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Allgemeine Vorlage (Protokoll Workshop)

Daten

Kommune
Kall
Größe
543 kB
Datum
08.11.2016
Erstellt
28.10.16, 18:06
Aktualisiert
28.10.16, 18:06

Inhalt der Datei

Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 IHK KALL: BÜRGERWERKSTATT AM 28. SEPTEMBER 2016 Die zweite Bürgerwerkstatt fand am 28. September 2016 in der Aula der Hauptschule Kall statt. Vor Beginn der Bürgerwerkstatt wurden Farbkärtchen in vier verschiedenen Farben (entsprechend der vier Handlungsfelder) und drei Klebepunkte für die Priorisierung der Projekte (rot = sehr hohe Priorität, gelb = hohe Priorität, grün = mittlere Priorität) an die Teilnehmer ausgegeben. Der Bürgermeister der Gemeinde Kall, Herr Radermacher, begrüßt die etwa 60 Teilnehmer der Bürgerwerkstatt und eröffnet die Veranstaltung um 19.00 Uhr. Herr Professor Westerheide (Institut für Städtebau und Landesplanung, RWTH Aachen) stellt das Team vor und gibt einen Rückblick auf die erste Bürgerwerkstatt, die am 30. Juni 2016 1 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 stattfand. Er präsentiert die Projektideen der ersten Bürgerwerkstatt, welche in den vergangenen Wochen von der ARGE vertieft bearbeitet wurden. Entstanden ist ein ‚Blumenstrauß der Projekte‘, der in der zweiten Bürgerwerkstatt diskutiert und am Ende der Veranstaltung unter dem Gesichtspunkt der Prioritätensetzung bepunktet werden soll. Herr Wildschütz (Büro RaumPlan) stellt anschließend, auf Basis der Stärken und Chancen, ein mögliches Leitbild für die Gemeinde Kall ‚Die Kleinstadt der kurzen Wege‘ vor. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Städtebauförderung ist, dass einzelne Projekte nicht für sich allein stehen, sondern im Zusammenhang Synergien und einen städtebaulichen Mehrwert ergeben. Ebenso wichtig ist, dass geplante Förderprojekte von privaten Investitionen ergänzt werden. Der ‚Blumenstrauß der Projekte‘ und Maßnahmen gliedern sich in öffentliche Bauaufgaben, Planaufgaben und private Investitionen. Zu den vier Handlungsfeldern ‚Funktionsstärkung der Mitte‘, ‚Gestaltung der öffentlichen Räume‘, ‚Neues Bauen‘ und ‚Freizeit und Erholung‘ sind in der Aula vier Kojen eingerichtet. Entsprechend der zu Beginn der Veranstaltung verteilten Farbkärtchen finden sich die Teilnehmer in den Kojen ein. Zunächst werden die sechs Projekte des jeweiligen Handlungsfeldes vom Moderatorenteam vorgestellt. Anschließend können die Teilnehmer Ideen und Anregungen einbringen. Die Beiträge werden vom Moderatorenteam stichwortartig auf Karten erfasst und nach Handlungsfeldern geordnet. Nachfolgend sind die Inhalte der Präsentationen und die Anregungen zu den einzelnen Handlungsfeldern und Projekten aufgelistet. 1. Funktionsstärkung der Mitte – Infrastruktur, Handel und Gewerbe Moderatorenteam: Professor Rolf Westerheide (isl) und Stefan Otte (isl) Präsentation Der aktuelle Stand der Planung der sechs Projekte im Handlungsfeld ‚Funktionsstärkung der Mitte‘ wird präsentiert: Das Zentrum im Ortskern von Kall ist die Bahnhofstraße. Zur Funktionsstärkung des Zentrums sind neue Nutzungen, wie Einzelhandel, Gewerbe, Dienstleistung und Wohnen (in den Obergeschossen) nötig. Diese sind vor allem in der Neubebauung am Bahnhofsplatz möglich. Die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes geht mit dem Bahnhofsplatz einher. Der Bahnhofsplatz wird durch Neubebauung städtebaulich gefasst und mit Nutzungen, wie beispielsweise einem Hotel und Gastronomie / Außengastronomie bespielt. Das Bahnhofsumfeld wird mit zwei Außenbahnsteigen neu organisiert. Eine Treppen- /Rampenanlage ermöglicht die barrierefreie Unterführung der Gleisanlagen. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhofsgebäude entsteht eine Mobilitätsstation, vis-a-vis der P+R-Anlage mit den Solarcarports. Das Rathaus wird durch das ‚Haus der Begegnung‘ ergänzt. Kultur- und Integrationsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stärken die soziale Infrastruktur. Die Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur kann in verschiedenster Weise realisiert werden. Das Berufskolleg Eifel könnte in Kooperation mit der Grundschule einen Workshop ‚Gesunde Ernährung für Grundschüler‘ organisieren, der Bahnhofs- 2 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 platz könnte für einen ‚Food Market‘ genutzt werden oder Köche, Restaurantfachleuchte oder Bäckereifachverkäufer des Berufskollegs könnten einen start-up-Gastronomiebetrieb gründen, in dem junge Köche Wochengerichte anbieten. Das Hallenbad wird aufgewertet. Die energetische Sanierung des Hallenbades geht mit der Einbindung des BHKW in das kommunale Energiekonzept einher. Auch im Westen wird das Bahnhofsumfeld aufgewertet. Die Entwicklung des Gewerbestandortes Trierer Straße wird gestärkt und ergänzt. Die südlichen Brachflächen werden hochwertig zu modernen Gewerbeflächen und einem neuen Standort für die Feuerwehr entwickelt. Anregungen der Werkstattteilnehmer 1.1 Funktionsstärkung Zentrum Barrierefreiheit im Zentrum stärken Fahrspur der Bahnhofstraße kann eingeengt werden  großzügigere Fußwege (vgl. Entwurf Bahnhofstraße) Oleftalbahntrasse auch als Fuß- und Radweg nutzen  Oleftalbahn als Straßenbahn in Straße integrieren (vgl. Entwurf Bahnhofstraße) Soziales Netzwerk in Kall ist stark und hat großes Mitwirkungspotenzial  Integration Ansiedlung neuer Nutzungen (z.B. Sanitätshaus) Wirtschaft (Arbeitnehmer/ -geber) in Planung einbeziehen Platzflächen der Bahnhofstraße unterbrechen den fließenden Verkehr  Verkehrsberuhigung 1.2 Entwicklung Bahnhofsumfeld Wegfall von Stellplätzen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhofsgebäude, Entstehung neuer Stellplätze an der Trierer Straße als P+R-Anlage, zum Teil mit Solarcarports Unterführung wird durch vorgeschaltete neue Treppen-/ Rampenanlage barrierefrei und aufgeweitet, Angstraum wird beseitigt Aufenthaltsqualität am Bahnhof wird durch neue Platzgestaltung gestärkt, neue Events sind möglich (z.B. Maibaum, Kirmes, Vereinsfest) Kein Verkehr unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude mehr, Stärkung der Aufenthaltsqualität 1.3 Haus der Begegnung Öffnung, Nutzung der Infrastruktur (z.B. öffentliche Toilette) 1.4 Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 3 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 1.5 Energetische Sanierung Hallenbad Diverse Maßnahmen sind geplant Auch barrierefreier Zugang zum Hallenbad nötig 1.6 Entwicklung Gewerbestandort Trierer Straße Welches Kleingewerbe hat eine Chance? Finanzierung der Umplanung des ehemaligen Gewerbegebietes klären Sonstiges Angst vor Randale auf dem neuen