Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Beantwortung.pdf
Größe
71 kB
Erstellt
15.10.15, 22:35
Aktualisiert
27.01.18, 21:20
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Große Anfrage
SPD-Fraktion
TOP-Nr.:
Wuttig/Böhm
Große Anfrage
DS-Nr: 0835/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
20.02.2014
BVV
BVV-029/4
2014 - Ein Gedenkjahr auch in Charlottenburg-Wilmersdorf?
Wir fragen das Bezirksamt:
Mit welchen Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktivitäten begeht das Bezirksamt in
unseren Einrichtungen der Kultur und Weiterbildung,
1. das mahnende Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren,
2. das mahnende Gedenken an den durch Deutschland begonnenen 2. Weltkrieg
vor 75 Jahren,
3. die Erinnerung an die Ereignisse rund um den Mauerfall vor 25 Jahren in
unserem Bezirk?
Zur Beantwortung BzStR’in König:
Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren, Herr Wuttig, bevor ich inhaltlich auf die
Fragen eingehe, möchte ich doch noch mal vorab betonen, dass ich die Durchführung
von Gedenkveranstaltungen nicht als eine Aufgabe ausschließlich des Fachbereichs
Kultur begreife, sondern alle Fachbereiche.
Ich kann trotzdem im Moment nur für unsere Abteilung deutlich machen, was unser
Anteil an diesem Prozess des Gedenkens ist. Ich gehe davon aus, dass andere
Abteilungen im Laufe des Jahres ähnliche Aktivitäten in ihrem Bereich auch entfalten
werden.
Für meine Abteilung steht im Jahr 2014 die Erstellung der Dauerausstellung in der Villa
Oppenheim an erster Stelle, deshalb wird es zum ersten Weltkrieg keine Sonderschau
«VONAME»
Ausdruck vom: 25.02.2014
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geben. Das hab ich ja im Ausschuss für Weiterbildung und Kultur bereits deutlich
gemacht.
Nichts desto trotz wollen wir uns natürlich an der Form des Erinnerns beteiligen und
deshalb verfolgen wir im Moment mit großem Interesse die Freischaltung einer
Internetseite, die www.europianer1914-1918.eu heißt und die in diesem Monat
freigeschaltet wird und bei der es die Möglichkeit gibt, eigene Bestände einzuarbeiten
und das wollen wir so auch tun.
Vielleicht für Sie zur Information, weil ich denke, dass diese Seite vielleicht nicht allen
bekannt ist, ich habe an der Stelle auch was dazugelernt. Die Seite heißt Europianer
1914 – 1918 „Unbekannte Geschichten und offizielle Dokumente zum ersten Weltkrieg“.
Auf dieser Internetseiten kann man Geschichten, Filme und andere historische
Dokumente zum ersten Weltkrieg entdecken und auch eigenen Familiengeschichten
oder Dokumente einstellen. Damit trägt die Europianer 1914 – 1918 mit verschiedenen
Materialien aus Bibliotheken und Archiven aus aller Welt mit privaten
Erinnerungsstücken von Familien aus ganz Europa zusammen. Ich glaube, gerade
unter dem Gesichtspunkt, den Sie angesprochen haben, sich auch der europäischen
Dimension dieses Gedenkens bewusst zu sein, ist es, glaube ich, eine gute Möglichkeit
für uns, uns dort auch einzubringen, mit dem was wir ohnehin in unserer Beständen
haben und was vielleicht auf diese Art und Weise auch noch mehr Menschen
zugänglich gemacht werden kann.
Zu 2.
Der Zeitraum von 1933 bis 1945 wird in der Dauerausstellung thematisiert sein.
Zu 3.
Zum Gedenken an den Mauerfall vor 25 Jahren kann ich einen Teil noch einmal
ausführen, was ich vorhin schon gesagt habe. Weil wir uns im Wesentlichen an dieser
Stelle mit dem Wandel unseres Bezirks auseinandersetzen, der ja auch ganz viel damit
zu tun, wie diese Stadt nach dem Mauerfall verändert hat, d. h. wir haben zum Einen
die Sonderausstellung „Nachkriegsmoderne in der City-West“, Fotografien von Mila
Hacke, die vom 13.4. bis zum 31.08.2014 in der Villa Oppenheim gezeigt wird. Dabei
wird der stetige Wandel Charlottenburg-Wilmersdorf an Hand einer Vielzahl von
Architekturbeispielen, der Nachkriegsmoderne, die inzwischen schon zum großen Teil
Geschichte sind und aufgrund des eingetretenen Veränderungsprozesses den Fall der
Mauer dokumentiert.
Damit hat sich das Museum ganz gezielt für ein Projekt entschieden, dass einen
nachdrücklichen Gegenwartsbezug darstellt. Also, wir wollen nicht nur in der
Vergangenheit gucken, was ist zu diesem Zeitpunkt passiert, sondern wir wollen das
auch ganz bewusst in das Heute mitnehmen. Welche Auswirkungen hat das auf uns
heute auch noch erlebbar im Stadtbild?
Zum Zweiten wird es ab 26.10.2014 in der Kommunalen Galerie die Ausstellung „Berlin
– Perspektiven einer Stadt“ des Fotografen Karl Ludwig Lange geben. Die im Rahmen
des europäischen Monats der Fotografie 2014 ausgestellt wird und dies ist ein
Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Kultur, bzw. der Fachbereiche Geschichte in
sieben Berliner Bezirken, und zwar Charlottenburg-Wilmersdorf, FriedrichshainKreuzberg, Mitte, Pankow, Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick. Ich
glaube auch, an dieser Zusammenstellung wird deutlich, dass wir da den
gesamtberliner Charakter, der sich ja in dieser Form und in dieser praktischen
Zusammenarbeit erst nach dem Fall der Mauer manifestieren konnte, noch einmal
aufnehmen um ihn gestalterisch auch umzusetzen.
«VONAME»
Ausdruck vom: 25.02.2014
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Vorgesehen dabei ist es, Fotoarbeiten in simultan stattfindenden Ausstellungen an neu
verschiedenen Orten zu zeigen.
Auf diese Weise wird eine Überblendung des Erinnerungsbildes an eine Stadt, die
Demontage und eine teilweise Auflösung erfuhr, mit der Langzeitbeobachtung eines
Fotografen angestrebt. Die Schau an verschiedenen im ganzen Stadtbild verstreut
liegen an Ausstellungsorten, will nicht nur historisch dokumentierend ein städtisches
Abbild liefern, sondern sie möchte durch regional weit aufgespannte Präsentation zur
aktuellen Diskussion über das künftige Stadtbild Berlins beitragen.
Abschließend möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass das Bezirksamt ja auch
die Ausstellung über die Geschichte Europas im zweiten Stock des Rathauses
Charlottenburgs zeigen wird, und zwar auch im Oktober und das diese Ausstellung
sowohl den 100. Jahrestags des Kriegsausbruchs 1914, als auch den 75. Jahrestages
des Überfalls auf Polen, den 65. Jahrestag der Unterzeichnung des Grundgesetzes und
den 25. Jahrestag des Mauerfalls behandelt. Diese Plakatausstellung haben wir, das
hatte ich vorhin schon betont, angekauft, so das wir auch Gelegenheit haben werden,
sie hier im Bezirk an verschiedenen Orten und auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten,
wo man auch Diskussionen entsprechend anregen kann, zu zeigen. Vielen Dank.
«VONAME»
Ausdruck vom: 25.02.2014
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