Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
VzK 13, Schlussbericht Bezirksamt, 30. BVV am 27.01.2010.pdf
Größe
31 kB
Erstellt
17.10.15, 22:01
Aktualisiert
28.01.18, 00:50
Stichworte
Inhalt der Datei
2.19
Drucksache
der
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Vorlage zur Kenntnisnahme § 13 BezVG /SB
VI-0827
Ursprungsdrucksachenart: Antrag,
Ursprungsinitiator: Fraktion der SPD
des Bezirksamtes
Beratungsfolge:
15.07.2009
08.10.2009
11.11.2009
27.01.2010
17.02.2010
BVV
StadtWi
BVV
BVV
BVV
BVV/26/VI
StadtW/55/VI
BVV/28/VI
BVV/30/VI
BVV/Forts30/VI
überwiesen
mit Änderungen im Ausschuss beschlossen
ohne Änderungen in der BVV beschlossen
vertagt
Betreff: Blockweise Bebauungspläne
Es wird gebeten, zur Kenntnis zu nehmen:
Siehe Anlage
Berlin, den 18.01.2010
Einreicher: Bezirksamt
Ergebnis:
ZUR KENNTNIS GENOMMEN OHNE AUSSPRACHE
x
ZUR KENNTNIS GENOMMEN MIT AUSSPRACHE
zurückgezogen
Drs. VI-0827
Bezirksamt Pankow von Berlin
An die
Bezirksverordnetenversammlung
1.2010
Drucksache-Nr.:
in Erledigung der
Drucksache Nr.: VI-0827
Vorlage zur Kenntnisnahme
für die Bezirksverordnetenversammlung gemäß § 13 BezVG
Schlussbericht
Blockweise Bebauungspläne
Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:
In Erledigung des in der 28. Sitzung am 11.11.2009 angenommenen Ersuchens der
Bezirksverordnetenversammlung – Drucksache Nr. VI-0827 –
1. „Entgegen der Beschlussfassung vom 12.11.2008 teilt die BVV inzwischen die Auffassung des Bezirksamtes, dass die Aufstellung blockweiser Bebauungspläne der Vorrang
vor der Aufstellung großmaßstäblicher Bebaungspläne zu geben ist und ersucht daher
das Bezirksamt, zügig blockweise Bebauungspläne für die noch laufenden Sanierungsgebiete aufzustellen sowie die Aufstellung für das ausgelaufene Sanierungsgebiet Kollwitzplatz zu prüfen.
2. Die BVV hält an dem Ersuchen fest, flächendeckend Bebauungspläne in den
Sanierungsgebieten und dem ausgelaufenen Sanierungsgebiet Kollwitzplatz aufzustellen, wie dies im Bezirk Mitte für die ausgelaufenen Sanierungsgebiete im Altbezirk Mitte
erfolgt. Neben dem Maß der Nutzung verbunden mit einer Sicherung schutzwürdiger
Flächen vor Nachverdichtung hält die BVV flächendeckende Festsetzungen der Art der
Nutzung für notwendig, um damit folgende Ziele zu verfolgen:
a. Nutzungsmischung erhalten
b. Ausschluss der Umnutzung von Wohnungen in Gewerbe
c. Sicherung von schutzwürdigen Gemengelagen von Wohn- und Gewerbenutzung
3. Priorität sind die in der Anlage zum 2. Zwischenbericht des Bezirksamts zur Drucksache
VI-0495 genannten Baublöcke zu beplanen. Es ist jeweils auch die Notwendigkeit von
Veränderungssperren zu prüfen.
4. Dieser Beschluss ergänzt und präzisiert die Drucksache VI-0495 und hebt sie nicht auf.“
wird gemäß § 13 Bezirksverwaltungsgesetz berichtet:
Das Amt für Planen und Genehmigen (bzw. neu: Stadtentwicklungsamt) prüft das Erfordernis, in
den vier noch bestehenden Sanierungsgebieten und im Gebiet Kollwitzplatz im Ortsteil
Prenzlauer Berg flächendeckend je Baublock qualifizierte Bebauungspläne aufzustellen.
