Daten
Kommune
Kall
Größe
1,5 MB
Datum
22.11.2012
Erstellt
12.11.12, 18:09
Aktualisiert
12.11.12, 18:09
Stichworte
Inhalt der Datei
Integriertes Klimaschutzkonzept für den Kreis Euskirchen
(inkl. Dahlem, Kall und Hellenthal)
Vertiefungsbaustein:
Gemeinde Kall
Oktober 2012
Bearbeitet durch
BMU Förderkennzeichen: 03KS1417
Auftraggeber: Kreis Euskirchen (inkl. Dahlem, Kall und Hellenthal)
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inhaltsverzeichnis
1! Ausgangssituation des Klimaschutzkonzeptes
2! Erstellung einer gesamtgemeindlichen CO2-Bilanz
2.1! CO2-Bilanz im Bereich Energie
2.2! CO2-Bilanz im Bereich Verkehr
3! Ermittlung von CO2-Minderungspotenzialen
3.1! Methodische Grundlagen
3.1.1! Wärmeschutzentwicklungen
3.1.2! Heizungsanlagentechnik
3.1.3! Stromanwendungen Haushalte
3.1.4! Stromanwendungen im tertiären Wirtschaftssektor und den
kommunalen Liegenschaften
3.1.5! Stromanwendungen im primären und sekundären
Wirtschaftssektor
3.2! Sektorspezifische CO2-Minderungen im Bereich Energie
4! Maßnahmenprogramm für die Gemeinde Kall
4.1! Darstellung der Kriterien
4.2! Maßnahmenübersicht
4.3! „Verwaltungsbezogene Klimaschutzmaßnahmen“
4.4! „Information und Beratungsaktivitäten“
4.5! „Erneuerbare Energien und energieeffiziente Energieversorgung“
4.6! „Mobilität“
2
3!
4!
5!
12!
18!
18!
18!
18!
19!
20!
20!
21!
29!
30!
31!
33!
43!
55!
57!
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
1 Ausgangssituation des Klimaschutzkonzeptes
Mit dem Beschluss der bundesdeutschen Regierung zum Atomausstieg bis zum Jahr
2022 steuert Deutschland einem post-atomaren Zeitalter entgegen, das neue Anforderungen insbesondere an die Energieerzeugung, -versorgung und -nutzung in jeder
Kommune mit sich bringt. Es gibt prinzipiell zwei mögliche Reaktionen regionaler
Entscheidungsträger auf diese Entwicklung: den Versuch, bestehende Strukturen so
lange wie möglich zu erhalten bzw. das Zuschauen und Abwarten, was passiert oder
das aktive Ergreifen der sich bietenden Chancen. Das Klimaschutzkonzept gibt für
letztere Option eine Hilfestellung.
Kommunaler Klimaschutz ist die wichtigste Antwort auf die ökonomischen und ökologischen Folgen des Klimawandels. Denn Klimaschutz kann ein Motor sein für eine
positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region und trägt zu einer innovativen und
nachhaltigen Regionalentwicklung bei. Sicherheit bei der Energieversorgung und regionale Wertschöpfung gelingen jedoch nur gemeinsam, wenn die Weichen richtig
gestellt werden. Klimaschutzmaßnahmen, wie die energetische Sanierung von Gebäuden oder die Erneuerung von Heizungsanlagen, fördern die Konjunktur vor Ort, wenn
die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen (d.h. die Durchführung der energetischen
Sanierungen der Gebäude sowie die Installation und Wartung neuer Energietechnologien) zum Teil bei regionalen Betrieben und Handwerkern sowie lokalen Energiedienstleistern erfolgt. Werden die Maßnahmen vorwiegend von lokalen und regionalen Akteuren (z.B. Handwerksunternehmen, Ingenieurbüros etc.) umgesetzt, führt dies zu
zusätzlichen Aufträgen, schafft bzw. sichert Arbeitsplätze und stärkt somit die regionale Wirtschaft.
Die Gemeinde Kall engagiert sich bereits seit längerer Zeit mit unterschiedlichen Wirkungstiefen im Bereich Klimaschutz. Dazu zählt beispielsweise die Einstellung eines
kommunalen Energieberaters und die Erstellung einer Energieleitlinie.
Mit der Beteiligung an der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes des Kreises Euskirchen möchte die Gemeinde Kall die bisherigen Bemühungen vertiefen. Im Rahmen der
Konzeptbearbeitung wurde mit diesem Berichtsteil daher eine gemeindespezifische
CO2-Bilanz erstellt, Minderungspotenziale durch Effizienzsteigerungen ermittelt und ein
Maßnahmenprogramm entwickelt. Die Ergebnisse dieser Vertiefungsbausteine werden im Folgenden dargestellt.
3
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
2 Erstellung einer gesamtgemeindlichen CO2-Bilanz
Das Klima-Bündnis europäischer Städte hat durch die europaweit agierende Firma
Ecospeed ein Energie- und CO2-Bilanzierungstool für Kommunen entwickeln lassen
(ECORegion smart DE), welches die vergleichsweise einfache Erarbeitung standardisierter Energiebilanzen ermöglicht. Das Tool erlaubt die Erstellung gesamtgemeindlicher primär-1 und endenergiebezogener2 Energie- und CO2-Bilanzen, bereits ab einer
geringen Eingabe von statistisch verfügbaren Daten. Die Aussagegenauigkeit hängt
davon ab, in welchem Umfang spezifische Daten zur lokalen Energiesituation (Verbrauchsdaten von z.B. kommunalen Gebäuden, Haushalten, Wirtschaft, Verkehr, etc.)
zur Verfügung stehen. Das Tool bietet den Vorteil, dass durch jährliche Ergänzungen
eine umfangreiche kontinuierliche CO2-Bilanz erstellt werden kann. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, dass durch die Nutzung eines einheitlichen Tools ein interkommunaler
Vergleich möglich ist. Der letzte Stand der Bilanzierung im Tool ist der Januar 2012.
