurde ein von der DFG finanziertes Projekt unter dem Titel „Das reichsstädtisch-territoriale Netzwerk des Arztes Johann Franc (1649-1725) und der medizinische Markt in Ulm um 1700 im Spiegel zeitgenössischer Patientenjournale“ begonnen. Frau Dr. Aline Kottmann hat das DFG-Projekt „Stadtwerdung“ wieder aufgenommen, das in Zusammenarbeit von Haus der Stadtgeschichte und Landesamt für Denkmalpflege betreut wird. Ausstellungseröffnung: "Volk auf dem Weg - Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" im Gewölbe des Schwörhauses Ausblicke „Erinnern in Ulm – Nationalsozialismus, Krieg und demokratischer Neubeginn“ Derzeit laufen in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) und der vh Ulm die Vorbereitungen für die Ausstellungen und Veranstaltungen zu Nationalsozialismus, Zweitem Weltkrieg und demokratischem Neubeginn. Unter dem Titel „Erinnern in Ulm“ soll das Gedenken, das aufgrund der zunehmenden zeitlichen Distanz zum Nationalsozialismus und des Verstummens der Zeitzeugen im Wandel begriffen ist, auf eine neue Grundlage gestellt und auch jüngeren Generationen und Migranten nahe gebracht werden. Es geht darum, die zentrale Bedeutung des demokratischen Neuanfangs nach 1945 erkennbar zu machen, um dazu beizutragen, den Konsens über die Fundamente unserer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft und über unsere Grundwerte zu festigen und zu verbreitern. Den Anfang machen zwei Ausstellungseröffnungen am 16. November 2014 (in der Gedenkstätte Oberer Kuhberg) und am 16. Dezember 2014 (im Haus der Stadtgeschichte), an die sich viele Veranstaltungen und Workshops anschließen werden. Ulmer Reformationsgeschichte 2017 Die Reformation bildete nicht nur kirchengeschichtlich, sondern allgemein eine tiefgreifende historische Zäsur. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen und 33 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Planungen für das 500jährige Jubiläum des Thesenanschlags Luthers im Jahr 2017, bei dem Ulm als Vorort und als Motor für die frühe evangelische Bewegung mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen im schwäbischen Raum eine ganz besondere Rolle spielte. Als Vorbild für den Konfessionswechsel, durch seine Positionen auf Reichs- und Städtetagen und bei der Neuordnung des Kirchenwesens hatte die Reichsstadt Ulm beträchtlichen Einfluss. Im Stadtarchiv Ulm befinden sich umfangreiche Archivbestände zur Reformationsgeschichte, die zur bedeutendsten kommunalen Überlieferung in diesem Bereich auf dem Gebiet des heutigen BadenWürttemberg gerechnet werden dürfen. Da Ulm der Motor für die frühe evangelische Bewegung im Schwäbischen war, ist eine Aufarbeitung dieser Quellenbestände mit Blick auf die bevorstehenden Reformationsjubiläen von großer Bedeutung. Bereits 2012 wurde mit der vertieften Erschließung und restauratorischen Bearbeitung der Reformationsakten im Rahmen eines Projektes begonnen, das aus dem Bestandserhaltungsbudget und mit Zu- schüssen der Stiftung Kulturgut des Landes BadenWürttemberg finanziert wurde. Bis zum April 2013 konnte so ein Teil der Reformationsüberlieferung aufgearbeitet werden; eine Fortsetzung des Projektes wird ab 2015 beantragt werden. Wir hoffen, dass es möglich sein wird, die Mittel zu erhalten, um notwendige Erschließungsmaßnahmen und Forschungsarbeiten zügig voranzutreiben, die die Voraussetzung für die Ausrichtung des Reformationsjubiläums in Ulm bilden. Kennzahlen 2013 Beschäftigte: Vollzeitstellen: Teilzeitstellen: 9 7 Standorte: Schwörhaus (Weinhof 12 und 15) – Hauptdienststelle Pionierkaserne (Basteistraße 46) – Außenstelle und Magazin für moderne Akten Jahresübersicht 2013 Erfassung von Unterlagen / Fotoaufnahmen 2008 2009 2009 2010 2011 2012 2013 Übernommene Unterlagen (lfd. Meter) Fotoaufnahmen (Bilddokumentation) 60 116 126,6 193,7* 58 101,5 25.451 23.939 24.169 24.247 28.320 25.556 * Übernahme Standesamtsregister, Grundstücksverkehrsakten, Ortsarchiv Eggingen Archivbenutzer/innen 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Zahl der Benutzer/innen Benutzungstage Öffnungszeiten Lesesaal Schwörhaus / Woche (in Std.) Öffnungszeiten Lesesaal Pionierkaserne / Woche (in Std.) Zahl der vorgelegten Archivalien Kopien und Rückvergrößerungen von Archivalien Anzahl Benutzerberatungen pro Jahr mündlich Anzahl Benutzerberatungen pro Jahr schriftlich 923 1.717 41 808 1.492 41 968 1.938 41 1.034 2.035 41 957 1.755 41 920 1.749 41 15 15 15 15 15 15 30.589 31.713 32.816 33.615 33.186 32.801 57.382 73.057 86.599 98.479 64.973 64.722 9.360 8.942 9.054 9.437 9.953 10.862 3.225 3.896 3.152 3.350 2.826 3.025 34 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Publikationen und AusstelAusstellungsbesucher/innen Herausgabe selbständiger Publikationen / DVDs (mit Zeitschrift Ulm und Oberschwaben) Zahl der Ausstellungsbesucher der Dauerausstellung im Schwörhaus Zahl der Dauerausstellungen Zahl der Wechselausstellungen Öffnungszeiten der Dauerausstellung im Schwörhaus / Woche (in Std.) Vortragsveranstaltungen, Buchpräsentationen, Fortbildungsveranstaltungen, Workshops und Vernissagen 2008 2009 2009 2010 2011 2012 2013 4 6 4 4 3 3 10.362 10.326 9.168 9.965 8.174 9.332 2 5/3* 2 4/1* 2 2/1* 2 4/1* 2 2/1* 2 3/3* 36 36 36 36 30** 36*** 22 20 31 38 37 36 *Wechselausstellungen/Beteiligungen an weiteren Ausstellungen an anderen Standorten **Konsolidierungsmaßnahme: Stellenstreichung Aufsichtsstelle ***Erneute Öffnung an Sonntagen ab 6.7.2013 Archivbenutzer/innen Archivbenutzer/innen und Ausstellungsbesu ucher/innen Ausstellungsbes zusammen 2008 2009 2009 2010 2011 2012 2013 Archivbenutzer/innen und Ausstellungsbesucher/innen zusammen 11.285 11.134 10.136 10.999 9.131 10.252 35 2013 | kultur | BERICHT Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm Budgetentwicklung Archiv PRC 2521-530 1. FINANZDATEN ERTRÄGE Zuweisungen / Zuwendungen Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Sonstige ordentl. Erträge Ordentliche Erträge 2011 2012 2013 2013 2014 Ergebnis T€ Ergebnis T€ Plan T€ Ergebnis T€ Plan T€ 23 32 71 0 24 27 7 0 0 31 11 0 31 31 3 0 0 31 11 0 127 58 42 65 42 126.625,23 57.705,84 41.900,00 64.915,74 41.900,00 -849 -106 -42 -48 -815 -105 -42 -40 -787 -92 -39 -39 -836 -123 -41 -39 -830 -168 -39 -40 -1.046 -1.002 -957 -1.039 -1.077 Ordentliches Ergebnis -919 -944 -915 -974 -1.035 Belastung für interne Leistungen -738 -485 -515 -534 -537 davon Verrechnungen in Budgetverantwortung -199 -180 -215 -211 -216 Kalkulatorische Kosten (Zinsen) -380 -362 -332 -332 -310 Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis -1.119 -847 -847 -866 -847 Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss -2.038 -1.791 -1.762 -1.841 -1.882 41 1.034 9.965 41 957 8.174 41 1.000 10.000 41 920 9.332 41 1.000 10.000 SAP Teilerg.HH Aufwendungen Personalaufwendungen Aufw. für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Sonstige ordentliche Aufwendungen Ordentliche Aufwendungen Leistungsziele Öffnungszeiten Lesesaal / Woche (in Std.) Zahl der Archivbenutzer Zahl der Ausstellungsbesucher 36 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm 37 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Stadtbibliothek Ulm Geschäftsbericht 2013 Die Stadtbibliothek hat die folgenden Funktionen: - Professionelle und systematische Befriedigung der Informationsbedürfnisse der gesamten Bevölkerung - Orientierung in der Medienwelt durch die Verknüpfung von elektronischen mit den gedruckten Medien - Zugang zu allen Medien und Medientechnologien um zu gewährleisten, "sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten" (GG, Art. 5) - Sprach- und Leseförderung - Gestaltung von Freizeit und Erholung - Förderung des individuellen Lernens und des Lernens in Gruppen - Kultur- und Bildungsarbeit - Unterstützung der Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund Aufgabenbeschreibung Die Stadtbibliothek Ulm ist mit ihrer fast 500jährigen Geschichte eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken in Deutschland und heute die kulturelle städtische Institution mit der größten Breitenwirkung. Die Stadtbibliothek besteht aus der Zentralbibliothek (inklusive Kinderbibliothek), der Fahrbibliothek sowie den vier Stadtteilbibliotheken Böfingen, Eselsberg, Weststadt und Wiblingen. Als öffentliche Bibliothek ist es ihre Aufgabe, der gesamten Ulmer Bürgerschaft sowie der Bevölkerung des oberzentralen Einzugsbereichs allgemeine Informationen zugänglich zu machen und die Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Sprach- und Leseförderung sowie die Unterhaltung und Freizeitgestaltung zu unterstützen. Die Stadtbibliothek dient damit der Förderung von Bildung und Erziehung und unterstützt Wissenschaft und Forschung. Die Stadtbibliothek ist sowohl Informations- und Kommunikationszentrum als auch Lern- und Spielort, Begegnungsstätte und Marktplatz. Sie erkundet die jeweiligen Informationsbedürfnisse ihrer Benutzer und geht mit entsprechenden Dienstleistungen auf die Bevölkerung bzw. einzelne Zielgruppen zu. Sie ist konsequent bedarfs- bzw. benutzerorientiert. Während die Zentralbibliothek mit ihren speziellen Medienangeboten den gehobenen (weiterführenden) Bedarf berücksichtigt, decken die Stadtteilbibliotheken und die Fahrbibliothek den Grundbedarf ab. In dieser Funktion sind sie, wie auch die Zentrale, wichtiger Bestandteil der sozialraumorientierten Stadtpolitik. Organigramm Buchbinderei Koordination Katalogisierung Zentrale Erwachsene Zentrale Kinder EDV Eselsberg Direktion Wiblingen Böfingen Sekretariat Weststadt Haushalt Fahrbibliothek gemeinsame Leitung Servicezentrum (Verbuchung) 38 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Budgetergebnis Dabei sind die Personalkosten hervorzuheben. Die Personalverstärkungen Kinderbibliothek, Magazin und Zweigstellen sind zwar im Stellenplan vorhanden, die entsprechenden Mittel hat die Bibliothek aber nicht erhalten (s. GD 230/08). Sie finanziert diese Stellen vielmehr aus dem bestehenden Budget - ebenso wie die eine Stelle, die aufgrund des Leistungsvergleichs mit den Großstadtbibliotheken Baden-Württembergs der Stadtbibliothek Ulm zugesprochen wurde (s. GD 366/05). Durch die Finanzierung dieser 2,3 Personalstellen aus dem eigenen Budget sind die ehemaligen Überschüsse der Stadtbibliothek aufgebraucht und die Spielräume für andere Belange - außerhalb positiver Sonderfaktoren - deutlich reduziert. Die Stadtbibliothek ist eine pilotbudgetierte Einrichtung. Bei einem bereinigten Grundbudget von 2.749.478 € (Plan) betrug der tatsächliche Zuschussbedarf im Geschäftsjahr 2.746.031,89 € (Ist). Damit wurde im Ergebnis ein ausgeglichener Haushaltsabschluss erzielt. Einnahmen entsprechend der Budgetabrechnung: IST (Ergebnis) PLAN 446.000 € 408.000 € Benutzungsgebühren Wesentlich für die Einnahmen sind die Benutzungsgebühren. Diese setzen sich zusammen aus den Ausleihgebühren sowie den Mahn-, Säumnis- und sonstigen Gebühren. Die Entwicklung dieser Gebühren geht aus der folgenden Tabelle hervor: 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 (Neubau) 2002 (Basisjahr) Nach Anrechnung des Defizits aus dem Jahre 2012 in Höhe von 13.000 € ist weiterhin ein Budgetdefizit von 10.000 € festzustellen. Dieses wird in das Haushaltsjahr 2014 übertragen. Ausleihgebühren Mahn-, Säumnis- und sonst. Gebühren 200.067 € 200.035 € 203.767 € 178.115 € 152.919 € 150.685 € 154.537 € 143.490 € 125.488 € 104.730 € 136.452 € 146.154 € 152.292 € 142.468 € 136.531 € 138.924 € 143.882 € 126.310 € 127.816 € 84.707 € Benutzungsgebühren insgesamt 336.519 € 346.189 € 356.059 € 320.583 € 289.450 € 289.608 € 298.419 € 269.800 € 253.304 € 189.437 € 68.676 € 65.412 € 134.088 € Aufgrund der Gebührenerhöhung ab Juli 2010 (Haushaltskonsolidierung) sind die Einnahmen aus Benutzungsgebühren zunächst stark gestiegen. Al- 39 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm lerdings sind dadurch auch aktive Benutzer weggeblieben und die Gebühren wiederum rückläufig. Sonstige Einnahmen Die sonstigen Einnahmen (Verkauf, Kopierer, Miete, Ersatz von Personalausgaben, Vermischtes, Zuweisungen) liegen bei rund 110.000 €. Die Mieteinnahme für das Sommertheater des Theaters in der Westentasche (10.000,00 €), die in der Budgetberechnung neutralisiert wird, ist von den sonstigen Einnahmen noch abzuziehen. Medienetat Die Mittel für den Medienkauf teilen sich im Ergebnishaushalt auf die folgenden Kostenarten auf: PLAN Anschaffung 326.500 € Medien Zeitschriften IST 349.879 € 45.000 € 46.132 € 371.500 € 396.011 € (inkl. ausleihfertige Bearbeitung + Buchbinder) (inkl. Amtsbücherei) Die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB) hat ein Berechnungsverfahren (in: Bibliotheken '93) entwickelt, womit eine jährliche Empfehlung, quasi ein Sollwert, für den Erwerbungsetat errechnet werden kann: (5 % vom aktiven Ausleihbestand zuzüglich Umsatz in Prozent) x Durchschnittspreis Bei einer Anwendung dieser Formel auf die Stadtbibliothek Ulm fällt auf, dass in den Jahren 2002 2005 der tatsächliche Ulmer Medienetat die Empfehlungen überstieg. Dies ist auf die Sondermittel für den Neubau der Zentralbibliothek zurückzuführen (insgesamt 300.000 € für die Jahre 2002-2004). In den Folgejahren hat der Erwerbungsetat - mit Ausnahme der Onleihe-Einführung 2011 - einschließlich des aktuellen Berichtsjahres signifikant unter den fachlichen Empfehlungen gelegen. - Empfehlungen Medienetat (BDB) - Ausgaben Ulm Medienetat 471.697 € 396.011 € Abschließend sei darauf hingewiesen, dass unter den stark gestiegenen Benutzungszahlen ein Erwerbungsetat, wie er im Ansatz (Plan) zum Ausdruck kommt, nicht ausreichend ist. Zu schnell entsteht ein undifferenzierter, veralteter und damit nicht mehr attraktiver Bestand, was im Sinne einer Abwärtsspirale mit zunehmender Zeit immer schwieriger zu korrigieren sein wird. Diese Entwicklung ist ansatzweise schon zu beobachten (s. Nutzungsdaten). Sollte der Erwerbungsetat sinken, werden sich die Ausleih- und Benutzerzahlen sowie die Einnahmen in der Folge ebenfalls weiter nach unten bewegen. Budget 2014 (Plan) Die Budgetvereinbarung wurde um ein Jahr verlängert und gilt nun bis einschließlich 2014. Ordentliche Erträge Ordentliche Aufwendungen Ordentliches Ergebnis Kalkulatorisches Ergebnis Nettoressourcenbedarf 408 T € 2.787 T € 2.379 T € 2.162 T € 4.541 T € Nicht enthalten ist das Budgetdefizit aus dem Jahre 2013 in Höhe von 10.000 €. Dieses wird in das laufende Jahr übertragen. Zielvorgaben Nachfolgend wird hinsichtlich ausgewählter Leistungsziele der Stand PLAN und IST dargestellt und anschließend näher ausgeführt. 