Daten
Kommune
Berlin Reinickendorf
Dateiname
5. Version vom 16.06.2010.pdf
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17.10.15, 15:21
Aktualisiert
27.01.18, 13:28
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Inhalt der Datei
Drucksachen der
Bezirksverordnetenversammlung
Reinickendorf von Berlin
XVIII. Wahlperiode
Vorlage zur Kenntnisnahme
Drucksache-Nr:
Aktueller Initiator:
Bezirksamt
Abt. Wirtschaft und Bauen
Datum:
1029/XVIII
16.06.2010
Ursprungsdrucksachenart:
Ersuchen
Ursprungsinitiator:
FDP-Fraktion
Andreas Vetter
Reinickendorfer Wirtschaftskonzept vorlegen
Beratungsfolge:
Datum
13.01.2010
03.03.2010
14.04.2010
30.06.2010
Gremium
BVV Reinickendorf
Wirtschafts-A.
BVV Reinickendorf
BVV Reinickendorf
BVV/037/2010
WiA/019/2010
BVV/040/2010
BVV/043/2010
überwiesen
ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
Sachverhalt:
(Text siehe Anlage)
Ergebnis
beantwortet von ___________________________
Kenntnis genommen
beschlossen/Zustimmung/Annahme
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
für erledigt erklärt
vertagt
zurückgezogen
überwiesen in den _____________________________ (federführend)
mitberatend in den _____________________________
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
Abteilung Wirtschaft und Bauen
An die
Bezirksverordnetenversammlung
von Berlin-Reinickendorf
15.06. 2010
Drucksache Nr. 1029
XVIII. WP
Vorlage zur Kenntnisnahme für die
Bezirksverordnetenversammlung
Reinickendorfer Wirtschaftskonzept vorlegen
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In der Erledigung des Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung vom 14.04.2010 Drucksache Nr. 1029/XVIII - :
„Das Bezirksamt wird ersucht, ein Reinickendorfer Wirtschaftskonzept zur Ansiedlung von
Industrie und Handel zu erarbeiten. Zielsetzung soll die Steigerung der Erwerbstätigenzahl im
Bezirk sein. Das Wirtschaftskonzept soll der Bezirksverordnetenversammlung bis zum 31. Mai
2010 vorgelegt werden.“
wird gemäß § 13 BezVG berichtet:
Das aus der Anlage ersichtliche Wirtschaftskonzept wird der Bezirksverordnetenversammlung
zur Kenntnis gegeben.
Wir bitten, die Drucksache Nr. 1029/XVIII damit als erledigt zu betrachten.
Frank Balzer
Bezirksbürgermeister
Martin Lambert
Bezirksstadtrat
Wirtschaftskonzept für den Bezirk Reinickendorf
1. Ausgangslage Berlin
Aus einer Studie im Auftrag der Hans Böckler Stiftung (Neue Wachstumschancen für Berlin,
Berlin 2009) wird deutlich, dass „Berlin ein größeres Wirtschaftswachstum benötigt“. Allein die
im Vergleich zu anderen Metropolen gesamtwirtschaftliche Beschäftigungslücke liegt für Berlin
bei rund 370.000 Arbeitsplätzen, davon rund 90.000 Industriearbeitsplätze.
Insofern muss Ziel jeder (wirtschafts-) politischen Anstrengung die Ansiedlung neuer
Unternehmen, die Expansion bestehender Betriebe, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie –
als Minimalziel – die Stabilisierung der ansässigen Betriebe und Arbeitsplätze sein. Nur mit
einer Steigerung der Industriearbeitsplätze und dem damit verbundenen Anstieg der
Erwerbstätigenzahlen kann die Wirtschaftskraft Gesamtberlins wie auch der Bezirke gesteigert
werden. Aus rein betriebswirtschaftlichen Erwägungen können Berlin und die Bezirke in der
Regel nicht mit den Umlandregionen und dem damit verbundenem Fördergefälle konkurrieren.
Insofern gilt es, die vorhandenen Standortvorteile auszuspielen.
