Daten
Kommune
Brühl
Größe
47 kB
Datum
18.11.2014
Erstellt
11.11.14, 18:30
Aktualisiert
11.11.14, 18:30
Stichworte
Inhalt der Datei
Konzept der Kinder- und Jugendbeteiligung in Brühl
-Stadtjugendring Brühl e.V.-
1. Voraussetzungen funktionierender Jugendbeteiligung
Junge Menschen gehören zum demokratischen Leben in Brühl dazu. Sie haben ein Recht
darauf, dass ihre Stimme gehört wird und dass sie Möglichkeiten erhalten, durch eigene
Vorschläge und Kritik aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken. Diskussionen
müssen daher gezielt für sie geöffnet und reale Möglichkeiten der Teilhabe geschaffen
werden. Echte Partizipation setzt dabei voraus, dass Kinder und Jugendliche die politischen
Prozesse nicht bloß „dekorieren“, sondern Chancen erhalten, auch tatsächlich etwas zu
bewirken. Dies wird noch nicht allein durch gewählte Jugendvertreter in den politischen
Gremien der Stadt gewährleistet. Es gilt außerdem, Heranwachsende bei der Entwicklung
ihrer Kompetenzen zur politischen Urteilsbildung gezielt zu unterstützen. Dazu gehören
Hilfestellungen bei Vernetzung und Organisation eines politischen Dialogs, das Durchführen
von Befragungen und systematische Bündeln von Stellungnahmen, Vorschlägen und
Anregungen ebenso wie das Aufbereiten anstehender, politischer Entscheidungen in einer für
Jugendliche verständlichen und zugänglichen Form. Die Hilfestellungen hierfür müssen von
unabhängigen Akteuren gegeben werden, die weder politischen Parteien noch der
Stadtverwaltung zuzurechnen sind. Um sicherzustellen, dass derartige Bedingungen einer
funktionierenden Jugendbeteiligung in Brühl dauerhaft gewährleistet sind, schlagen wir vor,
dass die Stadt die Finanzierung einer Jugendreferentin bzw. eines Jugendreferenten
übernimmt, die oder der diese Aufgaben wahrnimmt.1
2. Aufgaben des Jugendreferenten
Kernaufgabe des Jugendreferenten ist es, die politische Teilhabe von Kindern und
Jugendlichen zwischen 10 und 23 Jahren aktiv zu unterstützen. Dies geschieht vor allem auf
drei Tätigkeitsfeldern.
2.1. Vernetzung und Information
Der Jugendreferent schafft die Voraussetzungen für einen politischen Dialog unter Kindern
und Jugendlichen in Brühl. Er etabliert und pflegt dazu den Kontakt zu Schülervertretungen
und Jugendverbänden, die als Multiplikatoren wirken, um über anstehende Veranstaltungen
und Treffen zu informieren. Er organisiert das Erstellen und betreut die Inhalte einer
ansprechenden Website, die – eng verknüpft mit den sozialen Netzwerken – aktuelle
politische Themen jugendgerecht präsentiert und Möglichkeiten des aktiven Austauschs
bietet. Als Grundlage dient dabei der Bereich „Politik für Jugendliche“ auf www.sjrbruehl.de. Der Jugendreferent steht Kindern und Jugendlichen zu festen Zeiten als
Ansprechpartner für alle Fragen zum politischen Geschehen in Brühl persönlich oder
telefonisch zur Verfügung und antwortet außerhalb dieser Zeiten auf Nachfragen per Email.
Wenn in einem spezifischen Fall ein direkter Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen,
Politikern oder dem Jugendamt ansteht, begleitet er die Diskussionen, soweit dies von den
Beteiligten gewünscht wird.
2.2. Jugendforen und Dialog
1
Allein aus stilistischen Gründen wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.
Der Jugendreferent organisiert alle zwei Monate ein Jugendforum, bei dem interessierte
Kinder und Jugendliche zusammenkommen, um sich über politische Themen zu informieren,
und eigene Ideen, Wünsche und Vorstellungen zur Diskussion zu stellen. Die Themen sind
dabei nicht auf ausschließlich „jugendpolitische Fragen“ beschränkt. Stattdessen sollen die
Jugendforen Räume bieten, in denen sich Kinder und Jugendliche über alle Fragen des
gesellschaftlichen Lebens austauschen können, sowohl mit Blick auf ihre regionalen, als auch
ihre überregionalen Aspekte. Die Jugendforen richten sich dabei nicht an einen festen
Personenkreis. Vielmehr sind zu jedem Treffen alle Interessieren eingeladen sich ohne
weitere Verpflichtungen und flexibel zu den Themen zu engagieren, die sie bewegen.