40 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Prod. Nr Produktbezeichnung 2014 Ansatz 2013 Ansatz 2013 Ergebnis 27.20 Bibliotheken Ausleihen gesamt - davon Ausleihen Freihand - davon Ausleihen onleiheulm.de Ausleihen je Einwohner 1.200.000 1.190.000 70.000 10,2 1.200.000 1.190.000 45.000 9,7 1.113.621 1.106.349 59.542 9,4 580.000 370.000 65.000 570.000 360.000 60.000 608.937 375.531 59.062 10.854 3,2 500 5.300 3,3 500 5.331 2,9 456 5.304 Besuche gesamt Besuche je Einwohner Veranstaltungen/Führungen Online-Zugriffe (Seitenzugriffe) Online-Zugriffe je Einwohner 610.000 5,2 500 470.000 4,0 610.000 5,0 500 430.000 3,5 580.185 4,9 596 468.817 3,9 Bei den nutzungsbezogenen Indikatoren sind zwei Aspekte hervorzuheben: 1. Gemessen an der Ulmer Einwohnerzahl gehört die Stadtbibliothek im Vergleich zu anderen Großstadtbibliotheken zur badenwürttembergischen Spitzengruppe. Die hohe Nutzung und Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern ist beeindruckend. 2. Medienbestand gesamt - davon Freihand - davon Non-book Medien - davon Onleihe Umschlag (Freihandausleihe / Bestand (jährlich)) Zeitungen/ Zeitschriften (lfd.) Öffnungsstunden Seit der deutlichen Steigerung nach Eröffnung der neuen Zentralbibliothek im Jahr 2004 macht sich ein schleichender Nutzungsrückgang bemerkbar. Dafür sind sowohl gesellschaftliche Ursachen als auch direkt bibliotheksbezogene Gründe anzuführen (z. B. Entgelterhöhung 2010; Medienetat unterhalb der fachlichen Empfehlungen; Reduzierung der Böfinger Öffnungszeiten um 50% seit 2012). Ausleihen Bemerkung 2004: 10-wöchige Schließung wegen Umzug Zentrale 2006: 3-wöchige Schließung wegen Streik 2009: 7-monatige Schließung der Zweigstelle Wiblingen wegen Umbau 2012: Reduzierung der Öffnungszeiten Böfingen um 50% 2-wöchiger Ausfall der Fahrbibliothek 2013: 3-wöchige Schließung der Zweigstelle Böfingen wegen Umbau 41 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Gegenüber dem Vorjahr (1.117.741) sank die Gesamtausleihe auf 1.113.621 und damit um 1 %. Wenn man die Ausleihen pro Öffnungsstunde betrachtet, hat im Vergleich zum Jahr 2011 eine Verdichtung der Arbeit stattgefunden. 2011 => 194 Ausleihen pro Stunde 2012 => 210 Ausleihen pro Stunde 2013 => 210 Ausleihen pro Stunde In der Gesamtausleihe ist die Onleihe mit 59.542 Ausleihen beteiligt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Onleihe einen Teil der physischen Ausleihen auf sich gezogen hat. Andererseits ist aber auch festzuhalten, dass nach unserem Eindruck durch die Onleihe viele neue Nutzer gewonnen werden konnten. Diese Zahl ist jedoch leider nicht quantifizierbar. Wie ist nun die Ausleihentwicklung in den einzelnen Bibliotheken im Vergleich zum Vorjahr? Zentrale (Erwachsene) Zentrale (Kinder) Böfingen Eselsberg Weststadt Wiblingen Bus - 4,5 % - 2,7 % + 6,0 % - 7,9 % - 1,4 % - 1,2 % + 4,4 % Onleihe Ende September 2011 wurde die onleiheulm.de gestartet. Seitdem können die Inhaber eines gültigen Bibliotheksweises eBooks, eAudios (Hörbücher), eVideos, ePapers und eMusic orts- und zeitunabhängig auf ihren heimischen PC (oder ein passendes mobiles Endgerät) herunter laden. Die Ausleihtendenz ist mit Blick auf das Berichtsjahr (59.542) und im Vergleich zum Vorjahr (34.345) weiterhin deutlich steigend. Die bisherigen Mittel für den Bestandsaufbau in Höhe von jährlich 20.000 € wurden durch Beschluss des Kulturausschusses (GD 136/13) angesichts der enormen Nachfrage ab 2014 bis inkl. 2018 auf 47.000 € erhöht. Aktive Benutzer Es handelt sich dabei um die Nutzer, die mindestens einmal im Jahr ein Medium aus den Beständen der Stadtbibliothek ausleihen (ein nur "theoretischer" Fall). Die Zahl der aktiven Benutzer ist rückläufig. Dies führen wir u. a. auf die Erhöhung der Ausleihgebühren zurück. Neben Nutzern, denen die Jahresgebühr schlicht zu hoch ist (und die deshalb nicht mehr kommen), findet vermutlich faktisch auch ein Trend zur "Familienkarte" statt - zwei oder mehr Familienmitglieder teilen sich einen Ausweis. Besuche Neben der "aktiven Benutzung" dient der Treffpunkt Stadtbibliothek vielfältigen anderen Zwecken - die Präsenznutzung ist in den oben genannten Zahlen nicht enthalten. Es handelt sich dabei um Benutzungstätigkeiten wie etwa das Lesen von 42 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Tageszeitungen und Zeitschriften, das Recherchieren in den Auskunftsbeständen (Wörterbücher, Enzyklopädien, Bibliographien, CD-ROM-Datenbanken, Internet- inkl. WLAN-Nutzung etc.), das Einholen von mündlichen Fachauskünften, die Besichtigung von Ausstellungen, die Erledigung von Hausaufgaben, Klausurenvorbereitung etc. Diese Nutzungen sind in den Besuchszahlen enthalten. Zentralbibliothek Stadtteilbibliotheken (inkl. Bus) 409.105 ca.171.000 Insgesamt ca. 580.000 Damit erreicht die Stadtbibliothek wiederum mehr Besucher als alle anderen städtischen Kultureinrichtungen zusammen. Die Besuchszahl ist im Vergleich zum Vorjahr stabil. Internetseiten der Stadtbibliothek die mit am häufigsten konsultierten Seiten der Stadt Ulm. Bemerkenswert sind die Zugriffszahlen auf die (kostenpflichtigen) Datenbanken der Plattform Munzinger online (z. B. Brockhaus, Filmdatenbank, Biographische Daten). Für die Inhaber eines gültigen Bibliotheksausweises ist dieses Angebot kostenfrei. Ganz überwiegend wird dies von Schülerinnen und Schülern genutzt. Wir bieten hier ein unterrichtsrelevantes Angebot, das von Lehrerinnen und Lehrern als Antwort auf die Frage "Was gibt es denn anstelle von Wikipedia?" sehr geschätzt wird. Die Zugriffszahlen sind wie folgt: 2008 2009 2010 2011 2012 2013 963 2.469 10.030 16.490 13.657 22.453 Veranstaltungen Mit 596 Veranstaltungen/Führungen erreichte die Stadtbibliothek ihr zweitbestes Ergebnis überhaupt. Dies bedeutet, dass neben dem Kerngeschäft der Bestandspflege und Bestandsvermittlung (Ausleihe und Auskunft) durchschnittlich an jedem Öffnungstag 2 Veranstaltungen stattfanden. Dies ist nur mit hochmotivierten und engagierten Kolleginnen und Kollegen möglich. Die hohe Veranstaltungszahl ist insbesondere den Kinderveranstaltungen zu verdanken. Neben den 172 Einführungen in die Bibliotheksnutzung, die sich fast ausschließlich an Kinder und Jugendliche richten, wurde eine Vielzahl von kleineren Veranstaltungen insbesondere in den Stadtteilbibliotheken und in der Kinderbibliothek (Zentrale) durchgeführt: Zu den realen Besuchern gesellen sich 468.817 virtuelle Besucher (Seitenzugriffe auf die Homepage der Stadtbibliothek, ohne Onleihe). Damit sind die Veranstaltungen für Kinder: Veranstaltungen für Erwachsene: Ausstellungen: Sonstige Veranstaltungen: Summe Veranstaltungen Veranstaltungen Einführungen in Bibliothek: Insgesamt 367 37 10 10 424 172 596 Die Veranstaltungen haben einen außerordentlichen bibliothekspädagogischen Stellenwert. Sie führen in 43 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm die Bibliothek ein, senken die Schwellenangst und dienen der Vermittlungsarbeit der Bibliotheken. Besondere Ereignisse Faszination Holzschnitt: Zum ersten Mal wurden die schönsten und wertvollsten illustrierten Wiegendrucke aus dem Besitz der Stadtbibliothek in einem bibliophil gestalteten Bildband vorgestellt. Fernleihe: Nach rund zehn Jahre konnte die nehmende Fernleihe dank des technologischen Fortschritts als quasi kostendeckende Dienstleistung wieder eingeführt werden. Damit kann die Kundschaft der Stadtbibliothek nun direkt den deutschlandweiten wissenschaftlichen Leihverkehr nutzen. Fazit Die Stadtbibliothek Ulm blickt auf eine fast 500jährige Geschichte zurück und ist heute die kulturelle städtische Institution mit der größten Breitenwirkung. Ihre Stellung in der Stadt Ulm sowie im baden-württembergischen Bibliothekswesen ist auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Um das hohe Nutzungsniveau zu halten, bedarf es einer finanziellen Ausstattung, die entsprechende Gestaltungsspielräume ermöglicht. Die Stadtbibliothek wird durch eine Fortentwicklung ihrer Zielkonzeption weiterhin zukunfts- und bürgerorientiert agieren. 44 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Anlage 2004: 10-wöchige Schließung in Zentrale und Kinderbibliothek wegen Umzug 2006: 3-wöchige Schließung in Zentrale und Stadtteilbibliotheken wegen Streik 2009: 7-monatige Schließung der Zweigstelle Wiblingen wegen Umbau Bücherbus zusätzlich 1x wöchentlich in Wiblingen 2012 2012: 12: Reduzierung der Öffnungszeiten Böfingen um 50%, 2-wöchiger Ausfall der Fahrbibliothek 2013: 3-wöchige Schließung Umbau Böfingen 45 2013 | kultur | BERICHT Stadtbibliothek Ulm Budgetentwicklung Stadtbibliothek Ulm PRC 2720-560 1. FINANZDATEN 2011 2012 2013 2013 2014 Ergebnis T€ Ergebnis T€ Plan T€ Ergebnis T€ Plan T€ ERTRÄGE Zuweisungen / Zuwendungen Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Sonstige ordentl. Erträge 24 356 59 6 47 346 63 4 29 350 24 6 38 337 69 3 29 350 24 6 Ordentliche Erträge 444 459 408 446 408 Aufwendungen Personalaufwendungen Aufw. für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Sonstige ordentliche Aufwendungen -2.028 -526 -164 -209 -1.961 -477 -184 -193 -1.949 -443 -160 -177 -1.985 -471 -177 -182 -1.978 -479 -160 -169 Ordentliche Aufwendungen -2.928 -2.814 -2.729 -2.815 -2.787 Ordentliches Ergebnis -2.483 -2.355 -2.321 -2.369 -2.379 Belastung für interne Leistungen -1.762 -1.688 -1.936 -2.015 -1.702 davon Verrechnungen in Budgetverantwortung -503 -456 -547 -551 -527 Kalkulatorische Kosten (Zinsen) -576 -547 -500 -498 -460 -2.338 -2.235 -2.435 -2.513 -2.162 -4.822 -4.590 Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss 1) SAP Teilerg.HH Budgetübertrag -4.821.551,42 -13 -4.757 -4.882 -4.541 -4.756.537,99 -4.882.122,39 -4.540.832,08 -13 -10 Anmerkung 1) beim Bereinigten Budget Rechnungsergebnis 2012 ist die Verrechnung mit dem sich aus der Planung 2013 ergebenden "Überschuss" bereits berücksichtigt Leistungsziele Ausleihen Medienbestand gesamt Zeitungen/ Zeitschriften (lfd) Öffnungsstunden Anzahl Besucher Online Zugriffe Führungen / Veranstaltungen 1.139.520 565.187 490 5.862 607.881 418.783 653 1.117.741 595.808 490 5.327 578.912 438.329 570 1.200.000 570.000 500 5.500 610.000 430.000 500 1.113.621 608.937 456 5.304 580.185 468.817 596 46 1.200.000 580.000 500 5.300 610.000 470.000 500 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm 47 2012 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm Stadthaus Ulm Geschäftsbericht 2013 Kommunalpolitische Ziele und Aufgaben des Stadthauses Der städtebauliche Spannungsbogen auf dem Münsterplatz wird programmatisch ins Innere des Richard Meier-Baus übersetzt. Das Untergeschoss ist den Wurzeln in der Münsterplatzgeschichte gewidmet. Der dienstleistungsorientierte, verpachtete Bereich ergänzt den Charakter des Stadthauses als demokratisches Bürgerforum. Überwiegend öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Themen