Neben dem Regelungsbedarf zum Maß der Nutzung bzw. dem Schutz geeigneter Flächen vor
Nachverdichtung muss nunmehr die Prüfung auch das Erfordernis für Festlegungen zur Art der
Nutzung im Sinne des Ersuchens der Bezirksverordnetenversammlung vom 11.11.2009 –
Drucksache Nr. VI-0827 – beinhalten.
Die bisherige Prioritätensetzung (2. Zwischenbericht zur Drs. -Nr. VI-0495/08) basierte allein auf
dem dort formulierten vorrangigen Ziel, eine angemessene Nachverdichtung zu steuern und
hatte vor allem die Baustrukturen im Fokus. Der „Maßstab“ für das Planerfordernis und die
Prioritätensetzung entsprach dementsprechend dieser Problemstellung.
Für eine Festlegung von Prioritäten zur Sicherung der nunmehr erweiterten Zielstellung, auch
bestimmte Nutzungen bzw. Nutzungsmischung zu sichern, ist jedoch eine Analyse der
bestehenden Nutzungsstrukturen und bestehender Konflikte noch erforderlich. Es ist ein
anderer „Maßstab“ für das Planerfordernis und die Prioritätensetzung anzulegen, der zu
anderen Ergebnissen führen dürfte. Zunächst ist auch hierfür die Erfassung der bestehenden
Situation erforderlich, um eine Bewertung vornehmen zu können.
Die Aufstellung weiterer Bebauungspläne im Sinne der BVV-Ersuchen wird sich daher zeitlich
strecken.
Die mit den BVV-Ersuchen gewünschte kurzfristige flächendeckende Überplanung der noch
bestehenden Sanierungsgebiete und des ehem. Sanierungsgebietes im Ortsteil Prenzlauer
Berg mit Bebauungsplänen ist aus Kapazitätsgründen, sowohl finanziell als auch personell nicht
leistbar.
Die als beispielgebend herangezogenen Planungen im Bezirk Mitte für das Sanierungsgebiet
Spandauer Vorstadt sind bereits 1998, vor der Bezirksgebietsreform, neben weiteren 9
Verfahren für qualifizierte B-Pläne als einfache B-Pläne I-B5a bis v aufgestellt worden, mit dem
Ziel, die Wohnnutzung zu sichern. Von den 22 Teilplänen wurden bisher nur 2 Bebauungspläne
festgesetzt.
Für das Sanierungsgebiet Rosenthaler Vorstadt wurde nach entsprechender Bestandsanalyse
im Dezember 2008 beschlossen - neben 7 bereits aufgestellten und z.T. festgesetzten
qualifizierten Bebauungsplänen - weitere 9 Bebauungspläne aufzustellen. Diese sollen im
Wesentlichen als einfache Bebauungspläne gem. § 30 Abs. 3 BauGB nur die Nutzungsarten
(Allgemeines Wohngebiet/ Mischgebiet) sichern und sollen nur punktuell für einzelne
Grundstücke durch Festsetzungen zu den überbaubaren Grundstücksflächen qualifiziert
werden.
Das Sanierungsgebiet Spandauer Vorstadt hatte eine Fläche von ca. 67 ha, das
Sanierungsgebiet Rosenthaler Vorstadt umfasste eine Fläche von ca. 37 ha.
Diese Planungen sind also hinsichtlich der Planungsziele und der zu überplanenden Flächen
nicht wirklich vergleichbar, mit dem Auftrag, der durch die BVV-Ersuchen, die sich nicht auf den
Ortsteil Prenzlauer Berg beschränken, formuliert wurde.
Allein für die 4 bestehenden Sanierungsgebiete und das Gebiet Kollwitzplatz im Ortsteil
Prenzlauer Berg würde der mit qualifizierten B-Plänen zu überplanende Bereich eine Fläche
von mindestens 256 Hektar betreffen.
