Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Antrag Linksfraktion, SPD, Bü90/Grüne 5.BVV - 3.Ausfertigung.pdf
Größe
154 kB
Erstellt
02.03.17, 04:04
Aktualisiert
28.01.18, 03:46
Stichworte
Inhalt der Datei
3.Ausfertigung
Drucksache
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
TOP 1.18
VIII-0112
Ursprung:
Antrag, Linksfraktion
Antrag
Linksfraktion, Fraktion der SPD und
die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
01.03.2017
BVV
BVV/005/VIII
Betreff: Welt-Down-Syndrom-Tag am 21.3.: Es ist normal verschieden zu sein!
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, in geeigneter und öffentlichkeitswirksamer Art und Weise ab dem
Jahr 2017 anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages, dem 21. März, im Bezirk Pankow
1. auf den Welt-Down-Syndrom-Tag eines jeden Jahres hinzuweisen;
2. anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages durch gezielte Aktivitäten im Bezirk zur
Akzeptanz und Wertschätzung von Menschen mit Trisomie 21 beizutragen.
Darüber hinaus wird ersucht zu prüfen, welche gezielten Bemühungen zu unternehmen sind, die
Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Menschen mit Down-Syndrom im Bezirk zu
verbessern.
In die Umsetzung dieses Beschlusses sollte die Expertise des Deutschen Down-SyndromInfocenter e.V. einbezogen werden.
Berlin, den 01.03.2017
Einreicher: Linksfraktion, Fraktion der SPD und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Begründung siehe Rückseite
Abstimmungsergebnis:
Abstimmungsverhalten:
X
X
beschlossen
einstimmig
mehrheitlich
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Ja-Stimmen
Gegenstimmen
Enthaltungen
2
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
mitberatend in den Ausschuss für
sowie in den Ausschuss für
3.Ausfertigung
TOP 1.18
Drs. VIII-0112
Begründung:
Begründung:
Im Jahr 2006 riefen die Vereinten Nationen den 21. März eines jeden Jahres zum Welt-DownSyndrom-Tag aus. In einigen Städten und Kommunen Deutschlands wird dieser Tag bereits mit
öffentlichen Aktivitäten begangen. In der Pankower Öffentlichkeit ist dieser jedoch von der
Bevölkerung bisher nicht wahrnehmbar. Aber: Menschen mit Down-Syndrom leben auch in
Pankow. Allerdings sind sie aufgrund ihrer Handicaps in ihrer Freiheit und ihrer selbstständigen
Lebensgestaltung de facto nicht unwesentlich davon abhängig, wie sich die Menschen in ihrer
Umgebung ihnen gegenüber verhalten. In der Wahrnehmung ihrer Rechte sind sie vielfältig
beschränkt – oft jedoch eigentlich unnötigerweise. Menschen, die vom Down-Syndrom betroffen
sind, leben damit, dass das 21. Chromosom bei ihnen dreifach vorhanden ist. Das bringt einige
Besonderheiten mit sich, die eher seltener geschätzt, stattdessen negativ oder pauschalisiert
bewertet werden. Deshalb gilt es, sich mit ihnen solidarisch zu zeigen und aktiv dazu
beizutragen, dass sich ihre Chancen und Möglichkeiten, ein erfülltes und möglichst
selbstbestimmtes Leben zu führen, positiv entwickeln. Wir müssen Beschränkungen abbauen.
Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Debatten um die neuen Möglichkeiten in der
Pränataldiagnostik, ist es zudem notwendiger denn je, dem zu oft vermittelten defizitären Bild
von Betroffenen, entgegen zu wirken. Die Geschichte hat bewiesen, dass es mehr als einiger
Anstrengungen dazu bedarf. Unsere sehr stark materiell und leistungsorientierte Gesellschaft, für
die Inklusion noch zu oft ein Fremdwort oder eine leere Hülle ist, würde von einer anderen
Perspektive auf die Ressourcen der Betroffenen sehr profitieren.
RambaZamba e.V. und seine Projekte stehen dafür seit Jahren – jedoch noch viel zu exklusiv in
Pankow da (http://www.theater-rambazamba.org/theater/wir-ueber-uns/).
Die für das Erreichen eines solchen Perspektivwechsels notwendige Öffentlichkeitsarbeit des
Bezirksamtes sollte dabei u.a. von der Expertise des Deutschen Down Syndrom InfoCenter e.V.
profitieren (siehe: https://www.ds-infocenter.de/html/aktionen.html).
Weitere Infos zum Welt-Down-Syndrom-Tag: https://ds-int.org/node/90
u.a.: http://www.youtube.com/watch?v=Jg2ZBPw2LyE&feature=related