Daten
Kommune
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Dateiname
MA - Beantwortung.pdf
Größe
80 kB
Erstellt
24.06.16, 03:31
Aktualisiert
28.01.18, 00:41
Stichworte
Inhalt der Datei
Drucksachen
der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
4. Wahlperiode
Ursprung: Mündliche Anfragen
TOP-Nr.:
Bezirksverordnete
Mündliche Anfragen
DS-Nr: 1645/4
Beratungsfolge:
Datum
Gremium
19.05.2016
BVV
BVV-058/4
beantwortet
Mündliche Anfragen
1. Mündliche Anfrage
Karsten Sell
CDU-Fraktion
Wie kinderfreundlich ist der Bezirksbürgermeister
wirklich?
Ich frage das Bezirksamt:
1. Wie schätzt der Bürgermeister seine Performance im Rahmen des Settings der
Informationsveranstaltung im ICC am 06.05.2016 ein?
2. Will der Bezirksbürgermeister seine Äußerungen, dass geflüchtete Mütter
gemeinsam mit ihren Kindern sich nicht in der Bearbeitungsstraße im ICC
einfinden sollen, aufrechterhalten? Wenn ja, warum? Wenn nein, wieso haben
Sie diese Äußerung öffentlich getätigt?
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Herrn BzBm Naumann.
2. Mündliche Anfrage
Norbert Wittke
SPD-Fraktion
Behindertengerechter Zugang zum Theater Coupé
Ich frage das Bezirksamt
1. Was hat das Bezirksamt seit dem 19.01.2016 (Sitzung des Ausschusses
Eingaben und Beschwerden) unternommen, um einen zumutbaren,
behindertengerechten Zugang zum Theater Coupé sicherzustellen?
«VONAME»
Ausdruck vom: 23.06.2016
Seite: 1
2. Ist der Vorschlag von den Ausschussmitgliedern den Aufzug am JuliusMorgenroth-Platz, mit dem Hinweis: „nur 80 cm breite Kabine“, sowie endgültiger
Stopp in der ersten Etage nach 20.00 Uhr, geprüft worden und wird in den
Programmen des Theaters auf die nur bedingte Barrierefreiheit hingewiesen?
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Frau BzStR König.
3. Mündliche Anfrage
Dr. Petra Vandrey
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Minderjährige Geflüchtete
Ich frage das Bezirksamt:
1. Wie viele unbegleitete minderjährige Geflüchtete sind in unserem Bezirk in den
letzten 12 Monaten volljährig geworden, für wie viele davon wurde erweiterter
Bedarf nach dem SGB VIII beantragt?
2. Für wie viele wurde der Bedarf (falls er beantragt wurde), bejaht?
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Herrn BzStR Schruoffeneger.
4. Mündliche Anfrage
Susanne Klose
CDU-Fraktion
Musikschule: Personal verweigert – warum?
Ich frage das Bezirksamt:
1. Auf welcher Grundlage hat das für Personal zuständige Bezirksamtsmitglied
entschieden, dass die vom Senat für 2014/15 zusätzlich zur Verfügung gestellten
Haushaltsmittel für die Musikschule nicht für befristete Einstellungen verwendet
werden durften?
2. Wie bewertet das für Personal zuständige Bezirksamtsmitglied seine damalige
Entscheidung vor dem Hintergrund der Beantwortung der Drucksache 0873/4
und der Tatsache, dass das Personal dringend benötigt wurde und der nun
eingetretenen Benachteiligung unserer Musikschule?
Die mündliche Beantwortung erfolgte durch Herrn BzBm Naumann.
5. Mündliche Anfrage
Dr. Christiane Timper
SPD-Fraktion
Daten zu ehemaligen Zwangsarbeiterlagern in
Charlottenburg und Wilmersdorf
Ich frage das Bezirksamt:
1. Das Bezirksamt hat kürzlich Daten zum Thema Zwangsarbeiterlager in
Charlottenburg und Wilmersdorf während der NS-Zeit aus dem Archiv des
International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen beschaffen lassen.
«VONAME»
Ausdruck vom: 23.06.2016
Seite: 2
Wie viele Datenblätter hat das Bezirksamt erhalten, was steht genau auf diesen
Datenblättern/Datensätzen und nach welchen Kriterien wurden sie ausgesucht?