Bahnhofsplatz  soziale Kontrolle z.B. durch Außengastronomie 2. Gestaltung der öffentlichen Räume – Straßen, Plätze, Verkehr und Mobilität Moderatorenteam: Uli Wildschütz (RaumPlan) und Fabian Klemp (isl) Präsentation Der aktuelle Stand der Planung der sechs Projekte im Handlungsfeld ‚öffentlicher Raum‘ wird kurz erläutert: Die Bahnhofstraße soll zwischen Kreisverkehr Aachener Straße und neuem Kreisverkehr am REWE-Markt als Tempo-30-Zone einheitlich neu gestaltet werden. Unter Einbeziehung privater Vorflächen der Häuser entlang der Urft ist eine alleeartige Gestaltung mit beidseitigem Parken unter Bäumen möglich. Großzügige Querungen und ein Mittelstreifen als Querungshilfe betonen die Aufenthaltsqualität. Außengastronomie kann im Bereich der Stellplätze eingerichtet werden. Die Straße wird im Bereich der neu zu gestaltenden Plätze (Bahnhofsplatz, Rathausplatz) optisch unterbrochen. Der Bahnhofsplatz wird durch Neubauten attraktiv gefasst. Eine Treppenanlage vor dem Bahnhofsgebäude verbindet die unterschiedlichen Höhenniveaus des Platzes und schafft eine große zusammenhängende Platzfläche auf dem Niveau der Bahnhofstraße. Die Fahrgasse der Bahnhofstraße wird im Bereich der Plätze optisch unterbrochen. Der Bahnhofsplatz ist die Adresse für neue gastronomische Angebote und für Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Schützenfest etc. Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes geht von folgenden Prämissen aus: Die Trasse der Oleftalbahn wird zu einer Erschließungsstraße (Mischfläche), die Züge fahren als Straßenbahn und die Bahnsteige des Kaller Bahnhofs werden beidseitig als Außenbahnsteige angelegt. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die vorhandene Bahnunterführung auf ca. 15 m Länge einzukürzen und durch beidseitige großzügige Treppen- / Rampenanlagen den Angstraum Unterführung zu beseitigen. Die Erschließung (Taxi, Kiss + Ride etc.) des Bahnhofsgebäude erfolgt über die vorhandene Rampenstraße zwischen Rathaus und zukünftiger Neubebauung. Der Busbahnhof Trierer Straße ist optimal angebunden. Die Busse in der Bahnhofstraße halten auf der Höhe der nördlichen Platzbebauung. 4 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Zur Aufwertung des historischen Ortskerns von Kall soll der Kirchplatz einschließlich Kirchberg neu gestaltet werden. Ziel ist, durch einheitliche Oberflächengestaltung und Möblierung die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Wenn es gelingt, im Haus Mohr ein Café einzurichten, könnte der untere Kirchplatz mit Außengastronomie belebt werden. Mit der Aufwertung des Rathausplatzes, der Neugestaltung des Platzes am Wasser, der Ergänzung eines Neubaus am Neuen Markt und dem neu gestaltetem Kirchplatz entsteht eine ‚Kette der Plätze‘, die dem Ortskern von Kall ein neues Gesicht gibt. Mit dem Kreisverkehr am REWE-Markt wird die Verkehrserschließung verbessert und die Option der Südtangente zur Entlastung der Bahnhofstraße eröffnet. Aktuelle Verkehrszahlen des Kreises Euskirchen belegen eine deutliche Entlastungswirkung der Südtangente für die Bahnhofstraße. Das Mobilitätskonzept Kall ist die planerische Grundlage für eine zukunftsweisende Neuausrichtung des Individualverkehrs wie des öffentlichen Nahverkehrs und des Fußund Radwegenetzes. Insbesondere sollen neue Aspekte wie