Daten
Kommune
Berlin Pankow
Dateiname
2. Ausfertigung Antrag Bü90/Grüne 6. BVV.pdf
Größe
120 kB
Erstellt
07.04.17, 04:29
Aktualisiert
28.01.18, 03:52
Stichworte
Inhalt der Datei
2. Ausfertigung
Drucksache
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Antrag
TOP 1.32
VIII-0141
Ursprung:
Antrag, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,
Linksfraktion
Beratungsfolge:
05.04.2017
BVV
BVV/006/VIII
Betreff: Informationstafel über Sebastian Haffner auf dem Gelände des Kulturund Bildungszentrums Sebastian Haffner an der Prenzlauer Allee
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, eine Informationstafel zum Leben und Wirken Sebastian
Haffners auf dem Gelände des Bildungs- und Kulturzentrums Sebastian Haffner an der
Prenzlauer Allee 227/228 anzubringen bzw. aufzustellen. In den vorbereitenden
Prozess sind das Museum Pankow, die Gedenktafelkommission und der Ausschuss für
Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften einzubeziehen.
Berlin, den 05.04.2017
Einreicher: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:
gez. BV Daniela Billig, BV Dennis Probst, BV Verena Sich
Linksfraktion: gez. BV Christina Pfaff, gez. BV Marie-Therese Lehmann
Siehe 3. Ausfertigung
Begründung siehe Rückseite
Abstimmungsergebnis:
Abstimmungsverhalten:
beschlossen
einstimmig
mehrheitlich
beschlossen mit Änderung
abgelehnt
zurückgezogen
Ja-Stimmen
Gegenstimmen
Enthaltungen
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
mitberatend in den Ausschuss für
sowie in den Ausschuss für
2. Ausfertigung
TOP 1.32
Drs. VIII-0141
Begründung:
Der Kultur- und Bildungsstandort an der Prenzlauer Allee 227/228, bestehend aus
Bibliothek am Wasserturm, Volkshochschule und Museum Pankow, wurde im Jahr 2007
„Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner“ benannt. Über das Schild am Eingang
an der Prenzlauer Allee mit diesem Namen hinaus gibt es jedoch keine Information zur
Person Sebastian Haffners sowie darüber, aus welchem Grund der Standort gerade
nach ihm benannt wurde.
Sebastian Haffner (1907 – 1999) war ein bedeutender Journalist und politischer
Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Vater war Direktor der damaligen Volksschule
in der Prenzlauer Allee, Sebastian Haffner wohnte in seiner Kindheit und Jugend mit
seinen Eltern im Rektorenhaus auf dem Gelände der Schule, die er auch selbst
besuchte. Im Jahr 1933 beendete er in Berlin sein Jurastudium. Wegen der
Machtübernahme der Nationalsozialisten entschied er sich gegen eine juristische
Laufbahn als Richter und begann stattdessen, journalistische Texte, vor allem im
Feuilletonbereich, zu verfassen. Im Jahr 1938 folgte er seiner (in Deutschland als
jüdisch geltenden) Verlobten ins Exil nach England, wo er dann für die Zeitung „The
Oberserver“ arbeitete. 1954 kehrte Sebastian Haffner mit seiner Familie nach
Deutschland zurück und war fortan als politischer Journalist und als Autor historischer
Literatur tätig. Er schrieb für unterschiedliche Zeitungen, insbesondere die “Welt”, den
“Stern” und “Konkret”. Mit Büchern wie „Preußen ohne Legende“, „Anmerkungen zu
Hitler“ und „Von Bismarck zu Hitler“ sowie Beiträgen im Fernsehen wurde er einem
breiten Publikum bekannt. Im Exil hatte Haffner seine Erinnerungen an die Zeit
zwischen 1914 und 1933 aufgeschrieben, das Manuskript wurde unter dem Titel
„Geschichte eines Deutschen“ erst nach seinem Tod im Jahr 2000 veröffentlicht. Als
streitbarer Kommentator politischer Entwicklungen gehörte er lange Zeit zu den
gefragtesten und zugleich umstrittensten Vertretern des politischen Journalismus in
Deutschland.
Am 27. Dezember 2017 jährt sich Sebastian Haffners Geburtstag zum 110.ten Mal, der
Kultur- und Bildungsstandort unter seinem Namen hat 10-jährigen „Geburtstag“. Dies
wäre ein passender Anlass für die Einweihung der Informationstafel.