Der Jugendreferent ist für die Vor- und Nachbereitung dieser Treffen verantwortlich und
übernimmt (zumindest bei den ersten Treffen) deren Moderation. Er bereitet tagespolitische
Ereignisse, die in den Gremien der Stadt zur Beratung oder Abstimmung gestellten Fragen
sowie die von Kindern und Jugendlichen vorab selbst vorgeschlagenen Themenfelder
jugendgerecht auf, stellt Hintergrundinformationen bereit und wählt eine geeignete Methodik,
die es den Teilnehmern erleichtert, Schwerpunkte zu finden und darüber in einen Dialog zu
treten. In Abstimmung mit den Teilnehmern lädt er themenspezifisch externe Referenten (z.B.
zu Themen wie soziale Gerechtigkeit, Integration, Nachhaltigkeit oder Extremismus) oder
Politiker ein, die von ihrer Arbeit und ihren gesellschaftspolitischen Zielen oder
Herausforderungen berichten und Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten des Nachfragens
bieten.
Bei Themenfeldern, für die sich ein besonderes Interesse unter den Teilnehmern abzeichnet,
dienen die Jungendforen zur Etablierung eines weiterführenden Austauschs, in einzelnen, sich
regelmäßiger treffenden Arbeitsgruppen. Der Jugendreferent unterstützt die Kinder und
Jugendlichen bei der Organisation eines solchen, vertiefenden Dialogs.
2.3. Meinungsbilder, Multiplikation und Politische Vertretung
Der Jugendreferent protokolliert die Diskussionen aus Jugendforen und Arbeitskreisen und
kommuniziert die Ergebnisse im Internet und gegenüber der Presse. Die in den Protokollen
festgehaltenen Anregungen, Wünsche und Kritikpunkte der Jugendlichen werden durch die
Jugendvertreter in Jugendhilfe- und Schulausschuss im Prozess der politischen
Willensbildung eingebracht. Bei kontrovers diskutierten Themen, z.B. solche, die die
Gestaltung des Lebensraums für Kinder und Jugendliche in Brühl betrifft, ist es die Aufgabe
des Jugendreferenten ein möglichst weiterreichendes Meinungsbild Brühler Kinder und
Jugendlicher einzuholen. Dazu werden, im Austausch mit den Brühler Schulen,
Schülervertretungen, Jugendverbänden und dem Jugendamt, Befragungen initiiert und
ausgewertet. Gemeinsam gilt es dabei zu erwägen, ob z.B. Schülerbefragungen, Internet Polls
oder auch Systeme wie LiquidFeedback dazu das jeweils geeignetste Mittel sein können.
3. Anforderungen
Bewerber auf die Stelle des Jugendreferenten sollten die folgenden Anforderungen erfüllen
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Allgemeine Hochschulreife
Fortgeschrittenes Studium mit pädagogischem, sozial- oder gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt oder fortgeschrittene Berufsausbildung in einem
vergleichbaren Bereich
Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, z.B. als Gruppenleiter
einer Jugendgruppe, durch ein FSJ in einer Jugendeinrichtung oder ähnliche
Tätigkeiten
Fundierte schriftliche und mündliche Kommunikationskompetenzen
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Organisatorisches Talent
Selbstständigkeit und Verlässlichkeit
Sicherer Umgang mit modernen Medien
Politisches Interesse
4. Arbeitszeiten und Lohn
Die wöchentliche Arbeitszeit des Jugendreferenten beträgt 6 Stunden, wobei mindestens 4
Stunden auf Arbeiten im Büro des Stadtjugendrings (Schildgesstr. 112) zu festen Zeiten
anfallen und bis zu 2 Stunden für Treffen zur Koordination und Vernetzung außerhalb des
Büros oder für Arbeit von Zuhause genutzt werden können. Die Tätigkeit wird mit 13
Euro/Stunde entlohnt. (s. Kostenkalkulation)