Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Beschlussempfehlung StadtGrün 22.BVV am 02.04.14.pdf
Größe
88 kB
Erstellt
16.10.15, 19:19
Aktualisiert
27.01.18, 11:52
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Beschlussempfehlung
Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen
VII-0626
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
29.01.2014
12.03.2014
13.03.2014
02.04.2014
BVV
SchulSp
StadtGrü
BVV
BVV/ 020/VII
SchulSp/025/VII
StadtGrü/049/VII
BVV/ 022/VII
überwiesen
ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
Betreff: Rauchwarnmelder retten Leben
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen hat die Drucksache auf seiner Sitzung
am 13.03.2014 beraten.
Abstimmungsergebnis Ausschuss für Stadtentwicklung
und Grünanlagen:
JA 10 / NEIN 1 / ENTHALTUNGEN2
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, seine Möglichkeiten stärker zu nutzen, um die Bürgerinnen und
Bürger über die lebensrettende Funktion von Rauchwarnmeldern zu informieren und damit zu
einer größeren Verbreitung beizutragen.
Hierzu schlägt die BVV folgende Maßnahmen vor:
1. In den Bürgerämtern Informationsmaterialien der Berliner Feuerwehr, des Forum
Brandrauchprävention e.V. sowie weitere geeignete Broschüren auszulegen und damit
die Kampagne für eine flächendeckende Verbreitung von Rauchwarnmeldern in
Wohnungen zu unterstützen.
2. Gemeinsam für den dritten Rauchmeldertag im Jahr 2014 mit der Berliner Feuerwehr
bzw. mit den freiwilligen Feuerwehren im Bezirk Pankow eine öffentlichkeitswirksame
Aktion zu planen und durchzuführen.
3. Wichtige Information über Rauchwarnmelder auf einer Informationsseite mit
weiterführenden Links auf der Pankower Website anzubieten.
4. Eine Abfrage bei den Pankowern Schulen und Kitas durchzuführen, inwieweit die
Angebote der Berliner Feuerwehr zur Brandschutzerziehung genutzt werden bzw. in
welchem Umfang das Thema Brandschutz im Unterricht eine Rolle spielt. Über die
Ergebnisse ist der BVV in einer Vorlage zur Kenntnisnahme zu berichten.
Berlin, den 25.03.2014
Einreicher: Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen
Roland Schröder, Ausschussvorsitzender
Ergebnis:
x
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Begründung siehe Rückseite
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
x
MEHRHEITLICH
JA
einige NEIN
einige ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VII-0626
Begründung Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen:
Der Ausschuss für Stadtentwicklung- und Grünanlagen hat die Drucksache als federführender
Ausschuss am 13. März 2014 beraten. Der mit beratende Ausschuss für Schule und Sport
empfiehlt die Annahme der Drucksache in unveränderter Form.
In der Ausschussdiskussion wurde insbesondere über die entstehende Kosten für die
Installation der Rauchmelder und die Übernahme der Kosten diskutiert. Das Kostenargument
wurde seitens der das Anliegen Befürwortenden entschärft, da explizit nicht alle Räume
sondern insbesondere die Schlaf- und Wohnräume ausgestattet werden sollen. Die Kosten pro
Rauchmelder seien mit ca. 40 € pro Raum anzusetzen. Bei einer Lebensdauer von ca. 10
Jahren und einer Umlage auf die Miete ergäben sich Mieterhöhungen im niedrigen Centbereich
pro Wohnung monatlich. Demgegenüber stehen die deutlich höheren Chancen auf
Lebensrettung im Brandfall oder bei sonstiger Rauchentwicklung.
Zweiter Debattenpunkt war die Notwendigkeit einer Beschlussfassung der BVV, wenn es doch
in absehbarer Zeit ein Landesgesetz geben soll. Bei diesem Punkt befand die deutliche
Mehrheit der Mitglieder, dass es gerade vor dem Hintergrund eines in Erarbeitung befindlichen
Gesetzes sinnvoll sei, dass sich die BVV Pankow zu einem derartigen Gesetz positiv
positioniere. Der entsprechende Änderungsantrag der Piratenpartei auf Streichung des ersten
Satzes wurde dementsprechend mit einer Ja-Stimme, 10 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen
abgelehnt.
