Daten
Kommune
Kall
Größe
543 kB
Datum
08.11.2016
Erstellt
28.10.16, 18:06
Aktualisiert
28.10.16, 18:06
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Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept
Bürgerwerkstatt 28.09.2016
RaumPlan / isl
29.09.2016
IHK KALL: BÜRGERWERKSTATT AM 28. SEPTEMBER 2016
Die zweite Bürgerwerkstatt fand am 28. September 2016 in der Aula der Hauptschule Kall
statt. Vor Beginn der Bürgerwerkstatt wurden Farbkärtchen in vier verschiedenen Farben (entsprechend der vier Handlungsfelder) und drei Klebepunkte für die Priorisierung der Projekte
(rot = sehr hohe Priorität, gelb = hohe Priorität, grün = mittlere Priorität) an die Teilnehmer
ausgegeben.
Der Bürgermeister der Gemeinde Kall, Herr Radermacher, begrüßt die etwa 60 Teilnehmer
der Bürgerwerkstatt und eröffnet die Veranstaltung um 19.00 Uhr.
Herr Professor Westerheide (Institut für Städtebau und Landesplanung, RWTH Aachen) stellt
das Team vor und gibt einen Rückblick auf die erste Bürgerwerkstatt, die am 30. Juni 2016
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Ortskern Kall Integriertes Handlungskonzept
Bürgerwerkstatt 28.09.2016
RaumPlan / isl
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stattfand. Er präsentiert die Projektideen der ersten Bürgerwerkstatt, welche in den vergangenen Wochen von der ARGE vertieft bearbeitet wurden. Entstanden ist ein ‚Blumenstrauß der
Projekte‘, der in der zweiten Bürgerwerkstatt diskutiert und am Ende der Veranstaltung unter
dem Gesichtspunkt der Prioritätensetzung bepunktet werden soll. Herr Wildschütz (Büro
RaumPlan) stellt anschließend, auf Basis der Stärken und Chancen, ein mögliches Leitbild für
die Gemeinde Kall ‚Die Kleinstadt der kurzen Wege‘ vor. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der
Städtebauförderung ist, dass einzelne Projekte nicht für sich allein stehen, sondern im Zusammenhang Synergien und einen städtebaulichen Mehrwert ergeben. Ebenso wichtig ist, dass
geplante Förderprojekte von privaten Investitionen ergänzt werden. Der ‚Blumenstrauß der
Projekte‘ und Maßnahmen gliedern sich in öffentliche Bauaufgaben, Planaufgaben und private
Investitionen.
Zu den vier Handlungsfeldern ‚Funktionsstärkung der Mitte‘, ‚Gestaltung der öffentlichen
Räume‘, ‚Neues Bauen‘ und ‚Freizeit und Erholung‘ sind in der Aula vier Kojen eingerichtet.
Entsprechend der zu Beginn der Veranstaltung verteilten Farbkärtchen finden sich die Teilnehmer in den Kojen ein. Zunächst werden die sechs Projekte des jeweiligen Handlungsfeldes
vom Moderatorenteam vorgestellt. Anschließend können die Teilnehmer Ideen und Anregungen einbringen. Die Beiträge werden vom Moderatorenteam stichwortartig auf Karten erfasst
und nach Handlungsfeldern geordnet. Nachfolgend sind die Inhalte der Präsentationen und
die Anregungen zu den einzelnen Handlungsfeldern und Projekten aufgelistet.
1. Funktionsstärkung der Mitte – Infrastruktur, Handel und Gewerbe
Moderatorenteam: Professor Rolf Westerheide (isl) und Stefan Otte (isl)
Präsentation
Der aktuelle Stand der Planung der sechs Projekte im Handlungsfeld ‚Funktionsstärkung der Mitte‘ wird präsentiert: Das Zentrum im Ortskern von Kall ist die Bahnhofstraße. Zur Funktionsstärkung des Zentrums sind neue Nutzungen, wie Einzelhandel,
Gewerbe, Dienstleistung und Wohnen (in den Obergeschossen) nötig. Diese sind vor
allem in der Neubebauung am Bahnhofsplatz möglich.
