Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Änderungsantrag Bündnis 90/Die Grünen.pdf
Größe
63 kB
Erstellt
16.10.15, 20:06
Aktualisiert
27.01.18, 21:24
Stichworte
Inhalt der Datei
Änderungsantrag
TOP 1.26, Drs. VI-1311
Betreff: Entwicklung des Rangier- und Güterbahnhofs Pankow
Die BVV möge beschließen,
Der Antragstext wird wie folgt ersetzt:
Die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow erkennt die große Bedeutung des ehemaligen
Rangierbahnhofs für die Entwicklung des gesamten Bezirks und spricht sich deshalb bei der
Entwicklung der Fläche für ein offenen Planungsprozess und eine umfassende und modellhafte
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus.
Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, die Entwicklung der Fläche des
ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow gemeinsam mit dem Investor, der Krieger Grundstücks
GmbH & Co. KG, voranzutreiben. Der Bezirk hält dabei an dem im Oktober 2009 zusammen mit
der Aurelis Asset GmbH begonnenen dialogorientierten Verfahren fest. Das Bezirksamt setzt die
begonnenen Akteursrunden fort, um auf Grundlage von Entwicklungszielen möglichst im
Einvernehmen zwischen den unterschiedlichen Akteuren eine Rahmenplanung zu entwickeln.
Das Bezirksamt wird ersucht, den Beteiligungs- und Planungsprozess unter Berücksichtigung
folgender Kriterien weiterzuentwickeln:
A: Allgemein verständliche Informationsmaterialien für die Öffentlichkeit
1. Die Darstellung und Erläuterung der derzeitigen planungsrechtlichen Situation.
2. Die Planungen und Entwürfe des Bauvorhabens der Krieger Grundstücks GmbH & Co. KG.
3. Die Zusammenstellung der Ergebnisse aus Gutachten und Stellungnahmen, die für die
zukünftige Entwicklung des Rangierbahnhofs bzw. für die Fortschreibung des bezirklichen
Zentrenkonzepts zu diesem Sachverhalt in Auftrag gegeben worden sind.
4. Flächenbedarfe aus bezirklicher Sicht, z.B. für die Entwicklung der Infrastruktur, für die
verkehrliche Erschließung, für die Bereitstellung von Flächen zum Wohnen, für
Dienstleistung und Gewerbe, für die Erhaltung der stadtklimatischen Funktion der Fläche.
5. Die Darstellung von bestehenden Defiziten im Umfeld der Planungsfläche und Vorschläge
für Maßnahmen.
B: Öffentliche Anhörung von Expertinnen und Experten zu folgenden Themen
1. Die Auswirkungen auf das Pankower Zentrum durch die Ansiedlung von großflächigem
Einzelhandel bzw. von Fachmärkten auf der Fläche des eh. Rangierbahnhofs alternativ im
Bereich der Berliner Straße bzw. der Prenzlauer Promenade.
2. Eine Prognose des zusätzlichen Wohnflächenbedarfs in den angrenzenden
Bezirksregionen.
3. Der derzeitige zusätzliche Bedarf an wohnortnahen Gewerbeflächen für nicht-störendes
Gewerbe im Bezirk, z.B. durch anstehende Betriebserweiterungen oder Verlagerungen.
4. Weitere Flächenbedarfe und notwendige Entwicklungspotentiale für die gewerbliche
Wirtschaft in den Ortsteilen Pankow, Pankow-Süd, Heinersdorf in Bezug auf die Fläche des
Rangierbahnhofs Pankow.
5. Zusätzlicher Flächenbedarf für Fachmärkte.
6. Maßnahmen zur Lärmreduzierung im Bereich der bestehenden Straßen- und
Schieneninfrastruktur.
7. Auswirkungen durch die Entwicklung der Fläche auf die Verkehrsinfrastruktur insbesondere
in den benachbarten Wohngebieten.
