Daten
Kommune
Kall
Größe
109 kB
Datum
08.11.2016
Erstellt
17.11.16, 18:05
Aktualisiert
17.11.16, 18:05
Stichworte
Inhalt der Datei
BESCHLUSS
aus der 15. Sitzung
des Rates der Gemeinde Kall
vom 08.11.2016
ÖFFENTLICHER TEIL
Zu 8.
Haus der Begegnung Kall
Vorlagen-Nr.: 206/2016 1. Ergänzung
Beratungsverlauf:
Herr Groß erinnert daran, dass im Fachausschuss Pläne zugesagt worden seien, diese bisher
jedoch noch nicht vorlägen. Bürgermeister Radermacher sagt zu, diese der heutigen
Sitzungsniederschrift beizufügen.
Herr Sohn teilt mit, dass die SPD-Fraktion das Haus der Begegnung zwar grundsätzlich
befürworte, nicht jedoch einen Neubau in der geplanten Form. Die geplante Maßnahme sei in
finanzieller Sicht zu risikoreich. Des Weiteren ergebe sich ein Risiko hinsichtlich des eng
bemessenen Durchführungszeitraums und der strengen Auflagen der Bezirksregierung. Nicht
ausschließbare Unwägbarkeiten könnten das Projekt erschweren und unter Umständen zum
Scheitern bringen. Ferner verbleibe ein nicht unerheblicher finanzieller Eigenanteil bei der
Gemeinde und das Gebäude sei mit einer 20-jährigen Zweckbindung versehen, so dass die
Gemeinde innerhalb dieser Zeit nicht frei über die Nutzung bestimmen könne. Herr Sohn
bemängelt, dass hinsichtlich der voraussichtlich anfallenden Bewirtschaftungskosten bis dato
keine verbindlichen Aussagen getroffen worden seien. Die SPD-Fraktion sei der Ansicht, es
gebe ausreichend Integrations- und Begegnungsstätten in der Gemeinde Kall. Vor dem
Hintergrund des zur Zeit diskutierten Nutzungskonzeptes für die Kaller Haupt- bzw.
Grundschule ergäben sich hier zudem Alternativen in vorhandenen Gebäuden. Ferner sei zu
bedenken, dass bei Abriss der ehem. Gemeindedirektorenwohnung und derzeitigen
Flüchtlingsunterkunft die Bewohner umzusiedeln seien, was erneut Erwerb oder Anmietung
eines geeigneten Objektes zur Folge habe. Aus den vorgenannten Gründen werde die SPDFraktion dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zustimmen.
Die Verwaltung sowie die übrigen Fraktionen äußern ihre Verwunderung über die unerwartete
Kehrtwende der SPD-Fraktion. Bürgermeister Radermacher resümiert, dass es bisher Konsens
in der Angelegenheit gegeben habe und die Beschlüsse einstimmig gefasst worden seien.
Die übrigen Fraktionen bemängeln, dass keine rechtzeitigere Information seitens der SPDFraktion erfolgt sei.
Herr Sohn und Herr Kunz entgegnen, dass die Fraktion im Rahmen der bisherigen
Diskussionen bereits mehrfach weitere Bedenkzeit und Beratungsbedarf angekündigt habe.
Zudem sei man fraktionsintern erst kürzlich, nach eingehender Diskussion zu dem Ergebnis
gekommen, die geplante Maßnahme in der vorliegenden Form nicht mittragen zu können.
Herr Mießeler kann die von der SPD-Fraktion vorgetragenen Bedenken nicht nachvollziehen.
Für ihn sei unverständlich, weshalb die SPD-Fraktion in so bedeutender Angelegenheit einen
plötzlichen Rückzieher mache.
Herr Dr. Wolter stimmt zu, dass strenge Auflagen vorgegeben seien, es sei jedoch im Vorfeld
geprüft worden, ob diese erfüllt werden könnten. Er gibt nochmals den Hinweis, dass es sich
beim Haus der Begegnung um eine Begegnungsstätte für alle Bürger/innen der Gemeinde Kall
handele, nicht um eine reine Integrationsstätte. Er hebt die Wichtigkeit des Projektes und die
Bedeutsamkeit für den Kaller Ortskern hervor. Er gibt zudem zu bedenken, dass die
Bürgerschaft in die Entwicklung involviert gewesen sei und bisher allseits positive Resonanz zu
verzeichnen gewesen sei.
Bürgermeister Radermacher bedauert, dass der Weg nicht weiterhin einstimmig beschritten
werde. Er bietet der SPD-Fraktion eine Sitzungsunterbrechung zwecks Beratungsmöglichkeit
an, die jedoch abgelehnt wird.
Frau Stolz gibt zu bedenken, dass kein positives Signal in die Öffentlichkeit gesendet werde,
sofern heute kein einstimmiger Beschluss gefasst werde. Auch sie kann die vorgetragenen
Bedenken nicht nachvollziehen. Sie sieht in dem Vorhaben eine Chance für den Kaller
Ortskern.
Beschluss:
Gemäß Empfehlung des Ausschusses für Liegenschaften, Forst und Umwelt vom 25.10.2016
-TOP 3- stimmt der Rat der vorgelegten Entwurfsplanung zu und beschließt, die Verwaltung mit
der Umsetzung des Projektes „Haus der Begegnung“ zu beauftragen sowie die erforderlichen
Mittel i.H.v. insgesamt ca. 1.500.000 € in den Haushaltsjahren 2016, 2017 und 2018 zur
Verfügung zu stellen.
Abstimmungsergebnis:
mehrheitlich bei 5 Gegenstimmen
Beschluss der Sitzung des Rates vom 08.11.2016
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