Die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes geht mit dem Bahnhofsplatz einher. Der Bahnhofsplatz wird durch Neubebauung städtebaulich gefasst und mit Nutzungen, wie beispielsweise einem Hotel und Gastronomie / Außengastronomie bespielt. Das Bahnhofsumfeld wird mit zwei Außenbahnsteigen neu organisiert. Eine Treppen- /Rampenanlage ermöglicht die barrierefreie Unterführung der Gleisanlagen. In unmittelbarer
Nähe zum Bahnhofsgebäude entsteht eine Mobilitätsstation, vis-a-vis der P+R-Anlage
mit den Solarcarports.
Das Rathaus wird durch das ‚Haus der Begegnung‘ ergänzt. Kultur- und Integrationsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stärken die soziale Infrastruktur.
Die Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur kann in verschiedenster Weise
realisiert werden. Das Berufskolleg Eifel könnte in Kooperation mit der Grundschule
einen Workshop ‚Gesunde Ernährung für Grundschüler‘ organisieren, der Bahnhofs-
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platz könnte für einen ‚Food Market‘ genutzt werden oder Köche, Restaurantfachleuchte oder Bäckereifachverkäufer des Berufskollegs könnten einen start-up-Gastronomiebetrieb gründen, in dem junge Köche Wochengerichte anbieten.
Das Hallenbad wird aufgewertet. Die energetische Sanierung des Hallenbades geht
mit der Einbindung des BHKW in das kommunale Energiekonzept einher.
Auch im Westen wird das Bahnhofsumfeld aufgewertet. Die Entwicklung des Gewerbestandortes Trierer Straße wird gestärkt und ergänzt. Die südlichen Brachflächen werden hochwertig zu modernen Gewerbeflächen und einem neuen Standort für die Feuerwehr entwickelt.
Anregungen der Werkstattteilnehmer
1.1 Funktionsstärkung Zentrum
Barrierefreiheit im Zentrum stärken
Fahrspur der Bahnhofstraße kann eingeengt werden großzügigere Fußwege (vgl. Entwurf Bahnhofstraße)
Oleftalbahntrasse auch als Fuß- und Radweg nutzen Oleftalbahn als Straßenbahn in Straße integrieren (vgl. Entwurf Bahnhofstraße)
Soziales Netzwerk in Kall ist stark und hat großes Mitwirkungspotenzial Integration
Ansiedlung neuer Nutzungen (z.B. Sanitätshaus)
Wirtschaft (Arbeitnehmer/ -geber) in Planung einbeziehen
Platzflächen der Bahnhofstraße unterbrechen den fließenden Verkehr Verkehrsberuhigung
1.2 Entwicklung Bahnhofsumfeld
Wegfall von Stellplätzen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhofsgebäude, Entstehung neuer Stellplätze an der Trierer Straße als P+R-Anlage, zum Teil mit Solarcarports
Unterführung wird durch vorgeschaltete neue Treppen-/ Rampenanlage barrierefrei und aufgeweitet, Angstraum wird beseitigt
Aufenthaltsqualität am Bahnhof wird durch neue Platzgestaltung gestärkt,
neue Events sind möglich (z.B. Maibaum, Kirmes, Vereinsfest)
Kein Verkehr unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude mehr, Stärkung der Aufenthaltsqualität
1.3 Haus der Begegnung
Öffnung, Nutzung der Infrastruktur (z.B. öffentliche Toilette)
1.4 Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
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1.5 Energetische Sanierung Hallenbad
Diverse Maßnahmen sind geplant
Auch barrierefreier Zugang zum Hallenbad nötig
1.6 Entwicklung Gewerbestandort Trierer Straße
Welches Kleingewerbe hat eine Chance?
