Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Drucksache.pdf
Größe
77 kB
Erstellt
09.10.15, 19:06
Aktualisiert
27.01.18, 12:27
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Große Anfrage
TOP-Nr.:
CDU-Fraktion
Klose/Halten-Bartels
Große Anfrage - Beantwortung
DS-Nr: 0392/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
15.11.2012
BVV
BVV-014/4
beantwortet
Umsetzung der Personalsparmaßnahmen
Wir fragen das Bezirksamt:
1. Wie ist das Bezirksamt auf die Einsparung von ca. 135 Vollzeitäquivalenten
vorbereitet?
2. Wie will das Bezirksamt ohne Vorhandensein eines detaillierten und exakten
Stellenbesetzungsplanes
a. aufgabenkritisch,
b. personalkritisch,
c. sozialkritisch
die Einsparung der Stellen bzw. der Stelleninhaber bewältigen?
3. Welche Gespräche sind zu dieser Thematik bisher mit dem Personalrat erfolgt
und welche Ergebnisse sind erzielt worden?
4. Wie wird das Bezirksamt die Öffentlichkeit des Bezirkes über die zu erwartende
Verschlechterung des Services informieren?
5. Wie groß ist die Zahl derjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus dem
Stellenpool in das Bezirksamt zurückkommen und wie wird das Bezirksamt diese
einsetzen?
Zur Beantwortung BzBm Naumann:
Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren, liebe Frau Halten-Bartels
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Ausdruck vom: 21.11.2012
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Zu 1.
Bei der Vorgabe zum Personalabbau handelt es sich, und das ist Ihnen ja bekannt, um
eine politische Setzung. Stichwort: 20.000 für die Bezirke, 80.000 für das Land =
100.000, Zielhorizont Ende 2016. Ausgehend von der durch die eingesetzte
Arbeitsgruppe Personal erarbeiteten Vorlage zur Verteilung der sich bei den Bezirken
ergebenden Einsparerfordernissen hat der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses
dieser in geänderter Fassung zugestimmt. Danach sind von unserem Bezirk bis Ende
2016 insgesamt 73,4 Vollzeitäquivalente, künftig sage ich VZÄ, abzubauen. Hinzu
kommen die 65 von 89 ursprünglich potenziell möglichen 89 Stellen, die am 31.
Dezember 2011 unbesetzt waren und damit nicht in der AG Personal berücksichtig
wurden, für die aber die Abteilungen des Bezirksamt ein unabdingbares
Nachbesetzungsinteresse festgestellt haben. Dem ist übrigens das
Bezirksamtskollegium gefolgt. Mithin ist von einem Abbauerfordernis in Höhe von, Sie
haben ca. von 135 gesprochen, exakt 138,4 VZÄ, bis Ende 2016 auszugehen. Das ist
die Zielzahl, die zu erbringen ist.
Dies, meine Damen und Herren, stellt zweifelsohne einen weiteren Kraftakt dar, das
hab ich auch im Haushaltsausschuss, der für die Personalangelegenheiten zuständig
ist, dargelegt, den das Bezirksamt allerdings gewillt ist, entsprechend der politischen
Zusagen des Landes letztmalig zu leisten. Und bekanntermaßen liegen wir damit auch
am unteren Level der zu erbringenden VZÄ-Volumina, namentlich die Bezirke TreptowKöpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf liegen bei plus/minus 270/300.
Wohlgemerkt ohne die Zahl der unbesetzten nicht finanzierten Stellen. Aktuell ist ein
Abbauplan für diese Stelle mit der Senatsverwaltung für Finanzen abgestimmt worden.
Für eine Freigabe bedarf es eines Beschlusses durch den Hauptausschuss, der für den
21.11.2012 erwartet wird. Ich habe heute davon Kenntnis genommen, dass er auf der
Konsensliste steht.
Aufgrund der sich abzeichnenden erneuten vorläufigen Haushaltswirtschaft ab dem
1.1.2013 wegen des noch zu beschließenden Ergänzungsplans für das Jahr 2013 wir
haben gemeinsam, Bezirksamt und BVV, die Zeitplanung abgesteckt, ist die Phase der
uneingeschränkten Personalrekrutierung bis Ende dieses Jahres beschränkt. Meine
Damen und Herren, theoretischer Natur aber leider nur da, da in dieser Zeit
Einstellungsverfahren nicht recht sicher durchführbar sind, wird der Bezirk bis zur
Genehmigung des Ergänzungsplans durch das Parlament zunächst leider weiter unter
den bekannten Einstellungsrestriktionen stehen. Aber, wir haben das bewusst so
entschieden, die BVV hat gewünscht, anders mit der kurzen Zeit, die Anfang des Jahres
bemessen war und viel Unmut hervorgerufen hat, dass es einen BVV-Beschluss nach
entsprechender zeitlicher Beratung zum Ergänzungsplan erst am 17.1. nächsten Jahres
geben wird.
