Daten
Kommune
Berlin Neukölln
Dateiname
1344_XIX_zunehmender_Fahrradverkehr.pdf
Größe
35 kB
Erstellt
14.10.15, 03:00
Aktualisiert
27.01.18, 09:40
Stichworte
Inhalt der Datei
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Abt. Bauen, Natur und Bürgerdienste
Dez
Bezirksverordnetenvorsteher o.V.i.A.
über
Bezirksbürgermeisterin o.V.i.A.
nachrichtlich den Fraktionen der
SPD, CDU, Grünen, Piraten und LINKEN
17. September 2015
2260
Sitzung am
Lfd. Nr.
Drs. Nr.
: 23.09.2015
: 10.1
: 1344/XIX
Dringlichkeit
schriftlich
Konsensliste
Beantwortung der
Großen Anfrage
Betr.: Reaktion des Bezirksamtes auf den zunehmenden Fahrradverkehr
Sehr geehrter Herr Vorsteher, meine Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kupfer,
für das Bezirksamt beantworte ich die Große Anfrage der Fraktion der Grünen wie folgt:
Zu 1.:
Das Bezirksamt unterstützt seit langem die Radverkehrsstrategie des Senats. Dies geschieht
auf verschiedene Art und Weise:
1. Baumaßnahmen:
Mit der Entscheidung des Bezirksamtes in der XVIII. Wahlperiode, die vorhandenen Radwege sukzessive instand zu setzen, konnten seit 2007 mithilfe von bezirklichen Investitionen
und zweckgebundenen Sondermitteln rund 40 km Radwege umgebaut, saniert und instandgesetzt werden. Darüber hinaus wurden in der Investitionsplanung Maßnahmen zur Asphaltierung von Fahrbahnen eingestellt, die der Komplettierung der bezirklichen Radroute 1 dienen (Herrfurthstraße von Oderstraße bis Hermannstraße und Innstraße von Sonnenallee bis
Weigandufer).
2. Fahrradparken, Aufstellung von Fahrradbügeln
Das Tiefbauamt hat in den vergangenen Jahren an verschiedensten Stellen im Bezirk
Kreuzberger Bügel aufgestellt. Im Ortsteil Neukölln zuletzt in der Herrfurthstraße, in der Bouchéstraße, Rollbergstraße und in der Karl-Marx-Straße. Darüber hinaus werden immer wieder Wünsche und Anregungen zur Aufstellung von Fahrradbügeln von Bürgern, Bezirksverordneten oder auch dem ADFC geprüft. In den überwiegenden Fällen werden diese Wünsche auch umgesetzt.
3. Straßenverkehrsbehördliche Maßnahmen
Sowohl die Verkehrslenkung Berlin als auch das Ordnungsamt haben in der Vergangenheit
verschiedenste Anordnungen zur Förderung der Radverkehrsstrategie getroffen. Hierzu zählen zum Beispiel die unmittelbar bevorstehende Anordnung zur Befahrung der Herrfurthstraße entgegen der Einbahnstraßenregelung für Radfahrer oder die Ausweisung verschiedenster Radfahrstreifen wie beispielsweise in der Karl-Marx-Straße und Lahnstraße.
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Darüber hinaus nimmt der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes regelmäßig an den
Sitzungen des FahrRates des Senats teil. Hier werden Vorschläge und Maßnahmen diskutiert und auch eingebracht.
Zu 2.:
Das Bezirksamt führt regelmäßige Gespräche mit der Abteilung VII der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umweltschutz durch, die dem fahrradfreundlichen Umbau von Radverkehrsanlagen dienen. Aktuell werden in 2015 und 2016 aus Mitteln des Senats die Braunschweiger Straße von Karl-Marx-Straße bis zur Einmündung der Richardstraße und die Richardstraße von Braunschweiger Straße bis Kannerstraße asphaltiert.
Angedacht sind zudem bauliche Maßnahmen in der Oderstraße zwischen Tempelhofer Freiheit und Emser Straße, jedoch bisher ohne finanzielle Zusage durch die Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt. Ebenso angedacht ist die Asphaltierung der Friedelstraße
zwischen Maybachufer und Weserstraße als Alternative zu der von der AG Wohnumfeld
Reuterkiez geforderten Asphaltierung der Reuterstraße.
Die mittelfristige Maßnahmenplanung für das Sanierungsgebiet Karl-Marx Straße/ Sonnenallee sieht vor, die Asphaltierung der Fahrbahn der Donaustraße als sehr wichtigen Baustein
der Radinfrastruktur in die Programmplanung aufzunehmen. Geplant sind Maßnahmen in
Teilabschnitten von Ganghofer Straße bis zur Reuterstraße. Ab 2016 wird die Weichselstraße zwischen Pflügerstraße und Maybachufer asphaltiert, so dass eine fahrradfreundliche
Anbindung zum Weigandufer geschaffen wird. In den Folgejahren ist aus städtebaulichen
Sanierungsmitteln auch die Asphaltierung der Weichselstraße zwischen Pflügerstraße und
Sonnenallee geplant.
