Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Beschlussempfehlung KultWeiter 20. BVV am 29.01.14.pdf
Größe
84 kB
Erstellt
16.10.15, 19:17
Aktualisiert
27.01.18, 11:56
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
VII-0593
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beschlussempfehlung
Ausschuss für Kultur und Weiterbildung
Beratungsfolge:
11.12.2013
07.01.2014
29.01.2014
BVV
KultWeit
BVV
BVV/019/VII
KultWeit/024/VII
BVV/ 020/VII
überwiesen
mit Änderungen im Ausschuss beschlossen
Betreff: An das Zwangsarbeiterlager Lunapark erinnern
Der Ausschuss für Kultur und Weiterbildung hat die Drucksache auf seiner Sitzung am
07.01.2014 beraten.
Abstimmungsergebnis Ausschuss für Kultur und
Weiterbildung:
JA 12 / NEIN 0 / ENTHALTUNGEN 0
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht,
1) zu prüfen, inwiefern der Bunker als Mahnmal für Besucherinnen und Besucher
zugänglich gemacht werden und er in die Gedenkveranstaltungen in der
Schönholzer Heide einbezogen werden kann.
2) zu prüfen, wie gesellschaftliche Akteure einbezogen werden können.
Berlin, den 15.01.2014
Einreicher: Ausschuss für Kultur und Weiterbildung
Elisa Pfennig, stellv. Ausschussvorsitzende
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
x
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
x
EINSTIMMIG
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VII-0593
Begründung Ausschuss für Kultur und Weiterbildung:
Da es sich um einen Prüfauftrag handelt, gab es im Ausschuss keinen großen
Widerspruch. Einzig Punkt 1, welcher eine Sanierung des Bunkers im Sinn hatte, wurde
kritisch betrachtet. Man wisse nicht um die Eigentumsverhältnisse des Gebäudes und
welche Form der Sanierung es bedarf. Da aber im Punkt 2 formuliert ist zu prüfen, wie
der Bunker der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, sei also Punkt 1
hinfällig.
Text Ursprungsantrag Bündnis 90/ Die Grünen:
Das Bezirksamt wird ersucht,
1) den letzten erhaltenen Betonbunker des Zwangsarbeiterlagers im ehemaligen
Luna Park in der Schönholzer Heide durch eine denkmalgerechten Sanierung zu
erhalten.
2) zu prüfen, inwiefern der Bunker als Mahnmal für Besucherinnen und Besucher
zugänglich gemacht werden und er in die Gedenkveranstaltungen in der
Schönholzer Heide einbezogen werden kann.
3) zu prüfen, wie gesellschaftliche Akteure einbezogen werden können.
Begründung Ursprungsantrag:
Nahe der Kriegsgräberstätte Pankow in der Schönholzer Heide befindet sich ein letzter
Überrest des Zwangsarbeiterlagers im ehemaligen Luna Park, genannt „Luna-Lager“.
Innerhalb des noch erhaltenen oberirdischen Betonbunkers wurden ab 1940
Zwangsarbeiter vorwiegend aus Polen, Frankreich, Belgien, Kroatien und Russland in
der Waffen- und Munitionsfabrikation der DWM Deutsche Waffen und Munitionswerke
(für Berlin die Borsigwerke und die Argus-Motorenwerke Reinickendorf) eingesetzt.
Viele der Insassen wurden durch Unterernährung und Krankheit sowie durch
Bombenangriffe ermordet.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bapankow/amtfuerkulturundbildung/kunnstundk
ultur/fb-museum/schoenholz.pdf?start&ts=1257157331&file=schoenholz.pdf
Das Zwangsarbeiterlager war Wirkungsstätte des Pfarrers Joseph Lenzel aus der
Gemeinde St. Maria Magdalena in Niederschönhausen. Er leistete den
Zwangsarbeitern Beistand und wurde deshalb am 7. Januar 1942 verhaftet und ins KZ
Dachau gebracht, in dem er am 3. Juli 1942 ermordet wurde.
Dieses Mahnmal der deutschen Geschichte soll erhalten bleiben und in Zukunft als
Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Wünschenswert wäre die
Zugänglichkeit des Bunkers beispielsweise innerhalb von Führungen und eine
Einbeziehung in die Gedenkveranstaltungen in der Schönholzer Heide.
Gesellschaftliche Akteure wie beispielsweise der Berliner Unterwelten e.V. könnten eine
Möglichkeit bieten den Bezirk bei der Umsetzung zu unterstützen.