Daten
Kommune
Kall
Größe
510 kB
Datum
17.11.2015
Erstellt
06.11.15, 18:08
Aktualisiert
06.11.15, 18:08
Stichworte
Inhalt der Datei
Gemeinde Kall
Lagebericht
zur Schlussbilanz 31.12.2013
gemäß § 92 Gemeindeordnung NRW
INHALTSVERZEICHNIS
A.
ALLGEMEINER TEIL
B.
WIRTSCHAFTLICHE SITUATION DER GEMEINDE ZUM 31.12.2013
STRUKTUR DES VERMÖGENS UND DES KAPITALS
C.
1.
Übersicht über die Vermögens-, Kapital- und Schuldenstruktur
2.
Analyse der Vermögensstruktur
3.
Analyse der Kapitalstruktur in Kennzahlen
4.
Kennzahlen zur Liquidität
5.
Analyse der Ergebnisstruktur
6.
Erläuterungen zur Finanzrechnung
7.
Gesamtbeurteilung über die Lage der Gemeinde
CHANCEN UND RISIKEN FÜR DIE KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DER
GEMEINDE
1.
Entwicklung der Gemeinde
2.
Prognosebericht
3.
Nachtragsbericht
4.
Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung
GEMEINDE Kall - Lagebericht
Jahresabschluss zum 31.12.2013
A. Allgemeiner Teil
Gemäß § 95 Abs. 1 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NW) hat die
Gemeinde den Jahresabschluss um einen Lagebericht zu ergänzen. Die Aufstellung
des Lageberichts erfolgt unter Beachtung der maßgebenden Vorschriften der
GemHVO NRW. Gemäß § 48 GemHVO ist der Lagebericht so zu fassen, dass ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Schulden-,
Ertrags- und Finanzlage der Gemeinde vermittelt wird.
Struktur der Gemeinde Kall
Die Gemeinde Kall gehört mit ihren 66 qkm zu den Großflächengemeinden, die ihren
jetzigen Zuschnitt der kommunalen Neugliederung verdankt und in dieser Form
seitdem besteht.
Die Gewerbeansiedlungen in Kall umfassen ein branchenmäßig breit gestreutes
Gewerbe mit einigen über die Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus bekannten
Unternehmen. Eine der besonderen Stärken ist daneben auch die zentrale Lage als
Mittelzentrum im Süden des Kreises Euskirchen. Auch die gute ÖPNV-Anbindung
durch den Bahnhof und der nahe gelegene Autobahnanschluss bringen gute
Voraussetzungen für die weitere Entwicklung in den verschiedensten
Aufgabenbereichen der Gemeinde.
Hier zunächst einige statistische Strukturdaten der Gemeinde Kall im Überblick:
Statistische Angaben
1) Flächengröße des Gemeindebezirks
6.608 ha
2) Einwohnerzahlen
a) Wohnbevölkerung nach der Volkszählung 1939
8.372 EW
b) Wohnbevölkerung nach der Volkszählung 1950
9.423 EW
c) Wohnbevölkerung nach der Volkszählung 1961
9.926 EW
d) Wohnbevölkerung nach der Volkszählung 1970
10.909 EW
e) Fortgeschriebene Bevölkerungszahl am 31.12.71 10.926 EW
f) Einwohnerzahl am 01.01.72 - nach Durchführung
der kommunalen Neugliederung
9.524 EW
g) Fortgeschriebene Bevölkerungszahl am 31.12.13 11.487 EW
- männlich 5.737
- weiblich 5.750
Die Bevölkerungszahl verteilt sich auf die einzelnen Orte wie folgt:
Kall
Sötenich
Keldenich
Sistig
Golbach
Scheven
Wahlen
Rinnen
Urft
Krekel
Steinfeld
Wallenthal
Dottel
5.089
1.012
862
755
611
534
440
356
315
252
156
195
169
Frohnrath
Benenberg
Steinfelderheistert
Anstois
Diefenbach
Rüth
Roder
Gillenberg
Wallenthalerhöhe
Straßbüsch
insgesamt
138
112
129
89
78
44
60
52
19
20
11.487
Schulen in der Trägerschaft der Gemeinde
am 15.10.2013
am 15.10.2011 am 15.10.2012
Zahl der Zahl der
Zahl der
Zahl der
Klassen Schüler
Schüler
Schüler
am 15.10.2014
Zahl der Zahl der
Klassen
Schüler
Hauptschule Kall
Grundschule Kall
Grundschule Sistig
213
283
146
203
290
130
8
13
5
156
281
113
7
12
6
642
623
26
550
25
135
260
133
Gesamt
528
Kindergärten in der Trägerschaft der Gemeinde
Ort
Größe
Kindergarten Kall, Hüttenstraße
Kindergarten Keldenich
Kindergarten Krekel
Kindergarten Scheven
Kindergarten Sistig
Kindergarten Golbach
Kindergarten Sötenich
Kindergarten Kall, Kallbachstraße
4
2
Gruppen für insges.
Gruppen für insges.
75 Kinder
42 Kinder
1
Gruppe
für insges.
20 Kinder
1
Gruppe
für insges.
21 Kinder
2
Gruppen für insges.
45 Kinder
1
Gruppe
für insges.
20 Kinder
1
Gruppe
für insges.
20 Kinder
1
Gruppe
für insges.
25 Kinder
Gesamt:
13
Gruppen für insges. 268 Kinder
Nachrichtlich:
Caritas
Lebenwelten
Integrative Kindertagesstätte
2
Gruppen für insges.
45 Kinder
Die Verwaltung ist derzeit in folgende Geschäfts- und Fachbereiche untergliedert:
B. Wirtschaftliche Situation der Gemeinde zum 31.12.2013
Struktur des Vermögens und des Kapitals
1. Übersicht über die Vermögens-, Kapital- und Schuldenstruktur
Das Vermögen, das Kapital und die Schulden zeigt vereinfacht die nachstehende
Übersicht:
Stand:
AKTIVA = Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagevermögen
Finanzanlagevermögen
SUMME ANLAGEVERMÖGEN
01.01.2013
31.617 0,03%
108.595.203 89,31 %
4.864.721 4,00 %
113.491.541 93,34 %
Vorräte
Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände
Liquide Mittel
Aktive Rechnungsabgrenzung
SUMME UMLAUFVERMÖGEN
31.12.2013
32.978
108.859.244
3.369.773
112.261.995
0,03 %
91.87 %
2,84 %
94,74 %
0,08 %
82.690
0,07 %
94.402
1.736.166
6.201.303
74.587
8.094.746
1,43 %
5,10 %
0,06 %
6,66 %
1.040.186
5.022.861
72.854
6.230.303
0,88 %
4,24 %
0,06 %
5,26 %
118.492.299
100,00 %
SUMME AKTIVA
121.586.287 100,00 %
PASSIVA = Kapital
Eigenkapital
Sonderposten
Rückstellungen
Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzung
28.609.602
47.591.524
10.629.011
33.083.098
1.673.052
23,53 %
39,14 %
8,74 %
27,21 %
1,38 %
26.873.776
49.294.338
10.429.148
30.172.295
1.722.741
22,68 %
41,60 %
8,80 %
25,46 %
1,46 %
SUMME PASSIVA
121.586.287
100,00%
118.492.299
100,00%
2. Analyse der Vermögensstruktur
Bezogen auf die Schlussbilanzsumme zum 31.12.2013 ist ein Anlagevermögen von
94,74 % und bezogen auf die Schlussbilanzsumme zum 31.12.2012 von 93,34 %
ausgewiesen. Dies ergibt eine Erhöhung von 1,4 % - Punkten. Hieraus ist abzulesen,
dass die Gemeinde ein anlagenintensives Vermögen besitzt. Nach den allgemein
geltenden Bilanzregeln soll das langfristige Vermögen auch langfristig finanziert
werden. Die vorliegende Schlussbilanz zeigt, dass dieser Grundsatz nicht vollständig
realisiert ist. Auf die Erläuterungen zum Anlagendeckungsgrad unter Punkt 3. in
diesem Bericht wird verwiesen. Die Fremdkapitalquote (Anteil Fremdkapital (ohne
Rückstellungen) am Gesamtkapital) lag zum 31.12.2012 bei 27,21 % und zum
Schlussbilanzstichtag 31.12.2013 bei 25,46 % was eine Minderung von 1,75 % Punkten ausmacht. Auf die Darstellung der Vermögens- und Kapitalstruktur sowie
auf die Bilanzkennzahlen wird im Weiteren verwiesen.