Weitere Änderungsvorschläge wurden durch die Ausschussmitglieder nicht eingebracht, so
dass die Drucksache unverändert zur Abstimmung gestellt und mit einer deutlichen Mehrheit
von 10 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und 2 Enthaltungen der BVV Pankow zur Annahme
empfohlen wurde.
Text Ursprungsantrag Bündnis 90/ Die Grünen:
Das Bezirksamt wird ersucht, seine Möglichkeiten stärker zu nutzen, um die Bürgerinnen und
Bürger über die lebensrettende Funktion von Rauchwarnmeldern zu informieren und damit zu
einer größeren Verbreitung beizutragen.
Hierzu schlägt die BVV folgende Maßnahmen vor:
1. In den Bürgerämtern Informationsmaterialien der Berliner Feuerwehr, des Forum
Brandrauchprävention e.V. sowie weitere geeignete Broschüren auszulegen und damit
die Kampagne für eine flächendeckende Verbreitung von Rauchwarnmeldern in
Wohnungen zu unterstützen.
2. Gemeinsam für den dritten Rauchmeldertag im Jahr 2014 mit der Berliner Feuerwehr
bzw. mit den freiwilligen Feuerwehren im Bezirk Pankow eine öffentlichkeitswirksame
Aktion zu planen und durchzuführen.
3. Wichtige Information über Rauchwarnmelder auf einer Informationsseite mit
weiterführenden Links auf der Pankower Website anzubieten.
4. Eine Abfrage bei den Pankowern Schulen und Kitas durchzuführen, inwieweit die
Angebote der Berliner Feuerwehr zur Brandschutzerziehung genutzt werden bzw. in
welchem Umfang das Thema Brandschutz im Unterricht eine Rolle spielt. Über die
Ergebnisse ist der BVV in einer Vorlage zur Kenntnisnahme zu berichten.
Begründung Ursprungsantrag Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen:
Nach Umfragen existieren nur in 38% der Haushalte derzeit Rauchwarnmelder. In den
Bundesländern, in denen keine gesetzlichen Verpflichtungen bestehen, ist die Verbreitung
deutlich geringer.
Mit Rauchwarnmeldern lassen sich Menschenleben retten. Die meisten Brandopfer gibt es in
den eigenen vier Wänden, die meisten davon in der Nacht. Der überwiegende Teil der tödlichen
Brandopfer sterben nach Angaben der Feuerwehren aufgrund einer Rauchvergiftung. Der Inhalt
einer Lunge reicht dabei für eine lebensbedrohende Rauchvergiftung schon aus. Bei Eintreffen
der Feuerwehren ist es ohne Rauchmelder leider oft zu spät.
Viele Bundesländer haben die verpflichtende Installation von Rauchwarnmeldern in ihren
Bauordnungen aufgenommen. Nur in Berlin, Brandenburg und Sachsen ist dies noch nicht
geschehen. Senator Müller hatte im Herbst 2013 angekündigt, durch eine Gesetzesänderung
für alle Berliner Wohnungen und Häuser Rauchwarnmelder vorzuschreiben.
Das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass durch eine Verpflichtung der
Eigentümer_innen bzw. Mieter_innen eine flächendeckende Verbreitung von
Rauchwarnmeldern in schon recht kurzer Zeit erreicht werden kann. Der Bezirk Pankow kann
durch eine öffentliche Information und der Unterstützung der Kampagnen einen Beitrag für den
lebensrettenden Einsatz von Rauchmeldern leisten.
Kinder und Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe für eine Kampagne zur Verbreitung von
Rauchwarnmeldern. Sie sind aber auch wichtige Multiplikatoren in ihren Familien und in ihrem
Umfeld, um Maßnahmen zur Brandschutzprävention zu unterstützen.