Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
Antrag CDU und FDP 5.BVV - 3.Ausfertigung.pdf
Größe
148 kB
Erstellt
02.03.17, 04:04
Aktualisiert
28.01.18, 03:48
Stichworte
Inhalt der Datei
3.Ausfertigung
Drucksache
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
TOP 1.30
VIII-0115
Ursprung:
Antrag, Fraktion der CDU
Antrag
Fraktion der CDU und Gruppe der
FDP
Beratungsfolge:
01.03.2017
BVV
BVV/005/VIII
Betreff: Informationsveranstaltung zur geplanten Bebauung der Falkenberger
Straße 151-154
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt Pankow von Berlin wird ersucht, eine für die Öffentlichkeit zugängliche
Informationsveranstaltung unter Beteiligung der Gesobau, des Landesamtes für
Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und
Soziales zu organisieren und diese zeitnah durchzuführen.
Dem Bezirksamt Pankow wird darüber hinaus empfohlen, sich im Vorfeld der
Informationsveranstaltung mit der zuständigen Senatsverwaltung in Verbindung zu
setzen und zu eruieren, ob der geplante Standort für eine modulare Unterkunft
tatsächlich noch
benötigt wird und wenn dies nicht der Fall sein sollte, einen sofortigen Baustopp zu
veranlassen.
Berlin, den 01.03.2017
Einreicher: Fraktion der CDU und Gruppe der FDP
Begründung siehe Rückseite
Abstimmungsergebnis:
beschlossen
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Abstimmungsverhalten:
x
einige
1
einstimmig
mehrheitlich
Ja-Stimmen
Gegenstimmen
Enthaltungen
federführend
x
überwiesen in den Ausschuss für
mitberatend in den Ausschuss für
sowie in den Ausschuss für
Stadtentwicklung und Grünanlagen
3.Ausfertigung
TOP 1.30
Drs. VIII-0115
Begründung:
Wie der Internetseite der Gesobau zu entnehmen ist, plant diese die Errichtung von 66
Wohnungen für 300 Menschen in modularer Bauweise auf dem 6.511m² großen
Grundstück in der Falkenberger Straße 151-154.
Hierbei handelt es sich jedoch nicht um temporäre, ausschließlich von Flüchtlingen
genutzte, Wohnungen. Stattdessen sind die Gebäude für eine normale Lebensdauer
von Neubauten geplant und sollen zukünftig allen Bevölkerungsgruppen als Wohnraum
zur Verfügung stehen (eigene Darstellung der Gesobau).
Insofern handelt es sich bei diesem Bauvorhaben um eine zeitlich unbegrenzte massive
Nachverdichtung des ohnehin schon dicht bebauten Gebiets um die Falkenberger
Straße mit viergeschossigen Gebäuden. Diese Nachverdichtung wird auf Dauer
spürbare Auswirkungen auf die bereits dort wohnenden Menschen haben und den
Charakter der aktuellen Wohnanlage deutlich verändern. Vor diesem Hintergrund
sollten die Betroffenen frühzeitig – insbesondere über die langfristigen Entwicklungen –
informiert und gehört werden.
Nach eigener Aussage der Gesobau als Bauherrin, steht diese gemeinsam mit dem
Bezirksamt Pankow mit zahlreichen Institutionen in Weißensee in direktem Kontakt und
gibt in Form von Informationsschreiben die aktuellen Entwicklungen bekannt. Des
Weiteren ist nach Fertigstellung des Baus ein sogenannter „Tag der offenen Tür“
geplant.
Diese Art der Informationspolitik ist unbefriedigend, zumal bei weitem nicht alle direkt
und indirekt Betroffenen erreicht werden und der Zeitpunkt für eine Information bereits
viel zu spät ist. Dies belegen auch zahlreiche Zuschriften aus der Bevölkerung. Insofern
scheint eine Informationsveranstaltung, über die im Vorfeld breit informiert wird, unter
Beteiligung der zuständigen Behörden und Organisationen dringend geboten.
Beispielgebend für das Format und die Durchführung einer solchen Veranstaltung kann
der vom Bürgerverein Französisch-Buchholz organisierte Bürgerdialog dienen, bei dem
weit über 200 Bürgerinnen und Bürger mit Vertretern von Betreibern, der
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, dem LAF und dem zuständigen
Polizeiabschnitt 13 diskutiert haben.
Am 25. Februar 2017 erklärte die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke
Breitenbach, gegenüber dem rbb, dass der Vertrag mit dem Land Brandenburg zur
Unterbringung von Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf in Kürze
gekündigt werde. Sie begründet dies mit: „Jetzt kommen aber nicht mehr so viele
geflüchtete Menschen, zum einen", sagte Breitenbach. "Zum anderen gehen die
Asylverfahren ausgesprochen schnell. So dass es sich gar nicht lohnt, diese Menschen
nach Wünsdorf zu schicken." Menschen, deren Heimat vom Gesetzgeber als sicheres
Herkunftsland eingeschätzt wurde, wolle das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(Bamf) nicht nach Wünsdorf ziehen lassen. "Damit haben wir keine Menschen, um sie
dort unterzubringen. Wir bezahlen aber jeden Tag viel Geld. Deswegen müssen wir uns
im Senat darüber verständigen, wie wir damit umgehen."
Insofern stellt sich zunächst grundlegend die Frage, ob eine weitere Einrichtung zur
Unterbringung von Flüchtlingen im Bezirk Pankow auch vor dem Hintergrund der in
Kürze zur Verfügung stehenden Kapazitäten im Ortsteil Buch und auf der Elisabethaue
bedarfsgerecht ist. Bis diese Frage beantwortet ist, sollten im Bereich der Falkenberger
Straße, in welchem bereits eine Flüchtlingsunterkunft existiert, keine weiteren
Tatsachen geschaffen werden. Die bereits erfolgten Baumfällungen sind nicht mehr
rückgängig zu machen. Weitere bauvorbereitende Maßnahmen, die zum Rückbau des
Spielplatzes und der Grünanlagen führen würden, sind jedoch vor dem Hintergrund der
zu klärenden Bedarfsfrage vorerst zu stoppen.