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DKSB K.V. Unna e.V. Statistischer Jahresbericht 2015.pdf

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Daten

Kommune
Kreis Unna
Dateiname
DKSB K.V. Unna e.V. Statistischer Jahresbericht 2015.pdf
Größe
3,1 MB
Erstellt
13.05.16, 07:51
Aktualisiert
27.01.18, 20:15

Inhalt der Datei

STATISTISCHER JAHRESBERICHT 2015 Wer Kindheit gestaltet, gestaltet Zukunft Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Jahresbericht 2015 Vorstand: Vorsitzende: Stellvertretende Vorsitzende: Schatzmeister: Schriftführerin: Rosemarie Böhme Ute Kraft Hans-Lothar Hampe Gabriele Makiolla Geschäftsführung: Frank Zimmer Beratungsteam: Frank Zimmer Edwin Thöne V25.02.2015 Hannah Westermann ab 01.08.2015 Henriette Schildberg ab 17.08.2015 Präventionsarbeit: Kinderschutzfachkraft für die Stadt Selm: Frank Zimmer Projekt gegen Cybermobbing für die Grundschulen Hannah Westermann Kinder- und Jugendtelefon: 11 ehrenamtliche MitarbeiterInnen Buchhaltung: Christina Krüll Sekretariat: Barbara Schäfer Finanzierung: Kreismittel, Spenden, Sponsorengelder, Mitgliedsbeiträge, Bußgeldzuweisungen Spendenkonto: Stadtsparkasse Unna IBAN: DE97 443500600003004199 BIC: WELADED1UNN 2 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Nachruf 3 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Unna e.V. Vereinsstruktur Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Unna e.V. Märkische Str. 9 – 11 59423 Unna Tel.: Fax: E-Mail: Homepage: 02303 - 15901 02303 - 239726 info@kinderschutzbund-kreisunna.de www.kinderschutzbund-kreisunna.de Eingetragen beim Amtsgericht Unna unter der Vereinsregisternummer: 6VR 608 Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband 4 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Die Beratungsstelle für Kinderschutz Im Jahr 2015 betreute die Beratungsstelle für Kinderschutz insgesamt 282 Kinder im gesamten Kreisgebiet Unna. Wir begrenzen unser beraterisches und therapeutisches Angebot auch weiterhin auf die traditionellen Bereiche des Kinderschutzes, weisen aber in 2015 zusätzlich auf die hohen Zahlen im Bereich des Mobbing und Cybermobbing hin. Diese 282 Kinder sind Kinder, die Schutz und Hilfe durch den Kinderschutzbund bekamen. Diese Anzahl an Kindern ist aber nur die Spitze des Eisberges, denn wir verfügen leider immer noch nicht über verlässliche Zahlen, wie viele Kinder im Kreis Unna tatsächlich von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung betroffen sind. m Körperliche Gewalt gegen Kinder m Sexuelle Kindesmisshandlung m Vernachlässigung von Kindern m Mobbing / Cybermobbing 434 403 402 Entwicklung der Klientenzahlen 359 359 344 338 330 298 288 285 254257 257 246 387 385 351 345 293 282 261 179 149 131 61 60 68 21 4 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 Jahre Die im Jahr 2015 auf 282 gesunkene Klientenzahl erklärt sich durch den Tod unseres langjährigen Mitarbeiters Edwin Thöne im Februar 2015. (siehe Seite 3) Ab August 2015 konnten wir wieder mit Hannah Westermann und Henriette Schildberg zwei neue Mitarbeiterinnen für unsere Beratungsstelle einstellen. Hannah Westermann Henriette Schildberg 5 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Der Kinderschutzbund im Kreis Unna arbeitet therapeutisch mit Mädchen und Jungen ab einem Alter von 4 Jahren. Niemals Gewalt Im Einzelnen verteilen sich die Anmeldegründe wie folgt: Anmeldegründe nach Geschlecht Mobbing / Cybermobbing 26 33 Vernach- 40 39 lässigung körperliche Gewalt sexuelle 30 28 Jungen Mädchen 38 Kindesmisshandlung 48 Zum ersten mal seit 9 Jahren macht die Anzahl der von sexueller Gewalt betroffenen Kinder den größten Anteil unseres Klientels aus. Weiterhin bleibt die Gruppe der vernachlässigten Kinder ein sehr wichtiges Arbeitsfeld. Es gibt klare Risikofaktoren für Vernachlässigung von Kindern in Familien In Familien, die ihre Kinder