E-Mobilität, Car-Sharing im Zusammenhang mit einem Solarstellplatzangebot thematisiert werden. Anregungen der Werkstattteilnehmer 2.1 Neugestaltung Bahnhofsplatz/ Bahnhofstraße Bahnhofsvorplatz muss Spagat zwischen Verkehr und Außenraumqualität schaffen Bahnhofsplatz inklusive Treppe als lebendiger Dreh- und Angelpunkt Wasser als Gestaltungselement in den Bahnhofsplatz integrieren Für den Bahnhofsvorplatz Thema ‚Nationalpark‘ aufgreifen Verkehrsfluss der Bahnhofstraße muss ruhiger und effektiver werden Vollsperrung der Bahnhofstraße für Feste oder ähnliches ist nicht gewünscht Bushaltestelle im Straßenraum kann problematisch für fließenden Verkehr sein, evtl. Bushaltestellen nur noch auf der Trierer Straße vorsehen Zu wenige Stellplätze an Markttagen 2.2 Neugestaltung Bahnhofsumfeld Funktion der Bahnhofsvorfahrt geht verloren  Kiss+Ride-Parkplatz nördlich des Bahnhofsgebäudes vorgesehen Unterführung mit Treppen-/ Rampenanlage positiv für Bahnhofsumfeld Straßenbahn statt Bus in Kall  nicht möglich aufgrund der Anschlüsse zu Gemeinden in der Umgebung 2.3 Neugestaltung historischer Ortskern Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 2.4 Neugestaltung der Zwischenräume 5 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Zugang zur Urft von der Bahnhofstraße aus schaffen  aufgrund der Eigentumsverhältnisse problematisch, Zugang zur Urft an Fußgängerbrücke 2.5 Verbesserung der Verkehrserschließung Südtangente entlastet die Bahnhofstraße  neue Aufenthaltsqualität Südtangente muss unbedingt kommen 2.6 Mobilitätskonzept Kall Zu wenige Stellplätze im Ortskern  neue Stellplätze entlang der Südtangente und an der Trierer Straße 3. Neues Bauen – Wohnen, Energie und Klimaschutz Moderatorenteam: Stefan Krapp (isl) und Andreas Klozoris (isl) Präsentation Der aktuelle Stand der Planung zu den sechs Projekten im Handlungsfeld ‚Neues Bauen‘ wird vorgestellt: Aus der Analyse des Gebäudecharakters, Gebäudealters und Gebäudezustandes wird eine vorläufige Gebäudebewertung vorgenommen. Durch das geplante Fassadenprogramm und verschiedene Sanierungsmaßnahmen wird die Erhaltung / Erneuerung historischer Bauten gestärkt. Neus Bauen und Wohnen im Zentrum entsteht im gesamten Ortskern. Besonders prominent ist die Neubebauung am Bahnhofsplatz. In den Erdgeschossen entstehen Flächen für Einzelhandel, in den Obergeschossen für Dienstleistung und Wohnen. Der Bahnhofsplatz wird baulich gefasst und mit neuen Nutzungen belebt. Dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde Kall liegt das Klimaschutzkonzept des Kreises Euskirchen zugrunde. Modellprojekte in der Gemeinde Kall sind die Mobilitätsstation am Bahnhof, die Solarcarports am P+R-Parkplatz und die energetische Ertüchtigung des Hallenbades. Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes ist im Süden des Ortskerns auf den ehemaligen Industrieflächen die Klimaschutzsiedlung Urftaue angedacht. Die kompakte Siedlungsstruktur ist der Energieeffizienz und somit dem Klimaschutz geschuldet. Die Klimaschutzsiedlung beinhaltet ein attraktives und vielfältiges Wohnraumangebot in zentraler Lage. Neben Neubauten werden auch besondere Bauten revitalisiert. Eine Idee ist, das alte Schreibwarengeschäft Mohr durch eine neue Nutzung wiederzubeleben. In Abhängigkeit vom Engagement der Bürgerschaft wäre ein Café mit Außengastronomie auf dem Kirchplatz möglich. Generell wird für Bestandsgebäude eine Energie- und Bauberatung angeboten. Das bestehende Beratungsangebot wird durch aufsuchende Energieberatung und Konzepte, wie ‚Jung kauft Alt‘, ergänzt. 