Bezogen auf die Schlussbilanz 31.12.2013 macht das Umlaufvermögen 5,26 % und
bezogen auf die Schlussbilanzsumme zum 31.12.2012 6,66 % aus, was einer
Minderung von 1,4 % - Punkten entspricht.
Details zur Vermögensstruktur sind im Anhang dargestellt. Dennoch werden einige
besondere Maßnahmen und Anlagen im Bau nachfolgend kurz dargestellt.
Im Jahr 2013 wurden im Wesentlichen folgende Baumaßnahmen und Projekte
fertiggestellt.
Bezeichnung
Fertigstellung /
Inbetriebnahme
21.08.2013
Kehrmaschine Hako Citymaster
Unimog U1400 gebraucht
Anschaffung Tanklöschfahrzeug
Wahlen
Anschaffung MTF Feuerwehr Kall
Betrag
93.147,35 €
30.09.2013
78.540,00 €
06.05.2013
219.648,04 €
11.01.2013
21.430,84 €
ELA-Anlage Hauptschule Kall
21.11.2013
40.006,17 €
Erweiterung Kindergarten Keldenich
Neubau Nied.wasserk. Hüttenstraße/
Siemensring
Bau Kanalisation in Straßbüsch
Herst.
Fußgängerüberweg
Kall,
Hüttenstraße
Ausbau Gehweg Hüttengraben
11.07.2013
312.932,73 €
16.05.2013
3.140.577,71 €
29.08.2013
290.416,58 €
27.09.2013
8.052,28 €
23.10.2013
27.668,68 €
Herrichtung Wege Friedhof Kall-Heistert
17.10.2013
6.030,00 €
Splittwege Urnengrabfeld Kall-Heistert
23.09.2013
470,00 €
Splittwege Friedhof Scheven
12.11.2013
3.905,24 €
Splitwege Friedhof Kall-Heistert
23.09.2013
1.800,00 €
Splittwege Friedhof Steinfeld
Gesamt
28.10.2013
1.350,00 €
FW
4.245.975,62 €
Außerdem sind folgende Anlagen im Bau zu berücksichtigen:
Übersicht Anlagen im Bau zum Stichtag 31.12.2013
Bezeichnung
Sanierung Rathaus Kall
Photovoltaikanlage Rathaus Kall
Tanklöschfahrzeug Kall
MTF Feuerwehr Kall
Baumaßnahmen Sekundarschule
U3-Ausbau Kiga Keldenich
U3-Ausbau Kiga Keldenich
Kanal Frohnrather Weg Sist
Neub.Schmutzw.kanal Rinnen
Kanal Hüttenstr./Siemensr.
Kanal Straßbüsch
Kanal Pfarrer-Reinartz-Str.
Nebenanlagen L203 in Rinnen
Ausbau Nebenanl. Kölner Str.
Ausbau Nebenanl. Aachener Str.
Ausbau Nebenanl. Hindenburgstr. Kall
Dorferneuerung Pf. Reinartz-Str. Kall
Herstell. Parkplatz, Wege BHF Scheven
Umbau Bahnsteig Kall
Erricht. Generationenplatz Kall
Projekt Erlebnisraum Römerstr.
702.703,53 €
70.729,26 €
- €
- €
56.831,61 €
- €
- €
19.749,00 €
626.360,36 €
- €
- €
5.551,59 €
14.148,32 €
4.339,20 €
6.422,61 €
1.768,59 €
165.633,38 €
3.771,46 €
30.108,22 €
13.332,25 €
3.832,77 €
1.725.282,15 €
Kennzahlen zur Vermögenslage
Anlagenintensität
Die Anlagenintensität gibt an, wie hoch der Anteil des Anlagevermögens am
Gesamtvermögen ist. Sie gibt Aufschluss darüber, ob die Höhe des
Anlagevermögens den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kommune
entspricht. Ein hoher Wert der Kennzahl „Anlagenintensität“ verlangt i. d. R. einen
hohen Anteil von Eigenkapital bzw. von langfristigem Fremdkapital am
Gesamtkapital. Eine zu geringe Anlagenintensität kann bedeuten, dass die
Kommune überwiegend über bereits abgeschriebenes Vermögen oder über
Vermögensgegenstände verfügt, die nur noch mit geringen Werten in der Bilanz
angesetzt sind.
Anlagenintensität = Anlagevermögen x 100/Bilanzsumme
Stand 31.12.2012
113.491.540,63 x 100 / 121.586.286,89 = 93,34 %
Stand 31.12.2013
112.261.995,05 x 100 / 118.492.298,90 = 94,74 %
Die Quote der Gemeinde Kall beträgt zum 31.12.2012 93,34 % und zum
Schlussbilanzstichtag 94,74%. Dieser Quotient erscheint zunächst sehr hoch, ist
allerdings für den kommunalen Bereich auf Grund der Aufgabenwahrnehmung zur
Daseinsvorsorge mit dem dafür notwendigen Infrastrukturvermögen eher üblich.
Die Erhöhung der Quote resultiert im Wesentlichen aus der im Vergleich zum Vorjahr
niedrigeren Bilanzsumme.
Infrastrukturquote
Die Kommunen verfügen in der Regel über ein umfangreiches, der Daseinsvorsorge
dienendes Infrastrukturvermögen, welches in der Regel auch schwer veräusserbar
ist. Die Kennzahl „Infrastrukturquote“ beleuchtet deshalb als Verfeinerung der
Kennzahl „Anlagenintensität“ diesen Aspekt. Ein geringerer Wert der Kennzahl
„Infrastrukturquote“ kann ein Hinweis dafür sein, dass die Kommune entweder kaum
über derartige öffentlichen Einrichtungen verfügt, diese ggf. bereits veraltet und
daher geringwertig sind, oder diese im Rahmen von Privatisierungsmaßnahmen
veräußert wurden. Ein hoher Wert dürfte ein Hinweis darauf sein, dass wegen dieser
Vermögenslage die Kommune in jedem Haushaltsjahr voraussichtlich hohe
Unterhaltungsaufwendungen und hohe Abschreibungen zu erwirtschaften hat. Ggf.
sind bei der Bewertung dieser Kennzahl in Einzelfällen auch die Gebietsgröße der
Kommune oder andere örtliche Besonderheiten zu berücksichtigen.
Infrastrukturquote = Infrastrukturvermögen x 100/Bilanzsumme
Stand 31.12.2012
70.098.004,00 x 100 / 121.586.286,89 = 57,65 %
Stand 31.12.2013
71.948.225,60 x 100 / 118.492.298,90 = 60,72 %
Die Infrastrukturquote der Gemeinde Kall beträgt zum Schlussbilanzstichtag 60,72 %
und lag zum Schlussbilanzstichtag 31.12.2012 bei 57,65 %, was einer Erhöhung von
3,07 % - Punkten entspricht. Die Quote liegt damit über dem Mittelwert des
interkommunalen Vergleichs von 45 %.
Die Erhöhung der Quote resultiert neben einer geringeren Bilanzsumme aus dem
Zugang aufgrund fertiggestellter Baumaßnahmen.
3. Analyse der Kapitalstruktur in Kennzahlen
Eigenkapitalquote I
Die Eigenkapitalquote gibt an, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am
Gesamtkapital ist. Sie wird zur Beurteilung der Kapitalkraft herangezogen. Je höher
die Eigenkapitalquote, desto geringer das Finanzierungsrisiko und desto höher die
finanzielle Stabilität und die wirtschaftliche Sicherheit. Die Eigenkapitalquote kann
damit auch bei einer Kommune ein wichtiger Bonitätsindikator sein.