2. Ausgangslage des Bezirks Reinickendorf
Der Bezirk verfügt über eine insgesamt hohe Attraktivität, was sich durch zahlreiche
Alleinstellungsmerkmale zeigt:
• eine hervorragende Verkehrsanbindung,
• eine strategisch gute Lage zum norddeutschen Wirtschaftsraum,
• Wachstumschancen bei produktionsorientierten Dienstleistungen,
• eine breitgefächerte und weiter entwicklungsfähige industrielle Basis,
• hochwertige und exklusive Wohngebiete einerseits, andererseits aber auch kostengünstige
Wohnlagen,
• eine hervorragend aufgestellte bezirkliche Bildungs- und Kulturlandschaft,
• weite Erholungsgebiete mit großzügigen Grünanlagen, Wald- und Wasserflächen sowie
• eine harmonische Ergänzung von Erwerbstätigkeit und Freizeitmöglichkeiten.
Wirtschaftlich ist der Bezirk durch eine breite Mischung aus großen Unternehmen wie auch aus
mittelständischen Betrieben sehr gut aufgestellt. Über 22.000 Gewerbetreibende sind hier
registriert, gleichzeitig gibt es auch eine große industrielle Tradition: Der Bezirk Reinickendorf ist
klassischer Industriestandort. Diese industrielle Basis ist wichtig, weil bekanntermaßen an
jedem industriellen Arbeitsplatz drei weitere Arbeitsplätze im Bereich der Zulieferer oder
Dienstleister hängen.
Die Tourismuswirtschaft spielt immer mehr auch für den Bezirk Reinickendorf eine wichtige
Rolle. Reinickendorf als Tourismusregion: Der Bezirk hat dafür die besten Voraussetzungen,
viel Grün, viel Wasser, viele Sehenswürdigkeiten, eine solide touristische Infrastruktur mit
Restaurants, Kneipen, Hotels, Pensionen. Reinickendorf ist für Flusskreuzfahrer der
Eingangshafen nach Berlin.
Nicht nur in Gesamtberlin ist die Gesundheitswirtschaft der zur Zeit dynamischste
Wachstumsmarkt. In Reinickendorf sind rund 1.900 registrierte Unternehmen der
Gesundheitswirtschaft angesiedelt, bereits jeder zweite Beschäftigte ist in der
Gesundheitswirtschaft tätig. Der Bezirk verfügt neben zahlreichen Pflegeeinrichtungen, einer
guten medizinischen Infrastruktur auch über wichtige Leuchtturm-Einrichtungen wie überörtliche
Krankenhäuser oder die stationäre Rehaklinik „Medical Park“. Gerade die letztgenannte
Einrichtung spielt bereits eine wichtige Rolle im Bereich des Gesundheitstourismus. Damit setzt
Reinickendorf wichtige Impulse für die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg.
3. Wirtschaftsförderung in der Abteilung Wirtschaft und Bauen
Reinickendorf ist im Bereich von Wirtschaft und Bauen sehr gut aufgestellt. Der Bezirk ist für
seine dienstleistungsorientierte Verwaltung mit den entsprechend kurzen Wegen bekannt.
Durch die neu gebildete Abteilung Wirtschaft und Bauen können weitere Synergien geschaffen
werden, indem Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Regionalplanung, Vermessung,
Bauaufsicht, Landschaftsplanung, Denkmalschutz, Grünflächenamt, Straßenbau und
Wohnungsaufsicht unter einer Leitung zusammengeführt sind. Dies garantiert schnelle
Entscheidungen für die Unternehmerin und den Unternehmer ebenso wie für die Bürgerin und
den Bürger.
Wegweisend und teilweise noch immer einmalig für Berlin waren und sind die Einrichtungen der
Zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle (ZAK) sowie des Bauberatungszentrums (BBZ).
