Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
VzK§13 BA, ZB 7. BVV am 13.06.12.pdf
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14.10.15, 02:00
Aktualisiert
27.01.18, 11:19
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Inhalt der Datei
2.1
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Vorlage zur Kenntnisnahme § 13 BezVG /ZB
des Bezirksamtes
V-0086
V-0800
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktionen der
Linkspartei.PDS und SPD
Beratungsfolge V-0086:
17.04.2002
05.06.2002
09.10.2002
05.03.2003
21.05.2003
12.11.2003
01.09.2004
31.08.2005
17.05.2006
27.09.2006
13.06.2007
11.07.2007
05.09.2007
30.04.2008
28.05.2008
13.05.2009
17.06.2009
01.07.2009
09.06.2010
29.06.2011
13.06.2012
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV/05/2002
BVV/06/2002
BVV/09/2002
BVV/02/V
BVV/14/V
BVV/20/V
BVV/07/V
BVV/34/V
BVV/41/V
BVV/43/V
BVV/07/VI
BVV/08/VI
BVV/08F/VI
BVV/15/VI
BVV/Fort15/VI
BVV/24/VI
BVV/25/VI
BVV/Fort25/VI
BVV/34/VI
BVV/43/VI
BVV/007/VII
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
Betreff: Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
Vorlage zur Kenntnisnahme § 13 BezVG /ZB
des Bezirksamtes
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion der Linkspartei. PDS
Beratungsfolge V-0800:
29.09.2004
31.08.2005
17.05.2006
13.06.2007
11.07.2007
05.09.2007
30.04.2008
28.05.2008
13.05.2009
17.06.2009
01.07.2009
09.06.2010
29.06.2011
13.06.2012
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV/08/V
BVV/34/V
BVV/41/V
BVV/07/VI
BVV/08/VI
BVV/08F/VI
BVV/15/VI
BVV/Fort15/VI
BVV/24/VI
BVV/25/VI
BVV/Fort25/VI
BVV/34/VI
BVV/43/VI
BVV/007/VII
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
vertagt
vertagt
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
Betreff: Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bericht des Bezirksamtes
zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Es wird gebeten, zur Kenntnis zu nehmen:
Berlin, den 23.05.2012
Siehe Anlage
Einreicher: Bezirksamt
Ergebnis:
X
ZUR KENNTNIS GENOMMEN OHNE AUSSPRACHE
ZUR KENNTNIS GENOMMEN MIT AUSSPRACHE
zurückgezogen
2.1
Drs. V-0086
Bezirksamt Pankow von Berlin
An die
Bezirksverordnetenversammlung
.5.2012
Drucksache - Nr.:
in Erledigung der
Drucksache Nr. V-86/2002
und
Drucksache Nr. V-800/2004
Vorlage zur Kenntnisnahme
für die Bezirksverordnetenversammlung gemäß § 13 BezVG
14. Zwischenbericht
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In Erledigung des in der 5. Sitzung am 17.04.2002 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung –Drucksache Nr. V-86/2002, hier: Punkt 1
„Das Bezirksamt wird beauftragt, der BVV halbjährlich einen Bericht zu
Vorfällen/Straftaten mit vermutetem oder bestätigtem rassistischen, fremdenfeindlichen
und/oder rechtsradikalen Hintergrund vorzulegen.
In dem Bericht sollen detaillierte Angaben über Art und Weise, Ort und Zeit der Vorfälle
enthalten sein.“
und des in der 26. Sitzung am 29.09.2004 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung – Drucksache Nr. V-800/2004:
„Das Bezirksamt wird beauftragt, in Ergänzung der Drs. V-86/2002, Punkt 1, „Bericht
des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen“, in die
nächsten Berichte an die BVV auch die Erkenntnisse von
Nichtregierungsorganisationen (z.B. Opferberatungsstellen) aufzunehmen.“
wird gemäß § 13 Bezirksverwaltungsgesetz berichtet:
Die Senatsinnenverwaltung hat dem Bezirksamt wie in den Jahren zuvor nach dem im
ersten Quartal 2012 erfolgten Abgleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik das
gewünschte Zahlenmaterial übermittelt. Da dieser Abgleich seit 2008 jeweils nur für das
gesamte Kalenderjahr durchgeführt wird, ist eine Berichterstattung durch das
Bezirksamt ebenfalls nur noch jährlich möglich. Die Bezirksverordnetenversammlung
wurde darüber informiert (Drs. V-86/2002 und Drs. V-800/2004: 10. ZB vom 22.04.
