Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Drucksache.pdf
Größe
159 kB
Erstellt
09.10.15, 19:11
Aktualisiert
27.01.18, 12:06
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Einwohnerfragestunde
Bezirksverordnetenvorsteherin
TOP-Nr.:
Judith Stückler
Einwohnerfragestunde
DS-Nr: 0090/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
19.01.2012
BVV
BVV-004/4
beantwortet
Einwohnerfragen
1. Einwohnerfragen
Susanne Horch
Olivaer Platz – Bereich
1.
Wird die Umgestaltung des Olivaer Platzes so ausfallen, dass der schöne
und erhaltenswerte Teil mit in die Planung einbezogen wird, ohne ihn
dabei zu verändern? Dieser befindet sich im Bereich Konstanzer/Ecke
Lietzenburger Str. und besteht aus kleinen Wegen mit Bänken zwischen
naturnah gestalteten und liebevoll gepflegten Staudenrabatten,
Wasserbecken und einer stark bewachsenen Pergola. Besonders diese ist
einzigartig in der Stadt, da sie ein Biotop für eine Starkolonie bildet, die
dort in Kombination mit den Wasserbecken und dem Park ideale
Lebensbedingungen vorfinden und deren schönsten Gesängen man
daraus lauschen kann. Täglich besuchen viele Menschen diesen
Kleingarten und verweilen.
2.
Ist es möglich, den Schutz dieses Bereiches vor starker Veränderung zu
gewährleisten? Gegen die Erneuerung einzelner Elemente hier wie
Beeteinfassungen, Wegeplatten oder Bänke ist sicher nichts
einzuwenden, da diese etwas in die Jahre gekommen sind, aber die
Grundgestaltung muss unbedingt so erhalten bleiben. Für viele Besucher
stellt sie eine kurzweiligen, erholsamen und harmonischen Rückzugsort
dar. Die kleinteilige, vielfältige und verdichtete Anordnung des Ensembles
und damit entstehende Blickachsen, der Wechsel zwischen niedriger,
mittlerer und hoher Bepflanzung und die edel verwitterten
Backsteinmäuerchen im Hintergrund machen diesen Ort so anziehend und
attraktiv.
3.
Gibt es die Möglichkeit, den Kiosk davor in ein "Parkcafe" umzuwandeln
mit nett um die Wasserbecken herum und unter der Pergola gruppierten
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Ausdruck vom: 06.09.2012
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Tischen, um auch so noch einmal der Attraktivität dieses Ortes Nachdruck
zu verleihen?
Mit kleinen Handgriffen kann man Dingen zu neuem Image verhelfen ohne
die grundsätzlich gute Gestaltung dieses Platzes zu zerstören.
4.
Ist es möglich, das Starbiotop unter Naturschutz zu stellen? In der
Pergola leben und nisten Stare wie schon anfangs erwähnt. In der Form
ist dies einzigartig in der ganzen Stadt. Der Lebensraum dieser Tiere an
dieser Stelle muss erhalten bleiben, da auch sie mit ihrem Gesang und
ihrer Anwesenheit zu der hier vorhandenen Attraktivität beitragen.
5. Ich möchte noch einmal betonen, dass sich meine Anfragen nur auf den
vorderen kleinen Teil des Parks hinter dem Kiosk an der Konstanzer Str.
beziehen, wie schon beschrieben bestehend aus Pergola mit anschließender
Mauer ,Wasserbecken und Staudenrabatten. Das sich daran anschließende
Gelände bedarf selbstverständlich einer (Neu)Gestaltung.
Die Einwohnerfrage wird schriftlich vom Bezirksamt beantwortet, da die Fragestellerin
nicht anwesend war.
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
zu der Bürgeranfrage der Frau Horch teile ich Folgendes mit:
Mit Hilfe des Städtebauförderprogrammes „Aktive Zentren“ soll die Grünanlage Olivaer
Platz um- bzw. neugestaltet werden. Hierfür wurde 2011 ein landschaftsplanerischer
Realisierungswettbewerb durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobt
und durchgeführt. Mit der Preisgerichtssitzung vom 2. Dezember 2011 wurde dem
Landschaftsarchitekten Herrn Rehwald der 1. Preis für die eingereichte Entwurfsarbeit
zuerkannt,
die
anschließend
im
Rahmen
einer
Ausstellung
aller
Wettbewerbsergebnisse zur Neugestaltung des Olivaer Platzes im Amerika Haus der
Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Frage 1:
Wird die Umgestaltung des Olivaer Platzes so ausfallen, dass der schöne und
erhaltenswerte Teil mit in die Planung einbezogen wird, ohne ihn dabei zu verändern?
