Mitteilungsvorlage (Pflegeplanung Kreis Düren Bericht 2017)

Daten

Kommune
Hürtgenwald
Größe
1,4 MB
Datum
07.12.2017
Erstellt
28.11.17, 16:01
Aktualisiert
28.11.17, 16:01

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F Fortschreibung der kommunalen Pflegeplanung im Kreis Düren Jahresbericht 2017 zum Stand 31.12.2016 Bearbeiter: Dr. Dietrich Engels und Gianna Cannizzaro ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH Köln, den 14.07.2017 ISG - INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG UND GESELLSCHAFTSPOLITIK GMBH Weinsbergstraße 190, 50825 Köln www.isg-institut.de Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung .......................................................................................................... 3 2. Demografische Entwicklung im Jahresverlauf ..................................................... 3 3. Angebote der pflegerischen und pflegeergänzenden Versorgung am Jahresende 2016 .......................................................................................... 5 3.1. Pflegerische Angebote ................................................................................................. 5 3.2. Pflegeergänzende und präventive Angebote .............................................................. 9 3.3. Wohnen im Alter........................................................................................................ 16 4. Bedarfsanalyse der pflegerischen und pflegeergänzenden Angebote im Kreis Düren ................................................................................................. 19 5. Versorgungsdichte und Entwicklungsbedarf in den Städten und Gemeinden .... 25 5.1 Versorgungslage in der Gemeinde Aldenhoven ........................................................ 25 5.2 Versorgungslage in der Stadt Düren .......................................................................... 27 5.3 Versorgungslage in der Stadt Heimbach ................................................................... 29 5.4 Versorgungslage in der Gemeinde Hürtgenwald....................................................... 30 5.5 Versorgungslage in der Gemeinde Inden .................................................................. 32 5.6 Versorgungslage in der Stadt Jülich ........................................................................... 33 5.7 Versorgungslage in der Gemeinde Kreuzau .............................................................. 35 5.8 Versorgungslage in der Gemeinde Langerwehe ........................................................ 36 5.9 Versorgungslage in der Stadt Linnich ........................................................................ 38 5.10 Versorgungslage in der Gemeinde Merzenich .......................................................... 39 5.11 Versorgungslage in der Stadt Nideggen .................................................................... 40 5.12 Versorgungslage in der Gemeinde Niederzier ........................................................... 42 5.13 Versorgungslage in der Gemeinde Nörvenich ........................................................... 43 5.14 Versorgungslage in der Gemeinde Titz ...................................................................... 45 5.15 Versorgungslage in der Gemeinde Vettweiß ............................................................. 46 6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ..................................................... 48 6.1 Bilanz der Entwicklung bis zum Jahresende 2016 ..................................................... 48 6.2 Empfehlungen ............................................................................................................ 51 2 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 1. Einleitung Der Kreis Düren hat das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik im Jahr 2016 mit der Durchführung einer kommunalen Pflegeplanung gemäß § 7 Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG) beauftragt. Der Bericht zur kommunalen Pflegeplanung wurde am 24. Juni 2016 fertiggestellt und dem Auftraggeber vorgelegt.1 In diesem Bericht wurden die Folgen des demografischen Wandels analysiert, der Unterstützungsbedarf der älteren Bevölkerung identifiziert, die bestehenden Versorgungsangebote systematisiert und auf ihre Bedarfsgerechtigkeit hin geprüft. Die kommunale Pflegeplanung umfasst eine kontinuierliche Fortschreibung, um das Versorgungssystem auch zukünftig passgenau gestalten und verbessern zu können. Dazu sind die Instrumente für ein fortlaufendes Monitoring der pflegerischen Angebotsstruktur, die das ISG in enger Absprache mit dem Kreis Düren entwickelt hat, fortzuführen und ggf. im Hinblick auf sich verändernde Erkenntnis- und Anwendungsbedarfe weiterzuentwickeln. Anhand dieser Instrumente werden jährliche Fortschreibungsberichte erstellt, die auf die im Jahresverlauf beobachteten Veränderungen fokussieren, ohne die Grundlagenanalysen zu wiederholen. Vor diesem Hintergrund hat der Kreis Düren das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik mit der wissenschaftlichen Begleitung der Fortschreibung der kommunalen Pflegeplanung beauftragt. Dabei handelt es sich nicht um einen Bericht mit gleicher Ausführlichkeit wie der o.g. Grundlagenbericht 2016, der weiterhin seine Gültigkeit behält, sondern hier stehen die Entwicklungen bis zum Jahresende 2016 im Vordergrund, insbesondere die Entwicklung der älteren Bevölkerung und der für Pflegebedürftige zur Verfügung stehenden Angebote. 2. Demografische Entwicklung im Jahresverlauf Die Zahl und Altersstruktur der Einwohner ist immer mit einem Jahr Verzug verfügbar. Daher wurde die Bestandsaufnahme zum Jahresende 2015 auf die Bevölkerungsstatistik 2014 bezogen. Die hier vorliegende Fortschreibung zum Stand Jahresende 2016 setzt die ermittelten Kapazitäten der pflegerischen Versorgung ins Verhältnis zu der Bevölkerungszahl zum Jahresende 2015. Zum 31.12.2014 wies der Kreis Düren 259.073 Einwohner auf (Abbildung 1). Im Verlauf des Jahres 2015 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf 262.828 Einwohner zum 31.12.2015, dies entspricht einem Bevölkerungszuwachs von 1,4%. Einen Zuwachs verzeichnet auch die Altersgruppe der unter 40-Jährigen (+3%), während die Zahl der 40- bis 59-Jährigen leicht gesunken (-1%) und die Zahl der 60- bis 69-Jährigen leicht gestiegen (+1%) ist. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Einwohner im Alter ab 80 Jahren (+4%). 1 ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (2016): Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren, hrsg. vom Kreis Düren. 3 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Abbildung 1: Quelle: IT.NRW: Bevölkerungsstatistik 2014 und 2015 Kreis Düren, Berechnung des ISG 2017 Da Pflegebedürftige überwiegend der Altersgruppe der ab 80-Jährigen angehören, werden für den Kreis Düren Versorgungskennziffern für Hilfe- und Pflegeangebote ermittelt, die sich auf diese Altersgruppe beziehen. Der Zuwachs dieser Altersgruppe um 4% wirkt sich somit unmittelbar auf die Versorgungsdichte aus. Stehen in einem bestimmten Versorgungsbereich beispielsweise 1.000 Plätze zur Verfügung, beträgt die Versorgungsdichte bezogen auf die ältere Bevölkerung für das Jahr 2014 durchschnittlich 7,1 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren bei einer Gesamtzahl von 14.029 Personen in diesem Alter. Bezogen auf die ältere Bevölkerung im Jahr 2015 beträgt die Versorgungsdichte bei gleicher Kapazität von 1.000 Plätzen nur noch 6,9 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Die Versorgungsdichte wird also durch zwei Faktoren bestimmt: Durch die Veränderung der Zahl der Älteren und durch die Veränderung der Versorgungskapazitäten aufgrund von Abbau oder Erweiterung des Pflegeangebots. Wenn die Zahl der älteren Menschen steigt, die Versorgungskapazitäten aber unverändert bleiben, verschlechtert sich die Versorgungsdichte. Dies kommt in einer niedrigeren Versorgungskennziffer zum Ausdruck. Aus der zunehmenden Zahl älterer Menschen resultiert ein Anstieg der Personen, die auf Hilfe- und Pflegeleistungen angewiesen sind. 4 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 3. Angebote der pflegerischen und pflegeergänzenden Versorgung am Jahresende 2016 Die Angebote der pflegerischen und pflegeergänzenden Versorgung werden auf der Ebene des gesamten Kreises Düren sowie der Städte und Gemeinden des Kreises Düren dargestellt. 3.1. Pflegerische Angebote Der Kern des Versorgungsystems umfasst pflegerische Angebote im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich. Dazu gehören ambulante Pflegedienste, Tagespflegeangebote, Kurzzeitpflege sowie Angebote der stationären Pflege. Auch das Angebot an Hilfe- und Pflegeleistungen wurde recherchiert und systematisch erfasst und jeweils auf Kreisebene und der Ebene der Städte und Gemeinden dargestellt. Zur besseren Vergleichbarkeit der einzelnen Städte und Gemeinden untereinander wurden Kennzahlen gebildet, indem die vorhandene Versorgungskapazität auf die Bevölkerung ab 80 Jahren bezogen wird. Diese Bevölkerungsgruppe wird als Bezugsgruppe gewählt, weil Hilfe- und Pflegebedarf weit überwiegend in dieser Altersgruppe auftreten (s. oben Abschnitt 2). (1) Ambulante Dienste Ambulante Pflegedienste übernehmen die pflegerische und häufig gleichzeitig auch die hauswirtschaftliche Versorgung älterer Menschen in Privathaushalten. Zusätzlich zählen solche Dienste häufig auch medizinische Behandlungspflege zu ihrem Leistungsspektrum. Im Kreis Düren sind zum Ende des Jahres 2016 insgesamt 47 ambulante Pflegedienste ansässig, d.h. die Zahl der ambulanten Pflegedienste ist kreisweit seit Jahresende 2015 um zwei Anbieter gestiegen (Tabelle 1). Dies resultiert aus der Schließung eines Dienstes in der Stadt Düren und der Neueröffnung von drei Diensten in der Stadt Jülich. In drei Kommunen des Kreises sind keine ambulanten Pflegedienste ansässig. Da ambulante Pflegedienste mobil agieren, müssen diese für ihre Klienten nicht wohnortnah vorhanden sein. Dennoch werden hier aus Gründen der Vergleichbarkeit die Kapazitäten der ambulanten Dienste auf die ältere Bevölkerung des Ortes bezogen, in dem der Dienst seinen Sitz hat. Die Personalkapazität in den ambulanten Pflegediensten hat sich nach der Pflegestatistik 2015 auf 803 Mitarbeiter erhöht. Bezogen auf die ältere Bevölkerung ab 80 Jahren ergibt sich am Jahresende 2016 auf Kreisebene eine Versorgungsdichte von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Die Versorgungsdichte ist also, trotz gestiegener Mitarbeiterzahlen, im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der wachsenden älteren Bevölkerung gleich geblieben. Die höchste Versorgungsdichte weisen dabei Inden mit 10,5 Mitarbeitern und Niederzier mit 8,3 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren auf. 5 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 1: Versorgung durch ambulante Dienste Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Dienste Personal je 100 ab 80 J. 4 35 4,9 17 335 6,9 0 0 0,0 2 24 5,0 1 37 10,6 5 69 3,9 3 44 4,4 1 17 2,2 3 56 7,4 1 17 3,4 2 48 8,1 3 53 8,1 3 37 8,2 0 0 0,0 0 0 0,0 45 772 5,5 Dienste 4 16 0 2 1 8 3 1 3 1 2 3 3 0 0 47 Stand 31.12.2016 Personal je 100 ab 80 J. Differenz 28 3,9 -1,0 361 7,2 0,3 0 0,0 0,0 22 4,3 -0,7 37 10,5 -0,1 84 4,5 0,6 33 3,2 -1,2 20 2,4 0,2 60 7,8 0,4 20 3,8 0,4 44 7,5 -0,6 57 8,3 0,2 37 7,5 -0,7 0 0,0 0,0 0 0,0 0,0 803 5,5 0,0 Personal: Schätzung auf Basis der ISG-Befragung 2016 und der Pflegestatistik 2015 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 (2) Tagespflege Tagespflegeeinrichtungen bieten Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf tageszeitlich begrenzte Betreuung und Pflege an, die mit einer Tagesstrukturierung einhergeht. Dieses Angebot eignet sich besonders zur Unterstützung der häuslichen Pflege und der Entlastung pflegender Angehöriger. So können auch Betroffene von Demenz länger in der eigenen privaten Wohnung verbleiben. Am Jahresende 2016 bieten 18 Tagespflegeeinrichtungen im Kreis Düren 289 Plätze zur Betreuung und Pflege an (Tabelle 2). Durch eine neue Einrichtung in Titz hat sich das Angebot gegenüber dem Vorjahr um 18 Plätze erhöht. Auch die Versorgungsdichte hat sich dadurch leicht erhöht von 1,9 auf 2,0 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. In konkreter Planung befinden sich weitere 160 Tagespflegeplätze. In sechs Kommunen fehlt weiterhin ein solches Angebot, was problematisch werden kann, da Tagespflege aufgrund von An- und Abfahrtszeiten wohnortnah vorhanden sein sollte. 6 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 2: Angebote der Tagespflege Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Plätze je 100 ab 80 J. 0 0,0 85 1,7 0 0,0 0 0,0 14 4,0 14 0,8 32 3,2 28 3,5 53 7,0 21 4,1 24 4,1 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0 271 1,9 Stand 31.12.2016 Plätze je 100 ab 80 J. 0 0,0 85 1,7 0 0,0 0 0,0 14 4,0 14 0,8 32 3,1 28 3,4 53 6,8 21 4,0 24 4,1 0 0,0 0 0,0 18 3,9 0 0,0 289 2,0 Differenz 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -0,1 -0,1 -0,2 -0,1 0,0 0,0 0,0 3,9 0,0 0,1 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 (3) Kurzzeitpflege Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI wird als zeitlich befristete stationäre Pflege für bis zu vier Wochen finanziert. Weiterhin wird die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI für bis zu vier Wochen finanziert, wenn pflegende Angehörige die Pflege vorübergehend nicht leisten können. Beide Angebotsformen richten sich an Pflegebedürftige, deren häusliche Versorgung vorübergehend nicht gewährleistet ist, beispielsweise wenn pflegende Angehörige in den Urlaub fahren oder durch Krankheit verhindert sind. Die Kurzzeitpflege kann auch in einer Übergangsphase nach einem Krankenhausaufenthalt in Anspruch genommen werden. Diese Übergangszeit kann beispielsweise zur Organisation von Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch genommen werden. Im Kreis Düren verfügen 36 Einrichtungen über ein Kurzzeitpflegeangebot (Tabelle 3). Meist handelt es sich dabei um eingestreute Kurzzeitpflege in stationären Pflegeeinrichtungen, nur eine Einrichtung mit 11 Plätzen bietet Kurzzeitpflege in eigenständiger und verlässlicher Form an. Insgesamt stehen der pflegebedürftigen Bevölkerung des Kreises derzeit 170 Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung, dies sind neun Plätze mehr als im Jahr zuvor. Die Kennziffer der pflegerischen Versorgung ist dadurch von 1,1 auf 1,2 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren gestiegen. Weitere 44 Kurzzeitpflegeplätze sind derzeit geplant. 