Datei: Anlage zur Anfrage_Memorandum Schroeteler

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Bochum, 5.2.2014 Memorandum Zum Wirkungsfeld von Heinrich Schroeteler Der Bildhauer Dr. Schroeteler starb am 19.1.2000 im Alter von 84 Jahren in Bochum. Meistens wird zuerst auf sein ebenso weit verbreitetes wie unbekanntes Werk hingewiesen: die Gallionsfigur der Gorch Fock, die den alten Zehn-Mark-Schein zierte. Dem festlichen 80. Geburtstag des Künstlers sind zahlreiche prominente Grußworte in einer Festschrift gewidmet, darunter vom Ministerpräsidenten Sachsens Prof. Kurt Biedenkopf, von Prof. Dr. Bernard Andrae als dem Ersten Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Rom und von Dr. Norbert Lammert MdB. Schroeteler wurde 1915 in Essen geboren, er besaß 11 Geschwister. Er entstammt einer wohlhabenden Familie, in der die Marine große Tradition besaß. Schroeteler trat 1936 als Mitglied der OlympiaMannschaft in die Kriegsmarine ein und wurde 1942 bis 1945 ein hochdekorierter U-Boot Kommandant. Als Kapitänleutnant erhielt er am 2. Mai 1945 das Ritterkreuz. Während seiner dreijährigen Kriegsgefangenschaft in England besann er sich seiner künstlerischen Neigungen und modellierte in Holz. Nach dem Krieg ließ er sich dann als freischaffender Künstler in Bochum nieder. Sein Bruder war Direktor der Zeche Lothringen, so daß er hier relativ leicht Zugang zu einem Atelier finden konnte. Zu seinem Kunstschaffen zu stehen, erforderte nach Aussagen der mittlerweile ebenfalls verstorbenen Witwe Schroeteler Mut und Konsequenz. Zum einen schlug Schroeteler damit sicherere Lebensbedingungen aus, die sich ihm geboten hätten, denn ausdrücklich habe er sich geweigert, am Aufbau der Bundeswehr teilzunehmen, weil er damit nichts mehr zu tun haben wollte. Zum anderen bescherte ihm seine künstlerische Laufbahn auch nicht den Erfolg, den er sich von Anfang an erhofft hatte. Künstler Seine Berufung fand Schroeteler, als er mit 50 Jahren begann, an der Ruhr-Universität Bochum Kunstgeschichte, Archäologie und Mittelalterliche Geschichte zu studieren. Nach seiner Promotion 1969 arbeitete er bis Ende 1980 als wissenschaftlicher Angestellter am Archäologischen Institut. Er leitete die Modellbauwerkstatt und war Kurator der Sammlungen. Die Ruhr-Universität war in der Bundesrepublik mit ihrer Werkstatt für die Archäologie einzigartig. Besonders seine Erfolge als Rekonstrukteur antiker Kunstwerke brachten Schroeteler 1981 die Universitätsmedaille der Ruhr-Uni ein. International hohes Ansehen genoss Schroeteler für seine Rekonstruktionen antiker Plastiken - hier insbesondere die 1 Polyphemgruppe von Sperlonga in Italien und der Polyphem-Giebel von Ephesos/Türkei. Auch freiberuflich hat Schroeteler, der bis zuletzt in einem Atelier auf der Zeche Lothringen arbeitete, zahlreiche Kunstwerke geschaffen. Seine Skulpturen finden sich u.a. in Kirchen in Bochum, Essen, Altenessen und Paderborn sowie in Gebäuden des Bergbaus in Hamborn, Lothringen, Essen und Bochum. Er schuf Tafeln, Mosaike und Glasfenster für das Land NRW und die Bundesmarine. Porträtplastiken fertigte Schroeteler u.a. von Jürgen von Manger, Alfred Herrenhausen und Arno Breker. In Bochum schuf Schroeteler u.a. aus Resten des um 1980 abgerissenen Jugendstil-Kaufhauses Hein-de-Groot in der U-BahnStation Kortumstraße ein Kortum-Denkmal, Reste der JugendstilBauplastik stehen an der Fassade des Ateliers. 