spiegeln gesellschaftliche Gegenwart. Lokal, überregional und international ist der Richard Meier-Bau eine architektonische Sehenswürdigkeit. Seine größte zusammenhängende Fläche dient der Realisierung von Ausstellungen. Konzeptionell sind sie an Themen der Gegenwart ausgerichtet. Formal orientieren sie sich an dem von der Architektur gesetzten Anspruch. Neben Architekturfragen haben hier, auch in Abgrenzung und Ergänzung zu den anderen örtlichen Ausstellungshäusern, die zeitgenössische Fotografie ebenso wie die sogenannte Outsider Art zentrale Bedeutung. Ergänzend dazu werden vom Stadthaus, ebenfalls im Dialog mit der Richard Meier-Architektur, Konzerte neuer Musik konzipiert. Organigramm Rückblick 2013 Ausstellungen und neue Musik Der Auftakt für 2013 war die große Ausstellung über Brasília, die Architekturutopie von Oscar Niemeyer, fotografiert und dokumentiert von Michael Wesely und Lina Kim (*1963 und 1965). Mit 14.000 Besuchern war sie ein Publikumsmagnet. Dazu gab es ein generationenübergreifendes Vermittlungsprojekt mit der Privaten Montessori-Volksschule NeuUlm, dem Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium, dem Schulzentrum Hochsträß und der Gustav-WernerSchule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und Lernschwierigkeiten sowie dem AWO Senioren- und Pflegeheim (Projektleitung: Karla Nieraad, Vermittlungsprojekt: Andrea Kreuzpointner). Eine Herausforderung war es, über 48 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm 100 Kilo schwere, 2 x 3 Meter große Arbeiten ins zweite und dritte Obergeschoss zu verfrachten. Anlieferung der Arbeiten für die Brasília-Ausstellung Während die brasilianische Hauptstadt auf 460 km² 200.000 Einwohner beherbergt, leben in der Kernstadt von Lima auf einer gerade mal doppelt so großen Fläche 40-mal so viele Menschen. Beide Städte sind Weltkulturerbe der UNESCO. Die wild wachsende peruanische Hauptstadt fotografierte die in Ulm geborene Franziska Agrawal (*1979), deren Fotos wir parallel zu „Brasília“ zeigten (Projektleitung: Dr. Raimund Kast). Teils heftige Reaktionen löste die Ausstellung der Pferde-Fotografien von Alexandra Vogt (*1970) aus (Projektleitung: Annette Schellenberg). Die Infragestellung gängiger, v.a. weiblicher Klischees entfaltete für manche eine verstörende Wirkung. Die zeitgenössische Schau ging Hand in Hand mit der Ausstellung „Junge Pferde! Junge Pferde!“ des Edwin Scharff Museums Neu-Ulm, welche sich der Metapher „Pferd“ in der Kunst um die vorletzte Jahrhundertwende widmete. Mit der Präsentation von Exponaten der jeweils anderen Ausstellung haben das Edwin-Scharff-Museum und das Stadthaus ihre Besucher direkt vor Ort auf die jeweils andere Schau aufmerksam gemacht. „The Arabian Monument“ zeigte ein Langzeitprojekt des ehemaligen Ulmers Oliver Hartung (*1973), der die Länder des arabischen Raums bereist und sogenannte Roadside Architecture fotografiert (Projektleitung: Wiebke Ratzeburg). Begleitend dazu zeigte das Roxy eine kleine Oliver HartungAus-stellung mit Bildern aus Amerika. In Vorschau auf die Ausstellung „The Arabian Monument“ - Oliver Hartung bereiste auch Israel und Palästina konnte die neue Musik für ein solitäres Konzert, das der neuen Ulmer Synagoge gewidmet war, den 1970 als Sohn palästinensischer Eltern in Israel geborenen und aufgewachsenen Komponisten Samir Odeh-Tamimi einladen (Projektleitung: Jürgen Grözinger). 2013 wurde das Stadthaus Mitglied im Netzwerk neue Musik Baden-Württemberg. Im Sommer stellten wir Filmkünstlerporträts von Jim Rakete (*1951) aus, einem der bekanntesten deutschen Porträtfotografen, von dem sich deutsche Prominente ihrerseits gern ins Bild setzen lassen (Projektleitung: Dr. Raimund Kast). Diese Ausstellung zog über 13.000 Besucher an. Ihr folgte eine das Thema der Porträt-Inszenierung erweiternde Schau von Michael Schäfer (*1964). Seine „gefälschten“ Porträts lassen u.a. die Medieninszenierungen von Politikern assoziieren (Projektleitung: Dr. Katharina Menzel-Ahr). Ihre Präsentation haben wir dem Thema entsprechend in die Nähe der Bundestagswahl gelegt. Leiterin Karla Nieraad mit Besuchern in der Ausstellung von Michael Schäfer In der inzwischen viel gefragten Reihe „Outsider Art“ würdigten wir das Werk des Musikers und Comiczeichners Daniel Johnston (*1961), eine Kultfigur der US-amerikanischen Alternativszene (Projektleitung: Tommi Brem). Dieses Projekt entstand unter Federführung von Le Lieu Unique (Nantes) in enger Zusammenarbeit mit Johnston und dessen Familie sowie der arts factory (Paris). Gegen Ende des Jahres nahmen wir ein weiteres Mal die Thematik der fotografischen PolitikerInszenierung auf: Willy Brandt zum 100. Geburtstag. Die Stern-Fotografen Volker Hinz (*1947), Thomas Hoepker (*1936), Robert Lebeck (19292014) und Max Scheler (1928-2003) waren dem 49 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm deutschen Ausnahmestaatsmann verblüffend nahe gekommen (Projektleitung: Tina Keck, Karla Nieraad). Diese Ausstellung mit ebenfalls über 13.000 Besuchern zog überregional große Aufmerksamkeit auf sich. Sie war an drei miteinander kooperierenden Orten zeitlich überlappend zu sehen: dem Gruner + Jahr Pressehaus Hamburg, dem WillyBrandt-Haus Berlin und dem Stadthaus Ulm. Der Steidl-Verlag gab dazu einen Bildband heraus. In unserer kleinen Ausstellungsreihe im Saalfoyer konnten wir mit den Fotos des stillgelegten Kieswerks Vollmer von Yvonne Faber eine aktuelle Debatte über das Für und Wider eines Industriedenkmals im Schwäbischen Donaumoos befördern. Mit ungewöhnlich persönlichen Studien von Andreas Reiner würdigten wir die Ulmer Boxerin Rola El-Halabi. Kooperationen Über die erwähnten Kooperationen mit anderen Ausstellungshäusern hinaus gab es mannigfaltige im Veranstaltungsbereich. Kooperationen: Tanz Mit Kontinuität fördert das Stadthaus seit 2001 den freien, zeitgenössischen Tanz, insbesondere die Strado Compagnia Danza des in Ulm ausgebildeten Tänzers und Choreografen Domenico Strazzeri (*1965). Seit 2013 bezuschusst die Stadt Ulm als einen neuen Schwerpunkt den freien Tanz, auch ein Erfolg der langjährigen Arbeit von Domenico Strazzeri mit dem Stadthaus. Mit einem Stück widmete er sich 2013 den Themen Zuwanderung, Heimat, Fremdheit, „Der Fremde in der Fremde fremd“, ein zweites wurde zur poetischen Adaption des Fellini-Klassikers „La Strada“. Ein großer Erfolg war das erste Ulm Moves-Tanzfestival 2013, eine Kooperation von Roxy, Zelt, Strado Compagnia Danza und Stadthaus. Ein Parcours durch die Innenstadt wurde dabei zum spektakulären Ereignis für Hunderte Schaulustige. Kooperation: Moderne Musik Verlässliche Kontinuität in der Kooperation pflegt das Stadthaus auch mit dem Verein für moderne Musik. Mit Bezug auf den 20. Geburtstag des Stadthauses wählte der Verein, der internationale Größen des Jazz nach Ulm holt, als Jahresmotto „New York“. Das absolute Highlight war ein Konzert mit der Ikone Carla Bley. Carla Bley im Ulmer Stadthaus Kooperation: klassisch! Nach dem Wegzug der Konzertdirektion Russ im Jahr 2010 war Ulm auf der Landkarte internationaler Kammermusik kaum mehr zu finden. Die Südwest Presse und das Stadthaus entschlossen sich deshalb, eine exklusive Konzertreihe für Liebhaber der klassischen Kammermusik ins Leben zu rufen. Zu Gast waren gleich in der ersten Saison nur Hochkaräter wie Natalia Prishepenko (18 Jahre Primgeigerin des Artemis Quartetts), das casalQuartet (Echo für die „beste Kammermusikeinspielung des 18. Jahrhunderts“ 2010) oder das Armida Quartett (ARDMusikpreisträger 2012). Weitere Kooperationen Mit der Astronomischen Arbeitsgruppe Ulm organisierten wir wieder eine von Vorträgen flankierte Himmelsbeobachtung auf der Dachterrasse. Diese Zusammenarbeit wird weitergeführt. Auch die Kinderbuchmesse kibum, die Mitwirkung im Arbeitskreis 27. Januar, die Museumsnacht und die Kulturnacht wurden als permanente Kooperationen fortgeführt. Seit Bestehen des Stadthauses ist das Humboldt-Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften der Universität Ulm ebenfalls kontinuierlicher Partner. Gastveranstaltungen in größter Bandbreite 155 Gastveranstaltungen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Sozialem und Kultur spiegelten auch 2013 wieder die aktuellen gesellschaftlichen Diskurse. Wir freuen uns, dass zu unserem Kundenkreis namhafte Industrieunternehmen zählen, die mit Kongressen und Empfängen das Stadthaus für ihre Kundenpflege nutzen. Dabei treten nicht selten hochkarätige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Redner auf. Durch die gestaffelten Preise 50 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm können wir den Stadthaussaal aber genauso gemeinnützigen oder kulturellen Einrichtungen anbieten. Damit spiegelt sich im Stadthaus ein Querschnitt durch die gesamte Bürgerschaft in einer Mischung aus hoher Wirtschaftskraft und respektablem Engagement im kulturellen und sozialen Bereich. Diese Bandbreite liegt uns sehr am Herzen. Die Gesamtbesucherzahl (Ausstellungen, Veranstaltungen, Führungen) liegt 2013 bei über 192.700, um rd. 20.000 höher als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf 17.000 mehr Ausstellungsbesucher zurückzuführen, die von den Magneten „Brasília“, „Jim Rakete“, „Willy Brandt“ und „Urbanes Leuchten“ angezogen wurden. Eine Bestätigung unserer Arbeit ist der auch im 1. HJ 2014 weiter zu verzeichnende deutliche Besucheranstieg bei unseren Wechselausstellungen. Der noch 2012 festgestellte Trend eines leichten Rückgangs in Anzahl und Besucherzahl bei Gastveranstaltungen hat sich 2013 nicht fortgesetzt. Zu Veranstaltungen kamen insgesamt 7.000 Besucher mehr. Besucherschlangen zur Ausstellungseröffnung „Gesichter des Krieges“ Budget- und Besucherentwicklung Bei Führungen ist eine Abnahme um 4.000 Besucher festzustellen, was mit dem momentanen leichten Rückgang bei den von der UNT angebotenen Gruppenführungen korrespondiert. Indes steigt derzeit die Teilnehmerzahl bei öffentlichen Führungen der UNT. Dies sind Schwankungen im üblichen Bereich. Im 20. Jahr seines Bestehens konnte das Stadthaus seinen 3.000.000sten Besucher verzeichnen (Besucherzahl von Ausstellungen, Veranstaltungen, Führungen). Zielvorgabe Besucher Ergebnis Besucher Ausstellungen 1 Eigenpräsentation (Dauerausstellung) 4 Kooperationen 10 Eigenpräsentation inkl. Dauerausstellung 2 Kooperationen/Übernahmen 2 Gastausstellungen Besucher Ausstellungen gesamt 80.000 inkl. Teilnehmer Führungen (ohne Ausstellungsführungen) 73.236 17.589 3.115 93.940 150.966 Veranstaltungen 15 Eigenveranstaltungen in zwei Veranstaltungsreihen und im Rahmen von Ausstellungen 50 Kooperationen inkl. Begleitprogramme Ausstellungen 185 Gastveranstaltungen inkl. Begleitprogramme Gastausstellungen Gesamtbesucherzahl 1.000 39 Eigenveranstaltungen, auch i.R. von Ausstellungen (inkl. Ausstellungsführungen) 1.523 4.000 85 Kooperationen inkl. Begleitprogramme Ausstellungen (inkl. Ausstellungsführungen) 20.000 155 Gastveranstaltungen inkl. Begleitprogramme Gastausstellung 11.572 28.659 25.000 41.754 105.000 192.720 2.720 51 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm Rechnungsergebnis 2013 - Hierzu wird auf die Übersicht in der Anlage "Budgetentwicklung" verwiesen. Budgetübertrag aus 2012 Defizit 2013 Budgetübertrag nach 2014 131.000 € - 7.000 € 124.000 € - Kommentar Einnahmen: 2013 erwirtschaftete das Stadthaus ordentliche Erträge in Höhe von 513.000 Euro und somit eine Einnahmesollüberschreitung von 149.000 Euro (eine fast punktgenaue Wiederholung des ebenfalls sehr guten Abschlusses 2012). Einnahmesollüberschreitungen müssen jedes Jahr vom Stadthaus erwirtschaftet werden, um die Projekte des jeweiligen Folgejahres zu finanzieren. Die Einnahmesollüberschreitung kam im Wesentlichen durch folgende Faktoren zusammen: - Die Einnahmen aus Saalvermietungen liegen um rd. 40.000 Euro über dem Soll. - Die Einnahmen aus Verpachtungen liegen um 13.000 Euro über dem Soll, was auf Umsatzpachten zurückzuführen ist. Insgesamt nehmen diese allerdings deutlich ab! - Es wurden Drittmittel von fast 68.000 Euro eingeworben (nicht eingerechnet Sachspenden und -sponsoring sowie direkt über Kooperationspartner abgerechnete Beiträge). Die Drittmittel flossen in größeren Summen an die "neue Musik", die Ausstellungen "Oliver Hartung: The Arabian Monument", "Willy Brandt" und „Urbanes Leuchten“ sowie in kleineren Summen an verschiedene andere Projekte. - Rd. 18.000 Euro Mehreinnahmen sind WCNutzungsgebühr, was allerdings weit unter den Bewirtschaftungskosten der WC-Anlage liegt. - Der Rest verteilt sich v.a. auf Verkäufe in Ausstellungen (Kataloge, Provisionen), Ersatz von Personal- und Sachausgaben (z.B. Zuschüsse der Agentur für Arbeit, Nebenkostennachzahlungen von Pächtern) und Vermischte Einnahmen (z.B. Anzeigen). Kommentar Ausgaben: Den Erträgen stehen für ordentliche Aufwendungen Mehrausgaben von rd. 227.000 Euro gegenüber. - Hiervon flossen rd. 154.000 Euro planmäßig und abgesichert durch den Budgetübertrag in Sachausgaben, v.a. in den Vollzug des Programms 2013 und Vorlaufkosten für 2014. Rd. 37.000 Euro mehr Personalkosten für drei angestellte Reinigungskräfte (1,5 Stellen) wurden im Gegenzug bei den Sachausgaben für Reinigung eingespart. Rd. 26.000 Euro Mehrkosten für Nebenkosten GM, hier v.a. Energiekosten, wurden bereinigt. Kleinere Summen an Mehrkosten fielen bei budgetrelevanten Umlagen an. Zwischenbericht 2014 Die Budgetentwicklung 2014 lässt sich auch im 1. Halbjahr gut an: An ordentlichen Erträgen wurden bereits 63% des Jahressolls erreicht, die Aufwendungen liegen mit 54% des Jahresbudgets im Plan. Die Besucherzahl liegt im 1. Halbjahr 2014 um rd. 7.500 über der im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die oben bereits mehrfach erwähnte Ausstellung Urbanes Leuchten begann, wie Willy Brandt, im Dezember 2013 und zog sich über das erste Quartal 2014. Mit über 25.000 Besuchern brach sie (fast) alle Rekorde. Thema war die Verdichtung urbaner Gefüge auf dem Erdball (Projektleitung: Dr. Raimund Kast). In Assoziation mit dieser Ausstellung und teilweise in ihren Räumen fand im April das Festival neue Musik unter dem Titel „Spaces“ statt (Projektleitung: Jürgen Grözinger). Der Gemeinderat hatte einen Sonderfaktor von 20.000 Euro bewilligt, der zusammen mit einem Anteil aus dem letzten Budgetübertrag des Stadthauses und der Unterstützung der „Freunde der neuen Musik im Stadthaus Ulm e.V.