Eigenkapitalquote I = Eigenkapital x 100/ Bilanzsumme
Stand 31.12.2012
28.609.601,91 x 100 / 121.586.286,89 = 23,53 %
Stand 31.12.2013
26.873.776,15 x 100 / 118.492.298,90 = 22,68 %
Die Eigenkapitalquote I der Gemeinde Kall (inkl. der Ausgleichsrücklage) beträgt
22,68 % und belegt, in welchem Maße das Vermögen der Gemeinde durch eigenes
Kapital finanziert ist.
Die Verminderung der Eigenkapitalquote resultiert aus dem sich im Haushaltsjahr
2013 ergebenen hohen Jahresfehlbetrag, der das Eigenkapital um 1.725.557,79 €
gemindert hat.
Die Fremdkapitalquote beträgt 25,46 % (Vorjahr 27,21 %) und verdeutlicht den relativ
geringen Verschuldungsgrad der Gemeinde Kall.
Eigenkapitalquote II (wirtschaftliche Eigenkapitalquote)
Die Kennzahl Eigenkapitalquote II misst den Anteil des „wirtschaftlichen
Eigenkapitals“ am gesamten bilanzierten Kapital (Gesamtkapital) auf der Passivseite
der kommunalen Bilanz. Weil bei den Kommunen die Sonderposten als Bilanzposten
mit Eigenkapitalcharakter einen wesentlichen Ansatz in der Bilanz darstellen, wird die
Wertgröße „Eigenkapital“ um die „langfristigen“ Sonderposten (aus Zuwendungen
und Beiträgen) erweitert.
Eigenkapitalquote II = (EK + SoPo/Zuw./Beiträge) x 100/Bilanzsumme
Stand 31.12.2012
(28.609.601,91+ 1.058.367,00+
121.586.286,89= 62,54 %
32.028.164,18+
14.345.103,00)
x
100
/
Stand 31.12.2013
(26.873.776,15 + 1.029.975,00+ 33.951.672,00+ 14.112.402,00) x 100
118.492.298,90= 64,11 %
/
Die in der Bilanz ausgewiesenen Sonderposten machten insgesamt 41,60 % der
Bilanzsumme aus. Insofern ergibt sich eine relativ hohe Eigenkapitalquote II zum
31.12.2013 von 64,11 %. Der Stand zum 31.12.2012 betrug 62,54 %, was somit
einer Erhöhung um rd. 1,57 %-Punkten entspricht.
Hier bewegt sich die Gemeinde Kall im interkommunalen Vergleich leicht unterhalb
des Mittelwertes von 72,7 % bei einem ermittelten Wertebereich zwischen 46,4 %
und 87,1 %.
Anlagendeckungsgrad I
Der Anlagendeckungsgrad I zeigt an, wie viel Prozent des Anlagevermögens durch
Eigenkapital gedeckt oder finanziert sind. Da Anlagegegenstände in der Regel
langfristig gebundenes Vermögen darstellen, müssen sie auch durch entsprechend
langfristiges Kapital finanziert werden. Damit wird sichergestellt, dass in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten keine Anlagegüter veräußert werden müssen, um den
Tilgungsverpflichtungen
termingerecht
nachzukommen.
Deshalb
sollten
Gegenstände des Anlagevermögens grundsätzlich nicht kurzfristig finanziert werden.
Anlagendeckungsgrad I = Eigenkapital x 100/ Anlagevermögen
Stand 31.12.2012
28.609.601,91 x 100 / 113.491.540,63 = 25,21 %
Stand 31.12.2013
26.873.776,15 x 100 / 112.261.995,05 = 23,94 %
Der Anlagendeckungsgrad I beträgt 23,94 % bei der Gemeinde Kall. Das bedeutet,
dass rd. 1/4 des Anlagevermögens durch Eigenkapital abgedeckt ist, und knapp 3/4
des Anlagevermögens über Fremdkapital² und Sonderposten finanziert werden.
2
Fremdkapital = Verbindlichkeiten ohne Rückstellungen und Sonderposten
Die Verminderung der Quote resultiert aus dem Jahresfehlbetrag 2013, der das
Eigenkapital gemindert hat.
Anlagendeckungsgrad II
Reicht das Eigenkapital zur Finanzierung des Anlagevermögens nicht aus, so sollte
zusätzlich nur langfristiges Fremdkapital herangezogen werden. Der Deckungsgrad II
zeigt daher an, wie viel Prozent des Anlagevermögens langfristig finanziert ist, oder
anders ausgedrückt durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital4 gedeckt
werden.
Anlagendeckungsgrad II = EK+SoPo Zuw./Beit.+lfr. FK x 100/ Anlagevermögen
Stand 31.12.2012
28.609.601,91+ 1.058.367,00+ 32.028.164,18+
100 / 113.491.540,63 = 86,71 %
14.345.103,00+ 22.371.838,54 x
Stand 31.12.2013
26.873.776,15 + 1.029.975,00+ 33.951.672,00+
100 / 112.261.995,05 = 83,88 %
14.112.402,00+ 18.192.813,32 x
Da die Anlagendeckung zum Schlussbilanzstichtag 31.12.2012 bei 86,71 % und zum
Schlussbilanzstichtag 31.12.2013 bei 83,88 % liegt, zeigt sich, dass das
Anlagevermögen nicht vollständig gedeckt ist mit langfristigem Fremdkapital,
Sonderposten und Eigenkapital. Im interkommunalen Vergleich liegt die Bandbreite
von 68,6 % bis 114,2%.
4 Langfristiges Fremdkapital = Pensionsrückstellungen + Verbindlichkeiten (Restlaufzeit über 5 Jahre)
4 Kennzahlen zur Liquidität
Liquidität 1. Grades
Die Liquidität 1. Grades gibt an, wie hoch der Anteil der flüssigen Mittel (Liquide
Mittel) an dem kurzfristigen Fremdkapital (hier: Restlaufzeit bis zu einem Jahr) ist.
Liquidität 1. Grades = Liquide Mittel x 100/kurzfristige Verbindlichkeiten
Stand 31.12.2012
6.201.302,67 x 100 / 9.605.317,64 = 64,56 %
Stand 31.12.2013
5.022.861,13 x 100 / 11.685.488,50 = 42,98 %
Zum Schlussbilanzstichtag beträgt die Liquidität 1. Grades 42,98 %, was einer
Minderung zum Vorjahr um 21,58 %-Punkten entspricht.
Ursächlich für diese Veränderung ist im Wesentlichen die Erhöhung der kurzfristig
fälligen Verbindlichkeiten aus Krediten für Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um
TEUR 4.473,4.
Liquidität 2. Grades
Für die Kennzahl Liquidität 2. Grades, auch als „kurzfristige Liquidität“ bezeichnet,
werden den liquiden Mitteln die kurzfristigen Forderungen hinzugerechnet.
Liquidität 2. Grades = (Liquide Mittel + kurzfr. Ford.²)
Verbindlichkeiten ³
x 100/kurzfristige
Stand 31.12.2012
(6.201.302,67 + 1.421.459,18) x 100/ 9.605.317,64 = 79,36 %
Stand 31.12.2013
(5.022.861,13 + 716.050,49) x 100/ 11.685.488,80 = 49,11 %
Unter Einbeziehung der Forderungen kommt die
Schlussbilanzstichtag auf einen Quotienten von 49,11 %.
Zum 31.12.2012 lag die Quote bei 79,36 %.
² Forderungen bis zu 1 Jahr (siehe Forderungsspiegel)
³ Verbindlichkeiten bis zu 1 Jahr (siehe Verbindlichkeitenspiegel)
Gemeinde
Kall
zum
Kurzfristige Verbindlichkeitsquote
Die von den Kommunen bis zur Umstellung auf das NKF aufgenommenen
Kassenkredite werden in der kommunalen Bilanz als Verbindlichkeiten aus Krediten
zur Liquiditätssicherung angesetzt. Sie stellen kurzfristiges Fremdkapital dar, weil sie
in ihrer Laufzeit auf höchstens ein Jahr beschränkt sind. Wie hoch die Bilanz durch
kurzfristiges Fremdkapital belastet wird, kann mit Hilfe der Kennzahl „kurzfristige
Verbindlichkeitsquote“ beurteilt werden.