vernachlässigen, haben wir es meist mit einer Anhäufung von Problemen in mehreren Lebensbereichen zu tun. Der externe Risikofaktor Nr. 1 ist die Kinderarmut und damit die Armut von Familien. Dazu kommen beengte Wohnverhältnisse, anregungsarmes Umfeld, niedrige oder fehlende Bildungs- und Berufsabschlüsse und natürlich die Arbeitslosigkeit. Innerpsychische Gründe liegen auffällig oft in einem nicht geglücktem Bindungs- verhalten der Eltern. Hier spielen psychische Erkrankung oder Traumatisierungen der Eltern eine wichtige Rolle. Im Bereich der sexuellen Kindesmisshandlung (vgl. S.9) zeigt sich deutlich eine Häufung der Fallzahlen- bei Jungen ebenso wie bei den Mädchen - mit Beginn der Pubertät (10 - 13J.). Durch die sehr gute Kooperation mit dem Kriminalkommissariat Kriminalprävention / Opferschutz im Kreis Unna und der schulpsychologischen Beratungsstelle sowie der regelmäßigen Mitarbeit im Kreiskrisenteam ergaben sich im Bereich der Mobbingberatung zusätzliche Kontakte an Schulen, auch als akute Krisenintervention. Weitere 75 Anfragen nach Beratung oder Therapie wurden an andere Fachberatungsstellen (Drogen-, Tätertherapiestellen, Frauen- und Mädchenberatungsstelle, Psychiatrie, Erziehungsberatung, Schulpsychologische Beratungsstelle) innerhalb und außerhalb des Kreises Unna empfohlen. 6 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Selbstverständlich arbeitet der Kinderschutzbund Unna immer nur auf der Basis der Freiwilligkeit und mit der Garantie des vertraulichen Umgangs mit allen persönlichen Daten und Fakten. Kreis Unna Verteilung des Klientels auf Städte und Gemeinden 2015 Betreute Kinder gesamt Unna Selm Bergkamen Fröndenberg Lünen Holzwickede Schwerte Bönen Kamen Werne außerhalb 56 55 34 26 26 20 16 16 16 11 6 0 10 20 In 108 Kinderschutzfällen gab es eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendämtern. Die Kooperation fand vorwiegend im Rahmen von Hilfeplangesprächen und Fachberatungen statt. 30 40 50 60 In174 Fällen konnten wir zusammen mit den Eltern und anderen Institutionen eine mögliche Kindeswohlgefährdung rechtzeitig abwehren, so dass das Jugendamt nicht eingeschaltet werden musste. 7 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Der zahlenmäßig größte Anteil des Klientels kommt aus Unna, Selm, Bergkamen, und Fröndenberg. Dies erklärt sich in erster Linie aus der räumlichen Nähe zu unserem Standort in Unna, aber auch - wie z.B. in Fröndenberg durch unser Angebot der aufsuchenden Hilfe. Hier wirken sich unsere regelmäßigen Beratungsangebote vor Ort in der Gesamtschule ebenso wie in Selm die enge Kooperation mit dem örtlichen Jugendamt und unseren zusätzlichen Räumen im Beratungshaus Nienkamp 28 sehr positiv aus. Haus Nienkamp 28 ist die zentrale Anlaufstelle für alle Ratsuchenden in Selm. Das Angebot bietet Hilfe bei sexuellem Missbrauch, Gewalt, Scheidung, Einstieg ins Berufsleben, sozialpsychiatrischen Problemen und vielem mehr. Auch durch die Arbeit als Kinderschutzfachkraft für die Stadt Selm bekommen wir Kontakt zu Familien, die dann durch unsere therapeutischen Mitarbeiter der Beratungsstelle weitergehend betreut werden. Haus Nienkamp 28 Differenzierte Aufgliederung des Klientels auf Städte und Gemeinden im Kreis Unna aus dem Jahr 2015 Unna Selm Bergkamen Fröndenberg Lünen Holzwickede Bönen Schwerte Kamen Werne außerhalb sexuelle Gewalt körperliche Gewalt Vernachlässigung Mobbing/Cybermobbing Mädchen Jungen Mädchen Jungen Mädchen Jungen Mädchen Jungen 6 13 5 3 4 3 3 5 2 2 2 5 11 4 1 5 2 2 3 1 2 2 4 2 3 3 4 5 3 1 2 1 0 8 4 5 3 3 2 1 1 1 1 1 9 8 7 4 2 2 2 2 2 1 0 7 6 6 5 4 1 2 2 4 3 0 13 3 2 3 3 2 2 2 2 0 1 4 8 2 4 1 3 1 0 2 1 0 38 28 30 39 40 33 48 86 58 79 26 56 55 34 26 26 20 16 16 16 11 6 282 59 Die Familien, die in unserer Statistik in der Rubrik „außerhalb“ auftauchen, kommen aus angrenzenden Städten des Kreises, in denen es kein entsprechendes Beratungsangebot gibt und sind meist auf Empfehlung kreisansässiger Schulen, Kinderärzten und Psychiatern, kreisübergreifend arbeitenden Trägern von Jugendhilfemaßnahmen oder auch kreisnaher Psychiatrien zu uns gekommen. 