Finanzierung der Umplanung des ehemaligen Gewerbegebietes klären
Sonstiges
Angst vor Randale auf dem neuen Bahnhofsplatz soziale Kontrolle z.B.
durch Außengastronomie
2. Gestaltung der öffentlichen Räume – Straßen, Plätze, Verkehr und Mobilität
Moderatorenteam: Uli Wildschütz (RaumPlan) und Fabian Klemp (isl)
Präsentation
Der aktuelle Stand der Planung der sechs Projekte im Handlungsfeld ‚öffentlicher
Raum‘ wird kurz erläutert: Die Bahnhofstraße soll zwischen Kreisverkehr Aachener
Straße und neuem Kreisverkehr am REWE-Markt als Tempo-30-Zone einheitlich neu
gestaltet werden. Unter Einbeziehung privater Vorflächen der Häuser entlang der Urft
ist eine alleeartige Gestaltung mit beidseitigem Parken unter Bäumen möglich. Großzügige Querungen und ein Mittelstreifen als Querungshilfe betonen die Aufenthaltsqualität. Außengastronomie kann im Bereich der Stellplätze eingerichtet werden. Die
Straße wird im Bereich der neu zu gestaltenden Plätze (Bahnhofsplatz, Rathausplatz)
optisch unterbrochen.
Der Bahnhofsplatz wird durch Neubauten attraktiv gefasst. Eine Treppenanlage vor
dem Bahnhofsgebäude verbindet die unterschiedlichen Höhenniveaus des Platzes und
schafft eine große zusammenhängende Platzfläche auf dem Niveau der Bahnhofstraße. Die Fahrgasse der Bahnhofstraße wird im Bereich der Plätze optisch unterbrochen. Der Bahnhofsplatz ist die Adresse für neue gastronomische Angebote und für
Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Schützenfest etc.
Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes geht von folgenden Prämissen aus: Die
Trasse der Oleftalbahn wird zu einer Erschließungsstraße (Mischfläche), die Züge fahren als Straßenbahn und die Bahnsteige des Kaller Bahnhofs werden beidseitig als
Außenbahnsteige angelegt. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die vorhandene Bahnunterführung auf ca. 15 m Länge einzukürzen und durch beidseitige großzügige Treppen- / Rampenanlagen den Angstraum Unterführung zu beseitigen. Die Erschließung
(Taxi, Kiss + Ride etc.) des Bahnhofsgebäude erfolgt über die vorhandene Rampenstraße zwischen Rathaus und zukünftiger Neubebauung. Der Busbahnhof Trierer
Straße ist optimal angebunden. Die Busse in der Bahnhofstraße halten auf der Höhe
der nördlichen Platzbebauung.
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Zur Aufwertung des historischen Ortskerns von Kall soll der Kirchplatz einschließlich
Kirchberg neu gestaltet werden. Ziel ist, durch einheitliche Oberflächengestaltung und
Möblierung die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Wenn es gelingt, im Haus Mohr ein Café
einzurichten, könnte der untere Kirchplatz mit Außengastronomie belebt werden.
Mit der Aufwertung des Rathausplatzes, der Neugestaltung des Platzes am Wasser,
der Ergänzung eines Neubaus am Neuen Markt und dem neu gestaltetem Kirchplatz
entsteht eine ‚Kette der Plätze‘, die dem Ortskern von Kall ein neues Gesicht gibt.
Mit dem Kreisverkehr am REWE-Markt wird die Verkehrserschließung verbessert und
die Option der Südtangente zur Entlastung der Bahnhofstraße eröffnet. Aktuelle Verkehrszahlen des Kreises Euskirchen belegen eine deutliche Entlastungswirkung der
Südtangente für die Bahnhofstraße.
Das Mobilitätskonzept Kall ist die planerische Grundlage für eine zukunftsweisende
Neuausrichtung des Individualverkehrs wie des öffentlichen Nahverkehrs und des Fußund Radwegenetzes. Insbesondere sollen neue Aspekte wie E-Mobilität, Car-Sharing
im Zusammenhang mit einem Solarstellplatzangebot thematisiert werden.