Verbindlichkeitsquote = kurzfristige Verbindlichkeiten* x 100/ Bilanzsumme
Stand 31.12.2012
9.605.317,64 x 100/ 121.586.286,89 = 7,90 %
Stand 31.12.2013
11.685.488,50 x 100/ 118.492.298,90 = 9,86 %
In der Schlussbilanz der Gemeinde Kall zum 31.12.2013 beträgt die kurzfristige
Verbindlichkeitsquote 9,86 %. Zum Schlussbilanzstichtag 31.12.2012 lag die Quote
bei 7,90 %. Der interkommunale Vergleichswert schwankt zwischen 0,4 % und 30 %,
der Mittelwert liegt hier bei 4,8 %.
*Verbindlichkeiten bis zu 1 Jahr (siehe Verbindlichkeitenspiegel)
Verschuldungsgrad
Der Verschuldungsgrad berechnet sich aus dem gesamten Fremdkapital im
Verhältnis zum Eigenkapital (inkl. Sonderposten Zuwendungen/Beiträge).
Grundsätzlich gilt, je höher der Verschuldungsgrad ist, umso abhängiger ist die
Kommune von externen Gläubigern.
Verschuldungsgrad = Gesamtes Fremdkapital* x 100/ Eigenkapital+Sonderposten
(ohne Sonderposten für den Gebührenausgleich)
Stand 31.12.2012
(33.083.098,20 + 10.611.441,75) x 100 / (28.609.601,91 + 32.028.164,18 +
14.345.103,00 + 1.058.367,00) = 57,48 %
Stand 31.12.2013
(30.172.295,11 + 10.429.148,25) x 100 / (26.873.776,15 + 33.951.672,00 +
14.112.402,00 + 1.029.975,00) = 53,45 %
Der Verschuldungsgrad der Gemeinde Kall liegt zum Schlussbilanzstichtag
31.12.2013 bei 53,45 % zum Schlussbilanzstichtag 31.12.2012 lag dieser bei 57,48
%. Die leichte Minderung des Verschuldungsgrades resultiert im Wesentlichen aus
der Verminderung des Fremdkapitals.
*Gesamtes Fremdkapital = Rückstellungen + Verbindlichkeiten
5. Analyse der Ergebnisstruktur 2013
Die Erträge der Gemeinde setzen sich im Schnitt zu ca. 46,16 % aus Steuern und
ähnlichen Abgaben sowie Zuwendungen und allgemeinen Umlagen zusammen. Hier
die wichtigsten Einnahmen in der Entwicklung:
Einnahmeart ( bis 2008)
/
Ertragsart (ab 2009)
2010
EUR
2011
EUR
2012
EUR
2013
EUR
Gewerbesteuer
5.337.468,14
5.337.468,14
5.058.119,65
3.465.991,22
2013
Proz.
Antei
l ord.
Erträ
ge
15,75
Einkommenssteueranteil
3.176.387,00
3.176.387,00
3.723.334,00
3.848.039,00
17,49
Grundsteuer B
1.298.029,08
1.298.029,08
1.453.170,47
1.718.671,20
7,81
Gesamt
9.811.884,22
9.811.884,22
10.234.624,12
9.032.701,42
41,05
Ordentliche Erträge
21.994.582,10
insgesamt
Die Hauptsteuererträge aus Gewerbesteuer (ohne Abzug), Einkommensteuer und
Grundsteuer B machen demnach allein mehr als 40 % der gesamten ordentlichen
Erträge aus.
Die gesamten Zuwendungen und allgemeinen Umlagen betragen 4.135.892,79 €
(Vorjahr 3.204.837,72 €). Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um T€ 931 resultiert
im Wesentlichen aus den Schlüsselzuweisungen, die im Vorjahr weggefallen sind.
Die Schlüsselzuweisungen 2013 betragen 757.312,00 € und betragen somit rd. 18 %
der gesamten Zuwendungen und Umlagen.
In 2013 wurden die Steuersätze erhöht (Gewerbesteuer von 411 v.H. auf 455 v.H.,
Grundsteuer B von 413 v.H. auf 455 v.H. und Grundsteuer A von 265 v.H. auf 295
v.H.).
Die Steuersätze lagen vergleichsweise (kreisangehörige Kommunen von 10.000 bis
25.000 Einwohner) niedrig und unterhalb des Durchschnittssatzes in NRW und im
Regierungsbezirk (Grundsteuer A 226 %, der Grundsteuer B 403 % und der
Gewerbesteuer 360 %.).
Die Ergebnisrechnung 2013 schließt mit einem Jahresfehlbetrag von -1.725.557,79 €
ab.
Die weitere Entwicklung verläuft in Bezug auf die Gewerbesteuererträge in 2013 sehr
negativ mit lediglich 3.465.990 €, um dann ab 2014 mit 4.220.171 € und 2015
(Anhebung Hebesatz auf 515 %) wieder stetig zu steigen. Der vorübergehende
Negativtrend ab 2013 ist einerseits auf das weggefallene Konjunkturpaket II zurück
zu führen. Andererseits kam in 2013 eine erhebliche Ertragsminderung durch
Umwandlung der Unternehmensform bei einem der größeren Gewerbesteuerzahler
hinzu. Außerdem ist einer der größeren Gewerbesteuerzahler wegen Insolvenz
gänzlich ausgefallen. Die Grundsteuer B läuft konstant weiter sehr positiv.
Die Aufwendungen setzten sich hingegen im Schnitt
Transferaufwendungen und Personalkosten zusammen.
zu
67
%
aus
Hier die wesentlichen Aufwendungen zusammengefasst:
Aufwendung
Personalaufwendungen dienstlich Beschäftigte
2013
EUR
3.288.838,65
Kreisumlage
6.768.968,00
Umlage an den Wasserverband
1.624.920,00
Gesamt
11.682.726,65
Die ordentlichen Aufwendungen der Gemeinde Kall belaufen sich im Jahr 2013 auf
insgesamt 22.929.733,74 €.
Alleine die Kreisumlage und die Umlagen an die Versorger bilden hierbei ungefähr
mehr als ein Drittel (37 %) aller Aufwendungen und stellen somit eine der
bedeutendsten Aufwandspositionen der Gemeinde dar.
Die fortgeschriebenen Planansätze in der Gesamtergebnisrechnung sowie deren
Teilrechnungen zum 31.12.2013 beinhalten neben den Haushaltsplanansätzen auch
die in das Haushaltsjahr 2013 übertragenen Ermächtigungen.
Im Einzelnen ergeben sich die nachfolgend dargestellten wesentlichen Plan/IstAbweichungen im Saldo:
Steuern und ähnliche Abgaben: -1.947T€
Die Mindererträge sind insbesondere auf die niedrigeren Gewerbesteuererträge i.H.v.
rd. -1,8 Mio € zurück zu führen.
Sonstige ordentliche Erträge: 548 T€
Die Mehrerträge resultieren insbesondere aus Mehrerträgen aus der Auflösung von
Pensionsrückstellungen i.H.v. rd 125 T€, der Auflösung von Beihilferückstellungen
von rd. 35 T€ und der Auflösung von sonstigen Sonderposten i.H.v. 28 T€ und
Mehrerträgen bei den sonstigen ordentlichen Erträgen i.H.v. 200 T€. Die Mehrerträge
bei den sonstigen ordentlichen Erträgen resultieren im Wesentlichen aus Erträgen
aus
Kursdifferenzen
im
Zusammenhang
der
Rückzahlung
einer
Fremdwährungsverbindlichkeit.
Kostenerstattung, Kostenumlagen: - 1.733 T€
Die Mindererträge resultieren aus Zuwendungen für Baumaßnahmen die in Ansatz
gebracht wurden und anschließend jedoch investiv verbucht wurden.
Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen: + 2.798 T€
Die geringeren Aufwendungen ergeben sich insbesondere durch die noch nicht
durchgeführten Straßenbaumaßnahmen für den Landesbetrieb, die erst in 2014
begonnen wurden. Diese Maßnahmen werden nicht aufwandswirksam erfasst. So
z.B. bei der Straßenbaumaßnahme mit Straßen NRW in Rinnen (L203),
Straßenbaumaßnahme Aachener Straße und Straßenbaumaßnahme Kölner Straße.
Sonstige ordentliche Aufwendungen: -154 T€
Die Mehraufwendungen ergeben sich aus den Zugängen aus Sonderposten für den
Gebührenausgleich in den Bereichen Abfallentsorgung, Abwasserbeseitigung und
Bestattungswesen.
Kennzahlen zur Ertragslage
Innenministeriums):
2013
(gemäß
dem
Kennzahlenset
des
Aufwandsdeckungsgrad (ADG)
Diese Kennzahl zeigt an, zu welchem Anteil die ordentlichen Aufwendungen durch
ordentliche Erträge gedeckt werden können. Ein finanzielles Gleichgewicht kann nur
durch eine vollständige Deckung erreicht werden.
Aufwanddeckungsgrad = Ordentliche Erträge x 100
Ordentliche Aufwendungen
21.994.582,10 € x 100
22.929.733,74 €
= 95,92%
(Vj.: 92,43%)
Abschreibungsintensität
Die Kennzahl Abschreibungsintensität zeigt an, in welchem Umfang die Gemeinde
durch die Abnutzung des Anlagevermögens belastet wird.
Abschreibungsintensität =
Bilanzielle Abschreibungen
auf Sachanlagevermögen x 100
ordentliche Aufwendungen
2.774.719,22 € x 100
22.929.733,74 €
= 12,10%
(Vj.: 11,46%)
Den Abschreibungen stehen Auflösungen von Sonderposten i.H.v. rd.1.568.795,87 €
gegenüber.
Drittfinanzierungsquote (DFQ)
Die Kennzahl zeigt das Verhältnis zwischen den bilanziellen Abschreibungen und
den Erträge aus der Auflösung von Sonderposten im Haushaltsjahr. Sie gibt einen
Hinweis auf die Frage, inwieweit die Erträge aus der Sonderpostenauflösung die
Belastung durch Abschreibungen abmildern. Damit wird die Beeinflussung des
Werteverzehrs durch die Drittfinanzierung deutlich.
Drittfinanzierungsquote =
Erträge aus der Auflösung von Sonderposten x 100
Bilanzielle Abschreibungen auf Anlagevermögen
1.568.795,87 € x 100
2.774.719,22
= 56,54%
(Vj.: 54,53%)
Zinslastquote (ZLQ)
Die Kennzahl "Zinslastquote" zeigt auf, welche Belastung aus Finanzaufwendungen
zusätzlich zu den (ordentlichen) Aufwendungen aus laufender Verwaltungstätigkeit
besteht.
Zinslastquote =
Finanzaufwendungen x 100
Ordentliche Aufwendungen
789.734,27 € x 100
22.929.733,74 €
= 3,44%
(Vj.:3,77%)
Zuwendungsquote (ZwQ)
Die Zuwendungsquote gibt einen Hinweis darauf, inwieweit die Gemeinde von
Zuwendungen und damit von Leistungen Dritter abhängig ist.
Zuwendungsquote =
Erträge aus Zuwendungen x 100
Ordentliche Erträge
4.135.892,79 x 100
21.944.582,10 €
= 18,85%
(Vj.: 14,99%)
Die Zuwendungsquote ist aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen
Erträge aus Zuwendungen gestiegen.
Die beiden vorgenannten Kennzahlen zeigen bereits deutlich, dass die eigenen
Ertragsquellen grundsätzlich nicht ausreichen, um die ordentlichen Aufwendungen
der Gemeinde zu decken.
Personalintensität 1 (PI1)
Die "Personalintensität 1" gibt an, welchen Anteil die Personalaufwendungen an den
ordentlichen Aufwendungen ausmachen. Im Hinblick auf den interkommunalen
Vergleich dient diese Kennzahl dazu, die Frage zu beantworten, welcher Teil der
Aufwendungen üblicherweise für Personal aufgewendet wird.
Personalintensität =
Personalaufwendungen x 100
Ordentliche Aufwendungen
4.900.279,72 € x 100
22.929.733,74 €
= 21,37 %
(Vj.: 20,74%)
Sach- und Dienstleistungsintensität (501)
Die Kennzahl "Sach- und Dienstleistungsintensität" lässt erkennen, in welchem
Ausmaß sich eine Gemeinde für die Inanspruchnahme von Leistungen Dritter
entschieden hat.
Sach- u. Dienstleitungsintensität =
Aufwendungen für Sach- und
Dienstleistungen x 100
Ordentliche Aufwendungen
3.012.908,26 € x 100
22.929.733,74 €
= 13,14%
(Vj.:12,74%)
Transferaufwandsquote (TAQ)
Die Kennzahl "Transferaufwandsquote" stellt einen Bezug
Transferaufwendungen und den ordentlichen Aufwendungen her.
Transferaufwandsquote =
zwischen
den
Transferaufwendungen x 100
Ordentliche Aufwendungen
10.295.579,23 € x 100
22.929.733,74 €
= 44,90 %
(Vj.: 46,22 %)
An dieser Kennzahl wird deutlich, dass die Gemeinde bald die Hälfte der gesamten
ordentlichen Aufwendungen als Transferzahlungen an Zweckverbandsumlagen,
Kreisumlagen,
Gewerbesteuerumlagen
und
Leistungen
nach
dem
Asylbewerberleistungsgesetz leisten muss. Diese Aufwendungen sind nur bedingt
oder gar nicht beeinflussbar.
6. Erläuterungen zur Finanzrechnung
Die Gesamtfinanzrechnung stellt die internen und externen Finanzierungsquellen
und die Verwendung der Finanzmittel im Haushaltsjahr 2013 dar.
Die Finanzrechnung zum 31.12.2013 weist folgende Salden aus:
Saldo der laufenden Verwaltungstätigkeit :
Saldo aus der Investitionstätigkeit:
Saldo aus der Finanzierungstätigkeit:
30 T€
- 485 T€
- 1.023 T€
Die negativen Salden in der Finanzrechnung verdeutlichen, dass im Ergebnis die
vorhandenen liquiden Mittel sowie angelegte Gelder verwendet werden, um die
Defizite in den Bereichen zu finanzieren.
Hinsichtlich der Zusammensetzung zu den Ein- und Auszahlungen des
Verwaltungsbereichs verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang.
Der wesentliche Unterschied zwischen den ordentlichen Erträge und den
Einzahlungen aus der Verwaltungstätigkeit liegt in den nicht zahlungswirksamen
Erträgen, deren größter Posten die Auflösungserträge aus den Sonderposten mit rd.
1.568.795,87 € ausmachen.
Die Auszahlungen im investiven Bereich finden ihren Ursprung hauptsächlich in den
Auszahlungen für Hoch– und Tiefbaumaßnahmen. Im Jahr 2013 lag der
Schwerpunkt hierbei im Wesentlichen bei den Tiefbaumaßnahmen im Bereich der
Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen. Insgesamt wurden für
Baumaßnahmen 2.522.225,79 € investiert, sodass alleine diese Auszahlungen einen
Anteil von rund 82 % an den gesamten Auszahlungen für Investitionstätigkeiten
darstellen.
Einen eher geringen Anteil an den gemeindlichen Auszahlungen für Investitionen
stellen die Ausgaben für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen dar. Hier
wurden in 2013 insgesamt 562.757,93 EUR verausgabt und stellen somit nur rund
18% der Auszahlungen aus Investitionszahlungen dar.
Bei der Betrachtung der investiven Einzahlungen liegt vergleichbar zu den
Auszahlungen das Hauptaugenmerk ebenfalls auf dem Bereich der Baumaßnahmen.