Es wurde in der Berechnung der CO2-Bilanz nach Vorgabe des Klimabündnisses auf
der Emissionsseite über lokal angepasste Life-Cycle-Assessment-Faktoren (LCAFaktoren) aus dem Ländermodell der Firma Ecospeed bilanziert. Das heißt, dass die
zur Produktion und Verteilung eines Energieträgers notwendige fossile Energie diesem
Energieträger auf Basis des Endkonsums zugeschlagen wird. Den im Endenergieverbrauch emissionsfreien Energieträgern Strom und Fernwärme werden somit „graue“
Emissionen aus ihren Produktionsvorstufen zugeschlagen. Den fossilen Energieträgern
werden die fossilen Aufwendungen der Vorkette (z.B. aus Transport und Raffineriebetrieb) ebenfalls dem Endenergieverbrauch zugerechnet. Die Emissionen von Großemittenten, die laut nationalem Allokationsplan am Emissionszertifikathandel teilnehmen,
werden – nach Vorgabe des Klima-Bündnisses – nicht mitbilanziert. Diese sind bereits
über das Emissionszertifikathandelssystem erfasst und reglementiert. Hierzu gehört in
Kall die Firma „Lafarge Zement Karsdorfer Zement GmbH“. Zudem ist der kommunale
Einfluss auf betriebsbedingte Emissionen bzw. Prozessenergien eher gering.
Gertec und mobilité danken an dieser Stelle allen im Zuge der Datenerfassung vor Ort
beteiligten Akteuren.
1
Primärenergieträger sind Energieträger, die keiner vom Menschen verursachten Energieumwandlung unterworfen
wurden. Dies sind z.B. Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Holz, Stauseewasser etc.
2
Endenergieträger sind die Energieträger, die von den Verbrauchern vor der letzten Umwandlung eingesetzt werden.
Dies können sowohl Primärenergieträger (z.B. Steinkohle, Erdgas) als auch Sekundärenergieträger (z.B. Heizöl,
Koks) sein.
4
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
2.1 CO2-Bilanz im Bereich Energie
Zunächst wurde in ECORegion über ein Mengengerüst von jahresbezogenen Einwohnerzahlen und Beschäftigtenzahlen nach Wirtschaftsabteilungen mit Hilfe bundesdeutscher Verbrauchswerte der lokale Endenergiebedarf nach Energieträgern für Haushalte
und Wirtschaftssektoren in Kall berechnet. Im Ergebnis stand eine erste Grobbilanz,
die sog. „Startbilanz“. Datengrundlage waren hier diejenigen Werte, die von der Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) aus der Landesdatenbank in der
in ECORegion benötigten Form zur Verfügung gestellt wurden.
Die Startbilanz wurde dann mit den lokalen Verbrauchsdaten zur „Endbilanz“ verfeinert.
Auf Grundlage der von der Regionalgas Euskirchen, der KEV Schleiden und der Gemeindeverwaltung zur Verfügung gestellten Strom-, Erdgas- und Wärmeverbrauchsdaten der Jahre 2004 und 2009 konnten die leitungsgebundenen Energieträger Strom
und Erdgas erfasst werden. Anteilig der nach EEG (Erneuerbare Energien Gesetz)
eingespeisten Mengen konnte so ein lokaler Strom-Mix errechnet werden. Mit diesen
Daten wurde der Emissionsfaktor „LCA-Endenergie“ für Strom lokal an die Energieversorgungssituation Kall angepasst. Erdgas wurde nach unterem Heizwert (Hi)3 bilanziert.
Verbräuche fossiler nicht-leitungsgebundener Energieträger (NLE) konnten im Rahmen
der Bilanzierung nicht gesondert erhoben werden. Die Verbräuche nicht-fossiler Energieträger wurden aus der Startbilanz übernommen und mit Förderdaten abgeglichen.
Zusammengefasst unter dem Begriff der nicht-leitungsgebundenen Energieträger
werden die fossilen Energieträger Heizöl, Flüssiggas, Braunkohle, Steinkohle sowie die
regenerativen Energieträger Holz, Umweltwärme, Sonnenkollektoren, Biogase und
Abfall.
Innerhalb der Erfassung von Daten regenerativer Energieträger standen Förderdaten
seitens des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und Informationen über Landesfördermittel im Rahmen der Programme „Rationale Energieverwendung und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen“ (REN) bzw. „Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen“ (progres.NRW)
zur Verfügung.
Von der Gemeindeverwaltung wurden Energieverbrauchsdaten der kommunalen Liegenschaften und der Stromverbrauch der öffentlichen Straßenbeleuchtung zum Jahr
2010 bereitgestellt.
In Jahren, in denen keine lokal erhobenen Verbrauchsdaten vorlagen, wurde die Startbilanz lokalen Daten prozentual und anteilig angepasst.