Anregungen der Werkstattteilnehmer
2.1 Neugestaltung Bahnhofsplatz/ Bahnhofstraße
Bahnhofsvorplatz muss Spagat zwischen Verkehr und Außenraumqualität
schaffen
Bahnhofsplatz inklusive Treppe als lebendiger Dreh- und Angelpunkt
Wasser als Gestaltungselement in den Bahnhofsplatz integrieren
Für den Bahnhofsvorplatz Thema ‚Nationalpark‘ aufgreifen
Verkehrsfluss der Bahnhofstraße muss ruhiger und effektiver werden
Vollsperrung der Bahnhofstraße für Feste oder ähnliches ist nicht gewünscht
Bushaltestelle im Straßenraum kann problematisch für fließenden Verkehr
sein, evtl. Bushaltestellen nur noch auf der Trierer Straße vorsehen
Zu wenige Stellplätze an Markttagen
2.2 Neugestaltung Bahnhofsumfeld
Funktion der Bahnhofsvorfahrt geht verloren Kiss+Ride-Parkplatz nördlich
des Bahnhofsgebäudes vorgesehen
Unterführung mit Treppen-/ Rampenanlage positiv für Bahnhofsumfeld
Straßenbahn statt Bus in Kall nicht möglich aufgrund der Anschlüsse zu
Gemeinden in der Umgebung
2.3 Neugestaltung historischer Ortskern
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
2.4 Neugestaltung der Zwischenräume
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Zugang zur Urft von der Bahnhofstraße aus schaffen aufgrund der Eigentumsverhältnisse problematisch, Zugang zur Urft an Fußgängerbrücke
2.5 Verbesserung der Verkehrserschließung
Südtangente entlastet die Bahnhofstraße neue Aufenthaltsqualität
Südtangente muss unbedingt kommen
2.6 Mobilitätskonzept Kall
Zu wenige Stellplätze im Ortskern neue Stellplätze entlang der Südtangente und an der Trierer Straße
3. Neues Bauen – Wohnen, Energie und Klimaschutz
Moderatorenteam: Stefan Krapp (isl) und Andreas Klozoris (isl)
Präsentation
Der aktuelle Stand der Planung zu den sechs Projekten im Handlungsfeld ‚Neues
Bauen‘ wird vorgestellt: Aus der Analyse des Gebäudecharakters, Gebäudealters und
Gebäudezustandes wird eine vorläufige Gebäudebewertung vorgenommen. Durch das
geplante Fassadenprogramm und verschiedene Sanierungsmaßnahmen wird die Erhaltung / Erneuerung historischer Bauten gestärkt.
Neus Bauen und Wohnen im Zentrum entsteht im gesamten Ortskern. Besonders prominent ist die Neubebauung am Bahnhofsplatz. In den Erdgeschossen entstehen Flächen für Einzelhandel, in den Obergeschossen für Dienstleistung und Wohnen. Der
Bahnhofsplatz wird baulich gefasst und mit neuen Nutzungen belebt.
Dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde Kall liegt das Klimaschutzkonzept des Kreises
Euskirchen zugrunde. Modellprojekte in der Gemeinde Kall sind die Mobilitätsstation
am Bahnhof, die Solarcarports am P+R-Parkplatz und die energetische Ertüchtigung
des Hallenbades.
Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes ist im Süden des Ortskerns auf den ehemaligen
Industrieflächen die Klimaschutzsiedlung Urftaue angedacht. Die kompakte Siedlungsstruktur ist der Energieeffizienz und somit dem Klimaschutz geschuldet. Die Klimaschutzsiedlung beinhaltet ein attraktives und vielfältiges Wohnraumangebot in zentraler Lage.
Neben Neubauten werden auch besondere Bauten revitalisiert. Eine Idee ist, das alte
Schreibwarengeschäft Mohr durch eine neue Nutzung wiederzubeleben. In Abhängigkeit vom Engagement der Bürgerschaft wäre ein Café mit Außengastronomie auf dem
Kirchplatz möglich.
