Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Antrag BV Dr. Nelken 8. BVV am 29.08.12.pdf
Größe
71 kB
Erstellt
16.10.15, 19:17
Aktualisiert
27.01.18, 12:08
Stichworte
Inhalt der Datei
1.28
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
VII-0197
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: BV Dr. Michail Nelken, Linksfraktion
Antrag
BV Dr. Michail Nelken, Linksfraktion
Beratungsfolge:
29.08.2012
BVV
BVV/008/VII
Betreff: Ost-West-Verbindung durch den Mauerpark sichern!
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt Pankow wird ersucht, als Träger öffentlicher Belange im B-Planverfahren 1-64
des Bezirks Mitte dafür einzutreten, dass vielfältige Ost-West-Wegeverbindungen zwischen
dem Gleim- und den Brunnenviertel geschaffen werden. Dabei ist insbesondere daraufhin zu
wirken, dass folgende Wege planungsrechtlich festgesetzt werden:
1. Es ist eine direkte öffentliche Wegeverbindung von der Gaudystraße über den Vorplatz
der Max-Schmeling-Halle durch den Mauerpark zur Lortzingstraße zu schaffen, die von
Fußgängern, Rollstuhl- und Fahrradfahrern rund um die Uhr gefahrlos genutzt werden
kann.
2. Es ist eine öffentliche Wegeverbindung für den Fußgänger- und Radverkehr von der
Brunnenstraße, über das „Kaufland“-Grundstück (und das dort bestehende Gehrecht)
sowie über die Flurstücke 350 und 349 und durch den nördlichen Mauerpark bis zur
Schwedter Straße im Bereich der Kopenhagener Straße bzw. des Schwedter Steg zu
entwickeln und planungsrechtlich festzusetzen.
3. Die Unterführung durch den „Gleimtunnel“ ist für den Fußgänger- und Fahrradverkehr in
beiden Richtungen durch eine erhebliche Verbesserung der Beleuchtungs- und
Belüftungssituation attraktiver zu gestalten. Es ist im Planverfahren zu prüfen, wie ein
unmittelbarer Aufgang für Fußgänger von der westlichen Gleimstraße in den Mauerpark
geschaffen werden kann.
4. Im B-Planverfahren ist die Schaffung von öffentlichen Zugangswegen für Fußgänger
zum Mauerpark von der Wolliner Straße in Höhe des Vinetaplatzes und der Demminer
Straße, sowie von der Graun- bzw. Ramlerstraße über das Flurstück 349 auf ihre
Realisierbarkeit zu prüfen.
Siehe 2. Ausfertigung
Berlin, den 21.08.2012
Einreicher: BV Dr. Michail Nelken, Linksfraktion
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VII-0197
Begründung:
Eines der zentralen stadtgestalterischen Anliegen, die sich mit der Planung und Schaffung des
Mauerparks von Beginn an verbinden, ist die Herstellung von vielfältigen Wegeverbindungen
zwischen den angrenzenden Stadtquartieren an einem Ort der ehemaligen Teilung der Stadt.
Eine direkte Wegeverbindung in der Achse Gaudystraße-Lortzingstraße ist von herausragender
verkehrspolitischer Bedeutung. Damit entstünde die kürzeste Wegeverbindung von der MaxSchmeling-Halle zum U-Bahnnetz (U-Bahnhof Voltastraße). Diese muss deshalb auch im
Dunkeln gefahrlos benutzbar sein. Das Gleimviertel würde auf diese Weise alternativ zur
Gleimtunnel-Passage mit dem Brunnenviertel verbunden. Zudem würde damit auch für den
Fahrradverkehr eine alternative Ost-West-Verbindung mit Anschluss an Fahrradrouten in die
Stadtmitte geschaffen.
In der Grünverbindungsplanung des Landes ist seit langem eine Grünverbindung zwischen dem
Mauerpark, dem „Grünen Band“ und dem Humboldthain in Wedding vorgesehen. Bei der
Entwicklung des „Kaufland“-Einkaufszentrums Brunnenstraße 105-109 wurde vom Land Berlin
auf diesem und dem angrenzenden Grundstück östlich der Swinemünder Brücke dafür ein
Wegerecht gesichert. Im Planverfahren 1-64 ist diese grüne Wegeverbindung in Fortführung
dieser Rechte über die angrenzenden Grundstücke der CA Immo zum nördlichen Mauerpark in
einer funktional angemessenen Breite als öffentlicher Weg ausschließlich für den Fußgängerund Radverkehr zu sichern. Mit dieser Wegführung entstünde auch eine attraktive Verbindung
vom Gleimviertel und der Max-Schmeling-Halle zum östlichen Eingang des Bahnhofs
Gesundbrunnen an der Swinemünder Brücke.
Der geltende FNP (Fassung von 2009) weist eine Grünfläche und Grünverbindung vom
Mauerpark zum Humboldthain aus.
Der Gleimtunnel, die gegenwärtig einzige Ost-West-Verbindung in diesem Stadtgebiet, ist durch
unterlassene Instandhaltung (obgleich ein bedeutsames Baudenkmal) in einem erbärmlichen
Zustand. Durch eine massive Betonabdeckung (vor 18 Jahren als Provisorium aufgebracht)
wurden Tageslicht und gute Belüftung aus dem Tunnel verbannt. Durch eine permanente
Durchnässung werden die Widerlager und die Seitwände seit Jahren systematisch geschädigt.
Das macht die Benutzung des Gleimtunnels für Fußgänger besonders unattraktiv. Deshalb
gehört die Sanierung des Bauwerks und die Attraktivierung der Passage ganz wesentlich zur
Verbesserung der Verbindung zwischen den Stadtquartieren, auch wenn zusätzliche
Verbindungen geschaffen werden.
Die Schaffung weitere Zu- und Durchgänge von Weddinger Seite zum fertiggestellten
Mauerpark sind wünschenswert und zu prüfen. Für eine öffentliche Durchwegung der
Wohngrundstücke der DEGEWO im Straßenzug Wolliner-Graun-Ramlerstraße bedarf es
wohnverträglicher Lösungen.