1981 hatte er bereits in der U-Bahn-Station Castroper Straße eine Bronze montiert. Sämtliche Büsten der Rektoren an der Ruhr-Uni, die im Audimax einen Ehrenplatz erhalten haben, stammen von Schroeteler. Demagoge Auf einer ihm persönlich gewidmeten uboat-webside und auf ähnlichen Internet-Seiten wird auf ein Ereignis besonders abgehoben, dass Schroeteler dort eher lobend, jedenfalls nicht kritisch angerechnet wird: Mit seinem zweiten und letzten U-Boot, das er von März bis Mai 1945 führte, versenkte er noch drei Tage nach der Kapitulation der deutschen Streitkräfte - am Abend der bedingungslosen Kapitulation vom 7. Mai einen norwegischen Minensucher, angeblich war dies das letzte alliierte Schiff, dass im WK II von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Erst am 10. Mai 1945 soll ihn die Nachricht vom Kriegsende erreicht haben, an diesem Tag übergab er sein Schiff in Weymouth, war also dorthin geflohen. Welche tragischen Verknüpfungen damals auch immer zu diesem Unheil geführt haben mögen, Schroeteler hat sich nie von den positiven Darstellungen im Internet distanziert, obwohl er sie kannte. Im Gegenteil hat er Fotos für diese Seiten zur Verfügung gestellt. Als U-Boot-Kommandant und Ritterkreuzträger gehörte Schroeteler zu den Personen, denen von einem breiten und demokratischen Kreis auch in dieser Hinsicht Achtung entgegengebracht wurde. Zu seinem 80. Geburtstag hob Dr. Christoph Konrad, Mitglied des Europäischen Parlaments, die militärische Vergangenheit Schroetelers besonders lobend als Dienst am Vaterland hervor. Er verwies in seinem Grußwort an Schroeteler darauf, dass die demokratische und friedliche Tradition der Bundeswehr „von Männern Ihrer Offiziersgeneration aufgebaut“ wurde. Auf der anderen Seite wurde Schroeteler als U-Boot-Kommandant und Ritterkreuzträger von zweifelhaften Verehrern der Deutschen Wehrmacht und des Zweiten Weltkrieges besonders beachtet, unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Neonazis. Dies war Schroeteler nicht unrecht. Er war an der Ruhr-Universität und an seine Wohnort als „strammer Nazi“ bekannt und hat nach glaubwürdigen Angaben – so 2 seiner Witwe - bis in die 1970er Jahre hinein „Kameradschaftstreffen“ mit deutschen und englischen U-Bootfahrern in seinem Atelier veranstaltet haben, bei denen regelmäßig die Reichskriegsflagge gehisst wurde. Schroeteler hat neonazistische Ansichten in einiger Hinsicht gestützt. Er tat dies bis zu seinem Tod nach dezidierten Aussagen seiner Witwe in der erklärten Absicht, „den Verdiensten der Wehrmacht um das Vaterland gerecht zu werden“ und „um die Ehre der deutschen Wehrmacht im Ausland wiederherzustellen“. Zu den berühmten und berüchtigten Auftritten Schroetelers gehörte 1981 die Beerdigung des NS-Großadmirals Karl Dönitz, also dem testamentarisch ernannten Nachfolger Adolf Hitlers, vom 1. bis 23. Mai 1945 dem letzten Staatsoberhaupt des NS-Reiches. Dönitz wurde im Nürnberger Prozess als einer der 24 Hauptkriegsverbrecher schuldig gesprochen wegen des Führens von Angriffskriegen und Kriegsverbrechen. „Die wahre Volksgemeinschaft, die der Nationalsozialismus geschaffen hat, muß erhalten werden; der Wahnsinn der Parteien wie vor 1933 darf nicht wieder Platz greifen“, schrieb er eine Woche nach der Kapitulation. Er lehnte eine Verantwortung der NS-Führung für die Vorgänge in den Konzentrationslagern ab. Bei der Beerdigung war Schroeteler einer der sechs Sargträger in Uniform mit Ritterkreuz. Er trug auf diese Weise wesentlich mit dazu bei, die Grabstätte als zentralen Ort des Nationalsozialismus zu markieren und attraktiv für jegliches rechtsradikales Gedankengut zu machen. An Dönitz Grab fanden und finden entsprechend Ehrungen und Gedenkveranstaltungen rechtsextremer Organisationen statt, die NPD legte regelmäßig Kränze ab. Schoeteler machte mit seinem Auftritt bei der Beerdigung aber auch einmal mehr Werbung für seine eigene Person und sein eigenes Einkommen. So haben ihn nach Bestätigung seiner Witwe bis zu seinem Tod tausende Militärbegeisterte aus aller Welt um Autogramme