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Beschlussvorlage (Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung)

Daten

Kommune
Linnich
Größe
317 kB
Datum
20.11.2012
Erstellt
09.11.12, 09:53
Aktualisiert
09.11.12, 09:53

Inhalt der Datei

Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Stadt Linnich © Stadt Linnich Gemeinde Aldenhoven © Gemeinde Aldenhoven Errichtung einer Gesamtschule in gemeinsamer Trägerschaft mit vertikaler Gliederung Entwurf Oktober 2012 Inhaltsverzeichnis 1. Vorbemerkung Seite 2 2. Schulorganisation 4 2.1 Ermittlung des zukünftigen Schülerpotenzials 4 2.2 Ermittlung des Schülerpotenzials für eine Gesamtschule 2.2.1 Bisheriges Übergangsverhalten (Schulwahlverhalten) 2.2.2 Ergebnisse der Elternbefragung 2.2.3 Modellrechnung / Prognose 9 9 10 12 3. Zusammenfassung Szenario für die Gesamtschule Linnich/Aldenhoven 16 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 1 1. Vorbemerkung Sowohl in der Stadt Linnich als auch in der Gemeinde Aldenhoven gibt es seit längerer Zeit konkrete Überlegungen, wie die schulische Versorgung im Bereich der Sekundarstufe I dauerhaft und nachhaltig gesichert werden kann. Rückläufige Schülerzahlen an den bestehenden Haupt- und Realschulen und der fortschreitende demografische Wandel führen dazu, dass bereits mittelfristig keine der vier bestehenden Schulen mehr in ihrem Bestand gesichert ist. Diese akute Gefahr ist durch die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2012/13 erneut eindrucksvoll bestätigt worden und ist für beide Kommunen Anlass, nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Nachdem alle bisherigen Überlegungen für „Binnenlösungen“ – u. a. durch Einführung einer Sekundarschule - zu dem Ergebnis geführt haben, dass sowohl die Stadt Linnich als auch die Gemeinde Aldenhoven aufgrund des veränderten Schulwahlverhaltens und der demografischen Entwicklung mit deutlich zurückgehenden Schülerzahlen nicht mehr in der Lage sind, aus eigener Kraft ein stabiles Schulangebot sicher zu stellen, soll dies nun durch eine Kooperation beider Kommunen erreicht werden. Aktuell gibt es dazu den Prüfauftrag, das vorhandene Schulangebot des gegliederten Schulsystems, bestehend aus • einer Gemeinschaftshauptschule und • einer Realschule • in jeweils beiden Kommunen umzustrukturieren und die beiden bestehenden Haupt- und Realschulen sukzessive aufzulösen und durch eine • Gesamtschule in gemeinsamer Trägerschaft zu ersetzen. Die geplante Gesamtschule Linnich / Aldenhoven würde somit an zwei Standorten errichtet, wobei aufgrund der zu erwartenden Größenordnung der Schule (sechs Züge) eine vertikale Gliederung angestrebt wird. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 2 Dies würde bedeuten, dass die Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 5 – 10) an beiden Standorten dreizügig geführt werden kann. Für die Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 – 13) ist eine Arbeitsteilung angedacht, die – im jährlichen Wechsel – alternierend an beiden Schulstandorten die Einrichtung einer 11. Klasse vorsieht. Das Vorhaben soll bereits zum Schuljahr 2013/14 umgesetzt werden. Nachfolgend soll untersucht werden, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Gesamtschule Linnich / Aldenhoven realisierbar ist. Zu diesem Zweck müssen im Rahmen einer „Anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung“ sowohl die schulorganisatorischen als auch die schulräumlichen Aspekte eingehend analysiert und dargestellt werden. Der vorliegende Bericht behandelt zunächst die schulorganisatorischen Aspekte. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 3 2. Schulorganisation Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben gelten für die Gesamtschule folgende (Mindest)standards: • Mindestens vierzügig; • I. d. R. Ganztagsschule • Mindestgröße bei Errichtung = 25 Schüler je Klasse; (gem. § 82 Abs. 1 Entwurf 8. Schulrechtsänderungsgesetz) • Umfasst obligatorisch die Sekundarstufe I und II; • Nach dem bereits im Entwurf vorliegenden 8. Schulrechtsänderungsgesetz sind bei der Gesamtschule zukünftig unter bestimmten Bedingungen auch Teilstandorte zulässig; in § 83 Abs. 5 heißt es dazu: „Eine Gesamtschule kann ausnahmsweise mit mindestens sechs Parallelklassen pro Jahrgang einen Teilstandort mit zwei oder drei Parallelklassen pro Jahrgang führen, wenn nur dann das schulische Angebot in der Sekundarstufe I in einer Gemeinde gesichert wird und dies mit einer Sekundarschule nicht gesichert werden kann.“ 2.1 Ermittlung des zukünftigen Schülerpotenzials Mittelfristig werden die Schülerzahlen in der Stadt Linnich und in der Gemeinde Aldenhoven leicht zurückgehen. In Tab. 1.1 ist die voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen in der Primarstufe in der Stadt Linnich dargestellt; Tab. 1.2 enthält die entsprechenden Daten für die Gemeinde Aldenhoven. Diese Daten sind im Oktober 2012 nochmals aktualisiert worden und basieren auf dem Stand vom 22.10.2012 (Linnich) bzw. 23.10.2012 (Aldenhoven). 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 4 Danach ist in beiden Kommunen bis zum Schuljahr 2018/19 – bezogen auf das aktuelle Schuljahr 2012/13 - ein Rückgang der Schülerzahlen zu erwarten. Im Einzelnen stellt sich die Entwicklung wie folgt dar: • Stadt Linnich: Rückgang um 9,2 %, von aktuell 437 auf vsl. 396 Schüler • Gemeinde Aldenhoven: Rückgang um 15,7 %, von aktuell 535 auf vsl. 451 Schüler. In der Summe beider Kommunen zeichnet sich somit ein Rückgang von gegenwärtig 972 Schülern auf 847 Schüler im Schuljahr 2018/19 ab, dies entspricht einer Veränderung um – 12,9 %. Details hierzu sind den Tab. 1.1 – 1.3 zu entnehmen. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 5 Tab. 1.1: Schülerzahlenprognose Primarstufe Stadt Linnich Klassenbil- Schuljahr Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 Klasse 4 Summe dung nach Richtwert 2011/12 85 123 130 98 436 4,5 2012/13 112 84 111 130 437 4,6 88 112 84 111 395 4,1 2014/15 111 88 112 84 395 4,1 85 111 88 112 396 4,1 2016/17 112 85 111 88 396 4,1 98 112 85 111 406 4,2 2018/19 101 98 112 85 396 4,1 2013/14 2015/16 2017/18 Tab. 1.2: Schülerzahlenprognose Primarstufe Gemeinde Aldenhoven Klassenbil- Schuljahr Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 Klasse 4 Summe dung nach Richtwert 2011/12 132 146 127 135 540 5,6 2012/13 139 137 139 120 535 5,6 2013/14 113 139 137 139 528 5,5 2014/15 117 113 139 137 506 5,3 2015/16 122 117 113 139 491 5,1 2016/17 109 122 117 113 461 4,8 2017/18 103 109 122 117 451 4,7 2018/19 117 103 109 122 451 4,7 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 6 Tab. 1.3: Schülerzahlenprognose Primarstufe Summe Linnich + Aldenhoven Zügigkeit Schuljahr Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 Klasse 4 Summe nach Richtwert 2011/12 217 269 257 233 976 10,2 2012/13 251 221 250 250 972 10,1 2013/14 201 251 221 250 923 9,6 2014/15 228 201 251 221 901 9,4 2015/16 207 228 201 251 887 9,2 2016/17 221 207 228 201 857 8,9 2017/18 201 221 207 228 857 8,9 2018/19 218 201 221 207 847 8,8 2019/20 218 201 221 218 201 2020/21 2021/22 29.10.2012 218 