Hier wurden hauptsächlich auf Grund von Bundes– und Landeszuweisungen
insgesamt 2.347.465,19 EUR vereinnahmt. Dies stellt einen Anteil der
Investitionszuwendungen an den gesamten Einzahlungen für Investitionstätigkeiten
i.H.v. 89,85% dar. Diese Zuwendungen setzten sich im Jahr 2013 im Wesentlichen
aus den Zuwendungen für Kanalbaumaßnahmen und den Investitionspauschalen
des Landes NRW zusammen.
Die fortgeschriebenen Planansätze in der Gesamtfinanzrechnung sowie deren
Teilrechnungen zum 31.12.2013 beinhalten neben den Haushaltsplanansätzen auch
die in das Haushaltsjahr 2013 übertragenen Ermächtigungen.
Im Einzelnen ergeben sich die nachfolgend dargestellten wesentliche Plan/IstAbweichungen im Bereich der Investitionstätigkeiten im Saldo:
Einzahlungen für Investitionsmaßnahmen: - 3.255 T€
Im Wesentlichen erfolgte bei der Maßnahme Schmutzwasserkanal Rinnen (-2,4 Mio.)
der Mittelabruf erst in den Folgejahren, da auch die entsprechenden Auszahlungen
erst später erfolgten.
Auszahlungen für Investitionsmaßnahmen: + 12.946 T€
Hier erfolgte die Ausführung bzw. Fortführung diverser Maßnahmen in großen Teilen
erst in Folgejahren. Wesentliche Maßnahmen sind hierbei Neubau
Schmutzwasserkanal Rinnen 5.012 T€, Neubau Niederschlagswasserkanal
Hüttenstraße/ Siemensring 562 T€, Kanalleitung Frohnrather Weg Sistig 550 T€,
Erwerb Beteiligung ENE 2.200 T€.
7. Gesamtbeurteilung über die Lage der Gemeinde
Die Gesamtlage der Gemeinde Kall nach dem vierten NKF-Jahresabschluss stellt
sich weiterhin schlecht dar, was durch das negative Abschlussergebnis von
1.725.557,79 € (Vorjahr -2.503.974,38 €) verdeutlicht wird. Hierbei ist zu
berücksichtigen, dass im Haushaltsjahr 2014 wieder Schlüsselzuweisungen
vereinnahmt werden konnten. Die Gemeinde Kall muss Abschreibungen von 2,78
Mio. € (Vorjahr rd. 2,65 Mio. €) erwirtschaften, wobei demgegenüber Sonderposten
von rd. 1,54 Mio. € (Vorjahr 1,44 Mio. €) gegenüberstehen, sodass im Saldo 1,24
Mio. € (Vorjahr rd. 1,21 Mio. €) zu erwirtschaften sind. Diese Beträge führen jedoch
nicht zu echten Auszahlungen, was wiederum entscheidenden Einfluss auf das
Ergebnis der Finanzrechnung und damit der Liquidität der Gemeinde zur Folge hat.
Nicht außer Acht gelassen werden darf dabei die relativ hohe Verschuldung von rd.
27,47 Mio. (Vorjahr rd. 30,2 Mio. €), wobei hierin aus vorübergehenden
Liquiditätsgründen und aufgrund der günstigen Zinslage rd. 4 Mio. € Kassenkredite
enthalten sind, die vorübergehend zum Teil zinsbringend wieder angelegt werden
konnten. Insgesamt konnte die Verschuldung im Haushaltjahr 2013 gegenüber dem
Vorjahr jedoch abgebaut werden. Dies macht bei rd. 11.487 Einwohnern eine pro
Kopf-Verschuldung von rd. 2.043 € (Vorjahr: 2.465 €) aus (ausgehend von einer
Nettogesamtverschuldung von 23,47 Mio. €). Hiervon sind ca. 50 %, also ca. 11,5
Mio. € dem Abwasserbereich zu zurechnen. Diese Verbindlichkeiten werden über die
Gebühreneinnahmen refinanziert. Bei einigen Kommunen wird dieser Bereich
ausgegliedert und muss im Gesamtabschluss wieder mit dem allgemeinen Haushalt
konsolidiert werden. Hier zeichnet sich aber bei einer Reihe von Kommunen eine
Tendenz zu einer Rückführung in den allgemeinen Haushalt als Regiebetrieb ab. Die
übrigen Gebührenhaushalte machen im Vergleich zum Bereich Abwasser einen
relativ geringen bzw. unwesentlichen Anteil aus.
Demnach würden sich die dann noch verbleibenden Schulden (Verbindlichkeiten)
von rd. 11,5 Mio. € auf den restlichen Haushalt beziehen. Der Abbau der Schulden
unter Beibehaltung einer maßvollen Investitionsquote und der Aufrechterhaltung der
Qualität des Anlagevermögens ist eine dauerhafte Aufgabe. Hier die richtige Balance
zu finden stellt ebenfalls eine Herausforderung für die künftigen Jahre dar.
Zusammenfassend kann die aktuelle Lage weiterhin als finanziell angespannt und
schwierig bezeichnet werden. Die Möglichkeiten und Chancen werden nachfolgend
dargestellt.
C. Chancen und Risiken für die künftige Entwicklung der Gemeinde
1. Entwicklung der Gemeinde
Der Jahresabschluss 2009 mit einem Fehlbetrag von 2.331.283,70 € gestaltete
den Start in das NKF und die damit verbundene Entwicklung der Folgejahre
unerfreulich.
Die rd. 2,3 Mio. mussten der sog. fiktiven Ausgleichsrücklage und damit dem
Eigenkapital entnommen werden. Eine strenge Konsolidierung für die Folgejahre ist
die Konsequenz dieses Ergebnisses.
Das Jahr 2010 schloss mit einem Überschuss von 374.248,48 EUR ab, obwohl
ein Defizit von rd. 2,6 Mio. EUR eingeplant war. Dies ist insbesondere auf die wieder
positive Entwicklung bei der Gewerbesteuer im Jahr 2010 zurückzuführen. Es
wurden rd. 5,3 Mio. Erträge erzielt, was gegenüber 2009 mit 3,4 Mio. eine
Verbesserung von rd. 1,9 Mio. darstellt.
Das Jahr 2011 schloss mit einem Defizit von -532.454,76 €, obwohl ein Defizit von
rd. 1,6 Mio. EUR eingeplant war. Dies ist insbesondere auf die weiter positive
Entwicklung bei der Gewerbesteuer im Jahr 2011 zurückzuführen. Es wurden rd. 5,8
Mio. Erträge erzielt, was gegenüber 2010 mit 5,3 Mio. eine Verbesserung von rd. 0,5
Mio. darstellt.
Das Jahr 2012 schloss mit einem Defizit von 2.503.974,38 € ab, sodass bereits in
2012 ein Betrag von rd. 0,76 Mio. aus der Allgemeinen Rücklage entnommen werden
musste, da die sog. Ausgleichsrücklage, die im Übrigen auch Eigenkapital darstellt,
aufgezehrt war.
Das Jahr 2013 schließt mit einem Defizit von 1.725.557,79 € ab, sodass 2013 das
Defizit aus der Allgemeinen Rücklage entnommen werden muss. Der
fortgeschriebene Planansatz 2013 ging von einem Defizit von 1.574.184,27 € aus.
Das Defizit wurde somit leicht überschritten.
Im Jahr 2014 wurde mit einem Defizit von rd. 0,9 Mio € geplant, das ebenfalls
vollständig aus der Allgemeinen Rücklage gedeckt werden muss.
Der nachstehenden Übersicht ist die voraussichtliche Entwicklung bis 2015 zu
entnehmen.
Voraussichtliche Entwicklung des Haushalts
Erträge (insgesamt)
Aufwendungen (insgesamt)
Jahresergebnis
(nach Ergebnisplan) ab 2012 vorauss.
Anfangsbestand
Ausgleichs‐
Verringerung (‐)
rücklage
Zuführung (+)
Schlussbestand
Haushaltsausgleich
(Ja/Nein)
Anfangsbestand
Korrektur EB/
Verr. mit allg. R.