Generell wird für Bestandsgebäude eine Energie- und Bauberatung angeboten. Das
bestehende Beratungsangebot wird durch aufsuchende Energieberatung und Konzepte, wie ‚Jung kauft Alt‘, ergänzt.
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Anregungen der Werkstattteilnehmer
3.1 Erhaltung/ Erneuerung historischer Bauten
Bahnhofsgebäude hat architektonische Qualität, Bahnhofsplatz sollte diese
hervorgeben (ausreichend Freifläche lassen)
3.2 Neues Bauen und Wohnen im Zentrum
Alte und neue Bausubstanz müssen ein harmonisches Gesamtbild ergeben
Heimat soll erkennbar bleiben
3.3 Klimaschutzkonzept Kall
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
3.4 Klimaschutzsiedlung Urftaue
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
3.5 Revitalisierung besonderer Bauten
Am geplanten Café (Schreibwarengeschäft Mohr) gibt es Potenzial für eine
Gartennutzung
3.6 Energie- und Bauberatung
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
4. Freizeit und Erholung – Freiraum, Umwelt und Tourismus
Moderatorenteam: Martina Winandi (RaumPlan) und Maike Artmann (RaumPlan)
Präsentation
Der aktuelle Stand der Planung zu den sechs Projekten im Handlungsfeld ‚Freizeit und
Erholung‘ wird kurz vorgestellt: Die Gestaltung der Urftaue im Ortskern ist urban. Eine
Wegeverbindung in Kombination mit Hochwasserschutz für die angrenzenden Parzellen verbindet die Aachener Straße mit Weiherbenden. Angegliedert sind Aufenthaltsorte am Wasser, wie die Eisdiele mit Außengastronomie und die Freitreppe an der Urft.
Die Freitreppe inszeniert gleichzeitig die Kette der Plätze zwischen Rathausplatz und
Neuer Markt.
Ein Pendant stellt die landschaftliche Gestaltung der Urftaue im Süden dar. Die Brachfläche wird durch den neuen Kreisverkehr und die Südtangente erschlossen und entlang der Urft entsteht eine parkartige Auenlandschaft mit einem Naturspielplatz. Das
Hallenbad erhält rückwärtig ein Naturschwimmbad und gliedert sich in die landschaftliche Gestaltung ein. Der Weg entlang der Urft wird durch die parkartige Anlage bis zur
Renaturierungszone im Süden fortgesetzt.
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Auch der Kallbach birgt enormes Potenzial. Im Bereich der Hindenburgstraße wird die
Sichtbarmachung des Kallbachs durch eine Platzgestaltung inszeniert. Ein Wehr staut
das Wasser und Sitzmöglichkeiten stärken die Aufenthaltsqualität.
Zentrales Projekt für das Integrierte Handlungskonzept sind die Retentionsräume in der
Urftaue. Durch die Schaffung von Retentionsflächen im Süden der Ortslage Kall wird
der Hochwasserschutz gestärkt. Die landschaftlich gestalteten Retentionsflächen werden über den Weg entlang der Urft erschlossen.
Der ‚Eingang zum Fels‘ wird verlegt und neu inszeniert. Ein Ortseingang mit Bus- und
Oleftalbahnhaltestelle bindet über eine Rampe an vorhandene Wanderwege an. Der
Ortskern wird mit der Landschaft vernetzt.
Weitere Angebote als ‚Touristenmagnet‘ sind im gesamten Ortskern verteilt. Zentrale
‚Willkommensfunktion‘ übernimmt der Bahnhofsplatz. Die Neugestaltung lässt Spielraum für diverse Nutzungen, wie Märkte, Feste etc. Am Bahnhofsplatz kann in den
neuen platzbegrenzenden Baukörpern ein Hotel und Gastronomie / Außengastronomie
entstehen. Der Fußweg entlang der Oleftalbahntrasse verbindet den Ortskern mit dem
‚Eingang zum Fels‘. Ein Marketingkonzept verknüpft die verschiedenen Tourismusangebote.
