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Anfrage TOP/akt. Beratung - Seite 1 Vorlage Nr. 20140301 Sicht- und Eingangsvermerk der Schriftführung Anfragende/r Datum Dr. Hans Hanke Empfänger Sitzungstermin Ausschuss für Kultur und Sport 07.02.2014 Betreff Ergänzende Anfrage zur Anfrage: "Erhaltung einer Grabplatte von besonderer künstlerischer Bedeutung" Wortlaut In der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Sport am 7. Februar 2014 ist unter TOP 6.1 eine Anfrage der CDU-Fraktion, Vorlage Nr. 20132947 – Erhaltung einer Grabplatte von besonderer künstlerischer Bedeutung – aufgeführt. Herr Dr. Hanke, SPD-Fraktion, führt in diesem Zusammenhang an: „In Ergänzung zur Anfrage der CDU habe ich eine mündliche Anfrage: Sieht sich die Verwaltung in der Lage zusätzlich zu den von der CDU aufgelisteten Aspekten aus Schroetelers Leben auch folgende Faktoren und Fragen zu berücksichtigen?: 1. Die Grabplatte müsste im Gesamtzusammenhang der Grabstellen auf dem Freigrafendamm beurteilt werden. Eine solche Inventarisation liegt meines Wissens nicht vor. Von daher kann nur mit großer Wahrscheinlichkeit vermutet, aber nicht bewiesen werden, dass das in Rede stehende Objekt dort einmalig ist. Wird die Verwaltung eine solche vergleichende Betrachtung veranlassen? 2. Die Grabplatte ist Teil der im Nutzungsrecht auslaufenden Familiengrabstätte des Prof. Andreae. Wie würde sich eine denkbare Unterschutzstellung der Platte auf das Liegerecht der gesamten Familiengrabstätte auswirken? 3. Im Schreiben Prof. Andreaes wird auf die künstlerische Bedeutung der Grabplatte als Teil des Werkes Heinrich Schroetelers hingewiesen. Die Anfrage der CDU übernimmt und betont diesen künstlerischen Aspekt kritiklos und ausschließlich. Ich möchte auf einen weiteren, m. E. ganz entscheidenden Aspekt hinweisen: Heinrich Schroeteler war bis zu seinem Lebensende – er starb im Jahr 2000 – überzeugter Nationalsozialist und hat seinen Ruf als Ritterkreuzträger und U-Boot-Kommandeur genutzt, um in Deutschland und weltweit Menschen rechter Gesinnung zu bestärken. Er tat Anfrage - Seite 2 - TOP/akt. Beratung Vorlage Nr. 20140301 dies: 1. durch die Verbreitung kriegsverherrlichender Gemälde-Drucke bis in die 1990er Jahre, die er allein oder mit anderen Ritterkreuzträgern signierte, 2. durch Fotografien seiner Person in NS-Uniform mit Ritterkreuz, die er über viele Nachkriegsjahre an der Ruhr-Universität als Autogrammkarten anfertigen ließ, um sie dann weltweit zu verschicken. 3. 1981 durch seine demonstrative Teilnahme als Sargträger in NS-Uniform mit Ritterkreuz an der Beerdigung des Kriegsverbrechers Großadmiral Karl Dönitz. Er trug damit wesentlich dazu bei, dass die Grabstätte bis heute eine Pilgerstätte für Rechtsradikale ist. Zusammenfassend: In der Zeit nach 1945 war Schroeteler nachweisbar ein unverbesserlicher Agitator des Nationalsozialismus und des Krieges. Sein Werk ist auch in diesen Zusammenhang zu betrachten und hat meines Erachtens hauptsächlich mahnenden Erinnerungswert. Aber auch dies kann für eine Eintragung der Grabplatte Lackmann in die Denkmalliste der Stadt Bochum ausreichen. Teilt die Verwaltung diese Auffassung? Außer meiner Anfrage überreiche ich der Verwaltung mein ausführliches Memorandum zu Schroeteler und bitte, es dem Protokoll anzufügen.“ Das Memorandum ist dieser Anfrage als Anlage beigefügt (Anmerkung der Schriftführung). 2