7 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 3: Angebote der Kurzzeitpflege Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Plätze je 100 ab 80 J. 3 0,4 72 1,5 5 1,7 5 1,1 0 0,0 8 0,5 0 0,0 10 1,3 19 2,5 4 0,8 17 2,9 6 0,9 7 1,6 3 0,7 2 0,5 161 1,1 Stand 31.12.2016 Plätze je 100 ab 80 J. 3 0,4 72 1,4 5 1,6 5 1,0 0 0,0 8 0,4 3 0,3 10 1,2 19 2,4 8 1,5 20 3,4 6 0,9 7 1,4 2 0,4 2 0,5 170 1,2 Differenz 0,0 -0,1 -0,1 -0,1 0,0 -0,1 0,3 -0,1 -0,1 0,7 0,5 0,0 -0,2 -0,3 0,0 0,1 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 (4) Stationäre Pflege Wenn die Möglichkeiten der ambulanten und teilstationären Pflege ausgeschöpft sind und Pflegebedürftige in ihrer Privatwohnung nicht mehr bedarfsgerecht betreut und gepflegt werden können, ist ein Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung meist unvermeidbar. Da es sich um eine recht kostenintensive Pflegeform handelt, sollte diese erst in Anspruch genommen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten der vorstationären Pflege ausgeschöpft sind. Die konzeptionelle Gestaltung der Pflege und Betreuung in stationären Einrichtungen wurde in den vergangenen Jahren in Richtung auf innovative Wohn-, Pflege- und Betreuungskonzepte weiterentwickelt. Das Angebot an stationärer Pflege besteht im Kreis Düren am Jahresende 2016 aus 44 Pflegeeinrichtungen mit 2.932 Plätzen (Tabelle 4). Somit wurde die Anzahl der Pflegeplätze gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze erhöht. Aus dieser geringen Zunahme und dem stärkeren Anstieg der älteren Bevölkerung resultiert kreisweit eine Versorgungsdichte von 20,1 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Versorgungsdichte bei 20,9 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren lag, hat sich also die Versorgungsdichte der stationären Pflege leicht verschlechtert, sie liegt aber immer noch deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt (s.u. Tabelle 12). 8 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Wenn weitere 629 Plätze in Betrieb genommen werden, die derzeit schon konkret geplant sind, so erhöht sich allerdings die Versorgungsdichte auf 24,5 stationäre Pflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Tabelle 4: Angebote der vollstationären Pflege Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Plätze je 100 ab 80 J. 76 10,9 1.104 22,6 112 37,3 76 16,2 42 12,0 232 13,1 44 4,4 121 15,3 161 21,2 80 15,7 298 50,4 168 25,9 200 44,4 133 32,0 80 21,2 2.927 20,9 Stand 31.12.2016 Plätze je 100 ab 80 J. 76 10,6 1.086 21,6 112 35,2 76 15,0 42 12,0 232 12,5 44 4,3 121 14,5 161 20,7 80 15,4 298 50,7 168 24,4 222 45,4 134 29,4 80 20,7 2.932 20,1 Differenz -0,3 -1,0 -2,1 -1,2 0,0 -0,6 -0,1 -0,8 -0,5 -0,3 0,3 -1,5 1,0 -2,6 -0,5 -0,8 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 3.2. Pflegeergänzende und präventive Angebote Die kommunale Pflegesozialplanung beschränkt sich nicht nur auf den Kernbereich der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege, sondern umfasst auch Maßnahmen und Hilfen, die über die rein pflegerische Versorgung hinausgehen. Nur durch das Einbeziehen dieses breiten Spektrums an Unterstützungsmöglichkeiten können Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf möglichst lange in ihrer Privatwohnung verbleiben. (1) Information und Beratung, Begegnung und Hilfen bei Demenz Pflegebedürftige und deren Angehörige benötigen häufig Informationen zu Hilfe- und Pflegeangeboten, welche nur durch fachkundige Beratungsstellen gewährleistet werden können. Für einen umfassenden Gesamtüberblick über die facettenreichen bedarfsgerechten Hilfearrangements und Pflegeangebote sorgen besonders trägerunabhängige kommunale Beratungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im Bereich Beratung, Begegnung, Selbstorganisation und Hilfen bei Demenz bis zum Jahresende 2016 nur geringe Veränderungen (Tabelle 5). 9 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 5: Beratung, Begegnung, Selbstorganisation, Hilfe bei Demenz Stand 31.12.2016 Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren 2016 Beratung 0 2 0 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 3 10 7 5 1 20 5 1 0 2 2 7 1 1 1 66 0 1 0 0 0 6 0 0 1 0 0 0 0 0 0 8 0 10 1 2 0 7 1 2 1 0 2 1 0 0 1 28 Kreis Düren 2015 3 50 3 23 Begegnung Selbstorganisation Hilfe bei Demenz Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis Drei Informations- und Beratungsstellen in kommunaler Trägerschaft, von denen zwei in der Stadt Düren und eine in der Stadt Jülich ansässig sind, leisten umfangreiche Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Insgesamt 66 Begegnungsangebote für Ältere, welche zur Prävention von Vereinsamung im Alter beitragen, wurden zum Jahresende 2016 für den Kreis Düren ermittelt, dies sind 16 Angebote mehr als im Vorjahr. Die meisten dieser Angebote (20) gibt es in der Stadt Jülich. Für Linnich konnte kein solches Begegnungsangebot ermittelt werden. Acht Angebote zur Selbstorganisation zum Jahresende 2016 ermöglichen es Älteren, ihre Interessen zu vertreten, im Vorjahr wurden nur drei dieser Angebote gezählt. Neben zwei Seniorenbeiräten umfasst das Angebot an Selbstorganisation auch einen Generationenbeirat, in dem Vertreter verschiedener Generationen die Interessen ihrer Altersgenossen vertreten, sowie selbstorganisierte Helferangebote. Für Betroffene von Demenz und deren Angehörige können Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse dieser Personen angepasst sind, eine große Entlastung darstellen. Der Kreis Düren weist 28 solcher Angebote auf (Vorjahr: 23), darunter Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz, Demenzcafés und Gesprächskreise für Angehörige. Mehrheitlich befinden sich diese Angebote in der Stadt Düren. 10 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren (2) Niedrigschwellige haushaltsnahe Dienstleistungen Für Ältere kann die selbstständige Führung eines Haushalts zur Herausforderung werden, auch wenn sie nicht im Sinne des SGB XI pflegebedürftig sind. Häufig benötigen die Betroffenen Hilfe bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben. Familienangehörige und Freunde können diese Hilfe nicht immer leisten, besonders wenn die Hilfebedürftigen an einem anderen Ort wohnhaft sind. Ambulante Dienste, wie Haushaltshilfen, können Hilfebedürftige bedarfsgerecht im Alltag unterstützen. Gleichzeitig werden Angehörige durch solche Hilfeangebote entlastet. Soll das Ziel erreicht werden, älteren Menschen so lange wie möglich den Verbleib in der Privatwohnung zu ermöglichen, muss die kommunale Pflegeplanung auch das Angebot an Hilfemöglichkeiten für Ältere zur Bewältigung des Alltags berücksichtigen. Tabelle 6: Niedrigschwellige haushaltsnahe Dienstleistungen Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren 2016 Kreis Düren 2015 Hilfe im Haushalt Mahlzeiten Hausnotruf Fahrdienste 0 3 0 0 0 1 1 0 0 0 0 0 0 0 0 5 1 4 1 0 1 3 2 0 2 0 1 1 2 0 0 18 0 5 1 0 1 2 2 0 1 0 1 1 2 0 0 16 0 2 0 0 0 1 0 0 0 0 0 0 1 0 0 4 3 17 16 4 Quelle: Anbieter niedrigschwelliger Dienstleistungen; Angebotsverzeichnis Im Kreis Düren gibt es derzeit fünf Anbieter, die Hilfe im Haushalt speziell für die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung anbieten (Tabelle 6). Dies sind zwei Anbieter mehr als noch im Jahr 2015. Zu den Hilfeleistungen der Anbieter zählen u.a. die Reinigung der Wohnung, Waschen der Wäsche oder das Erledigen von Einkäufen. Die Zahl der Menüserviceanbieter hat sich seit dem Jahr 2015 um ein Angebot auf 18 erhöht, was Ältere und deren Angehörige im Alltag entlastet. Klienten dieser Dienste können vorab auf einer Menükarte zwischen verschiedenen Gerichten auswählen und 11 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren selbst bestimmen wie häufig sie den Service in Anspruch nehmen wollen. Dabei werden meist nach Absprache auch spezielle Ernährungsformen und gesundheitliche Diäten berücksichtigt. Mit dem Alter einhergehende gesundheitliche Einschränkungen können zu kleineren Unfällen im Haushalt führen. Dies kann besonders für Menschen, die alleine leben, problematisch werden, da für Ältere mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen das selbstständige Aufstehen nach einem Sturz bereits schwierig werden kann. Die Angst vor einer solchen Situation der Hilfslosigkeit kann älteren Menschen den Verbleib in ihrer eigenen Privatwohnung erschweren. Durch einen Funksender, der direkt am Körper getragen wird, können Senioren in solchen Situationen einen Notruf an Anbieter eines Hausnotrufsystems versenden, ohne dabei das Telefon benutzen zu müssen. Anschließend fahren die Mitarbeiter des Hausnotrufdienstes zu den Wohnungen der Hilferufenden, um ihnen behilflich zu sein. Im Jahr 2016 waren im Kreis Düren wie im Vorjahr 16 Hausnotrufanbieter ansässig. Auch die Mobilität wird mit zunehmendem Alter schwierig. Viele Ältere können lange Strecken nicht mehr fußläufig bewältigen, öffentliche Verkehrsmittel sind meist nicht barrierefrei und daher keine ausreichende Alternative. Fahrdienste ermöglichen Senioren mehr Mobilität, da weitere Strecken zurückgelegt werden können. Die Fahrer holen ihre Klienten zu Hause ab und fahren diese zum Ort ihrer Wahl. Dies ermöglicht Senioren mehr Selbstständigkeit im Alltag z.B. durch das Wahrnehmen von Terminen und die Teilhabe an Veranstaltungen, welche fußläufig nicht erreichbar sind. Kreisweit bieten derzeit vier Anbieter Fahrdienste für Senioren an. Die Anbieterzahl hat sich im Vergleich zum Jahr 2015 also nicht verändert. Im Rahmen des Landesförderplans Alter und Pflege wurden zur Entwicklung altengerechter Quartiere die beiden Städte Heimbach und Jülich gefördert. Ziel dieser Projektförderung ist die Entwicklung eines Quartiers durch u.a. den Aufbau von Versorgungsnetzwerken, Nachbarschaftshilfen sowie wohnortnahen Entlastungs- und Unterstützungsangeboten. (3) Gesundheitsversorgung Möchten Ältere in ihrer Privatwohnung verbleiben, so ist ein guter Zugang zu niedergelassenen Ärzten und Apotheken ebenfalls wichtig. Auch die klinische Gesundheitsversorgung und die angesiedelten Schnittstellen zur Überleitung vom Krankenhaus in die Privatwohnung sind für Senioren in Privathaushalten wichtig. Da Hausärzte für ihre älteren Patienten häufig als Vertrauensperson fungieren, werden in der folgenden Tabelle ausschließlich solche niedergelassenen Allgemeinmediziner im Kreis Düren verzeichnet. Im Jahr 2016 wird die hausärztliche Versorgung von insgesamt 163 Ärzten übernommen, damit wurden 25 Ärzte mehr als im Vorjahr registriert (Tabelle 7). Die Versorgungskennziffer hat sich von 1,0 auf 1,1 Hausärzte je 100 Ältere ab 80 Jahren leicht verbessert. 12 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 7: Gesundheitsversorgung: Niedergelassene Ärzte und Apotheken Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren 2016 Kreis Düren 2015 Kreis Düren 2016 Ärzte je 100 ab 80 J. Apotheken je 100 ab 80 J. 10 1,4 3 0,4 45 0,9 25 0,5 5 1,6 1 0,3 3 0,6 1 0,2 8 2,3 1 0,3 33 1,8 6 0,3 7 0,7 2 0,2 7 0,8 2 0,2 10 1,3 3 0,4 6 1,2 2 0,4 9 1,5 3 0,5 7 1,0 2 0,3 4 0,8 1 0,2 6 1,3 2 0,4 3 0,8 1 0,3 163 1,1 55 0,4 138 1,0 55 0,4 Quelle: Landesgesundheitsportal NRW; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Die Versorgung mit Medikamenten wird im Kreis Düren zum Jahresende 2016 von 55 Apotheken bzw. 0,4 Apotheken je 100 Ältere ab 80 Jahren gewährleistet. Zwischen den verschiedenen Kommunen des Kreises variiert die Kennziffer der Versorgung zwischen 0,2 und 0,5 Apotheken je 100 Ältere ab 80 Jahren. Sowohl die derzeitige Anzahl an Apotheken als auch die Versorgungskennziffer sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Auch die klinische Versorgung ist ein wichtiges Element der Gesundheitsversorgung und hat für ältere Menschen einen besonders hohen Stellenwert, da gesundheitliche Einschränkungen und Probleme im Alter zunehmen, insbesondere auch in der Kombination mehrerer Krankheiten (Multimorbidität), die sich wechselseitig verstärken und die Lebensqualität im Alter beeinträchtigen. Seit Ende des Jahres 2015 hat sich die Anzahl der im Kreis Düren zur Verfügung stehenden Betten in Kliniken (einschließlich Reha-Kliniken) nicht verändert, d.h. sechs Kliniken verfügen derzeit über insgesamt 1.445 Klinikbetten (Tabelle 8). Da die Anzahl der Klinikbetten im Gegensatz zur Anzahl der Älteren ab 80 Jahren nicht gestiegen ist, hat sich die Versorgungskennziffer von 10,3 Klinikbetten je 100 Ältere ab 80 Jahren auf 9,9 Klinikbetten je 100 Ältere ab 80 Jahren leicht verschlechtert. 13 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 8: Gesundheitsversorgung: Kliniken Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren 2016 Klinik/ Reha 0 4 0 0 0 1 0 0 1 0 0 0 0 0 0 6 Kreis Düren 2015 6 Kreis Düren 2016 Betten je 100 ab 80 J. Psych.Klinik Plätze je 100 ab 80 J. 0 0,0 0 0 0,0 1.149 22,8 1 488 9,7 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 156 8,4 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 140 18,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 1.445 9,9 1 488 3,4 1.445 10,3 1 488 3,5 Quelle: Landesgesundheitsportal NRW; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Eine Klinik in der Stadt Düren bietet Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen an. Zum Jahresende 2016 stehen hier 488 Plätze zur Verfügung. Da die derzeitige Platzzahl in der psychiatrischen Klinik nicht von der Platzzahl des Jahres 2015 abweicht, ist die Versorgungkennziffer leicht gesunken (3,4 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren). (4) Sterbebegleitung Die finale Form der Unterstützung insbesondere für ältere Menschen ist die palliativmedizinische und psychosoziale Begleitung im Prozess des Sterbens. Sterbebegleitung umfasst Palliativpflege und Palliativmedizin sowie die Begleitung durch Hospizdienste. Die palliativmedizinische Versorgung soll die Lebensqualität von Menschen im Prozess des Sterbens verbessern, indem Leiden früh behandelt und Schmerzen gelindert werden. Im ambulanten Bereich bieten im Kreis Düren zum Jahresende 2016 wie im Vorjahr sechs Ärzte palliativmedizinische Versorgung an (Tabelle 9). Von den insgesamt 47 ambulanten Pflegediensten im Kreis Düren haben im Jahr 2016 ausschließlich zwei Dienste auch palliativpflegerische Versorgung angeboten. Somit ist die Anzahl der ambulanten Pflegedienste mit Palliativversorgung im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. 14 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 9: Sterbebegleitung Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren 2016 Kreis Düren 2015 Stand 31.12.2016 Palliativpflege Ärzte Pflegedienst 0 0 3 0 1 0 0 0 0 0 1 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 0 0 0 0 0 0 6 2 6 2 Hospizbegleitung ambulant stationär 0 0 1 1 0 0 0 0 0 0 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 0 1 0 0 0 0 0 0 0 6 1 6 1 Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin; Verwaltung des Kreises Düren; Berechnung des ISG 2017 Als weitere Komponente erfordert die Sterbebegleitung eine emotionale und seelsorgerische Begleitung sowohl der Sterbenden als auch ihrer Angehörigen. Hierzu gehören intensive Gespräche sowie psychologische Betreuung, aber auch biografische Aufarbeitung und kleinere Hilfen. Eine solche Form der Hilfe und Unterstützung leisten sowohl ambulante Hospizdienste als auch stationäre Hospize. Seit dem Jahresende 2015 hat sich die Zahl der ambulanten Hospizdienste nicht verändert. Somit sind derzeit sechs solcher Dienste im Kreis Düren ansässig, davon drei in der Stadt Jülich. Diese Angebotsform eignet sich besonders für Menschen, die lieber in ihrer Privatwohnung sterben möchten. Neben den ambulanten Hospizdiensten existiert zum Jahresende 2016, wie im Vorjahr, kreisweit ein stationäres Hospiz in der Stadt Düren mit zehn Plätzen. Dieses Angebot richtet sich an jene, die im Prozess des Sterbens nicht in der Privatwohnung oder im Krankenhaus verbleiben können oder wollen. 