Der ZAK kommt die Aufgabe einer Lotsenfunktion zu, sie bietet Ansiedlungsinteressierten ein
umfassendes Serviceangebot, zu dem neben Fördermittel- und Existenzgründungsberatungen
auch die Hilfe bei der Suche nach geeigneten Gewerbegrundstücken sowie das Angebot einer
Immobiliendatei und einer Unternehmensdatei gehören. Die bezirkliche ZAK initiiert und
organisiert darüber hinaus Veranstaltungen zu wirtschaftsrelevanten Themen und informiert
Unternehmerinnen und Unternehmen mit Hilfe eines Abteilungs-Newsletters. Hinzukommend
werde+n aktuelle Wirtschaftsdaten zum Bezirk bereit gestellt. Zudem beteiligt sich der Bezirk
auch an Messen mit Wirtschaftsbezug und bietet Informationsveranstaltungen in eigener Regie
oder in Kooperation an. Die Verzahnung mit wichtigen Netzwerkpartnern wie der
Investitionsbank Berlin (IBB), Berliner Partner (BP) der IHK und der HWK vervollständigt das
Angebot der bezirklichen Wirtschaftsförderung.
Im BBZ wird besonderer Wert auf die Bündelung der bauordnungsrechtlichen und der
bauplanungsrechtlichen Belange gelegt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bauaufsicht
und der Stadtplanung sitzen und arbeiten daher in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen
räumlich zusammen. Die Arbeitsbereiche orientieren sich an den zehn Ortsteilen des Bezirkes
Reinickendorf. In Arbeitsgruppen werden die anstehenden Arbeiten und Beratungen in enger
Abstimmung zwischen den betroffenen Themenbereichen untereinander durchgeführt.
In Ermangelung eigener finanzieller Fördermöglichkeiten ist dieses Instrument für die
bezirkliche Wirtschaftsförderung nicht gegeben. Deshalb stellen „weiche“ Standortfaktoren, mit
denen eine unternehmensorientierte Wirtschaftsförderung positive Zeichen setzen kann, für die
bezirkliche Wirtschaftsförderung die bedeutendsten Instrumente dar. Hier ist der Grüne Bezirk
im Norden von Berlin bereits sehr gut aufgestellt, was nicht zuletzt die zweimalige Wahl
Reinickendorfs durch die IHK Berlin zum wirtschaftsfreundlichsten Bezirk Berlins unterstreicht.
Reinickendorf nutzt den seit 2010 in Kooperation der Berliner Bezirke, der Senatsverwaltung für
Wirtschaft, Technologie und Frauen sowie der Berlin Partner GmbH aufgebauten
Unternehmensservice. Eine Mitarbeiterin der Berlin Partner GmbH unterstützt dabei die
bezirkliche Wirtschaftsförderung und stellt die direkte Verbindung zu Berlin Partner sicher.
Der in der Abteilung Wirtschaft und Bauen angesiedelte Fachbereich EU-Mittel und
Beschäftigungspolitik bietet umfassende Beratung und Information freier Träger und
Unternehmen zu Fördermöglichkeiten der Europäischen Union sowie für die Umsetzung
bezirklicher Projekte. Die Öffentlichkeitsarbeit zur Vorbereitung und Förderung des
Europäischen Gedankens sowie die Verbesserung der Europafähigkeit der Verwaltung gehören
ebenfalls in den Aufgabenbereich der EU-Beauftragten.
Darüber hinaus verfolgt Reinickendorf im seit 2002 bestehenden Bezirklichen Bündnis für
Wirtschaft und Arbeit das Ziel, alle auf lokaler Ebene tätigen Akteure aus den Bereichen Politik,
Verwaltung, privater Wirtschaft und dem gemeinnützigen Sektor zusammenzuführen, um neue
Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen und somit einen Beitrag zur Senkung der
Arbeitslosigkeit zu leisten. Zentrale Anliegen sind dabei u.a. die Schaffung neuer
Beschäftigungs- und Ausbildungsangebote, die Stärkung der lokalen Wirtschaftsstruktur sowie
eine bessere Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Reinickendorf ist ein
wichtiges Instrument der bezirklichen Wirtschaftsförderung. Frühere EU-Projekte haben dabei
eine gute Ausgangslage geschaffen. Bestandssicherung und Weiterführung des Erreichten
(z.B. TouristInfo, Infostelen) werden in Kooperation des Tourismusvereins Reinickendorf e.V.
mit dem Bezirk geleistet. Die Erarbeitung neuer Informationen, die Teilnahme an
tourismusrelevanten Messen und Veranstaltungen, die Gestaltung des Internetauftritts sowie
die Zusammenarbeit mit der Berlin Tourismus Marketing Agentur (BTM) gehören zum
Aufgabenfeld der bezirklichen Wirtwschaftsförderung.