2. Welche Kosten sind dabei für den Bezirkshaushalt entstanden (Honorarmittel
u.a.) und was gedenkt das Bezirksamt nun weiter mit diesen Daten zu tun?
Sehr geehrte Frau Bezirksverordnetenvorsteherin,
die Mündliche Anfrage beantworte ich im Namen des Bezirksamtes wie folgt:
zu 1.
Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat im Dezember 2015 Herrn Dr. B. auftragt,
beim International Tracing Service (abgekürzt ITS) in Bad Arolsen den Aktenbestand zu
Charlottenburg-Wilmersdorf zu sichten und Kopien anzufertigen.
Das Museum hat im Anschluss von Herrn Dr. B. einen Datenträger mit dem
zusammengetragenen Material im Umfang von über 2.400 Seiten erhalten, sowie einen
Ordner mit rund (ausgedruckten) 120 Kopien. Es handelt sich – jeweils bezogen auf
Einrichtungen von Zwangsarbeit in den ehemaligen Bezirken Charlottenburg und
Wilmersdorf – um
Listen von Angehörigen der Vereinten Nationen und anderer Ausländer,
deutscher Juden sowie Staatenlosen
Berliner Krankenhausakten
Angaben zu den Gefängnissen in Plötzensee, an der Kantstraße und am
Kaiserdamm
den sogenannten Belgischen und Niederländischen Katalog über
Konzentrations- und Zwangsarbeiterlager
Quittungskarten zu bei Philipp Holzmann beschäftigten Ausländern
weiteres Material zu Juden in CW, Bombenopfern, zur Organisation Todt und
Child Search
Das Material erlaubt detailliert Angaben
zu Ausländer/innen bzw. Zwangsarbeiter/innen im Bezirk
zu den Ausländerlagern und zu zahlreichen „Arbeitgebern“
zur Behandlung von ausländischen Patienten in den Krankenhäusern des
Bezirks
zu den bekannten städtischen Kliniken und auch zu Behelfskrankenhäusern
zu Insassen der Gefängnisse Kantstraße und Plötzensee
Dazu kommen Materialien, die zu einzelnen Themen (z.B. Einbruchdiebstähle,
Kindersuche) spezielle Studien erlauben.
Die Materialsammlung ist dem Museum von Herrn Dr. B. zusammen mit einer knappen
Einschätzung übergeben worden, bedarf aber künftig einer genaueren Auswertung. Sie
ergänzt das Recherchematerial, welches für die Ausstellung „Zwischen Siemenswerk
und Privathaushalt: jüdische und europäische Zwangsarbeit in Charlottenburg und
Wilmersdorf“ des Bezirksmuseums 2002 entstand.
«VONAME»
Ausdruck vom: 23.06.2016
Seite: 3
zu 2.
Für die mehrtätige Recherche vor Ort, Materialsichtung und -sammlung, Kopier- und
Transkriptionsarbeit hat das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf einen Werkvertrag
mit Herrn Dr. B. geschlossen und eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.700,- €
brutto gezahlt. Darin enthalten waren sämtliche Reise-, Unterkunfts-, Kopier- und
Materialkosten sowie die eigentliche Recherche- und Arbeitsleistung.
Es ging dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf dabei darum, dieses Material
erstmals sichten zu lassen und für spätere Forschung durch oder im Auftrag des
Bezirksamtes zu sichern, zumal die Herstellung von Kopien (als Ausdruck bzw. digital)
derzeit noch kostenfrei war. Es handelt sich bei dem Material um personenbezogene
Daten, die mit besonderer Sorgfalt und Rücksichtnahme zu behandeln sind und deren
Veröffentlichung unter Umständen nur mit schriftlicher Zustimmung der Person(en) oder
ggf. deren Familienangehörigen erfolgen darf. Eine Auswertung der gesammelten
Daten ist beim gegenwärtigen Personalstand vom Museum aktuell jedoch nicht zu
leisten.
