Daten
Kommune
Kall
Größe
117 kB
Datum
06.04.2017
Erstellt
18.05.17, 18:06
Aktualisiert
18.05.17, 18:06
Stichworte
Inhalt der Datei
BESCHLUSS
aus der 14. Sitzung
des Ausschusses für Bau, Planung, Tourismus und
Wirtschaftsförderung der Gemeinde Kall
vom 06.04.2017
ÖFFENTLICHER TEIL
Zu 3.
Integriertes Handlungskonzept Kall
a) Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes
b) Städtebauliches Modell Bahnhofsvorplatz und Umgebung
Vorlagen-Nr.: 79/2017
Beratungsverlauf:
Herr Krapp, vom Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung, RWTH Aachen, stellt
anhand einer PowerPoint-Präsentation bzw. einem Modell das städtebauliche Konzept für den
Bereich des Bahnhofsplatzes und Umgebung vor. Die Präsentation ist als Anlage der
Sitzungsniederschrift beigefügt.
Herr Krapp stellt folgende Eckpunkte des städtebaulichen Konzeptes heraus:
- der neue Bahnhofsplatz soll klare Kanten durch die beiden geplanten platzbildenden
Bauten (Geschäftshaus „Süd“ und „Nord“) erhalten
- die vorhandene Kleinteiligkeit bzw. offene Bebauung in der Bahnhofstraße soll für
die geplante neue Bebauung durch Untergliederung von Gebäudeabschnitten
fortgesetzt werden
- geplant seien 3 Vollgeschosse mit Satteldach; alternative Darstellung von
Staffelgeschossen (Flachdach mit Staffelgeschoss) in Korrespondenz mit dem
geplanten Haus der Begegnung im rückwärtigen Bereich des Rathauses (Lösung
insgesamt niedriger, Wirkung jedoch größer)
Herr Wildschütz erläutert anschließend die Planung für den Bahnhofsplatz sowie die
Umgestaltung der Bahnhofstraße. Er stellt heraus, dass die Neugestaltung des
Bahnhofsplatzes als erstes Förderprojekt im Rahmen eines gesonderten Programmantrages
zur Städtebauförderung beantragt worden sei. Es ist beabsichtigt, die fertige Entwurfsplanung
bis Ende des Jahres zu erstellen.
Der Planer stellt folgende Eckpunkte heraus bzw. Varianten der Gestaltung vor:
- Der Platz stelle die neue Visitenkarte bzw. das Schlüsselprojekt der Neugestaltung
der sog. neuen Kaller Mitte dar.
- Der vorhandene Höhenunterschied von ca. 3,0 m zwischen Bahnhofstraße und
Bahnhofsgebäude werde durch eine unterbrochene Treppenanlage überwunden.
- Für die Gestaltung des Bahnhofsplatzes seien gut nutzbare hochwertige Materialien
vorgesehen; eine unterschiedliche farbliche Gestaltung der Pflasterflächen (z.B.
Streifen: hell, Zwischenflächen: dunkel) sei geplant.
- Die neu gestaltete Platzfläche beziehe die Bahnhofstraße in die Planung ein.
- Vorstellung verschiedener Varianten für das Brunnenfeld / Wasserspiele vor den
Stufen
- Gestaltung der Fläche vor der geplanten Außengastronomie alternativ in Splitt
- Bäume und eine attraktive Beleuchtung unterstützen die Platzwirkung
- Darüber hinaus müsse die flankierende neue Bebauung gleich gestaltet werden, um
den gesamten Bereich als Ensemble erscheinen zu lassen
- Darüber hinaus werde der Bereich durch die geplante einheitliche Umgestaltung der
Bahnhofstraße aufgewertet:
einheitliche Gestaltung der Seitenbereiche, Gehwege und beidseitiges
Parken unter Bäumen.
Im Anschluss an die Präsentation wurden im Rahmen der anschließenden
Sitzungsunterbrechung mit den anwesenden Anliegern insbesondere folgende
Themenbereiche diskutiert:
barrierefreier Zugang zum Bahnhof; Unterführung zum Bahnhof
Installation eines Aufzuges bzw. Integration in die Bebauung am Bahnhofsplatz;
Förderfähigkeit und Bedenken des Zuschussgebers
Änderung des Busverkehrs
Synergien zwischen der Städtebauförderung und der sog. „MOF 3“ zum barrierefreien
Umbau des Bahnhofs bzw. der Bahnsteige einschließlich Zugänge
Gebäudehöhen
Stellplatzproblematik und -bedarf
SPD-Fraktionsvorsitzender Sohn begrüßt die vorgestellte Neugestaltung der sog. neuen Kaller
Mitte. Die Aussagen des Verkehrsplaners zu den verkehrsrechtlichen Anforderungen für den
Ortskern müsse Berücksichtigung finden. Die Lösung (ohne Mittelstreifen) ermögliche eine
größere Flexibilität im Bereich der Seitenraumnutzung. Ziel sei es, den Ortskern zu stärken.