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 7 Grundlage der zukünftigen Schülerpotenziale für die einzelnen Schulformen der Sekundarstufe I sind die Abgänger aus der 4. Jahrgangsstufe der Grundschulen. Diese Daten sind nachfolgend in Tab. 2 differenziert für die Stadt Linnich und die Gemeinde Aldenhoven sowie für beide Kommunen zusammen ausgewiesen. Wie aus Tab. 2 hervorgeht, bewegen sich die Eintrittszahlen in die Sekundarstufe I in der Summe beider Kommunen bis zum Schuljahr 2022/23 in der Bandbreite von 201 Schülern (Minimum in den Schuljahren 2017/18 und 2021/22) bis 251 Schülern (Maximum im Schuljahr 2016/17). Im Durchschnitt der nächsten zehn Jahre ist mit einem Aufkommen von 225 Schülern jährlich zu rechnen. Tab. 2: Langfristiges Schülerpotenzial für die Sekundarstufe I bis Schuljahr 2022/23 (Eintrittszahlen) - Stadt Linnich / Gemeinde Aldenhoven Schuljahr Abgänger Abgänger Eintritt Sek. I Primarstufe Primarstufe im Schuljahr Linnich Aldenho- Summe ven 2012/13 130 120 250 2013/14 2013/14 111 139 250 2014/15 2014/15 84 137 221 2015/16 2015/16 112 139 251 2016/17 2016/17 88 113 201 2017/18 2017/18 111 117 228 2018/19 2018/19 85 122 207 2019/20 2019/20 112 109 221 2020/21 2020/21 98 103 201 2021/22 2021/22 101 117 218 2022/23 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 8 2.2 Ermittlung des Schülerpotenzials für eine Gesamtschule Im nächsten Arbeitsschritt soll das zukünftige Schülerpotenzial für eine Gesamtschule Linnich/Aldenhoven ermittelt werden. 2.2.1 Bisheriges Übergangsverhalten (Schulwahlverhalten) Dazu erfolgt zunächst ein Blick auf das aktuelle Schulwahlverhalten in den beiden Untersuchungskommunen. Zu diesem Zweck sind in Tab. 3.1 und 3.2 die Übertrittsquoten beim Übergang von der Primarstufe in die Schulformen der Sekundarstufe I in den vergangenen vier Jahren dargestellt. In Tab. 4 wurden auf dieser Basis die Durchschnittswerte für beide Kommunen gebildet. Tab. 3.1: Übertrittsquoten Linnich Schuljahr 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Durchschnitt Durchschnitt gewichtet HS RS 22 16,7 % 37 28,0 17 14,4 % 34 28,8 16 14,2 % 33 29,2 9 9,6 % 27 28,7 % % % % GY 60 50 53 45 45,5 42,4 46,9 47,9 % % % % GE 12 9,1% 15 12,7 % 11 9,7 % 10 10,6 % Sonst. Summe 1 0,7% 132 2 1,7% 118 113 3* 3,2% 94 13,7 % 28,7 % 45,7 % 10,5 % 1,4 % 12,6 % 28,8 % 46,3 % 10,6 % 1,7 % *) Sekundarschule Jülich Tab. 3.2: Übertrittsquoten Aldenhoven Schuljahr 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 Durchschnitt Durchschnitt gewichtet 29.10.2012 HS 36 22,0 34 20,6 29 15,7 22 16,4 % % % % RS 47 28,7 53 32,1 54 29,2 34 25,4 % % % % GY 50 55 78 62 GE 30,5% 23 14,0% 33,3 % 19 11,5 % 42,2 % 20 10,8 % 46,3 % 12 8,9 % Sonst. Summe 8 4,9 % 164 4 2,4 % 165 4 2,1 % 185 4 3,0 % 134 18,7 % 28,8 % 38,1 % 11,3 % 3,1 % 17,6 % 28,2 % 40,9 % 10,5 % 2,8 % Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 9 Tab. 4: Übertrittsquoten, Durchschnittswerte beider Kommunen Durchschnitt 2009/10-12/13 Stadt Linnich Gem. Aldenhoven Durchschnitt Schulform Schulform Schulform Schulform Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule 13,7 % 18,7 % 28,7 % 28,8 % 45,7 % 38,1 % 10,5 % 11,3 % 16,2 % 28,8 % 41,9 % 10,9 % Diese Zahlen lassen sich wie folgt interpretieren und bewerten: • Die Schulform Hauptschule weist gegenwärtig die mit Abstand niedrigste Übertrittsquote auf, obwohl diese Schulform in beiden Kommunen ortsnah angeboten wird. Im Durchschnitt erreicht der Wert aktuell etwa 16 %; • Die Schulform Realschule, die ebenfalls in beiden Kommunen mit einem Angebot vertreten ist, wird im Durchschnitt von knapp 30 % der Eltern gewählt; • Die mit Abstand am häufigsten gewählte Schulform ist in beiden Kommunen das Gymnasium, das gegenwärtig im Durchschnitt etwa 42 % erreicht; • Die Gesamtschule hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und wird gegenwärtig von etwa 11 % präferiert. Nicht berücksichtigt sind in dieser Zahl abgelehnte Schüler. 