Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Beschlussempfehlung öOrd 10. BVV am 07.11.12.pdf
Größe
95 kB
Erstellt
16.10.15, 19:24
Aktualisiert
27.01.18, 12:12
Stichworte
Inhalt der Datei
1.13
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Beschlussempfehlung
Ausschuss für Verkehr und Öffentliche Ordnung
VII-0195
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
29.08.2012
11.09.2012
25.09.2012
07.11.2012
BVV
VerkOrd
VerkOrd
BVV
BVV/008/VII
VerkOrd/013/VII
VerkOrd/014/VII
BVV/010/VII
überwiesen
vertagt
ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
Betreff: Lücken im Fahrrad-Routennetz schließen
Der Ausschuss für Verkehr und öffentliche Ordnung hat die Drucksache auf seiner
Sitzung am 25.09.12 beraten.
Abstimmungsergebnis Ausschuss für Verkehr und
öffentliche Ordnung:
JA 7 / NEIN 5 / ENTHALTUNGEN 3
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht,
1.
einen Plan zu erstellen, in dem die wichtigen Lückenschlüsse im FahrradRoutennetz dargestellt sind. Hierbei sind insbesondere direkte Wegeverbindungen zu
berücksichtigen, die Umwege für den Fahrradverkehr verringern und eine Optimierung
des Fahrrad-Routennetzes ermöglichen.
2.
Bei allen Baumaßnahmen wird geprüft, ob und wie Lückenschlüsse im FahrradRoutennetz erreicht werden können. Der Ausschuss für Verkehr und öffentliche
Ordnung wird jeweils über die Prüfergebnisse informiert.
3.
Der Plan „Lückenschlüsse im Fahrrad-Routennetz“ wird im Ausschuss für
Verkehr und öffentliche Ordnung sowie zuvor im FahrRat vorgestellt und abgestimmt.
4.
Die Bürgerinnen und Bürgern erhalten die Möglichkeit, ihre Anregungen und
Vorschläge für eine Optimierung des Fahrrad-Routennetzes zu geben (u.a. durch ein
Angebot auf der Website des Bezirkes Pankow).
5. Der Entwurf des Planes wird der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt, den im Bezirk aktiven Umwelt- und Verkehrsverbänden, den
Bürgervereinen bzw. dem Bezirksamt bekannten Bürgerinitiativen, die sich für eine
Verbesserung des Fahrradverkehrs einsetzen, mit der Bitte um Stellungnahme
zugeleitet.
Berlin, den 17.10.2012
Einreicher: Ausschuss für Verkehr und Öffentliche Ordnung
gez. BV Wolfram Kempe
Ausschußvorsitzender
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
x
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
x
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
einige ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VII-0195
Begründung der Beschlußempfehlung des Ausschusses für Verkehr und öffentliche
Ordnung :
In einer lebhaften Ausschußdebatte wurde zunächst von den Einreichern noch einmal auf die
Notwendigkeit hingewiesen, insbesondere Lücken im Nebenroutennetz zu identifizieren um hier
bei zukünftigen Baumaßnahmen ggf. einen Lückenschluß erreichen zu können.
Die Fraktion der SPD legte folgenden Änderungsantrag vor:
Das Bezirksamt wird ersucht, einen umfassenden Plan bis zum 31. März 2013 vorzulegen, in
dem sämtliche Radverkehrsanlagen des Bezirks dargestellt werden. Der Plan soll
1. die unterschiedlichen Arten der Radverkehrsanlagen enthalten,
2. den jeweiligen baulichen Zustand darzustellen und auf dringend erforderliche Investitionen in
den Bestand gesondert hinweisen,
3. die in Bau oder in Planung befindlichen Radverkehrsanlagen darstellen und die
voraussichtlichen Realisierungszeiträume beinhalten,
4. jährlich fortgeschrieben und dem zuständigen Ausschuss der BVV zur Verfügung zugestellt
werden und
5. auf der Internetseite des Bezirksamt abrufbar sein.
Der Antrag fand mit 5 Ja-Stimmen gegen 7 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen keine Mehrheit im
Ausschuß.
Im weiteren Verlauf der Debatte wurde herausgearbeitet, daß sich das Bezirksamt
hauptsächlich auf Lückenschlüsse im Hauptnetz konzentriert, und der Antrag bei aller Kritik vor
allem an seiner ursprünglichen Begründung zielführend ist.
Weitere textliche Änderungen wurden nicht vorgeschlagen.
Der Ausschuß empfiehlt der BVV mit 7 Ja-Stimmen gegen 5 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen
die Zustimmung zur Drucksache.
Text Ursprungsantrag:
Das Bezirksamt wird ersucht,
6.
einen Plan zu erstellen, in dem die wichtigen Lückenschlüsse im Fahrrad-Routennetz
dargestellt sind. Hierbei sind insbesondere direkte Wegeverbindungen zu berücksichtigen,
die Umwege für den Fahrradverkehr verringern und eine Optimierung des FahrradRoutennetzes ermöglichen.
7. Bei allen Baumaßnahmen wird geprüft, ob und wie Lückenschlüsse im Fahrrad-Routennetz
erreicht werden können. Der Ausschuss für Verkehr und öffentliche Ordnung wird jeweils
über die Prüfergebnisse informiert.
