Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
VzK 5.ZB gem.§13 BezVG, 25. Tagung 01.09.04.pdf
Größe
149 kB
Erstellt
14.10.15, 02:00
Aktualisiert
27.01.18, 11:17
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
V – 0086 / 02
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Vorlage zur Kenntnisnahme gemäß § 13 BezVG
des Bezirksamtes
Beratungsfolge:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
17.04.2002
05.06.2002
09.10.2002
05.03.2003
21.05.2003
12.11.2003
01.09.2004
5.
6.
9.
13.
15.
18.
25.
Tagung der BVV
Tagung der BVV
Tagung der BVV
Tagung der BVV
Tagung der BVV
Tagung der BVV
Tagung der BVV
beschlossen
Vorlage zur Kenntnis – 1. Zwischenbericht
Vorlage zur Kenntnis – 2. Zwischenbericht
Vorlage zur Kenntnis – 3. Zwischenbericht zu Ziffer 2
Vorlage zur Kenntnis – 3. Zwischenbericht
Vorlage zur Kenntnis – 4. Zwischenbericht
Kurztitel
Betreff:
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
5. Zwischenbericht
Es wird gebeten, zur Kenntnis zu nehmen:
SIEHE ANLAGE
Berlin, den 30.07.2004
Ergebnis:
x
ZUR KENNTNIS GENOMMEN OHNE AUSSPRACHE
ZUR KENNTNIS GENOMMEN MIT AUSSPRACHE
zurückgezogen:
Bezirksamt Pankow von Berlin
.07.2004
An die
Bezirksverordnetenversammlung
Drucksache-Nr.:
in Erledigung der
Drucksache Nr. V-86/2002
Vorlage zur Kenntnisnahme
für die Bezirksverordnetenversammlung gemäß § 13 BezVG
5. Zwischenbericht
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In Erledigung des in der 5. Sitzung am 17.04.2002 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung –Drucksache Nr. V-86/2002, hier: Punkt 1
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
„Das Bezirksamt wird beauftragt, der BVV halbjährlich einen Bericht zu Vorfällen/Straftaten
mit vermuteten oder bestätigten rassistischen, fremdenfeindlichen und/oder rechtsradikalen
Hintergrund vorzulegen.
In dem Bericht sollen detaillierte Angaben über Art und Weise, Ort und Zeit der Vorfälle
enthalten sein.“
wird gemäß § 13 Bezirksverwaltungsgesetz berichtet:
In Erledigung des vorbezeichneten Beschlusses und in Fortführung der bisher dazu
erstellten Zwischenberichte an die BVV hat das für öffentliche Sicherheit und Ordnung
zuständige Referat der Senatsverwaltung für Inneres den halbjährlich zugesagten Bericht mit
Schreiben vom 01.07.2004 abgegeben und im Wortlaut wie folgt Mitteilung dazu gemacht:
„Dem Polizeilichen Staatsschutz im Landeskriminalamt wurden im Jahr 2003 insgesamt 293
Straftaten der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) in Pankow bekannt, von denen 160 Taten
PMK – rechts zugeordnet worden sind. Darunter wurden 28 Taten als fremdenfeindlich motiviert
bewertet, wobei neun dieser Taten Gewaltdelikte gewesen sind. Vier dieser neun Taten habe ich in
meinem Schreiben vom 24.10.2003 näher dargelegt. (Anmerkung: Mit der VzK an die BVV aus
Oktober 2003 ausgeführt)
Zu den anderen fünf Sachverhalten:
Während sich ein dunkelhäutiger Mann mit Begleitung auf einem Spaziergang befand wurde er
auf der Greifswalder Str. kurz nach Mitternacht des 18.07.2003 aus einer vier- bis fünfköpfigen
Gruppe heraus mit den Worten „Scheiß Neger“ beleidigt und von einer Person mit der flachen
Hand ins Gesicht geschlagen.