15 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 3.3. Wohnen im Alter Ob älteren Menschen mit Hilfe- oder Pflegebedarf der Verbleib in einer eigenen Wohnung möglich ist, hängt davon ab, ob die Wohnung und die unmittelbare Wohnumgebung bedarfsgerecht gestaltet sind. Entscheidend sind dabei die baulichen Gegebenheiten, wie Barrierefreiheit innerhalb der Wohnung sowie ein barrierefreier Zugang zur Wohnung. Auch ein barrierefreies Wohnumfeld kann zum Verbleib in einer eigenen Wohnung beitragen, dabei ist es wichtig, dass Straßenbelag und Bordsteinkanten keine Hindernisse darstellen und dass der öffentliche Personennahverkehr sowie zentrale Dienste und Einrichtungen, Einkaufsgelegenheiten, Behörden und Cafés gut erreichbar sind. Ein gutes soziales Umfeld und hilfsbereite Nachbarn können für Ältere in Privatwohnungen eine große Unterstützung sein. (1) Betreutes Wohnen Betreutes Wohnen eignet sich für Ältere, die auf Hilfe- oder Pflegeleistungen angewiesen sind, jedoch die Eigenständigkeit eines eigenen Haushalts erhalten möchten. In den Betreuten Wohnungen leben die Bewohner so selbstständig wie möglich, gleichzeitig können zahlreiche Serviceleistungen, wie beispielsweise Haushaltshilfen, in Anspruch genommen werden. Diese Wohnform bietet den Bewohnern Kommunikationsmöglichkeiten sowie ein Sicherheitsgefühl, dass Hilfe organisiert werden kann, wenn diese benötigt wird. Zum Ende des Jahres 2016 umfasste das Angebot an Betreuten Wohnungen kreisweit 573 Wohnungen und somit 3,9 Wohnungen mit Service je 100 Ältere ab 80 Jahren (Tabelle 10). Im Gegensatz zum Vorjahr (4,2 Wohnungen mit Service je 100 Ältere ab 80 Jahren) hat sich die Versorgungskennziffer also leicht verschlechtert. Diese negative Veränderung resultiert aus dem Abbau von Wohnungen des Betreuten Wohnens und dem Zuwachs der älteren Bevölkerung. Über die höchste Versorgungsdichte verfügt die Gemeinde Niederzier mit 16,5 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Ältere Menschen aus Heimbach, Inden, Nörvenich und Titz sind auf Angebote der umliegenden Kommunen angewiesen. 16 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 10: Betreutes Wohnen Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Stand 31.12.2016 Wohnungen je 100 ab 80 J. Wohnungen je 100 ab 80 J. 0 0,0 1 0,1 257 5,3 242 4,8 5 1,7 0 0,0 12 2,6 12 2,4 0 0,0 0 0,0 88 5,0 86 4,6 22 2,2 22 2,1 21 2,7 21 2,5 6 0,8 30 3,9 32 6,3 32 6,1 2 0,3 2 0,3 127 19,6 114 16,5 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0 16 4,2 11 2,8 588 4,2 573 3,9 Differenz 0,1 -0,5 -1,7 -0,2 0,0 -0,3 0,0 -0,1 3,1 -0,1 0,0 -3,0 0,0 0,0 -1,4 -0,3 Quelle: Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 (2) Ambulant betreute Wohngemeinschaften In ambulant betreuten Wohngemeinschaften leben meist acht bis zwölf hilfe- und pflegebedürftige Bewohner in einem gemeinsamen Haushalt zusammen und werden dabei von Betreuungskräften unterstützt. Wie in einer Privatwohnung, haben die Bewohner einen eigenen Schlaf- und Wohnbereich, der individuell nach eigenen Wünschen gestaltet werden kann. Räume wie Küche, Speiseraum, Wohnzimmer und meist auch Bad werden gemeinsam genutzt. Jede Wohngemeinschaft wird von einer Präsenzkraft betreut, die tagsüber und bei Bedarf auch in der Nacht durch weitere Mitarbeiter ergänzt wird. Dieses Betreuungspersonal unterstützt die Bewohner bei der Organisation und Gestaltung des Alltags. Bei darüber hinausgehendem individuellem Hilfe- und Pflegebedarf übernehmen externe Pflegedienste die zusätzliche Versorgung. Diese Wohnform eignet sich besonders für Menschen, die nicht mehr eigenständig in ihrer Privatwohnung verbleiben können und die ohne dieses Angebot in eine stationäre Pflegeeinrichtung umziehen müssen. So gewährleistet diese Wohnform eine bedarfsgerechte Versorgung der Bewohner, während das Gruppenleben einer drohenden Vereinsamung im Alter entgegenwirkt. Im Jahr 2016 stehen den älteren Bewohnern des Kreises Düren insgesamt 69 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zur Verfügung (Tabelle 11). Daraus resultiert 17 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren eine Versorgungskennziffer von 0,5 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren. Das Angebot an ambulant betreuten Wohngemeinschaften hat sich vom Jahresende 2015 (0,3 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften) bis zum Jahresende 2016 verbessert. Trotz dieser Verbesserung der Versorgungsdichte ist dieses Angebot noch nicht flächendeckend im Kreis verfügbar, da es sich um eine recht neue Wohnform handelt. Insgesamt verfügen acht der 15 Kommunen des Kreises Düren über ambulant betreute Wohngemeinschaften. Tabelle 11: Ambulant betreute Wohngemeinschaften Zeitvergleich Stadt/Gemeinde Aldenhoven Düren Heimbach Hürtgenwald Inden Jülich Kreuzau Langerwehe Linnich Merzenich Nideggen Niederzier Nörvenich Titz Vettweiß Kreis Düren Stand 31.12.2015 Plätze je 100 ab 80 J. 0 0,0 0 0,0 0 0,0 12 2,6 0 0,0 0 0,0 16 1,6 5 0,6 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0 0 0,0 4 1,1 37 0,3 Stand 31.12.2016 Plätze je 100 ab 80 J. Differenz 0 0,0 0,0 6 0,1 0,1 7 2,2 2,2 12 2,4 -0,2 0 0,0 0,0 0 0,0 0,0 12 1,2 -0,4 5 0,6 0,0 0 0,0 0,0 10 1,9 1,9 0 0,0 0,0 12 1,7 1,7 0 0,0 0,0 0 0,0 0,0 5 1,3 0,2 69 0,5 0,2 Quelle: Heimaufsicht des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 18 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 4. Bedarfsanalyse der pflegerischen und pflegeergänzenden Angebote im Kreis Düren In diesem Kapitel wird dargestellt, inwieweit das zuvor dargestellte Angebot als bedarfsgerecht bezeichnet werden kann. Dabei ist zu klären, in welchen Bereichen die Versorgung im Kreis Düren gut oder ausreichend erscheint und in welchen Bereichen eine Erweiterung des bestehenden Angebots zu empfehlen ist. (1) Versorgungsdichte im überregionalen Vergleich Zur Einschätzung des Angebots im Kreis Düren kann ein Vergleich der Versorgungsdichte auf Bundes- und Landesebene verhelfen, sofern entsprechende Daten (beispielsweise im Rahmen der Pflegestatistik oder der Gesundheitsberichtserstattung) vorliegen. Tabelle 12: Übersicht zur Angebotsstruktur im Vergleich Kreis Düren 2016 Bereich Gesundheit Ärzte Apotheken 6 Kliniken Wohnen im Alter Betreutes Wohnen Ambulant betreute WG Ambulante Dienste 47 Pflegedienste Tages- und Kurzzeitpflege 18 Tagespflegeeinrichtungen 36 Kurzzeitpflegeangebote Stationäre Pflege 44 Pflegeeinrichtungen Anzahl, Plätze, Kennziffer Personal je 100 Ältere Landesvergleich Bundesvergleich 163 55 1.445 1,1 0,4 9,9 0,6 0,7 0,4 0,4 11,6 10,6 Kreis Viersen Kreis Herford 5,4 3,0 0,4 1,0 573 69 3,9 0,5 803 5,5 7,3 7,5 289 170 2,0 1,2 1,4 0,5 1,1 1,0 2.932 20,1 15,4 18,3 Quelle: Statistisches Bundesamt: Pflegestatistik 2015; Gesundheitsberichterstattung 2016; Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 • Die derzeitige hausärztliche Versorgung hat sich im Jahresverlauf verbessert, am Jahresende 2016 liegt sie bei 1,1 Hausärzten je 100 Ältere ab 80 Jahren (Tabelle 12). Vor dem Hintergrund der Versorgungskennziffer des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (0,6 Hausärzte je 100 Ältere ab 80 Jahren) und der des Bundes (0,7 Hausärzte je 100 Ältere ab 80 Jahren) scheint das hausärztliche Angebot im Kreis Düren gut zu sein. 19 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren • 0,4 Apotheken je 100 Ältere ab 80 Jahren sorgen kreisweit für die medikamentöse Versorgung. Diese Versorgungsdichte entspricht auch derjenigen auf Landes- und Bundesebene. Im Vergleich scheint die Anzahl an Apotheken im Kreis Düren somit angemessen zu sein. • Zur gesundheitlichen Versorgung zählen auch sechs Kliniken (inkl. Reha-Kliniken), die über 1.445 Betten und damit im Kreisdurchschnitt über 9,9 Klinikbetten je 100 Ältere ab 80 Jahren verfügen. Dieser Wert liegt sowohl unter dem Landesdurchschnitt von 11,6 Klinikbetten je 100 Ältere ab 80 Jahren als auch unter dem Bundesdurchschnitt von 10,6 Klinikbetten je 100 Ältere ab 80 Jahren. • Insgesamt 573 Betreute Wohnungen bzw. 3,9 Betreute Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren stehen der Bevölkerung des Kreises Düren zur Verfügung, dies sind 15 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Die Empfehlung, dieses Angebot weiter auszubauen, wurde somit nicht umgesetzt. Da es zu diesem Wohnangebot keine Vergleichszahlen auf Bundes- und Länderebene gibt, werden die Kreise Viersen und Herford zum Vergleich herangezogen. Die Versorgungskennziffer des Kreises Viersen ist mit 5,4 Betreuten Wohnungen höher als im Kreis Düren, während der Kreis Herford mit 3,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren eine geringere Versorgungsdichte aufweist. • Kreisweit stehen der älteren Bevölkerung derzeit 69 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zur Verfügung, 32 Plätze mehr als im Vorjahr. Dies entspricht 0,5 Plätzen je 100 Älteren ab 80 Jahren, die Versorgungsdichte ist somit höher als im Kreis Viersen (0,4 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren), aber niedriger als im Kreis Herford (1,0 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren). • Im Kreis Düren sind insgesamt 47 ambulante Pflegedienste mit kreisdurchschnittlich 5,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren ansässig. Die Versorgungsdichte im Kreis Düren ist also geringer als jene des Landes mit 7,3 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren und des Bundes mit 7,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren. • Das Tagespflegeangebot umfasst derzeit 289 Tagespflegeplätze bzw. 2,0 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr ist dieses Angebot um 18 Plätze gestiegen. Der Kreis Düren weist eine deutlich höhere Versorgungsdichte auf als das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 1,4 und der Bund mit 1,1 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. • Im Kreisdurchschnitt stehen 170 Kurzzeitpflegeplätze bzw. 1,2 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren zur Verfügung, während im Landesdurchschnitt 0,5 und im Bundesdurchschnitt 1,0 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren verfügbar sind. 20 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren • 44 stationäre Pflegeeinrichtungen mit 2.932 Plätzen sind derzeit im Kreis Düren ansässig und stellen der älteren Bevölkerung kreisdurchschnittlich 20,1 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr (20,9 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren) hat sich die Dichte der stationären Versorgung leicht verschlechtert. Weitere 629 Plätze sind konkret geplant, und diese mitgerechnet erhöht sich die Versorgungsdichte auf 24,5 stationären Pflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Auch in diesem Bereich der pflegerischen Versorgung liegt die Versorgungsdichte des Kreises Düren deutlich über dem Landesdurchschnitt (15,4 Plätze) und dem Bundesdurchschnitt (18,3 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren). Vor diesem Hintergrund und dem Grundsatz der kommunalen Pflegeplanung „ambulant vor stationär“ wird das Angebot an vollstationärer Pflege als angemessen bewertet. (2) Entwicklungsbedarf in einem Drei-Jahres-Zeitraum Die kommunale Pflegebedarfsplanung wird jährlich mit einem Drei-Jahres-Horizont fortgeschrieben. Zum einen wird dabei berechnet, wie die Kapazitäten der vorhandenen Versorgungsstrukturen in allen ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeangebotsbereichen weiterentwickelt werden müssen, um angesichts der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren die gleiche Versorgungsdichte zu gewährleisten (Variante a). Dies würde den Status quo der derzeitigen Versorgungsdichte auch zukünftig erhalten. In einer alternativen Berechnung wird nicht nur die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt, sondern darüber hinaus werden Zielwerte für eine verbesserte Versorgungsdichte werden berechnet (Variante b). Für diese Zielwerte einer „guten Versorgung“ gibt es keine verbindlichen Standards. Vielmehr sind diese auf Basis der Fachdiskussion, der im überregionalen Vergleich (Daten auf Bundes- und Landesebenen sowie aus anderen Kommunen) vorliegenden Erfahrungswerte sowie unter Berücksichtigung der Situation vor Ort abzustimmen. Die im Kreis Düren vereinbarten Zielwerte2 sind der folgenden Aufstellung zu entnehmen: 2 Diese Zielwerte wurden zunächst vom ISG vorgeschlagen und dann in einer Expertenrunde im Mai 2016 in Düren auf die dortige Situation abgestimmt. 21 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren IST SOLL Pflegebereich 3,9 5,0 Betreute Wohnungen je 100 Ältere ab 80 J. 0,5 0,6 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 J. 5,5 6,7 Ambulante Pflegekräfte je 100 Ältere ab 80 J. 2,0 3,0 Tagespflegeplätze je 100 Ältere ab 80 J. 1,2 1,5 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 J. 20,1 19,0 Stationäre Pflegeplätze je 100 Ältere ab 80 J. Diese Zielwerte behalten auch für den vorliegenden Bericht mit dem Planungshorizont 2019 grundsätzlich ihre Gültigkeit. Der Zielwert der Wohnungen mit Service orientiert sich an den Werten vergleichbarer Landkreise. Da ambulant betreute Wohngruppen eine noch recht neue Wohnform sind, existieren dazu nur unzureichende Erfahrungswerte. Der vereinbarte Zielwert basiert daher auf Schätzungen und ist als vorläufig zu betrachten. Im Bereich der ambulanten Pflege orientiert sich der Zielwert an dem landesdurchschnittlichen Wert laut Pflegestatistik 2013, der im Rahmen der Pflegeplanung 2016 als angemessen bewertet wurde. Für die Tagespflege wurde ein Zielwert festgelegt, der berücksichtigt, dass dieses Angebot für Ältere wohnortnah vorhanden sein sollte, damit die Fahrzeiten möglichst gering ausfallen. Das derzeitige Kurzzeitpflegeangebot zeichnet sich dadurch aus, dass es sich meist um eingestreute Kurzzeitpflegeplätze in stationären Pflegeeinrichtungen handelt. Der vereinbarte Zielwert soll besonders durch die Schaffung von eigenständigen Kurzzeitpflegeplätzen erreicht werden. Im Bereich der stationären Pflege wurde ein Zielwert von 19,0 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, der sich an dem bundesdurchschnittlichen Wert laut Pflegestatistik 2013 orientiert, als ausreichend bewertet. Gemäß dem Leitsatz „ambulant vor stationär“ steht besonders die Erweiterung der ambulanten und teilstationären Pflegeangebote im Vordergrund der kommunalen Pflegeplanung. Eine Bedarfsprognose, die einerseits nur die demografische Entwicklung bis zum Jahr 2019 (Variante a) und andererseits auch die Zielwerte einer verbesserten Versorgungsdichte berücksichtigt (Variante b), führt zu folgendem Ergebnis (Tabelle 13): • Soll im Bereich des Betreuten Wohnens die kreisweite Versorgungsdichte von 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren beibehalten werden, so müssen in den nächsten drei Jahren noch weitere 76 Betreute Wohnungen errichtet werden (Tabelle 13). Für eine optimierte Versorgungsdichte von 5,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren müssten der älteren Bevölkerung im Jahr 2019 insgesamt 824 Betreute Wohnungen zur Verfügung stehen, dies sind 251 Wohnungen mehr als derzeit vorhanden. 