2.2.2 Ergebnisse der Elternbefragung Im September 2012 wurde in beiden Kommunen zeitgleich eine Elternbefragung durchgeführt, um das Interesse und den Bedarf an einer Gesamtschule zu ermitteln. Es wurden die Eltern des 3. und 4. Schuljahres in den Grundschulen beider Kommunen angeschrieben. Dabei ist im Rahmen der Elternbefragung von einer horizontal gegliederten Gesamtschule ausgegangen worden, so dass den Eltern bekannt war, dass voraussichtlich jeweils die Hälfte der Schüler in der Sekundarstufe I zum jeweils anderen Standort pendeln muss. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 10 Bei einer Rücklaufquote von 65,5 % (Stadt Linnich) bzw. 71,3 % (Gemeinde Aldenhoven) können die Ergebnisse als repräsentativ gelten und entsprechend hochgerechnet werden. Die Ergebnisse der Elternbefragung im Einzelnen sind in den Tab. 5.1 – 5.3 dargestellt: Tab. 5.1: Ergebnisse Elternbefragung Stadt Linnich Anzahl Rücklauf Schüler 3. Schuljahr 111 64 (57,7 %) 4. Schuljahr 124 90 (72,6 %) Summe 235 154 (65,5 %) Zustimmung Ablehnung 47 (73,4%) 67 (74,4%) 114 (74,0 %) 17 (26,6 %) 23 (25,6 %) 40 (26,0 %) Tab. 5.2: Ergebnisse Elternbefragung Gemeinde Aldenhoven Anzahl Schüler 3. Schuljahr 138 4. Schuljahr 116 Summe 254 Rücklauf Zustimmung Ablehnung 96 (69,6 %) 77 (80,2 %) 19 (19,8 %) 85 (73,3 %) 59 (69,4%) 26 (30,6 %) 181 (71,3 %) 136 (75,1 %) 45 (24,9 %) Tab. 5.3: Ergebnisse Elternbefragung Summe Linnich + Aldenhoven Anzahl Schüler 3. Schuljahr 249 4. Schuljahr 240 Summe 489 Rücklauf Zustimmung Ablehnung 160 (64,3 %) 124 (77,5 %) 36 (22,5 %) 175 (72,9 %) 126 (72,0 %) 49 (28,0 %) 335 (68,5 %) 250 (74,6 %) 85 (25,5 %) Damit liegt die Zustimmung zur Schulform Gesamtschule in beiden Kommunen in der Größenordnung von 75 %. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 11 2.2.3 Modellrechnung / Prognose Für den Nachweis des Bedarfs bzw. der Tragfähigkeit einer sechszügigen Gesamtschule mit den beiden jeweils dreizügigen Standorten Linnich und Aldenhoven ist es nach Auskunft der Bezirksregierung erforderlich, dass an beiden Standorten für einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens jeweils 75 Schüler nachgewiesen werden. In den nachfolgenden Modellrechnungen wird der Bedarf für unterschiedliche Übertrittsquoten (50 – 80 %) ermittelt, wobei die im Rahmen der Elternbefragung realisierten Quoten jeweils als (fettgedruckte) Hauptvariante zugrunde gelegt werden. Tab. 6.1: Modellrechnung: Langfristiges Schülerpotenzial für die Gesamtschule bis 2022/23 - Standort Linnich, Hauptvariante = 74,0 % Schuljahr 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 Durchschnitt 2013/14-17/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 Durchschnitt 2018/19-22/23 29.10.2012 Schüler- ÜQ ÜQ ÜQ ÜQ potenzial = 50 % = 60 % = 70 % = 74 % Sek. I 130 65 78 91 96 111 56 67 78 82 84 42 50 59 62 112 56 67 78 83 88 44 53 62 65 105 53 63 74 78 111 85 112 98 101 101 56 43 56 49 51 51 67 51 67 59 61 61 78 60 78 69 71 71 82 63 83 73 75 75 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 ÜQ = 80 % 104 89 67 90 70 84 89 68 90 78 81 81 Seite 12 Tab. 6.2: Modellrechnung: Langfristiges Schülerpotenzial für die Gesamtschule bis 2022/23 - Standort Aldenhoven, Hauptvariante = 75,1 % Schuljahr 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 Durchschnitt 2013/14-17/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 Durchschnitt 2018/19-22/23 Schüler- ÜQ ÜQ ÜQ ÜQ ÜQ potenzial = 50 % = 60 % = 70 % = 75,1 % = 80 % Sek. I 120 60 72 84 90 96 139 70 83 97 104 111 137 69 82 96 103 110 139 70 83 97 104 111 113 57 68 79 85 90 130 65 78 91 98 104 117 122 109 103 117 112 59 61 55 52 59 57 70 73 65 62 70 68 82 85 76 72 82 79 88 92 82 77 88 85 94 98 87 82 94 91 Tab. 6.3: Modellrechnung: Langfristiges Schülerpotenzial für die Gesamtschule bis 2022/23 - Summe Standorte Linnich + Aldenhoven - Schuljahr 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 Durchschnitt 2013/14-17/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 Durchschnitt 2018/19-22/23 29.10.2012 Schüler- ÜQ ÜQ ÜQ potenzial = 50% = 60% = 70% Sek. I 250 125 150 175 250 126 150 175 221 111 132 155 251 126 150 175 201 101 121 141 235 118 141 164 228 207 221 201 218 213 114 104 111 101 109 107 137 124 132 121 131 129 160 145 154 141 153 150 ÜQ ÜQ = 74,5% = 80% 186 186 165 187 150 176 200 200 177 201 160 188 170 155 165 150 163 160 183 166 177 160 175 172 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 13 Die Zahlen in Tab. 6.3 belegen, dass auf der Basis der Ergebnisse der Elternbefragung in den beiden Kommunen Linnich und Aldenhoven – bei gemeinsamer Betrachtung – ein Bedarf von mindestens 6 Zügen Gesamtschule besteht. Dieser Bedarf existiert auch über den Zeitraum von fünf Jahren hinaus und ist damit nachhaltig, denn auch im Zeitraum von 2018/19 bis 2022/23 ist mit einem Aufkommen für die Gesamtschule von durchschnittlich 160 Schülern (6,4 Züge) zu rechnen. Bei getrennter Betrachtung besteht auf der Ebene der beiden Trägerkommunen Linnich und Aldenhoven im Durchschnitt der nächsten fünf Schuljahre ein Bedarf von mind. drei Zügen an beiden Standorten. Dieser Bedarf existiert rechnerisch auch im längerfristigen Zeitraum 2018/19 bis 2022/23. Während in der Gemeinde Aldenhoven auch in allen einzelnen Schuljahren von 2013/14 – 2017/18 (und darüber hinaus bis 2022/23) ein Bedarf von > 75 Schülern ausgewiesen wird, gibt es in der Stadt Linnich einzelne Schuljahre, in denen der Erwartungswert die Schwelle von 75 Schülern unterschreitet (z. B. 2015/16, 2017/18). 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 14 Tab. 7: Modellrechnung Gesamtschule Linnich /Aldenhoven - Summe Standorte Linnich + Aldenhoven Klassenbil- Schuljahr Klasse 5 Klasse 6 Klasse 7 Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10 Summe dung nach Richtwert 2013/14 186 / 7 / / / / / 186 / / / / / 372 / 14 13,3 / / / 537 / 20 19,2 / / 724 / 27 25,9 2017/18 150 / 6 187 / 7 165 / 6 186 / 7 186 / 7 / 874 / 33 31,2 2018/19 170 / 6 150 / 6 187 / 7 165 / 6 186 / 7 186 / 7 1044 / 39 37,3 2019/20 155 / 6 170 / 6 150 / 6 187 / 7 165 / 6 186 / 7 1013 / 38 36,2 2020/21 165 / 6 155 / 6 170 / 6 150 / 6 187 / 7 165 / 6 992 / 37 35,4 2021/22 150 / 6 165 / 6 155 / 6 170 / 6 150 / 6 187 / 7 977 / 37 34,9 2022/23 163 / 6 150 / 6 165 / 6 155 / 6 170 / 6 150 / 6 953 / 36 34,0 2014/15 186 / 7 186 / 7 2015/16 165 / 6 186 / 7 186 / 7 2016/17 187 / 7 165 / 6 186 / 7 186 / 7 7 6,6 *) Auf Basis des z. Z. geltenden Richtwerts von 28 Schülern je Klasse 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 15 3. Zusammenfassung: Szenario für die Gesamtschule Linnich/Aldenhoven Auf der Basis der zuvor dargestellten Analysen und Modellrechnungen ist davon auszugehen, dass die Errichtung einer sechszügigen Gesamtschule Linnich/Aldenhoven mit vertikaler Gliederung und je einem dreizügigen Sek. I-Standort in der Stadt Linnich und in der Gemeinde Aldenhoven grundsätzlich tragfähig und damit auch genehmigungsfähig ist; die dafür erforderliche Mindestschülerzahl (6 Züge = 150 Schüler pro Jahrgang) kann voraussichtlich in allen Schuljahren aus dem Potenzial der beiden Trägerkommunen erreicht werden. Damit sind die Vorgaben des 8. Schulrechtsänderungsgesetzes (Entwurf) (Ausnahmetatbestand gem. § 83 Abs. 5) erfüllt. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass zwar der Nachweis für den Bedarf und die Tragfähigkeit der Gesamtschule allein auf der Basis der Schüler aus den beiden Trägerkommunen (Linnich und Aldenhoven) zu erfolgen hat, dass aber nach Errichtung der Schule Anmeldungen von auswärtigen Schülern (= Einpendler) gleichrangig zu behandeln sind. Grundsätzlich darf der Schulträger eine Beschränkung der Zügigkeit vornehmen, doch geht damit gleichzeitig das Risiko einher, dass bei einem Anmeldeüberhang Schüler aus Linnich und Aldenhoven abgewiesen werden. Dennoch könnte eine Begrenzung auf 6 Züge durchaus sinnvoll sein. Im Bereich der Sekundarstufe II ist aus heutiger Sicht mit einer Drei- bis Vierzügigkeit zu rechnen, wobei im Hinblick auf die bereits bestehenden Angebote eine Beschränkung auf drei Züge grundsätzlich sinnvoll wäre. Auch die Sekundarstufe II, die voraussichtlich erstmals im Schuljahr 2019/20 angeboten wird, könnte an beiden Standorten angesiedelt werden. Dabei ist vorgesehen, jeweils alternierend an beiden Standorten die 11. Jahrgangs29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 16 stufe im Wechsel einzurichten. Dies hat zum Einen den Vorteil, dass beide Kommunen absolut gleichbehandelt werden; zum Anderen wird dadurch auch der schulräumliche Bedarf auf beide Standorte verteilt, was letztlich zu einer optimalen Nutzung des Raumbestands und zu geringeren Investitionen als bei der Konzentration auf einen Standort führt. Schließlich sollte bei einer abschließenden Bewertung des Vorhabens auch berücksichtigt werden, dass mit der Errichtung einer Gesamtschule ein Alleinstellungsmerkmal im Nordkreis Düren geschaffen wird, das auch zu einer Aufwertung der beiden Schulstandorte Linnich und Aldenhoven führt. Im Rahmen der „Anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung“ ist eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen erforderlich. Dabei ist anzumerken, dass die Gesamtschule Linnich/Aldenhoven in allererster Linie der Versorgung der Schüler aus den beiden Trägerkommunen dienen soll, die in der Vergangenheit mit einer jeweils zweizügigen Hauptschule sowie einer jeweils dreizügigen Realschule in der Sekundarstufe I immerhin über ein Angebot von etwa zehn Zügen verfügt haben. Vor diesem Hintergrund sind Befürchtungen von Nachbarkommunen weitgehend unbegründet. Bezüglich der Sekundarstufe II ist zwar richtig, dass mit der Gesamtschule Linnich/Aldenhoven ein neues Angebot geschaffen wird. Allerdings generiert eine Gesamtschule i. d. R. auch neue Zielgruppen für den Weg zum Abitur, so dass dies nicht ausschließlich zu Lasten der bisherigen Angebote geht; darüber hinaus kann in den nächsten Jahren mit einer weiter ansteigenden Abiturientenquote gerechnet werden. Dabei könnte eine Begrenzung der Zügigkeit in der Sekundarstufe II ein konstruktiver Beitrag sein, um die bestehenden Schulen mit gymnasialer Oberstufe in ihrem Bestand zu sichern. 29.10.2012 Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung Linnich / Aldenhoven – Okt. 2012 Seite 17