Die Daten der nachfolgenden Grafiken wurden mit den Gradtagszahlen4 der Wetterstation Aachen witterungsbereinigt. In die Werte geht ein lokaler Strom- und Fernwär3
Der Heizwert (Hi) ist diejenige Wärmemenge, die bei der Verbrennung eines Brennstoffes frei wird, reduziert um
die Kondensationswärme des in den Rauchgasen enthaltenen Wassers. In üblichen Heizungsanlagen wird lediglich
der Heizwert von Brennstoffen ausgenutzt. Früher wurde dieser Wert als "unterer Heizwert Hu" bezeichnet.
4
Um Aussagen über den Energieverbrauch von Gebäuden zu machen, die nicht von den zufälligen, von Jahr zu Jahr
unterschiedlichen klimatischen Bedingungen abhängig sind, ist eine Normierung auf einen im Durchschnitt zu
erwartenden Verbrauch notwendig (Witterungsbereinigung). Zu diesem Zweck wird das lokale langjährige Mittel
der Jahres-Gradtagszahl herangezogen. Die Gradtagszahl eines Tages ist die Differenz zwischen der mittleren
Außentemperatur und der angestrebten Innentemperatur von 20°C. Die Gradtagszahl eines Jahres ist die Summe
der Gradtagszahlen aller Tage eines Jahres, an denen die mittlere Außentemperatur unter 15°C liegt.
5
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
memix bzw. gehen auch lokale Emissionsfaktoren ein. Das letzte Bilanzierungsjahr bis
zu welchem zum Zeitpunkt der Bilanzierung letztmalig alle benötigten Berechnungsdaten hinterlegt waren, ist das Jahr 2009.
Kommunaler Endenergieverbrauch!
GWh!
350!
Steinkohle!
Braunkohle!
300!
Flüssiggas!
Erneuerbare Energien* !
250!
Fernwärme!
200!
Erdgas!
Kerosin!
150!
Diesel!
100!
Benzin!
Heizöl EL!
50!
2009!
2008!
2007!
2006!
2005!
2004!
2003!
2001!
2002!
2000!
1999!
1998!
1997!
1996!
1995!
1994!
1993!
1992!
1991!
1990!
0!
Strom!
* Abfall, Biogas, !
Sonnenkollektoren, !
Umweltwärme, Holz!
Jahre!
Bild 1:
Gesamtgemeindlicher Endenergieverbrauch Kall in GWh pro Jahr (Quelle:
Gertec)
Der gesamtgemeindliche Endenergieverbrauch lag im Jahr 2009 bei rund 313 GWh. Im
Vergleich zu 1990 ist er damit um rund 39 GWh gestiegen. Dies entspricht einem
Anstieg von etwa 12,5%.
Es sind einige Entwicklungen in der Gemeinde Kall zu erkennen, die sich gleichermaßen auch auf Bundesebene wiederfinden. So gingen z.B. die Steinkohleverbräuche
seit 1990 deutlich zurück, die Stromverbräuche steigen durch zunehmende Ausstattung mit elektronischen Geräten bisher leicht an und es wurde in den 1990er Jahren
von Heizöl und Kohle auf das emissionsärmere Gas umgestellt.
Ursache der Endenergieverbrauchssteigerung seit 1990 ist maßgeblich der Zuwachs
an Bevölkerung um 14,5% und die durchschnittliche Steigerung der Wohnfläche pro
Person um 6,9 m2, auf 43,5 m2 im Jahre 2009.
Die Gesamtendenergieverbräuche und CO2-Emissionen in Kall teilen sich nach Tabelle
1 im Jahr 2009 wie folgt auf:
6
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Energieträger
GWh
%
Energieträger
Steinkohle
9,91
3,16 Steinkohle
Braunkohle
0,00
0,00 Braunkohle
Flüssiggas
2,49
0,80 Flüssiggas
Abfall
0,00
0,00 Abfall
Biogas
0,00
0,00 Biogas
Sonnenkollektoren
0,56
0,18 Sonnenkollektoren
Umweltwärme
1,14
Holz
Fernwärme
16,26
0,00
Tonnen CO2
%
3.613,87
3,56
0,00
0,00
600,87
0,59
0,00
0,00
0,00
0,00
14,06
0,01
0,36 Umweltwärme
186,79
0,18
5,19 Holz
388,59
0,38
0,00
0,00
11,39
0,00 Fernwärme
Erdgas
50,75
16,20 Erdgas
11.556,05
Kerosin
11,90
3,80 Kerosin
3.384,66
3,34
Diesel
51,27
16,37 Diesel
14.951,41
14,74
Benzin
52,74
16,84 Benzin
15.948,34
15,72
Heizöl EL
53,72
17,15 Heizöl EL
17.201,97
16,95
Strom
62,45
19,94 Strom
33.612,66
33,13
101.459,27
100
Summe
313,19
100 Summe
Tabelle 1: Gesamtgemeindlicher Endenergieverbrauch in GWh und CO2-Ausstoß in
Tonnen mit Anteil der Energieträger (Quelle: Gertec)
Die leitungsgebundenen Energieträger Strom und Erdgas machen mit ca. 113 GWh
rund 36% der Endenergieverbräuche aus.
