Daten
Kommune
Berlin Reinickendorf
Dateiname
Anlage zur VzK_0448_XIX.pdf
Größe
1,2 MB
Erstellt
07.10.15, 17:24
Aktualisiert
28.01.18, 01:49
Stichworte
Inhalt der Datei
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
I u ng Stadtentwicklu ng,
Umwelt, Ordnung und Gewerbe
Abtei
beffi
Bezirksstadtrat Martin Lambert
Rathaus Reinickendorf, Eichborndam m 21 51239 '13437 Berlin
Herrn Vorsitzenden
Rainer Teschner-Steinhardt
Fluglärmschutzkommission
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Karl-Marx-Str. 83
12O4O Berlin
T€lefonr 030 / 90 2 94 2260
Telefax: 030 / 90 2 94 3418
lnternet:http://wW.berlin.de/ba-reinickendorl
martin.lambert@reinickendorf.berlin.de
Berlin, 25. Juli 2013
Neuregelung der Lande- und Abstellentgelte TXL
- lhre Mail vom 22. Jult 2013 Sehr geehrter Herr Teschner-Steinhardt,
zu den vorgelegten Unterlagen darf ich wie folgt Stellung nehmen:
Grundsätzlich haben die Anwohnerinnen und Anwohner von TXL drei berechtigte Anliegen, die
bei der Gestaltung der Entgeltordnung Berücksichtigung finden müssen: Erstens muss die
Lärmbelastung in den Tagesrand- und Nachtzeiten deutlich reduziert werden. Zweitens geht es
darum, die Flugbewegungen auch tagsüber zu begrenzen. Und schließlich dürfen keine neuen
Flugverbindungen mehr nach TXL aufgebaut werden.
Erstens gilt es, die Lärmbelastung in den Tagesrand- und Nachtzeiten zu reduzieren. Hierbei
müssen die Fluggesellschaften auch mit wirtschaftlichen Anreizen gedrängt werden, diese
Zeiten flugfrei zu halten. Die nun vorgelegten Aufschläge auf das lärmbezogene Landeentgelt
bieten diese Chance. lch gehe davon aus, dass diese Aufschläge auch Anwendung finden auf
die im Einzelfall durch die örtliche Luftaufsicht sowie die Oberste Landesluftfahrtbehörde
stattgegebenen Ausnahmegeneh m ig u ngen für Nachtflüge.
Zweitens muss sichergestellt werden, dass Fluggesellschaften grundsätzlich finanzielle Anreize
erhalten, anstelle von TXL den Flughafen Schönefeld anzufliegen. Dies wird durch die
vorgesehenen Lärmzuschläge pro Lärmklasse nicht erreicht! Es ist aus unserer Sicht nicht
hinnehmbar, dass die Lärmentgelte ab 2014 gegenüber 2013 bis einschließlich Lärmklasse 3
reduziert werden sowie das Entgelt in Lärmklasse 4 konstant bleibt.
Die ab 2014 gellenden lärmabhängigen Entgelte müssen gegenüber 2013 in jeder Lärmklasse
höher ausfallen! Hierdurch würde zudem vermieden, dass den Fluggesellschäften ein
rechnerischer Ausgleich für die Erhöhung der Zuschläge für die Tagesrand- und Nachtzeiten,
bei Betrachtung aller Landungen über 24 Stunden, im Vergleich zur jetzigen Situation entsteht.
Buslinien: 221, 322, X
33
U-Bahnlinie
8
bis Rathaus Reinrckendorf S-Bahnlinie 1 +
85
bis Wittenau (Nordbahn)
2
Schon in meinem Brief vom 6. Juni 2013 hatte ich eine Verdoppelung der Entgelte pro
Lärmklasse vorgeschlagen. Diese Forderung bleibt bestehen!
lnsbesondere Flugbewegungen in der Lärmklasse 3 - nach unseren Erkenntnissen fallen
hierunter die meisten Luftfahrtzeuge in TXL (A 319, A 320) - würden sich um über 12 Prozent
reduzieren. Dies ist der völlig falsche Anreiz für die Fluggesellschaften! Um aber abschließend
beurteilen zu können, irvie sich die Entgeltstruktur auf Landungen und Starts auswirkt, ist eine
Übersicht nötig, aus der hervorgeht, wie viele Flugzeuge in dJn jeweiligen Lärmklassen starten.
Hier sei nochmals an die diesbezügliche Bitte von lhnen, Herr Teschner-Steinhardt, an Herrn
Dr. Bunse vom 1 1 . Juli 2013 erinnert.
Würden die vorgelegten Entgelte zum Tragen kommen, würde der für die Anwohnerinnen und
Anwohner positive Effekt - absehbar geringere Belastung in Tagesrand- und Nachtzeiten
durch den negativen Effekt - noch höhere Belastung am Tage - mehr als überkompensiert
werden. Die Anwohnerinnen und Anwohner benötigen aber eine Gesamtentlastung - tags und
nachtsl
-
Drittens darf aus grundsätzlicher Sicht zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner bei den
verkehrsfördernden Konditionen zugunsten von TXL kein Destinations-Förderbetrag mehr
gewährt werden! Die bereits sehr hohe Auslastung von TXL darf nicht durch neue
Verbindungen weiter ansteigen! Für die Förderung ,,zur Generierung einer nachhaltigen
Anbindung des Standortes Berlin an neue Destinationen" ist mit dem bevorstehenden Ende des
Flugbetriebes TXL die Grundlage entzogen! Diese Förderung muss sich auf Schönefeld und
anschließend auf BER konzentrieren!
lch erlaube mir, diese Stellungnahme den übrigen Mitgliedern der Fluglärmschutzkommission,
der Obersten Landesluftfahrtbehörde sowie dem Senator für Stadtentwicklung und Umwelt
zukommen zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Lambert