Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Beschlussempfehlung StadtGrün 30.BVV am 25.03.15.pdf
Größe
101 kB
Erstellt
14.10.15, 02:03
Aktualisiert
27.01.18, 11:47
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Beschlussempfehlung
Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen
VII-0871
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion der SPD
Beratungsfolge:
14.01.2015
12.02.2015
25.03.2015
BVV
StadtGrü
BVV
BVV/ 028/VII
StadtGrü/065/VII
BVV/ 030/VII
überwiesen
ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
Betreff: Stadtquartier "Wilhelmsruher Tor"
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen hat die Drucksache auf seiner
Sitzung am 12.02.2015 beraten.
Abstimmungsergebnis Ausschuss für
Stadtentwicklung und Grünanlagen:
JA 12 / NEIN 0 / ENTHALTUNGEN 3
Die BVV möge beschließen:
Die BVV Pankow begrüßt die Errichtung eines neuen integrierten Stadtquartiers
„Wilhelmsruher Tor“ am S-Bahnhof Wilhelmsruh mit der Errichtung von ca. 250
Wohneinheiten, einer Kindertagesstätte, einem Nahversorger sowie Flächen für
Dienstleistungsangebote.
Das Bezirksamt wird deshalb ersucht, zeitnah (noch im ersten Quartal 2015) durch
einen Aufstellungsbeschluss das Verfahren der verbindlichen Bauleitplanung zu
beginnen und schnellstmöglich im Verfahren einen städtebaulichen Vertrag zu
verhandeln und abzuschließen.
Im städtebaulichen Vertrag sollen die folgenden Punkte berücksichtigt werden:
Sicherstellung einer integrierten Gesamtentwicklung der Fläche durch
Nutzungsmischung und städtebauliche Gesamtqualität
Errichtung von ca. 250 Wohneinheiten mit in etwa gleichen Anteilen von kleinen
Wohnungen für Single-Haushalte und größeren für Familien geeignete
Wohnungen, einschließlich Tiefgarage
Herstellung dieser Wohnungen überwiegend in Mehrfamilienhausbauweise, die
sich städtebaulich an der Umgebung orientiert und denkmalpflegerischen
Aspekten Rechnung trägt
Bereitstellung von mindestens einem Drittel dieser Wohnungen für Mieterinnen
und Mieter mit geringem Einkommen und Begrenzung der Miete auf maximal 30
Prozent des Nettohaushaltseinkommens
Errichtung einer Kindertagesstätte mit einer Kapazität für mindestens 125 Kinder
Außerdem ist im städtebaulichen Vertrag festzuhalten, wie sich die Eigentümer an der
gegebenenfalls notwendigen Ausweitung von Standorten der bezirklichen
Daseinsvorsorge beteiligen.
Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, die mit der Schaffung eines neuen
Stadtquartiers verbundenen Konsequenzen für das gewachsene Wilhelmsruher
Ortszentrum im Rahmen des Zentrenkonzepts des Bezirks Pankow sowie für die
notwendige Infrastruktur, etwa bei der Schulbedarfsplanung und der Verkehrsplanung,
rechtzeitig zu berücksichtigen.
Berlin, den 06.03.2015
Einreicher: Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen
Roland Schröder, Ausschussvorsitzender
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
x
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
x
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
einige ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VII-0871
Begründung Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen:
Am 05. Juni 2014 wurde das Projekt durch die Projektentwickler im Ausschuss für
Stadtentwicklung und Grünanlagen ausführlich vorgestellt und durch die Ausschussmitglieder
diskutiert. Im Ergebnis der Diskussion wurden die vom Bezirk eingeforderte Verbindungsstraße
thematisiert und Fragen nach der Lage der Kita sowie der Zahl der Stellplätze sowie zum
Ausstattungsstandard bzw. den Mieten beantwortet. Der Ausstattungsstandard der
Neubauwohnungen soll sich an durchschnittlichen Standard orientieren. In diesem Sinne seien
keine Luxuswohnungen vorgesehen, führten die Projektentwickler aus. Insgesamt wurde das
Projekt positiv durch den Ausschuss aufgenommen.
Der vorliegenden Antrag wurde in der Sitzung des Ausschusses am 12. Februar 2015 beraten,
da die Antragsteller das Projekt mit dem Einstieg in die verbindliche Bauleitplanung
voranbringen wollen, da mit seiner Errichtung ein städtebauliche Missstand beseitigt und ein
neue Stadtquartier mit dringend benötigtem Wohnraum und direkten Zugang zum SPNV
entstehe. Außerdem sei nicht erkennbar, warum seit Juni 2014 das Verfahren nur unwesentlich
weitergegangen sei.