“ das Festival 2014 ermöglichte. Es schloss sich eine im Kern vierwöchige Sanierungsphase des Gebäudes an (v.a. Schönheitsreparaturen nach 20-jährigem Bestehen). In dieser Zeit bespielten wir als Alternative unsere Terrassen mit einem Projekt zum so genannten Urban Beekeeping (Fette Beute, Projektleitung: Franz Nägele, Annette Schellenberg, Katrin Schwager). Über 70 Kilo Honig gewannen unsere drei in die Stadt ausschwärmenden Bienenvölker aus Balkonkästen, Stadtgärten oder der Friedrichsau. Dieses Projekt war mit einem mehrmonatigen Angebot für Kinder verbunden. Neben offenen Programmen gab es eine kontinuier- 52 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm liche Zusammenarbeit mit der Martin-SchaffnerGrundschule. genauso wie mit den vergangenen Ausstellungen des Stadthauses zum Internationalen Jahr der Astronomie oder den Teleskop-Fotos aus dem Weltraum (2009 und 2013/14). Sanierung nach 20 Jahren Am 12. November 2013 jährte sich die Eröffnung des Stadthauses zum 20. Mal. Alterserscheinungen sind trotz sorgfältiger Pflege des Bauwerks nicht ausgeblieben. Daher und gleichzeitig mit Blick auf das Münsterturm-Jubiläumsjahr 2015 wurden Schönheitsreparaturen durchgeführt und Teile der Haustechnik erneuert. „Fette Beute“ - Bienenvölker auf den Stadthausterrassen Eine kurzfristig ins Programm genommene Ausstellung des Fotografen Thomas Becker (*1960), „Reale und ideale Landschaften“, nahm u.a. Bezug auf die vorangegange, „Urbanes Leuchten“. Becker wohnt erst seit 2010 in Ulm und konnte sich mit dieser Ausstellung erstmals in Ulm vorstellen. Weltweit wird 2014 des Ersten Weltkriegs gedacht. Das Stadthaus zeigt die Arbeiten von drei Fotografen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Aspekten von Kriegen auseinandersetzen. Die Pulitzerpreisträgerin Anja Niedringhaus (1965-2014) berichtete seit 30 Jahren weltweit unmittelbar aus Kriegsgebieten, Jan Banning (*1954) hat 2010 indonesische Frauen porträtiert, die während des Zweiten Weltkriegs vom japanischen Militär zwangsprostituiert worden waren, und der Musiker Bryan Adams (*1959) hat britische Soldaten fotografiert, die aus Afghanistan und dem Irak zurückgekehrt sind. Die Bilder dieser Drei eint eine erschütternde Wucht. So wie sie über die retrospektive Betrachtung des Ersten Weltkriegs hinausgehen, gehen sie über den Horizont bloßer Tagesaktualität weit hinaus (Projektleitung: Laura Schmidt). Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt wird Eyke Volkmer zu dessen 80. Geburtstag würdigen: „So sieht es aber im Weltraum nicht aus“, meinte Wilhelm Goldmann zwar, dennoch ließ er Eyke Volkmer von 1950 bis 1970 die Buchumschläge der berühmten „Zukunftsromane“ und "Weltraum Taschenbücher" des Goldmann Verlags gestalten (Projektleitung: Tommi Brem). Dieses Projekt korrespondiert mit den Ideenwelten von Daniel Johnston (Ausstellung 2013) und Karl Hans Janke (Ausstellung 2011) Baugerüst zur Innensanierung Durchnässungsschaden im Untergeschoss Im Zuge dieser Arbeiten konnte ein Durchnässungsschaden entdeckt werden, der vermutlich über längere Zeit hinweg durch eine defekte Abwasserleitung der WC im Untergeschoss entstanden war. Eine aufwändige Sanierungsmaßnahme wird notwendig sein, die bei Abfassung dieses Berichts (Std. Juli 2014) noch nicht genauer beschreibbar ist. Die WC im Untergeschoss sind vorläufig nicht benutzbar. Ausblick 2015 2015 steht Ulm im Zeichen des 125-jährigen Münsterturmjubiläums. Das Stadthaus, von Architekt Richard Meier als Hommage an das Ulmer Münster konzipiert, nimmt über das ganze Jahr hinweg mehrfach darauf Bezug. 53 2013 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm Dies beginnt bereits 2014 mit der Ausstellung „Aus Sehnsucht wird Weitblick - Die Jubeljahre des Ulmer Münsters 1877 - 2015“ im Untergeschoss. Die Ausstellung, ein work in progress, entstand in Zusammenarbeit mehrerer Kultureinrichtungen (Ulmer Museum, Haus der Stadtgeschichte, Stadthaus) unter Federführung der Kulturabteilung, kuratiert von m.o.l.i.t.o.r. Berlin. 2015 verlegt sie ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf die Dokumentation der Kunstprojekte zum Jubiläum. Architektur“ an der Technischen Universität Kaiserslautern), den Kuratoren der Ausstellung „Building as Art. Richard Meier“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck 2012/13, erarbeiten derzeit zwei profunde Kenner der Architektur von Richard Meier in Zusammenarbeit mit dem Architekten selbst die auf Ulm zugeschnittene Schau. Bewusst im Anschluss an die Richard MeierAusstellung zeigen wir zum Abschluss des Jubiläumsjahres spektakuläre New York-Ansichten von Reiner Leist (*1964), als Langzeitprojekt seit 1995 fotografiert aus seiner Turmstube im 26. Stock eines Wolkenkratzers an der 8th Avenue. Andere Projekte, die nicht zwangsläufig auf das Münsterturmjubiläum Bezug nehmen, wird es darüber hinaus selbstverständlich auch im Programm 2015 geben. Resümee Ein Blick auf die Münsterspitze Im ersten Halbjahr 2015 wirft das Stadthaus mit dem iranisch-französischen Fotografen Abbas (*1944) einen befragenden Blick auf die Religionen in unserer gegenwärtigen Welt. Abbas dokumentiert den Islam als weltweite Erscheinung, auch den militanten Islamismus, setzt sich mit der spirituellen Kraft wie der politischen Bedeutung des Christentums auseinander, ebenso mit dem Judentum, besucht animistische Kulturen genauso wie er die Welt des Buddhismus und, in jüngster Zeit, des Hinduismus erkundet. In einer kleineren Ausstellung im Saalfoyer wirft der in Ulm lebende amerikanische Künstler Matt Beall (*1962) Blicke in unbekannte Ecken des Ulmer Münsters. Ab Sommer steht Richard Meiers Beschäftigung mit dem Münsterturm im Fokus. Mit Dr. Sylvia Claus (Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der ETH Zürich) und Prof. Dr. Matthias Schirren (Leiter des Lehrgebiets „Geschichte und Theorie der Das Stadthaus richtet sein Programm am Gegenwartsbezug aus. Zeitgenössische, themenorientierte Ausstellungen gehen Hand in Hand mit einer Vielzahl von Veranstaltungen im Saal zu den für unsere Gesellschaft relevanten Themen. So erfüllt das Stadthaus seine Funktion als demokratisches Bürgerforum. Sich den Fragen unserer Zeit zu widmen und dabei bewusst auch auf andere Kulturen oder Kontinente zu blicken, sind Leitmaximen des Stadthauses. Mit diesem Konzept hat sich das Stadthaus zu einem der gefragtesten Häuser für zeitgenössische Fotografie in Süddeutschland entwickelt. Die Ausstellungen sollen sich an der Architektur des Bauwerks messen lassen können, überregionale Aushängeschilder für Ulm als auch für ein möglichst breites Spektrum von Ulmern attraktiv sein. Der Dialog mit den Besuchern, die Qualität des Programms und der Betreuung der Pächter und Gastveranstalter sowie die Öffentlichkeitsarbeit sind tragende Säulen unseres Betriebes. Ihre Stabilität gewinnen sie durch das beispielhafte Engagement der Beschäftigten. 54 2012 | kultur | BERICHT Stadthaus Ulm Budgetentwicklung Stadthaus PRC 2810-570 1. FINANZDATEN 2013 2013 2014 Plan T€ Ergebnis T€ Plan T€ ERTRÄGE Zuweisungen / Zuwendungen Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Sonstige ordentl. Erträge 2 14 346 2 68 24 417 5 2 14 346 2 Ordentliche Erträge 364 514 364 Aufwendungen Personalaufwendungen Aufw. für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Sonstige ordentliche Aufwendungen -656 -157 -12 -31 -706 -284 -13 -59 -667 -231 -12 -35 Ordentliche Aufwendungen -856 -1.062 -944 Ordentliches Ergebnis -492 -548 -580 -1.229 -1.102 -1.279 -160 -182 -158 -6 -2 -6 -1.235 -1.104 -1.285 Belastung für interne Leistungen davon Verrechnungen in Budgetverantwortung Kalkulatorische Kosten (Zinsen) Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss SAP Teilerg.HH Bereinigtes Budget Budgetüberschuss/-defizit lfd. Jahr Budgetüberschuss/-defizit Vorjahr Budgetübertrag Leistungsziele Veranstaltungen (eigene) Veranstaltungen (Kooperationen) Gastveranstaltungen Ausstellungen (eigene inkl. Dauerausst.) Ausstellungen (Kooperationen) Ausstellungen (Gast) Besucher -1.727 -1.652 -1.865 -1.726.949,92 -1.652.445,30 -1.865.152,12 -1.048 0 131 131 -1.233 -7 131 124 -1.750 -115 124 9 12 39 50 85 185 155 1 10 4 2 2 105.000 192.720 12 50 185 1 4 105.000 55 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm 56 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm Theater Ulm Geschäftsbericht 2013 Musiktheater Eine Saison der Kontraste steuerte 2013/2014 das Musiktheater zum Spielzeit-Motto WAHN SINN bei. Giuseppe Verdis OTELLO könnte ebenso gut auch JAGO als Titel tragen – auch die Ulmer Neuinszenierung der zur Oper geronnenen ShakespeareTragödie hätte diesen Titel verdient. Ordnete sie doch den „Wahn“ dem mörderischen Geist Jagos und den mordenden Händen Othellos zu, während Desdemona den „Sinn“ auch im Gebet nicht finden konnte. Dass die Wendung zum Transzendenten nur mit festem Stand in der Realität Sinn spendet, wollten manche Besucher der Märchenoper HÄNSEL UND GRETEL nicht recht goutieren. Doch wurde Engelbert Humperdincks berühmte „Geschwisterwerden-erwachsen-Geschichte“ schnell zum Spielplan-Renner. Der dritte Klassiker des MusiktheaterRepertoires hat die limitierten Ressourcen des Ulmer Hauses wieder einmal hart strapaziert – aber der künstlerische Erfolg spiegelte sich im Publikumszuspruch erfreulich wider. Ist doch Richard Strauss‘ ROSENKAVALIER auch für große Bühnen eine besondere Herausforderung, mit der das Ulmer Ensemble den Anspruch, jedes Jahr die volle Bandbreite des Opern-Spektrums abzudecken, unterstreichen konnte. Maria Rosendorfsky, I Chiao Shih (v.l.), Opern- und Extrachor des Theaters Ulm in DER ROSENKAVALIER Zu dieser über Jahre gepflegten Spielplan-Pluralität zählen natürlich auch die unterhaltenden Genres des Musiktheaters wie das Musical. Wobei CABARET – der Publikumsmagnet der Saison – alles andere als garnierter Tingeltangel ist. Gerade die Ulmer Inszenierung hat gezeigt, dass Spaß, mitreißende Sounds und eindrückliche Bilder kritisch mahnender Geschichtsbetrachtung der grausamsten Jahre Deutschlands auf der Schwelle zum Faschismus nicht entgegenstehen. Ceren Yavan-Wagner, Wieneke van der Valk, Wiebke Neulist a.G., Jörg-Heinrich Benthien, Renate Steinle, Alissa Stover, Juliane Nawo (v.l.) und Ensemble in CABARET Kontrastreich war der Musiktheaterspielplan nicht nur in der Kombination von Werken ganz verschiedener Provenienz, Kontraste der Extraklasse prägten auch die neu „erfundene“ OPERETTEN-GALA im Großen Haus. Bekannte Hits begegneten hier verschütteten Juwelen des Genres, die allesamt Lust auf eine Fortsetzung des neuen MusiktheaterFormats gemacht haben dürften. Zumal der gute Zweck – die jährliche Gala zugunsten der Mukoviszidose-Stiftung – hier eine ganz neue Form fand. Und auch im Podium rettete der Jugendclub des Musiktheaters die Ehre dieser Gattung. Franz Lehárs BEZAUBERNDES FRÄULEIN! tat dies generationsübergreifend und mit siegender Frechheit. 