Ergänzend sei jedoch angemerkt, dass in den Unterlagen des ITS in Bad Arolsen sich
keine Angaben zum Lager in der Wilhelmsaue fanden.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar König
6. Mündliche Anfrage
Marion Halten-Bartels
CDU-Fraktion
Verwahrlosung des Julius-Morgenroth-Platzes
Ich frage das Bezirksamt:
Aus welchem Grund ist der Julius-Morgenroth-Platz in einem der Art jämmerlichen
Pflegezustand und entspricht dies dem Anspruch eines Kulturstandortes?
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
die Mündliche Anfrage beantwortet das Bezirksamt wie folgt:
Auch wenn der Julius-Morgenroth-Platz das Entree zu bezirklicher Kultur und
Verwaltung bildet, wird er als Teil des Dienstgebäudes Hohenzollerndamm 174-177
nicht als Kultureinrichtung budgetiert und muss daher aus den knappen Mitteln der
Immobilienunterhaltung gepflegt werden. Sollte dem Kulturstandort ein höherer
Anspruch an seine äußere Gestaltung zugestanden werden wollen, müsste sich dies
auch durch eine entsprechende Mittelverlagerung, zum Beispiel aus dem Kultur- in dem
für die Pflege zuständigen Grünbereich, zugestanden werden.
Der vermeintlich jämmerliche Zustand jetzt mag dem Umstand geschuldet sein, dass
bisher dort Frühjahrblumen blühten, die mittlerweile abgeblüht sind. Ab jetzt wird der
Platz wieder alle sechs Wochen gemäht werden.
Mit freundlichen Grüßen
«VONAME»
Ausdruck vom: 23.06.2016
Seite: 4
Marc Schulte
7. Mündliche Anfrage
Gerhild Pinkvoss-Müller
SPD-Fraktion
Lage der Flüchtlinge im Bezirk CharlottenburgWilmersdorf
Ich frage das Bezirksamt:
1. Welche Möglichkeiten sah das Bezirksamt, mit dem Lageso/Senat im Sinne der
Beschlüsse DS.-Nr. 1594/4 und 1595/4 der BVV zur Weiterentwicklung des
ehemaligen Rathauses Wilmersdorf in eine Gemeinschaftsunterkunft zum
Einbau einer Gemeinschaftsküche sowie zum Einbau von Schutzmaßnahmen
zur Sicherheit von Frauen und Kindern Kontakt aufzunehmen? Mit welchen
Ergebnissen?
2. In wie weit ist das Bezirksamt dem Wunsch der SPD-Fraktion nachgekommen,
im Rundbau des alten Rathauses eine für alle Kinder offenen
Kinderbetreuungseinrichtung beim LAGESO/Senat zu initiieren?
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
die Mündliche Anfrage wird zusammenfassend wie folgt beantwortet:
zu 1. und zu 2.
Die beiden Beschlüsse wurden in der BVV am 21.04.2016 beschlossen. Die
Berichtspflicht wurde von der BVV für das Bezirksamt für beide Drucksachen auf den
30.06.2016 festgelegt. Das Bezirksamt hat in seiner Sitzung am 26.04.2016 die
Zuständigkeit für die Bearbeitung der Drucksachen festgelegt und meine Abteilung mit
der Erledigung beauftragt.
Dem Bezirksamt ist kein Beschluss der BVV speziell zum Thema Rundbau im Rathaus
Wilmersdorf bekannt. Vielleicht bezieht sich Ihre Frage auf die Drucksache 1595, zu der
ich bereits Stellung genommen habe, oder auf die Drucksache 1596, die die
Infrastruktur für Kinder und Frauen in allen Flüchtlingsunterkünften zum Thema hat.
Ich schätze das Engagement der Frau Bezirksverordneten Pinkvoss-Müller für die
Flüchtlinge in unserem Bezirk sehr. Es ist mir aber schlichtweg unmöglich, Ergebnisse
zu Beschlüssen der BVV hier vorzustellen, für die die BVV selbst eine Berichtspflicht für
den 30.06.2016 festgelegt hat. Aus den Erfahrungen mit der Landesebene bin ich sogar
ausgesprochen skeptisch, ob wir bis zum 30.06.2016 tatsächlich eine entsprechende
Antwort der Senatsverwaltung oder des LaGeSo haben werden. Also lassen Sie uns
unsere Arbeit machen und fassen Sie sich bitte in Geduld.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Engelmann
«VONAME»
Ausdruck vom: 23.06.2016
Seite: 5