2008).
Für das Jahr 2011 wurden von der Polizei folgende Fallzahlen im Bereich der Politisch
motivierten Kriminalität (PMK) rechts für den Bezirk Pankow registriert:
2.1
PMK Gesamt
PMK- rechts
davon
fremdenfeindlich
davon homophob
davon antisemitisch
Gewaltdelikte Propagandadelikte
30
91
6
77
4
1
1
sonstige
Delikte
145
29
Gesamt
266
112
11
1
9
15
2
10
Zur Interpretation der Fallzahlen wird auf den schon in den Vorjahren von der Polizei
übermittelten Hinweis verwiesen – Zitat:
„Die statistischen Angaben stellen keine Einzelstraftaten der Politisch motivierten
Kriminalität (PMK) dar. Bei der Darstellung handelt es sich um Fallzahlen. Ein Fall
bezeichnet jeweils einen Lebenssachverhalt in einem engen räumlichen und zeitlichen
Zusammenhang mit identischer oder ähnlicher Motivlage, unabhängig von der Zahl der
Tatverdächtigen, Tathandlungen bzw. Anzahl der verletzten Rechtsnormen.“
Dem Schreiben sind als Anlage die Falldaten für einzelne Beispiele mit den
entsprechenden Aufstellungen der Sachverhalte beigefügt. Diese sind der Anlage 1
dieser Vorlage zu entnehmen.
Der Gesamtbericht „Lagedarstellung `Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2011`“
kann aus dem Internet herunter geladen werden:
http://tinyurl.com/bu8cjxm
Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Bezirksamtes zu
rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Die Netzwerkstelle [moskito] bei Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH hat dem Bezirksamt die Auswertung der
Eintragungen in das von ihr geführte „Pankower Register“ vorgelegt. Erfasst wurden Hinweise und
Meldungen zu rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen, homophoben und transphoben und
rechtsextremen Vorfällen im Bezirk im Jahr 2011. Insgesamt handelt es sich mit 116 Eintragungen um die
nahezu gleiche Anzahl wie in 2010. Sie beziehen sich vor allem auf Propaganda-Delikte, Veranstaltungen
mit rechtsextremem oder rechtspopulistischem Hintergrund sowie verbale Angriffe, Beleidigungen und
Bedrohungen. Außerdem wurden fünf Gewaltfälle und acht Fälle von Körperverletzung registriert.
Regionenspezifisch gesehen, wurden wie bereits in 2010 die meisten Vorfälle in den Ortsteilen
Prenzlauer Berg und Weißensee beobachtet. Darüber hinaus finden sich vier Delikte, die für den
Gesamtbezirk registriert wurden. Dabei handelt es sich um die Verteilung von rechtsextremer
Wahlpropaganda im Vorfeld der Wahlen am 18. September 2011.
Alle eingehenden Meldungen werden von der Netzwerkstelle anhand verschiedener Quellen
nachrecherchiert bzw. geprüft. So an Hand von Pressemeldungen der Berliner Polizei, Meldungen der
Printmedien und Anfragen bei Institutionen, darunter bei der Berliner Opferberatungsstelle „ReachOut“.
Die inhaltliche Verantwortung liegt bei den in der Aufstellung genannten Quellen.
Die Netzwerkstelle [moskito] hat die Jahreschronik 2011 in Form einer Broschüre veröffentlicht. Sie kann
ebenfalls im Internet heruntergeladen werden unter:
http://tinyurl.com/c6ayj4z
Eine Zusammenfassung der im Pankower Register für 2011 dokumentierten Vorfälle ist
der Anlage 2 zu entnehmen.
2.1
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Finanzierung des „Pankower Registers“ in Höhe von 15.142,60 € aus Kapitel 3310, 684 06 im
Haushaltsjahr 2011.
Gleichstellungs- und gleichbehandlungsrelevante Auswirkungen
Weitere Sensibilisierung der Zivilgesellschaft im Bezirk Pankow für ein Engagement
gegen rechtsextreme, rassistische, antisemitische, homophobe und islamophobe
Vorfälle und Entwicklungen im Bezirk.
Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung
Keine
Kinder- und Familienverträglichkeit
Keine Auswirkungen
Matthias Köhne
Bezirksbürgermeister
-
Anlagen
Anlage 1: Detaillierte Übersicht Polizeiliche Kriminalstatistik 2011
Verwaltungsbezirk Pankow
Anlage 2: Detaillierte Übersicht des Pankower Registers 2011
2.1
Anlage 1
Politisch motivierte Kriminalität im Bezirk Pankow 2011 Sachverhalte PMK
Gewaltdelikte PMK – rechts im Unterthema „sexuelle Orientierung“ im Verwaltungsbezirk Pankow
Zähldelikt
§ 306a
StGB
Tatzeit
Sachverhalt
Durch unbekannte Täter wurde die Hauseingangstür in Brand gesetzt. Bei dem Haus handelt es sich um
27.06.2011 ein linkes Szeneobjekt, in dem sich das dritte Berliner Tuntenhaus und viele politischen Initiativen wie
03:25:00 z. B. die Schwulen Antifa, die Zeitschrift Tuntentinte und die Kneipe h-bar befinden.
Sachverhalte PMK – rechts ohne Gewaltdelikte im Unterthema „antisemitisch“ im Verwaltungsbezirk Pankow
Zähldelikt
Tatzeit
§ 86a
StGB
13.05.2011
09:00:00
§ 130
StGB
21.01.2011
13:00:00
§ 130
StGB
25.04.2011
10:00:00
§ 130
StGB
28.04.2011
22:50:00
Sachverhalt
Unbekannte Täter schmierten im Foyer des Rathauses Weißensee auf ein Bild, das Schüler aus Israel
gemalt haben, zwei Hakenkreuze. Die Hakenkreuze wurden über zwei Davidsterne geschmiert. Die
Hakenkreuze konnte mittels Seifenlauge entfernt werden.
Der Anz. gab an, dass unbekannte Täter einen veränderten Zeitungsartikel in seinen Briefkasten
steckten. Dieser Zeitungsartikel (Abendzeitung vom 30.04./01./02.05.2010) zeigt ein Foto vom 01. Mai
1945, worauf 5 überlebende Frauen des KZ Dachau, mit ihren im KZ geborenen Kindern abgebildet sind.
Hintergrund ist der 65. Jahrestag der Befreiung des Dachauer KZs. Um diesen Artikel herum sind
handschriftliche Notizen mit antisemitischem Hintergrund. Kommentar: "Zwei Tage nach der Befreiung
aus der Nazihölle, - Sie sehen aus - als kämen sie aus einen Erholungshotel .... die jüdischen Familien
konnten gut gepflegte Kinder großziehen ...."!
Unbekannte Täter beschmierten die Begrenzungsmauer zwischen der Kleingartenanlage und dem
angrenzenden Hotel mit zwei Sternen (Davidsternähnlich) in deren Mitte ein Wort geschrieben stand, das
man als SAU interpretieren kann. Eine jüdische Erbengemeinschaft ist teilweise Eigentümer der
Kleingartenanlage.
Eine Zeugin beobachtete in einer sechsköpfigen Personengruppe den Besch., wie dieser "Alle Juden
raus aus den Häusern, an die Wände stellen und abknallen" rief.
2.1
Zähldelikt
Tatzeit
§ 130
StGB
23.05.2011
09:30:00
§ 130
StGB
08.06.2011
18:05:00
§ 130
StGB
18.08.2011
08:05:00
§ 130
StGB
§ 303
StGB
19.11.2011
16:00:00
16.12.2011
07:30:00
§ 304
StGB
06.05.2011
20:30:00
Sachverhalt
Der Beschuldigte äußerte vor bislang unbekannten Zeugen "....die jüdischen Kinder, die im 3. Reich
vergast wurden, sind selbst schuld gewesen." Nach seiner polizeilichen Belehrung erklärte der
Beschuldigte den Beamten gegenüber "Ja, das habe ich gesagt, ich begründe das mit der spirituellen
Karma-Lehre. Jemand der in einem früheren Leben Schuld auf sich geladen hat, muss das in einem
späteren Leben büßen."