Verringerung (‐)
Allgemeine Verringerung (in
Rücklage
%)
Zuführung (+)
Schlussbestand
Genehmigung für
die Verringerung
(Ja/Nein)
Verringerung
> 25 %
Verringerung
HSK
2 x > 5 %
allgemeine
Rücklagen
</= 0
Genehmigung für die o.a.
Verringerung und HSK
(Ja/Nein)
2009
EUR
2010
EUR
2011
EUR
2012
EUR
2013
EUR
‐2.331.283,70
374.248,48
‐532.454,76
‐2.503.974,38
‐1.660.257,10
‐994.929,00
‐1.131.800,00
4.235.246,66
‐2.331.283,70
0,00
1.903.962,96
1.903.962,96
0,00
374.248,48
2.278.211,44
2.278.211,44
‐532.454,76
0,00
1.745.756,68
1.745.756,68
‐1.745.756,68
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
26.968.084,84
26.558.442,34
ja, fiktiv
ja, fiktiv
ja, fiktiv
nein
nein
2014 Planung 2015
EUR
EUR
nein
nein
29.123.766,00
28.112.834,61
27.987.834,61
29.367.819,61
28.609.601,91
0,00
‐125.000,00
1.379.985,00
0,00
18.740,03
0
0
0,00
‐758.217,70
‐1.660.257,10
‐994.929,00
‐1.131.800,00
0,00%
0
28.112.834,61
0,00%
0,00
27.987.834,61
0,00%
0,00
29.367.819,61
‐2,58%
0,00
28.609.601,91
‐5,80%
0,00
26.968.084,84
‐1,52%
0,00
26.558.442,34
‐4,26%
0,00
25.426.642,34
ja
ja
ja
ja
ja
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
_
2. Prognosebericht
Die Planung bis 2015 geht weiter von so hohen Aufwendungen aus, dass sie nicht
durch die Erträge gedeckt werden können.
Die Gesamterträge und Aufwendungen nach dem vorliegenden und genehmigten
Planwerk 2015 sieht für die weiteren Folgejahre Fehlbeträge von 1.345.372 € in 2016
und 947.875 € in 2017, sowie 445.446 € in 2018 vor.
Somit kommt es durch das andauernde strukturelle Defizit zu einem stetigen Abbau
des Eigenkapitals. Das Haushaltsrecht nach dem Neuen Kommunalen
Finanzmanagement sieht für den Haushaltsausgleich einen dreistufigen Aufbau vor.
Sofern der Ausgleich der Aufwendungen durch Erträge nicht möglich ist, kann
zunächst einmal auf die sog. Ausgleichsrücklage zurückgegriffen werden. Wenn
auch diese nicht ausreicht, um das Defizit zu decken, kann noch ein Anteil aus der
Allgemeinen Rücklage in Anspruch genommen werden.
Des Weiteren wird der Haushalt der Gemeinde durch großen Aufwand im Bereich
der Unterbringung von Flüchtlingen belastet.
Die Planung für 2015 wurde bereits nach oben korrigiert. Diese Situation wird die
Gemeinde Kall auch zukünftig noch vor einige Herausforderungen stellen.
Der voraussichtliche Verbrauch der Allgemeinen Rücklage, also der Verzehr des
Eigenkapitals der Gemeinde, sieht nach dem Haushaltsplan 2015 so aus, dass der
Ansatz in der Eröffnungsbilanz von ca. 33 Mio. EUR Eigenkapital bereits nach 10
Jahren auf knapp 20 Mio. EUR schrumpfen wird, und die Gemeinde Kall nach
spätestens 18 bis 20 Jahren ein negatives Eigenkapital ausweisen wird. Der
fortwährenden Abnahme des Eigenkapitals muss dringend entgegengewirkt werden.
Andererseits ist aber auch, wie aus der Transferaufwandsquote entsprechend den
Angaben im Rechnungsergebnis 2013 erkennbar, auf die enorme Belastung durch
„Dritte“ hinzuweisen, welche auch künftig die Ausgabenstruktur der Gemeinde weiter
wesentlich mitprägen wird.
3. Nachtragsbericht
In 2015 erfolgte eine weitere Erhöhung der Steuersätze, und zwar bei der
Grundsteuer A von 295 v.H. auf 350 v.H., bei der Grundsteuer B von 455 v.H. auf
555 v.H. und bei der Gewerbesteuer von 455 v.H. auf 515 v.H..
Im Bereich Ordnungswesen und anschließend im Bereich Soziales wurde in
2012/2013 die interkommunale Zusammenarbeit konkret umgesetzt. Diese wird
weiterhin fortgesetzt.
Zum Schuljahresbeginn 2013/2014 wurde mit der Nachbarkommune Mechernich
eine interkommunale Sekundarschule errichtet, die zum Ende des Schuljahres
2014/15 wieder aufgelöst wird. Zurzeit laufen Verhandlungen, mit den
Nachbarkommunen Hellenthal und Schleiden für die Errichtung eines
Schulzweckverbandes zur Gründung einer gemeinsamen Gesamtschule mit Standort
in Schleiden.
Zu weiteren Vorgängen von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag
Eröffnungsbilanzstichtag verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt D. Ziffer 1
und nachfolgend Ziffer 4.
4. Risiko und Chancen der künftigen Entwicklung
Risiken
Wie diesen negativen Vorzeichen begegnet werden kann, ist die Herausforderung
der nächsten Jahre für Verwaltung und Politik in der Kommune, aber auch in Land
und Bund.
Der Spielraum für Kostensenkungspotentiale und die Eruierung von zusätzlichen
Einnahmemöglichkeiten sind jedoch begrenzt, um künftige Jahresfehlbeträge
auszugleichen. Externe Faktoren wie beispielsweise allgemeine Preiserhöhungen,
Strompreiserhöhungen und Marktzinserhöhungen stellen zusätzliche Risiken dar, die
die Gemeinde nicht beeinflussen kann.
Risiken ergeben sich zudem auch durch Aufgabenverlagerungen auf die Gemeinde
und deren unzureichende Kostenerstattung durch die übergeordneten Behörden.
Betrachtet man die Ertragsseite, besteht eine gewisse Abhängigkeit von einigen
wenigen „großen“ Gewerbesteuerzahlern, die alleine mindestens 50 % der
Gewerbesteuererträge aufbringen. Die negativen Auswirkungen durch den Wegfall
zweier großer Gewerbesteuerzahler war im Haushaltsjahr 2013 deutlich zu spüren.
Da die Schlüsselzuweisungen auch nach den (Gewerbesteuer-) Einzahlungen
bemessen werden, sinken sie, wenn z.B. die Gewerbesteuereinzahlungen im
jeweiligen Referenzzeitraum (01.07.-31.12. des Vorjahres und 01.01.-30.06. des lfd.
Jahres) steigen. Entscheidend ist hier auch der jeweilige örtliche Hebesatz, der durch
den vom Land für die Berechnung festgelegten „fiktiven Hebesatz“ dividiert wird.
Liegt der örtliche Hebesatz unter dem fiktiven Hebesatz des GFG (so z.B. in 2009 bei
der Gemeinde Kall) wird die Gemeinde so gestellt, als ob sie die entsprechende
Ertragskraft nach dem fiktiven Hebesatz hätte. Sie erhält damit dann geringere
Schlüsselzuweisungen. Um einen Haushaltsausgleich erreichen zu können, müssten
die Beiträge und die Hebesätze weiter angehoben werden. Ob und inwieweit sich
diese Erhöhungen realisieren lassen, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht
beurteilt werden.
Ein Haushaltsausgleich nach NKF-Kriterien ist zurzeit nur durch Rückgriff in die
Allgemeine Rücklage, also das Eigenkapital der Gemeinde, möglich (wie oben
erwähnt).
Die derzeitige Flüchtlingskrise betrifft alle Kommunen im Bundesgebiet. Es wird
derzeit seitens der Gemeinde Kall großer Aufwand betrieben, um die ankommenden
Flüchtlinge unterzubringen, die Notunterkünfte einzurichten sowie die Versorgung
der Flüchtlinge zu gewährleisten. Trotz der in Aussicht gestellten Bundesmittel ist
derzeit noch nicht abschätzbar, wie hoch die Belastung der zukünftigen Haushalte
der Gemeinde Kall ausfallen wird.
