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1433_XIX Anlage Queerkonzept.pdf

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Daten

Kommune
Berlin Tempelhof-Schöneberg
Dateiname
1433_XIX Anlage Queerkonzept.pdf
Größe
114 kB
Erstellt
14.04.16, 12:19
Aktualisiert
27.01.18, 11:07

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Inhalt der Datei

Konzept gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität April 2016 Tempelhof-Schöneberg gilt als der Regenbogenbezirk in Berlin. Hier lebt eine der größten LSBTI* Communities in Europa. Der Bezirk begreift diese sexuelle Vielfalt als Bereicherung für das gesellschaftliche Miteinander und setzt sich in besonderem Maße für die Belange von Menschen unterschiedlicher sexueller Identitäten und Lebensweisen ein. Das Werben für Respekt und der Kampf gegen Homophobie sind dabei fester Bestandteil einer umfassenden Antidiskriminierungsarbeit im Bezirk. Ausgangslage In breiten Teilen der Bevölkerung werden Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender respektiert und akzeptiert. LSBTI*-Personen leben heute so frei wie nie zuvor in der Geschichte Deutschlands. Dennoch erleben Lesben, Schwule, Bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen in ihrer Freizeit, in der Schule oder im Arbeitsleben immer wieder Diskriminierungen oder werden gar Opfer von vorurteilsmotivierter Gewalt. Auch im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist antihomosexuelle Gewalt nach wie vor eine massive Bedrohung.1 Der Bezirk stellt sich dieser Herausforderung. Durch zahlreiche zielgerichtete Aktivitäten wurde der Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität in den vergangenen Jahren vorangetrieben und in einem konzeptionellen Verbund umgesetzt. Die in diesem Konzept dargestellten Überlegungen bilden den Rahmen für die weitere Arbeit des Bezirksamtes in diesem Themenfeld. Leitidee 1 Zahlen zu den homophoben, schwulenfeindlichen Gewaltstraftaten in Berlin (MANEO Report 2014) 2 Das Bezirksamt versteht Homophobie als gesamtgesellschaftliches Problem. Das Bezirksamt muss sich daher aktiv mit dem Thema Homophobie auseinandersetzen und gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Gruppen ein Klima des Respekts und für die Wertschätzung von Vielfalt schaffen. Konzeptionelle Ausrichtung der bezirklichen Arbeit im Themenfeld sexuelle Vielfalt Mit der Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt” (ISV) besteht seit 2010 ein berlinweiter Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie. Das Bezirksamt unterstützt die Initiative des Landes Berlin aktiv und setzt dabei eigene Schwerpunkte.2 Das Thema sexuelle Vielfalt wird vom Bezirksamt als Querschnittsaufgabe betrachtet. Die Abteilungen des Bezirksamtes führen im Rahmen ihrer dezentralen Fach- und Ressourcenverantwortung eigene Aktivitäten zum Thema sexuelle Vielfalt durch. Um die besondere Bedeutung des Themas für den Bezirk zu unterstreichen, übernimmt die Bezirksbürgermeisterin eine aktive und koordinierende Funktion. Koordinierende Funktion des Büros der Bezirksbürgermeisterin Im Büro der Bezirksbürgermeisterin gibt es einen festen Ansprechpartner für das Thema sexuelle Vielfalt. Durch die aktive Rolle der Bezirksbürgermeisterin sollen Kompetenzen gebündelt sowie die interne und externe Vernetzung gefördert werden. Das Büro der Bezirksbürgermeisterin wirkt nach außen als zentraler Ansprechpartner für die Vertreterinnen und Vertreter der LSBTI*-Community und setzt sich für die Belange der LSBTI*-Personen ein. Bei Bedarf werden akzeptanzfördernde Projekte, wie z.B. die „Lichter der Vielfalt“ am Nollendorfplatz unterstützt. Intern versteht sich das Büro der Bezirksbürgermeisterin als Impulsgeber. Eigene Aktivitäten der Fachabteilungen können bei Bedarf im Rahmen der im Büro der Bezirksbürgermeisterin zur Verfügung stehenden Ressourcen unterstützt werden. Die Bezirksbürgermeisterin wirbt in der Gesellschaft aktiv für die Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Identitäten und unterschiedlicher Lebensweisen. Dazu werden vom Büro der Bezirksbürgermeisterin gemeinsame Aktivitäten zum Thema 2 Vgl. dazu Queerpolitischer Bericht für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg (2014) 3 sexuelle Vielfalt (wie z.B. Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen) mit den Partnerinnen und Partnern aus der LSBTI*-Community abgestimmt. Bewährte Formate wie die Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Homophobie oder die Aktivitäten rund um das Lesbisch-Schwule Stadtfest werden fortgeführt und anlassbezogen durch weitere zielgerichtete Aktivitäten ergänzt. Mit den gemeinsamen Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Homophobie wie der Aktion „Tausend Hände für den Regenbogen“ mit dem LSVD Berlin-Brandenburg oder dem Regenbogenkuchenanschnitt mit MANEO sollen breitere Bevölkerungsschichten für die Anliegen von LSBTI*-Personen sensibilisiert werden. Die Aktivitäten zum Lesbisch-Schwule Stadtfest wie z.B. das Hissen der Regenbogenflagge mit dem Regenbogenfonds e.V. sind ein fester Bestandteil im bezirklichen Veranstaltungsprogramm. Durch die Übernahme von Schirmherrschaften und Patenschaften, wie z.B. für das Berliner Toleranzbündnis3, setzt die Bezirksbürgermeisterin öffentlich sichtbare Zeichen gegen Homophobie und für gesellschaftliche Vielfalt. Zur Evaluation der umfangreichen Anstrengungen im Themenfeld sexuelle Vielfalt erfolgt einmal in der Legislaturperiode ein Monitoring der bezirklichen Aktivitäten durch das Büro der Bezirksbürgermeisterin. Das Monitoring baut auf dem erstmals in 2014 veröffentlichten Queerpolitischen Bericht auf. Handlungsfeld Bildung und Aufklärung stärken Ein wichtiger Baustein zur Prävention gruppenfeindlicher Einstellungen sind spezifische Bildungs- und Aufklärungsangebote zum Thema sexuelle Vielfalt. Insbesondere die vorurteilsfreie Erziehung und Bildung junger Menschen ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern aus der LSBTI*-Community sucht das Bezirksamt nach Formaten, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stärker in den Bildungsalltag als selbstverständliche Inhalte zu integrieren und damit die Akzeptanz Die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf haben 2014 die Patenschaft für das Berliner Toleranzbündnis übernommen. 3 4 der Vielfalt sexueller Identität zu fördern. Bildungs- und Aufklärungsformate wie die durch die Bezirksbürgermeisterin unterstütze Veranstaltungsreihe zum „Karl Heinrich Ulrichs Jahr“ in 2014 sollen auch künftig dazu beitragen, dass Diskriminierungen, Mobbing und Gewalt auf Grund der sexuellen Orientierung wahrgenommen, abgebaut und präventiv verhindert werden. Das Thema sexuelle Vielfalt wird auch von den bezirklichen Bildungseinrichtungen als wichtige Herausforderung angenommen. Mit Formaten wie dem Projekt „ALLINCLUDED – Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ werden neue zielgruppengerechte Zugänge zum Themenfeld erprobt.4 Begonnene Kooperationen zur Information und Sensibilisierung im Jugendbereich wie z.B. mit den Trägern QUEER-FORMAT, Gleich und Gleich e.V., GLADT e.V., LSVD Berlin-Brandenburg oder LesMigras werden weitergeführt. Handlungsfeld Wandel der Verwaltung vorantreiben Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bekennt sich zu einer Verwaltungskultur, die von Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Das Bezirksamt ist bestrebt den „Wandel in der Verwaltung“ auch künftig aktiv voranzutreiben. Die bereits angestoßenen Veränderungsprozesse sollen weitergeführt und verstetigt werden. Insbesondere die aus dem von Mai 2013 bis April 2015 durchgeführten Projekt “Vielfalt in der Verwaltung” gewonnenen Ergebnisse sollen dabei berücksichtigt werden. 5 Der Schwerpunkt der bezirklichen Aktivitäten in diesem Handlungsfeld wird daher auch künftig in der Erweiterung der Diversity-Kompetenz der Verwaltungsmitarbeitenden liegen. Projekt „ALL-INCLUDED – Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ der Abteilung Bildung, Kultur und Sport 4 Ziel des von Mai 2013 – April 2015 durchgeführten Projekts “Vielfalt in der Verwaltung” war es, die bezirkliche Verwaltung für Vielfalt zu sensibilisieren und Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt zu stärken. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung und dem Verein Eine Welt der Vielfalt Berlin durchgeführt. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds, der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und im ersten Jahr auch aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern finanziert. 5 5 Zur Deckung des erforderlichen Schulungsbedarfs in diesem Bereich soll im Jahr mindestens ein Fortbildungsangebot mit dem Schwerpunkt Diversity/sexuelle Identität für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes vorgehalten bzw. die Teilnahme an geeigneten Veranstaltungen an der Verwaltungsakademie Berlin angeregt werden. Handlungsfeld Dialog fördern Die Akzeptanz sexueller Vielfalt lässt sich nicht verordnen. Deshalb bedarf es eines engagierten Wirkens verschiedener gesellschaftlichen Gruppen, wie Migrant_innenselbstorganisationen, Sportverbänden sowie Religionsgemeinschaften. Zur Förderung des Dialogs haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktivitäten in den einzelnen Bereichen des Bezirksamtes stattgefunden.6 Um die bezirklichen Handlungen in diesem Bereich zu bündeln, plant das Büro der Bezirksbürgermeisterin Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der LSBTI*Community sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren über die aktuelle Situation im Bezirk. Aus den Gesprächen sollen weitere Aktivitäten zur Förderung des Dialogs entwickelt werden. 6 siehe dazu auch Queerpolitischer Bericht 2014