6 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Anregungen der Werkstattteilnehmer 3.1 Erhaltung/ Erneuerung historischer Bauten Bahnhofsgebäude hat architektonische Qualität, Bahnhofsplatz sollte diese hervorgeben (ausreichend Freifläche lassen) 3.2 Neues Bauen und Wohnen im Zentrum Alte und neue Bausubstanz müssen ein harmonisches Gesamtbild ergeben  Heimat soll erkennbar bleiben 3.3 Klimaschutzkonzept Kall Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 3.4 Klimaschutzsiedlung Urftaue Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 3.5 Revitalisierung besonderer Bauten Am geplanten Café (Schreibwarengeschäft Mohr) gibt es Potenzial für eine Gartennutzung 3.6 Energie- und Bauberatung Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 4. Freizeit und Erholung – Freiraum, Umwelt und Tourismus Moderatorenteam: Martina Winandi (RaumPlan) und Maike Artmann (RaumPlan) Präsentation Der aktuelle Stand der Planung zu den sechs Projekten im Handlungsfeld ‚Freizeit und Erholung‘ wird kurz vorgestellt: Die Gestaltung der Urftaue im Ortskern ist urban. Eine Wegeverbindung in Kombination mit Hochwasserschutz für die angrenzenden Parzellen verbindet die Aachener Straße mit Weiherbenden. Angegliedert sind Aufenthaltsorte am Wasser, wie die Eisdiele mit Außengastronomie und die Freitreppe an der Urft. Die Freitreppe inszeniert gleichzeitig die Kette der Plätze zwischen Rathausplatz und Neuer Markt. Ein Pendant stellt die landschaftliche Gestaltung der Urftaue im Süden dar. Die Brachfläche wird durch den neuen Kreisverkehr und die Südtangente erschlossen und entlang der Urft entsteht eine parkartige Auenlandschaft mit einem Naturspielplatz. Das Hallenbad erhält rückwärtig ein Naturschwimmbad und gliedert sich in die landschaftliche Gestaltung ein. Der Weg entlang der Urft wird durch die parkartige Anlage bis zur Renaturierungszone im Süden fortgesetzt. 7 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Auch der Kallbach birgt enormes Potenzial. Im Bereich der Hindenburgstraße wird die Sichtbarmachung des Kallbachs durch eine Platzgestaltung inszeniert. Ein Wehr staut das Wasser und Sitzmöglichkeiten stärken die Aufenthaltsqualität. Zentrales Projekt für das Integrierte Handlungskonzept sind die Retentionsräume in der Urftaue. Durch die Schaffung von Retentionsflächen im Süden der Ortslage Kall wird der Hochwasserschutz gestärkt. Die landschaftlich gestalteten Retentionsflächen werden über den Weg entlang der Urft erschlossen. Der ‚Eingang zum Fels‘ wird verlegt und neu inszeniert. Ein Ortseingang mit Bus- und Oleftalbahnhaltestelle bindet über eine Rampe an vorhandene Wanderwege an. Der Ortskern wird mit der Landschaft vernetzt. Weitere Angebote als ‚Touristenmagnet‘ sind im gesamten Ortskern verteilt. Zentrale ‚Willkommensfunktion‘ übernimmt der Bahnhofsplatz. Die Neugestaltung lässt Spielraum für diverse Nutzungen, wie Märkte, Feste etc. Am Bahnhofsplatz kann in den neuen platzbegrenzenden Baukörpern ein Hotel und Gastronomie / Außengastronomie entstehen. Der Fußweg entlang der Oleftalbahntrasse verbindet den Ortskern