8 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Altersstruktur der von uns betreuten Mädchen und Jungen im Bereich der sexuellen Gewalt im gesamten Kreisgebiet Unna Altersverteilung Sexuelle Gewalt gegen Mädchen 11 Altersverteilung Sexuelle Gewalt gegen Jungen 10 10 9 10 9 9 8 8 7 8 7 6 6 6 5 5 5 4 4 3 3 3 2 1 5 4 4 3 3 3 2 2 0 0 0 0 5 4 1 1 0 2 0 0 0 3 2 2 0 0 1 1 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Alter in Jahren Alter in Jahren Bei der Altersverteilung der betroffenen Kinder und Jugendlichen zeigt sich bei Jungen und bei Mädchen ein ähnliches Bild. Es gibt deutlich sichtbare Häufungen im Aus der nachfolgenden Statistik lassen sich die Arten und die Anzahl der Beratungskontakte entnehmen. Art der Beratung 2200 2000 1800 1600 Übergangsbereich zwischen Kindergarten und Schule und mit Beginn der Pubertät, die dann ab dem 14. Lebensjahr wieder abfallen. Die einzelnen Beratungen am Telefon dauerten zwischen 15 Minuten und 1,5 Stunden, die Beratungen in unserer Beratungsstelle und bei Hausbesuchen dauerten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. 1412 1087 1400 1200 1000 800 600 321 400 200 0 Telefonberatung Die hohen Stundenzahlen sind jedoch Einzelfälle, die vornehmlich bei akuten Krisensituationen auftreten, wo die Mitarbeiter in die jeweiligen Familien oder Institutionen fahren, um direkt vor Ort die Situation zu entschärfen. Therapie und Fachberatungen nach Beratungsgespräche §4 KKG bzw. § 8a SGB VIII Als Reaktion auf die kreisweit sehr gute Vernetzung und den hohen Bekanntheitsgrad unserer Beratungsstelle ist die Anzahl der Beratungen weiterhin auf einem sehr hohem Niveau. Die durchschnittliche Beratungsdauer bei Therapiegesprächen in unserer Beratungsstelle lag bei ca. 60 Minuten. 9 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Erneut haben wir die Anzahl der Fachberatungen nach §4 KKG bzw. §8a SGB VIII in unsere Statistik aufgenommen. Die Bedeutung des neuen Bundeskinderschutzgesetzes ist in den Institutionen des Kreises Unna angekommen und der Kinderschutzbund ist hierbei ein wichtiger Ansprechpartner! Fachberatungen nach § 4 KKG bzw. § 8a SGB VIII Schulen Kitas OGS Ärzte sonstige freie Träger 39 56 19 12 96 gesamt 222 Im Gesetz zur Kooperation und Kommunikation (KKG)werden im §4 die Berufsgeheimnisträger benannt, die nun einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung bei ihrer Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung haben. § 4 Beratung und Übermittlung von Informationen durch Geheimnisträger bei Kindeswohlgefährdung Werden 1. Ärztinnen oder Ärzten, Hebammen oder Entbindungspflegern oder Angehörigen eines anderen Heilberufes, der für die Berufsausübung oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordert, 2. Berufspsychologinnen oder -psychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung, 3. Ehe-, Familien-, Erziehungs- oder Jugendberaterinnen oder -beratern sowie 4. Beraterinnen oder Beratern für Suchtfragen in einer Beratungsstelle, die von einer Behörde oder Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts anerkannt ist, 5. Mitgliedern oder Beauftragten einer anerkannten Beratungsstelle nach den §§ 3 und 8 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, 6. staatlich anerkannten Sozialarbeiterinnen oder -arbeitern oder staatlich anerkannten Sozialpädagoginnen oder -pädagogen oder 7. Lehrerinnen oder Lehrern an öffentlichen und an staatlich anerkannten privaten Schulen in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt, so sollen sie mit dem Kind oder Jugendlichen und den Personensorgeberechtigten die Situation erörtern und, soweit erforderlich, bei den Personensorgeberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. (2) Die Personen nach Absatz 1 haben zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung gegenüber dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft. Sie sind zu diesem Zweck befugt, dieser Person die dafür erforderlichen Daten zu übermitteln; vor einer Übermittlung der Daten sind diese zu pseudonymisieren. (3) Scheidet eine Abwendung der Gefährdung nach Absatz 1 aus oder ist ein Vorgehen nach Absatz 1 erfolglos und halten die in Absatz 1 genannten Personen ein Tätigwerden des Jugendamtes für erforderlich, um eine Gefährdung des Wohls eines K indes oder eines Jugendlichen abzuwenden, so sind sie befugt, das Jugendamt zu informieren; hierauf sind die Betroffenen vorab hinzuweisen, es sei denn, dass damit der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen in Frage gestellt wird. Zu diesem Zweck sind die Personen nach Satz 1 befugt, dem Jugendamt die erforderlichen Daten mitzuteilen. 10 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Projekt Cybermobbing an Grundschulen Hannah Westermann Fluch und Segen zugleich Der Kinderschutzbund klärt schon in Grundschulen darüber auf, welche Gefahren im Internet lauern Von Leonie Prym (HA 06.12.2015) Fröndenberg. Beleidigungen und fiese Fotos ziehen im Internet große Kreise. Für die Opfer von Cyber-Mobbing ist das besonders belastend. Damit Schüler gar nicht erst zu Opfern- oder gar Tätern -werden, klärt der Kinderschutzbund über CyberMobbing auf. Was man im Internet alles machen kann, das wissen die Schüler der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule in Fröndenberg ganz genau. „Videos gucken“, „Musik hören“, „Spiele spielen“ schallt es durch den Klassenraum, als Hannah Westermann vom Kinderschutzbund fragt, wie sich die Kinder denn im Internet die Zeit vertreiben. Und auch Google, YouTube, WhatsApp, Wikipedia und Skype sind für Viertklässler längst keine Fremdworte mehr. Dass von 21 Kindern in der Klasse 18 Zugang zum Internet haben und selbigen benutzen, ist für Hannah Westermann nichts Neues: „Es überrascht eher, dass es noch Kinder gibt, die nicht im Netz surfen.“ Aber nicht nur die spaßigen und nützlichen Seitendes Internet sollen die Kinder kennenlernen, sondern auch die Gefahren. Denn Facebook, Instagram und Twitter bieten nicht nur viele positive Möglichkeiten, den Schutz der Anonymität nutzen nicht wenige aus, um andere zu schikanieren. „Die neuen Medien sind nicht mehr wegzudenken. Sie 11 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Spielerisch geht Hannah Westermann vom Kinderschutzbund das ernste Thema Cyber-Mobbing an.Für viele Kinder ist das längst kein Fremdwort mehr. Sie appeliert auch an die Eltern, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. zu verbieten, halte ich für weniger sinnvoll.“ sagt Klassenlehrerin Edda Wilkes. Ihr ist es vielmehr wichtig, dass die Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Netz lernen. Von Hackern, Viren und bösen Kettenbriefen haben die meisten in der Klasse schon etwas mitbekommen, aber auch das Thema Cyber-Mobbing ist für sie kein Fremdwort. „Das kann zum Beispiel bedeuten, dass jemand ein Foto von einem anderen im Internet hoch lädt und dann werden viele böse Kommentare dazu geschrieben“, weiß die neunjährige Merve. Überhaupt wissen die Kinder viel besser Bescheid, was im Internet alles möglich ist, als manche Eltern. „Einige denken, Facebook ist eine ganz harmlose Angelegenheit und haben gar keine Vorstellung, wie es da zur Sache gehen kann.“, weiß Edda Wilkes, die auch schon Elternabende zu Thema Cyber- Mobbing organisiert hat und damit auf großes Interesse bei den Eltern gestoßen ist. Ähnliche Erfahrungen hat auch Hannah Westermann gemacht, die regelmäßig Schulbesuchen macht und über die Gefahren von Facebook und Co. aufklärt. „Spätestens in der weiterführenden Schule, wenn fast alle ein eigenes Handy haben, muss man mit den Kindern über den Umgang sprechen. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen“, appelliert Hannah Westermann auch an die Eltern. Doch ihr geht es nicht nur darum, die Kinder für die Gefahren zu sensibilisieren – die Kinder sollen auch nicht selbst zu Tätern werden. Deshalb spricht sie auch darüber, wie sich ein Mobbing-Opfer wohl fühlen mag. „Einsam“, „traurig“, „verängstigt“ vermuten die Kinder. Gefühle, die man selber nicht erleben möchte und die man auch keinem anderen beibrin-gen soll. Und eins steht für die Viertklässler der 4c auch fest: „Wenn wir mitbekommen, dass ein Mitschüler gemobbt wird, gehen wir sofort zu einem Lehrer und bitten um Hilfe.“ Bei Mobbing Erwachsene um Hilfe bitten Auch der Kinderschutzbund hilft Opfer von Cyber-Mobbing suchen sich am besten Hilfe einer erwachsenen Vertrauensperson. Auch Freunde und Bekannte können sie in einem solchen Fall unterstützen: Zum Beispiel, indem sie sich Online für das Opfer stark machen und etwa beleidigende Bilder oder Videos eindeutig ablehnend kommentieren. Darauf weisen die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und die Initiative Klicksafe hin. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Anbieter der Internetseite zu kontaktieren. Der Kinderschutzbund im Kreis Unna informiert und berät zum Thema CyberMobbing. Ansprechpartnerin ist Hannah Westermann. Der K inderschutzbund ist unter Tel. 02303/15901 erreichbar. Außerdem gibt es für Kinder und Jugendliche die kostenlose Nummer gegen Kummer (0800/111 0 333). Dort können Kinder anonym über ihre Sorgen sprechen. 12 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Das Kinder- und Jugendtelefon auch weiterhin über 0800 1110333 Henriette Schildberg Das Kinder- und Jugendtelefon ist ein Gesprächsangebot für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. Die Anruferinnen und Anrufer finden hier einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin, um ihre schwierige Lebenssituation zu besprechen. Dabei ist immer Anonymität zugesichert. Oftmals bietet das Kinder- und Jugendtelefon den Anrufern und Anruferinnen eine erste Gelegenheit, ihre Anliegen und Sorgen zu äußern und zu erfahren, dass sie ernst genommen werden. Die ehrenamtlichen Berater und BeraterInnen hören wertschätzend zu und entwickeln im Gespräch Anregungen, Ideen und gangbare Lösungen, die eine positive Entwicklung erwarten lassen. Die K inder- und Jugendlichen erhalten Unterstützung um ihre Probleme, Sorgen, Anliegen besser einschätzen, reflektieren und besser bewältigen zu können. Mittels gezielter Gesprächs- und Fragetechniken, die die BeraterInnen des Kinder- und Jugendtelefons während ihrer Ausbildung erlernt haben, können die Anrufenden ihre Situation oder ihr Problem individuell unter Einbezug des jeweiligen Entwicklungsstandes, aktueller Möglichkeiten und relevanter Kontexte betrachten und positiv verändern. Die Gespräche am Telefon dienen somit einer ersten Entlastung und Perspektiverweiterung auf der Grundlage von Wertschätzung. mo. - fr. 14:00 - 20:00 Uhr zu erreichen Die BeraterInnen und Berater orientieren sich am subjektiven Problemerleben der Kinder- und Jugendlichen und vermitteln ggf. auch konkrete Informationen zu nachgefragten Themen. Auch wird auf weiterführende regionale Beratungs- und Hilfeangebote verwiesen und ermutigt, diese Angebote zu nutzen. Alle ehrenamtlichen BeraterInnen und Berater haben eine einjährige Ausbildung abgeschlossen und nehmen regelmäßig an Fort- und Supervisionsveranstaltungen teil. Das Kinder- und Jugendtelefon des Kreisverbandes Unna e.V. wird derzeit von 10 ehrenamtlichen zertifizierten BeraterInnen getragen. Für Herbst 2016 ist eine neue Ausbildungsgruppe geplant. Zudem ist eine Erweiterung des Angebotes in Form einer Online-Beratung in angedacht. 