4. Handlungsleitlinien der bezirklichen Wirtschaftsförderung
Oberste Priorität der Abteilung Wirtschaft und Bauen im Kontakt mit den Bürgern sowie den
Unternehmerinnen und Unternehmern ist die fundierte Beratung: Zeitnah! Professionell!
Engagiert! Vor Ort! Auf der Homepage ist das Leitmotiv der Abteilung Wirtschaft und Bauen zu
lesen: „Actions speak louder than words“ - oder frei übersetzt nach Erich Kästner: „Es gibt
nichts Gutes, außer: Man tut es.“
Das umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebot der Abteilung Wirtschaft und Bauen
gilt für potenzielle Neu-Unternehmen in Reinickendorf, aber ebenso für bereits existierende
Unternehmen, die sich verändern, expandieren, die neue Arbeitskräfte einstellen oder mehr
Auszubildende übernehmen wollen. Das Angebot gilt für große Arbeitgeber wie auch für kleine
Familienbetriebe.
Grundsätzlich konzentriert sich das Reinickendorfer Wirtschaftskonzept auf die
Wirtschaftsfelder Industriearbeitsplätze (u.a. Ansiedlung von Industrie und Handel, Steigerung
der Erwerbstätigenzahl), Gesundheitswirtschaft und Tourismus. Hier gilt es, vorhandene
Stärken auszubauen und bestehende Potenziale zu heben. Die Instrumente dabei sind
regelmäßige Besuche bei Unternehmen vor Ort sowie in den Geschäftsstraßen, die Beratung
und Unterstützung der Betriebe, eine Verwaltung der kurzen und schnellen Wege sowie
Veranstaltungen und die Beteiligung an Veranstaltungen.
5. Aktuelle Herausforderungen der bezirklichen Wirtschaftsförderung
Die wichtigste Herausforderung für den Standort Reinickendorf dürfte die Schließung des
Flughafens Tegel Ende Oktober 2011 sein. Die aktive Teilnahme an der konkreten
Nachnutzungsplanung gehört deshalb zu den wichtigen Aufgaben der gesamten Abteilung
Wirtschaft und Bauen des Bezirks Reinickendorf. Das durch die Abteilung Wirtschaft und Bauen
erarbeitete „Positionspapier zur Nachnutzung des Flughafens Tegel“ des Bezirks Reinickendorf
vom 8. Dezember 2009 bildet dafür die Grundlage.
Immer wichtiger für Unternehmen wird die Nachfrage nach Auszubildenden. Bereits heute
können zahlreiche Ausbildungsbetriebe ihre Plätze nicht besetzen. Im Regionalen
Ausbildungsverbund Reinickendorf wird diese Problematik im Arbeitsplan für 2010 aufgegriffen.
Die für September 2010 geplante Ausbildungsmesse, die durch die Abteilung Wirtschaft und
Bauen koordiniert wird, stellt ein wichtiges Informationselement dar, um Jugendlichen einen
konkreten Überblick über Ausbildungsberufe zu zeigen. Andererseits werden im September
2010 Unternehmen mit einem Ausbildungsbuddy geehrt, die sich 2009/2010 in besonderer
Weise durch die Qualität der Ausbildung, die Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze und
die Förderung Jugendlicher mit Migrationshintergrund hervorgetan haben.
Da der weibliche Anteil bei Existenzgründungen noch immer unterrepräsentiert ist, bildet die
Beratung
dieser
Zielgruppe
einen
besonderen
Schwerpunkt
der
bezirklichen
Wirtschaftsförderung. Um Frauen bei Existenzgründungen verstärkt zu unterstützen, bietet die
ZAK innerhalb der Erstberatung ein breites Spektrum an frauenspezifischen Förderungen
diverser Organisationen an.
