Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Beantwortung GA.pdf
Größe
79 kB
Erstellt
15.10.15, 22:42
Aktualisiert
27.01.18, 21:35
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Große Anfrage
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
TOP-Nr.:
Dr.Vandrey/Wapler/Wieland/Gusy
Große Anfrage
DS-Nr: 0980/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
03.07.2014
BVV
BVV-034/4
schriftlich beantwortet
Wohnraumzweckentfremdung - Wann wird etwas dagegen getan?
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
die oben genannte Große Anfrage beantworte ich für das Bezirksamt wie folgt:
1. Wie haben sich in Charlottenburg-Wilmersdorf in den letzten 12 Monaten
die Mieten entwickelt?
Hierzu verfügt das Bezirksamt über keine Erkenntnisse und hat sich aus diesem Grund
an die zuständige Abteilung IV der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
gewandt. Diese hat bzgl. der Anfrage Folgendes mitgeteilt: „Da auf Bezirksebene
originär keine aktuellen Informationen zur Mietenentwicklung vorliegen, erfolgte auf
Basis der Ergebnisse der Zusatzerhebung des Mikrozensus zur Wohnsituation der
Haushalte der Jahre 2006 und 2010 eine Fortschreibung auf Grundlage der
Entwicklung des Mietenindex. Danach lag die durchschnittliche Nettokaltmiete in
Charlottenburg-Wilmersdorf im Jahr 2012 bei 5,91 €/m² und im Jahr 2013 bei 6,13 €/m².
Dies entspricht einer Steigerung um 3,7 %.“
2. Welche neuen Erkenntnisse hat das Bezirksamt in den letzten drei Monaten
zum Umfang der Zweckentfremdung gewonnen?
In den letzten drei Monaten wurden diverse Hinweise aus der Bevölkerung, Anträge auf
Zweckentfremdungsgenehmigung, Anzeigen von Ferienwohnungen sowie Anträge auf
ein Negativ-Attest gestellt.
Bis April 2014: 84 Fälle
Bis Mai 2014: 166 Fälle
Bis Juni 2014: 414 Fälle
Bis Juli 2014: 578 Fälle
«VONAME»
(Stand 21.07.2014)
Ausdruck vom: 24.07.2014
Seite: 1
3. Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen, um das Verbot der
Zweckentfremdung durchzusetzen?
21.11.2013 Zweckentfremdungsverbotsgesetz verabschiedet (ohne nähere
Aussagen zu Personal- und Sachkosten und Regelung, welches Amt zuständig
sein wird)
Dez. 2013 Angebot von BzStR Dassel zur Regionalisierung in Mitte
Januar 2014: BzStR Dassel wirbt bei SenStadt und SenFin für Regionalisierung
sowie für die Verstärkung der Personaldecke, Verordnung zur
Zweckentfremdung wird vom RdB in den RdB-Fachausschuss überwiesen
Februar 2014: Entwurf der Ausführungsvorschriften wird von SenStadt erstellt,
Verordnung der Zweckentfremdung wird vom RdB, mit der Begründung des
unzureichenden Personals und der Finanzierung, abgelehnt
4. März 2014 Zweckentfremdungsverbot-Verordnung beschlossen (in Kraft
treten ab 01.05.2014) Weiterhin wird die Anzahl Beschäftigungsverhältnisse für
zu gering angesehen; keine Aufstockung durch SenStadt oder SenFin; Frage
Sachmittel und EDV-Ausstattung nicht geklärt
19.03.2014: Gemeinsame Presseerklärung und Pressekonferenz von 11
Bezirken (bis auf Tempelhof-Schöneberg) zu den Umsetzungsschwierigkeiten
und stockenden Gesprächen mit dem Senat
17.04.2014: SenFin stellt weitere 17 Dienstkräfte aus dem Personalüberhang
zur Verfügung
07.05.2014 Treffen der Mehrheit BzStR’e der Bezirke zur Regionalisierung in
Mitte
15.05.2014 Erst jetzt wird die Ausführungsvorschrift zur Zweckentfremdung im
RdB beraten (Überweisung an zuständigen Fachausschuss)
11.06.2014 – Das Bezirksamt Mitte entscheidet sich gegen eine Zentralisierung
in Mitte
16.06.2014 – Zustimmung des RdB zu den Ausführungsvorschriften mit
Änderungshinweisen zur Durchführung
30.06. 2014 Gespräch der Bezirke zur Einheitlichen Handhabung von
verschiedenen Fragen.
4. Welche Strategie hat das Bezirksamt, um das Verbot der
Zweckentfremdung von Wohnraum umzusetzen?
Derzeitig werden Gespräche mit den umliegenden Bezirken zwecks „Kleiner
Regionalisierung“ geführt. Des Weiteren wurde mit positivem Ergebnis geprüft, dass die
sogenannte „Sprinterprämie“ (für beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren) ebenfalls
für
z.B.
Beschäftigungspositionen
im
Rahmen
der
Durchführung
der
Zweckentfremdungsverbotsverordnung verwendet werden kann. Allerdings sind die
Anforderungsprofile und Stellenbewertung weiterhin unklar, somit ist auch mit einer
Ausschreibung der Stellen nicht vor Herbst 2014 zu rechnen. 2 Personalkräfte aus dem
bezirklichen Personalüberhang haben sich bereits zur Aufgabenwahrnehmung bereit
erklärt. Eine Mitarbeiterin pflegt derzeitig die Anzeigen ins System ein und wird erste
Zwischenbescheide erstellen. Schulungen von der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt zur Umsetzung der Zweckentfremdung stehen noch aus.
«VONAME»
Ausdruck vom: 24.07.2014
Seite: 2
5. Welche weiteren Maßnahmen sieht das Bezirksamt, um den Mietanstieg im
Bezirk zu stoppen?
Das Bezirksamt kann den Mietpreisanstieg im Bezirk nicht stoppen. Jedoch unterstützt
das Bezirksamt ausdrücklich Maßnahmen zur Eindämmung des Anstiegs der
Mietpreise.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar König
«VONAME»
Ausdruck vom: 24.07.2014
Seite: 3