Die Tatverdächtigen befanden sich mit weiteren Anhängern des BFC Dynamo auf dem Weg ins
Friedrich-Ludwig- Jahn-Stadion. In der Straßenbahn skandierten sie gemeinsam lautstark die
ausländerfeindlichen und antisemitischen Parolen: "Wir bauen eine U-Bahn von Berlin nach Auschwitz",
"Kanacken vergasen" und "Juden vergasen".
Der Beschuldigte begann plötzlich im Bus zu randalieren und die Passagiere zu beschimpfen. U.a.
äußerte er: „… der muss als erster in die Gaskammer, die Juden können hier alles machen, ich als
Deutscher habe hier wohl keine Rechte, euch Juden muss man allen den Kopf abschneiden." Der
Besch. wurde in ein Krankenhaus für psychisch Kranke überführt.
Unbekannte Täter schmierten an eine Hauswand den Schriftzug "Nieder mit den Juden". Daneben
befand sich ein Hakenkreuz.
Unbekannte Täter besprühten einen Verteilerkasten der Telekom mit einem Davidstern und dem Wort
JUDE.
Ein Zeuge bemerkte eine männliche Person, die sich von einer Gedenktafel entfernte. Danach sah der
Zeuge, dass die Tafel komplett mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht wurde. Die Gedenktafel soll an
acht frühere Bewohner des Wohnhauses erinnern. Diese wurden zwischen Oktober 1941 und Mai 1943
abgeholt, deportiert und in nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.
Sachverhalte PMK – rechts ohne Gewaltdelikte im Unterthema „fremdenfeindlich“ im Verwaltungsbezirk Pankow
Zähldelikt
§ 130
StGB
Tatzeit
Sachverhalt
Unbekannte Täter sandten mit der Briefpost an den Betreiber des Döner-Imbisses "Ali Baba" ein Schreiben
mit folgendem Inhalt: "MOSLEMS RAUS AUS EUROPA - Verschwindet endlich mit euren Gammelfleisch08.03.2011
Dönerbuden und Euren islamisch-schwachsinnigen Glauben. Allah gibt es nicht und Mohammed war ein
14:00:00
pädophiler Krimineller. Euch und Eure Moscheen wollen wir nicht. Seht zu das Ihr in Eure verschissenen
Länder zurückkehrt und zwar schnell. Wenn Ihr nicht freiwillig geht, werden wir nachhelfen. Gez. AmfE
2.1
Zähldelikt
Tatzeit
§ 185
StGB
31.03.2011
05:35:00
§ 86a
StGB
20.05.2011
19:00:00
§ 86a
StGB
24.05.2011
11:15:00
§ 303
StGB
01.07.2011
15:00:00
§ 303
StGB
16.07.2011
11:20:00
§ 86a
StGB
16.08.2011
13:15:00
§ 185
StGB
§ 303
StGB
§ 185
Sachverhalt
(Aktion moslemfreies Europa)".
Der Gesch. ist Zeitungsausträger und befand sich am Anfang seiner Tätigkeit zur genannten Zeit am
genannten Tatort, als sich dort ebenfalls eine Gruppe Jugendlicher (2 Mädchen und 3 Jungen) aufhielt. Als
diese den Gesch. erblickten, verfolgten sie diesen und beleidigten ihn mit den Worten: "Scheiß Kanake,
Scheiß Pole und Billigarbeiter".
Unbekannte Täter beschmierten den Fahrstuhl in einem Wohnhaus mit dem weißen Schriftzug "Ausländer
raus" und einer SS-Rune.
Der Beschuldigte entbot in der Öffentlichkeit den Deutschen Gruß und rief dann "Deutschland den
Deutschen, Ausländer raus". Eine AAK-Messung verlief negativ obwohl der Beschuldigte zugab sechs
Schnäpse getrunken zu haben und einen alkoholisierten Eindruck machte.
Unbekannte Täter ritzten in einen PKW den Schriftzug: "HIRSCHBERG - BLEIBT DEUTSCH - HIRSCH BERG". Hirschberg lag bzw. liegt in Polen und heißt heute Jelina Gora. Dies ist der Wohnort der Gesch. und
vermutlich auch Zulassungsort des PKW.
