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Beschlussvorlage.pdf

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Daten

Kommune
Ulm
Dateiname
Beschlussvorlage.pdf
Größe
51 kB
Erstellt
13.10.15, 13:44
Aktualisiert
28.01.18, 02:38

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Inhalt der Datei

Stadt Ulm Beschlussvorlage Sachbearbeitung Ältere, Behinderte und Integration Datum 03.01.2011 Geschäftszeichen ABI/ SG 2 Beschlussorgan Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales Behandlung öffentlich Betreff: Hospiz Ulm - Erster Bericht nach Bezug des Hospiz-Hauses im November 2009 - Anlagen: - Sitzung am 02.02.2011 TOP GD 023/11 Antrag: Vom Bericht Kenntnis zu nehmen. Walter Lang Genehmigt: BM 2,OB Bearbeitungsvermerke Geschäftsstelle des Gemeinderats: Eingang OB/G Versand an GR Niederschrift § Anlage Nr. -2- Sachdarstellung: Im November 2009 wurde das neue Hospiz-Haus am Ulmer Michelsberg bezogen. Die Familie Drs. Großpeter-Bertele hat die ehemalige Privatklinik Dr. Bertele der Ulmer Hospiz Stiftung gespendet. Für Umbau und Ausstattung wurden insg. 4,7. Mio. Euro aufgewendet, davon allein ca. 1,8 Mio. Euro durch Spenden. Die Menschen in und um Ulm herum haben damit eine zentrale Anlaufstelle, wenn es um das Thema schwere Krankheit, Abschied nehmen, Tod und Trauer geht. Darüber hinaus steht ein Haus zur Verfügung, in dem Sterben in Würde und mit liebevoller Begleitung möglich ist. Das neue Haus wird von Sterbenden, von Angehörigen und von Besuchern, aber auch von den ehrenamtlich Tätigen und den Mitarbeitern des Hospizes sehr positiv angenommen. Das Hospiz Ulm wird getragen durch den 1992 von Ulmer Bürgerinnen und Bürgern gegründeten Verein Hospiz Ulm e.V.. Die Mitgliedszahlen steigen seit 2003 kontinuierlich auf zuletzt 630 (2009). Vorsitzende ist Frau Katharina Gräfin Reuttner. Dem Beirat des Vereins steht Herr Udo Zellmer vor. Geschäftsleiterin ist Frau Claudia Schumann. Seit 2001 besteht der Förderverein Hospiz Agathe Streicher mit dem Ziel, das Hospiz ideell und finanziell zu unterstützen. Gründungsmitglieder sind die Stadt Ulm, die Stadt Neu-Ulm, der Landkreis Alb-Donau, der Landkreis Neu-Ulm, das Universitätsklinikum Ulm, die katholische Gesamtkirchenpflege, der Diakonieverband Ulm u.v.m.. Der Vorsitzende ist Herr Dr. Götz Hartung. Die Stadt Ulm leistet einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 20.000 €. Ebenfalls zum Zwecke der finanziellen Unterstützung des Hospiz Ulm wurde 2005 die Hospiz Stiftung durch Frau Fink-Sautter aus Ulm gegründet. Das Stiftungskapital beträgt derzeit ca. 200.000 €, zum 31.12.2007 erfolgte die Zustiftung der Klinik Dr. Bertele. Der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes ist Herr Hans-Ulrich Staiger. Die verschiedenen Dienste des Hospiz Ulm gliedern sich wie folgt: • • • • • • • Ambulanter Hospizdienst - – Begleitung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen Stationäres Hospiz - ganzheitliche, achtsame und liebevolle Behandlung und Pflege Sitzwachen - Nächtliche Unterstützung Sterbender zuhause und in der Pflege Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst - Begleitung zuhause für Familien mit einem schwerstkranken Kind Trauerbegleitung - Trauercafé, Kontaktstelle für Abschied nehmende und Trauernde Patientenverfügung - aktuelle Informationen und Hilfe bei der Erstellung Palliativberatung - Beratung zur Symptomkontrolle zuhause Das stationäre Hospiz Agathe Streicher gGmbH hat 10 Einzelzimmer und wird betrieben mit dem Einsatz von knapp 14 Planstellen aus den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Sozialarbeit und Hausmeister. Darüber hinaus sind jeden Tag ca. 30 Ehrenamtliche in zwei Schichten unterstützend tätig. Die Auslastung betrug im Jahr 2010 85% (bis zum 30.11.2010). Insgesamt wurden 138 Personen aufgenommen, davon waren 51 Ulmer Bürger und Bürgerinnen. Die Finanzierung erfolgt einzelfallbezogen durch Tagessätze der Kranken- und Pflegekassen sowie durch einen Zuschuss des Vereins Hospiz Ulm e.V. -3- Im ambulanten Hospizdienst sind derzeit ca. 130 entsprechend ausgebildete, ehrenamtlich engagierte Menschen einsatzbereit. Sie werden von 3,5 Planstellen Hauptamtlichen unterstützt. Im Jahr 2010 fanden insgesamt 166 Begleitungen, darunter 11 im Kinderhospizdienst, sowie 46 'Beratungsgespräche Trauer' statt. Darüber hinaus wurden 44 Vorträge und Seminare durchgeführt. Seit wenigen Jahren besteht im Rahmen des SGB V ein erweitertes Angebot durch die 'Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung' (SAPV), wonach eine kassenfinanzierte Versorgung und Betreuung zu Hause möglich ist. Das entsprechende Gesetzt wurde allerdings in der Praxis bisher kaum umgesetzt. In Ulm bieten seit November des letzten Jahres der Verein Ambulante Palliativversorgung Ulm APU e.V. und seine Partner hochspezialisierte medizinische und pflegerische Leistungen für die Betreuung und Behandlung von schwerstkranken Menschen mit einer unheilbaren Krankheit an. Das Hospiz Ulm ist Mitglied von APU, um die bestmögliche Kooperation und praktische Zusammenarbeit mit dem neuen Angebot im Sinne der Sterbenden zu gewährleisten. Es ist zu erwarten, dass sich mit der Tätigkeit von APU im Zusammenspiel mit dem Ulmer Hospiz die Möglichkeiten für sterbende Menschen in der eigenen Häuslichkeit erheblich verbessern werden. Der Platzbedarf im stationären Hospizbereich in Ulm dürfte durch diesen Ausbau der ambulanten Palliativpflege und der ambulanten Hospizarbeit trotzdem nicht beeinträchtigt sein. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen (Anstieg der Hochbetagten, Verringerung des informellen Pflegepotentials) sowie des Wahlrechts der Patienten in Zusammenhang mit den bestehenden Aufnahmebedingungen ist zu erwarten, dass der Bedarf an stationären Plätzen nicht fallen wird. Resümierend kann festgestellt werden, dass Ulm und die Umgebung im Bereich der Hospizarbeit durch die Angebote des Hospiz Ulm e.V. auch langfristig optimal aufgestellt ist. Darüber hinaus ist die Arbeit des Ulmer Hospizes ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches und kommunales Engagement gemeinsam Neues und für Ulm und die Region Unverzichtbares schaffen kann.