Bei den nicht-leitungsgebundenen Energieträgern haben die erneuerbaren Energieträger Holz, Umweltwärme und Sonnenkollektoren mit knapp 18 GWh einen Anteil von
5,7% an den gesamtgemeindlichen Endenergieverbräuchen. Strom aus erneuerbaren
Energieträgern, wie zum Beispiel Windkraft, fließt über die Anpassung des Emissionsfaktors in die Gesamtstrommenge mit ein und wird daher an dieser Stelle nicht explizit
dargestellt. Zusätzlich kommen Heizöl, Flüssiggas und Steinkohle mit 66,1 GWh auf
rund 21,1%. Für die Treibstoffe Benzin, Diesel und Kerosin verbleibt ein Energieverbrauch von rund 116 GWh (37%).
In Bezug auf die verursachten Emissionen machen die leitungsgebundenen Energieträger Strom und Erdgas mit 45,2 Tsd. Tonnen CO2 im Jahr 2009 rund 44,5% der
gesamtgemeindlichen Emissionen aus. Bei den nicht-leitungsgebundenen Energieträgern sind den erneuerbaren Energieträgern Holz, Umweltwärme und Sonnenkollektoren nur sehr geringe Emissionen zugerechnet. Heizöl, Flüssiggas und Steinkohle
hingegen verursachen mit 21,4 Tsd. Tonnen CO2 rund 21,1% der Emissionen. Durch
die Treibstoffe Benzin, Diesel und Kerosin werden rund 34,3 Tsd. Tonnen verursacht
(33,8%).
7
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Kommunaler CO2-Ausstoß und Endendergieverbrauch!
Tsd. Tonnen!
GWh!
1.800!
120!
1.600!
100!
1.400!
80!
1.200!
Steinkohle!
Braunkohle!
Flüssiggas!
Erneuerbare
Energien*!
Fernwärme!
Erdgas!
1.000!
60!
40!
800!
Diesel!
600!
Benzin!
400!
20!
2009!
2008!
2007!
2006!
2005!
2004!
2003!
2002!
2001!
2000!
1999!
1997!
1998!
1996!
1995!
1994!
1993!
1992!
1991!
1990!
200!
0!
Kerosin!
0!
Heizöl EL!
Strom!
Ges.
Energieverbrauch!
* Abfall, Biogas, !
Sonnenkollektoren, !
Umweltwärme, Holz!
Jahre!
Bild 2:
Gesamtgemeindlicher CO2-Ausstoß und Endenergieverbrauch in Kall
(Quelle: Gertec)
Der gesamtgemeindliche CO2-Ausstoß, bilanziert über lokale LCA-Faktoren, lag in Kall
im Jahr 2009 bei rund 101 Tsd. Tonnen. Daraus ergibt sich eine Steigerung der Emission um rund 7,2 Tsd. Tonnen (7,1%) seit 1990.
Den größten Anteil am Kaller CO2-Ausstoß hat dabei der Energieträger Strom mit 33,6
Tsd. Tonnen (33,1%). Über den LCA-Faktor Strom wird die zur Produktion und Verteilung dieses Endenergieträgers notwendige fossile Energie mit ihren Emissionen auf
Basis des Endkonsums bilanziert. Hierzu gilt es wiederum anzumerken, dass sich der
lokal angepasste bundesdeutsche Strom-Mix und somit auch der LCA-Faktor Strom
über die Jahre verbessert hat. Durch die emissionsärmere Gestaltung des StromMixes werden pro verbrauchter Kilowattstunde, bei gleich bleibendem Verbrauch,
weniger Emissionen freigesetzt.
Den zweitgrößten Anteil bildet der Heizölverbrauch mit 17,2 Tsd. Tonnen CO2 bzw.
einem Anteil von rund 17%.
Zur besseren Verdeutlichung werden die Werte zusätzlich pro Einwohner angegeben
(Bild 3).
8
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
CO2-Ausstoß und Energieverbrauch je Einwohner!
MWh!
Tonnen!
10!
29,00!
Braunkohle!
Flüssiggas!
9!
27,00!
8!
25,00!
7!
Erneuerbare
Energien*!
Fernwärme!
Erdgas!
6!
23,00!
5!
21,00!
4!
Kerosin!
Diesel!
Benzin!
3!
19,00!
2!
17,00!
2009!
2007!
2008!
2006!
2005!
2004!
2003!
2002!
2001!
1999!
2000!
1997!
1998!
1996!
1995!
1994!
1993!
1991!
1992!
1990!
1!
0!
Steinkohle!
15,00!
Heizöl EL!
Strom!
Energieverbrauch
pro EW!
* Abfall, Biogas, !
Sonnenkollektoren, !
Umweltwärme, Holz!
Jahre!
Bild 3:
CO2-Ausstoß und Endenergieverbrauch je Einwohner der Gemeinde Kall in
Tonnen und MWh pro Jahr (Quelle: Gertec)
Der Energieverbrauch pro Einwohner lag im Jahr 2009 bei 26,5 MWh. Im Vergleich
zum Energieverbrauch pro Einwohner im Jahr 1990 mit 26,6 MWh ist er damit annähernd konstant geblieben. Der Vergleich zwischen 2004 und 2009 zeigt jedoch eine
leichte Steigerung um knapp 1 MWh. Pro Einwohner haben die Treibstoffe mit 9,8
MWh bzw. 37% den größten Verbrauchsanteil. den. Hier zeigt sich, dass die Energieverbräuche für persönliche Mobilität über die Jahre zugenommen haben (0,63 MWh
seit 1990). Den zweitgrößten Anteil haben leitungsgebundenen Energieträger mit 9,57
MWh bzw. 36,1%.