8. Neue stadt- und klimaverträgliche Mobilitätskonzepte für die verkehrliche Erschließung.
9. Die Erschließung durch eine neue Straßenbahnverbindung und die Untersuchung mehrerer
Varianten.
10. Anschlussmöglichkeiten an die Schiene für das Gewerbe und die modellhafte Einrichtung
eines Abroll-Container-Transport-System (ACTS) für den kombinierten Güterverkehr.
11. Stadtklimatische Auswirkungen durch eine Bebauung des eh. Rangierbahnhofs und
notwendige Freihaltungsflächen für den Luftaustausch bzw. für die Kaltluftentstehung.
C: Durchführung einer Gebietskonferenz
1. Die Gebietskonferenz richtet sich an alle Anwohnerinnen und Anwohner und an die
interessierten Bürgerinnen und Bürger des Bezirks Pankow. Sie dient der umfassenden
Information der Öffentlichkeit und der Ermittlung weiterer möglicher Flächenbedarfe bzw.
Flächenansprüche an das Gelände des eh. Rangierbahnhofs.
2. Das Bezirksamt stellt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gebietskonferenz den
zeitlichen Ablauf des gesamten Planungsprozesses dar. Im Planungsprozess werden
einzelne „Meilensteine“, d.h. Zeitpunkte, benannt, an denen Entscheidungen durch die
BVV, das Bezirksamt, die Senatsverwaltungen oder die Gemeinsame Landesplanung zu
treffen sind. Hierdurch sollen die Entscheidungsabläufe transparent und nachvollziehbar
gemacht werden.
3. Das Bezirksamt macht von Beginn an transparent, wie mit Anregungen und Vorschlägen
von Bürgerinnen und Bürger methodisch umgegangen wird. Hierbei sind u.a. finanzielle
Restriktionen, Planungserfordernisse sowie Ziel- und Interessenskonflikte zu
berücksichtigen.
4. Das Bezirksamt bemüht sich um die Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft,
Technologie und Frauen, um eine möglichst frühzeitige Einbeziehung der
Senatsverwaltungen sicherzustellen.
5. Die Ergebnisse der Gebietskonferenz werden dokumentiert und u.a. im Internet für alle
zugänglich gemacht.
6. Die BVV entscheidet im Anschluss an die Gebietskonferenz über die Planungsziele für das
Gelände des eh. Rangierbahnhofs. Sie sind Grundlage für die Rahmenplanung und das
sich anschließende Bauleitverfahren.
D: Einrichtung eines Lenkungsgremiums
1. Das Bezirksamt strebt mit den beteiligten Senatsverwaltungen und der Gemeinsamen
Landesplanung Berlin-Brandenburg die Einrichtung eines informellen Lenkungsgremiums
an. Hierzu sollen Vertreterinnen und Vertreter der BVV, Expertinnen und Experten sowie
Bürgerinnen und Bürgern hinzugezogen werden. Es dient der zeitnahen Abstimmung der
unterschiedlichen Planungen und hat eine größtmögliche Transparenz des
Planungsprozesses zum Ziel.
2. Das Bezirksamt setzt dabei die Prüfung – entsprechend der Beschlusslage der BVV, Drs.
VI-0152, Entwicklung des ehemaligen Rangier- und Güterbahnhofs Pankow – fort. Das
Bezirksamt prüft, unter welchen Voraussetzungen eine Ansiedlung von förderfähigen
Betrieben im Sinne der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur auf einer Teilfläche möglich ist und ersucht dabei die Unterstützung der
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologien und Frauen.
Berlin, den 11. Mai 2011
Einreicher: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
gez. BV Stefanie Remlinger, BV Peter Brenn, BV Cornelius Bechtler
Ergebnis:
x
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
EINSTIMMIG
x
MEHRHEITLICH
JA
7
NEIN
ENTHALTUNGEN
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
zusätzlich in den Ausschuss für