Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Änderungsantrag Bündins 90/ Die Grünen.pdf
Größe
77 kB
Erstellt
16.10.15, 19:28
Aktualisiert
27.01.18, 11:55
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
VI-1393
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion der SPD
Änderungsantrag
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
07.09.2011
26.10.2011
BVV
BVV
BVV/44/VI
BVV/VI/
vertagt
Betreff: Choriner Straße - Umgestaltung im Bezirk Mitte als Vorbild nehmen
Die BVV möge beschließen:
Der Antragstext wird wie folgt geändert:
Das Bezirksamt wird ersucht, bis zum 15.01.2012 der BVV folgenden Bericht vorzulegen:
Eine Auswertung der bereits beauftragten vergleichenden Untersuchung der
Fahrgeschwindigkeit von Kfz in beiden unterschiedlich gestalteten Abschnitten der
Fahrradstraße im Ortsteil Prenzlauer Berg und in Mitte sowie die Schlussfolgerungen
daraus.
Eine fachliche Bewertung der unterschiedlichen Parkordnungen und die Auswirkung auf
Geschwindigkeit und Verkehrssicherheit für die Fahrradfahrer.
Der Bericht soll ein Konzept enthalten, wie ggf. durch eine Änderung der Parkordnung
das Geschwindigkeitsniveau des Kfz-Verkehrs an das Geschwindigkeitsniveau des
Fahrradverkehrs angepasst werden kann. Dabei ist zu untersuchen, wie durch eine
Änderung der Parkordnung (Schrägparken) zusätzliche Konflikte bzw. Unfallgefahren für
Fahrradfahrer entstehen könnten bzw. das Geschwindigkeitsniveau weiter gesenkt
werden kann.
Hinsichtlich der Verengung der Fahrbahn sollen die Erfahrungen aus dem Bezirk Mitte,
insbesondere im Bereich der Fahrradstraße in der Linienstraße, ausgewertet werden.
Hierbei ist zu prüfen, inwiefern die Beschilderung ggf. verbessert und die zusätzlichen
Piktogramme in der Fahrradstraße angebracht werden können.
Das Konzept soll als Entscheidungsgrundlage für die nächste BVV auf der Basis einer
Beteiligung der betroffenen Bürger dienen.
Berlin, den 06.09.2011
Einreicher: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
BV Stefanie Remlinger, BV Peter Brenn, BV Cornelius Bechtler
Siehe 2. Ausfertigung
Begründung siehe Rückseite
Ergebnis:
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
MEHRHEITLICH
JA
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für
und in den Ausschuss für
Drs. VI-1393
Begründung:
Der Umbau der Choriner Straße als Fahrradstraße wurde auf mehreren Sitzungen im
Verkehsausschuss erörtert. Die Planung erhielt am 05.10.2011 die Zustimmung des
Ausschusses. Sie beinhaltete die Errichtung von zwei Gehwegvorstreckungen, die
derzeit bestehende Parkordnung sowie die Beschilderung bzw. das Anbringen von
Fahrradpiktogrammen auf der Fahrbahn.
Die Parkordnungen in den Bezirken Pankow und Mitte gründen auf einer
unterschiedlichen Einschätzungen der Gefährdungen durch rangierende Kfz.
Zweifelsfrei bringt das Schrägparken im Vergleich zum Parallelparken
Sicherheitsprobleme für den Fahrradverkehr mit sich. Die Gefahren insbesondere durch
den ruhenden Verkehr sind dabei in der Regel im Nebenstraßennetz größer als durch
den fließenden Verkehr. Grundsätzlich lässt sich zu den Unfallgefahren folgendes
festhalten: Bereits Tempo-30-Zonen sind in Berlin sehr sicher. Schwerere Unfälle
absolute Ausnahmen.
Die unterschiedliche Gestaltung in Mitte und Pankow ist nicht sinnvoll. Hier wäre eine
Abstimmung zwischen den Bezirken wünschenswert gewesen. Sie bietet aber nun die
Chance, den Einfluss der Parkordnung auf die Fahrbahnbreite, Behinderungen bzw.
Gefahren durch rangierende Kfz und den Einfluss der geringeren Fahrbahnbreite auf
das Geschwindigkeitsniveau miteinander zu vergleichen. Dies sollte ausgewertet und
der neuen BVV in einem Bericht zur Kenntnis gegeben werden. Es kann - wenn die
Vorteile überwiegen - Grundlage für eine Entscheidung sein, die Parkordnung zu
ändern und die Fahrradstraße in ihrer Gestaltung dem Modell in Mitte anzupassen.
Es ist ratsam, die Erfahrungen des Bezirks Mitte mit der Fahrradstraße in der
Linienstaße in die Bewertung der unterschiedlichen Varianten einzubeziehen. Die
geringe Fahrbahnbreite in der Linienstraße, die durch die parkenden Kfz übrig bleiben,
führen zwar zu einer Temporeduzierung des Kfz-Verkehrs. Hierdurch wird der
Fahrradverkehr allerdings nicht unerheblich behindert. In der Linienstraße entstehen
hierdurch Konflikte mit dem Kfz-Verkehr, was in einer Fahrradstraße grundsätzlich
vermieden werden sollte. Immer wieder werden Fahrradfahrer durch öffnende Autotüren
gefährdet. Im Teilabschnitt der Choriner Straße/Gormannstraße im Bezirk Mitte sollten
dabei zusätzlich die Probleme untersucht werden, die durch das Querparken entstehen
können. Die Sicht aus dem Kfz auf die Fahrbahn ist grundsätzlich schlechter als bei
einer Parkordnung mit Parallelparken.
Bisher hat sich die BVV dafür ausgesprochen, den Kfz-Verkehr in der Fahrradstraße
zuzulassen. Dies steht dem verkehrspolitischen Ziel, mit der Fahrradstraße den
Fahrradverkehr zu fördern, auch nicht entgegen. Eine Kontrolle, ob die nutzenden Kfz
auch tatsächlich „ein Anliegen“ haben, ist leider nicht wirkungsvoll umsetzbar.