Teile der Vegetationsstrukturen, insbesondere Bestandsbäume, werden im zu
realisierenden Entwurf erhalten werden können. Die geplanten räumlichen Strukturen
und deren gestalterische Ausprägung hingegen sind mit dem Erhalt der vorhandenen
Strukturen und deren Ausstattung nicht vereinbar.
Frage 2:
Ist es möglich, den Schutz dieses Bereiches vor starker Veränderung zu gewährleisten?
Der Erhalt bzw. die bloße Sanierung der Grundstrukturen des Parks ist mit der
geplanten Neugestaltung unvereinbar. Eine Unterschutzstellung der derzeitigen
Gestaltung liefe den Absichten der im Vorfeld des landschaftsplanerischen
Wettbewerbes öffentlich kommunizierten, diskutierten und von der BVV unterstützten
Umgestaltungsabsichten des Bezirkes zuwider.
Frage 3:
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Ausdruck vom: 06.09.2012
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Gibt es die Möglichkeit, den Kiosk davor in ein „Parkcafe’“ umzuwandeln mit nett um die
Wasserbecken herum und unter der Pergola gruppierten Tischen, um auch so noch mal
die Attraktivität des Ortes Nachdruck zu verleihen?
Der in Rede stehende Kiosk befindet sich im Eigentum der BVG und wird durch die
Urbanis GmbH vermietet. Die Neugestaltung der Parkanlage sieht als Abschluss des
westlichen
Randes
den
Bau
eines
Cafépavillons
mit
integriertem
Bushaltestellenunterstand vor.
Frage 4:
Ist es möglich, das Starbiotop unter Naturschutz zu stellen?
Das vorhandene Starenbiotop ist im Stadtgebiet nicht derart selten, als dass es für
einen Starenschwarm keine weiteren Nistmöglichkeiten gäbe. Darüber hinaus hat auch
die zukünftige Grünanlage das Potential, sich zu einem Starenbiotop zu entwickeln. Aus
diesem Grund ist eine Unterschutzstellung des vorhandenen Biotops nicht beabsichtigt.
Mit freundlichen Grüßen
Marc Schulte
2. Einwohnerfragen
Ursula Keller
Die Kurbel
1.
Was wurde – außer den erfolglosen Bemühungen um ein mehrmonatiges
Moratorium – von Seiten des Bezirksamts unternommen, um den
Beschluss der BVV vom 08.12.2011 umzusetzen, mit allen
Verantwortlichen unter Einbeziehung der Senatsverwaltung für Kulturelle
Angelegenheiten eine auch für den Hauseigentümer tragfähige Lösung
zum Erhalt der "Kurbel" zu schaffen, und dem Willen der über 10.000
Kurbel-Unterstützer entgegenzukommen?
2.
Welcher Standpunkt der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten
bezüglich der Schließung des ältesten Berliner Tonfilmkinos wurde in den
Gesprächen über den Erhalt der "Kurbel" deutlich?
3.
Welche Maßnahmen kann und wird der Bezirk ergreifen, um zu
verhindern, dass mit den Abrissarbeiten des Kinos begonnen wird und so
Tatsachen geschaffen werden, die nicht mehr rückgängig zu machen
sind?
4.
Gibt es Auflagen von Seiten des Bezirks an einen möglichen
Supermarktbetreiber, ein tragfähiges Konzept vorzulegen, das erhöhte
Verkehrsaufkommen durch Lieferverkehr und Parkplatzsuchende Kunden
anwohnerverträglich zu halten und wie wird von Seiten des Bezirks
sichergestellt, dass den Belangen der Anwohner Geltung verschafft wird?
Selbst die alltägliche Müllabfuhr führt schon jetzt regelmäßig zu
Verkehrschaos mit Lärmbelastung für die Anwohner.
Bei noch höherem Verkehrsaufkommen durch den Betrieb eines
Supermarkts wird die Feinstaub- und Lärmbelastung für die Anwohner
unzumutbar.
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Ausdruck vom: 06.09.2012
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5.
Wie kann und wird bei erhöhtem Verkehrsaufkommen durch Kunden- und
Lieferverkehr die Sicherheit der Radfahrer in der Giesebrechtstraße
gewährleistet werden?
Der Bereich um den Meyerinckplatz wird schon jetzt ständig
verkehrsbehindernd und -gefährdend außerhalb der von der
Parkraumbewirtschaftung vorgegebenen Flächen beparkt. So entstehen
für entgegen der Fahrrichtung fahrende Radfahrer ständig gefährliche
Situationen.
Ich selbst bin an der Ecke Giesebrechtstraße/Meyerinckplatz vor einiger
Zeit aufgrund von Sichtbehinderung durch ein verkehrswidrig parkendes
Lieferfahrzeug lebensgefährlich verunfallt.