Anregungen der Werkstattteilnehmer
4.1 Gestaltung der Urftaue im Ortskern
Neue Aufenthaltsqualität an der Urfttreppe
Treppe an der Urft ist Pendant zur Treppe am Bahnhofsplatz
Durch offene Gestaltung der Urfttreppe ist soziale Kontrolle und Sicherheit gewährleistet
Weg entlang der Urft leider nicht durchgängig, Unterbrechung wegen kleiner
Grundstücksparzellen nördlich des Kreisverkehrs
Grundstücksparzelle unmittelbar nördlich des Kreisverkehrs gehört der Gemeinde, Zugang zur Urft möglich
Weg entlang der Urft barrierefrei gestalten
4.2 Landschaftliche Gestaltung der Urftaue
Lage des Spielplatzes in der Aue positiv (keine eventuelle Lärmbelästigung für
Anwohner)
Gestaltung und Angebote auch für Senioren
Als Gegenpol zum Mehrgenerationenspielplatz mit zahlreichen Spielgeräten
soll der Spielplatz in der Aue naturnah gestaltet werden
Angst vor Lärm der Südtangente in der Urftaue, Sicherheit der spielenden Kinder gewährleistet?
Referenz Naturspielplatz Schmidtheim
Wegfall von Stellplätzen durch Umgestaltung der Urftaue, Komprimierung
durch Parken unter Bäumen im Straßenraum
Müllkonzept für Auenflächen nötig (z.B. Hundekotbeutel, Mülleimer)
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4.3 Sichtbarmachung des Kallbachs
Fehlende Inszenierung der Schnittstelle Kallbach/ Urft
Generell Bedeutung des Kallbachs stärken
4.4 Retentionsräume in der Urftaue
Sind nötig, durch Gestaltung haben sie Aufenthaltsqualität
4.5 Inszenierung Aufgang zum ‚Fels‘
Keine Ergänzungen durch die Werkstattteilnehmer
4.6 Neue Angebote als ‚‘Touristenmagnet‘
Gastronomie und Hotel am Bahnhofsplatz nötig, evtl. Hotel in ruhigerer Lage
andenken
Wohnmobilstellplätze sollen angeboten werden, Fläche im Norden des Plangebiets angedacht
Camping am Hallenbad als alternativer Standort (Nutzung Infrastruktur)
Die Arbeitsphase in den Kojen dauert insgesamt etwa eine Stunde. Nach einer Viertelstunde
wechseln die Teilnehmer zur nächsten Koje, sodass jedem Teilnehmer alle vier Handlungsfelder präsentiert werden und zu jedem Handlungsfeld Anregungen geäußert werden können.
Anschließend werden vom Moderatorenteam die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Herr Professor Westerheide fragt die Teilnehmer der Bürgerwerktstatt, ob die Planer auf dem richtigen
Weg sind und ob es Ergänzungen gibt. Dazu gibt es keine weiteren Wortmeldungen.
Anschließend bedankt er sich für die konstruktiven Ideen, die in den Kojen geäußert wurden
und regt zur Leitbilddiskussion an. Die Teilnehmer äußern Begriffe, wie ‚Vielfältigkeit‘ und ‚Lebendigkeit‘ und sammeln Ideen, um ein Leitbild zu entwickeln. Dabei stellt sich heraus, dass
es nicht den einen Slogan für das Leitbild von Kall gibt. Das Leitbild wird im Zuge der weiteren
Bearbeitung geschärft.
