Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
VzK 13, 24./25. Tagung, 13.05.2009 - 11.ZB.pdf
Größe
109 kB
Erstellt
14.10.15, 02:00
Aktualisiert
27.01.18, 11:17
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Vorlage zur Kenntnisnahme § 13 BezVG /ZB
des Bezirksamtes
V-0086
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktionen der
Linkspartei.PDS und SPD
Beratungsfolge:
17.04.2002
05.06.2002
09.10.2002
05.03.2003
21.05.2003
12.11.2003
01.09.2004
31.08.2005
17.05.2006
27.09.2006
13.06.2007
11.07.2007
05.09.2007
30.04.2008
28.05.2008
13.05.2009
17.06.2009
01.07.2009
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV/05/2002
BVV/06/2002
BVV/09/2002
BVV/02/V
BVV/14/V
BVV/20/V
BVV/07/V
BVV/34/V
BVV/41/V
BVV/43/V
BVV/07/VI
BVV/08/VI
BVV/08F/VI
BVV/15/VI
BVV/Fort15/VI
BVV/24/VI
BVV/25/VI
BVV/25Forts/VI
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
Betreff: Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
Es wird gebeten, zur Kenntnis zu nehmen:
Siehe Anlage
Berlin, den 09.06.2009
Einreicher: Bezirksamt
Ergebnis:
x
ZUR KENNTNIS GENOMMEN OHNE AUSSPRACHE
ZUR KENNTNIS GENOMMEN MIT AUSSPRACHE
zurückgezogen
Drs. V-0086
Bezirksamt Pankow von Berlin
An die
Bezirksverordnetenversammlung
.2009
Drucksache-Nr.:
in Erledigung der
Drucksache Nr. V-86/2002
und
Drucksache Nr. V-800/2004
Vorlage zur Kenntnisnahme
für die Bezirksverordnetenversammlung gemäß § 13 BezVG
11. Zwischenbericht
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In Erledigung des in der 5. Sitzung am 17.04.2002 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung –Drucksache Nr. V-86/2002, hier: Punkt 1
„Das Bezirksamt wird beauftragt, der BVV halbjährlich einen Bericht zu Vorfällen/Straftaten mit
vermuteten oder bestätigten rassistischen, fremdenfeindlichen und/oder rechtsradikalen Hintergrund
vorzulegen.
In dem Bericht sollen detaillierte Angaben über Art und Weise, Ort und Zeit der Vorfälle enthalten sein.“
und des in der 26. Sitzung am 29.09.2004 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung – Drucksache Nr. V-800/2004:
„Das Bezirksamt wird beauftragt, in Ergänzung der Drs. V-86/02, Punkt 1, „Bericht des Bezirksamtes zu
rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen“, in die nächsten Berichte an die BVV auch die
Erkenntnisse von Nichtregierungsorganisationen (z.B. Opferberatungsstellen) aufzunehmen.“
wird gemäß § 13 Bezirksverwaltungsgesetz berichtet:
Nach dem im ersten Quartal 2009 erfolgten Abgleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik hat das
Bezirksamt Pankow von der Senatsinnenverwaltung aussagefähiges Zahlenmaterial erhalten. Das
Bezirksamt unterrichtete die Bezirksverordnetenversammlung bereits in 2008, dass dieser Abgleich
jeweils für das gesamte Kalenderjahr erfolgt. Von daher ist eine Berichterstattung des Bezirksamtes erst
nach dem ersten Quartal des Folgejahres möglich. Mit der Übermittlung der aktuellen Fallzahlen erhielt
das Bezirksamt zugleich folgenden Hinweis – Zitat:
„Die folgenden statistischen Angaben stellen keine Einzelstraftaten der politisch motivierten Kriminalität
(PMK) dar. Bei der Darstellung handelt es sich um Fallzahlen. Ein Fall bezeichnet jeweils einen
Lebenssachverhalt in einem engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit identischer oder
ähnlicher Motivlage, unabhängig von der Zahl der Tatverdächtigen, Tathandlungen bzw. Anzahl der
verletzten Rechtsnormen. Einem Fall können unter Umständen mehrere Themenfelder bzw. Unterthemen
zugeordnet werden. Aus diesem Grund lässt die Anzahl der Themenfeld- bzw. Unterthemennennungen
keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Fallaufkommen zu.“
Im Einzelnen handelt es sich für 2008 um folgende Fallzahlen:
PMK-rechts
davon antisemitisch
davon fremdenfeindlich
Gewaltdelikte
Propagandadelikte
11
1
5
90
sonstige
Delikte
43
25
14
Gesamt
144
Eine detaillierte Aufstellung der Delikte in 2008 ist der Anlage 1 zu entnehmen.
