Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
VzK 13, ZB, 43. Tagung, 27.09.2006.pdf
Größe
184 kB
Erstellt
14.10.15, 02:00
Aktualisiert
27.01.18, 11:20
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
V-0800
Vorlage zur Kenntnisnahme § 13 BezVG /ZB
des Bezirksamtes
Beratungsfolge:
29.09.2004
31.08.2005
17.05.2006
27.09.2006
BVV
BVV
BVV
BVV
BVV/08/V
BVV/34/V
BVV/41/V
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen
Betreff: Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bericht des
Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Es wird gebeten, zur Kenntnis zu nehmen:
SIEHE ANLAGE
Berlin, den 13.09.2006
Einreicher: Bezirksamt
Ergebnis:
ZUR KENNTNIS GENOMMEN OHNE AUSSPRACHE
ZUR KENNTNIS GENOMMEN MIT AUSSPRACHE
zurückgezogen
Drs. V-0800
07.09.2006
Bezirksamt Pankow von Berlin
An die
Bezirksverordnetenversammlung
Drucksache-Nr.:
in Erledigung der
Drucksache Nr. V-86/2002
und
Drucksache Nr. V-800/2004
Vorlage zur Kenntnisnahme
für die Bezirksverordnetenversammlung gemäß § 13 BezVG
8. Zwischenbericht
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
im Sachzusammenhang
Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Bezirksamtes zu
rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In Erledigung des in der 5. Sitzung am 17.04.2002 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung –Drucksache Nr. V-86/2002, hier: Punkt 1
Bericht des Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten
Vorfällen
„Das Bezirksamt wird beauftragt, der BVV halbjährlich einen Bericht zu Vorfällen/Straftaten mit
vermutetem oder bestätigten rassistischem, fremdenfeindlichem und/oder rechtsradikalem
Hintergrund vorzulegen.
In dem Bericht sollen detaillierte Angaben über Art und Weise, Ort und Zeit der Vorfälle
enthalten sein.“
und des in der 26. Sitzung am 29.09.2004 angenommenen Antrages der
Bezirksverordnetenversammlung – Drucksache Nr. V-800/2004:
Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Bezirksamtes zu
rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
„Das Bezirksamt wird beauftragt, in Ergänzung der Drs. V-86/02, Punkt 1, „Bericht des
Bezirksamtes zu rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen“, in die nächsten Berichte an
die BVV auch die Erkenntnisse von Nichtregierungsorganisationen (z.B. Opferberatungsstellen)
aufzunehmen.“
wird gemäß § 13 Bezirksverwaltungsgesetz berichtet:
Politisch „rechts“ motivierte Kriminalität in Pankow im Jahre 2006
In Erledigung der vorbezeichneten Beschlüsse und in Fortführung der bisher dazu erstellten
Zwischenberichte an die BVV erinnert das BA an die Zustimmung der BVV in ihrer 41. Sitzung
zur Bitte der Senatsinnenverwaltung, künftig einmal jährlich dem Bezirksamt statistisch
aussagefähiges Zahlenmaterial zu politisch „rechts“ motivierter Kriminalität in Pankow zur
Verfügung zu stellen. Die Übermittlung erfolgt jeweils nach dem Abgleich mit der Polizeilichen
Kriminalstatistik Ende Februar/Anfang März des Folgejahres (s. Drucksache - Nr.: 1403/2006).
Expertise von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Bezirksamtes zu
rassistisch und rechtsradikal motivierten Vorfällen
Zum zweiten Male legt die Netzwerkstelle[moskito] der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH eine
Chronologie der im Pankower Register erfaßten rassistisch, rechtsextrem und/oder
antisemitisch motivierter Vorfälle und Angriffe vor. Mit 44 Meldungen für das erste Halbjahr
2006 erreicht das Register für den Großbezirk Pankow fast den Gesamtwert für 2005 mit 53
Meldungen.
Dieser Zuwachs ist nach Auffassung der Netzwerkstelle zum einen auf die wachsende
Bekanntheit des Registers und auf die Mitarbeit weiterer Projekte zurückzuführen. Zum anderen
hat die aktuelle Diskussion um den Bau der Moschee in Pankow - Heinersdorf dazu geführt,
dass rechte Kräfte versuchen, den Konflikt für ihre Ideologieverbreitung zu nutzen bzw. dies als
Anlass für Aktionen nehmen.
Allein elf der 53 im Zeitraum von Januar bis Mitte Juli im Bezirk registrierten
rechtsextremistischen Vorfälle waren gegen den Moscheebauplan der Ahmadiyya-Gemeinde
gerichtet.
Eine regionale Häufung der gemeldeten Aktionen ist insbesondere im Prenzlauer Berg, in
Weißensee und - bedingt durch den Moscheekonflikt - in Heinersdorf zu verzeichnen. Es
mehren sich ebenso Briefkastenaktionen, die zum Teil gezielt gegen Bürger gerichtet sind.
Auffallend ist weiter, dass rechtsextremistische Kräfte immer offener in Konfrontation zu
demokratischen Gegnern agieren, so zum Beispiel am Rande der Lichterkette vor dem
ehemaligen Jüdischen Waisenhaus Pankow im Januar, in der öffentlichen Sitzung des Bau Ausschusses im März und in der Sondersitzung der BVV im Mai 2006.
Die wachsende Zahl der Informationen an das Register spricht nicht zuletzt für eine
zunehmende Sensibilisierung in der Pankower Öffentlichkeit, wie kürzlich die
Gegendemonstrationen am 19. August gegen den Neonazi-Aufmarsch vom Alexanderplatz zur
Bornholmer Straße verdeutlichten.
Die von der Netzwerkstelle[moskito] betreute Chronologie des Pankower Registers wird
gemeinsam mit zehn verschiedenen Anlaufstellen betreut. Diese Anlaufstellen befinden sich
mehrheitlich bei freien Trägern, im Schülerklub der Kurt –Schwitters - Schule und beim
Bezirksvorstand der Linkspartei.PDS. Durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sollen in den
kommenden Monaten breiter über das Pankower Register informiert und es sollen weitere
Anlaufstellen gewonnen werden.
Abschließend sei ergänzt, dass alle im Pankower Register erfaßten Vorfälle an die berlinweite
Chronik der Opferberatung ReachOut und des Apabiz e.V. (Antifaschistisches Pressearchiv und
Bildungszentrum Berlin e. V. ) weitergeleitet werden.
Haushaltsmäßige Auswirkungen
keine
Gleichstellungsrelevante Auswirkungen
keine
Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung
Sensibilisierung und Aktivierung des zivilgesellschaftlichen Engagements im Bezirk gegen
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, Stärkung der
Bürgergesellschaft.
Kinder- und Familienverträglichkeit
entfällt
Burkhard Kleinert
Bezirksbürgermeister
Anlage
Pankower Register – Pankower Chronik 2006, erstes Halbjahr: Januar bis Mitte Juli