Der CO2-Ausstoß pro Einwohner in Kall, bilanziert über regionale LCA-Faktoren, lag im
Jahr 2009 bei 8,58 Tonnen. Kommunen ähnlicher Größe weisen Werte zwischen 6
und 9 Tonnen pro Einwohner auf. Die Gemeinde Kall ist somit emissionsseitig leicht
besser als durchschnittlich einzuordnen. In Kall ergibt sich bei genauerer Betrachtung
eine Reduktion der Pro-Kopf-Emission um 0,55 Tonnen pro Einwohner (6%) seit 1990.
In Bild 4 wird der gesamtgemeindliche Energieverbrauch nach den Verbrauchssektoren in Kategorien abgebildet. Berücksichtigt werden dabei die Kategorien private
Haushalte (HH), die kommunalen Liegenschaften (Kom) sowie im Bereich Wirtschaft
der primäre und sekundäre Sektor (Wirt I + II) zusammengefasst sowie der tertiäre
Sektor (Wirt III). In der Kategorie „Wirt I + II“ werden Landwirtschaft, Forstwirtschaft
und das produzierende Gewerbe erfasst. Unter die Kategorie „Wirt III“ fallen Handel
und Dienstleistungen.
9
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Summe Gemeindegebiet 2009: 313 GWh!
Mobilität!
37,6%!
Private Haushalte!
34,5%!
Öffentl.
Liegenschaften!
0,4%!
Wirtschaft !
Sektor III!
8,3%!
Bild 4:
Wirtschaft
Sektoren I + II!
19,1%!
Gesamtenergieverbrauch nach Sektoren 2009 (Quelle: Gertec)
Der Gesamtenergieverbrauch lag im Jahr 2009 bei 313 GWh. Der größte Energieverbrauchssektor in Kall ist der Verkehrsbereich. Auf diesen Sektor entfallen im Jahr 2009
etwa 118 GWh (37,6% des gesamtgemeindlichen Verbrauchs). Der zweitgrößte Energieverbrauchssektor sind die privaten Haushalte mit rund 108 GWh und einem Verbrauchsanteil von 34,5%. Auf den primären und sekundären Wirtschaftssektor entfallen 59,9 GWh, der tertiäre Wirtschaftssektor schlägt mit 26,1 GWh zu Buche. Der
gesamte Wirtschaftssektor macht damit einen Anteil von 17,4 Prozent am Gesamtenergieverbrauch aus. Der Verbrauchssektor der kommunalen Liegenschaften machte
im Jahr 2009 etwa 1,3 GWh aus. Dies sind etwa 0,4% des kommunalen Gesamtverbrauchs.
10
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Die umgekehrte Betrachtung des vorangegangenen Bildes zeigt die Aufteilung des
Gesamtenergieverbrauchs über die Energieträger (ohne Mobilität) (Bild 5).
Endenergieverbrauch nach Energieträgern!
GWh!
90!
kom.
Liegenschaften!
80!
70!
Wirtschaft
Sektor III!
60!
50!
Wirtschaft
Sektor I + II!
40!
30!
Haushalte!
20!
10!
- !
Bild 5:
Strom!
Erdgas!
nichtleitungsgebundene
Energieträger!
Gesamtenergieverbrauch nach Energieträgern (ohne Mobilität) (Quelle:
Gertec)
Der Verbrauch an nicht-leitungsgebundenen Energieträgern (NLE) liegt bei 84 GWh
und macht den höchsten Anteil aus. Strom macht mit 61 GWh im Jahr 2009 den
zweithöchsten Anteil aus, gefolgt von Erdgas mit rund 51 GWh.
11
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
2.2 CO2-Bilanz im Bereich Verkehr
Zur Erstellung der CO2-Bilanz im Bereich Verkehr war es zunächst erforderlich, eine
räumliche oder verursacherbezogene Abgrenzung der zu erfassenden CO 2-Emissionen
vorzunehmen. Die Abgrenzung wird durch die Wahl des Bilanzierungsprinzips vorgegeben:
Bei Anwendung des „territorialen Bilanzierungsprinzip“ werden alle innerhalb des
Gebietes der Gemeinde Kall entstehenden, verkehrsbezogenen CO2-Emissionen bei
der Erstellung der CO2-Bilanz berücksichtigt. Emissionen, die durch Einwohner und
Beschäftigte der Gemeinde Kall außerhalb des Stadtgebietes verursacht werden,
werden hierbei nicht berücksichtigt. Hingegen werden bei Anwendung des „verursacherbezogenen Bilanzierungsprinzips“ alle durch Einwohner und Beschäftigte der
Gemeinde Kall verursachten CO2-Emissionen bilanziert. Dies gilt auch für außerhalb
des Stadtgebietes verursachte CO2-Emissionen, sofern es sich hierbei um Pendlerverkehr handelt. Im Gegensatz zur „territorialen Bilanzierung“ werden Emissionen des
Durchgangsverkehrs5 von PKW und LKW, die innerhalb des Gebietes der Gemeinde
Kall entstehen, nicht berücksichtigt.