22 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren • Zum Jahresende 2016 existieren kreisweit 69 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften bzw. 0,5 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Um diese Versorgungsdichte bis zum Jahr 2019 aufrecht zu erhalten, müssen 78 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zur Verfügung stehen (Zusatzbedarf von 9 Plätzen). Eine optimale Versorgung von 0,6 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren setzt eine Platzzahl von 99 Plätzen voraus, also 30 Plätze mehr als zum Jahresende 2016. Weitere 40 Plätze sind bereits derzeit in konkreter Planung. Tabelle 13: Kurzfristiger Entwicklungsbedarf in ausgewählten Bereichen Jahr BTW amb. bt. WG Amb. Mitarb. TAPF KUPF Versorgungsstand 2016 2016 573 69 803 289 170 (a) Rechnerischer Bedarf in 3 Jahren bei gleicher Versorgungsdichte je 100 ab 80 J. 3,9 0,5 5,5 2,0 1,2 Bedarf 2019 649 78 909 327 192 Diff. zu 2016 76 9 106 38 22 (b) Rechnerischer Bedarf in 3 Jahren bei optimierter Versorgungsdichte je 100 ab 80 J. 5,0 0,6 6,7 3,0 1,5 Bedarf 2019 824 99 1.104 494 247 Diff. zu 2016 251 30 301 205 77 STPF 2.932 20,1 3.320 388 19,0 3.130 198 Quelle: Angebotsverzeichnis und Berechnung des ISG 2017 • 803 Mitarbeiter in 47 ambulanten Pflegediensten versorgen die Pflegebedürftigen des Kreises Düren. Dies entspricht einer Versorgungsdichte von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Gemäß dieser Kennziffer müssen die ambulanten Pflegedienste ihre Personalkapazitäten bis zum Jahr 2019 auf insgesamt 909 Mitarbeiter erhöhen (Zusatzbedarf von 106 Mitarbeitern). Um eine gute Versorgungsdichte von 6,7 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren zu erreichen, müssten auf Kreisebene insgesamt 1.104 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein, dies sind rd. 300 mehr als derzeit vorhanden. • Das Tagespflegeangebot besteht im Jahr 2016 aus 289 Tagespflegeplätzen. Daraus ergibt sich die Versorgungsdichte von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Demnach werden im Jahr 2019 insgesamt 327 Tagespflegeplätze benötigt (Zusatzbedarf von 38 Plätzen). Wird jedoch eine bessere Versorgung von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren angestrebt, müssen 494 Tagespflegeplätze zur Verfügung stehen. Dies sind 205 Plätze mehr als derzeit vorhanden. Ein Teil davon (160 Plätze) befindet sich in Planung. • Auch im Bereich der Kurzzeitpflege ist vom rechnerischen Bedarf her in den nächsten drei Jahren eine Erhöhung des derzeitigen Angebots von 170 Plätzen 23 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren erforderlich. Bei gleichbleibender Versorgung wäre dies eine Erhöhung auf 192 Kurzzeitpflegeplätze (Zusatzbedarf von 22 Plätzen). Optimal wäre eine Erweiterung des Angebots auf 247 Kurzzeitpflegeplätze, also 77 Plätze mehr als zum Jahresende 2016 vorhanden. Das Kurzzeitpflegeangebot sollte dabei möglichst um eigenständige Plätze erweitert werden. • Aufgrund der demografischen Entwicklung müsste der Bestand an vollstationären Pflegeplätzen im Jahre 2019 auf 3.320 Plätze ansteigen, dies sind 388 Plätze mehr als momentan verfügbar. Derzeit befinden sich 629 weitere Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen in konkreter Planung. Sollten diese Planungen in den nächsten drei Jahren realisiert werden, wäre der Bedarf an stationären Pflegeplätzen gedeckt. Ein weiterer Ausbau in diesem Bereich wird nicht empfohlen, weil angenommen wird, dass der Ausbau vorstationärer Angebote zukünftig den Bereich der stationären Pflege entlasten wird. (3) Fazit zum Entwicklungsbedarf pflegerischer Angebote Der überregionale Vergleich macht deutlich, dass die Versorgungsangebote für ältere Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf im Kreis Düren teilweise gut ausgebaut sind, z.B. im Bereich der stationären Pflege. In anderen Bereichen ist allerdings noch ein Bedarf an Erweiterung erkennbar. Angebote der Tagespflege und der Kurzzeitpflege wirken zwar im Bundes- und Landesvergleich gut ausgebaut, doch sollten hinreichend Tagespflegeplätze zur Verfügung stehen, um ein wohnortnahes Angebot zu sichern, während es im Bereich der Kurzzeitpflege noch an eigenständigen Plätzen mangelt. Auch in den Bereichen Betreutes Wohnen und ambulante Pflegedienste zeigt der überregionale Vergleich, dass noch ein Ausbaubedarf besteht. 24 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5. Versorgungsdichte und Entwicklungsbedarf in den Städten und Gemeinden Geeignete Wohnbedingungen, ein altersgerechtes Wohnumfeld und ein bedarfsgerechtes Angebot an Unterstützungs- und Pflegeleistungen sind entscheidende Voraussetzungen dafür, dass ältere Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung verbleiben können. Dazu können auch die Kommunen beitragen. Im Folgenden wird die Versorgungssituation für jede Stadt und Gemeinde des Kreises Düren noch einmal gesondert dargestellt. Die Kriterien einer bedarfsgerechten Versorgung haben sich im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Im Alten- und Pflegegesetz heißt es dazu: „Eine Bedarfsdeckung kann angenommen werden, wenn einer zu erwartenden Nachfrage nach den jeweiligen Pflege- und Betreuungsangeboten ein mindestens deckungsgleiches Angebot gegenübersteht und auch Wahlmöglichkeiten in angemessenem Umfang gesichert sind“ (§ 7 Abs. 6 Satz 4 APG NRW). Da hierfür keine allgemeinen Kriterien oder Zielwerte zur Verfügung stehen, müssen diese auf Basis einer fachlichen Einschätzung festgelegt werden (vgl. Kapitel 4). In der hier vorgenommenen Bedarfsanalyse auf Städte- und Gemeindeebene wird zunächst die derzeit ermittelte kreisdurchschnittliche Versorgung als Maßstab genommen und anhand der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2019 fortgeschrieben (Variante a). Ergänzend dazu können die Zielwerte einer guten Versorgungsdichte, die auf Kreisebene vereinbart wurden, auch auf die Ebene der Städte und Gemeinden übertragen werden (Variante b). 5.1 Versorgungslage in der Gemeinde Aldenhoven Die Gemeinde Aldenhoven befindet sich im nordwestlichen Teil des Kreises Düren und besteht insgesamt aus sieben Ortschaften und ist in drei Ortsvorsteherbezirke eingeteilt.3 Sie hat 13.932 Einwohner, davon sind 5,1% im Alter ab 80 Jahren. In der Gemeinde Aldenhoven stehen derzeit 76 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen zur Verfügung (Tabelle 14). Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 10,6 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren, welche unter dem kreisdurchschnittlichen Wert liegt. Soll die Gemeinde Aldenhoven im Jahr 2019 eine Versorgung wie im Kreisdurchschnitt erreichen, so fehlen noch 87 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen, um den Gesamtwert von 163 Plätzen bzw. 20,1 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren zu erreichen. Der vereinbarte Zielwert einer guten Versorgung von 19,0 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen sieht bis zum Jahr 2019 eine Erweiterung um 78 Plätze vor. Davon befinden sich bereits 43 Plätze in konkreter Planung. 3 Homepage der Gemeinde Aldenhoven; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 21.03.2017) 25 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 14: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Aldenhoven Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 76 Plätze Wohnungen 1 Plätze Aktueller Stand 3 Plätze 0 Personal 28 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 10,6 0,4 0,0 3,9 0,1 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 163 9 16 45 32 erforderliche Kapazität 4 Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 87 6 16 17 31 4 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 154 12 24 54 40 5 78 9 24 26 39 5 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Das Angebot an Kurzzeitpflege umfasst drei Kurzzeitpflegeplätze bzw. 0,4 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Somit ist die Versorgungskennziffer Aldenhovens niedriger als jene des gesamten Kreises Düren. In den nächsten drei Jahren sollte eine Erweiterung des Kurzzeitpflegeangebots um sechs Plätze stattfinden, um eine kreisdurchschnittliche Versorgung zu gewährleisten. Für eine optimale Versorgung von 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, müssen in den nächsten drei Jahren zwölf Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung stehen, dies sind neun Plätze mehr als derzeit vorhanden. Ein Tagespflegeangebot ist in der Gemeinde Aldenhoven noch nicht vorhanden. Um eine Versorgung gemäß dem Kreisdurchschnitt zu erreichen, werden in den nächsten drei Jahren 15 Tagespflegeplätze benötigt. Für eine optimale Versorgung von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren müssen bis zum Jahr 2019 insgesamt 24 Tagespflegeplätze errichtet werden. Eine Tagespflegeeinrichtung mit 20 Plätzen befindet sich in Planung. Vier ambulante Pflegedienste mit insgesamt 28 Mitarbeitern sind derzeit in Aldenhoven ansässig. Dies entspricht einer Versorgungskennziffer von 3,9 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Die kreisweite Versorgung ist mit 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren höher als in der Gemeinde Aldenhoven. Eine Fortschreibung des Kreisdurchschnitts ergibt für das Jahr 2019 einen Bedarf von 45 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten. Bei einer optimalen Versorgung steigt der Bedarf auf insgesamt 54 Mitarbeiter, dies sind 26 Mitarbeiter mehr als momentan vorhanden. Bisher wurde nur eine einzige Betreute Wohnung errichtet, sodass die Gemeinde Aldenhoven mit 0,1 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren deutlich unter dem Kreisdurchschnitt von 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt. In drei 26 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Jahren wird der Bedarf gemäß dem Kreisdurchschnitt auf 32 Betreute Wohnungen gestiegen sein. Bei einer optimalen Versorgung wächst der Bedarf in den nächsten drei Jahren sogar auf 40 Betreute Wohnungen. Über ambulant betreute Wohngemeinschaften verfügt Aldenhoven noch nicht. Sollen bis zum Jahr 2019 durchschnittlich 0,5 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren vorhanden sein, müssen vier Plätze im Bereich ambulant betreutes Wohnen errichtet werden. Für eine optimale Versorgung fehlen insgesamt fünf Plätze. 5.2 Versorgungslage in der Stadt Düren Die Stadt Düren liegt in der Mitte des gleichnamigen Kreises und hat insgesamt 16 Stadtteile.4 Von den 90.244 Einwohnern sind 5,6% im Alter ab 80 Jahren. Die Versorgung im Bereich der stationären Pflege beträgt derzeit 21,6 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren und liegt somit über dem Kreisdurchschnitt von 20,1 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen (Tabelle 15). Im Jahr 2019 erweitert sich der Bedarf an stationären Pflegeplätzen auf 1.149 Plätze, sodass im Vergleich zum Jahr 2016 noch 63 Plätze fehlen. Der Zielwert wurde für die stationäre Pflege auf 19,0 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren festgelegt, da vorstationäre Angebote die stationäre Pflege entlasten sollen. Eine Fortschreibung gemäß dem Zielwert einer guten Versorgung ergibt für die nächsten drei Jahre keinen Erweiterungsbedarf im Bereich der stationären Pflege. Dennoch sind hier 254 weitere Pflegeplätze konkret geplant. Tabelle 15: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Düren Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 1.086 Plätze 72 Plätze 85 Personal 361 Wohnungen 242 Plätze 20,1 1,2 2,0 5,5 Aktueller Stand 6 Je 100 Einw. ab 80 J. 3,9 0,5 21,6 1,4 1,7 7,2 4,8 aktuell je 100 ab 80 J. Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 1.149 67 113 315 225 erforderliche Kapazität 0,1 Kreis Düren Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 63 -5 28 -46 27 -17 21 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 1.083 86 171 382 285 34 -3 14 86 21 43 28 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 72 Kurzzeitpflegeplätze stehen in der Stadt Düren derzeit zur Verfügung. Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 1,4 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, 4 Homepage der Stadt Düren; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 21.03.2017) 27 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren sodass die Stadt Düren im Bereich der Kurzzeitpflege über eine bessere Versorgung verfügt als der Kreis. So ist der Bedarf an Kurzzeitpflege in den nächsten drei Jahren gedeckt, wenn der Kreisdurschnitt Basis der Bedarfsrechnung ist. Wird der Zielwert einer optimalen Versorgung zugrunde gelegt, dann sollten im Jahr 2019 insgesamt 86 Kurzzeitpflegeplätze, also 14 Plätze mehr als derzeit vorhanden, zur Verfügung stehen. Zur Tagespflege stehen in der Stadt Düren insgesamt 85 Tagespflegeplätze zur Verfügung, also 1,7 Tagespflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Somit liegt die Versorgungskennziffer der Stadt Düren knapp unter jener des Kreises. Im Jahr 2019 werden 113 Tagespflegeplätze benötigt, um den demografiebedingten Bedarf zu decken. Gemäß der Kennziffer einer guten Versorgung von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Älteren ab 80 Jahren steigt der Bedarf an Tagespflege auf 171 Plätze, dies sind 86 Plätze mehr als derzeit vorhanden. 63 Tagespflegeplätze sind konkret geplant. In den ambulanten Pflegediensten sind derzeit 361 Mitarbeiter tätig. Mit 7,2 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren weist die Stadt Düren eine höhere Versorgungsdichte auf als der Kreis Düren mit 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Demnach ist der Bedarf in den nächsten drei Jahren gedeckt. Soll jedoch der vereinbarte Zielwert erreicht werden, werden in den ambulanten Pflegediensten insgesamt 382 Mitarbeiter benötigt, also 21 Mitarbeiter mehr als derzeit tätig. Auch im Bereich des Betreuten Wohnens liegt die Stadt Düren mit 4,8 Betreuten Wohnungen über dem Kreisdurchschnitt von 3,9 Betreuten Wohnungen. Somit wäre der Bedarf an Betreuten Wohnungen bis zum Jahr 2019 gedeckt. Wenn jedoch der Zielwert einer guten Versorgung zugrunde gelegt wird, müssen bis 2019 insgesamt 285 Betreute Wohnungen im Kreis Düren vorhanden sein, dazu fehlen noch 43 Betreute Wohnungen. Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit sechs Plätzen bietet der älteren Bevölkerung eine Alternative zur stationären Pflege. Somit verfügt die Stadt Düren über eine Versorgung von 0,1 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren, was unter dem kreisdurchschnittlichen Wert liegt. Soll der kreisdurchschnittliche Wert von 0,5 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren in den nächsten drei Jahren fortgeschrieben werden, fehlen noch 21 Plätze, um den Bedarf abzudecken. Bei einer optimalen Versorgungskennziffer von 0,6 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, fehlen noch 28 Plätze für eine bedarfsgerechte Versorgung. 28 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5.3 Versorgungslage in der Stadt Heimbach Die im Süden des Kreises Düren gelegene Stadt Heimbach verfügt über sieben Ortsteile und ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.5 Sie hat 4.366 Einwohner und mit 7,3% den höchsten Anteil im Alter ab 80 Jahren. Mit 35,2 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren verfügt die Stadt Heimbach über eine deutliche höhere Versorgungsdichte als der Kreis Düren mit 20,1 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren (Tabelle 16). Die erforderliche Kapazität an stationären Pflegeplätzen ist also in den nächsten drei Jahren gedeckt. Von einer Erweiterung dieses Angebots ist dringend abzuraten, wenn dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ Geltung verschafft werden soll. Das Kurzzeitpflegeangebot liegt mit 1,6 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren ebenfalls über dem Kreisdurchschnitt von 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Auch in diesem Bereich ist eine Erweiterung des Angebots in den nächsten drei Jahren nicht notwendig. Tabelle 16: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Heimbach Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 112 Plätze Plätze Wohnungen 0 Plätze Aktueller Stand 5 0 Personal 0 7 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 35,2 1,6 0,0 0,0 0,0 2,2 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 73 4 7 20 14 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 2 -39 -1 7 20 14 -5 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 68 5 11 24 18 2 -44 0 11 24 18 -5 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Im Gegensatz zu den vorangegangenen Pflegeangeboten besteht im Bereich der Tagespflege noch deutlicher Bedarf, da die Stadt Heimbach momentan über kein solches Angebot verfügt. Wird die demografische Entwicklung bis zum Jahr 2019 fortgeschrieben, sollte eine Tagespflegeeinrichtung mit sieben Plätzen errichtet werden, um den Bedarf zu decken. Bei einer optimalen Versorgungsdichte von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren beträgt die erforderliche Kapazität im Jahr 2019 elf Tagespflegeplätze. In Heimbach ist kein ambulanter Pflegedienst ansässig. Zur Erreichung des Kreisdurchschnitts von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren 5 Homepage der Stadt Heimbach; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 21.03.2017) 29 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren sollten in drei Jahren 20 Mitarbeiter in ansässigen ambulanten Pflegediensten tätig sein. Gemäß der Kennziffer einer guten Versorgung werden bis zum Jahr 2019 24 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten benötigt. Ein Angebot an Betreutem Wohnen besteht ebenfalls nicht. Soll im Jahr 2019 eine dem Kreisdurchschnitt entsprechende Versorgung gewährleistet werden, müssen der älteren Bevölkerung 14 Wohnungen mit Service zur Verfügung stehen. Für eine gute Versorgung von 5,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren müssen im Jahr 2019 insgesamt 18 Betreute Wohnungen zur Verfügung stehen. Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit sieben Plätzen ist in der Stadt Heimbach ansässig. Um im Jahr 2019 den Bedarf an Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zu decken, werden nur zwei Plätze benötigt, d.h. es sind derzeit bereits mehr Plätze vorhanden als in den nächsten drei Jahren rechnerisch notwendig. 5.4 Versorgungslage in der Gemeinde Hürtgenwald Die im Kreis Düren südwestlich gelegene Gemeinde Hürtgenwald umfasst 13 Ortsteile und ist seit dem Jahr 2004 Nationalparkgemeinde des Nationalparks Eifel.6 Hier leben 8.780 Einwohner, davon sind 5,8% im Alter ab 80 Jahren. Tabelle 17: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Hürtgenwald Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 76 Plätze Wohnungen 12 Aktueller Stand 5 Plätze 0 Personal 22 Plätze 12 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 15,0 1,0 0,0 4,3 2,4 2,4 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 116 7 11 32 23 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 3 40 2 11 10 11 -9 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 109 9 17 38 29 3 33 4 17 16 17 -9 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Die stationären Pflegeeinrichtungen in der Gemeinde Hürtgenwald weisen eine Platzkapazität von 76 Plätzen auf (Tabelle 17). Die Versorgungsdichte beträgt 15,0 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren und liegt somit unter dem Kreisdurchschnitt von 20,1 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Wenn der Versorgungsbedarf bis zum Jahr 2019 auf Basis der demografischen Entwicklung fortgeschrieben wird, dann sind 116 stationäre Pflegeplätze erforderlich, um den Bedarf zu decken. Soll stattdessen 6 Homepage der Gemeinde Hürtgenwald; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 22.03.2017) 30 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren der vereinbarte Zielwert zugrunde gelegt werden, werden 109 stationäre Pflegeplätze benötigt, also 33 Plätze mehr als derzeit vorhanden. Das Kurzzeitpflegeangebot besteht derzeit aus fünf Kurzzeitpflegeplätzen, also 1,0 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Somit liegt die Versorgungskennziffer der Gemeinde Hürtgenwald knapp unter dem kreisdurchschnittlichen Wert von 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. In den nächsten drei Jahren beträgt die erforderliche Kapazität im Bereich der Kurzzeitpflege sieben Plätze. Für eine gute Versorgung gemäß dem vereinbarten Zielwert werden neun Kurzzeitpflegeplätze benötigt, also vier Plätze mehr als derzeit vorhanden. Obwohl Tagespflegeangebote für die ältere Bevölkerung wohnortnah vorhanden sein sollten, gibt es in Hürtgenwald keine Tagespflege. Im Jahr 2019 sollten der älteren Bevölkerung elf Plätze zur Verfügung stehen, um den Bedarf an Tagespflege zu decken. Wird eine optimale Versorgung angestrebt, sollten 17 Tagespflegeplätze vorhanden sein. Die ambulante pflegerische Versorgung wird derzeit von 22 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten übernommen. Daraus ergibt sich eine Versorgungskennziffer von 4,3 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren, welche niedriger ist als die kreisweite Kennziffer von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Bis zum Jahr 2019 steigt der Bedarf in diesem Bereich auf 32 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten, wenn die kreisdurchschnittliche Versorgung zugrunde gelegt wird. Gemäß dem Zielwert einer guten Versorgung sollten in den nächsten drei Jahren 38 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein. Dies sind 16 Mitarbeiter mehr als derzeit vorhanden. Zwölf Betreute Wohnungen stehen der älteren Bevölkerung derzeit zur Verfügung. Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 2,4 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren, die unter dem Kreisdurchschnitt von 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt. In den nächsten drei Jahren sollte die Kapazität auf insgesamt 23 Betreute Wohnungen steigen, sodass eine kreisdurchschnittliche Versorgung gewährleistet werden kann. Eine optimale Versorgung setzt eine Erweiterung auf 29 Betreute Wohnungen voraus, d.h. 17 Wohnungen mehr als derzeit vorhanden. Mit zwölf Plätzen in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft bzw. 2,4 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt die Versorgungsdichte der Gemeinde Hürtgenwald in diesem Bereich deutlich über der kreisdurchschnittlichen Versorgung von 0,5 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren. In den nächsten drei Jahren ist eine Erweiterung dieses Angebots somit nicht notwendig. 31 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5.5 Versorgungslage in der Gemeinde Inden Im Westen des Kreises Düren liegt die Gemeinde Inden mit sieben Ortsteilen.7 Sie hat 7.272 Einwohner, davon sind 4,8% im Alter ab 80 Jahren. Das Angebot an stationärer Pflege umfasst in der Gemeinde Inden 42 Pflegeplätze, sodass 12,0 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren zur Verfügung stehen (Tabelle 18). Diese Versorgungsdichte liegt deutlich unter den kreisweit 20,1 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Bei einer Fortschreibung auf Basis des kreisdurchschnittlichen Versorgungswertes bis zum Jahr 2019 beträgt der Bedarf 80 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen. Da der Zielwert einer guten Versorgung unter dem kreisdurchschnittlichen Wert liegt, setzt eine optimale Versorgung in den nächsten drei Jahren 76 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen voraus, also 34 Plätze mehr als derzeit vorhanden. Tabelle 18: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Inden Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 42 Plätze Personal 37 Wohnungen 0 Plätze Aktueller Stand 0 Plätze 14 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 12,0 0,0 4,0 10,5 0,0 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 80 5 8 22 16 erforderliche Kapazität 2 38 5 -6 -15 16 2 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 erforderliche Kapazität 76 6 12 27 20 2 Differenz zu aktuell 34 6 -2 -10 20 2 Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Kurzzeitpflegeangebote gibt es momentan noch nicht in Inden. In den nächsten drei Jahren sollten fünf Kurzzeitpflegeplätze eingerichtet werden, wenn der kreisdurchschnittliche Versorgungswert zugrunde liegt, wobei eine optimale Versorgung gemäß dem vereinbarten Zielwert einen Platz mehr voraussetzt. Die tagespflegerische Versorgung liegt mit 14 Tagespflegeplätzen bzw. 4,0 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren über den kreisdurchschnittlich 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Die Fortschreibung für die nächsten drei Jahre ergibt hier keinen Ausbaubedarf im tagespflegerischen Bereich. Auch im Bereich der ambulanten Pflege liegt die Gemeinde Inden mit 10,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren über dem Kreisdurchschnitt 7 Homepage der Gemeinde Inden; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 22.03.2017) 32 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren von 5,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren. Für die zukünftigen drei Jahre wird eine Erweiterung in diesem Bereich als nicht notwendig erachtet. Betreutes Wohnen gibt es derzeit noch nicht. Bis zum Jahr 2019 sollten 16 Wohnungen mit Service vorhanden sein, wenn der Kreisdurchschnitt von 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren vorausgesetzt wird. Soll der Zielwert einer optimalen Versorgung zugrunde gelegt werden, dann müssen 20 Betreute Wohnungen gebaut werden. Die Wohnform der ambulant betreuten Wohngemeinschaften gibt es ebenfalls noch nicht. Bis zum Jahr 2019 setzt eine bedarfsgerechte Versorgung mindestens zwei Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften voraus. 5.6 Versorgungslage in der Stadt Jülich Die Stadt Jülich liegt nördlich von der Stadt Düren und weist neben ihrer Kernstadt 15 weitere Stadtteile auf. Die Kernstadt selbst ist in drei Gebiete unterteilt.8 Jülich ist mit 32.601 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kreis Düren, davon sind 5,7% im Alter ab 80 Jahren. Tabelle 19: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Jülich Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 232 Plätze Personal 84 Wohnungen 86 Plätze 8 Plätze 14 Aktueller Stand 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 12,5 0,4 0,8 4,5 4,6 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 423 24 42 116 83 erforderliche Kapazität 10 Differenz zu aktuell 191 16 28 32 -3 10 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 erforderliche Kapazität 398 31 63 140 105 13 Differenz zu aktuell 166 23 49 57 19 13 Bedarf 2019 - Zielwert Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 232 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. 12,5 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren stehen der älteren Bevölkerung zur Verfügung (Tabelle 19). Die Stadt Jülich liegt im Bereich der stationären Pflege also unter dem Kreisdurchschnitt von 20,1 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Insgesamt 423 Plätze sollten im Jahr 2019 verfügbar sein, wenn die Kapazitäten in der stationären Pflege auf Basis des Kreisdurchschnitts fortgeschrieben werden. Wird hingegen der vereinbarte Zielwert zugrunde gelegt, liegt der Bedarf bei 398 Plätzen, also 166 Plätze mehr als derzeit verfügbar. Davon befinden sich 145 Plätze bereits in konkreter Planung. 8 Homepage der Stadt Jülich; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 22.03.2017) 33 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Das Kurzzeitpflegeangebot umfasst acht Kurzzeitpflegeplätze, d.h. 0,4 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Dies liegt unter dem Kreisdurchschnitt von 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Um in den kommenden drei Jahren eine bedarfsgerechte Versorgung gemäß Kreisdurchschnitt zu erhalten, muss das Kurzzeitpflegeangebot um 16 Plätze erweitert werden. Wenn 1,5 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren das Ziel sind, dann sollten insgesamt 31 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren vorhanden sein, also eine Erweiterung um 23 Plätze stattfinden. Im Bereich der Tagespflege liegt die Stadt Jülich mit 0,8 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren unter dem kreisdurchschnittlichen Wert von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Bis zum Jahr 2019 beträgt die erforderliche Kapazität in Tagespflegeeinrichtungen 42 Plätze, wenn der kreisdurchschnittliche Wert zugrunde liegt. Soll der Zielwert von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht werden, entspricht der Bedarf 63 Tagespflegeplätzen, d.h. 49 Plätze mehr als derzeit vorhanden. Derzeit sind hier 35 Tagespflegeplätze konkret geplant. Die ambulante Pflege wird von 84 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten bzw. 4,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren übernommen. Somit ist die Versorgungskennziffer der Stadt Jülich niedriger als die des Kreises mit 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. In den nächsten drei Jahren werden aufgrund der demografischen Entwicklung 116 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten benötigt, um den Bedarf an ambulanter Pflege zu decken. Wird der Zielwert einer optimalen Versorgung zugrunde gelegt, sollten im Jahr 2019 insgesamt 140 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein, also 57 Mitarbeiter mehr als derzeit vorhanden. Das Angebot des Wohnens mit Service besteht aus 86 Betreuten Wohnungen bzw. 4,6 Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. In diesem Bereich ist die pflegerische Versorgungsdichte in der Stadt Jülich also höher als im Kreisdurchschnitt. In den nächsten drei Jahren ist somit eine Erweiterung dieses Angebots nicht notwendig, wenn der kreisdurchschnittliche Wert zugrunde gelegt werden soll. Wird der Zielwert von 5,0 Betreuten Wohnungen angestrebt, erfordert dies bis zum Jahr 2019 einen Ausbau um 19 Betreute Wohnungen. Ein Angebot im Bereich ambulant betreuter Wohngemeinschaften gibt es derzeit noch nicht. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden in den nächsten drei Jahren zehn Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften benötigt, wenn der Kreisdurchschnitt zugrunde gelegt wird. Bei einem Zielwert von 0,6 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren fehlen in den nächsten drei Jahren 13 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften. 34 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5.7 Versorgungslage in der Gemeinde Kreuzau Im südlichen Teil des Kreises Düren liegt die Gemeinde Kreuzau, die elf Ortsteile umfasst und an die Stadt Düren sowie an Hürtgenwald, Nideggen, Vettweiß und Nörvenich angrenzt.9 Hier leben 17.441 Einwohner, davon sind 5,9% im Alter ab 80 Jahren. Tabelle 20: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant betreute WG Kreuzau Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen Bestand 2016 Plätze 44 Plätze 3 Plätze 32 Personal 33 Wohnungen 22 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 4,3 0,3 3,1 3,2 2,1 1,2 Aktueller Stand Plätze 12 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren aktuell je 100 ab 80 J. Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 235 14 23 64 46 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 6 191 11 -9 31 24 -6 0,6 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 erforderliche Kapazität 222 18 35 78 58 7 Differenz zu aktuell 178 15 3 45 36 -5 Bedarf 2019 - Zielwert Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Da in der Gemeinde Kreuzau lediglich 44 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen vorhanden sind, ist die Versorgungsdichte mit 4,3 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren deutlich niedriger als der Kreisdurchschnitt von 20,1 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren (Tabelle 20). Soll in den nächsten drei Jahren eine kreisdurchschnittliche Versorgung erreicht werden, müssen 235 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen zur Verfügung stehen. Für eine gute Versorgung mit dem Zielwert 19,0 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren werden insgesamt 222 stationäre Pflegeplätze benötigt, d.h. 178 Plätze mehr als derzeit vorhanden. Das Angebot an Kurzzeitpflegeliegt derzeit in der Gemeinde Kreuzau bei 3 Plätzen bzw. 0,3 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Eine dem Kreisdurchschnitt entsprechende Versorgung setzt im Jahr 2019 einen Bestand an 14 Kurzzeitpflegeplätzen voraus. Für eine optimale Versorgung sollten 18 Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung stehen. Mit 32 Tagespflegeplätzen bzw. 3,1 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren weist die Gemeinde Kreuzau eine höhere Versorgungsdichte auf als der Kreis Düren insgesamt. Wenn die Fortschreibung bis zum Jahr 2019 anhand des Kreisdurchschnitts erfolgt, besteht kein weiterer Ausbaubedarf des Tagespflegeangebots. Bei einer optimalen Versorgung gemäß dem vereinbarten Zielwert steigt der Bedarf an Tagespflege in den nächsten drei Jahren auf insgesamt 35 Plätze, dies sind drei Plätze mehr als derzeit vorhanden. 9 Homepage der Gemeinde Kreuzau; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 22.03.2017) 35 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Im Bereich der ambulanten Pflege liegt Kreuzau mit einer Versorgungsdichte von 3,2 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren unter der kreisdurchschnittlichen Versorgung von 5,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren. Eine Fortschreibung auf Basis des Kreisdurchschnitts ergibt für die nächsten drei Jahre einen Bedarf von 64 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten, während für eine gute Versorgung eine Erweiterung der Mitarbeiterkapazitäten auf 58 Mitarbeiter erforderlich ist. 22 Wohnungen mit Service bzw. 2,1 Betreute Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren stehen der älteren Bevölkerungen derzeit zur Verfügung. Die Versorgungsdichte des Kreises ist mit 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren etwas höher. Orientieren sich die erforderlichen Kapazitäten am Kreisdurchschnitt, werden in den nächsten drei Jahren 46 Betreute Wohnungen benötigt. Der Zielwert von 5,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren erfordert zukünftig 58 Betreute Wohnungen, d.h. 36 Betreute Wohnungen mehr als derzeit zur Verfügung stehen. Eine Einrichtung bietet zwölf Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften an. Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 1,2 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren, was über dem Kreisdurchschnitt von 0,5 Plätzen liegt. Somit ist in den nächsten drei Jahren kein Ausbau dieser Wohnform notwendig. 5.8 Versorgungslage in der Gemeinde Langerwehe Die Gemeinde Langerwehe liegt im westlichen Teil des Kreises Düren und umfasst 15 Ortsteile.10 Von den 13.791 Einwohnern sind 6,0% im Alter ab 80 Jahren. Im Bereich der stationären Pflege weist die Gemeinde Langerwehe eine Versorgungsdichte von 14,5 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren auf, was unter dem Kreisdurchschnitt von 20,1 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt (Tabelle 21). Soll die Versorgungsdichte auf Basis des Kreisdurchschnitts fortgeschrieben werden, sind 190 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen erforderlich. Da eine gute Versorgung bereits durch 19,0 stationäre Pflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren gewährleistet ist, ist es ausreichend, wenn in den nächsten drei Jahren 179 stationäre Pflegeplätze zur Verfügung stehen, d.h. es fehlen insgesamt 58 Plätze. Konkret geplant sind derzeit 68 Plätze. Mit 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt die Gemeinde Langerwehe im Durchschnitt des Kreises Düren. Aufgrund der demografischen Entwicklung sollte in den nächsten drei Jahren noch ein weiterer Kurzzeitpflegeplatz eingerichtet werden, um eine kreisdurchschnittliche Versorgung zu gewährleisten. Ist eine gute Versorgung von 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren das Ziel, werden insgesamt 14 Kurzzeitpflegeplätze benötigt, also vier Plätze mehr als derzeit vorhanden. 10 Homepage der Gemeinde Langerwehe; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 23.03.2017) 36 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 21: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Langerwehe Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 121 Plätze 10 Plätze 28 Personal 20 Wohnungen 21 Plätze Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 14,5 1,2 3,4 2,4 2,5 0,6 Aktueller Stand 5 Je 100 Einw. ab 80 J. Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 190 11 19 52 37 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 4 69 1 -9 32 16 -1 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 179 14 28 63 47 6 58 4 0 44 26 1 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Das Tagespflegeangebot umfasst 28 Plätze bzw. 3,4 Tagespflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Somit ist die Versorgungsdichte in der Gemeinde Langerwehe höher als der kreisdurchschnittliche Wert von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Da Langerwehe derzeit bereits über eine Versorgungsdichte verfügt, welche über dem Kreisdurchschnitt und dem vereinbarten Zielwert liegt, erscheint ein Ausbau des Tagespflegeangebots in den nächsten drei Jahren nicht dringlich, aber weitere zehn Plätze sind geplant. In den ambulanten Pflegediensten sind 20 Mitarbeiter, also 2,4 Mitarbeiter je 100 Ältere ab 80 Jahren tätig. Somit liegt die Versorgungsdichte weit unter dem Kreisdurchschnitt von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Um eine dem Kreisdurchschnitt entsprechende Versorgung zu erreichen, müssen in den nächsten drei Jahren 52 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein. Für eine gute Versorgung sollte die Mitarbeiterzahl sogar auf 63 erhöht werden, d.h. es fehlen 44 Mitarbeiter. 21 Betreute Wohnungen werden in Langerwehe angeboten. Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 2,5 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren, was unter der des Kreises mit 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt. Eine Fortschreibung auf Basis des Kreisdurchschnitts ergibt einen Bedarf an 37 Wohnungen mit Service, während für eine gute Versorgung sogar 47 Betreute Wohnungen benötigt werden, dies sind 26 Wohnungen mehr als derzeit vorhanden. Als Alternative zu einem Umzug in eine stationäre Einrichtung stehen der älteren Bevölkerung fünf Plätze in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft bzw. 0,6 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren zur Verfügung. Liegt der kreisdurchschnittliche Wert zugrunde, bedarf es bis zum Jahr 2019 keiner Erweiterung dieses Angebots. Um das Ziel einer guten Versorgung zu erreichen, muss das Angebot um einen weiteren Platz ausgebaut werden. 37 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5.9 Versorgungslage in der Stadt Linnich Die im Norden des Kreises gelegene Stadt Linnich besteht aus 13 Stadtteilen und erstreckt sich auf einer Fläche von 65,5 Quadratkilometern.11 Sie hat 12.591 Einwohner, davon sind 6,2% im Alter ab 80 Jahren. Das stationäre Pflegeangebot umfasst 161 stationäre Pflegeplätze bzw. 20,7 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren (Tabelle 22). Die Versorgungsdichte im gesamten Kreis hingegen ist mit 20,1 Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren etwas geringer. Eine Fortschreibung aufgrund der demografischen Entwicklung ergibt, dass der Bedarf an stationärer Pflege auf 178 Plätze steigt. Eine optimale Versorgung ist jedoch bereits mit 167 stationären Pflegeplätzen, also sechs Plätzen mehr als derzeit vorhanden, gewährleistet. 41 Plätze befinden sich momentan in einer neuen Einrichtung in Planung, während eine andere Einrichtung mit 15 stationären Pflegeplätzen und sechs Kurzzeitpflegeplätzen im Jahr 2017 schließt. Tabelle 22: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Linnich Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 161 Plätze 19 Plätze 53 Personal 60 Wohnungen 30 Plätze Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 20,7 2,4 6,8 7,8 3,9 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 178 10 17 49 35 Linnich 4 Aktueller Stand 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 17 -9 -36 -12 5 4 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 167 13 26 59 44 5 6 -6 -27 -1 14 5 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Auch im Bereich der Kurzzeitpflege liegt die Versorgungsdichte der Stadt Linnich mit 2,4 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren über dem Kreisdurchschnitt von insgesamt 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Eine Erweiterung des Angebots erscheint daher bis zum Jahr 2019 nicht notwendig. Dies gilt auch für den Bereich der Tagespflege. Die Versorgungsdichte von 6,8 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt deutlich über dem kreisdurchschnittlichen Wert, sodass ein Ausbau der Tagespflege in den nächsten drei Jahren nicht notwendig erscheint, da der Bedarf gedeckt ist. Mit 7,8 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren weist Linnich auch im Bereich der ambulanten Pflege eine bessere Versorgung auf als der Kreis 11 Homepage der Stadt Linnich; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 23.03.2017) 38 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Düren. Daher ist der Bedarf an Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten für die nächsten drei Jahren gedeckt und muss nicht erweitert werden. Im Bereich des Betreuten Wohnens entspricht die Versorgungsdichte der Stadt Linnich der des Kreises Düren von 3,9 Wohnungen mit Service je 100 Ältere ab 80 Jahren. Aufgrund der demografischen Entwicklung sollte das Angebot in den nächsten drei Jahren um fünf Wohnungen erweitert werden. Wird der Zielwert einer guten Versorgung zugrunde gelegt, sollten 14 weitere Betreute Wohnungen errichtet werden. Die Wohnform der ambulant betreuten Wohngemeinschaft gibt es noch nicht. Wenn in diesem Bereich eine kreisdurchschnittliche Versorgung vorgesehen ist, dann sollten bis zum Jahr 2019 insgesamt vier Plätze in einer solchen Wohnform zur Verfügung stehen. Eine optimale Versorgung von 0,6 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren wird mit fünf Plätzen gewährleistet. 5.10 Versorgungslage in der Gemeinde Merzenich Im Osten des Kreises Düren liegt die Gemeinde Merzenich mit fünf Ortsteilen.12 Von ihren 9.950 Einwohnern sind 5,2% im Alter ab 80 Jahren. Der älteren Bevölkerungen stehen 80 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen zur Verfügung (Tabelle 23). Daraus resultiert eine Versorgungsdichte von 15,4 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, welche unter dem Kreisdurchschnitt liegt. Wird dieser zugrunde gelegt, ermittelt die Fortschreibung bis zum Jahr 2019 einen Bedarf von 119 stationären Pflegeplätzen. Da der Zielwert einer guten Versorgung niedriger als der Kreisdurchschnitt ist, wären 112 stationäre Pflegeplätze ausreichend, um das Ziel von 19,0 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren zu erreichen. Durch das bestehende Angebot von acht Kurzzeitpflegeplätzen wird eine Versorgungsdichte von 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht, was über dem Kreisdurchschnitt liegt. Soll der kreisdurchschnittliche Wert fortgeschrieben werden, bedarf es in den nächsten drei Jahren keiner Erweiterung des Kurzzeitpflegeangebots. Für das Ziel einer optimalen Versorgung mit 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren wird aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den nächsten drei Jahren ein weiterer Kurzzeitpflegeplatz benötigt. Im Bereich der Tagespflege weist die Gemeinde Merzenich mit 4,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren ebenfalls einen höheren Versorgungswert auf als der Kreis Düren mit 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Somit sind im Bereich der Tagespflege bereits derzeit so viele Plätze vorhanden, dass der Bedarf für die nächsten drei Jahre gedeckt ist. 12 Homepage der Gemeinde Merzenich; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 23.03.2017) 39 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tabelle 23: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Merzenich Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 80 Plätze Wohnungen 32 Aktueller Stand 8 Plätze 21 Personal 20 Plätze 10 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 15,4 1,5 4,0 3,8 6,1 1,9 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 119 7 12 33 23 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 3 39 -1 -9 13 -9 -7 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 112 9 18 40 29 4 32 1 -3 20 -3 -6 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Im Gegensatz zur Kurzzeitpflege und zur Tagespflege besteht im Bereich der ambulanten Pflege noch Bedarf an Erweiterung. Mit 3,8 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt die Versorgungsdichte unter dem Durchschnitt auf Kreisebene von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren. Legt man den Kreisdurchschnitt zugrunde, steigt der Bedarf im Jahr 2019 auf 33 Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten. Um den Zielwert einer guten Versorgung zu erreichen, müssen 40 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein, also 20 Mitarbeiter mehr als derzeit. Das Angebot des Wohnens mit Service ist in der Gemeinde Merzenich sehr gut ausgebaut und liegt mit 6,1 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren über dem Kreisdurchschnitt und dem vereinbarten Zielwert. Daher ist ein Ausbau des Angebots in den künftigen drei Jahren nicht notwendig. Zehn Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften bzw. 1,9 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren stehen in Merzenich zur Verfügung. Die derzeitige Versorgung liegt somit sowohl über dem Kreisdurchschnitt als auch über dem vereinbarten Zielwert. Auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung wird ein Ausbau dieses Angebots in den nächsten drei Jahren nicht benötigt. 