Daten
Kommune
Kall
Größe
202 kB
Datum
28.04.2015
Erstellt
17.04.15, 18:07
Aktualisiert
17.04.15, 18:07
Stichworte
Inhalt der Datei
Gemeinde Kall
Vorlagen-Nr.
Sitzungstermin
Der Bürgermeister
71/2015
28.04.2015
Vorlage erstellt:
14.04.2015
Federführung:
Fachbereich II
An den
Ausschuss für Liegenschaften, Forst und Umwelt
mit der Bitte um
X
FBL:
SB:
öffentliche Sitzung
Herr Schmitz
Herr Feld
Beschlussfassung
Mitzeichnung durch
Fassung eines Empfehlungsbeschlusses an den
Bürgermeister
Kenntnisnahme
Beigeordneter
Haushaltsmäßige Auswirkungen:
Fachbereichsleiter
X
Vorlage berührt den Haushalt.
X
Mittel verfügbar bei
- s. Finanzierungsübersicht -
Euro
Sachbearbeiter
über-/außerplanmäßige Aufwendungen/
Auszahlungen erforderlich bei PSK
Deckung erfolgt durch PSK
Euro
Kämmerer, wenn haushaltsrechtl. Auswirkungen:
TOP 4
Klimaschutzmanagement Gemeinde Kall
hier: Vorstellung der Aufgaben und Maßnahmen 2015 -2017
Beschlussvorschlag:
Die Ausführungen der Verwaltung werden zustimmend zur Kenntnis genommen.
Sachdarstellung:
1. Klimaschutz
Klimaschutz und Energiewende sind komplexe Themen und bieten ein weites Feld an Handlungsmöglichkeiten. Um diese schwer fassbaren Bereiche mit Schlagworten wie „Reduktion der
CO2-Emissionen“ und „globale Erwärmung“ in ein konkretes und lokal umsetzbares Maßnahmenprogramm für die Kommunen, Privathaushalte und Unternehmen zu übertragen, hat die
Gemeinde Kall in den letzten Jahren wichtige grundlegende Konzepte und zahlreiche Projekte
auf den Weg gebracht. Durch die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements soll dies weiter
verstetigt werden.
Im Kern können die Klimaschutzziele mit drei Maßnahmen erreicht werden:
1. Energieeinsparung
2. Energieeffizienz
3. Erneuerbare Energien
Dazu kommt noch die grundsätzliche Frage nach der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des
eigenen Handelns und Konsumierens, sowohl für Bürgerinnen und Bürger wie auch für Unternehmen und Kommune. Hier ist vor allem ein Angebot an Informationen und ein Aufzeigen möglicher Alternativen gefragt.
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2. Konzepte
Die Grundlagen und Ziele für die umsetzbaren Maßnahmen in der Gemeinde Kall sind sowohl in
der Energieleitlinie als auch im Klimaschutzkonzept (IKSK) erarbeitet und politisch beschlossen
worden. Mit der Teilnahme am European Energy Award® (EEA) wird die Umsetzung dieser
Maßnahmen durch ein externes Fachbüro begleitet und im Rahmen des Wettbewerbes fortentwickelt und laufend bewertet. Die Maßnahmenvorschläge aus Energieleitlinie und IKSK sind im
„Energiepolitischen Arbeitsprogramm“ im Rahmen des EEA nochmals auf ihre Umsetzbarkeit
überprüft und in der Sitzung des Fachausschusses für Liegenschaften, Forst und Umwelt am
18.11.2014 beschlossen worden. Insgesamt ist die Gemeinde Kall somit einen konzeptionell sehr
gut angelegten Weg gegangen, der sowohl zu sichtbaren Erfolgen geführt hat wie auch die Aufgaben für die Zukunft klar beschreibt. Dokumentiert wird dies durch die Auszeichnung mit dem
EEA in Silber im Herbst 2015. Die Fortführung des EEA für weitere 3 Jahre sollte durch Beschluss der Politik sichergestellt werden.
Durch die vom Bundesumweltministerium geförderte Einrichtung der Stelle eines kommunalen
Klimaschutzmanagements sowie eines Klimamanagements für Projekte an Schulen und Kindergärten wird die Verstetigung des Engagements der Gemeinde erreicht.