Im Rahmen der Erstellung der CO2-Bilanz für die Gemeinde Kall wurde das „verursacherbezogene Bilanzierungsprinzip“ angewendet. Dieses bietet gegenüber dem „territorialen Bilanzierungsprinzip“ zwei wesentliche Vorteile:
1. Einwohner und Beschäftigte der Gemeinde Kall liegen im direkten Wirkungsbereich
des konzipierten Maßnahmenprogramms. Auswärtige Verkehrsteilnehmer (Stichwort: Durchgangsverkehr) können hingegen durch das konzipierte Maßnahmenprogramm kaum in ihrem Mobilitätsverhalten beeinflusst werden
2. Die Datenverfügbarkeit und -qualität zur Erstellung der verkehrlichen CO2-Bilanz ist
aufgrund detaillierter Pendlerdaten der Bundesagentur für Arbeit bei Anwendung
des „verursacherbezogenen Bilanzierungsprinzips“ gewährleistet
Eine bilanzierungstechnische Besonderheit besteht grundsätzlich bei der Erfassung der
CO2-Emissionen des Personenfernverkehrs. Emissionen des Flugverkehrs und Schienenfernverkehrs wurden geschlüsselt nach der Einwohnerzahl der Gemeinde Kall,
unter Verwendung bundesweit vorliegender Daten, bei der Erstellung der CO2-Bilanz
einbezogen. Die Verwendung bundesweiter Daten war erforderlich, da eine lokale und
regionale Abgrenzung der durch Flug- und Schienenfernverkehr verursachten Emissionen auf Grund nicht vorhandener regionaler Daten nicht möglich ist.
Neben der Auswahl eines geeigneten Bilanzierungsprinzips erforderte die Erstellung
einer CO2-Bilanz für den Verkehrssektor eine Datengrundlage für die bilanzierungsrelevanten Bereiche Personennahverkehr und -fernverkehr, Straßengüterverkehr sowie
sonstiger Güterverkehr, für den bilanzierungsrelevanten Zeitraum 1990 bis 2009. Als
Bilanzierungsgrundlage wurden die in Tabelle 2 aufgelisteten Datenquellen verwendet.
Darüber hinaus beinhaltet die Bilanzierungssoftware „ECORegion“ voreingestellte
Verkehrsdaten, die sich aus der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur der Gemeinde Kall ergeben. In Fällen, bei denen keine oder nur lückenhafte lokalspezifische
5
Weder Quelle noch Ziel des Verkehrsaufkommens liegen innerhalb der Gemeinde Kall. Das Gemeindegebiet wird also
lediglich durchfahren.
12
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Daten verfügbar waren, wurden die im Bilanzierungstool voreingestellten Verkehrsdaten verwendet.
Datenquelle
Datenbezeichnung
Bundesagentur für Arbeit
(Sekundär: IT.NRW)
Auspendler (Tagespendler) nach Quelle/Ziel Gemeinden - Stichtag
Bundesagentur für Arbeit
(Sekundär: IT.NRW)
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach
Wohn- und Arbeitsort - Gemeinden - Stichtag
Kraftfahr-Bundesamt, Flensburg
Bestand an Kraftfahrzeugen nach Kraftfahrzeugarten und Kraftfahrzeuganhängern - Gemeinden
- Stichtag
Umweltbundesamt
Energieverbrauch und Schadstoffemissionen
des motorisierten Verkehrs in Deutschland 1960
- 2030 (Tremod-Studie)
Umweltbundesamt
Die CO2 Bilanz des Bürgers
Kreis Euskirchen
Integrierte Gesamtverkehrsplanung
Kreis Euskirchen
Kreis Euskirchen
Kennzahlen AST und TaxiBus
Verkehrsverbund Rhein-Sieg
VRS-Verkehrserhebung (SPNV, Bus, Stadtbahn),
Kreis Euskirchen
Verkehr in Zahlen 2008/09 (Verkehrsdatensammlung)
Verkehrsaufkommen nach Wegezwecken (Beruf, Ausbildung, Einkauf, Freizeit, Begleitung)
Mobilität in Deutschland 2008
(Studie)
Erhebung zur Verkehrsmittelwahl (Wegezweck
Arbeit)
für
den
Tabelle 2: Datengrundlage zur Erstellung einer CO2-Bilanz für den Verkehrssektor der
Gemeinde Kall (Bilanzierungszeitraum: 1990-2009)
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass bei der Berechnung nicht direkt auf gemeindespezifische Besonderheiten wie etwa die Ansiedlung von Großunternehmen
eingegangen werden kann, da hierfür für den langen Betrachtungszeitraum keine
verlässlichen Zahlen vorliegen bzw. die Ermittlung dieser Zahlen einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten würde. Daher wird auf Zahlen aus verlässlichen und
schnell zu erschließenden Quellen zurückgegriffen, die entweder den gesamten Betrachtungszeitraum abdecken oder eine Tendenz abbilden können und somit ein nachvollziehbares Verfahren zur Ermittlung der Emissionen der Gemeinde Kall ermöglichen.
Die Ansiedlung von Großunternehmen wird somit indirekt über die allgemeinen Beschäftigtenzahlen und den Kraftfahrzeugbestand der Gemeinde abgebildet.
13
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Die Grundlage für die Berechnungen der Bilanzierungssoftware „EcoRegion“ im Bereich Verkehr bilden die für die verschiedenen Verkehrsmittel im Betrachtungszeitraum
ermittelten Personenkilometer pro Jahr sowie die Einwohner- und Beschäftigtenzahlen
und die Fahrzeugbestände. Die Ermittlung der Personenkilometer wird im Folgenden
für die verschiedenen Verkehrsmittel kurz erläutert.