5.11 Versorgungslage in der Stadt Nideggen Im Süden des Kreises Düren befindet sich die Stadt Nideggen, die insgesamt neun Ortsteile umfasst.13 Sie hat 9.893 Einwohner, davon sind 5,9% im Alter ab 80 Jahren. Die Stadt Nideggen weist mit 298 Plätzen eine sehr hohe Kapazität im Bereich der stationären Pflege auf, sodass daraus eine Versorgungskennziffer von 50,7 stationären Pfle- 13 Homepage der Stadt Nideggen; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 23.03.2017) 40 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren geplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren resultiert, welche deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 20,1 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt (Tabelle 24). Aufgrund dieser hohen Versorgungsdichte und des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ sollten die Kapazitäten in stationären Pflegeeinrichtungen zukünftig nicht erweitert werden. Dennoch sind hier weitere 20 Pflegeplätze geplant. Tabelle 24: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Nideggen Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 298 Plätze 20 Plätze 24 Personal 44 Wohnungen 2 Plätze Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 50,7 3,4 4,1 7,5 0,3 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 134 8 13 37 26 erforderliche Kapazität 3 Aktueller Stand 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Differenz zu aktuell -164 -12 -11 -7 24 3 Bedarf 2019 - Zielwert 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 126 10 20 45 33 4 -172 -10 -4 1 31 4 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 20 Kurzzeitpflegeplätze bzw. 3,4 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren sind derzeit vorhanden, d.h. auch in diesem Bereich liegt Nideggen über dem Kreisdurchschnitt. Die Fortschreibung bis zum Jahr 2019 sieht keinen Erweiterungsbedarf dieser Kapazitäten. Auch im Bereich der Tagespflege liegt das vorhandene Angebot mit 4,1 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren über dem Kreisdurchschnitt und dem Zielwert einer guten Versorgung. Somit ist auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung rechnerisch kein Ausbau des Angebots notwendig, es sind aber 16 weitere Plätze geplant. Zwei ambulante Pflegedienste mit 44 Mitarbeitern sind in Nideggen ansässig. Für die ältere Bevölkerung stehen daher 7,5 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren zur Verfügung. Da der kreisdurchschnittliche Versorgungswert niedriger ist, müssen nicht mehr Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten vorhanden sein als derzeit. Soll jedoch der Zielwert von 6,7 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht werden, muss noch ein weiterer Mitarbeiter in den ambulanten Pflegediensten eingestellt werden. Das Angebot an Wohnungen mit Service fällt mit zwei Betreuten Wohnungen eher gering aus. So ist es nicht verwunderlich, dass die Versorgungsdichte mit 0,3 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren niedriger ist als jene des Kreises mit 3,9 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Wird der Kreisdurchschnitt zugrunde gelegt, 41 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren ergibt die Fortschreibung, dass 26 Betreute Wohnungen den Bedarf decken. Soll hingegen der vereinbarte Zielwert zugrunde gelegt werden, dann beträgt die erforderliche Kapazität 33 Betreute Wohnungen, also 31 Wohnungen mehr als derzeit vorhanden. Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft gibt es derzeit noch nicht. Für eine kreisdurchschnittliche Versorgung von 0,5 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften müssen bis zum Jahr 2019 drei Plätze errichtet werden. Gemäß dem Zielwert einer guten Versorgung fehlen vier Plätze. 5.12 Versorgungslage in der Gemeinde Niederzier Im östlichen Teil des Kreises Düren liegt die sieben Ortsteile umfassende Gemeinde Niederzier.14 Sie hat 13.915 Einwohner, davon sind 5,0% im Alter ab 80 Jahren. Aus den 168 verfügbaren Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen resultieren 24,4 stationäre Pflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Die Versorgungsdichte ist also höher als der Kreisdurchschnitt und auch als der vereinbarte Zielwert. Daher ist in den nächsten drei Jahren keine Erweiterung des Angebots notwendig. Tabelle 25: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Niederzier Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 168 Plätze Wohnungen 114 Aktueller Stand 6 Plätze 0 Personal 57 Plätze 12 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 24,4 0,9 0,0 8,3 16,5 1,7 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 157 9 15 43 31 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 4 -11 3 15 -14 -83 -8 0,6 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 erforderliche Kapazität 148 12 23 52 39 5 Differenz zu aktuell -20 6 23 -5 -75 -7 Bedarf 2019 - Zielwert Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Im Gegensatz dazu besteht Erweiterungsbedarf im Bereich der Kurzzeitpflege. Derzeit gibt es sechs Kurzzeitpflegeplätze, also 0,9 Kurzzeitpflegeplätze je 100 Ältere ab 80 Jahren. Dieser Versorgungswert ist geringer als jener auf Kreisebene. Soll eine Fortschreibung auf Basis des Kreisdurchschnitts stattfinden, dann müssen insgesamt neun Kurzzeitpflegeplätze vorhanden sein, während eine optimale Versorgung insgesamt zwölf Kurzzeitpflegeplätze voraussetzt, d.h. sechs Plätze mehr als zuvor. 14 Homepage der Gemeinde Niederzier; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 23.03.2017) 42 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Ein Angebot der Tagespflege gibt es derzeit nicht. Bei einer Fortschreibung auf Basis des Kreisdurchschnitts von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren werden 15 Tagespflegeplätze benötigt, um eine bedarfsentsprechende Versorgung zu gewährleisten. 23 Tagespflegeplätze sind für eine optimale Versorgung erforderlich. Die Versorgung im ambulanten Pflegebereich ist in der Gemeinde Niederzier mit 8,3 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren besser als im Durchschnitt des Kreises Düren und höher als der vereinbarte Zielwert. Bis zum Jahr 2019 muss keine Erweiterung im ambulanten Pflegebereich stattfinden, um den Bedarf zu decken. Im Bereich des Betreuten Wohnens ist die Versorgungsdichte in Niederzier mit 114 Wohnungen bzw. 16,5 Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren deutlich höher als der kreisdurchschnittliche und der optimale Wert. Somit besteht auch in diesem Bereich in den nächsten drei Jahren kein Erweiterungsbedarf. Neben dem Betreuten Wohnen existiert eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen bzw. 1,7 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Der Durchschnitt auf Kreisebene liegt bei 0,5 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. In den nächsten drei Jahren ist eine Erweiterung dieser Wohnform nicht notwendig, da die derzeitigen Kapazitäten den erforderlichen Bedarf für das Jahr 2019 bereits übersteigen. 5.13 Versorgungslage in der Gemeinde Nörvenich Östlich von der Stadt Düren befindet sich die Gemeinde Nörvenich. Sie umfasst 14 Ortsteile und verfügt über mehrere Burgen.15 Von den 10.550 Einwohnern sind 4,6% im Alter ab 80 Jahren. Über eine sehr hohe Versorgungsdichte von 222 Pflegeplätzen bzw. 45,4 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren verfügt die Gemeinde Nörvenich im Bereich der stationären Pflege (Tabelle 26). Dieser Wert liegt deutlich über dem Kreisdurchschnitt und dem vereinbarten Zielwert. In den nächsten drei Jahren wird eine Erweiterung dieses Angebots daher nicht empfohlen. Im Bereich der Kurzzeitpflege liegt die Versorgungsdichte mit 1,4 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren geringfügig über dem kreisdurchschnittlichen Wert von 1,2 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Eine Fortschreibung auf Basis der Versorgungsdichte auf Kreisebene ergibt daher in den nächsten drei Jahren keinen Ausbaubedarf der Kurzzeitpflege. Wird der Zielwert einer guten Versorgung zugrunde gelegt, dann beträgt der Bedarf im Bereich Kurzzeitpflege acht Plätze, d.h. einen Platz mehr als derzeit vorhanden. 15 Homepage der Gemeinde Nörvenich; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 27.03.2017) 43 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Tagespflege gibt es in Nörvenich noch nicht. Eine kreisdurchschnittliche Versorgung von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren setzt voraus, dass bis zum Jahr 2019 elf Tagespflegeplätze vorhanden sein müssen. Gemäß dem Zielwert einer optimalen Versorgung, steigt der Bedarf auf 17 Tagespflegeplätze. Tabelle 26: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Nörvenich Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 222 Plätze Wohnungen 0 Plätze Aktueller Stand 7 Plätze 0 Personal 37 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 45,4 1,4 0,0 7,5 0,0 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 112 6 11 31 22 erforderliche Kapazität 3 Differenz zu aktuell -110 -1 11 -6 22 3 Bedarf 2019 - Zielwert 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 105 8 17 37 28 3 -117 1 17 0 28 3 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Drei ambulante Pflegedienste mit 37 Mitarbeitern bzw. 7,5 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren sind in Nörvenich ansässig. Somit weist die Gemeinde eine höhere Versorgungsdichte auf als der Kreis. In den nächsten drei Jahren ist eine Erweiterung weder auf Basis des Kreisdurchschnitts noch auf Basis des Zielwerts notwendig. Die Wohnform des Betreuten Wohnens wird in Nörvenich bisher nicht angeboten. 22 Wohnungen mit Service müssen im Jahr 2019 vorhanden sein, wenn eine dem Kreisdurchschnitt entsprechende Versorgung gewährleistet werden soll. Soll der Zielwert zugrunde gelegt werden, so müssen 28 Betreute Wohnungen gebaut werden. Ambulant betreute Wohngemeinschaften gibt es ebenfalls nicht. Wird die Versorgung an den Kreisdurchschnitt von 0,5 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren angepasst, sollten in den nächsten drei Jahren drei Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften bereitgestellt werden. Dies gilt auch, wenn der Zielwert von 0,6 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren vorausgesetzt wird. 44 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 5.14 Versorgungslage in der Gemeinde Titz Im Norden des Kreises liegt die Gemeinde Titz, die an die Kommunen Linnich, Jülich und Niederzier grenzt. Insgesamt umfasst Titz 16 Ortsteile16 mit 8.277 Einwohnern, der Anteil der Älteren ab 80 Jahren beträgt 5,5%. 134 stationäre Pflegeplätze bzw. 29,4 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen je 100 Ältere ab 80 Jahren sind in der Gemeinde Titz vorhanden (Tabelle 27). Aufgrund dieser hohen Versorgungsdichte, die sowohl über dem Kreisdurchschnitt als auch dem Zielwert liegt, wird ein Ausbau dieses Angebots in den nächsten drei Jahren nicht empfohlen. Das Kurzzeitpflegeangebot besteht aus zwei Kurzzeitpflegeplätzen bzw. 0,4 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Mit diesem Versorgungswert liegt Titz unter der kreisdurchschnittlichen Versorgungsdichte. Im Jahr 2019 beträgt die erforderliche Kapazität im Bereich der Kurzzeitpflege sechs Plätze, wenn der Kreisdurchschnitt zugrunde gelegt wird und acht Plätze, wenn die Planung stattdessen auf Basis des Zielwerts stattfinden soll. Tabelle 27: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Titz Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 134 Plätze Personal 0 Wohnungen 0 Plätze 2 Plätze 18 Aktueller Stand 0 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 29,4 0,4 3,9 0,0 0,0 0,0 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 104 6 10 28 20 erforderliche Kapazität 2 Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell -30 4 -8 28 20 2 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 98 8 15 35 26 3 -36 6 -3 35 26 3 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Im Bereich der Tagespflege gibt es seit September 2016 ein neues Angebot mit 18 Plätzen. Wird die Versorgung auf Basis des Kreisdurchschnitts fortgeschrieben, beträgt der erforderliche Bedarf zehn Tagespflegeplätze. Bei einer guten Versorgung von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren steigt der Bedarf auf 15 Tagespflegeplätze, dies sind 3 Plätze weniger als derzeit vorhanden. Ambulante Pflegedienste sind nicht in Titz ansässig. Wird der kreisdurchschnittliche Versorgungswert zugrunde gelegt, werden im Bereich der ambulanten Pflege in den nächs- 16 Homepage der Gemeinde Titz; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 27.03.2017) 45 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren ten drei Jahren 28 Mitarbeiter benötigt. Wird stattdessen der Zielwert von 6,7 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren vorausgesetzt, sind 35 Mitarbeiter notwendig. Betreutes Wohnen gibt es ebenfalls noch nicht. Die kreisdurchschnittliche Versorgungskennziffer beträgt 3,9 Betreute Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Soll eine solche Versorgung auch in Titz gewährleistet werden, sind bis zum Jahr 2019 insgesamt 20 Betreute Wohnungen erforderlich. Für eine optimale Versorgung von 5,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren werden 26 Wohnungen mit Service benötigt. Auch ambulant betreute Wohngemeinschaften gibt es nicht. Zwei Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften sollten in den nächsten drei Jahren zur Verfügung stehen, wenn eine kreisdurchschnittliche Versorgung von 0,5 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht werden soll. Ist eine gute Versorgung von 0,6 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren das Ziel, dann sollte eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit drei Plätzen vorhanden sein. 5.15 Versorgungslage in der Gemeinde Vettweiß Vettweiß liegt im Südosten des Kreises Düren, umfasst elf Ortschaften und zählt nach eigenen Angaben zu den wachstumsstärksten Kommunen in der Region.17 Hier leben 9.223 Einwohner, der Anteil von 4,2% im Alter ab 80 Jahren ist der niedrigste im gesamten Kreis Düren. Tabelle 28: Vollstation. Kurzzeit- Tages- Ambulante Betreutes Ambulant Vettweiß Pflege pflege pflege Pflegedienste Wohnen betreute WG Bestand 2016 Plätze 80 Plätze Plätze Wohnungen 11 Plätze Aktueller Stand 2 0 Personal 0 5 Je 100 Einw. ab 80 J. Kreis Düren 20,1 1,2 2,0 5,5 3,9 0,5 aktuell je 100 ab 80 J. 20,7 0,5 0,0 0,0 2,8 1,3 Bedarf 2019 bei Fortschreibung der derzeitigen Versorgungsdichte (Kreisdurchschnitt) 88 5 9 24 17 erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell Bedarf 2019 - Zielwert erforderliche Kapazität Differenz zu aktuell 2 8 3 9 24 6 -3 19,0 1,5 3,0 6,7 5,0 0,6 83 7 13 29 22 3 3 5 13 29 11 -2 Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis; Berechnung des ISG 2017 Mit 80 Plätzen in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. 20,7 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren liegt die Gemeinde Vettweiß etwa im Durchschnitt des Kreises 17 Homepage der Gemeinde Vettweiß; Homepage des Kreises Düren (abgerufen am 27.03.2017) 46 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren Düren (Tabelle 28). Eine Fortschreibung bis zum Jahr 2019 auf Basis des Kreisdurchschnitts ergibt einen Bedarf an 88 stationären Pflegeplätzen. Da der Wert von 19,0 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren als Zielwert einer guten Versorgung vereinbart wurde, sind bereits 83 Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen ausreichend, dies sind drei Plätze mehr als derzeit vorhanden. Aus den zwei vorhandenen Kurzzeitpflegeplätzen resultiert eine Versorgungsdichte von 0,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren. Soll die Versorgung in Vettweiß an den Kreisdurchschnitt angepasst fortgeschrieben werden, beträgt die erforderliche Kapazität fünf Kurzzeitpflegeplätze. Eine gute Versorgung von 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren setzt sieben Kurzzeitpflegeplätze voraus, also fünf Plätze mehr als derzeit vorhanden. Tagespflegeeinrichtungen gibt es hier nicht. Neun Tagespflegeplätze werden in den nächsten drei Jahren benötigt, wenn die kreisdurchschnittliche Versorgung von 2,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht werden soll. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, werden 13 Tagespflegeplätze benötigt. Die Gemeinde Vettweiß verfügt über keinen ambulanten Pflegedienst. Soll die kreisdurchschnittliche Versorgung von 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren gewährleistet werden, müssen in den nächsten drei Jahren 24 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein. Wird der Zielwert einer optimalen Versorgung zugrunde gelegt, dann müssen im Jahr 2019 insgesamt 29 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten beschäftigt werden. Elf Wohnungen mit Service bzw. 2,8 Betreute Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren können von der älteren Bevölkerung genutzt werden. Somit liegt die Versorgungsdichte unter dem Durchschnitt des Kreises Düren. Für eine kreisdurchschnittliche Versorgung werden in den nächsten drei Jahren 17 Tagespflegeplätze benötigt. Mit 22 Tagespflegeplätzen wird der Zielwert von 5,0 Betreuten Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht. Dies sind elf Wohnungen mehr als derzeit vorhanden. Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit fünf Plätzen ist in Vettweiß ansässig. Daraus resultiert eine Versorgungdichte von 1,3 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften je 100 Ältere ab 80 Jahren. Da diese Versorgungsdichte jene des Kreises und den vereinbarten Zielwert deutlich überschreitet, ist eine Erweiterung dieses Angebots in den nächsten drei Jahren rechnerisch nicht notwendig. 47 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 6.1 Bilanz der Entwicklung bis zum Jahresende 2016 Das Spektrum der pflegerischen und pflegeergänzenden Versorgungsangebote, das der Bevölkerung mit Hilfe- und Pflegebedarf im Kreis Düren zur Verfügung steht, ist im folgenden Überblick noch einmal dargestellt. Abbildung 2: Quelle: Verwaltung des Kreises Düren; Angebotsverzeichnis Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der pflegerischen, pflegeergänzenden und wohnungsbezogenen Versorgungslage im Kreis Düren wurden in der ersten Pflegeplanung einzelne Empfehlungen formuliert, die im Laufe des Jahres 2016 zum Teil umgesetzt wurden. Die im vorliegenden Bericht zum Jahresende 2016 gezogene Bilanz kommt im Einzelnen zu folgendem Ergebnis: • Die Versorgungsdichte im Bereich der ambulanten Pflege wurde zum Jahresende 2015 als unzureichend bewertet, da die Versorgung mit 5,5 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten je 100 Ältere ab 80 Jahren unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt lag. Zwar ist die Mitarbeiterzahl in den ambulanten Pflegediensten im Verlauf des Jahres 2016 leicht angestiegen, aufgrund der demografischen Entwick- 48 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren lung wurde so jedoch nur die Versorgungsdichte konstant gehalten. Die Mitarbeiterzahl in den ambulanten Pflegediensten sollte so erhöht werden, dass der Zielwert von 6,7 Mitarbeitern je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht wird. Um den Zielwert im Jahr 2019 zu erreichen, müssen kreisweit weitere 301 Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten tätig sein. • In der ersten Pflegesozialplanung wurde das Tagespflegeangebot im kreisweiten Durchschnitt als ausreichend bewertet. Da Tagespflegeeinrichtungen für Ältere aber wohnortnah zur Verfügung stehen sollten, wurde empfohlen, das Tagespflegeangebot in den Kommunen aufzubauen, die dieses Angebot noch nicht haben, so dass eine Versorgungskennziffer von 3,0 Tagespflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren erreicht wird. Zum Ende des Jahres 2016 gab es kreisweit 18 Tagespflegeplätze mehr als im Vorjahr, eine weitere Kommune konnte mit diesem Angebot ausgestattet werden. In sechs Kommunen des Kreises Düren sind weiterhin keine Tagespflegeeinrichtungen vorhanden. Daher wird empfohlen, das Tagespflegeangebot so auszubauen, dass der vereinbarte Zielwert erreicht wird und in jeder Kommune mindestens eine Tagespflegeeinrichtung zur Verfügung steht. Bis zum Jahr 2019 sollte das Angebot um 205 Plätze erweitert werden, um eine gute Versorgungsdichte in allen Städten und Gemeinden zu erreichen. • Die Kurzzeitpflege wurde seit der letzten kommunalen Pflegeplanung um vier Plätze reduziert, die Versorgungskennziffer von 1,1 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren änderte sich dadurch nicht. Zwar wurde die kreisweite Versorgungsdichte als ausreichend bewertet. Ein Ausbau der eigenständigen Kurzzeitpflege wird aber dennoch empfohlen. Daraus resultiert der vereinbarte Zielwert von 1,5 Kurzzeitpflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren, der erreicht wird, wenn 77 weitere Kurzzeitpflegeplätze eingerichtet werden. • In der kommunalen Pflegeplanung des Jahres 2016 wurde das Angebot an stationärer Pflege als ausreichend bewertet. Eine zukünftige Erweiterung dieses Angebots wurde nur zum Erhalt der Versorgungskennziffer bzw. zum Erhalt des Zielwerts einer optimalen Versorgung empfohlen. Durch den Grundsatz „ambulant vor stationär“ bleibt diese Empfehlung auch für die vorliegende Fortschreibung erhalten. Um den vereinbarten Zielwert von 19,0 stationären Pflegeplätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren zu erhalten, fehlen bis zum Jahr 2019 noch 198 stationäre Pflegeplätze. Mit einer derzeitigen Planung von 629 stationären Pflegeplätzen wird dieser Bedarf aber schon weit überschritten. • Eine Entlastung der stationären Versorgung setzt unter anderem auch eine Verbesserung der Wohnangebote voraus. In der ersten Pflegeplanung wurde empfohlen, das Angebot an Wohnungen mit Service zu erweitern, insbesondere in den Kommunen, die noch über kein solches Wohnangebot verfügen. Seit dieser Empfehlung ist dieses Angebot um 15 Wohneinheiten zurückgegangen. Die Versorgungsdichte ist 49 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren von 4,2 auf 3,9 Wohnungen je 100 Ältere ab 80 Jahren gesunken. Die Empfehlung des Ausbaus an Betreutem Wohnen bleibt also erhalten. • Im Bereich der ambulant betreuten Wohngemeinschaften wurde in der letzten Pflegeplanung ein Ausbau empfohlen. Seitdem hat sich hier viel getan. Das Angebot ist auf 69 Plätze bzw. 0,5 Plätze je 100 Ältere ab 80 Jahren gewachsen. Da zu dieser Wohnform noch keine Vergleichsdaten vorliegen, wurde ein Zielwert von 0,6 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahren vereinbart. Ein weiterer Ausbau ist zu befürworten, zumal sich dieses Angebot an eine Zielgruppe wendet, die ohne ambulant betreute Wohngemeinschaften wahrscheinlich auf vollstationäre Pflege angewiesen wäre. • Die Wechselwirkung von stationären Pflegeangeboten einerseits und vorstationären, d.h. ambulanten, teilstationären und Wohnangeboten andererseits, lässt sich anhand von vier Kommunen exemplarisch aufzeigen: In Heimbach, Niederzier und Nörvenich liegt die Versorgungsdichte mit stationären Pflegeplätzen weit über dem Kreisdurchschnitt. In allen drei Kommunen konnten sich dagegen kaum Wohnangebote entwickeln, und in zwei der drei Kommunen gibt es kein Tagespflegeangebot. Das Gegenbeispiel einer ausgewogenen Versorgungsstruktur bietet die Stadt Merzenich, deren stationäre Versorgungsdichte unter dem Kreisdurchschnitt liegt, während die Kapazitäten an Kurzzeitpflege, Tagespflege und Wohnangeboten zum Teil deutlich über dem Kreisdurchschnitt liegen. Somit kommt die Jahresbilanz im Vergleich zum Vorjahr zu einem ambivalenten Ergebnis. Während die demografische Entwicklung voranschritt und der Anteil der älteren Bevölkerung ab 80 Jahren um 4% angestiegen ist, wurden die Kapazitäten der pflegerischen, pflegeergänzenden und wohnungsbezogenen Versorgung in einigen Bereichen so erweitert, dass die Versorgungsdichte zum Jahresende 2015 auch am Jahresende 2016 beibehalten wurde. Die Entwicklung im Bereich des Betreuten Wohnens ist bedenklich, da die Versorgungsdichte gesunken statt gestiegen ist. Eine positive Entwicklung hingegen ist in den Bereichen der Tagespflege und der ambulant betreuten Wohngemeinschaften zu verzeichnen. Dieser Ausbau sollte fortgeführt werden. Die gesunkene Versorgungskennziffer im Bereich der stationären Pflege ist nicht bedenklich, wenn die konkreten Planungen berücksichtigt werden und eine Substitution durch den Ausbau vorstationärer Angebote in Rechnung gestellt wird. Soll eine optimale Versorgungsdichte erreicht werden, bedarf es besonders in den Bereichen des Betreuten Wohnens und der ambulanten Pflegedienste einer Erweiterung. Auch Tagespflege und Kurzzeitpflege sollten weiter ausgebaut werden mit dem Ziel, dass Tagespflegeplätze wohnortnah und Kurzzeitpflege auf mehr eigenständigen Plätzen zur Verfügung stehen. 50 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren 6.2 Empfehlungen Die im Pflegegutachten 2016 entwickelten Empfehlungen behalten grundsätzlich weiterhin ihre Gültigkeit. Daher werden Sie im Folgenden übernommen und an den Stellen modifiziert, an denen im Jahresverlauf eine neue Sachlage entstanden ist. Auf Basis der vorliegenden Bestandsaufnahme und Analyse ist im weiteren Prozess der Pflegeplanung zu beachten: (1) Die Analyse der demografischen Entwicklung ergibt, dass trotz des bereits fortgeschrittenen Stadiums des demografischen Wandels mit einer weiteren Zunahme der älteren Bevölkerung im Kreis Düren und damit auch der Menschen mit Hilfeund Pflegebedarf zu rechnen ist. Allein schon wegen dieser Entwicklung ist die pflegerische und pflegeergänzende Versorgung weiter auszubauen. (2) Dieser Ausbau sollte unter Berücksichtigung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ erfolgen, d.h. das breite Spektrum der ambulanten, teilstationären, wohnungsbezogenen und niedrigschwelligen Hilfen sollte vorrangig ausgebaut werden, um damit einen weiteren Ausbau vollstationärer Angebote möglichst vermeiden oder reduzieren zu können. (3) Die Aufgabe des Kreises ist nicht, selbst Angebote zu entwickeln, sondern den Anbietern Anregungen zur Angebotsentwicklung zu geben, Planungsgrundlagen zur Verfügung zu stellen und ggf. die Ausrichtung der Angebotsentwicklung zu steuern. Aus den vorliegenden Analysen ist für Anbieter ersichtlich, welche Angebote in welchen Kommunen weiterentwickelt werden sollten. (4) Angebote, die wohnortnah konzipiert sind, sollten in jeder Kommune vorhanden sein. Bei der weiteren Angebotsplanung sollte die derzeitige Verteilung der Kapazitäten auf die Städte und Gemeinden berücksichtigt werden. (5) Angebote der Tagespflege sind zurzeit im kreisweiten Durchschnitt in ausreichender Anzahl vorhanden, sollten jedoch wohnortnah zur Verfügung stehen und daher insbesondere in den sechs Städten und Gemeinden ausgebaut werden, die noch über kein Angebot dieser Art verfügen und in denen derzeit kein TagespflegeAngebot geplant ist. (6) Die Angebote der Kurzzeitpflege erscheinen insgesamt ausreichend, allerdings sind nur 7% der Kapazitäten eigenständige Kurzzeitpflegeplätze, die verlässlich einplanbar sind. Eine rechnerische Unterdeckung (nicht mehr als 0,5 Plätze je 100 Ältere ab 80 J.) besteht unter Berücksichtigung konkreter Planungen in vier Kommunen. Ein Ausbau der Kurzzeitpflege sollte möglichst in eigenständiger Form erfolgen. (7) Das Angebot an ambulanter Pflege erscheint im Landes- und Bundesvergleich unzureichend, insbesondere angesichts der ländlich strukturierten Kreisregionen, in 51 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren denen die ambulante Pflege mit längeren Fahrtzeiten verbunden ist. Dieses Angebot sollte stärker ausgebaut werden. (8) Ob die Angebote an haushaltsnahen Dienstleistungen wie Hilfen im Haushalt, Mahlzeiten- und Fahrdienste ausreichend sind, ist wegen fehlender Vergleichszahlen nicht zu beurteilen und sollte in Zukunft genauer geprüft werden. (9) Die Unterstützung für pflegende Angehörige, insbesondere für Angehörige von Demenzkranken, erscheint (soweit unsere Recherche ergeben hat) noch ausbaufähig. Auch diese Form der Hilfe sollte wohnortnah, d.h. in allen Städten und Gemeinden vorhanden sein, was derzeit noch nicht erreicht ist. (10) Das Angebot des betreuten Wohnens (soweit dies ermittelt werden konnte18) sollte im Kreis Düren weiter ausgebaut werden. Insbesondere in den Kommunen, in denen dieses Angebot noch nicht existiert und auch nicht geplant ist, aber auch in den Städten und Gemeinden mit geringer Angebotsdichte sollte diese Wohnform erweitert werden, um wohnortnahe Alternativen zu nicht altersgerechten Wohnungen anbieten zu können. Die Betreuungsangebote sollten ein gutes Servicespektrum umfassen, sie sollten transparent und individuell gestaltbar und zugleich auch für ältere Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich sein. (11) Die Angebotsdichte mit ambulant betreuten Wohngemeinschaften im Kreis Düren liegt unter der von vergleichbaren Kreisen, diese Kapazitäten wurden aber im Jahresverlauf nahezu verdoppelt. Ein weiterer Ausbau dieser Wohnform ist sehr zu befürworten, zumal sie sich an eine Zielgruppe wendet, die ohne dieses Angebot wahrscheinlich auf vollstationäre Pflege angewiesen wäre. (12) Die gesundheitliche Versorgung im Kreis Düren erscheint vergleichsweise gut und sollte aufrechterhalten werden. Insbesondere sollte sich die Versorgung mit Krankenhausbetten, die etwas unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt liegt, nicht verschlechtern. (13) Der Kreis Düren verfügt über ein stationäres Hospizangebot und mehrere Angebote der ambulanten Hospizbetreuung. Diese Angebotslage ist besser als in manchen anderen Kreisen, allerdings rückt der Bedarf an Sterbebegleitung und Palliativversorgung zunehmend ins Blickfeld, so dass fortlaufend zu prüfen ist, ob die hier erreichten Versorgungsstandards auch in Zukunft ausreichend sind. (14) Die bestehenden Informations- und Beratungsstrukturen sollten sicherstellen, dass die bestehenden Angebote entsprechend den Bedarfen im Einzelfall genutzt 18 Zum Bestand des betreuten Wohnens liegen keine Statistiken oder Listen vor, so dass diese Daten durch Recherchen des ISG erhoben wurden. Eine Prüfung auf Vollständigkeit muss im weiteren Verlauf der Pflegeplanung erfolgen. 52 Kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren werden. Es wird empfohlen, in Kooperation mit den Städten und Gemeinden ortsnahe Beratungsangebote zu entwickeln. (15) Ein weiterer Ausbau der vollstationären Pflege wird derzeit nicht empfohlen. Diese Bewertung gründet auf drei Befunden: Erstens wird der in naher Zukunft bestehende Bedarf durch die derzeitigen konkreten Planungen abgedeckt. Zweitens hat die ISG-Befragung im Herbst 2015 eine durchschnittliche Auslastung stationärer Einrichtungen von 95% ergeben, was noch keine Überlastung anzeigt. Durch Pflegebedürftige von außerhalb des Kreises werden nicht mehr Pflegeplätze belegt als umgekehrt von Pflegebedürftigen aus dem Kreis Düren in Einrichtungen außerhalb des Kreises. Drittens ist davon auszugehen, dass der weitere Ausbau vorstationärer Angebote zukünftig den Bereich der stationären Pflege entlasten wird. (16) Damit der Kreis Düren die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ entsprechend steuern kann, wird empfohlen, für den Bereich der vollstationären Pflege von der Option einer verbindlichen Pflegeplanung nach § 7 Abs. 6 Satz 1 APG NRW Gebrauch zu machen. Dagegen sollte der Ausbau einer eigenständigen Kurzzeitpflege weiter unterstützt werden. (17) In den Bereichen der Tagespflege (mit dem Ziel eines wohnortnahen Angebots in allen Kommunen) und Kurzzeitpflege (mit dem Ziel einer besseren Verfügbarkeit eigenständiger Plätze) sollten hingegen Angebotserweiterungen angestrebt werden, da diese Versorgungsformen die häusliche Pflege unterstützen. (18) Die Bestandsaufnahme der pflegerischen und pflegeergänzenden Angebote sollte fortlaufend aktualisiert und der Entwicklung der älteren Bevölkerung und des Pflegebedarfs gegenübergestellt werden. Dabei sollte die Pflegeplanung nicht nur darauf ausgerichtet sein, die derzeitige Versorgungsdichte auch bei sich verändernder Bevölkerungsstruktur konstant zu halten, sondern die zu Beginn des Planungsprozesses vereinbarten Zielwerte einer optimierten Versorgungsdichte sollten fortgeführt, kritisch diskutiert und ggf. an neue Erkenntnisse angepasst werden. (19) Die kommunale Pflegeplanung im Kreis Düren sollte gem. § 7 Abs. 2 APG NRW in einen fortlaufenden Austausch mit den angrenzenden Gebietskörperschaften eingebunden werden. 53