Datei: Mitteilung der Verwaltung

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Stadt Bochum Mitteilung der Verwaltung - Seite 1 - Stadtamt TOP/akt. Beratung 44 (9521)/ 47 (4217) Vorlage Nr. 20140030 Sicht- und Eingangsvermerk der Schriftführung öffentlich/nichtöffentlich nichtöffentlich gemäß öffentlich Bezug (Beschluss, Anfrage Niederschrift Nr. ... vom ... ) Anfrage aus der 23. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Sport am 30.09.2013 (Vorlage 20132260) Bezeichnung der Vorlage Glasarbeiten namenhafter Künstler - Mitteilung Beratungsfolge Ausschuss für Kultur und Sport Sitzungstermin akt. Beratung 07.02.2014 Anlagen Wortlaut Die CDU-Fraktion fragte an: „Eine ganze Reihe bedeutender und wertvoller Glasarbeiten namhafter Bochumer Künstler sind im Laufe der Jahre nach Umbauten oder Nutzungsänderungen ihres ursprünglichen Standorts eingelagert worden. Die Chorfenster der Marienkirche sowie der „Phönix“ im früheren Gymnasium am Ostring von Heinrich Wilthelm sind ebenso Beispiele dafür wie Glasfenster von Ignatius Geitel aus dem früheren Stadtbücherei-Gebäude und aus der Cafeteria des früheren Kaufhauses Kortum. Sie und weitere, inzwischen in Vergessenheit geratene Objekte aus früherem „Kunst am Bau“ wurden - teils beim Kunstmuseum, teils beim Stadtarchiv (Kronenstraße), gelegentlich wohl auch an dritten Orten - eingelagert mit dem Ziel ihrer Erhaltung und späteren Wiederverwendung beim Neu- und Umbau öffentlicher Gebäude. Daraus ergeben sich folgende Fragen: 1. Welche Glasarbeiten und sonstigen Objekte aus früherem „Kunst am Bau“ befinden sich eingelagert im Besitz der Stadt? (Eine Auflistung unter Angabe des Objektes, des Künstlers, des Herstellungs- und Einlagerungsjahres wird erbeten). Stadt Bochum Mitteilung der Verwaltung - Seite 2 - Stadtamt TOP/akt. Beratung 44 (9521)/ 47 (4217) Vorlage Nr. 20140030 2. Welche Objekte wurden in den letzten fünf Jahren wieder eingebaut und wo, bei welchen ist ein Einbau absehbar und wann / wo? 3. Sieht die Verwaltung die Möglichkeit, die Objekte gem. Tz. 1 im Laufe des kommenden Jahres im Rahmen einer kleinen Ausstellung des Stadtarchivs zu zeigen? Die Verwaltung antwortet wie folgt: Im Stadtarchiv-Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte befinden sich sieben Glasbilder des Bochumer Künstlers Ignatius Geitel (1913-1985). Geitel wirkte seit den 1920er Jahren. Er gehörte in der Zeit des Nationalsozialismus zu jenen nicht konformen Künstlern, die kaum Gelegenheit hatten, tätig zu werden. Wichtige Arbeiten entstanden während der dreißiger Jahre allerdings im kirchlichen Raum. Kriegsteilnahme und Kriegsgefangenschaft hinderten Geitel bis 1949 an weiterem künstlerischen Schaffen, das er anschließend aber mit großem Einsatz wieder aufnahm. Geitels Werke sind in prominenten öffentlichen Bauten Bochums vertreten. Große Glasfenster schuf er in den Stadtwerken Bochum und der heutigen Heinrich-Böll-Gesamtschule (Quelle: Hans H. Hanke, Das Kaufhaus Kortum und die Kunst, in: Bochumer Zeitpunkte 7 [2000]). Im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte werden jene Glasbilder verwahrt, die ursprünglich im Verwaltungsgebäude der Firma Brieden in Ettersheide (“Industrielandschaft”) und der Cafeteria des Kaufhauses Kortum beheimatet waren. Die für die Cafeteria des ehemaligen Kaufhauses Kortum geschaffenen sechs großen Glasklebebilder zeigen Gänse, Fische, Kraniche, Papageien und Pfauen bzw. Reiher. Am 05.03.1996 wurde das Kaufhaus Kortum mitsamt der Cafeteria und der fünf Glasklebebilder zunächst unter Denkmalschutz gestellt. Bei Umbauarbeiten zerstörte ein Deckeneinsturz die Cafeteria und beschädigte die Bilder. Man lagerte sie zunächst in Bonn ein. Mit Hilfe der Unteren Denkmalbehörde wurden die Glasarbeiten dann bei einer Bonner Glasfirma gesichert und in Abstimmung mit dem Eigentümer und auf dessen Kosten nach Bochum zurücktransportiert. Die Bilder befinden sich heute in sieben eigens gefertigten Transportbehältern im Stadtarchiv-Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte (Kronenstraße) und sind versichert. Das Kunstmuseum besitzt ausschließlich Glasarbeiten des Bochumer Künstler Ignatius Geitel. Diese sind in einem Fall durch Ankauf in die Sammlung des Kunstmuseums gelangt, in zwei Fällen wurden Glasfenster bei Umbauten „gerettet“ und ins Museum verbracht, bei zwei weiteren Glasfenstern ist die Provenienz nicht bekannt. Weitere Arbeiten anderer Glaskünstler aus Bochum sind im Inventar und in den Depots des Museums nicht nachweisbar. Stadt