Darüber hinaus fördert die ZAK Genderaspekte in Reinickendorfer Unternehmen, indem in
Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten des Bezirksamtes im Jahr 2009 erstmalig der
Wettbewerb für das „Familienfreundlichste Unternehmen in Reinickendorf“ ausgelobt wurde.
Ausgezeichnet werden bei diesem Wettbewerb Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter bei ihrem familiären Engagement unterstützen.
Dem steigenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund wird auch in der bezirklichen
Wirtschaftsförderung Rechnung getragen. So begleitet die Abteilung Wirtschaft und Bauen
Vitanas im Märkischen Viertel, die seit Mai 2009 in Zusammenarbeit mit der Interkulturellen
Öffnung in der Altenhilfe (IKÖ) Kompetenzzentrum für kultursensible Pflege ist. Darüber hinaus
wird bei den Unternehmensbesuchen ein Schwerpunkt auf Betriebe gelegt, die von Menschen
mit Migrationshintergrund geführt werden. Gespräche mit entsprechenden Institutionen runden
das Angebot der bezirklichen Wirtschaftsförderung ab.
Der demographische Wandel spielt auch im Bezirk Reinickendorf eine immer wichtigere Rolle:
Inzwischen sind fast ein Drittel der Bewohner älter als 60 Jahre. Bis 2030 wird jeder zweite
Reinickendorfer das 60. Lebensjahr vollendet haben, in einigen Ortsteilen bereits zehn Jahre
früher. Entsprechende Angebote für Seniorinnen und Senioren, beispielsweise durch die
Stärkung der Gesundheitswirtschaft, die Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften
für altersgerechtes Wohnen, die aktive Begleitung von Bauvorhaben (z.B. für das
Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie (KPG) in Hermsdorf) sind Instrumente der bezirklichen
Wirtschaftsförderung wie des Bauberatungszentrums. Mit dem entsprechenden Angebot
können damit Senioren, die sich nicht mehr selbst versorgen können, weiter im Bezirk, in ihrem
Kiez leben. Darüber hinaus gehört die Gestaltung des Bezirks als attraktiver Wohn- und
Lebensstandort für junge Menschen und für Familien zur Aufgabenstellung des gesamten
Bezirksamtes, um der demografischen Entwicklung entgegen zu wirken.
Als weitere große Herausforderung sieht sich die Abteilung Wirtschaft und Bauen der
zunehmenden Flut von Anträgen für Spielhallen, Casinos und Wettbüros ausgesetzt. Hierbei
nutzen die betroffenen Fachbereiche alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer
restriktiven Politik. Erklärtes Ziel der Abteilung ist es, diese in ihrer Flut sozial bedenklichen und
Sucht fördernden Angebote zu unterbinden.
Die sozialen Probleme Berlins treten auch in Reinickendorf in einigen Vierteln konzentriert auf.
Neben vielen (auch abteilungsübergreifenden) Maßnahmen versucht der Bezirk Reinickendorf
in Kooperation mit dem Berliner Senat mit zwei Projekten einem weiteren sozialen Abstieg
entgegen zu wirken. So hat der Stadtumbau im Märkischen Viertel das Ziel, durch energetische
Sanierung und integrierte Stadtentwicklung die Wohn- und Lebensqualität im Viertel zu erhöhen
und das Märkische Viertel auf die Anforderungen des demografischen Wandels vorzubereiten.
Das Quartiersmanagement (QM) am Letteplatz soll dazu beitragen, die Lebensverhältnisse
zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, Gewerbetreibenden und im Gebiet
arbeitenden Einrichtungen zu verbessern. Beide Projekte zielen auf eine gute Zusammenarbeit
zwischen den dort lebenden Bevölkerungsgruppen. Eine höhere Identifikation der Menschen
mit ihrem Viertel verhindert dabei Vandalismus, Gewaltausschreitungen und Zerstörung. Auch
in den genannten Projekten arbeiten alle Fachbereiche der Abteilung Wirtschaft und Bauen
integriert zusammen.