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Kommune
Berlin Pankow
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Antwort Mündliche Anfrag BV Giama-Gerdes (Linke), 3 BVV am 14.12.16.pdf
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Erstellt
10.03.17, 04:21
Aktualisiert
28.01.18, 03:39
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Bezirksamt Pankow von Berlin
Bezirksbürgermeister
BV Jasmin Giama-Gerdes
Linksfraktion
über
Vorsteher der BVV
Herrn van der Meer
Beantwortung der Mündliche Anfrage Nr. 63 zur 3. BVV am 14.12.16
„Übergriffe in Pankow“
Sehr geehrte Frau Giama-Gerdes,
Sie haben das Bezirksamt um folgende Auskunft gebeten:
1. Sind dem Bezirksamt die Überfälle bekannt (Sept.- Nov).
2. Was will das Bezirksamt unternehmen?
3. Gibt es bereits Gespräche mit der Polizei?
Zu 1: Dem Bezirksamt sind die Überfälle der letzten Monate bekannt. Es handelt sich
um Vorfälle im Mauerpark (04. September), Bedrohung von Fußballfans am Rande
eines Spieles des BSC (02. Oktober), Beleidigung in der Tram M2 (29.10) sowie jüngst
ein Überfall auf einen Afro-europäischen Jugendlichen (26. November). Am Samstag
organisierte die Mutter des angegriffenen Jugendlichen eine Demonstration zu der ca.
120 Personen kamen. Insgesamt sind dem Pankower Register im Zeitraum September
bis heute vier Angriffe und vier Beleidigungen, Bedrohungen mit einem rassistischen
Motiv bekannt.
Laut dem Pankower Register werden auch Fälle von Alltagrassismus vermehrt
gemeldet, die sich bisher nicht in den Registerzahlen wieder spiegeln. Betroffene
melden, dass es in den letzten zwei Jahren der Alltagsrassismus stark angestiegen ist
und verschiedene Formen von Beleidigung und Bedrohung annimmt.
Zu 2: Das Bezirksamt finanziert seit fünf Jahren die Pankower Registerstelle zur
Erfassung von Überfällen und Übergriffen (vorher über LAP Pankow). Mit der Förderung
der bezirklichen Netzwerkstelle Moskito, werden geeignete Strukturen und Aktionen
umgesetzt, um aktiv gegen Rechtsradikale vorzugehen.
Hier eine Auswahl an konkreten Maßnahmen, an denen das Bezirksamt beteiligt ist
bzw. diese unterstützt:
- Beratung und Unterstützung der Anwohner/innen, die sich gegen die Übergriffe
der BfC Fans richten. Erstes Treffen ist für Anfang des Jahres vorgesehen.
Ansprechpartner ist Moskito.
-
Die Nachfrage nach Argumentationstrainings gegen Rechtsradikalismus ist
gestiegen. Diese werden als Präventionsmaßnahme weiterhin von Moskito
angeboten.
Es ist geplant 2017 im Rahmen von „Demokratie leben!“ das Thema
Alltagsrassismus aufzugreifen und mit niedrigschwelligen Projekten zu
untersetzen.
Im Forum gegen Rechtsradikalismus tauscht sich das Bezirksamt regelmäßig mit
der Polizei, anderen Ämtern sowie allen Fraktionen der BVV über geeignete
Strategien im Kampf gegen Rechtsradikalismus aus. Das nächste Treffen findet
im ersten Quartal 2017 statt.
Die Integrationsbeauftragte setzt zahlreiche Aktivitäten um, die Diskriminierung
klar benennen und abwenden sollen (Flyer Anti-Diskriminierung, AG Diversity
geführt von Migrantinnenselbstorganisationen, Diskriminierung aufgrund der
Sprache etc.
Zu 3: Es gab keine konkreten Gespräche mit der Polizei, die sich speziell mit den
Überfällen beschäftigten. Das Bezirksamt steht aber mit verschiedenen Vertreterinnen
und Vertretern der Polizei in regelmäßigen Austausch.
Freundliche Grüße
Sören Benn