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Herrn BzStR Schulte.
3. Einwohnerfragen
Alexander Geike
Olivaer Platz
1.
Nach meinen Informationen wird in Kürze von der BVV entschieden, ob es
bei der Umgestaltung des Olivaer Platzes eine verringerte Anzahl von
Parkplätzen oder gar keine mehr auf dem Platz geben soll.
Ist diese Information richtig?
2.
Meines Erachtens besteht die Lebensqualität in diesem Teil des Bezirks
für einige Anwohner zwar im Finden eines Parkplatzes, für die meisten
Anwohner jedoch eher in der Erholungsfunktion einer Grünfläche; siehe
auch Stadtklimafunktion.
Besonders auch im Hinblick auf die bedauernswerte Bebauung der
nahegelegenen Gartenkolonie Württembergische Straße.
Hat die BVV diesen Aspekt auch mitberücksichtigt?
3.
Mein Vorschlag für einen gelungenen Kompromiss im Spannungsfeld
Erholung-Mobilität:
Es wird keine Parkplätze mehr geben auf dem neuen Olivaer Platz, dafür
aber in einem Bereich eine Stromladefunktion
(RWE, Vattenfall, ...) und Parkraum für E-Autos (offen für alle
interessierten Carsharing-Unternehmen, bspw. Flinkster).
Damit wäre ökologische Mobilität gewährleistet bei gleichzeitiger
Grün-/Erholungsfläche.
Ist ein E-Carsharing-Modell auch bei den Beratungen der BVV
berücksichtigt worden?
Die Einwohnerfrage wird schriftlich vom Bezirksamt beantwortet, da der Fragesteller
nicht anwesend war.
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
zu der Bürgeranfrage des Herrn Geike teile ich Folgendes mit:
1.
Nach meinen Informationen wird in Kürze von der BVV entschieden, ob es bei der
Umgestaltung des Olivaer Platzes eine verringerte Anzahl von Parkplätzen oder gar
keine mehr auf dem Platz geben soll. Ist diese Information richtig?
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Ausdruck vom: 06.09.2012
Seite: 4
Ja, die Information ist richtig. Zuvor ist aber noch eine Veranstaltung geplant, in der die
Fragen des Verkehrs noch einmal diskutiert werden sollen, bevor die BVV entscheidet.
2.
Meines Erachtens besteht die Lebensqualität in diesem Teil des Bezirks für einige
Anwohner zwar im Finden eines Parkplatzes, für die meisten Anwohner jedoch eher in
der Erholungsfunktion einer Grünfläche; siehe auch Stadtklimafunktion. Besonders
auch im Hinblick auf die bedauernswerte Bebauung der nahegelegenen Gartenkolonie
Württembergische Straße.
Hat die BVV diesen Aspekt auch mitberücksichtigt?
Das Bezirksamt hat die Planungen für den Olivaer Platz gerade deswegen
vorangetrieben, um dem Aspekt der Erholungsfunktion einer Grünfläche Rechnung zu
tragen und hofft, dass sich die BVV dieser Position anzuschließen vermag.
3.
Mein Vorschlag für einen gelungenen Kompromiss im Spannungsfeld ErholungMobilität: Es wird keine Parkplätze mehr geben auf dem neuen Olivaer Platz, dafür aber
in einem Bereich eine Stromladefunktion (RWE, Vattenfall, …) und Parkraum für EAutos (offen für alle interessierten Carsharing-Unternehmen, bspw. Flinkster). Damit
wäre ökologische Mobilität gewährleistet bei gleichzeitiger Grün-/Erholungsfläche. Ist
ein E-Carsharing-Modell auch bei den Beratungen der BVV berücksichtigt worden?
Das Thema Car-Sharing und E-Autos wurde bisher noch nicht im Zusammenhang mit
dem Olivaer Platz diskutiert. Das Bezirksamt wird den gemachten Vorschlag in die
weiteren Beratungen mit hineintragen.
Mit freundlichen Grüßen
Marc Schulte
4. Einwohnerfragen
Arno Meyer zu Küingdorf
Die Kurbel
1.
Warum wurde die vorgesehene Schließung der Kurbel erst so spät
öffentlich bekannt?
2.
Ist für den Stadtteil ein vitales, funktionierendes Kino nicht wesentlich
interessanter für seine eigene Attraktivität als ein weiterer Supermarkt?
3.
Wie gedenkt der Bezirk weiter mit diesem Thema zu verfahren?
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Herrn BzStR Schulte.
0090/4
Ausdruck vom: 06.09.2012
Seite: 5