mit dem ‚Eingang zum Fels‘. Ein Marketingkonzept verknüpft die verschiedenen Tourismusangebote. Anregungen der Werkstattteilnehmer 4.1 Gestaltung der Urftaue im Ortskern Neue Aufenthaltsqualität an der Urfttreppe Treppe an der Urft ist Pendant zur Treppe am Bahnhofsplatz Durch offene Gestaltung der Urfttreppe ist soziale Kontrolle und Sicherheit gewährleistet Weg entlang der Urft leider nicht durchgängig, Unterbrechung wegen kleiner Grundstücksparzellen nördlich des Kreisverkehrs Grundstücksparzelle unmittelbar nördlich des Kreisverkehrs gehört der Gemeinde, Zugang zur Urft möglich Weg entlang der Urft barrierefrei gestalten 4.2 Landschaftliche Gestaltung der Urftaue Lage des Spielplatzes in der Aue positiv (keine eventuelle Lärmbelästigung für Anwohner) Gestaltung und Angebote auch für Senioren Als Gegenpol zum Mehrgenerationenspielplatz mit zahlreichen Spielgeräten soll der Spielplatz in der Aue naturnah gestaltet werden Angst vor Lärm der Südtangente in der Urftaue, Sicherheit der spielenden Kinder gewährleistet? Referenz Naturspielplatz Schmidtheim Wegfall von Stellplätzen durch Umgestaltung der Urftaue, Komprimierung durch Parken unter Bäumen im Straßenraum Müllkonzept für Auenflächen nötig (z.B. Hundekotbeutel, Mülleimer) 8 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 4.3 Sichtbarmachung des Kallbachs Fehlende Inszenierung der Schnittstelle Kallbach/ Urft Generell Bedeutung des Kallbachs stärken 4.4 Retentionsräume in der Urftaue Sind nötig, durch Gestaltung haben sie Aufenthaltsqualität 4.5 Inszenierung Aufgang zum ‚Fels‘ Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer 4.6 Neue Angebote als ‚‘Touristenmagnet‘ Gastronomie und Hotel am Bahnhofsplatz nötig, evtl. Hotel in ruhigerer Lage andenken Wohnmobilstellplätze sollen angeboten werden, Fläche im Norden des Plangebiets angedacht Camping am Hallenbad als alternativer Standort (Nutzung Infrastruktur) Die Arbeitsphase in den Kojen dauert insgesamt etwa eine Stunde. Nach einer Viertelstunde wechseln die Teilnehmer zur nächsten Koje, sodass jedem Teilnehmer alle vier Handlungsfelder präsentiert werden und zu jedem Handlungsfeld Anregungen geäußert werden können. Anschließend werden vom Moderatorenteam die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Herr Professor Westerheide fragt die Teilnehmer der Bürgerwerktstatt, ob die Planer auf dem richtigen Weg sind und ob es Ergänzungen gibt. Dazu gibt es keine weiteren Wortmeldungen. Anschließend bedankt er sich für die konstruktiven Ideen, die in den Kojen geäußert wurden und regt zur Leitbilddiskussion an. Die Teilnehmer äußern Begriffe, wie ‚Vielfältigkeit‘ und ‚Lebendigkeit‘ und sammeln Ideen, um ein Leitbild zu entwickeln. Dabei stellt sich heraus, dass es nicht den einen Slogan für das Leitbild von Kall gibt. Das Leitbild wird im Zuge der weiteren Bearbeitung geschärft. Bewertung und Prioritäten der Projekte Im Anschluss an die Leitbilddiskussion animiert Herr Professor Westerheide die Teilnehmer, die Gesamtschau der Projekte aus dem ersten und zweiten Workshop zu bewerten. Die Projekte sind nach ‚Bauaufgabe‘, ‚Planaufgabe‘ und ‚privat‘ in drei ‚Blumensträußen‘ sortiert. Die Teilnehmer haben drei verschiedenfarbige Punkte für sehr hohe Priorität (rot, Wertung mit 3 Punkten), hohe Priorität (gelb, Wertung mit 2 Punkten) und