Unbekannte Täter kratzten mit einem unbekannten Gegenstand folgenden Wortlaut auf die Motorhaube des
Fahrzeugs: "Schlesien" Breslau bleibt deutsch!!!". Breslau und deutsch wurden doppelt unterstrichen. Bei
dem Pkw handelt es sich um einen Wagen mit polnischem Kennzeichen.
Der Besch. beleidigte die Gesch. mit den Worten "Was guckt ihr so, ihr scheiß Kanacken. Geht in euer Land
zurück". Als die Gesch. sich entfernten, entbot der Besch. den Deutschen Gruß.
Das geschädigte Kind erschien mit seiner Mutter auf der Wache und diese gab folgendes an: Ihr Sohn war
allein auf dem Weg zum Flötenunterricht, als ihm eine männliche Person mit Hund entgegen kam. Als dieser
31.08.2011 den Gesch. (8 Jahre alt, hellbrauner Teint und Rasterlocken) sah, streckte er seine Hand aus, um den
18:00:00 Gesch. den Weg zu versperren. Dieser ignorierte den unbekannten Tatverdächtigen und ging um ihn herum.
Drei Schritte weiter hörte der Gesch. mehrere beleidigende Worte, welche er nicht mehr wiedergeben
konnte. Er konnte sich noch daran erinnern, dass er zu ihm sagte: "Du Neger, geh zurück in Dein Land".
Der Besch. wurde dabei beobachtet, wie er drei Zettel mit einem Klebestift an einen Lichtmast klebte. Bei
der körperlichen Durchsuchung wurden bei ihm weitere Zettel und ein Klebestift vorgefunden. Es waren drei
02.09.2011
verschiedene Aufkleber mit den jeweiligen Aufdrucken "Linke Chaoten keine Chance geben - Good Night
22:16:00
Left Side", "Die Demokraten bringen uns den Volkstod - SNP" und "Moscheen in Pankow und anderswo Nein Danke - SNP".
13.10.2011 Der Gesch. ging am Feinkostladen "Zum Olivenzweig" vorbei und bemerkte, dass der Besch. in der
2.1
Zähldelikt
StGB
§ 185
StGB
§ 303
StGB
§ 86a
StGB
Tatzeit
15:15:00
Sachverhalt
Ladentür stand und ihm zurief: "Eh, Neger, was suchst Du hier?". Durch diese Worte fühlte sich der Gesch.
beleidigt. Der Gesch. kommt aus Senegal. Der Gesch. wollte den Besch. zur Rede stellen und wollte das
Geschäft betreten. Der Besch. stellte sich dem Gesch. in den Weg und schrie: "Raus!".
Unbekannte Täter brachten an den Briefkasten der aus Indien stammenden Gesch. einen Aufkleber mit der
28.11.2011
Aufschrift "Genug ist Genug - Kein Fußbreit den Antideutschen - WWW.FREIES_NETZ.COM" an. Weiterhin
19:00:00
war auf dem Aufkleber eine teilweise vermummte Person zu erkennen.
Unbekannte Täter schmierten an einen Türrahmen mit einem blauen Faserstift den Schriftzug "No Vorther
30.11.2011
Anti-German-Migration to Pankow from Africa". Weiterhin wurde der Name am Klingeltableau mit gleichem
16:30:00
Stift überstrichen. Der Gesch. ist mit einer Afrikanerin verheiratet.
31.12.2011 Der Anzeigende hörte von einer unbekannten männlichen Person die Ausrufe: "Sieg Heil" und "Nigger sind
01:55:00 Scheiße!".
Anlage 2
www.V-0086pankower-register.de
[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt in Pankow
Auswertung des Pankower Registers 2011
Zusammenfassung
[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt hat für
2011 insgesamt 116 Vorfälle im Bezirk Pankow zusammengetragen, bei denen das
Motiv Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder eine rechtspopulistische bis neonazistische Einstellung Grundlage der
Handlung war.
Besonders erschreckend 2011 in Pankow war die qualitative Zunahme der Gewalt,
sprich die Brutalität mit der Neonazis gegen politische Gegner_innen vorgegangen sind.