Die Berechnung der Pkw-Personenkilometer erfolgte insbesondere auf Basis des vom
Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ermittelten Kraftfahrzeugbestandes und den Pendlerdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) in fünf Schritten:
1. Zunächst wurden auf Basis der Pendlerdaten der BA und der durchschnittlichen
Reiseweite die von allen Pendlern pro Tag zurückgelegten Kilometer ermittelt. Da
im Rahmen der Erstellung der CO2-Bilanz für die Gemeinde Kall das „verursacherbezogene Bilanzierungsprinzip“ angewendet wurde, wurden hierbei nur die Auspendler (mit Hin- und Rückfahrt) berücksichtigt.
2. Ausgehend von 200 Arbeitstagen pro Jahr konnte im nächsten Schritt die Anzahl an
Jahreskilometern eines Pendlers ermittelt werden.
3. Dieser Wert wurde dann mit dem Anteil der Pendler multipliziert, die den Pkw für
den Weg zur Arbeit nutzen (83%)6, um den Anteil der mit dem Pkw zurückgelegten
Kilometer an allen von Pendlern zurückgelegten Kilometern zu ermitteln.
4. Abschließend wurde dieser Wert durch den Anteil des Pendlerverkehrs am gesamten Pkw-Verkehr geteilt (30%)7, womit man die Personenkilometer pro Jahr erhält,
die im Kreis mit dem Pkw zurückgelegt werden.
5. Abschließend erfolgte eine Verifizierung der Ergebnisse durch eine Pro-KopfBetrachtung der Ergebnisse und einem Abgleich mit bundesweit ermittelten Daten.
Die Personenkilometer, die mit dem Verkehrsmittel Motorrad zurückgelegt werden,
wurden pauschal mit einem Anteil von 1,2%8 der Pkw-Personenkilometer berechnet.
Für die Ermittlung der Personenkilometer der Verkehrsmittel des SPNV und ÖPNV
konnte auf Zahlen des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) für die Jahre 2006 und
2009 zurückgegriffen werden. Des Weiteren lagen für die Jahre 1999 bis 2009 Zahlen
für das Anrufsammeltaxi und für die Jahre 2002 bis 2009 Zahlen für den TaxiBus vor.
Für den Personenfernverkehr und den Güterverkehr lagen keine verlässlichen lokalspezifischen Zahlen vor, daher wurden für die Berechnungen die im Bilanzierungstool
voreingestellten Verkehrsdaten verwendet, welche gemeindespezifisch auf Basis der
Kfz-Bestände und der Beschäftigtenzahlen ermittelt wurden. Im Bilanzierungstool wird
im Bereich Straßengüterverkehr standardmäßig auch der Durchgangsverkehr hinzugerechnet, so dass auf Grund des angewendeten verursacherbezogenen Bilanzierungsprinzips eine Berichtigung der Werte notwendig war. Im Rahmen der integrierten
6
Die Verkehrsmittelwahl der Pendler wurde auf Basis von „Mobilität in Zahlen 2008“ ermittelt. Die Studie sagt aus,
dass in verdichteten sowie ländlichen Kreisen bei etwa 83% der auf Grund des Wegezwecks Arbeit zurückgelegten
Kilometer der Pkw genutzt wird.
7
Zur Ermittlung des Anteils des Wegezwecks Arbeit an allen Wegen wurden Berechnungen des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung (DIW) herangezogen, welche für Gesamtdeutschland einen Anteil von etwa 21%
ausweisen. Dieser Wert diente jedoch nur zur Orientierung und da es sich bei der Gemeinde Kall um einen sehr
ländlich geprägten Raum handelt, wurde der Anteil nach Rücksprache mit dem Kreis auf 30% festgelegt.
8
ifeu - Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg GmbH (2010): Fortschreibung und Erweiterung ”Datenund Rechenmodell: Energieverbrauch und Schadstoffemissionen des motorisierten Verkehrs in Deutschland 19602030“ (TREMOD, Version 5) Endbericht. Heidelberg. S.16
14
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Gesamtverkehrsplanung für den Kreis Euskirchen aus dem Jahre 2005 wurde für den
Durchgangsverkehr ein Anteil von 65% am gesamten Straßengüterverkehr ermittelt.
Für das Jahr 2009 summieren sich die kommunalen CO2-Emissionen im Bereich Verkehr auf 34.860 Tonnen CO2. Dies entspricht einem CO2-Ausstoß von 2,95 Tonnen pro
Einwohner der Gemeinde Kall.
Bei Betrachtung der absoluten CO2-Emissionen des Verkehrssektors treten im Bilanzierungszeitraum von 1990 bis 2003 lediglich geringe Schwankungen auf und es ist nur
ein minimal ansteigender Trend zu erkennen (vgl. Bild 6). Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Bevölkerungszahl der Gemeinde Kall in diesem Zeitraum um 15,4%
gestiegen ist, so dass die verkehrlich verursachten CO2-Emissionen pro Einwohner von
1990 bis 2003 um ca. 10% gesunken sind (vgl. Bild 7). Von 2003 bis 2009 lässt sich
jedoch ein starker Aufwärtstrend bei den absoluten CO2-Emissionen des Verkehrssektors feststellen bei konstanter Einwohnerzahl. Dies führt zu einem Anstieg der verkehrlich verursachten CO2-Emissionen pro Einwohner um 16,1% von 2003 bis 2009.
