Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Drucksache.pdf
Größe
103 kB
Erstellt
10.10.15, 22:09
Aktualisiert
27.01.18, 21:42
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Große Anfrage
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
TOP-Nr.:
Dr.Vandrey/Wapler
Große Anfrage
DS-Nr: 1016/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
18.09.2014
BVV
BVV-037/4
schriftlich beantwortet
Personalabbaumoratorium
Wir fragen das Bezirksamt:
1. Wie hat sich der Personalbestand in der Bezirksverwaltung und den Abteilungen
in dem mit der Senatsverwaltung für Finanzen vereinbarten Abbauplan im
Vergleich zum Ausgangswert Dezember 2011 bisher entwickelt?
2. Wie bewertet das Bezirksamt den bislang vollzogenen Personalabbau im
Hinblick auf die von der Verwaltung zu erbringenden Aufgaben und die
Arbeitsbelastung der Mitarbeiter/innen?
3. Wie möchte das Bezirksamt im weiteren Verlauf den negativen Auswirkungen
des Personalabbaus entgegenwirken und welche Maßnahmen trifft es
angesichts einer erhöhten Personalfluktuation und dem demographischen
Wandel, um den künftigen Bedarf an Beschäftigten zu decken?
4. Was verspricht sich das Bezirksamt von dem im Rat der Bürgermeister
beschlossenen Personalkonzept für die Bezirksverwaltungen
a) im Hinblick auf die Zielzahlen des Personalabbaukonzepts und
b) die Möglichkeiten für den Bezirk, selbst ein an der steigenden
Arbeitsbelastung orientiertes Personalentwicklungskonzept zu erarbeiten
und umzusetzen?
Sehr geehrte Frau Stückler,
die o.g. Große Anfrage beantworte ich für das Bezirksamt wie folgt.
1016/4
Ausdruck vom: 17.10.2014
Seite: 1/4
1. Wie hat sich der Personalbestand in der Bezirksverwaltung und den
Abteilungen in dem mit der Senatsverwaltung für Finanzen vereinbarten
Abbauplan im Vergleich zum Ausgangswert Dezember 2011 bisher
entwickelt?
Der Abbauplan des Bezirks auf Basis der in Charlottenburg-Wilmersdorf bis zum
Haushaltsjahr 2016 altersbedingt ausscheidenden Mitarbeiter/innen wurde mit der
Senatsverwaltung für Finanzen (Sen Fin) vereinbart und vom Hauptausschuss des
Abgeordnetenhauses zustimmend zur Kenntnis genommen. Seit diesem Beschluss war
und ist der Bezirk in der Bewirtschaftung seines Personals frei, jedoch sind weiterhin
übergeordneten Regeln, wie etwa das Verfahren der Meldung freier Stellen und die
Überhangprüfung, zu beachten.
Das Controlling zur Einhaltung des Abbauplans gegenüber SenFin erfolgt über eine
tabellarische Darstellung der Gesamtentwicklung der Vollzeitäquivalente (VZÄ) des
abgelaufenen Jahres jeweils zum 01.01. des Folgejahres. Für die Haushaltsjahre 2012
und 2013 ergab sich dabei folgendes Bild:
Der Personalbestand zum Stichtag 31.12.2011 lag (ohne die Beschäftigten im
Jobcenter,
dem
Personalüberhang
und
dem
Wirtschaftsplan
der
Parkraumbewirtschaftung) bei 1.718,7 VZÄ.
Für das Haushaltsjahr 2012 lag er per Stichtag 01.01.2013 bei 1.706,6 VZÄ (minus 12,1
VZÄ) und nach Abschluss des Haushaltsjahres 2013 zum 01.01.2014 bei 1.645,5 VZÄ
(kumuliertes minus 24,1 VZÄ unter Berücksichtigung der Fortschreibung durch den
Abgang der Schulsekretärinnen und -sekretäre und den Zugang für die Einführung des
Betreuungsgeldes und der Bundesinitiative „Netzwerk Frühe Hilfen“ – im Saldo minus
49,1 VZÄ).
Mit Bezug auf den Abbauplan stellt sich eine starke Abweichung zugunsten der
Erfüllung des Abbauplans dar, denn entgegen der Erwartungen des Bezirksamtes und
der Zustimmung von SenFin konnten die eingeplanten VZÄ-Aufwüchse in diesen
beiden Jahren (plus 4,6 VZÄ im HHJ 2012 und plus 21,4 VZÄ im HHJ 2013) nicht
umgesetzt werden.
Dies lag im Wesentlichen an den praktisch für das gesamte Jahr 2012 geltenden
Einstellungsrestriktionen – Hauptausschuss-Befassung war erst im Dezember 2012 –
und deren nicht auflösbaren Bugwelle im Jahr 2013, u.a. durch fehlende
Bewerber/innen und die weiterhin erforderliche Prüfung und ggf. Erprobung von
Überhang.
Im Ausschuss für Haushalt, Personal und Wirtschaftsförderung wurde und wird darüber
fortlaufend berichtet.
Abteilungsbezogen stellt sich die Entwicklung der Jahre 2012 und 2013 wie folgt dar:
Abt.