Chancen
Mit der Überprüfung aller gemeindeeigenen Objekte und deren energetischen
Sanierung im Rahmen des zwischenzeitlich von der Gemeinde Kall erstellten
Energieleitbildes und Klimaschutzkonzeptes ist zu erwarten, dass eine spürbare
Optimierung und damit Senkung der Bewirtschaftungs- und Energiekosten
einhergeht. Weitere Chancen bieten sich im Rahmen der Anpassung der
Steuersätze, die zuletzt in 2015 erhöht wurden (Gewerbesteuer von 455 v.H. Auf 515
v.H., Grundsteuer B von 455 v.H. auf 515 v.H. und Grundsteuer A von 295 v.H. auf
350 v.H. )
Durch die interkommunale Zusammenarbeit, die im Bereich Ordnungswesen und
anschließend im Bereich Soziales in 2012/2013 konkret umgesetzt wurde, wird kurzund mittelfristig auch eine Personalkostensenkung erwartet. Durch neue
organisatorische Maßnahmen – hier Umstellung der Verwaltung auf nur noch zwei
Fach- und Geschäftsbereiche zum 01.06.2013 -, sowie durch Einführung neuer EDVsysteme darf auch hierdurch eine Verbesserung der Personalressourcen erwartet
werden.
Bezüglich der Infrastruktur in der Gemeinde Kall wurden ebenfalls
Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet.
Der Ortskern Kall mit den Hauptverkehrsadern Bahnhofstraße, Hüttenstraße und
Kölner Straße ist im Bereich des Einzelhandels gut aufgestellt und gewährleistet
durch eine hohe Anzahl an Kreisverkehren eine recht zügige Abwicklung des starken
Verkehrsaufkommens. Zudem werden in der Hüttenstraße und der Kölner Straße,
sowie der Aachener Straße Baumaßnahmen durchgeführt, die eine wesentliche
Verbesserung im Bereich des Straßen- und Kanalbaus mit sich bringen. Das
Einzelhandelsangebot mit einem großen Vollsortimenter, sowie einigen
Einzelgeschäften stellt neben dem starken Gewerbegebiet einen wichtigen
Standortfaktor dar.
Die unmittelbare Nähe des zentralen Bahnhofes mit Bushalteplatz und des
Rathauses hat zwischenzeitlich zum Bau einer weiteren Einrichtung für betreutes
Wohnen geführt. Mit der Ansiedlung von zwei überregional bekannten Discountern
wurde das Einzelhandelsangebot im Ort ebenso wie die Parkmöglichkeiten weiter
stark verbessert. Als ergänzende Infrastruktureinrichtungen steht auch
Wohnmobilstellplatz im unweit gelegenen Ortsteil Golbach zur Verfügung.
ein
Durch großes bürgerschaftliches Engagement ist es gelungen in vielen Außenorten
Dorf-bzw. Bürgerhäuser zu errichten oder zu sanieren. Die Objekte stellen für die
Ortsbevölkerung wichtige kulturelle, soziale und gesellschaftliche Begegnungsorte
dar.
Mit der zentralen Entwässerung des Kernortes hat die Gemeinde nach ihrem
Abwasserbeseitigungskonzept bis auf die Ortsteile Wallenthaler Höhe und den
Frohnrather Weg in Sistig alle Orte, die zu den Klärwerken hin entwässert werden
sollen, kanalisiert.
Mit den sehr großen Fremdwasserprojekten in Wahlen (ca. 6,0 Mio. € Kosten bei 80
% Zuschuss), den Fremdwasserprojekten in Kall, Hüttenstraße und in Rinnen
ergeben sich Möglichkeiten zur Verbesserung der Infrastruktur in den jeweiligen
Bereichen, die auch seitens des Rates und der Verwaltung genutzt werden, zumal
die Kanal- und Straßenbauarbeiten sehr umfangreich sind.
Die Grundschulstandorte in Kall und Sistig sind bereits seit 2006 bzw. 2007 zur
offenen Ganztagsgrundschule erweitert worden. Damit hat die Gemeinde die
Voraussetzungen für eine dauerhafte Sicherung der Grundschulstandorte
geschaffen. Die Hauptschule Kall hat seit 2008 den gebundenen Ganztagsbetrieb
eingerichtet und in 2010 die neue Mensa in Betrieb genommen. Daneben stehen in
Kall auch das Berufskolleg des Kreises Euskirchen mit Wirtschaftsgymnasium und
das in Trägerschaft der Salvatorianer befindliche Gymnasium Hermann-Josef-Kolleg
Steinfeld zur Verfügung. Weiterhin befindet sich in Kall die St. Nikolausschule für
behinderte Schüler. Die gute schulische Infrastruktur soll gefestigt und weiter
ausgebaut werden. So wurde zum Schuljahresbeginn 2013/2014 mit der
Nachbarkommune Mechernich eine interkommunale Sekundarschule errichtet, die
leider zum Schuljahresende 2014/2015 wieder aufgelöst werden muss. Die acht
gemeindlichen Kindergärten sind auf die gesetzlich geforderten Angebote an U-3
Kindergartenplätzen vorbereitet. In 2014 wurde die Einrichtung in Scheven noch für
den U3-Bedarf ausgebaut. Außerdem sind die Kindergärten in Kall und Sistig bereits
zu Familienzentren ausgebaut und zertifiziert.
Die Gemeinde Kall hat die Interessen von Alt und Jung im Blick und ist darum
bemüht, ein möglichst attraktives Freizeit-, aber auch Arbeits- und
familienfreundliches Angebot vorzuhalten.
Mit dem Projekt „MOSIM“ ( Mobilitätssicherung im Alter ) wird parallel zum ÖPNVKonzept eine Attraktivitätssteigerung der Gemeinde angestrebt. Im Rahmen dieses
Projektes wurde z.B. der Mehrgenerationenplatz und in Einzelfällen die Absenkung
von Bordsteinen bereits umgesetzt.
Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben im Gewerbegebiet Kall genießt nicht zuletzt
zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, hohe Priorität. Der Gewerbestandort im
Gemeindegebiet konzentriert sich in erster Linie auf den Bereich des Kernortes Kall.
In den Außenorten haben sich daneben einzelne Gewerbebetriebe ( Baugewerbe,
Automobilbranche ) etabliert. Im Gewerbegebiet und der noch in Vorplanung
befindlichen Erweiterung kann die Gemeinde Kall kurz- und mittelfristig voll
erschlossene und sofort bebaubare gewerbliche Flächen anbieten. Außerdem wird
auch in den Außenorten – hier sei aktuell das Dorfprojekt in Sistig erwähnt - eine
Stärkung der Infrastruktur entwickelt.
Durch Erschließung neuer Baugebiete wurden in erster Linie im Kernort, aber auch in
den Außenorten (z.B. in Sistig, Golbach, Keldenich Scheven) attraktive
Baumöglichkeiten geschaffen. Hier können einzelne Grundstücke zu günstigen
Preisen angeboten werden.
Unabdingbar ist auch, günstige Rahmenbedingungen für die Schaffung von
Arbeitsplätzen im Gemeindegebiet zu schaffen. In der Bereitstellung von Flächen ist
die Chance zu sehen, dies in Kall zu verwirklichen. Das Grundstück um den Bahnhof
im Kaller Ortskern sollte weiterhin für die Ansiedlung von Gewerbe und
Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Neue Hoffnungen ergeben sich
durch die seit langem angestrebte Erweiterung des Gewerbegebietes Kall III jenseits
der L 206 Richtung Scheven. Es ist zu erwarten, dass dadurch das Gewerbegebiet
der Gemeinde Kall eine weitere wesentliche Aufwertung erfährt und dies zu einer
weiteren Belebung insgesamt führt.
Kall, den 22.10.2015
aufgestellt:
bestätigt:
___________________
Kämmerer
___________________
Bürgermeister