8. Der Plan „Lückenschlüsse im Fahrrad-Routennetz“ wird im Ausschuss für Verkehr und
öffentliche Ordnung sowie zuvor im FahrRat vorgestellt und abgestimmt.
9. Die Bürgerinnen und Bürgern erhalten die Möglichkeit, ihre Anregungen und Vorschläge für
eine Optimierung des Fahrrad-Routennetzes zu geben (u.a. durch ein Angebot auf der
Website des Bezirkes Pankow).
10. Der Entwurf des Planes wird der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, den
im Bezirk aktiven Umwelt- und Verkehrsverbänden, den Bürgervereinen bzw. dem
Bezirksamt bekannten Bürgerinitiativen, die sich für eine Verbesserung des
Fahrradverkehrs einsetzen, mit der Bitte um Stellungnahme zugeleitet.
Begründung Ursprungsantrag:
Problembeschreibung
Durch ein dichtes Fahrrad-Routennetz wird der Fahrradverkehr gezielt gefördert. Dabei reagiert
der Fahrradverkehr sensibel auf Umwege. Insbesondere sichere Übergänge über
Hauptverkehrsstraßen und Schienenwege (z.B. der Straßenbahn), führen zu einer Optimierung
des Routennetzes. Gerade für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, die die Hauptstraßen
meiden, stellen die Lückenschlüsse zwischen den Wohngebieten ein wichtiges Angebot dar.
Sie schaffen ein quartierübergreifendes Netz von Nebenrouten. Immer wieder wurden
Gelegenheiten für wichtige Lückenschlüsse nicht genutzt:
Im Bereich der Prenzlauer Allee fehlen an zahlreichen Stellen Querungsmöglichkeiten
für den Fahrradverkehr. Dabei hätten im Bereich der Fußgängerüberwege, insbesondere
die durch Ampeln geregelt sind, vom Fußverkehr abgesetzte Querungsmöglichkeiten
eingerichtet werden können. Die Folge ist, dass der Fahrradverkehr die
Fußgängerampeln nutzt.
Am Caligariplatz wurde durch die Baumaßnahme in der Prenzlauer Promenade die
Verbindung von der Heinersdorfer Straße zum Fahrradweg in der Prenzlauer
Promenade stadteinwärts durch die Wegnahme der Fußgängerampel gekappt. Die
Folge ist, dass nun Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer stadteinwärts den Fahrradweg
in falscher Fahrtrichtung nutzen.
Bei der Baumaßnahme in der Wisbyer Straße wurde eine Querungsmöglichkeit für den
Fahrradverkehr von der Stahlheimer Straße in die Neumannstraße nicht vorgesehen.
Hiermit wurde die logische Verbindung zwischen zwei großen Stadtquartieren nicht in
beide Fahrrichtungen hergestellt. Durch eine durchgehende Verbindung im Straßenzug
Pappelallee/Stahlheimer Straße/Neumannstraße könnte eine wichtige Nord-SüdVerbindung für den Fahrradverkehr geschaffen werden.
Die BVG legt derzeit im Bereich der Heinrich-Roller-Straße den Übergang über die
Schienenwege der Straßenbahn neu an. Der Zugang von der Heinrich-Roller-Straße zur
Greifswalder Straße stellt dabei einen wichtigen Verknüpfungspunkt für den
Fahrradverkehr dar. Die Greifswalder Straße ist durch den Straßenverkehr und die
Straßenbahn für den Fuß- und Fahrradverkehr eine große Barriere. In Verbindung mit
der Winsstraße, die das gesamte Stadtquartier von der Danziger Straße bis zur
Heinrich-Roller-Straße durchzieht, hat der Zugang für das Nebenroutennetz eine
wichtige Bedeutung. Die Straßenverbindung ist zudem asphaltiert und wird deshalb vom
Fahrradverkehr bevorzugt genutzt. Die BVG hat die Berücksichtigung des
Fahrradverkehrs in ihren Planungen abgelehnt. Eine sichere Querungsmöglichkeit
abgesetzt vom Fußverkehr auch für den Fahrradverkehr wäre dabei eine Chance
gewesen, einen weiteren Lückenschluss im Routennetz zu erreichen.
Lösungsvorschlag
Bei allen Baumaßnahmen soll nun systematisch geprüft werden, wie im Bereich des
Hauptstraßennetzes an den Verknüpfungsstellen das gesamte Fahrrad-Routennetz optimiert
werden kann. Hierzu soll ein Plan erstellt werden, der die wichtigen Lückenschlüsse aufzeigt.
Die aktiven Umwelt- und Fahrradverbände, die Bürgerinnen und Bürger, die an einer
Verbesserung des Fahrradnetzes interessiert sind, sollen dabei ihre Anregungen einbringen
können.
Der Plan kann gemeinsam mit der Verwaltung in einem Workshop erstellt werden, wobei
Vertreterinnen und Vertreter des Ausschusses, der Senatsverwaltung, von Umwelt- und
Verkehrsverbänden sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden. Dabei soll
das Wissen der Nutzerinnen und Nutzer gezielt berücksichtigt werden.
In der jüngeren Vergangenheit konnten Querungsmöglichkeiten für den Fahrradverkehr in den
Planungen Berücksichtigung finden, so z.B. über die Danziger Straße zwischen Lychener
Straße und Knaackstraße oder über die Eberswalder Straße im Bereich der Schwedter Straße.
Diese gehen u.a. auf Anregungen aus der BVV zurück.