Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Beschlussempfehlung.pdf
Größe
65 kB
Erstellt
15.10.15, 22:37
Aktualisiert
27.01.18, 21:23
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Antrag
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
TOP-Nr.:
Dr. Vandrey/Wapler/Dr. Poethe
Beschlussempfehlung
DS-Nr: 0880/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
20.03.2014
26.08.2014
03.09.2014
BVV
Weit
Weit
BVV
BVV-030/4
Weit-034/4
Weit-035/4
überwiesen
vertagt
mit Änderungen im Ausschuss 7 J : 3 N : 2 E beschlossen
Künstler im Ersten Weltkrieg (1914-1918)
Der Ausschuss für Weiterbildung und Kultur
empfiehlt der BVV,
die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, anlässlich des Gedenkens an 100 Jahre Erster Weltkrieg
(1914-1918), zu den in der Villa Oppenheim ausgestellten Künstlern (u.a. Hans
Baluschek, Max Liebermann, Heinrich Zille) eine historische Ausstellung im Kabinett
des Museums zu organisieren. Kriegserfahrungen und die Haltung der Künstler zum
Ersten Weltkrieg sollen beleuchtet und in ihr Gesamtschaffen eingeordnet werden.
Ursprungstext:
Das Bezirksamt wird gebeten, die Arbeiten der in der Villa Oppenheim ausgestellten
Künstler Hans Baluschek (Zur Grube, 1914), Heinrich Zille (Museumsbestand) und Max
Liebermann (Bildnis Dr. Ernst Scholz, 1919) entweder mit Hinweisen zu versehen, die
erklären, womit und warum die Künstler die Kriegsziele des Ersten Weltkriegs
künstlerisch unterstützten, oder eine kritische historische Ausstellung im Kabinett des
Museums zum Thema zu organisieren.
Zur Unterstreichung der Bedeutung des Themas sollte auch ein Flyer herausgegeben
werden, der diese Werke aufführt.
Bei Hans Baluschek könnte auf seine Zeichnungen für Paul Cassirers Wochenschrift
„Kriegszeit“, die 1914 erschien, auf seine Mitarbeit für die„Künstlerblätter im Krieg“, auf
die 22 Illustrationen „Der Krieg 1914 - 1916“ für das Rote Kreuz sowie sein freiwilliger
Kriegsdienst als Landwehrmann hinweisen.
«VONAME»
Ausdruck vom: 01.04.2015
Seite: 1/2
Die Frage könnte kritisch beantwortet werden, warum sich Baluschek für den Krieg
begeisterte (Stichworte Technikbegeisterung, angeblich aufgezwungener
Verteidigungskrieg, Hoffnung auf nationale Erneuerung).
Bei Heinrich Zille könnte auf seine Zeichnungen für die wöchentlich erschienenen
„Künstlerblätter im Krieg“ und seine humoristischen Figuren „Vadding und Korl“
hingewiesen werden, die er gemeinsam mit der Redaktion des „Ulk“ erfand. Hier könnte
die Frage behandelt werden, ob die Darstellung der Familienväter die Fronterfahrungen
wie einen unfreiwilligen Sonntagsspaziergang erscheinen lassen, oder ob die Figuren
nicht die Hoffnung verkörpern, Menschlichkeit zu bewahren, auch im Krieg.
Bei Max Liebermann könnte auf seine Zeichnungen für Paul Cassirers Wochenschrift
„Kriegszeit“ hingewiesen werden. Es wäre interessant, zu fragen, warum dieses Kapitel
in Liebermanns Künstlerbiographie in vorhandenen Publikationen ausgeblendet wird.
Der BVV ist bis zum 30.6. 2014 zu berichten.
«VONAME»
Ausdruck vom: 01.04.2015
Seite: 2/2