Es konnten, liebe Frau Halten-Bartels, meine Damen und Herren, von daher von den
genannten 65 Stellen in diesem Jahr bisher nur 18 Stellen nach einem jeweils
individuellen ausführlich gegenüber der Senatsverwaltung für Finanzen
durchzuführenden Genehmigungsverfahren, dem sind wir ja dann dieser Situation bis
heute ausgesetzt, gesetzt werden. Die übrigen 47 Stellen hofft der Bezirk im Laufe des
zweiten bis vierten Quartals 2013 nachbesetzen zu können.
Zu 2. und 4.
Die Einsparungen werden fast ausschließlich durch den Verzicht auf die
Wiederbesetzung freiwerdender Stellen erbracht. Übrigens kein Sondertatbestand bei
uns, hier in Charlottenburg-Wilmersdorf, sondern berlinweit in den anderen elf Bezirken
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und auch beim Land, muss man sagen, Praxis. Damit erübrigt sich eine personal- bzw.
sozialkritische Betrachtung, wie Sie sie in Ihrer Fragestellung mit aufgerufen haben.
Angesichts des auch beim Personal unserer Bezirksverwaltung nachzuvollziehenden
demografischen Wandels wären bis Ende 2016 nach heutigem Stand ca. 240 VZÄ
dadurch frei, dass deren Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber altersbedingt
ausscheiden. Also, bitte merken: Bis Ende 2016 werden ca. 240 frei, dem gegenüber
steht unsere 138,4. Die Differenz werden wir besetzen können.
Die Einsparungen sind auf Grundlage einer entsprechenden Absprache und
Beschlussfassung durch das Bezirksamtskollegium am 23.10.2012 je Abteilung und
Jahr gesichtet und verteilt worden. Eine aufgabenkritische Betrachtung obliegt daher
zunächst eigenverantwortlich jeder Abteilungsleitung für ihren jeweiligen zu
erbringenden Anteil an VZÄ.
Zusatzfrage: BV Gusy
Ich wollte nur fragen, ob die Aufgaben wegfallen, wenn die Leute in Ruhestand gehen?
Beantwortung: BzBm Naumann
Nein, nicht von vornherein. Das wissen wir, das haben wir hier auch schön öfter
ausgetauscht, das ist Bestandteil der politischen Setzung und die Kunst liegt jetzt
tatsächlich darin, ein Stück Quadratur des Kreises, mit möglichst wenig Auswirkungen,
es wird nicht völlig gelingen, das bleibt ja noch abzuwarten, da komme ich gleich jetzt
drauf, zu schauen, welche Auswirkungen hat es am Ende auch auf die
Dienstleistungsangebote des Bezirks und dann auch der anderen elf Bezirke.
Das Bezirksamtskollegium hat sich darauf verständigt, diesbezüglich im Laufe des
ersten Quartals 2013 Bilanz zu ziehen. Sobald es zu strukturellen Entscheidungen, das
haben Sie ja in Ihrer Begründung angesprochen, hinsichtlich der vorzunehmenden
Veränderung bei der Wahrnehmung bisheriger Aufgaben in qualitativer und/oder
quantitativer Hinsicht gekommen sein wird, wird das Bezirksamt bzw. seine einzelnen
Mitglieder für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich natürlich die BVV und auch die
Öffentlichkeit in geeigneter Weise unterrichten.
Zu 3.
Der Personalrat ist sowohl in den sogenannten Monatsgesprächen zwischen der
Dienststellenleitung und dem Bezirksbürgermeister bzw. meines Stellvertreters als auch
immer wieder aktuell zwischendurch, insbesondere auch vor der am vergangenen
31.10.2012 alljährlich durchgeführten Personalversammlung persönlich und schriftlich
über die Einsparvorgaben und Beschlüsse des Bezirksamtes informiert worden. Es ist
seitens der Dienststelle beabsichtig, diese bewährte Kommunikation auch mit dem am
7.11.2012, also kürzlich, neu konstituierten Personalratsgremium fortzusetzen.
Zu 5.
Da das erst am 10.11.2012, also vor fünf Tagen verkündete StellenpoolAuflösungsgesetz in seiner Bedeutung für die praktische Umsetzung der noch zum
beabsichtigten Auflösungstermin 31.12.2012, also Ende diesen Jahres, vorhandenen
Überhangskräfte noch nicht abschließend beurteilt werden kann, können hier und jetzt
nur vorläufige Angaben gemacht werden.