Das Bezirksamt führte zum Vorhaben und dem Antrag aus, dass es die möglichen
Auswirkungen des Standortes in der Infrastrukturkonzeption besonders untersucht hätte und
dabei Unklarheiten über die Versorgung der Bezirksregion mit ausreichend Grundschulplätzen
aufgekommen seien. Deshalb wurde geprüft, ob auf der Fläche gegebenenfalls ein
Grundschulstandort neu entstehen müsste und dementsprechend die Planungen nochmal zu
verändern wären. Durch eine Stellungnahme das Schul- und Sportamte, die das
Stadtplanungsamt am 12. Februar 2015 – also am Tag der Ausschusssitzung erreichte –, sei
nunmehr geklärt, dass die Versorgung mit Grundschulplätzen mittelfristig gesichert sei und kein
zusätzlicher Grundschulstandort vorgehalten werden müsse.
Vor diesem Hintergrund bestand keine weiterer Debattenbedarf mehr und der Antrag wurde
sodann unverändert zur Abstimmung gestellt. Im Ergebnis der Abstimmung empfiehlt der
Ausschuss der BVV Pankow die Annahme der Drucksache mit 12 Ja-Stimmen und drei
Enthaltungen.
Text Ursprungsantrag Fraktion der SPD:
Die BVV Pankow begrüßt die Errichtung eines neuen integrierten Stadtquartiers
„Wilhelmsruher Tor“ am S-Bahnhof Wilhelmsruh mit der Errichtung von ca. 250 Wohneinheiten,
einer Kindertagesstätte, einem Nahversorger sowie Flächen für Dienstleistungsangebote.
Das Bezirksamt wird deshalb ersucht, zeitnah (noch im ersten Quartal 2015) durch einen
Aufstellungsbeschluss das Verfahren der verbindlichen Bauleitplanung zu beginnen und
schnellstmöglich im Verfahren einen städtebaulichen Vertrag zu verhandeln und abzuschließen.
Im städtebaulichen Vertrag sollen die folgenden Punkte berücksichtigt werden:
Sicherstellung einer integrierten Gesamtentwicklung der Fläche durch
Nutzungsmischung und städtebauliche Gesamtqualität
Errichtung von ca. 250 Wohneinheiten mit in etwa gleichen Anteilen von kleinen
Wohnungen für Single-Haushalte und größeren für Familien geeignete Wohnungen,
einschließlich Tiefgarage
Herstellung dieser Wohnungen überwiegend in Mehrfamilienhausbauweise, die sich
städtebaulich an der Umgebung orientiert und denkmalpflegerischen Aspekten
Rechnung trägt
Bereitstellung von mindestens einem Drittel dieser Wohnungen für Mieterinnen und
Mieter mit geringem Einkommen und Begrenzung der Miete auf maximal 30 Prozent des
Nettohaushaltseinkommens
Errichtung einer Kindertagesstätte mit einer Kapazität für mindestens 125 Kinder
Außerdem ist im städtebaulichen Vertrag festzuhalten, wie sich die Eigentümer an der
gegebenenfalls notwendigen Ausweitung von Standorten der bezirklichen Daseinsvorsorge
beteiligen.
Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, die mit der Schaffung eines neuen Stadtquartiers
verbundenen Konsequenzen für das gewachsene Wilhelmsruher Ortszentrum im Rahmen des
Zentrenkonzepts des Bezirks Pankow sowie für die notwendige Infrastruktur, etwa bei der
Schulbedarfsplanung und der Verkehrsplanung, rechtzeitig zu berücksichtigen.
Begründung Ursprungsantrag:
25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist das Gebiet zwischen dem S-Bahnhof Wilhelmsruh und
dem Beginn der Hauptstraße noch immer von den Auswirkungen der Teilung gezeichnet. Das
Gesamtkonzept des Stadtquartiers „Wilhelmsruher Tor“ ist geeignet, diese städtebauliche Lücke
zu schließen.
Durch die Schaffung von ca. 250 Wohneinheiten wird ein Beitrag geleistet, der angespannten
Wohnungssituation in Pankow zu begegnen sowie ein Wilhelmsruh prägendes städtebauliches
Areal aufzuwerten.
Das Konzept sieht eine Funktionsdurchmischung vor und ist gut an den ÖPNV angebunden. Als
Gesamtkonzept kann das Quartier „Wilhelmsruher Tor“ damit zur Beibehaltung bzw.
Wiedergewinnung der Wohn- und Lebensqualität in Wilhelmsruh beizutragen.
Die Errichtung des Stadtquartiers „Wilhelmsruher Tor“ ist durch die Nutzung einer bereits
versiegelten Fläche ökologisch unbedenklich.
Bei der Entwicklung des neuen Stadtquartiers sind auch die Auswirkungen auf das gewachsene
Wilhelmsruher Ortszentrum in der Hauptstraße zu beachten. Ein weiterer Bedeutungsverlust
des Wilhelmsruher Ortszentrums würde die Attraktivität des Pankower Ostens reduzieren und
Wilhelmsruh zur „Schlafstadt“ verkommen lassen.
Durch die Errichtung einer Kindertagesstätte werden die notwendigen Rahmenbedingungen für
mehr Kinderbetreuungsangebote verbessert. Der mit dem neuen Stadtquartier verbundene
Bevölkerungszuwachs muss in gleicher Weise auch bei der Schulbedarfsplanung und anderen
Angeboten der öffentlichen Daseinsvorsorge berücksichtigt werden.