13 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Starke Eltern - Starke Kinder® Elternkurse des Deutschen Kinderschutzbundes Wege in eine gewaltfreie Erziehung Jedes Kind hat ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Die Gesetzesnovelle aus November 2000 schafft dazu die gesetzlichen Grundlagen. Doch woher wissen die Eltern, wie sie diesen Erziehungsauftrag umsetzen sollen? Sie fühlen sich allein gelassen, sind hilflos und unsicher. Klappt in anderen Familien alles viel besser? erfahren Eltern hier in jeweils zwei Stunden in Rollenspielen, Gesprächsrunden und Kleingruppenübungen aktiv Hilfen, die im Alltag ausprobiert und umgesetzt werden. Ziel ist es, in entspannter Atmosphäre einen angenehmen, stressfreien Lebensraum für Kinder und Eltern zu schaffen, um eine nachhaltige positive Veränderung in der Familie zu bewirken. Hierbei ist der Blick nicht auf die Defizite, sondern auf die vorhandenen Ressourcen der Eltern und der Kinder gerichtet. Es geht um eine anleitende Erziehung die Raum gibt und Grenzen setzt. Die Ressourcen der Eltern und Kinder und das Finden eigener Lösungswege aus den Konfliktsituationen werden an Hand konkreter Beispiele reflektiert. Die Atmosphäre der Abende ist von Annahme, Vertrauen und Anerkennung geprägt. Es wird geübt zu streiten, ohne den Anderen niederzumachen, eine Familie zu sein, in der Grenzen und Menschen respektiert werden. Eltern sein ist schön und manchmal auch ganz schön anstrengend! Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes stärkt das Selbstvertrauen der Eltern, er ist ein angeleiteter Erfahrungsaustausch von Eltern, der Hilfen zur gewaltfreien Erziehung vermittelt. Dieser vorbeugende Kurs gegen körperliche und seelische Gewalt findet an 8 bis 12 Abenden statt. Im 14-tägigen Rhythmus 14 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Der Kurs beinhaltet sowohl Selbsterfahrungs-, als auch Theorieelemente mit praktischen Beispielen. Wichtige Themen dabei sind der Ausdruck von Bedürfnissen und Gefühlen, Grenzsetzungen, Kommunikationsformen, Verhandlungskunst und Abmachungen. Der rote Faden des Elterkurses stellt sich wie folgt dar: 1. Welche Wertevorstellungen und Erziehungsziele habe ich? 2. Wie kann ich das Selbstwertgefühl des Kindes stärken? 3. Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es Probleme hat? 4. Was mache ich, wenn ich Probleme habe oder: Wie drücke ich meine Bedürfnisse aus? 5. Wie lösen wir Konflikte in der Familie? Es ist einfacher, das Verhalten als die Einstellung zu verändern. Elternkurse können nicht reale psychosoziale Belastungen, denen die Familie ausgesetzt ist, verbessern. Sie sind keine Allheilmittel zur Vermeidung von Problemen in der Familie. Ein Elternkurs ist keine Therapiegruppe, sondern soll präventiv zur Gewaltverhinderung beitragen. Mit Hilfe von erprobten und wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit getesteten Kursmaterialien werden Wege zum entspannteren Umgang miteinander erarbeitet. Wie Evaluationsstudien zeigen, beurteilen Kinder ihre Eltern ein halbes Jahr nach Abschluss des Kurses durchschnittlich eineinhalb Schulnoten besser! Wochenaufgaben vertiefen die Einprägung der erlernten Handlungsvorschläge bis zum nächsten Kursabend. 15 Deutscher Kinderschutzbund K.V. Unna e.V. -- Statistischer Jahresbericht 2015 Herzlichen Dank An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung unserer Arbeit. Aus datenschutzrechtlichen Gründen möchten wir die vielen treuen und oft regelmäßig spendenden Privatpersonen hier nicht namentlich auflisten, aber gerade auch ihnen gilt unserer Dank und unsere Wertschätzung. Für die Unterstützung und Förderung unserer Arbeit bedanken wir uns bei folgenden Firmen und Institutionen: ¡ Dem Kreis Unna ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ Dem Lionsclub Unna Der Sparkasse Unna Der Sparkasse Fröndenberg Der Bürgerstiftung Unna Dem Hellweger Anzeiger Der Becker Stahl-Service GmbH Der Burg-Apotheke Unna 16