Bochum Mitteilung der Verwaltung - Seite 3 - Stadtamt TOP/akt. Beratung 44 (9521)/ 47 (4217) Vorlage Nr. 20140030 Zu Frage 1: Folgende Glasarbeiten des Künstlers Ignatius Geitel befinden sich im Stadtarchiv Bochum: 1.1. Ignatius Geitel, Industrielandschaft, geschaffen 1955/56, eingelagert im August 2001 1.2. Ders., Fliegende Gänse 1954/55, Anlieferung im September 1999 1.3. Ders., Fische 1954/55, Anlieferung im September 1999 1.4. Ders., Fliegende Kraniche 1954/55, Anlieferung im September 1999 1.5. Ders., Papageienbaum 1954/55, Anlieferung im September 1999 1.6. Ders., Pfauen 1954/55, Anlieferung im September 1999 1.7. Ders., Reiher oder Pfauen 1954/55, Anlieferung im September 1999 Folgende Glasarbeiten des Künstlers Ignatius Geitel befinden sich im Kunstmuseum Bochum: Glasfenster, geometrisches Motiv, Antikglas, bleigefasst, 161,5 x 54,5 cm Inv. Nr. 576, Ankauf 1959 aus einer Ausstellung der Künstlergruppe „Hellweg“ Das Glasfenster ist ca. Mitte bis Ende der 1950er Jahre zu datieren und war ausgestellt in der Retrospektive „Ignatius Geitel 1913 – 1985“ im Museum Bochum 1988 (Kat. Nr. 267) 2 Glasfenster mit figürlichen Motiven, undatiert, mit Holzrahmen je 217 x 45 cm Diese Fenster unbekannter Herkunft, Entstehungszeit und ohne Hinweise auf Einlagerungsdatum im Museum weisen einzelne Fehlstellen und Beschädigungen auf. Die Motive auf den Fenstern stellen Bergleute mit Werkzeugen (Hammer, Schaufel) dar. 14 Fensterelemente mit geometrischen Motiven, undatiert, jedes Fensterelement im Format 108 x 47 cm. Die Fenster sollen nach mündlicher Auskunft des ehemaligen Museumsdirektors Dr. Peter Spielmann aus der alten Stadtbücherei stammen, Entwurfszeichnungen hierzu sind in der Sammlung I. Diergardt in Bochum vorhanden. Nach den Entwürfen müssten die kompletten Fenster aus 24 Segmenten bestehen, das Museum hat aber nur 14 Segmente eingelagert. Die einzelnen Fensterelemente sind in recht gutem Zustand. Weder das Datum der Einlagerung noch eine Inventarisierung sind in den Akten des Museums festgehalten. 24 Jobsiade-Fenster aus dem Ratskeller in Bochum. Entstanden 1950 im Auftrage der Stadt Bochum. Bei einem späteren Umbau des Ratskellers sollten die ursprünglich 32 Jobsiade-Fenster nach mündlicher Auskunft des ehemaligen Museumsdirektors Dr. Peter Spielmann entsorgt werden, 24 konnten noch rechtzeitig sichergestellt werden. Das Datum der Übernahme der Fenster ist nicht in den Akten festgehalten. Zu Frage 2: In den 1970er Jahren wurden die 24 Jobsiadefenster im Kortum-Zimmer von Haus Kemnade eingesetzt, 2013 wurden Sie – nach Übergabe aller Kortum-Archivalien vor einigen Jahren an das Stadtarchiv – in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Veranstaltungsraum auf Haus Kemnade fest eingesetzt. Dort können Sie auf Anfrage besichtigt werden. Stadt Bochum Mitteilung der Verwaltung - Seite 4 - Stadtamt TOP/akt. Beratung 44 (9521)/ 47 (4217) Vorlage Nr. 20140030 Von den Bildern, die im Stadtarchiv lagern, wurde in den letzten Jahren keines wieder eingebaut. Ein solcher Einbau ist nach Kenntnis des Stadtarchivs-Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte gegenwärtig auch nicht vorgesehen. Zu Frage 3: Das im Museumsinventar verzeichnete Geitel-Glasfenster kann für eine Ausstellung grundsätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Glasfenster mit figürlichen Motiven bedürfen konservatorischer Maßnahmen (v. a. Rahmen für eine Präsentation, Sicherung einzelner Gläser etc.). Wegen der Unvollständigkeit erscheint eine Ausstellung der ehemaligen Stadtbücherei-Fenster fraglich, auch hier wären umfangreiche konservatorische Maßnahmen durchzuführen, um eine risikofreie Ausstellbarkeit zu gewährleisten. Im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte besteht kurzfristig keine Möglichkeit, die Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Ausstellungsplanung ist für das laufende Jahr bereits abgeschlossen. Für deren Umsetzung werden die für das Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Kapazitäten ausgeschöpft werden. Mittelfristig könnte eine Ausstellung der Geitel-Bilder im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte erfolgen. Doch wären die dafür anfallenden Kosten vermutlich nicht unerheblich. Schon wegen der fragilen Natur der Objekte einerseits sowie ihres Gewichts und ihrer Größe (v.a. der “Industrielandschaft”) andererseits wären besondere Präsentationsformen einschließlich externer Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung erforderlich.