Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
2. Ausfertigung B´90/Grüne und Linke, 8. BVV am 29.08.12.pdf
Größe
88 kB
Erstellt
16.10.15, 19:24
Aktualisiert
27.01.18, 12:12
Stichworte
Inhalt der Datei
2. Ausfertigung
1.22
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Antrag
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, Linksfraktion
VII-0195
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
29.08.2012
BVV
BVV/008/VII
Betreff: Lücken im Fahrrad-Routennetz schließen
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht,
1. einen Plan zu erstellen, in dem die wichtigen Lückenschlüsse im FahrradRoutennetz dargestellt sind. Hierbei sind insbesondere direkte Wegeverbindungen
zu berücksichtigen, die Umwege für den Fahrradverkehr verringern und eine
Optimierung des Fahrrad-Routennetzes ermöglichen.
2. Bei allen Baumaßnahmen wird geprüft, ob und wie Lückenschlüsse im FahrradRoutennetz erreicht werden können. Der Ausschuss für Verkehr und öffentliche
Ordnung wird jeweils über die Prüfergebnisse informiert.
3. Der Plan „Lückenschlüsse im Fahrrad-Routennetz“ wird im Ausschuss für Verkehr
und öffentliche Ordnung sowie zuvor im FahrRat vorgestellt und abgestimmt.
4. Die Bürgerinnen und Bürgern erhalten die Möglichkeit, ihre Anregungen und
Vorschläge für eine Optimierung des Fahrrad-Routennetzes zu geben (u.a. durch
ein Angebot auf der Website des Bezirkes Pankow).
5. Der Entwurf des Planes wird der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt, den im Bezirk aktiven Umwelt- und Verkehrsverbänden, den
Bürgervereinen bzw. dem Bezirksamt bekannten Bürgerinitiativen, die sich für eine
Verbesserung des Fahrradverkehrs einsetzen, mit der Bitte um Stellungnahme
zugeleitet.
Berlin, den 29.08.2012
Einreicher: Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, Linksfraktion
Bündnis 90/ Die Grünen: gez. BV Daniela Billig, BV Cornelius Bechtler
Linksfraktion: BV Matthias Zarbock
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
x
EINSTIMMIG
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
x
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Ausschuss für Verkehr und öffentliche Ordnung
2. Ausfertigung
Drs. VII-0195
Begründung:
Problembeschreibung
Durch ein dichtes Fahrrad-Routennetz wird der Fahrradverkehr gezielt gefördert. Dabei
reagiert der Fahrradverkehr sensibel auf Umwege. Insbesondere sichere Übergänge
über Hauptverkehrsstraßen und Schienenwege (z.B. der Straßenbahn), führen zu einer
Optimierung des Routennetzes. Gerade für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, die
die Hauptstraßen meiden, stellen die Lückenschlüsse zwischen den Wohngebieten ein
wichtiges Angebot dar. Sie schaffen ein quartierübergreifendes Netz von Nebenrouten.
Immer wieder wurden Gelegenheiten für wichtige Lückenschlüsse nicht genutzt:
Im Bereich der Prenzlauer Allee fehlen an zahlreichen Stellen
Querungsmöglichkeiten für den Fahrradverkehr. Dabei hätten im Bereich der
Fußgängerüberwege, insbesondere die durch Ampeln geregelt sind, vom
Fußverkehr abgesetzte Querungsmöglichkeiten eingerichtet werden können. Die
Folge ist, dass der Fahrradverkehr die Fußgängerampeln nutzt.
Am Caligariplatz wurde durch die Baumaßnahme in der Prenzlauer Promenade
die Verbindung von der Heinersdorfer Straße zum Fahrradweg in der Prenzlauer
Promenade stadteinwärts durch die Wegnahme der Fußgängerampel gekappt.
Die Folge ist, dass nun Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer stadteinwärts den
Fahrradweg in falscher Fahrtrichtung nutzen.
Bei der Baumaßnahme in der Wisbyer Straße wurde eine Querungsmöglichkeit
für den Fahrradverkehr von der Stahlheimer Straße in die Neumannstraße nicht
vorgesehen. Hiermit wurde die logische Verbindung zwischen zwei großen
Stadtquartieren nicht in beide Fahrrichtungen hergestellt. Durch eine
durchgehende Verbindung im Straßenzug Pappelallee/Stahlheimer
Straße/Neumannstraße könnte eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für den
Fahrradverkehr geschaffen werden.
Die BVG legt derzeit im Bereich der Heinrich-Roller-Straße den Übergang über
die Schienenwege der Straßenbahn neu an. Der Zugang von der Heinrich-RollerStraße zur Greifswalder Straße stellt dabei einen wichtigen Verknüpfungspunkt
für den Fahrradverkehr dar. Die Greifswalder Straße ist durch den
Straßenverkehr und die Straßenbahn für den Fuß- und Fahrradverkehr eine
große Barriere. In Verbindung mit der Winsstraße, die das gesamte Stadtquartier
von der Danziger Straße bis zur Heinrich-Roller-Straße durchzieht, hat der
Zugang für das Nebenroutennetz eine wichtige Bedeutung. Die
Straßenverbindung ist zudem asphaltiert und wird deshalb vom Fahrradverkehr
bevorzugt genutzt. Die BVG hat die Berücksichtigung des Fahrradverkehrs in
ihren Planungen abgelehnt. Eine sichere Querungsmöglichkeit abgesetzt vom
Fußverkehr auch für den Fahrradverkehr wäre dabei eine Chance gewesen,
einen weiteren Lückenschluss im Routennetz zu erreichen.
Lösungsvorschlag
Bei allen Baumaßnahmen soll nun systematisch geprüft werden, wie im Bereich des
Hauptstraßennetzes an den Verknüpfungsstellen das gesamte Fahrrad-Routennetz
optimiert werden kann. Hierzu soll ein Plan erstellt werden, der die wichtigen
Lückenschlüsse aufzeigt. Die aktiven Umwelt- und Fahrradverbände, die Bürgerinnen
und Bürger, die an einer Verbesserung des Fahrradnetzes interessiert sind, sollen
dabei ihre Anregungen einbringen können.
2. Ausfertigung
Der Plan kann gemeinsam mit der Verwaltung in einem Workshop erstellt werden,
wobei Vertreterinnen und Vertreter des Ausschusses, der Senatsverwaltung, von
Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger
eingeladen werden. Dabei soll das Wissen der Nutzerinnen und Nutzer gezielt
berücksichtigt werden.
In der jüngeren Vergangenheit konnten Querungsmöglichkeiten für den Fahrradverkehr
in den Planungen Berücksichtigung finden, so z.B. über die Danziger Straße zwischen
Lychener Straße und Knaackstraße oder über die Eberswalder Straße im Bereich der
Schwedter Straße. Diese gehen u.a. auf Anregungen aus der BVV zurück.