Der Gesamtbericht 2008 für Berlin kann aus dem Internet herunter geladen werden
http://www.berlin.de/imperia/md/content/seninn/abteilungiii/kriminalitaetsstatistiken2/2008/pmk_2008.pdf .
Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Bezirksamtes zu rassistisch und
rechtsradikal motivierten Vorfällen
Die Netzwerkstelle [moskito] hat dem Bezirksamt Pankow eine Auswertung des Pankower Registers für
das Jahr 2008 vorgelegt. Aufgenommen wurden Meldungen von 17 Anlaufstellen bei Vereinen,
Initiativen, freien Trägern und Projekten, die mit der Netzwerkstelle kooperieren. Dokumentiert wurden
Informationen oder Hinweise zu Vorfällen mit einem vermutlich rechtsextremistischen, rassistischen,
antisemitischen oder homophoben Hintergrund. Die Netzwerkstelle recherchiert nach Möglichkeit diese
Meldungen mittels verschiedener Quellen nach, darunter Pressemeldungen der Berliner Polizei sowie
Anfragen in Institutionen. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei den in der Aufstellung genannten
Quellen.
Im Jahr 2008 wurden 133 Vorfälle erfasst, gegenüber 80 in 2007. Diese Zunahme liegt insbesondere an
der ganzjährigen Arbeit mit dem Register im Gegensatz zum Vorjahr. Nach wie vor ist jedoch davon
auszugehen, dass ein Großteil der Übergriffe und Vorfälle in Bezirk nicht erfasst wird.
Insgesamt waren in 2008 für den Bezirk eine verstärkte Bedrohungslage und vermehrte Übergriffe auf
Personen zu verzeichnen, die auf Grund ihres Engagements von Rechtsextremisten als „politische
Gegner“ eingestuft wurden. Es wurde eine zunehmende Professionalisierung der sogenannten „AntiAntifa-Arbeit“ durch gezielte Einschüchterungen, Bedrohungen (persönlich, per Telefon oder Internet)
sowie Angriffe organisierter Nazis festgestellt.
Bei 28 Vorfällen handelt es sich um Gewaltdelikte gegenüber 17 Fällen in 2007. Diese betreffen den
Tatbestand der einfachen oder gefährlichen Körperverletzung sowie Vorfälle massiver Bedrohung bzw.
Nötigung. Da die Zahl der Gewaltdelikte sich ausschließlich auf die Vorfälle bezieht, mitunter jedoch zwei
oder mehr Personen angegriffen wurden, liegt die Zahl der Geschädigten höher. Besonders gravierend
war ein Überfall zweier Neonazis auf einen 46-jährigen Ghanaer in einem Pankower Wohnheim, wobei
dieser schwer verletzt wurde. Das Landgericht Berlin verurteilte beide Täter wegen Körperverletzung und
Volksverhetzung zu vier bzw. viereinhalb Jahren Haft.
Des Weiteren wurden 62 Propagandadelikte (in 2007: 29) erfasst, von denen je ein Drittel in Prenzlauer
Berg und Pankow-Zentrum begangen wurde. Besonders häufig tauchten Aufkleber und Plakate an
Jugendklubs sowie U- und S-Bahnhöfen auf. In 44 Fällen handelte es sich um die Selbstdarstellung
extrem rechter Kräfte, Parteien und Organisationen. Darunter fallen auch antisemitische und nazistische
Schmierereien.
Gemeldet wurden 11 Sachbeschädigungen (in 2007: sechs), die überwiegend antisemitisch motiviert
waren, und 10 Fälle von Volksverhetzung (in 2007: 13). Im Jahr 2008 wurden im Bezirk 12
Kundgebungen, Informationsstände und andere Aktionen gezählt. Mehrheitlich handelte es sich um
Aktionen der NPD oder ihrer Jugendorganisation JN. Diese richteten sich u.a. gegen die Moschee der
Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf.
Eine ausführliche Darstellung der im Pankower Register dokumentierten Vorfälle ist der Anlage 2 zu
entnehmen.
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Kofinanzierung der Netzwerkstelle[moskito] bei Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH durch das Bezirksamt für
das Haushaltsjahr 2008 in Höhe von 28.000 € aus Kapitel 3310, 684 06.
Gleichstellungs- und gleichbehandlungsrelevante Auswirkungen
Sensibilisierung der Pankower Zivilgesellschaft für ein Engagement gegen rechts- extremistische,
rassistische, antisemitische oder homophobe Vorfälle und Entwicklungen.
Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung
Keine Auswirkungen
Kinder- und Familienverträglichkeit
keine Auswirkungen
Matthias Köhne
Bezirksbürgermeister
Anlagen
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Anlage 1: Detaillierte Übersicht Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 Verwaltungsbezirk Pankow
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Anlage 2: Detallierte Übersicht des Pankower Registers 2008