Aktuell ist absehbar, dass derzeit 34 Beschäftigte des ZeP, also des zentralen
Personalmanagements, in den Bezirk rückversetzt werden sollen. Diese sind
entsprechend ihrer jeweiligen Qualifikation bzw. Eignung auf freiwerdende und
besetzbare Stellen unterzubringen. Ob es hier wieder, wie vor der Gründung des ZeP,
ein landesweites Personalüberhangmanagement durch eine Nachfolgebehörde des
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ZeP oder durch die Senatsverwaltung für Finanzen direkt gegeben wird, Unterstützung
ist uns zugesagt worden mündlich, ist noch nicht geklärt.
Auch ist die Frage noch offen, welche organisatorischen und finanziellen Aspekte sich
daraus im Detail für die Bezirke ergeben. Gerne wird hierzu natürlich sodann im
Haushaltsausschuss berichtet.
Mündlich eingehen möchte ich noch ergänzend zu Ihrem Stichwort
Personalentwicklungsplan:
Hier ist für die Vergangenheit festzustellen und ich war da gar nicht im Gegensatz zu
Frau Thiemen, also meine Amtsvorgängerin, das waren ja keine alleinigen Beschlüsse
von Frau Thiemen, denn in der Vergangenheit in der Regel, einvernehmlich gefasste
Beschlüsse des Bezirksamtskollegiums. Die Personalvolumina entsprechend der
Vorgaben maximal auch zu nutzen und aus diesem Grund haben wir ja jetzt geringere
Volumina zu erbringen, als beispielsweise die vorhin genannten Bezirke.
Ich habe aber schon im Wahlkampf, wie auch seinerzeit der Kollege Gröhler,
verdeutlicht, dass dieses an ein Ende kommen wird. Und wir notwendigerweise über
strukturelle Veränderungen werden reden müssen. Die Verringerung um eines unser
drei großen Dienstgebäude, Stichwort Rathaus Wilmersdorf, ist ein Beispiel dafür. Aber
in allen zwölf Berliner Bezirken und das entspricht der politischen Setzung, die wir
haben, gibt es keine Durchgriffsrechte der Bezirksbürgermeisterin oder der
Bezirksbürgermeister, Anordnungsbefugnisse, per ordre mufti, Jugend macht das, Soz
macht das, Bürgerdienste macht das, Stadt macht das. Besonders liegt die jeweilige
Verantwortung bei den Fachstadträtinnen und Fachstadträten. Auch kein neuer
Tatbestand. Und dementsprechend wird jetzt in den Abteilungen geschaut, was geht,
mit welchen Risiken und Nebenwirkungen und was geht möglicherweise nicht.
Als ehemaliger Jugendstadtrat erlaube ich mir den Hinweis, und das weiß die Kollegin
Jantzen natürlich auch und der Jugendhilfeausschuss wird sich damit befassen
müssen, das vor dem Hintergrund, das absehbar die Mehrzahl offenkundig der anderen
elf Bezirke sich auf den Weg der vollständigen freien Trägerschaft der
Jugendeinrichtungen, nicht der Schließung, aber der vollständigen freien Trägerschaft
der Jugendeinrichtungen macht, wir uns sehr genau überlegen werden müssen, meine
persönliche Position ist seit Jahr und Tag bekannt, was können wir an der Stelle, wenn
dann die beiden Produkte, die es in dem Bereich gibt, überhaupt noch finanzieren.
Damals, als Lichtenberg unabgestimmt den Großteil seiner Jugendeinrichtung an freie
Träger überführt hat, hat es zu entsprechenden Verwerfungen bei den entsprechenden
Produkten geführt. Das ist ein Beispiel.
Ich bin offen, natürlich, für die Vorschläge aus den Abteilungen. Ich sage noch mal, die
Bilanz werden wir im ersten Quartal, das haben wir verabredet, vornehmen. Stichwort
Personalentwicklungsplan, ich habe von Personalentwicklungskonzept gesprochen.
Hier ist zu verzeichnen, dass rückblickend bei Vorteilen, die auch die Trennung von
Dienststelle und Stellenwirtschaft in zwei Verantwortungsbereiche Team Krüger hatte,
es aber rückblickend, muss man das objektiv feststellen, haben wir ja im
Haushaltsausschuss auch einvernehmlich so festgehalten, eben keine Kommunikation
im Sinne der Abstimmung und Erarbeitung eines integrierten
Personalentwicklungskonzepts- oder plans gegeben hat. Und ich habe zugesagt, dass
ich beabsichtige, dass step by step, bis Sommer nächsten Jahres vorzulegen. Aber
auch das wird nur als primus inter pares gemeinsam mit den Abteilungen gehen, denn
Durchgriffsrechte, ich wiederhole mich, hat der Leiter der Dienststelle, der
Bezirksbürgermeister als das für Personal und Finanzen verantwortliche
Bezirksamtsmitglied nicht. Soweit die Beantwortung.
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