Grundlage für die Arbeit des Klimaschutzmanagers ist der „Maßnahmen- und Arbeitsplan“, der
als Bestandteil des Förderantrages eingereicht wurde. Darin sind die Aufgaben des Klimaschutzmanagements – auf Basis der Maßnahmenvorschläge des IKSK – aufgelistet. Der „Maßnahmen- und Arbeitsplan“ ist dieser Vorlage als Anhang beigefügt.
3. Maßnahmen
In den bisher durch Verwaltung, Politik und Energieteam konkret umgesetzten Maßnahmen
konnten die CO2-Emissionen in der Zuständigkeit der Kommune deutlich gesenkt werden. So
lagen die Emissionen aus Beheizung, Stromverbrauch und Straßenbeleuchtung im Jahr 2006
noch bei knapp 2.000 Tonnen pro Jahr, in 2014 bei nur noch 1.120 Tonnen. Dies entspricht einer
Reduzierung um 850 Tonnen bzw. 43%. Dies ist ein enormer Erfolg!
Erreicht wurde dies durch eine Vielzahl von Maßnahmen, unter anderem in den Bereichen Gebäude- und Heizungssanierung, Photovoltaik, Umstellung (HN/GN) und Umrüstung (LED) der
Straßenbeleuchtung, aber auch durch eine Sensibilisierung der Nutzer und nicht zuletzt durch
regelmäßige Kontrolle von Verbräuchen. Weitere Maßnahmen (z.B. Innenbeleuchtung, Gebäudesanierung) sind bereits in Planung, dies wird wie bisher auch in der Prioritätenliste des Gebäudemanagements dargestellt.
Ein wichtiges neues Projekt liegt für den Klimaschutzmanager in der Beantragung der Förderung
einer sogenannten „Schwerpunktmaßnahme“. Hier stehen bis zu 200.000 € Fördermittel zur Verfügung, wenn – beispielsweise durch eine umfassende Gebäudesanierung oder ein Nahwärmenetz – eine Reduzierung der CO2-Emissionen des Gebäudes um 70% erreicht wird.
Neben diesen konkreten Maßnahmen besteht die Hauptaufgabe des Klimaschutzmanagements
jedoch vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit, also in der Information, Beratung und Vernetzung
von Kommune, Gewerbe und vor allem der Bürgerinnen und Bürger. Auch hier wurden bereits
zahlreiche Veranstaltungen, sowohl kommunal wie interkommunal, organisiert.
Im letzten Jahr hat das interkommunale Klimaschutzteam, bestehend aus den zuständigen Mitarbeitern/Klimaschutzmanagern der Gemeinden Kall, Hellenthal, Blankenheim, Nettersheim, der
Stadt Schleiden und des Kreises Euskirchen, Informationsveranstaltungen unter dem Titel „Sanierungstreff Kreis Euskirchen“ vorbereitet, die seit Jahresbeginn 2015 mit wachsendem Erfolg
insgesamt 20 Termine anbietet. Das Klimaschutzteam hat im März 2015 erneut die „EnerKOM+“
in Gemünd organisiert und arbeitet laufend an weiteren Projekten. Unter Leitung der Klimaschutzmanagerin des Kreises Euskirchen werden alle Kommunen im Kreis zur Mitwirkung eingeladen. Für Kall bedeutet dies eine Arbeitsentlastung des Energieberaters bei gleichzeitiger Verbesserung des Beratungs- und Informationsangebotes.
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4. Weitere Umsetzung
Wesentlich für erfolgreichen Klimaschutz im Kreis Euskirchen und damit auch in der Gemeinde
Kall wird in Zukunft die Identifizierung der Bevölkerung mit dem Thema sein. Dies muss über
entsprechende Kampagnen und ein kreisweites Gesamtkonzept erfolgen. Die Flut der vorhandenen Informationen muss sinnvoll und zielgerichtet gebündelt, Angebote auf ihre Qualität überprüft
werden. Langfristig ist dazu die Sicherstellung der personellen und finanziellen Ressourcen im
Bereich Klimaschutz bei den Kommunen unabdingbar.