57 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm Die letzten drei Produktionen des Musiktheaters zählten gewiss nicht zum Standard-Repertoire, doch Trouvaillien waren sie allemal. Christoph Willibald Glucks IPHIGÉNIE EN TAURIDE gewann durch die aktuelle Krim-Krise noch zusätzliche Aktualität, die einen Klassiker der Bühne – das ist Sophokles‘ Schauspiel als Libretto-Vorlage – zu jeder Zeit auszeichnet. Georg Friedrich Händels SERSE (XERXES) konnte da einem ebenso großen Stoff der Weltgeschichte ganz andere Seiten abgewinnen: diese hochvirtuose Oper führte den Schlachtenlenker Xerxes scheiternd aufs nicht minder verminte Terrain der Amouren und Liasons. Vollzog die Ulmer Oper hier ihre immer wieder geübte Reverenz vor dem vorklassischen Musiktheater, so sprang die letzte Produktion der Spielzeit mit der Uraufführung von Gerhard Stäblers ERLÖST ALBERT E. unvermittelt in die Gegenwart – um gleich wieder in die Vergangenheit zu reisen. Als Groteske und Farce über die großen Theoreme der Ulmer Berühmtheit Einstein erwies sich diese selbstironische Fabel; Minderheiten-Programm gewiss, aufregend neu im Klangspektrum und dramaturgischer Konstruktion. Beginnen und enden wird die Spielzeit 2014/2015 mit den zwei vielleicht bekanntesten Werken der Opern- bzw. Musical-Literatur: LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi setzt die zum Standard gewordene Tradition des Ulmer Opernhauses fort, mit einem großen italienischen Repertoirestück ins neue Thea- terjahr zu starten, das 2015 wieder einmal auf der Wilhelmsburg enden wird. Die Vorfreude ist bereits spürbar – die WEST SIDE STORY von Leonard Bernstein steht als siebte Produktion des MusiktheaterSpielplans auf dem Programm. Ebenfalls einer der ganz großen Klassiker der älteren Schwester des Musicals, der Operette, erwartet zuvor im Herbst 2014 die Theaterfreunde mit Franz Lehárs DIE LUSTIGE WITWE. Zurück in den Spielplan kehrt in der Vorweihnachtszeit Engelbert Humperdincks HÄNSEL UND GRETEL, bevor eines der ältesten Werke des Musiktheaters die Ulmer Bühne erobert: Claudio Monteverdis IL RITORNO D‘ULISSE IN PATRIA; ohne Frage eines der berührendsten Werke zum gerade im Jahr 2014 hoch aktuellen Thema der traumatisierten Kriegsheimkehrer. Noch ein antiker Stoff folgt in der nächsten Neuproduktion: Luigi Cherubinis Version der aus Not zur Kindsmörderin werdenden MEDEA. Das Musiktheater Ulm wird als Uraufführung im Rahmen dieser Premiere die von Alan Curtis nachkomponierten Rezitative verwenden. Kontrastreicher könnten sich die beiden dann folgenden Opernproduktionen nicht gegenüber stehen: Wolfgang Amadeus Mozarts COSÌ FAN TUTTE – das berühmteste erotische Experiment der Opernliteratur – und Benjamin Brittens PETER GRIMES – die schwermütigdüstere Fabel um den von der stumpfsinnigen Dorfgemeinschaft ausgestoßenen Titelhelden. Pablo Sansalvador, Yuhao Guo, Martina Koppelstetter a.G., Girard Rhoden, Maria Rosendorfsky, Christel Mayr, Burkhard Solle (v.l.) in ERLÖST ALBERT E. 58 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm Konzerte Für den Auftakt der Konzertsaison 2013/2014 setzte GMD Timo Handschuh am Pult des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm die Reihe der PHILHARMONISCHEN SONDERKONZERTE im Ulmer Münster fort. Als logische Konsequenz des vorjährigen SONDERKONZERTS stand nun Anton Bruckners 8. SINFONIE auf dem Programm – ein beeindruckendes musikalisches Ereignis. Im CCU folgten traditionsgemäß die fünf PHILHARMONISCHEN KONZERTE. Gleich das 1. PHILHARMONISCHE KONZERT wurde der großen Nachfrage wegen an zwei Terminen gespielt. Auf dem Programm stand mit Ludwig van Beethovens 9. SINFONIE ein wahres Opus magnum, das neben dem Philharmonischen Orchester auch Solisten des Opernensembles, den Opern- und Extrachor des Theaters Ulm sowie Mitglieder des Motettenchors der Münsterkantorei auf der Bühne vereinte. Außerdem gab im selben Konzert das 20. KLAVIERKONZERT von Wolfgang Amadeus Mozart dem jungen Ulmer Pianisten Janis Pfeifer die Gelegenheit, sich als hoffnungsvoller Nachwuchssolist vorzustellen. Das Programm der PHILHARMONISCHEN KONZERTE setzte erneut auf eine ausgewogene Mischung aus populären Klassikern und zu Unrecht vernachlässigten Raritäten. Im 2. PHILHARMONISCHEN KONZERT traf die Musik des Finnen Jean Sibelius auf das romantische VIOLINKONZERT von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Solopart von Konzertmeister Tamás Füzesi gespielt wurde. Das 4. PHILHARMONISCHE KONZERT atmete französisches Parfüm: Neben Maurice Ravels berühmtem BOLÉRO und seiner DAPHNIS ET CHLOÉ-SUITE NR. 2 erklangen selten gespielte Werke seiner Zeitgenossen Arthur Honegger und Ernest Bloch. Der Solist Francis Gouton verzauberte am Violoncello die Zuhörer mit seinem emotionalen und tiefgründigen Spiel. Erneut stand bei einem der PHILHARMONISCHEN KONZERTE ein Gast am Pult des Philharmonischen Orchesters. Für das 3. PHILHARMONISCHE KONZERT kam der junge Schweizer Dirigent Simon Gaudenz und stellte sich mit einem slawisch dominierten Programm dem Ulmer Publikum vor. Seine Interpretation der Musik von Bedřich Smetana, Leoš Janáček und Béla Bartók war für das Publikum eine inspirierende Abwechslung und ein wichtiger Impuls für das Philharmonische Orchester. Den Abschluss der Konzertsaison im CCU bildete das 5. PHILHARMONISCHE KONZERT mit Werken von Richard Wagner, Gustav Mahler und Leonard Bernstein, dessen 1. SINFONIE in Deutschland äußerst selten zu hören ist. Als Vokalsolistin konnte die am Beginn einer internationalen Karriere stehende Mezzosopranistin Diana Haller von der Staatsoper Stuttgart gewonnen werden. Neben den PHILHARMONISCHEN KONZERTEN zeichnete sich die rege Konzerttätigkeit des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm in den erfolgreichen NEUJAHRSKONZERTEN, dem alljährlichen SCHWÖRKONZERT, dem PARADE- und GLACISKONZERT und neun KAMMERKONZERTEN ab. Das KINDERKONZERT präsentierte in dieser Spielzeit im Winter 2013 und noch einmal im Frühsommer 2014 mit großem Zuspruch Sergej Prokofjews PETER UND DER WOLF im Podium. Die traditionsreiche GALA DER STIMMEN wurde in der Spielzeit 2013/2014 zur großen OPERETTENGALA DER STIMMEN. Nahezu alle Solisten des Opernensembles wagten mit der Unterstützung des Philharmonischen Orchesters unter der Leitung von Daniel Montané eine „Tour de force“ durch die einhundertjährige Operettengeschichte. Konzertdramaturg Benjamin Künzel führte als Moderator durch den Abend. Im Rahmen der PHILHARMONISCHEN KONZERTE hat GMD Timo Handschuh für 2014/2015 eine aufregende und kontrastreiche Mischung aus Altbekanntem und Neuem vorbereitet. Den Saisonauftakt im CCU bildet ein reines Richard Strauss-Konzert, für das die international gefeierte Sopranistin Christiane Iven nach Ulm kommt, um die VIER LETZTEN LIEDER zu interpretieren. Außerdem erklingen im Laufe der Spielzeit große Klassiker wie Pjotr Iljitsch Tschaikowskys 4. SINFONIE, Modest Mussorgskys BILDER EINER AUSSTELLUNG und Johannes Brahms' DOPPELKONZERT, darüber hinaus auch moderne Klassiker wie Paul Hindemiths SINFONIE „MATHIS DER MALER“ und eine große Trompeten-Gala mit Reinhold Friedrich. Das 3. PHILHARMONISCHE KONZERT wird wieder an zwei Terminen gespielt. Wir halten 2014/2015 auch an Traditionen fest. Das NEUJAHRSKONZERT bleibt fester Bestandteil des Konzertspielplans, ebenso das SCHWÖRKONZERT, das PARADE- und GLACISKONZERT und die GALA DER STIMMEN. Im Ulmer Münster beschließt das 59 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm SONDERKONZERT mit Anton Bruckners 9. SINFONIE die begonnene Bruckner-Reihe. Zudem lüftet das KINDERKONZERT: EIN FALL FÜR PAPA HAYDN im Podium das Geheimnis um Joseph Haydns berühmte ABSCHIEDSSINFONIE. Außerdem kommen elf KAMMERKONZERTE mit einem äußerst vielfältigen Programm zur Aufführung. In Ergänzung zum theatereigenen Konzertspielplan beteiligen sich das Philharmonische Orchester und Solisten des Opernensembles am ULMER ORATORIUM im Mai 2015 anlässlich des Münsterjubiläums. Ballett Haus konnten die Ulmer Ballettfreunde choreografische Vielfalt bewundern, auch im Podium gab es davon reichlich. Gleich sechs Mitglieder der Compagnie zeigten wieder einmal ihre bemerkenswerten Begabungen als JUNGE CHOREOGRAFEN. Auch 2014/2015 wird es wieder zwei BallettAbende im Großen Haus geben, und wie zuvor bereichern Gastchoreografen das tänzerische Repertoire des Ulmer Hauses. Im Podium beginnt die Ballett-Saison mit DREI, einem Abend mit Werken von Roberto Scafati und den beiden Gastchoreografen Paul Julius und Ivan Alboresi. Im Großen Haus erarbeitet die Compagnie (und das Philharmonische Orchester) dann Roberto Scafatis Version des CARMEN-Mythos. Den Abschluss des Ballettjahres bildet ein neuer Abend im Rahmen von „ulm moves“, der eine neue Scafati-Choreografie mit einer Arbeit des Ulmer Choreografen Domenico Strazzeri kombiniert. Schauspiel Eine Komödie zum Spielzeitauftakt im Großen Haus – das hat fast schon Tradition im Theater Ulm. Nicht immer jedoch wurde daraus ein solcher Knaller, wie er Intendant Andreas von Studnitz mit Molières TARTUFFE zu Beginn der Saison 2013/2014 gelang. Pablo Sansalvador, Lorenzo Angelini, Fabienne Schärer, Yuka Kawazu, Damien Nazabal, Yuhao Guo, Giulia Insinna, Ceren Yavan-Wagner, Edith Lorans (v.l.) im Ballettabend IN SICH – SELBST Eine Fülle von neuen und verschiedenartigen choreografischen Handschriften gab es im BallettSpielplan 2013/2014 am Theater Ulm zu bestaunen, waren doch neben Uraufführungen von Ballettdirektor Roberto Scafati auch die Werke zweier Gastchoreografen zu sehen. Mit CATATUMBO-LIGHTNING gab der international vielgefragte Choreograf und Komponist Francesco Nappa sein Ulmer Debut, das mit GLEICH ZEITIG (Roberto Scafati) einen bilderreichen choreografischen Kommentar zur Mythenbildung bemerkenswerter Naturphänomene beisteuerte. Ein zweiter komplett neuer Abend mit französischer (Live-)Musik erweiterte das bisher gewohnte Spielplanrasters der Ballettcompagnie in Ulm: IN SICH – SELBST war der Titel einer zweiteiligen Choreografie, deren erste Hälfte Can Arslan als tiefenpsychologische Märchendeutung erarbeitete, während Roberto Scafati im zweiten Teil der Dialektik der Individuation zwischen Widerstand, Anpassung und Vereinsamung nachspürte. Nicht nur im Großen Florian Stern, Annette Faßnacht-Westermeier a.G., Christel Mayr, Christian Streit, Aglaja Stadelmann (v.l.) in URMEL AUS DEM EIS Und auch das nächste große Stück – diesmal auch für kleine Menschen – hatte nicht weniger gute Unterhaltung zu bieten. Mit URMEL AUS DEM EIS in der Inszenierung von Philipp Jescheck konnten wir ein ums andere Mal ein Großes Haus voller Kinder für das Theater begeistern. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass das Theater Ulm auch im Kinder- und Jugendbereich die kulturelle Grundversorgung für 60 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm die Stadt und das Umland garantiert, die in Qualität und Größenordnung nicht von anderer Seite zu leisten ist. Diese Überlegung führte auch zu der Entscheidung für die nächste Schauspielproduktion im Großen Haus, SUPERGUTE TAGE oder DIE SONDERBARE WELT DES CHRISTOPHER BOONE von Simon Stephens. Das Stück nach dem Bestseller-Roman von Mark Haddon, das eine Kriminal- und Familiengeschichte aus der Perspektive eines autistischen Jungen erzählt, wandte sich an ein Familienpublikum ab 11 Jahren. In der suggestiven Inszenierung von Andreas von Studnitz ging das Konzept voll auf. Bis zum Ende der Spielzeit konnten wir ein breit gefächertes Publikum ins Theater locken, das der berührenden Geschichte begeistert folgte. Die Position des modernen Klassikers wurde im April von Bertolt Brechts DER GUTE MENSCH VON SEZUAN bekleidet. Antje Schupp widmete sich mit Unterstützung des Musikers Benedikt Brachtel Brechts Stück, das seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder in Ulm zu sehen war. Der freche, spielerische und intelligente Umgang mit dem nicht eben leichten Stück fand seine Fans insbesondere bei einem jungen Publikum; aber auch viele ältere Zuschauer, die sich eher auf einen anstrengenden und moralinsauren Theaterabend eingestellt hatten, zeigten sich positiv überrascht. Dabei blieb die Inszenierung im Sinne Brechts alles andere als unpolitisch, trat in aktiven Austausch mit dem Publikum und forderte durchaus Widerspruch heraus. Die Internetplattform nachtkritik.de schrieb: „Antje Schupp zündet mit Bertolt Brechts Lehrplanklassiker in Ulm die große Pop- und Verwandlungsshow“ – einmal mehr eine äußerst positive Wahrnehmung der Arbeit unseres Schauspielensembles in der überregionalen Presse. Die fünfte und letzte Schauspielproduktion im Großen Haus war die deutschsprachige Erstaufführung von Pamela Carters IN DER EBENE. Das Stück, für das die englische Autorin beim Berliner Theatertreffen 2012 ausgezeichnet wurde, überzeugte als verstörende Momentaufnahme einer Krise im Leben zweier Familien und Ehen. Für die Inszenierung konnte der Filmregisseur Oliver Haffner gewonnen werden, der auch in der kommenden Spielzeit wieder am Theater Ulm arbeiten wird. Auch wenn wir im Großen Haus in der Spielzeit 2013/2014 gleich zwei neue Stücke zu bieten hatten – das innovative Herz des Theaters in Ulm schlägt im Podium. Zum Auftakt drei Produktionen, wie sie unterschiedlicher und auf ihre Weise überzeugender nicht hätten sein können: Nach dem charmant-bösen Einführungsabend WELCHE DROGE PASST ZU MIR? konnten wir das von der preisgekrönten Ulmer Autorin Nina Ender für das Theater Ulm entwickelte Jugendstück PIDKID.DE im Podium zur Uraufführung bringen. Die Auseinandersetzung mit der Präimplantationsdiagnostik und ihren Folgen sorgte für angeregte Diskussionen. Komplettiert wurde der Spielzeitauftakt von der Klassikeradaptation DANTONS TOD in der Inszenierung von Andreas von Studnitz. Reduziert auf die beiden großen Kontrahenten Danton und Robespierre gelang es dem Abend, das Publikum soghaft in die revolutionäre Gedankenwelt der historischen Figuren hinein zu ziehen, die mit Büchnerscher Abgründigkeit um das Thema kreiste: „Wie politisch ist das Private?