Zu den Tatmotiven
Schlüsselt man die Vorfälle 2011 nach ihren Motiven so handelt es sich in der Mehrzahl
um eine rechte (rechtspopulistische, rechtsextreme bis neonazistische)
Selbstdarstellung – insgesamt 51 Fälle (2010: 38). An zweiter Stelle folgt das Motiv der
Verherrlichung und Verharmlosung des Nationalsozialismus – insgesamt 25 Vorfälle
(2010: 33). Bei ebenfalls 25 Vorfällen (2010: 14) war das Motiv Rassismus
ausschlaggebend, davon handelte es sich bei fünf Fällen (2010: 8) um
antimuslimischen Rassismus. In 14 Fällen war die jeweilige Handlung als Bekämpfung
politischer Gegner_innen (Antifaschist_innen, Linke, Menschen mit alternativen
Lebensweisen) zu klassifizieren. In sieben Fällen (2010: 5) ist die jeweilige Aktion auf
eine antisemitische Einstellung zurückzuführen. Und in drei Fällen (2010: 6) war
Homophobie / Transphobie der Motor des Handelns.
Zu den Tatkategorien
Bei der Zuordnung zu Tatkategorien handelt es sich bei den meisten Fällen – insgesamt
63 – um Propagandadelikte (2010: 70) gefolgt von 21 Veranstaltungen (2010: 8). 2011
kam es zu sieben Sachbeschädigungen (2010: 9). In 24 Fällen wurden Menschen
angegriffen (2010: 27): In elf Fällen wurden die Personen Opfer von Bedrohungen
(2010: 19), in fünf Fällen Opfer von Gewalt (2010: 5) und in acht Fällen kam es zu
Körperverletzungen (2010: 3). Ein Fall wird unter der Rubrik »sonstiges« gelistet,
hierbei handelt es sich um die kurzfristige Absage des Landesparteitages von der Partei
Die Freiheit, der ursprünglich im Prenzlauer Berg geplant war.
www.V-0086pankower-register.de
[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt in Pankow
Zu den Tatorten
Die meisten Vorfälle 2011 registrierten wir wie im Vorjahr in den Ortsteilen Prenzlauer
Berg (2011:36; 2010:30) und Weißensee (2011:30; 2010:28). Gefolgt von PankowZentrum mit 15 Eintragungen (2010: 19). Auffällig ist die Zunahme an Aktivitäten in
Heinersdorf, dort wurden insgesamt zehn Vorfälle registriert (2010: 5). Es folgt der
Ortsteil Niederschönhausen mit sechs Vorfällen (2010:10). Mit drei bis fünf Vorfällen im
Jahr 2011 folgen dann, ähnlich wie bereits 2010, die anderen Ortsteile: Buch (2011:5;
2010: 4), Französisch Buchholz (2011:3; 2010: 5), Karow (2011:1; 2010: 3) und
Rosenthal (2011:1; 2010: 0).
Zu insgesamt vier Eintragungen kam es im Großbezirk Pankow (dabei handelte es sich
meist um Wahlpropaganda, die im gesamten Bezirk stattfand). Weiter sind vier
Register-Eintragungen unter der Rubrik »Internet« (2010: 11) vermerkt. Hier werden
Eintragungen dokumentiert, wenn es sich um Meldungen auf rechtspopulistischen und
neonazistischen Internetseiten handelt, die von keiner anderen Quelle bestätigt worden
sind.
Resümee
Zwar hat es einen quantitativen Rückgang der Gewalt von Neonazis gegen politische
Gegner_innen (Linke und Antifaschist_innen) gegeben. Allerdings hat die Qualität der
Gewalt, sprich die Brutalität in diesem Kontext zugenommen. Es kam 2011 zu zwei
Brandanschlagsversuchen auf alternative Wohnprojekte und in sechs Fällen wurden
Linke und Antifaschist_innen Opfer von Körperverletzungen. Zudem kam es in zwei
Fällen zu Gewaltdelikten und in drei Fällen zu Bedrohungen.
Wie befürchtet, kam es 2011 im Rahmen des Wahlkampfes zu einer Zunahme von
Rassismus als Motiv des Handelns. Waren 2010 insgesamt 14 Vorfälle rassistisch
motiviert, so waren es 2011 sogar 24 Vorfälle. Dies ist ein sprunghafter Anstieg um fast
sechzig Prozent.
[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt
Fehrbelliner Str. 92 | 10119 Berlin
Tel +49.30.443 83-459 I Fax 443 71 71
moskito@pfefferwerk.de I http://pankower-register.de