Zu 3.:
Der Zustand und das Angebot von Radverkehrsanlagen im Ortsteil Neukölln haben sich seit
2007 erheblich verbessert, wenngleich noch eine Menge Herausforderungen bestehen bleiben. Insbesondere im Nebenroutennetz, welches parallel zu den Hauptachsen Sonnenallee,
Karl-Marx-Straße und Hermannstraße verläuft, gibt es noch Lücken wie zum Beispiel die
Asphaltierung der Donaustraße. Eine effektive Verbesserung der Situation für Radfahrer am
Hermannplatz wird es jedoch erst mit dem Umbau des Hermannplatzes geben. Das Bezirksamt hat den Umbau des Hermannplatzes ab 2018 aus Mittel des SIWA-Programms
angemeldet.
Dennoch hat das Bezirksamt aber auch bereits viele dem Radverkehr dienliche Maßnahmen
umgesetzt wie z.B.
• Anlage eines Radfahrstreifen in der Karl-Marx-Straße von Lahnstraße bis Jonasstraße sowie von Lahnstraße bis Grenzallee
• Anlage eines Radfahrstreifens in der Lahnstraße von Neuköllnische Allee bis KarlMarx-Straße
• Einbau einer Fahrbahn-Asphaltdecke in der Ilsestraße von Emser Straße bis Jonasstraße
• Einbau einer Fahrbahn-Asphaltdecke in der Kirchhofstraße von Emser Straße bis
Karl-Marx-Straße sowie in der Emser Straße von Kirchhofstraße bis Knoten KarlMarx-Straße/Saalestraße
• Einbau einer Fahrbahn-Asphaltdecke in der Herrfurthstraße von Tempelhofer Freiheit
bis Hermannstraße sowie in der Innstraße von Sonnenallee bis Weigandufer, in der
Selchower Straße, Mahlower Straße, in der Weserstraße von Reuterstraße bis Kottbusser Damm, Braunschweiger Straße von Karl-Marx-Straße bis zur Einmündung
Richardstraße
• Einbau einer Fahrbahn-Asphaltdecke in der Richardstraße von Braunschweiger Straße bis Kannerstraße sowie vom Richardplatz bis zur Böhmischen
• Neubau eines Radweges in der Ederstraße als Verbindungsstück zum Kiehlufer
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Zu 4.:
Im Land Berlin sind die Zuständigkeiten für Straßen mit überbezirklicher Bedeutung klar definiert und getrennt. Beurteilungen und Entscheidungen über verkehrliche Änderungen auch
im Hinblick auf Radfahrer obliegen daher der Verkehrslenkung Berlin. Allerdings gibt es gerade in diesem Bereich sehr gut ausgebaute Nebenrouten, die Fahrradfahrer gefahrenlos
benutzen könnten. Natürlich bedingt dies, dass der Radfahrer auch Nebenrouten benutzen
möchte und nicht nur die bequeme Route auf den Hauptverkehrsstraßen im Fokus hat.
Zu 5.:
Dem Bezirksamt ist die Problemlage des Fahrradparkens insbesondere im Nahbereich der
U- und S-Bahnhöfe bekannt. Diese Schwierigkeiten ergeben sich aber nicht vorrangig daraus, dass keinerlei Abstellmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe vorhanden wären, sondern
vor allem daraus, dass Radfahrer sie oftmals nicht nutzen. Ein Beispiel sind hierfür die Fahrradbügel vor dem Amtsgericht Neukölln am U Bahnhof Rathaus Neukölln, für die der Bezirk
hohe finanzielle Mittel aufgewandt hat. Diese werden nicht genutzt, vielmehr schließen Radfahrer ihre Fahrräder an Gittern oder Bäumen an. Aufgrund des Platzangebotes in den Seitenräumen sind die Möglichkeiten zum Einbau weiterer Abstellmöglichkeiten nahezu erschöpft. Im Zuge des Umbaus der Karl-Marx-Straße bemüht sich der Bezirk jedoch, weitere
Möglichkeiten im Bereich des U-Bahnhofes Karl-Marx-Straße geschaffen.
Das Bezirksamt wird jedoch keine Fahrradbügel auf Fahrbahnen aufstellen und dafür Stellplätze abordnen. Hier handelt sich vor allem um eine sehr einseitige Lösung, die vorwiegend
zu Lasten aller Anwohner gehen würde, die ihre Kraftfahrzeuge auf den Hauptstraßen parken. Eine Reduzierung der ohnehin schon knappen Stellplätze hätte negative Folgen wie
zum Beispiel erhöhter Parksuchverkehr, Belastung der übrigen Fahrspuren und damit verbundenes Stauaufkommen.
Es gilt das gesprochene Wort
Blesing
Bezirksstadtrat