“ Gunther Nickles, Sibylle Schleicher, Christian Streit, Johanna Paschinger (v.l.) in PIDKID.DE Mit einer völlig anderen Farbe wartete das Kammerspiel BLACKBIRD von David Harrower auf, in dem ein Missbrauchsopfer und -täter fünfzehn Jahre nach der Tat wieder aufeinander treffen. Unser großes Anliegen, spannende, vor allem aber welthaltige Geschichten zu erzählen, ging bei dieser Produktion in der Regie von Heike Frank sicher beispielhaft auf, denn noch immer braucht es gesellschaftliche Aufklärung und Aufmerksamkeit auf ein Thema, das allzu schnell verdrängt wird. Im Januar folgte mit DER GROSSE MARSCH des jungen Autors Wolfram Lotz ein erster anarchisch-komischer Höhepunkt im Podium. Fanny Brunner brachte dieses Welttheater im Pocketformat auf die Bühne. Wiederum eine Punktlandung, die sich an das mittlerweile große und durchschnittlich deutlich jüngere Publikum des Podiums wandte. 61 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm Einen großen Kontrast bildete die Inszenierung von Wannie de Wijns DER GUTE TOD ab April 2014. Eine Familie kommt im Haus des Vaters und Bruders zusammen – einen Abend vor dessen Freitod. Denn das Stück stammt aus und spielt in den Niederlanden, wo die Euthanasie („der gute Tod“) erlaubt ist. Wiederum ein äußerst aktuelles gesellschaftliches Thema, das in berührender Weise von Antje Thoms inszeniert wurde. Als letzte Position im Podium folgte eine völlig andere Art von Stück. Werner Schwabs „Radikalkomödie“ VOLKSVERNICHTUNG oder MEINE LEBER IST SINNLOS sezierte in einer bitterbösen Mischung aus Realem und Groteskem das gesellschaftliche Miteinander im Mikrokosmos eines Mietshauses. Maximilian Wigger-Suttner, Wilhelm Schlotterer, Aglaja Stadelmann (v.l.) in TARTUFFE Mit der Ausnahme von TARTUFFE, DER GUTE MENSCH VON SEZUAN und DANTONS TOD umfasste der Schauspiel-Spielplan des Theaters Ulm 2013/2014 ausschließlich Neuinszenierungen, Urund Erstaufführungen von Stücken der Gegenwartsdramatik. Aktuelle Themen, spannende Ge- schichten und Inszenierungen, die lustvoll zur Auseinandersetzung einladen, waren die Grundlinien unserer Arbeit, die wiederum ein breites Publikum fanden. Nach wie vor bilden die professionellen Produktionen mit unserem Schauspielensemble das Rückgrat der Arbeit des Theaters Ulm. Dennoch hat auch in der Saison 2013/2014 die Bedeutung partizipativer Projekte noch einmal zugenommen. Bereits im Januar gelangte das von Schauspieldramaturgin und Theaterpädagogin Barbara Frazier konzipierte Mehrgenerationenprojekt IHR KENNT DIE REGELN! zur Uraufführung. Vierzig Teilnehmer im Alter von sieben bis achtzig Jahren erarbeiteten und zeigten gemeinsam eine theatralische Auseinandersetzung mit dem Thema Erziehung. Ähnlich vielfältig setzte sich die Teilnehmerschaft des integrativen Projekts andersSEIN zusammen, das in das Stück RENT A FOOL von Michael Sommer mündete. Bei dieser Kooperation zwischen Theater Ulm und Lebenshilfe Donau-Iller e.V., das vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wurde, standen am Ende dreißig Teilnehmer mit und ohne Behinderungen auf der Bühne. Und auch der Jugendclub Schauspiel konnte erneut eine große Gruppe junger Menschen auf der Bühne zusammenbringen. In einer eindrucksvoll energiegeladenen Auseinandersetzung mit Schillers DIE RÄUBER loteten die Jugendlichen die Möglichkeiten von Rebellion in der heutigen Gesellschaft unter dem Titel WIR KÖNNTEN AUCH ANDERS aus. Zur Kultveranstaltung hat sich in den letzten Jahren der Jugendclub Musiktheater unter der Leitung von Benjamin Künzel entwickelt, der mit BEZAUBERNDES FRÄULEIN! gegen alle Wahrscheinlichkeit Teilnehmer und Zuschauer für eine freilich freche und respektlose Aneignung einer Operette begeisterte. Wie bereits in der vergangenen Spielzeit ersetzte das Format „SPIELT EUCH...“ die klassischen Schultheatertage. Bei SPIELT EUCH… DEN STRUWWELPETER erarbeiteten Theatergruppen verschiedener Schulen, der Volkshochschule und der Ballettschule des Theaters Ulm jeweils einzelne Teile des Kinderbuchklassikers, die in einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend am Ende der Spielzeit zusammen gesetzt wurden. Unter den vielen besonderen Projekten, die das Theater Ulm als Flaggschiff der Ulmer Kultur auch in der vergangenen Saison noch „nebenbei“ realisierte, 62 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm sollen noch drei besonders hervorgehoben werden: Beim Labyrinth durch die Katakomben des Theaters, das anlässlich der Kulturnacht im September 2013 angeboten wurde, konnte eine neue SmartphoneApp zur Kulturvermittlung präsentiert werden, die das Theater Ulm in Kooperation mit der Universität Ulm und unterstützt vom Projekt „Ulm 2.0“ entwickelt hatte: APPARITION. „Geisterhaft“ erschien Schauspieler Gunther Nickles in der Rolle von nicht weniger als neun berühmten Ulmerinnen und Ulmern, die dem Publikum ein sehr unterhaltsames „Grußwort“ zur neuen Spielzeit vermittelten. Als wiederkehrendes Highlight traten bei POETRY! DEAD OR ALIVE! zum bereits vierten Mal vier hochkarätige Slampoeten aus der internationalen Spoken-Word-Szene gegen vier Schauspieler des Theaters Ulm an und begeisterten ein junges Publikum im Großen Haus. Das Livestreaming-Projekt am Theater Ulm wurde seit dem Auftakt im Sommer 2013 mit außergewöhnlichen Events weitergeführt. Nach der Liveübertragung von TARTUFFE im Oktober (mit einer Livediskussion mit Kirchenvertretern über religiöse Heuchelei) folgte Anfang Dezember der Livestream von HÄNSEL UND GRETEL mit Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt. Nach der Übertragung von DANTONS TOD, der ein ebenfalls übertragenes Pub- likumsgespräch im Podium und im Internet folgte, zeigten wir im Juni IN DER EBENE und im Juli zuletzt ERLÖST ALBERT E. einem globalen Publikum im Netz. Federführend bei allen drei Projekten war der scheidende Leitende Schauspieldramaturg Michael Sommer. Als kurzer Ausblick auf die Spielzeit 2014/2015 seien zunächst die Highlights im Großen Haus genannt: Mit KABALE UND LIEBE steht Schillers ebenso persönliches wie gesellschaftskritisches Stück nach zehn Jahren endlich wieder auf dem Ulmer Spielplan. DER NACKTE WAHNSINN wird die Lachmuskeln unserer Zuschauer nach Kräften fordern während DER GOLDENE DRACHE eine bitterkomische Auseinandersetzung mit einer globalisierten Welt bietet. Die Uraufführung von DIE BAKCHEN (PUSSY RIOT) von John von Düffel nach Euripides erwartet uns schließlich ein politisches und scharfes Stück Gegenwartstheater. Neben dem großen Weihnachtsklassiker DER ZAUBERER VON OZ bieten wir natürlich Stücke und partizipative Projekte für alle Altersgruppen, sowie viele andere neue, klassische, komische, traurige und immer berührende Stücke im Podium. Und nicht vergessen: Der Sommer 2015 ist wieder ein Wilhelmsburg-Sommer mit Shakespeares EIN SOMMERNACHTSTRAUM. 63 2013 | kultur | BERICHT Theater Ulm Budgetentwicklung Ulmer Theater PRC 2610-540 Ulmer Theater Spielzeit 2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012 Ergebnis Ergebnis Ergebnis Ergebnis Ergebnis Plan 2012/13 anteilig 2012/2013 Ergebnis T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ Erträge Laufende Zuwendungen (ohne Landeszuweisung) Zuweisungen vom Land Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Sonst. ordentliche Erträge Eintritt usw. Ordentliche Erträge 147 4.281 3.366 146 23 124 4.329 3.051 337 0 126 4.277 3.148 123 17 123 4.369 3.826 239 19 7.962 7.842 7.692 8.575 -12.458 -1.992 -49 -731 -12.666 -1.653 -53 -646 -13.033 -1.615 -55 -590 -13.135 -2.066 -60 -810 *) -15.230 -15.018 -15.293 -16.071 -7.268 -7.176 -7.601 -7.496 *) *) -2.428 -2.651 -3.278 -3.078 *) *) *) -325 -11 -380 -12 -418 -14 -442 -13 *) *) *) -2.440 -2.663 -3.292 -3.091 -16.012 16.921 -16.520 -9.049 -9.235 -8.996 -9.708 -9.839 -10.893 -10.587 9.143 9.272 9.042 9.710 9.857 10.893 10.595 94 37 46 2 18 0 8 -55 -49 0 39 -12 46 2 18 8 Vorjahr Nachträgliche Budgetanpassung Bonusregelung 2) Budgetübertrag Vorjahr neu -622 -583 -595 -430 -309 -172 119 -476 119 -311 119 -190 119 -53 Budgetübertrag -583 -430 -309 -172 -45 3.944 4.156 4.243 3.020 6.964 3.530 7.686 3.281 7.524 11.626 12.296 12.132 *) *) *) *) *) *) *) *) *) *) *) Belastung für interne Leistungen davon Verrechnungen in Budgetverantwortung Kalkulatorische Kosten (Zinsen) *) Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis Aufwendungen Personalaufwendungen Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Sonstige ordentliche Aufwendungen Ordentliches Aufwendungen Ordentliches Ergebnis Summe Ausgaben Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss Budget Differenz Rechnungsabgrenzung 1) Budgetüberschuss/ defizit: lfd. Jahr -595 1) Das Budget wurde durch eine Rechnungsabgrenzung in den Jahren 2002 bis 2004 um insgesamt 632 T€ entlastet. Die Budgetentlastung aus dem Jahr 2004 in Höhe von 214.000 EUR ist in den Jahren 2006-2009 vom Theater zu refinanzieren (FBA 24.02.2006, GD 52/06). 2) In der Theaterdebatte des GR am 2.07.2011 ( GD 260/10) wurde eine Bonusregelung für die Abtragung des Defizits beschlossen: Wenn mit Feststellung des Jahresabschlusses die Budgetvorgaben eingehalten und die Konsolidierungsvorgaben erbracht sind, werden jeweils 20%des alten Budgetdefizits ( bis einschl. 2008/2009: 595.000 € ) = 119.000 € / Spielzeit erlassen. 64 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum 65 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum Ulmer Museum Geschäftsbericht 2013 Bereits im vergangenen Geschäftsbericht haben wir auf den Ausbau von Informationen im Internet verwiesen. Hier sind wir auf einem guten Weg, durch mehr Kommunikation und Bildbeispiele attraktive Plattformen zu bieten. Ein weiterer Aspekt ist das Serviceangebot für ein zunehmend internationales Publikum sowie für besondere Zielgruppen - etwa für Kinder und Senioren. In enger Zusammenarbeit mit kommunalen und externen Partnern wollen wir dazu neu konzipierte Pilotprojekte auf den Weg bringen, die helfen sollen, Kunst und Kulturgeschichte noch mehr Menschen nahe zu bringen als bisher. Aufgaben und Ziele Mit Blick auf die angestrebte Erweiterung unseres Besucherservice sind in den vergangenen Monaten zwei Aspekte in den Vordergrund der Museumsarbeit getreten: − − die Vermittlung von Ausstellungen an spezielle Zielgruppen durch eine Erweiterung der museumspädagogischen Angebote, die Modernisierung der räumlichen und inhaltlichen Situation im Ulmer Museum. Organigramm Mus e ums le itung Volonta ria t Museumsdirektorin: Dr. Gabriele Holthuis Kathrin Thumerer S a mmlung und Fors chung Ve rmittlung, Be s uche rdie ns te Ve rw a ltung, Inne re D ie ns te A rchä ologie Ö f f e ntlichk e its a rbe it / Fina nze n, P e rs ona l Kurt Wehrberger Mus e ums pä da gogik S e k re ta ria t Sarah Bosch Brigitte Strahl, Blanka Adu-Bright S ta dtge s c hichte O rga nis a tion, Führunge n, Re gis tra Dr. Eva Leistenschneider Ve ra ns ta ltunge n Esther Siegmund-Heineke A lte Kuns t Catarina Stönner Kuns t vom 19. bis A rchiv ie rung/ D ok ume nta tion 21. Ja hrhunde rt Be s uche r-A uf s ic hts die ns t / Dr. Gabriele Holthuis Ka s s e H f G-A rchiv Gabriele Leutenegger (Ltg. MU) Uwe Riedel (Ltg. KHW) 22 Aufsichtskräfte Dr. Martin Mäntele (Leitg.) Christiane Wachsmann Marcela Quijano Daniela Baumann Sabrina Stoppe (MU) Christiane Wachsmann (HfG) T e c hnik / W e rk s ta tt Helge Schmid Manfred Paller Re s ta urie rung / s hop im Mus e um H a us die ns te durch GM W e rk s ta tt Karin Barth u. a. Jürgen Oehme, Christa Büchele Evamaria Popp Stefanie Bosch MU = Museum/HfG-Archiv, KHW = Kunsthalle Weishaupt 66 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum Für das große Ziel einer Modernisierung des Ulmer Museums haben Verwaltung, Gemeinderat und Fachgremien im Jahr 2013 wichtige Weichen gestellt: Ein erster Ideenwettbewerb wurde ausgelobt, und in den folgenden Monaten wird es darum gehen, nach der Jurierung und im Rahmen einer Machbarkeitsstudie detaillierte inhaltliche und räumliche Anforderungen zu formulieren, die dann in einem darauf folgenden Schritt Grundlage für einen Architekturwettbewerb sein werden. Rückblick 2013 Sonderausstellungen 2013 Brennt wie Zunder – Der Zunderschwamm von der Steinzeit bis in die Neuzeit Studio Archäologie, bis 28. April 2013 Die archäologisch-historische Ausstellung beleuchtete die weitgehend in Vergessenheit geratene vielfältige Nutzung des Zunderschwamms. Der Baumpilz war essentieller Bestandteil prähistorischer wie historischer Feuerzeuge und kam auch als Kleidungsersatz und im medizinischen Bereich zur Anwendung. Kaum bekannt war bisher auch die Rolle Ulms als bedeutendes Zentrum der Zunderfabrikation im 19. Jahrhundert. 