gebeten – Bitten, denen er beständig und gerne unter den eben erwähnten Vorzeichen nachgekommen ist. Er tat dies, indem er sich immer mal wieder im Kunsthistorischen Institut der Ruhr-Universität in voller NS-Uniform mitsamt seinem NS-Ritterkreuz fotografieren ließ, um die Aufnahmen für Autogrammkarten zu nutzen. Bis heute sind kriegsverherrlichende Drucke im Handel, die Schroeteler gemeinsam mit einigen oder allen überlebenden Ritterkreuzträgern handsigniert hat, um die Authentizität und damit den Wert der Drucke zu steigern. Für diese Signaturen erhielt er ein Honorar, die Bilder kamen in Stapeln zu ihm nach Hause, wie seine Witwe dem Verfasser zu berichten wusste. Es steht also leider nachprüfbar fest, dass Herr Schroeteler noch bis in seine letzten Lebensjahre kriegsverherrlichende Publikationen mit seinem prominenten Namen unterstützt hat. Solche Veröffentlichungen haben den Boden für abscheuliche Aktivitäten bereitet, die heute von 3 Neonazis betrieben werden. Ich kann kein Verständnis dafür aufbringen, dass Herr Schroeteler mit Bildern und mit Unterschriften an Fans die deutsche Wehrmacht weltweit rehabilitieren wollte. Ich kann sehr wohl Verständnis für ein individuelles und 1948 abgeschlossenes soldatisches Schicksal in Krieg und Gefangenschaft empfinden, das gilt auch für Herrn Schroeteler. Aber die Deutsche Wehrmacht als Institution hat nun mal für eine verbrecherische Staatsführung einen verbrecherischen Angriffskrieg geführt. Es wäre erfreulich, wenn Schroeteler seine Rolle als prominenter Militärangehöriger genutzt hätte, um politisch rechten Verehrern eine klare Absage zu erteilen und aus seinen Erfahrung mit dem gegen Feind und eigene Truppen gnadenlosen U-Boot-Krieg zu Frieden und Versöhnung gemahnt hätte. Er hat aber diese Chance mit Absicht vertan. Dass Schroeteler nach 1948 aus seinen Kriegserlebnissen nicht zu friedlicheren Ansichten gefunden hat, das ist für mich das eigentlich Unmoralische in Schroetelers Schaffen. Schroeteler muss als aufmerksamer Wissenschaftler und Künstler, der permanent mit jungen Menschen zusammen war, gewusst haben, in welche Richtung er seine Signale sandte. Schroeteler war ein unverbesserlicher Agitator des Nationalsozialismus. Seine Werke sind in diesen Zusammenhängen zu betrachten und haben meine Erachtens bestenfalls mahnenden Erinnerungswert. Dr. Hans H. Hanke SPD Ratsfraktion Kulturpolitischer Sprecher 4 Quellen: Gespräche mit Frau Christa Maria Schroeteler 2001 Gespräche mit Gerd Kivelitz u.a., Bochumer Kulturrat 2001 und folgende Auskünfte zu Schroeteler durch Prof. Dr. Joachim Petsch, Prof. Dr. Dieter Scheler, RUB 2004 - 2013 WAZ BOCHUM 24.01.2000 Kolpingfamilie Gerthe / Ev. Kirchengemeinde Gerthe: Festschrift zum 80. Geburtstag Schroeteler. Bochum 1995 Manfred Bourrée: Vor Ort. FAZ-Magazin (Winter 1978) Marina von Assel, Kunst auf Schritt und Tritt, Bochum 1992 Katalog: Heinrich Schroeteler. Skulpturen. Emschertal-Museum . Herne 2002 Zur Beerdigung Dönitz s. Internet Zu Schroeteler s.: http://www.uboat.net/men/schroeteler.htm http://www.bistum-essen.de/bochum/gerthe/ http://members.aol.com/robikusch/verlust3.html http://www.uboat.net/boats/u1023.htm http://www.f1.parsimony.net/forum162/messages/2394.htm http://www.classicwest.com/homesig.html Stand 01.09.2003, Auswahl (ähnlich auch im Februar 2014): http://uboat.net/men/schroeteler.htm http://www.chesterfieldarmament.com/taylor/homecoming/homecoming. htm http://www.chesterfieldarmament.com/taylor/againstodds/against.htm http://www.leisuregalleries.com/uboat.html http://www.assonetart.com/consignrt.html http://www.skalman.nu/third-reich/gallery-kriegsmarine-persons-s.htm http://home.wanadoo.nl/renewesterhuis/BYMS_commissio/ROYAL_NO RWEGIA.html 5