mittlere Priorität (grün, Wertung mit 1 Punkt). So konnte folgender Stellenwert der Vorschläge ermittelt werden: Bauaufgabe 2.1 Neugestaltung Bahnhofsplatz/ Bahnhofstraße 2.2 Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes 2.5 Verbesserung der Verkehrserschließung 4.2 Landschaftliche Gestaltung der Urftaue 3.4 Klimaschutzsiedlung Urftaue Punkte 60 28 21 19 14 9 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 2.3 Neugestaltung historischer Ortskern 4.5 Inszenierung Aufgang am ‚Fels‘ 1.3 Haus der Begegnung 1.5 Energetische Sanierung Hallenbad 2.4 Neugestaltung der Zwischenräume 4.3 Sichtbarmachung des Kallbachs RaumPlan / isl 29.09.2016 6 6 3 3 1 0 Planaufgabe 4.4 Retentionsräume in der Urftaue 2.6 Mobilitätskonzept Kall 1.2 Entwicklung des Bahnhofsumfeldes 3.3 Klimaschutzkonzept Kall 3.6 Energie- und Bauberatung 4.1 Gestaltung der Urftaue im Ortskern 1.6 Entwicklung Gewerbestandort Trierer Straße 4.6 Neue Angebote als ‚Touristenmagnet‘ 13 6 5 4 2 2 0 0 Privat 1.4 Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur 1.1 Funktionsstärkung Zentrum 3.1 Erhaltung/ Erneuerung historischer Bauten 3.2 Neues Bauen und Wohnen im Zentrum 3.5 Revitalisierung besonderer Bauten 9 4 4 0 0 10 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Die Teilnehmer können sich abschließend die drei ‚Projektsträuße‘ mit den farbigen Bewertungspunkten ansehen. Die Veranstaltung endet gegen 21.15 Uhr. Auswertung und Ausblick Entsprechend der Ergebnisse der ersten Bürgerwerkstatt stellen sich die Neugestaltung der Bahnhofstraße mit dem Bahnhofsplatz, wie auch die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes als Schlüsselprojekte mit höchster Priorität im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes heraus. Ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Kall gegenüber umliegenden Gemeinden ist der Bahnhof und die Bahnanbindung nach Köln und Trier. Dieses enorme Potenzial wird in der Neugestaltung der Bahnhofstraße und des Bahnhofsumfeldes aufgegriffen und durch eine neue Gestaltkonzeption zum attraktiven Raum im Ortskern von Kall. Weiteres besonderes Merkmal von Kall ist die Urft und der Kallbach, die zentral durch den Ortskern fließen. Durch Wegeverbindungen und Aufenthaltsorte werden die Orte für die Kaller Bevölkerung und Touristen erlebbar. Das Klimaschutzkonzept des Kreises Euskirchen wurde im kommunalen Klimaschutzkonzept Gemeinde Kall ‚Sonne.Klima.Kall‘ mit den drei Modellprojekten Mobilitätsstation, Solarcarports und Hallenbad bereits vertieft. Ein zusätzliches Pilotprojekt ist die Klimaschutzsiedlung in der Urftaue. Projekte, die in bei der Bewertung und Prioritätensetzung wenige oder keine Punkte bekommen haben, sind oftmals in anderen Projekten inbegriffen. Beispielsweise wurde das Neue Bauen und Wohnen im Zentrum nicht bepunktet, ist aber sowohl in der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes und der Bahnhofstraße, als auch in der Klimaschutzsiedlung Urftaue integriert. Insgesamt zeigen die drei ‚Projektsträuße‘ die vielfältigen Handlungsfelder und Maßnahmen, die im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes weiter behandelt werden. 11 Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept Bürgerwerkstatt 28.09.2016 RaumPlan / isl 29.09.2016 Masterplan Integriertes Handlungskonzept Kall, o.M. 12