Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Antrag Fraktion Bü90/Grüne, 19 BVV am 11.12.13.pdf
Größe
67 kB
Erstellt
16.10.15, 19:17
Aktualisiert
27.01.18, 11:56
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
VII-0593
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Antrag
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen;
Beratungsfolge:
11.12.2013
BVV
BVV/019/VII
Betreff: An das Zwangsarbeiterlager Lunapark erinnern
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht,
1) den letzten erhaltenen Betonbunker des Zwangsarbeiterlagers im ehemaligen Luna Park
in der Schönholzer Heide durch eine denkmalgerechten Sanierung zu erhalten.
2) zu prüfen, inwiefern der Bunker als Mahnmal für Besucherinnen und Besucher
zugänglich gemacht werden und er in die Gedenkveranstaltungen in der Schönholzer
Heide einbezogen werden kann.
3) zu prüfen, wie gesellschaftliche Akteure einbezogen werden können.
Berlin, den 03.12.2013
Einreicher: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
gez. BV Daniela Billig, BV Cornelius Bechtler
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
x
EINSTIMMIG
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
x
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Kultur und Weiterbildung
Drs. VII-0593
Begründung:
Nahe der Kriegsgräberstätte Pankow in der Schönholzer Heide befindet sich ein letzter
Überrest des Zwangsarbeiterlagers im ehemaligen Luna Park, genannt „Luna-Lager“. Innerhalb
des noch erhaltenen oberirdischen Betonbunkers wurden ab 1940 Zwangsarbeiter vorwiegend
aus Polen, Frankreich, Belgien, Kroatien und Russland in der Waffen- und Munitionsfabrikation
der DWM Deutsche Waffen und Munitionswerke (für Berlin die Borsigwerke und die ArgusMotorenwerke Reinickendorf) eingesetzt. Viele der Insassen wurden durch Unterernährung und
Krankheit sowie durch Bombenangriffe ermordet.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bapankow/amtfuerkulturundbildung/kunnstundkultur/fbmuseum/schoenholz.pdf?start&ts=1257157331&file=schoenholz.pdf
Das Zwangsarbeiterlager war Wirkungsstätte des Pfarrers Joseph Lenzel aus der Gemeinde St.
Maria Magdalena in Niederschönhausen. Er leistete den Zwangsarbeitern Beistand und wurde
deshalb am 7. Januar 1942 verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, in dem er am 3. Juli 1942
ermordet wurde.
Dieses Mahnmal der deutschen Geschichte soll erhalten bleiben und in Zukunft als
Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Wünschenswert wäre die
Zugänglichkeit des Bunkers beispielsweise innerhalb von Führungen und eine Einbeziehung in
die Gedenkveranstaltungen in der Schönholzer Heide. Gesellschaftliche Akteure wie
beispielsweise der Berliner Unterwelten e.V. könnten eine Möglichkeit bieten den Bezirk bei der
Umsetzung zu unterstützen.