Bewertung und Prioritäten der Projekte
Im Anschluss an die Leitbilddiskussion animiert Herr Professor Westerheide die Teilnehmer,
die Gesamtschau der Projekte aus dem ersten und zweiten Workshop zu bewerten. Die Projekte sind nach ‚Bauaufgabe‘, ‚Planaufgabe‘ und ‚privat‘ in drei ‚Blumensträußen‘ sortiert. Die
Teilnehmer haben drei verschiedenfarbige Punkte für sehr hohe Priorität (rot, Wertung mit 3
Punkten), hohe Priorität (gelb, Wertung mit 2 Punkten) und mittlere Priorität (grün, Wertung
mit 1 Punkt). So konnte folgender Stellenwert der Vorschläge ermittelt werden:
Bauaufgabe
2.1 Neugestaltung Bahnhofsplatz/ Bahnhofstraße
2.2 Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes
2.5 Verbesserung der Verkehrserschließung
4.2 Landschaftliche Gestaltung der Urftaue
3.4 Klimaschutzsiedlung Urftaue
Punkte
60
28
21
19
14
9
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2.3 Neugestaltung historischer Ortskern
4.5 Inszenierung Aufgang am ‚Fels‘
1.3 Haus der Begegnung
1.5 Energetische Sanierung Hallenbad
2.4 Neugestaltung der Zwischenräume
4.3 Sichtbarmachung des Kallbachs
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6
6
3
3
1
0
Planaufgabe
4.4 Retentionsräume in der Urftaue
2.6 Mobilitätskonzept Kall
1.2 Entwicklung des Bahnhofsumfeldes
3.3 Klimaschutzkonzept Kall
3.6 Energie- und Bauberatung
4.1 Gestaltung der Urftaue im Ortskern
1.6 Entwicklung Gewerbestandort Trierer Straße
4.6 Neue Angebote als ‚Touristenmagnet‘
13
6
5
4
2
2
0
0
Privat
1.4 Öffnung der Schulen für Weiterbildung und Kultur
1.1 Funktionsstärkung Zentrum
3.1 Erhaltung/ Erneuerung historischer Bauten
3.2 Neues Bauen und Wohnen im Zentrum
3.5 Revitalisierung besonderer Bauten
9
4
4
0
0
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Die Teilnehmer können sich abschließend die drei ‚Projektsträuße‘ mit den farbigen Bewertungspunkten ansehen. Die Veranstaltung endet gegen 21.15 Uhr.
Auswertung und Ausblick
Entsprechend der Ergebnisse der ersten Bürgerwerkstatt stellen sich die Neugestaltung der
Bahnhofstraße mit dem Bahnhofsplatz, wie auch die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes
als Schlüsselprojekte mit höchster Priorität im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes
heraus. Ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Kall gegenüber umliegenden Gemeinden
ist der Bahnhof und die Bahnanbindung nach Köln und Trier. Dieses enorme Potenzial wird in
der Neugestaltung der Bahnhofstraße und des Bahnhofsumfeldes aufgegriffen und durch eine
neue Gestaltkonzeption zum attraktiven Raum im Ortskern von Kall.
Weiteres besonderes Merkmal von Kall ist die Urft und der Kallbach, die zentral durch den
Ortskern fließen. Durch Wegeverbindungen und Aufenthaltsorte werden die Orte für die Kaller
Bevölkerung und Touristen erlebbar.
Das Klimaschutzkonzept des Kreises Euskirchen wurde im kommunalen Klimaschutzkonzept
Gemeinde Kall ‚Sonne.Klima.Kall‘ mit den drei Modellprojekten Mobilitätsstation, Solarcarports
und Hallenbad bereits vertieft. Ein zusätzliches Pilotprojekt ist die Klimaschutzsiedlung in der
Urftaue.
Projekte, die in bei der Bewertung und Prioritätensetzung wenige oder keine Punkte bekommen haben, sind oftmals in anderen Projekten inbegriffen. Beispielsweise wurde das Neue
Bauen und Wohnen im Zentrum nicht bepunktet, ist aber sowohl in der Neugestaltung des
Bahnhofsplatzes und der Bahnhofstraße, als auch in der Klimaschutzsiedlung Urftaue integriert.
Insgesamt zeigen die drei ‚Projektsträuße‘ die vielfältigen Handlungsfelder und Maßnahmen,
die im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes weiter behandelt werden.
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Masterplan Integriertes Handlungskonzept Kall, o.M.
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