Hierbei wäre noch erklärungsbedürftig, warum sich das Planerfordernis nur auf die Grenzen der
förmlich festgelegten Sanierungsgebiete reduzieren soll und die formulierten Ziele nicht auch in
angrenzenden Baublöcken zu verfolgen sind. Die zu betrachtende Fläche in den o.g. 5
Gründerzeitgebieten des Ortsteils Prenzlauer Berg würde danach ca. 284 ha umfassen.
Bei blockweiser Geltungsbereichsabgrenzung ergäben sich hieraus ca. 93
Bebauungsplanverfahren, die zu den bereits laufenden Bebauungsplanverfahren und den in
anderen Ortsteilen erforderlichen Bebauungsplanverfahren hinzukämen. Dies ist, auch unter
Aufbietung aller vorhandenen Kräfte, nicht in wenigen Jahren möglich.
Es erscheint auch nicht sinnvoll, die gesamte Planungskapazität des Bezirkes Pankow auf den
Ortsteil Prenzlauer Berg zu konzentrieren. Die gewünschte Überplanung kann nur schrittweise
und bei entsprechender Präzisierung der Planungsziele in Angriff genommen werden. Sonst
wäre insbesondere bei einem Erfordernis, von den Sicherungsinstrumenten (Zurückstellung von
Baugesuchen / Veränderungssperre) Gebrauch zu machen, die Handlungsfähigkeit in der
Breite nicht mehr gegeben. Dies sind keine rein technisch-organisatorischen Gründe, sondern
aus rechtlichen Gründen notwendige Überlegungen, weil für die Anwendung von
Veränderungssperren jeweils die Planungsziele hinreichend konkretisiert sein müssen. Vom
Zeitpunkt einer Zurückstellung an müssten die B-Pläne nach spätestens 3 Jahren Rechtskraft
erlangt haben, wenn damit die weitere Entwicklung der Gebiete gesteuert werden soll. (Zur
Verdeutlichung des Konfliktpotenzials auch hier der Vergleich: In den o. g. 2
Sanierungsgebieten im Bezirk Mitte sind ca. 993 Grundstücke betroffen; in den
Sanierungsgebieten im Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg allein ca. 1767 Grundstücke.)
Ein zeitlich gestaffeltes Vorgehen und eine Prioritätensetzung nach Planerfordernis und
Konkretisierung der Planungsziele sind daher unumgänglich.
Im Gebiet Teutoburger Platz wurde für den Baublock Kastanienalle – Schönhauser Allee –
Oderberger Straße, soweit ein Planerfordernis zur Steuerung der Bebauung auf einer
bestehenden Potentialfläche bestand, bereits ein Aufstellungsbeschluss für den B-Plan 3-24
gefasst. Die Konkretisierung der Planinhalte wird auf der Basis des favorisierten Entwurfs aus
dem Gutachten zum Grundstück Kastanienallee 97-99, Schönhauser Allee 148 im Rahmen des
Aufstellungsverfahrens erfolgen.
Um den Ersuchen der BVV (Drs. Nr. VI-0495/08 und -0827/09), soweit möglich, zu entsprechen,
soll folgender Weg beschritten werden:
1. Um die unter a, b, c genannten Ziele bezüglich der Nutzungsarten zu qualifizieren, sollen
zunächst die Nutzungsstrukturen in den 5 Gebieten blockweise analysiert werden. Um eine
Prioritätensetzung zu ermöglichen, soll eine Konfliktanalyse das Planerfordernis verifizieren.
Hierzu sollen in einem ersten Schritt die Erfahrungen und die Gebietskenntnisse des
Sanierungsträgers S.T.E.R.N. einfließen.