Entscheidend für die Arbeit des Klimaschutzmanagements wird die Rückendeckung aus Politik
und Verwaltung sein. Klimaschutz kann nicht von einer Einzelperson umgesetzt werden. Dies
betrifft in Zukunft vor allem die Beratungsangebote sowie die interkommunale Zusammenarbeit,
aber auch die weiterhin notwendige konzeptionelle Arbeit, die oft noch keine kurzfristigen Einsparungen garantieren kann – langfristig aber wichtige Entscheidungsgrundlagen bietet. Zudem liegen die Aufgaben auch oft in Querschnittsthemen, zum Beispiel kann und muss Gebäudesanierung im Zusammenhang mit demographischem Wandel, Leerstandsmanagement, Baukultur und
regionaler Daseinsvorsorge gesehen werden. Unterstützung kann hier z.B. das LEADERFörderprogramm bieten.
Zur Auswahl, Planung und Umsetzung von Maßnahmen spielen das EEA-Team und das Energieteam eine wichtige Rolle.
Im EEA-Team sollen Entscheidungen getroffen werden, welche Projekte realistisch angegangen
werden können. Die Aufgaben des EEA-Teams sind folgendermaßen definiert:
„Das EEA-Team ist für die Umsetzung des European Energy Award in der Kommune
verantwortlich – es ist Entwicklungszentrale und Motor der energie- und klimapolitischen
Arbeit.
Das Team setzt sich zusammen aus Vertretern der verschiedenen kommunalen Fachbereiche und der Eigenbetriebe – bei Bedarf unter Mitwirkung fachlich involvierter politischer
Mandatsträger. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auch externe Energieexperten sowie
engagierte Bürgerinnen und Bürger in das EEA-Team aufzunehmen.
Der EEA-Teamleiter ist der fachlich kompetente Ansprechpartner für den eea-Berater. Er
steuert den Gesamtprozess und organisiert die einzelnen Verfahrensschritte. Zudem vertritt er das EEA-Team gegenüber den politischen Gremien der Kommune und der Landesträgerschaft des eea.
Das EEA-Team übernimmt folgende Aufgaben:
• Durchführung der Ist-Analyse anhand des Prozesshandbuchs bzw. der Fragebögen zur Ist-Analyse
• Erstellung des Energiepolitischen Arbeitsprogramms, inklusive konkreter Projektvorschläge
• Koordinierung, Umsetzung und Kontrolle von Projekten
• Regelmäßige Treffen und Durchführung des jährlichen internen Re-Audits“
Das Energieteam der Gemeinde Kall wurde Anfang 2011 gegründet, um die Projekte aus der
Energieleitlinie auf den Weg zu bringen. Dies ist auch in zahlreichen Fällen erfolgreich umgesetzt
worden. Im Energieteam können Ideen eingebracht und gesammelt werden, konkrete Projekte
(z.B. Energieberatung) inhaltlich bearbeitet werden. Für die Zukunft braucht auch das Energieteam Rückendeckung und Unterstützung, damit hier weiter mit hoher Motivation an den verschiedenen Projekten gearbeitet wird.
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Finanzierung:
Für die kommenden drei Jahre sind im Rahmen des Klimaschutzmanagements der Gemeinde
Kall folgende Ausgaben und Zuschüsse eingeplant:
Bereich
Personalausgaben
Sachausgaben*
Gesamtausgaben
Zuwendung (65%)
Eigenmittel
Klimamanager
Gemeinde Kall
83.116 €
12.797 €
95.913 €
62.343 €
33.570 €
Klimamanager Schulen
und Kindergärten
83.116 €
5.500 €
88.616 €
57.600 €
31.016 €
Gesamt
166.232 €
18.297 €
184.529 €
119.943 €
64.586 €
*in den Sachausgaben enthalten sind Geschäftsbedarf, Aufträge z.B. für Öffentlichkeitsarbeit,
Reisekosten, Literatur etc.
Anlage:
Maßnahmen- und Arbeitspläne Klimaschutzmanagement Gemeinde und Schulen