Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
Antrag.pdf
Größe
65 kB
Erstellt
18.10.15, 08:25
Aktualisiert
27.01.18, 21:56
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
3. Wahlperiode
Ursprung: Antrag
SPD-Fraktion
TOP-Nr.:
Verrycken/Dr. Timper
Antrag
DS-Nr: 1804/3
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
BVV
Benennung der Musikbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf nach
Elisabeth Kuyper
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, die Musikbibliothek in der Bundesallee nach Elisabeth
Kuyper zu benennen, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Komponistin, Dirigentin,
Dozentin und Gründerin mehrerer Frauenorchester einen Namen machte.
Der BVV ist bis zum 30.11.20010 zu berichten.
Begründung:
Elisabeth Johanna Lamina Kuyper wurde am 13.9.1877 in Amsterdam geboren, erhielt
dort erste Studien in Klavier und Komposition, Klavierexamen mit Auszeichnung. 1896
ging sie nach Berlin, Studium bei Heinrich Barth (an der Königlichen akademischen
Hochschule für Musik), 1901 nahm Max Bruch sie in seine Meisterklasse für
Komposition als erste Studentin (an der Akademie der Künste) auf. 1905 erhielt sie das
Mendelssohn-Staatsstipendium für Komposition der Akademie der Künste und das
Staatsstipendium für Komposition der niederländischen Regierung. 1908 erhielt sie die
deutsche Staatsbürgerschaft. 1908-1920 unterrichtete sie als erste Frau Komposition
und Theorie an der Hochschule für Musik in Berlin. Sie hatte Erfolg mit ihren
Kompositionen, die u.a. von den Berliner Philharmonikern gespielt und z.T. verlegt
wurden.
Elisabeth Kuyper übernahm 1909 den Chor des Berliner Lyceum-Clubs und gründete
den Künstlerinnen-Chor, der aus professionellen Sängerinnen bestand. Ein Orchester
zu leiten war ihr als Frau verwehrt, so gründete (und leitete) sie selbst mehrere
Frauenorchester (1910 das Berliner Tonkünstlerinnen-Orchester, 1922 ein
Frauenorchester in Den Haag, 1923 das "London Women's Symphony Orchestra",
«VONAME»
Ausdruck vom: 19.07.2013
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1924 das "American Women's Symphony Orchestra" in New York), um Werke von
Komponistinnen aufführen und Musikerinnen einen gesicherten Arbeitsplatz schaffen zu können. Mit diesen
Projekten schaffte Elisabeth Kuyper zwar die Anerkennung der Frau als
Orchestermusikerin und -leiterin, aber die Projekte scheiterten nach einiger Zeit an
mangelnder finanzieller Unterstützung, obwohl die Orchester erfolgreich waren.
Elisabeth Kuyper lebte ab 1925 abwechselnd in Berlin und in der Schweiz, ab 1939 in
Viganello/Schweiz, wo sie am 26.2.1953 starb.
«VONAME»
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