2. Für eine Konkretisierung der Planungsziele ist vor allem ein abgestimmtes Leitbild als
Orientierung für die Entwicklung der Gebiete nach Aufhebung der Sanierung erforderlich,
welches derzeit durch die Rahmenpläne zum Teil noch gegeben, aber teilweise schon durch
die Realentwicklung überholt ist.
Es besteht die Absicht, eine förmliche Bereichsentwicklungsplanung (BEP) für den Ortsteil
Prenzlauer Berg zu erarbeiten. Neben der Art der Grundstücksnutzungen sollen auf dieser
Ebene auch Dichtemodelle und Freiflächenkonzepte diskutiert und abgewogen werden.
Darüber hinaus soll in diesem Rahmen eine Verknüpfung mit den Fachplanungen der
anderen Fachämter erfolgen.
Auf diese Weise sollen die auf dieser Ebene notwendige förmliche Beteiligung von Behörden
und Öffentlichkeit und auch die notwendige Abwägung in den Gremien des Bezirkes
erfolgen.
3. Parallel dazu wird das Bezirksamt bereits kurzfristig Bebauungsplanverfahren einleiten,
sobald und soweit das Erfordernis zur Aufstellung eines Bebauungsplans für eine geordnete
städtebauliche Entwicklung offenbar und die Planungsziele hinreichend geklärt sind.
Derzeit befinden sich folgende Bebauungsplanverfahren in Vorbereitung:
- Im Gebiet Bötzowstraße:
eine Teilfläche des Baublocks Danziger Straße – Bötzowstraße – Dietrich-BonhoefferStraße – Greifswalder Straße zur Freihaltung von Bebauung und Sicherung einer
öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Öffentlicher Spielplatz“ auf den
Grundstücken Dietrich-Bonhoeffer-Str. 22-27 und den hinter den Grundstücken Danziger
Straße 132, 134, 136 liegenden Grundstücksteilen.
- Im Gebiet Teutoburger Platz:
der Baublock Eberswalder Straße – Kastanienallee – Oderberger Straße mit Ausnahme
des bereits im Geltungsbereich des B-Plans 3-25 (Hirschhof) enthaltenen Plangebiets.
Ziel und Zweck der Planung ist es, weitere bisher unbebaute Flächen im Blockinnenbereich von Bebauung freizuhalten. Hinsichtlich der Nutzungsarten ist der Baublock
sehr heterogen.
- Im Gebiet Kollwitzplatz:
die östliche Teilfläche des Baublocks Belforter Straße – Straßburger Straße – Metzer
Straße – Kollwitzstraße mit dem Ziel, Allgemeines Wohngebiet zu sichern, das Maß der
Nutzung und die maximal zulässigen Gebäudehöhen festzusetzen um eine mögliche
Nachverdichtung angemessen zu steuern.
Alles Weitere wird den jeweiligen Vorlagen zur Kenntnisnahme über die zu fassenden
Aufstellungsbeschlüsse des Bezirksamtes zu entnehmen sein.
Es wird gebeten, die Drucksache Nr. VI-0827 damit als beantwortet zu betrachten.
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Die Kosten der Planverfahren können derzeitig noch nicht beziffert werden.
Es besteht die Absicht, die städtebaulichen Planungsleistungen für die Erarbeitung der
Bereichsentwicklungsplanung und einzelner Bebauungsplanverfahren zur Sicherung der
Sanierungsziele aus dem Kapitel 4610, Titel 893 31 zu finanzieren.
Leistungen, die aus diesem Titel nicht finanziert werden können, müssen aus Kapitel 4610, Titel
540 10 finanziert werden, soweit Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Auf eine angemessene
Finanzausstattung ist bei der künftigen Haushaltsplanung zu achten.
Gleichstellungs- und gleichbehandlungsrelevante Auswirkungen
keine
Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung
keine
Kinder- und Familienverträglichkeit
entfällt
Matthias Köhne
Bezirksbürgermeister
Dr. Michail Nelken
Bezirksstadtrat für Kultur, Wirtschaft
und Stadtentwicklung