Am frühen Morgen des 20.07.2003 wurde eine Kubanerin auf der Danziger Str. von zwei
männlichen Personen erst mit „Neger“ und „blödes Stück“ betitelt und dann mit der Faust ins
Gesicht geschlagen. Als sie ohnmächtig zu Boden fiel, bemerkte sie noch, wie sie in den Rücken
getreten wurde. Nach Erwachen aus der Ohnmacht lagen ihre Sachen verstreut umher und es
fehlte ein Geldbetrag aus ihrer Geldbörse. Ein Wiedererkennen der Täter war ihr nicht möglich.
In der Nacht des 30.07.2003 wurde ein Mosambikaner auf der Schönhauser Allee von vier
deutschen Beschuldigten mit den Worten „Du Neger, du Schwarzer, was willst du hier“ und
„Komm raus um die Ecke, ich schlage dich tot“ angepöbelt. Als sich ein Zeuge jugoslawischer
Herkunft einschaltete, wurde dieser als „Kanake“ bezeichnet. Zudem wurde ihm Prügel angedroht
und eine Bierflasche nach ihm geworfen. Bei Anzeigenaufnahme hatten die Beschuldigten
behauptet, einer der beiden Geschädigten hätte sie zuvor als „Nazischwein“ beschimpft.
Am Abend des 04.08.2003 gab eine männliche Person gegenüber der Polizei an, beobachtet zu
haben, wie drei männliche Personen (dem äußeren Erscheinungsbild nach Skinheads) in der
Kollwitzstr. eine dunkelhäutige Person geschlagen haben. Ein Beschuldigter (Deutscher) konnte
durch Fahndungsmaßnahmen namhaft gemacht werden, den Vorwurf der gefährlichen
Körperverletzung bestritt er jedoch. Der Geschädigte konnte bisher nicht ermittelt werden.
In der Nacht des 14.09.2003 wurde ein dänischer Staatsangehöriger, der kurz zuvor mit seinem
Lebensgefährten eine Gaststätte verlassen hatte, in der Stargarder Str. von mehreren Personen,
dem Äußeren nach der rechten Szene zugehörig, beschimpft. Während einer Verfolgung durch
eine zu der Gruppe gehörenden Person kam der Geschädigte zu Fall. Am Boden liegend trat ihn
der Verfolger mit seinen Springerstiefeln mehrfach in den Körper. Nachdem noch weitere
Personen aus der Gruppe hinzukamen, traten diese ebenfalls auf den Geschädigten ein. Die Täter
konnten bisher nicht ermittelt werden.
Außerdem sind in Pankow im Jahr 2003 insgesamt 183 so genannte Propagandadelikte zu verzeichnen
gewesen; stadtweit wurden 985 derartige Taten polizeilich bekannt.“
Um der Nachfrage nach aktuellen Erkenntnissen das lfd. Jahr betreffend vorzugreifen, sei an
dieser Stelle auf die ersten Zwischenberichte im Jahre 2002 hingewiesen, mit denen das
Bezirksamt aus dem Bericht der Senatsverwaltung für Inneres u.a. ausgeführt hatte, dass
das Definitionssystem Politisch motivierte Kriminalität (PMK) eine Bewertung und Erfassung
dieser Straftaten erst nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, also nach
Klärung aller bewertungsrelevanten Umstände vorsieht. Wegen des daraus resultierenden
zeitlichen Verzuges und der - im Verhältnis zur gesamten Polizeilichen Kriminalstatistik
(PKS) - geringen Fallzahlen, erfolgt die statistische Erhebung und Veröffentlichung
grundsätzlich jeweils für den repräsentativen Zeitraum eines Kalenderjahres.
Ungeachtet dessen stehen nach Absprache mit der Senatsverwaltung für Inneres erste
Angaben für das erste Halbjahr 2004 schon ab September 2004 zur Verfügung, so dass das
Bezirksamt, abweichend von der erbetenen halbjährlichen Berichterstattung, bereits im
Oktober 2004 einen weiteren Zwischenbericht vorlegen kann.
Haushaltsmäßige Auswirkungen
keine
Gleichstellungsrelevante Auswirkungen
keine
Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung
keine
Kinder- und Familienverträglichkeit
entfällt
Burkhard Kleinert
Bezirksbürgermeister