BVV
Bü
Jug
Pers
Soz
Stadt
1016/4
VZÄ
2011
3,0
389,9
380,0
103,2
334,0
508,6
VZÄ Veränderung
2012 2012 zu 2011
3,0
0,0
395,5
5,7
371,6
-8,4
95,2
-8,1
345,4
11,5
495,9
-12,7
VZÄ Veränderung Veränderung
2013 2013 zu 2012 2013 zu 2011
3,0
0,0
0,0
386,7
-8,8
-3,1
313,0
-58,6
-67,0
110,8
15,6
7,5
349,5
4,1
15,6
482,5
-13,4
-26,1
Ausdruck vom: 17.10.2014
Seite: 2/4
Gesamt 1.718,7 1.706,6
-12,1 1.645,5
-61,1
-73,2
Zu dieser Tabelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese im Vergleich zu der in der Kleinen
Anfrage Nr. 0357/4 enthaltenen Darstellung Abweichungen enthalten muss, da hier die
Gesamt-VZÄ je Abteilung dargestellt werden, die neben der Erbringung des
Abbauplans auch noch andere beeinflussende Parameter enthält, wie etwa derzeit
unbesetzte Stellen, die jedoch zur Wiederbesetzung vorgesehen sind.
Ferner greifen besondere Einzelsachverhalte, wie etwa in der Abt. Jug, bei der die
bereits erwähnte Abgabe der Schulsekretärinnen und –sekretäre wirkt. In der Abt. Pers
liegt die Begründung für das Anwachsen der VZÄ z.B. in der Übernahme der
Überhangkräfte in das der Abt. zugeordnete Kapitel 3390 - Überhang nach Auflösung
des Zentralen Personalmanagements (ZeP).
2. Wie bewertet das Bezirksamt den bislang vollzogenen Personalabbau im
Hinblick auf die von der Verwaltung zu erbringenden Aufgaben und die
Arbeitsbelastung der Mitarbeiter/innen?
3. Wie möchte das Bezirksamt im weiteren Verlauf den negativen
Auswirkungen des Personalabbaus entgegenwirken und welche
Maßnahmen trifft es angesichts einer erhöhten Personalfluktuation und
dem demographischen Wandel, um den künftigen Bedarf an Beschäftigten
zu decken?
4. Was verspricht sich das Bezirksamt von dem im Rat der Bürgermeister
beschlossenen Personalkonzept für die Bezirksverwaltungen
c) im Hinblick auf die Zielzahlen des Personalabbaukonzepts und
d) die Möglichkeiten für den Bezirk, selbst ein an der steigenden
Arbeitsbelastung orientiertes Personalentwicklungskonzept zu
erarbeiten und umzusetzen?
Zu 2. bis 4.
Im Rahmen der Realisierung des Abbauplans sind die Abteilungen bemüht, dessen
Umsetzung unter Berücksichtigung der Aufgabenerfüllung zu betreiben. Es ist allerdings
nicht von der Hand zu weisen, dass dies mitunter nicht ohne weitere Arbeitsverdichtung
bei den verbleibenden Mitarbeiter/innen und Einschränkungen von Dienstleistungen für
die Bürger/innen zu vollziehen ist, obwohl dies im Kern aus Sicht des Bezirksamtes
abgelehnt wird.
Aus diesem Grund ist überbezirklich im Rat der Bürgermeister die unter 4.) erwähnte
Vorlage zum Personalkonzept für die Bezirksverwaltungen zustande gekommen und
einstimmig beschlossen worden. Mit ihr soll nicht nur eine aufgabenbezogene
Verteilung des Personals erreicht werden, sondern auch die bisher im Koalitionsvertrag
festgeschriebene Gesamtzahl von 20.000 VZÄ für alle Bezirke nach oben angepasst
werden,
insbesondere
unter
Berücksichtigung
der
prognostizierten
Bevölkerungsentwicklung im Land Berlin. Gerade die Serviceorientierung bei der Arbeit
am Bürger muss Maßstab für die Personalausstattung der Bezirke sein, keine politisch
gesetzte „runde“ Zahl. Das Bezirksamt sieht mit der Vorlage eine Chance, der
laufenden Fehlentwicklung entgegen treten zu können.
Flankierend zu den Forderungen im landespolitischen Raum und der bereits
signalisierten Bereitschaft durch SenFin über „Einzelfälle“ reden zu wollen, ist jedoch
auch jeder Bezirk im Einzelnen aufgefordert, unter dem Stichwort Personalentwicklung
1016/4
Ausdruck vom: 17.10.2014
Seite: 3/4
interne Maßnahmen zu ergreifen. In Charlottenburg-Wilmersdorf geschieht dies durch
das seit Februar 2014 arbeitende Personalmanagement (als Teil der SE Personal).
Teile des dortigen Personals werden zu Personalentwicklern fortgebildet, um so im
Zusammenwirken mit Fachabteilungen, den Zuständigen für Dienst- und Tarifrecht und
der Personal- und Stellenwirtschaft Ideen und Pläne zu entwickeln, die zu einer
Entlastung des Personalkörpers insgesamt führen, aber auch Perspektiven und
Chancen für die Beschäftigten im Einzelnen aufzeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Naumann
1016/4
Ausdruck vom: 17.10.2014
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