5773. Eine neue Synagoge für Ulm bis 20. Mai 2013 Freudiger Anlass war die Einweihung der neuen Synagoge auf dem Weinhof am 2. Dezember 2012 in Ulm. Ausgestellt und von einem Katalog begleitet haben wir u.a. sowohl den ausgewählten Architekturentwurf als auch zahlreiche sog. Judaika aus einer israelischen Privatsammlung, mit denen der religiöse Alltag zuhause und in der Synagoge begangen wird. Abenteuer Malerei. Emil Schumacher zum 100. Geburtstag 15. März bis 15. September 2013 Zum 100. Geburtstag des deutschen Malers haben wir 100 Werke aus dem gesamten Schaffensspektrum gezeigt. Sie stammten zu einem Großteil aus dem Emil Schumacher Museum in Hagen und wurden ergänzt durch eigene Bestände sowie aus Ulmer Privatsammlungen. Basic Design. Von Ulm in die USA und zurück 25. September 2013 bis 9. Februar 2014 Prof. William S. Huff übergab seit 2008 sein Unterrichtsarchiv, das „Basic Design Studio Archive“, schrittweise dem HfG-Archiv. Das Ulmer Museum zeigte erstmalig eine Auswahl aus dem umfangreichen Bestand. Den kennt doch keiner! Löwenmensch und Medienwelt Studio Archäologie, 12. Mai 2013 bis 15. Februar 2015 Die Schau führt - in gestalterisch überraschender Form - die Rezeption des Löwenmenschen in den Medien vor Augen. Seit dieser Begriff für die geheimnisvolle Statuette aus der Altsteinzeit geprägt wurde, ist sie in zahllosen deutsch- und fremdsprachigen Büchern und Zeitschriften präsent. Auch das Medium Film hat den Löwenmenschen entdeckt, wie diverse Dokumentationen belegen. Gewebte Identitäten. Textilien und Fotografien aus Westafrika. Die Sammlungen Weickmann und Walther 7. Juni 2013 bis 12. Januar 2014 Afrikanisches Gewand in der Ausstellung "Gewebte Identitäten. Textilien und Fotografien aus Westafrika. Die Sammlungen Weickmann und Walther" Nie zuvor standen die beiden ältesten, vollständig erhaltenen afrikanischen Gewänder Afrikas aus der Sammlung des Ulmer Museums im Rampenlicht einer Präsentation mit Fotografien und Videokunst aus der Sammlung Walther. Neue spektakuläre Erkenntnisse wurden im Katalog dokumentiert. Goldene Zeiten. Die Kunst der Ulmer Goldschmiede 18. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 Die Ausstellung bot mit rund 100 Exponaten einen Überblick über die Ulmer Goldschmiedekunst vom 67 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum späten Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Liturgische Geräte sowie Luxusgüter für das wohlhabende Bürgertum waren die wichtigsten Tätigkeitsfelder der einheimischen Meister. Werkzeuge, Entwurfszeichnungen und Zunftobjekte illustrierten die handwerkliche Praxis der Goldschmiede und ihren beruflichen Werdegang im Rahmen der strengen Zunftbestimmungen. der aufwendigen Neurestaurierung stand der weiter komplettierte Löwenmensch im Zentrum einer Schau zu den Ursprüngen altsteinzeitlicher Kunst und Kultur. HfG-Archiv 2013 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen der neuen ständigen Ausstellung sowie des Umbaus für die Erweiterung des HfG-Archivs im ehemaligen Hochschulgebäude am Hochsträß. Die neue Dauerausstellung im HfG-Archiv: "Hochschule für Gestaltung: Von der Stunde Null bis 1968" Der Löwenmensch nach Abschluss der Restaurierung 2013 Die Rückkehr des Löwenmenschen. Geschichte, Mythos, Magie 15. November 2013 bis 9. Juni 2014 Der Löwenmensch gilt als eine der bedeutendsten Entdeckungen der urgeschichtlichen Archäologie. Die Statuette aus dem Stoßzahn eines Mammuts ist die größte und spektakulärste Skulptur der Eiszeitkunst und zählt mit einem Alter von fast 40.000 Jahren zu den frühesten figürlichen Darstellungen der Menschheit. 2008 bis 2011 gelang es einem Forscherteam überraschend, in der Stadel-Höhle im Lonetal bei Ulm die Fundstelle der bereits 1939 geborgenen Figur wieder zu entdecken und zahlreiche weitere Fragmente sicherzustellen. Nach Abschluss Neue ständige Ausstellung: "Hochschule für Gestaltung: Von der Stunde Null bis 1968" ab 13. September 2013 Unter großem Andrang wurde die neue ständige Ausstellung "Hochschule für Gestaltung: Von der Stunde Null bis 1968" von Oberbürgermeister Ivo Gönner eröffnet. Die Präsentation gliedert sich in drei Bereiche: Die Stunde Null, die Jahre 1953 bis 1968, A-Z-Regal. Archiverweiterung und Archivbetrieb Die baulichen Maßnahmen für die im November 2012 beschlossene Archiverweiterung begannen im Mai. Das Depot stand damit nur eingeschränkt für den Archivbetrieb zur Verfügung. Im Zentrum der Archivarbeit steht die Betreuung wissenschaftlicher Projekte. 2013 konnten rund 119 Forschungs- und 80 Bildanfragen betreut werden. Zur Recherche ins Archiv selbst kamen 59 Besucher. 68 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum Inventarisierung Die Inventarisierung von Akten, Fotografien, Modellen, Büchern und Broschüren sowie die Digitalisierung von Bildmaterial aus dem Nachlass von Otl Aicher lief in der Zeit von Januar bis August 2013. Dieses Material lieferte wertvolle und bis dahin unbekannte Informationen über Aichers Werdegang, aber auch zu den Krisen und zum Ende der HfG. Dieses verzeichnete Material steht nun der Forschung zur Verfügung. Die Findbücher werden über die Archiv-Website online gestellt und können so zur Vorbereitung eines Archivbesuchs genutzt werden (http://www.hfgarchiv.ulm.de/die_sammlungen/findbuecher.html). Ausstellungen 2013 Vom 3. Februar bis April 2013 lief die Präsentation "Vasistas", eine Auswahl von Objekten mit dem Charakter eines Schaudepots. Neben Arbeiten aus dem ebenfalls im HfG-Archiv verwahrten Nachlass von Tomás Gonda vermittelte eine breite Auswahl Kenntnisse zu den Methoden der Gestaltung an der HfG Ulm, ergänzt von den reproduzierten Tafeln der ersten Ausstellung, welche die HfG Ulm 1958 als Selbstdarstellung in der Mensa präsentiert hatte. Aus Anlass des 50. Gründungsjubiläums der HfG Ulm erarbeitete das Archiv 2003 die Ausstellung „ulmer modelle – modelle nach ulm“. Unter Federführung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart) tourte die Ausstellung bis einschließlich Ende 2013 an insgesamt 19 Stationen weltweit. Die beiden Auslandsstationen im Jahr 2013 in Zlín, Tschechische Republik und Manila, Philippinen zählten insgesamt 4394 Besucher. Die Tournee endet 2014. Aus dem Bestand des Nachlasses von Otl Aicher, den das Archiv seit 1996 verwahrt, stellte noch die alte Archivleitung eine beeindruckende Schau mit den Bilderbogen zu "Wilhelm von Ockham" zusammen, die 2013 ins Stadtmuseum Ludwigshafen vermittelt werden konnte. Veranstaltungen Statt einer Eröffnung zur Ausstellung "Vasistas" wurde ein "Tag der offenen Tür" eingeführt (12.4.2013), den rund 203 Personen wahrnahmen, die teilweise an den 3 angebotenen Führungen teilnahmen. Weitere Veranstaltungen waren: Kultur- nacht 14.9.2013; Internationaler Museumstag, 18.05.2014, Eröffnung der Aicher-Ausstellung, 11.5. Kooperationen Der club off ulm e.v. (cou), Mit-Begründer des Archivs, veranstaltete seine Mitgliederversammlung 2013 in Ulm. Die vom cou erarbeiteten „Rückblicke“ zu den einzelnen Abteilungen der HfG entstehen stets mit Hilfe des HfG-Archivs. 2013 unterstützte das HfG-Archiv das über den cou gestützte Studienprojekt zum Entwurf und Bau des Hochschulgebäudes von Max Bill, das von Dr. Daniel Meister BDA geleitet wird. Finanzierung Die vom Land Baden-Württemberg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zugesagten Mittel wurden zur Finanzierung der neuen Dauerausstellung im HfG-Gebäude abgerufen. Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg Die seit 2009 laufende, erste Förderungsmaßnahme einer Mitarbeiterin für Inventarisierungsaufgaben (50%) mit Mitteln von der Stiftung Kulturgut BadenWürttemberg und der Stadt Ulm endete im August 2013. Die beantragte Verlängerung wurde gewährt und beginnt zum 1. Januar 2014. Besucher und Veranstaltungen Im Jahr 2013 besuchten 37.316 Personen das Ulmer Museum. Davon sahen 25.557 die Sonderausstellungen. Das HfG-Archiv am Hochsträß wurde von 3.043 Gästen besucht. Die öffentlichen und privaten Führungen bilden eine wichtige Kontaktstelle zwischen den Mitarbeitern des Museums und unseren Besuchern und stehen im Dienst unserer Vermittlungsarbeit. Im Ulmer Museum und im HfG-Archiv wurden 300 Führungen geleitet, in der Kunsthalle Weishaupt waren es 329, die auch vom Museum organisiert und durchgeführt wurden. 2013 war das Ulmer Museum für insgesamt 718 Veranstaltungen verantwortlich. Zu den Veranstaltungen zählen Eröffnungen, Führungen, Kinderprogramm, Vorträge, Lesungen, Konzerte, 69 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum Performances und Kooperationen mit anderen Institutionen. Um die Resonanz zu unserem Angebot besser einschätzen zu können, liegt ein Gästebuch an unserer Pforte aus. Besondere Veranstaltungen Das Ulmer Museum nimmt aktiv an bestehenden Veranstaltungen des Ulmer Kulturlebens teil oder richtet sie als Organisator in Eigenregie aus. Der Internationale Museumstag (12.5.2013), die Lange Nacht der Museen (22.6.2013), das Sommerfest der Freunde des Ulmer Museums e.V. (19.7.2013), die Kulturnacht (14.9.2013) und der Internationale Tag im Ulmer Museum (20.10.2013) sind weiterhin fester Bestandteil unseres Programms. Für die jeweiligen Anlässe bieten wir eine Mischung aus Führungen (in verschiedenen Sprachen), Live-Musik und Gastronomie. Veröffentlichungen Das Ulmer Museum hat im Jahr 2013 3 Kataloge als Herausgeber oder in Kooperation publiziert: zu den Ausstellungen „Emil Schumacher“, „Gewebte Identitäten“ und „Die Rückkehr des Löwenmenschen“. Öffentlichkeitsarbeit der Veröffentlichungen steigern. Insgesamt wurden 363 Beiträge in regionalen und überregionalen Zeitungen, Radio und Fernsehen dokumentiert. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2012 231 Berichte über das Ulmer Museum im Pressespiegel erfasst. Mit 87 Veröffentlichungen stand der Löwenmensch bereits 2013 im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Durch regelmäßige Pressemeldungen und Newsletter sowie die Betreuung der Facebook-Seite des Ulmer Museums nimmt der Empfängerkreis stetig zu. Freunde und Sponsoren Freunde des Ulmer Museums e.V. Der Freundeskreis des Ulmer Museums fördert und unterstützt viele Bereiche der Museumsarbeit. Besonders hervorgetreten ist er durch die Beteiligung an Sonderausstellungen, Museumspädagogik, Werbung und durch Kunstankäufe. Der Freundeskreis betreut den Museumsshop und wirbt aktuell für die Aufnahme vorzugsweise junger Mitglieder. Das traditionelle Sommerfest auf dem Marktplatz lockte zahlreiche Besucher an. In der Reihe der Atelierbesuche waren die Teilnehmer begeistert von der Künstlerin und Bühnenbildnerin Marianne Hollenstein und ihrem Studio. Homepage des Ulmer Museums Mit den Möglichkeiten eines neuen und aktuelleren Internetauftritts wachsen auch die Bedürfnisse und Ansprüche des zunehmend digitalen Publikums („Digital Natives“). Neben einer Abbildung des Museums-Teams, die die im Hintergrund tätigen Personen sichtbar macht, wurde ein Newsletter eingerichtet, der Interessierte nach Anmeldung über aktuelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen im Ulmer Museum informiert. Mit einer Verlinkung unserer Sammlungshighlights auf der Website www.museum-digital.de kann der Interessierte die Bandbreite der umfangreichen Sammlungsbestände kennen lernen und sich Anregung für einen Besuch im Museum holen. Am Kindertag im Ulmer Museum stehen die kleinen Besucher im Mittelpunkt Museumsshop Presse/Medien/Newsletter Auch in diesem Jahr konnte das Ulmer Museum vor allem durch spannende Ausstellungen und museumspädagogische Aktivitäten vermehrt die Aufmerksamkeit der Medien gewinnen und die Anzahl Rund 30 Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich in dem seit 1994 bestehenden Shop. 2013 betrug der Gesamtumsatz 48.107,- € und konnte im Vergleich zu 2012 um knapp 5.000 € gesteigert werden. Um sich für ihre Arbeit zu bedanken, bietet das Museum 70 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum exklusive Führungen durch die Sonderausstellungen mit einem anschließenden gemeinsamen Essen an. Sponsoren Das Ulmer Museum hat auch im Jahr 2013 wieder vielfältige finanzielle Unterstützung erhalten. Wir freuen uns über den breiten Zuspruch und bedanken uns für das Vertrauen. Namentlich sind wir gefördert worden u. a. von: der Abteilung für Kultur und Medien der Bundesregierung, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst BadenWürttemberg, der Landesbank Baden-Württemberg, den Freunden des Ulmer Museums e.V., der Sparkasse Ulm, der Brauerei Gold Ochsen, dem Unternehmen Uzin Utz AG, der Schwenk Zementwerke AG, der Wielandwerke AG, dem Unternehmen Liqui Moly, dem Verband Südwestmetall BadenWürttemberg e.V., dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, dem Lonetalverein, dem Unternehmen Braun Steine, der Ulmer Bürger Stiftung, der Teva ratiopharm. Im Bereich der Moderne wurden für die Ausleihe großer Teile der Sammlung Fried an die Städtische Galerie Klagenfurt mehrere Werke konservierend behandelt und neu gerahmt. Für die Neugestaltung der Dauerausstellung im HfG-Archiv wurden Modelle restauriert und Sammlungsschränke für die Präsentation von Originalgraphik präpariert. Inventarisierung/Digitalisierung Im Jahr 2013 konnten bereits die ersten, mit dem Inventarisierungsprogramm erfassten Sammlungshighlights des Ulmer Museums auf dem OnlinePortal www.museum-digital.de veröffentlicht werden. In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Museumsbetreuung in Stuttgart wurden zunächst die Werke aus dem umfangreichen Sammlungsbestand der „Moderne“ publiziert. Besonders zeitintensiv gestaltete sich dabei die Forschung nach den verschiedenen Urheber- und Bildrechten, mit denen die meisten Fotografien der Werke geschützt sind. Leihgaben Sammlung Fried in Österreich ABENTEUER KUNST – Highlights der Sammlung Kurt Fried aus dem Ulmer Museum - unter diesem Titel wurde eine Auswahl von 79 Werken der Sammlung Fried im Jahr 2013 in der Stadtgalerie Klagenfurt ausgestellt. Ausleihen Besucher in der Sonderausstellung "Goldene Zeiten. Die Kunst der Ulmer Goldschmiede" Restaurierungen Zwei Restauratorinnen teilen sich eine Planstelle mit den Schwerpunkten Alte und Neue Kunst. Sie betreuen die Objekte der ständigen Sammlungen, die Wechselausstellungen sowie die Ausleihe von Kunstwerken aus dem Besitz des Ulmer Museums zu Ausstellungen in aller Welt. Im Bereich der Alten Kunst lag im Jahr 2013 der Aufgabenschwerpunkt in der konservatorischen und restauratorischen Vorbereitung der Kunstwerke der Ulmer Spätgotik für ihre Neuaufstellung im 1. OG des Kiechelhauses sowie die vorherige sorgfältige Klimatisierung der Räume. Wir haben zahlreiche Leihanfragen erhalten und bearbeitet. 16 Werke wurden u.a. Museen in Madrid, Liège, Bern, Wien und Croix Valmer zur Verfügung gestellt. 330 Objekte des Ulmer Museums haben wir innerhalb Deutschlands verliehen, sie befinden sich z. B. in Ahlen, Frankfurt, Karlsruhe, Konstanz, Köln, Ludwigshafen, Solingen, Münster, Freudenstadt, Ulm und Neu-Ulm. Auch an städtische Einrichtungen in Ulm verleihen wir Kunst. Für unsere eigenen Ausstellungen im Ulmer Museum haben wir selbst von unseren Leihgebern 479 Werke erhalten. Erwerbungen und Schenkungen Wir freuen uns, im Jahr 2013 12 Erwerbungen verzeichnen zu können. Darunter auch Werke Ulmer Künstler, wie beispielsweise: 71 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum - Vesna Kovacic, Raute, 2013, Acryl, Aluminiumguss - Esther Hagenmaier, Resonanz, 2012/13, Farbfotografie, UltrasecM, Museumsglas - Frank Hempel, ONDES, 2012, Cotton-Druck auf Holzplatte gespannt stammte: Es handelt sich um das Gemälde "Genfer See II" von Oskar Kokoschka. Es gelangte nach der Enteignung im Zuge einer Auktion in Luzern an private Sammler, die es nun testamentarisch an das Ulmer Museum "zurück"-vermacht haben. Wir dürfen mit der Entgegennahme im Jahr 2014 rechnen. Ebenso wurden das Ulmer Museum und das HfGArchiv großzügig bedacht.143 Schenkungen kamen u.a. von dem ehemaligen Studenten und Gastdozenten der HfG Prof. William S. Huff. Unter den Schenkungen befanden sich auch folgende Werke: Vorschau 2014 - Gotthard Graubner, Ohne Titel, 1969, Radierung auf Japan - Hans Gassebner, Blick vom Blauufer zum Zementwerk, ohne Jahr, Öl auf Leinwand - Anneliese Neumann, Löwen Kont Ur, 2007, Acryllasur Abbildungsgenehmigungen und Rechercheanfragen 42 Abbildungsgenehmigungen hat das Ulmer Museum 2013 erteilt, z.B. für den Löwenmenschen und für Werke von Paul Klee oder Paul Gauguin. Die Anfragen kamen vielen Ländern, u.a. von Museen aus Paris, London, Amherst/USA, Basel und Amsterdam. Bei 68 Anfragen u.a. zu verschiedenen Künstlern, zur Stadtgeschichte und zur Sammlung Alte Kunst waren wir mit Rat und Tat behilflich. Veranstaltungen und Kooperationen Im Jahr 2014 verstärken wir unsere Bemühungen, die reichen Sammlungsbestände einem weiteren Personenkreis zugänglich zu machen. Wir konnten den Rotary Club Ulm-Donaubrücke für die Förderung zweier Projekte gewinnen, von denen sich das eine an Senioren, das andere an junge Menschen richtet. Das Pilotprojekt "Wir bringen die Kunst zu Ihnen!" umfasst Veranstaltungen in mehreren Ulmer Senioreneinrichtungen und startet Mitte 2014 mit dem Thema "Löwenmensch". Zentraler Aspekt dieser Initiative ist es, die Interessen und Bedürfnisse der Senioren zu berücksichtigen und alle Sinne mit einzubeziehen. Als Anschauungsmaterial dient beispielsweise eine Replik des Löwenmenschen oder eine Feuersteinknolle mit Zunder. Die Internationalisierung bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Museumskonzeption, so dass auch 2014 u.a. der Internationale Tag im Ulmer Museum mit Führungen in 7 Sprachen stattfinden wird. Ausstellungen Restitution Zwei Ereignisse zur Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus haben im Jahr 2013 die Mitarbeiter des Ulmer Museums ganz besonders beschäftigt. Im Mittelpunkt der bundesweiten Debatte stand zunächst der spektakuläre Kunstfund aus der Münchener Wohnung des Sammlers Cornelius Gurlitt. Es stellte sich heraus, dass auch das Ulmer Museum sieben Werke in seinem Bestand auffand, die im Zuge der Beschlagnahmung von sog. entarteter Kunst durch das Reichspropagandaministerium 1937 dem Museum abgenommen worden waren. Insgesamt 267 Kunstwerke sind in diesem Jahr verloren gegangen waren. Das zweite Ereignis betrifft die Schenkung eines Gemäldes aus Privatbesitz, das ebenfalls auf der Liste der aus dem Museum beschlagnahmten Werke Im Erdgeschoss des Ulmer Museums finden im Jahr 2014 mehrere Sonderausstellungen statt. Auf die "Rückkehr des Löwenmenschen" folgt die Sommerausstellung "Animalisch! Tiere in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Aus Ulmer Sammlungen". Rund 50 regionale und internationale Künstler und Gestalter werden zu diesem Anlass gezeigt, u.a. Pablo Picasso, Otl Aicher, Patricia Waller und Deborah Sengl. Im Herbst schließt die große Sonderausstellung an, die sich anlässlich des Jubiläumsjahrs zum ersten Weltkrieg mit den Schrecken des Krieges auseinandersetzt. Die Grafikzyklen der drei Künstler Goya, Dix und Hrdlicka werden zum ersten Mal in einer Ausstellung zusammen präsentiert. Im HfG-Archiv wird in der Fotoausstellung "Otl Aicher - Ordnungssinn und Dolce Vita" wiederent- 72 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum decktes Material des Gestalters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. kunsthalle weishaupt Seit 2007 präsentiert die kunsthalle weishaupt die Sammlung des Unternehmers Siegfried Weishaupt mit Internationaler Kunst des 21. Jahrhunderts. Die Leitung obliegt der Direktorin Kathrin WeishauptTheopold. Das Ulmer Museum organisiert die Aufsichten, den Kassendienst und die Hausmeisterin und gestaltet das museumspädagogische Begleitprogramm. Als Ausgleich dafür und für die Aufgaben des Gebäudemanagements erhält die Stadt Ulm die Eintrittsgelder. Programm Drei Ausstellungen waren 2013 in der kunst halle weishaupt zu sehen. In der Ausstellung „Skulpturen und Reliefs“ (14.7.2012 - 10.2.2013) waren erstmals ausschließlich plastische Werke Thema eines Sammlungsüberblicks in der Kunsthalle. Im Anschluss bot die Ausstellung "American Idols. Von Basquiat bis Warhol" (24.2. - 13.10.2013) einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Nachkriegszeit bis hin zur Jahrtausendwende in den USA. Darauf folgte die Retrospektive "Hans Peter Reuter - Der Weg ins Blau" (27.10.2013 4.5.2014), die einen umfassenden Einblick in das Werk des Künstlers und seine ganz besondere Beziehung zur Farbe Blau gab. Besucher 2013 besuchten rund 33.400 Personen die Ausstellungen und Veranstaltungen der kunsthalle weishaupt. Ausblick 2014 Ein Blick in die Ausstellung „Hans Peter Reuter – Der Weg ins Blau“ Die Ausstellung "Leben mit Kunst - 50 Jahre Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt" (17.5. 9.11.2014) ist trotz der Vielfalt der gezeigten Künstler und Positionen kein einfacher Querschnitt durch den Bestand. Der Besucher findet anlässlich des Jubiläumsjahres eine sehr persönliche Auswahl vor. 73 2013 | kultur | BERICHT Ulmer Museum Budgetentwicklung Ulmer Museum PRC 2520-520 1. FINANZDATEN ERTRÄGE Zuweisungen / Zuwendungen Gebühren und ähnliche Abgaben Privatrechtliche Leistungsentgelte Ordentliche Erträge 2011 2012 2013 2013 2014 Ergebnis T€ Ergebnis T€ Plan T€ Ergebnis T€ Plan T€ 37 62 76 60 95 96 175 251 68 147 150 218 85 88 15 147 164 365 390 325 364.600,00 390.186,10 325.100,00 -1.207 -220 -55 -123 -1.205 -333 -40 -171 -1.231 -427 -96 -436 -1.228 -175 -62 -90 -1.385 -1.604 -1.749 -2.189 -1.555 -1.211 -1.353 -1.384 -1.799 -1.230 Belastung für interne Leistungen -935 -1.103 -1.077 -1.051 -1.055 davon Verrechnungen in Budgetverantwortung -491 -491 -605 -554 -603 Kalkulatorische Kosten (Zinsen) -1.003 -965 -875 -886 -810 Veranschlagtes kalkulatorisches Ergebnis -1.938 -2.069 -1.953 -1.937 -1.865 Veranschl. NettoRes.bedarf/-überschuss -3.148 -3.422 -3.337 -3.736 -3.095 -81 -219 7 20.915 15.929 36.844 85 8 27.075 13.063 40.138 90 SAP Teilerg.HH 174.675,40 Aufwendungen Personalaufwendungen Aufw. für Sach- und Dienstleistungen Planmäßige Abschreibungen Sonstige ordentliche Aufwendungen -1.020 -199 -32 -135 Ordentliche Aufwendungen Ordentliches Ergebnis Budgetübertrag Leistungsziele Sonderausstellungen Besucher Sonderausstellungen Besucher ständige Schausammlungen Gesamtbesucher Zuschuss/ Besucher (€) -280 6 25.000 20.000 45.000 74 6 25.557 11.759 37.316 100 74 6 30.000 15.000 45.000 69 2013 | kultur | BERICHT Impressum Impressum Herausgeber Stadt Ulm Gesamtredaktion und Kontakt Kulturabteilung Sabrina Neumeister, Dagmar Stark Frauenstraße 19 89073 Ulm Telefon 0731 161-4701 kultur@ulm.de www.ulm.de Für die Beiträge der jeweiligen Einrichtungen zeichnen diese selbst verantwortlich. 75 2013 | kultur | BERICHT Impressum Bildnachweise: Titelbild: kulturpunkt: Guerilla-Marketing zur Kulturnacht (Foto: Olaf Bertsche) Titel der einzelnen Abteilungen: S. 7: „Muttis Kinder“, die Preisträger des A-Cappella-Awards 2013 (Foto: Michaela John) S. 17: „Trommelissimo 2013“ (Foto: Volker K. Unseld) S. 27: Mitarbeiter Matthias Grotz im Archiv (Foto: Stadtarchiv Ulm) S. 37: „Double Cross“ - hinter Glas (Foto: Veit Mette) S. 47: Eröffnung „Urbanes Leuchten“, Menschen am Geländer. (Foto: Annette Schellenberg) S. 56: Christian Streit in „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ (Foto: Hermann Posch) S. 65: Eröffnung der Ausstellung "Die Rückkehr des Löwenmenschen. Geschichte, Mythos, Magie" (Foto: Ulmer Museum) weitere Bilder: S. 9, 12, 13 links, 30, 31, 32, 33: Stadtarchiv Ulm S. 10 links: Popbastion S. 10 rechts: Betram M. Keller S. 11: Kulturabteilung S. 13 rechts: Olaf Bertsche S. 18: Lars Schwerdtfeger S. 22: Jürgen Kanold S. 23 links: Archiv Musikschule S. 23 rechts: Volker K. Unseld S. 24, 25: Volkmar Könneke S. 39, 42, 43: Veit Mette S. 49 rechts: Ralf Grimminger S. 49 links, 53, 54: Sabine Presuhn S. 50: Jürgen Kohlhammer S. 51: Heiko Mozer S. 57 links, 58, 62: Jochen Klenk S. 57 rechts: Martin Kaufhold S. 60 links: Hermann Posch S. 60 rechts, 61: Ilja Mess S. 67, 68 rechts, 70, 71: Ulmer Museum S. 68 links: Yvonne Mühleis S. 73: Kunsthalle Weishaupt 76