Daten
Kommune
Berlin Neukölln
Dateiname
Antrag.pdf
Größe
108 kB
Erstellt
14.10.15, 03:03
Aktualisiert
27.01.18, 09:50
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln von Berlin
XIX. Wahlperiode
Ursprung:
Antrag
Ursprungsinitiator: Grüne,
Beratungsfolge:
Datum
23.09.2015
Gremium
BVV
Drs. Nr.:
Lfd. Nr.:
Sitzung
BVV/055/XIX
1395/XIX
Beratungsstand
Antrag
Genehmigungskriterien für den Milieuschutz
Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, sich bei der Aufstellung der Genehmigungskriterien für die Umsetzung der sozialen Erhaltungssatzung in Neukölln mindestens an folgenden Leitlinien zu orientieren:
1. Für folgende Maßnahmen, die den zeitgemäßen Ausstattungsstandard wesentlich überschreiten oder eine
Nutzungsänderung darstellen, soll keine erhaltungsrechtliche Genehmigung/Zustimmung erteilt werden, insbesondere:
Grundrissänderungen zur Schaffung besonders großzügiger Wohnungsgrundrisse durch Entfernung
von nichttragenden Wänden
Wohnungszusammenlegungen, auch bei Zusammenlegungen von bestehendem und neu
geschaffenem Wohnraum
Anbau von Erstbalkonen mit mehr als 4qm und Anbau von Zweitbalkonen
Einbau von zweiten WC's, sowie Einbau von Badewanne UND Dusche getrennt voneinander
Schaffung von besonders hochwertiger Wohnungsausstattung, zum Beispiel Gegensprechanlagen mit
Videoüberwachung, Einbauküchen, Kamine, Panoramafenster und Fußbodenheizungen
2. Für folgende Maßnahmen soll nur unter den genannten Voraussetzungen eine erhaltungsrechtliche Genehmigung/Zustimmung erteilt werden:
Maßnahmen zur Energieeinsparung, die über die Mindestanforderungen der zum Zeitpunkt der
Antragsstellung jeweils gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) hinaus gehen, sollen nur
genehmigt werden, wenn unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des Gebäudes dessen
Energieeffizienz nicht nur geringfügig verbessert wird, kostengünstigere Maßnahmen zur
Verbesserung der Energieeffizienz nicht in Frage kommen und die Modernisierungsumlage die zu
erwartende Heizkostenersparnis nicht wesentlich übersteigt
Nutzungsänderung von Wohnen zu Gewerbe kann nur genehmigt werden, wenn es sich um
unbewohnte, tatsächlich und rechtlich leerstehende Wohnungen im Souterrain handelt; in Straßen mit
sehr hoher Verkehrslärmbelastung gemäß Ausweisung im Berliner Mietspiegel soll eine
Nutzungsänderung für Wohnungen im Erdgeschoss des Vorderhauses in begründeten Fällen möglich
sein
3. Die gewerbliche Überlassung von Wohnraum von Wohnzwecken (zum Beispiel im Rahmen einer Ferienwohnungsvermietung) ist grundsätzlich zu versagen, nicht betroffen hiervon sollen besondere Wohnformen (z.
B. Trägerwohnungen) sein.
4. Der Einbau von Aufzügen zur Erschließung vorhandenen Wohnraums soll versagt werden, wenn er besonders kostenaufwändig ist oder aufgrund seiner Vorbildwirkung geeignet ist, eine Entwicklung in Gang zu setzen, die tendenziell eine überdurchschnittlich hohe Verdrängungsgefahr für die im Erhaltungsgebiet vorhandene Wohnbevölkerung nach sich zieht.
5. Für den Abriss von Wohngebäuden oder einzelnen Wohneinheiten soll grundsätzlich keine Genehmigung
erteilt werden, es sei denn, dass auch unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls die Erhaltung der baulichen
Anlage nicht mehr zumutbar ist.
Begründung:
Mit den im Antrag aufgeführten Leitlinien soll das Bezirksamt gebeten werden, die eindeutigen Ergebnisse der Voruntersuchung im Reuterkiez und des Zwischenberichts der Voruntersuchung Schillerkiez in einen wirksamen Kriterienkatalog im
Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zu übersetzen. Die hier formulierten Maßnahmen sind dabei nicht als erschöpfende
Regelungen zu verstehen, sondern als zentrale Bausteine für eine wirksame soziale Erhaltungssatzung.
Berlin-Neukölln, den 15.09.2015
Grüne, Herr Biedermann, Jochen
(Antragsteller, Fragesteller bzw. Berichterstatter)
Abstimmungsverhalten:
SPD
Einstimmig
JA
NEIN
ENTH.
CDU
Grüne
PIRATEN
LINKE
Ergebnis:
beschlossen (mit Änderung)
Kenntnis genommen
zurückgezogen
vertagt
abgelehnt
gegenstandslos
überwiesen in den Ausschuss für
(federführend)
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
beantwortet
BzBm/FinWi
schriftlich
BiSchulKuSport
JugGes
BauNatBüD
Soz