Hierzu gehöre auch, dass der Verkehr relativ problemlos fließen kann und nicht behindert
werde.
Wesentlich sei auch, dass die Haltebuchten nicht zu eng bemessen seien, um ein komfortables
Parken zu ermöglichen. Die Detailplanung zur Umgestaltung der Bahnhofstraße einschl. Fragen
zu evtl. Beiträgen seien mit den Anliegern noch zu erörtern. Die Gestaltungsvorschläge zum
Bahnhofsplatz (Brunnenanlage bzw. geplante Baumbepflanzung etc.) werden begrüßt.
Die Zugänge bzw. Ausgänge zu den Gleisanlagen müssen verbessert werden.
Ratsherr Schmitz (CDU-Fraktion) sieht das vorgestellte Grundkonzept zur Neugestaltung des
Bahnhofplatzes und Umgebung ebenso positiv. Es müsse ausreichender Parkraum zur
Verfügung stehen. Hinsichtlich der Gestaltung der Rahmenbebauung des Bahnhofplatzes
werde ein geneigtes Dach in Form eines Satteldaches favorisiert. Die Festlegung „3Beschluss der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Tourismus und Wirtschaftsförderung vom 06.04.2017
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geschossig“ könne unterstützt werden, wenn gewährleistet sei, dass die Bebauung nicht über
den Bahnhof hinausrage. Bezüglich der Lösung zur Installation eines Brunnenfeldes sei man
offen.
Ratsherr Klinkhammer (FDP-Fraktion) schließt sich grundsätzlich diesen Ausführungen an. Die
FDP-Fraktion favorisiere ebenso die Satteldachlösung. Die Installation der Wasserspiele sei
auch hinsichtlich der Kosten zu beleuchten. Die Detailplanung solle im finanziellen Rahmen
bleiben.
Die Integration der Aufzuglösung in die privaten Investitionen sei eine mögliche und gute
Alternative zur öffentlichen Lösung. Das Konzept sei insgesamt rund werde Kall aus
städtebaulicher Sicht weiter voranbringen.
Ratsherr Dr. Huppertz (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) schließt sich ebenso diesen
Ausführungen an. Das Konzept sei sehr gut und stelle aus städtebaulicher Sicht eine
Aufwertung und Stärkung des Zentralortes dar. Die Frage zur Dachform solle im Rahmen einer
noch zu erstellenden Gestaltungsvereinbarung bzw. –satzung erörtert und entschieden
werden. Hier sei ebenso die Fassadengestaltung auch im Hinblick auf das Fassadenprogramm
im Rahmen der Städtebauförderung zu regeln.
Bürgermeister Radermacher teilt mit, dass die Verwaltung in den nächsten Wochen eine
Zusage zur Städtebauförderung erwarte.
Darüber hinaus stellt der Bürgermeister heraus, dass die Gemeinde bezüglich der
Umgestaltung der Bahnhofstraße auf das Mitwirken der Anlieger angewiesen sei. Bezüglich der
Beitragsfrage habe die Verwaltung bereits erste Gespräche mit dem Städteund
Gemeindebund geführt. Da bei der geplanten
Umgestaltung der Bahnhofstraße die
städtebaulichen Gesichtspunkte im Vordergrund stehen und die Gehwege in einem für die
Abwicklung des Fußgängerverkehrs ordnungsgemäßen Zustand sind, sei man hier zu der
Ansicht gekommen, dass eine vorteilhafte Veränderung bzw. Verbesserung im
beitragsrechtlichen Sinne nicht gegeben sei.
Beschluss:
a.) Die Ausführungen der Gestaltungsvorschläge für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes werden zur Kenntnis genommen.
b.) Das städtebauliche Massenmodell sowie die vorgestellten Planungsvarianten werden
zur Kenntnis genommen.
Beschluss der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Tourismus und Wirtschaftsförderung vom 06.04.2017
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