Bild 6:
CO2-Emissionen des Verkehrssektors im Zeitraum 1990 bis 2009
Setzt man die Werte in Bezug zu den Nachbargemeinden Hellenthal und Dahlem im
Kreis Euskirchen, sind die verkehrlich verursachten CO2-Emissionen pro Einwohner als
vergleichsweise niedrig einzuschätzen. Dies liegt vor allem an der geringeren durchschnittlichen Pendlerdistanz, einer relativ hohen Beschäftigungsquote vor Ort und
einem relativ niedrigen Lkw-Besatz je Einwohner.
15
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Bild 7:
CO2-Emissionen des Verkehrssektors pro Einwohner im Zeitraum 1990 bis
2009
Die Energieträger der genutzten motorisierten Verkehrsmittel sind Kerosin mit einem
Anteil von 9,7%, Diesel mit 50,0%, Benzin mit 37,4% und Strom mit 2,9% im Jahr
2009. Im betrachteten Zeitraum ist die Nutzung der Energieträger Kerosin und Diesel
deutlich angestiegen. Ursachen hierfür sind einerseits der bundesweit stetig zunehmende Flugverkehr und andererseits ein zunehmender Anteil von Dieselfahrzeugen im
Bereich des motorisierten Individualverkehrs und des Straßengüterverkehrs. Analog
zum Vorgehen im Bereich Energie wurden die CO2-Emissionen des Verkehrssektors
über LCA-Faktoren bilanziert, so dass sich die Vorkette der Energiebereitstellung
(„graue Emissionen“) ebenfalls in der Bilanz niederschlägt.
Mit einem Anteil von 55,5% der insgesamt durch Verkehr verursachten CO2Emissionen sind PKW mit weitem Abstand der größte CO2-Emittent (vgl. Bild 8).
Motorräder, als ein weiterer Bestandteil des motorisierten Individualverkehrs, verursachen 0,4% der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr.
Der öffentliche Verkehr (ÖV) in der Gemeinde Kall gliedert sich in die Bereiche Schienenpersonennahverkehr, Schienenpersonenfernverkehr und Linienbusse. Mit 2,2% an
den Gesamtemissionen des Verkehrssektors hat der Schienenpersonennahverkehr
hierbei den größten Anteil. Insgesamt entfallen jedoch lediglich 3,4% der verkehrsbedingten CO2-Emissionen der Gemeinde Kall auf den Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel.
Neben motorisiertem Individualverkehr und öffentlichem Personenverkehr bildet der
Flugverkehr den dritten emissionsrelevanten personenbezogenen Verkehrsbereich.
Auf den Flugverkehr entfallen 9,8% der CO2-Emissionen des Verkehrssektors. Dieser
Wert ergibt sich durch Umlage der bundesweiten Flugverkehrsemissionen auf die
Einwohner- und Beschäftigtenanzahl der Gemeinde Kall.
16
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Neben den personenbezogenen Verkehrsbereichen zeichnet sich der Straßengüterverkehr verantwortlich für 30,9% der CO2-Emissionen des Verkehrssektors in der Gemeinde Kall.
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Bild 8: Verteilung der CO2-Emissionen nach Verkehrsmittelarten für das Jahr 2009
17
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Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
3 Ermittlung von CO2-Minderungspotenzialen
CO2-Minderungspotenziale können auf der Verbrauchsseite und der Energieerzeugungsseite betrachtet werden. Die verbrauchsseitigen CO2-Minderungen werden in
Kapitel 3.2 aufgeführt. Einsparmöglichkeiten im Bereich Verkehr werden aufgrund der
regionalen bzw. interkommunalen Zusammenhänge im Kreis Euskirchen im Rahmen
der Projektbearbeitung nicht kommunenspezifisch betrachtet, sondern nur auf kreisbezogener Ebene. Die Ergebnisse werden in der Gesamtbilanz für den Kreis Euskirchen
entsprechend dargelegt.
3.1 Methodische Grundlagen
3.1.1 Wärmeschutzentwicklungen
Erneuerungsquoten für den Wärmeschutz von Gebäude liegen nach einer Potenzialstudie des IWU9 bei 0,75%/a. Dies würde bedeuten, dass erst nach 133 Jahren alle
Bestandsgebäude saniert sind. Diese Quote wäre die Ausgangsbasis für eine Trendprognose. Die Prognos-Studie10 verwendet z.B. diese Quote und gelangt so zu vergleichsweise niedrigen Einsparungen.
Die Wirtschaftlichkeit von baulichen Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes ist in starkem Maße davon abhängig, dass ohnehin Instandsetzungen erforderlich
sind und Instandsetzung und Modernisierung verbunden werden. Unterstellt man,
dass dies immer erfolgt, kann die Quote nach Einschätzung der IWU-Potenzialstudie
auf 2,5%/a entsprechend 40 Jahren Erneuerungszyklus gesteigert werden.
Dieser Wert der IWU-Potenzialstudie wird in der weiteren Bilanzierung übernommen.
Bei einem Betrachtungszeitraum von 11 Jahren, d.h. 2009 bis 2020 werden ein Drittel
aller Bauteile der Gebäudehülle von einer Ersatzinvestition und damit der Möglichkeit
zur wirtschaftlichen energetischen Sanierung betroffen sein.
Der Qualitätsstandard der Sanierung ergibt sich aus den Anforderungswerten der
EnEV 2009, sowohl dämmtechnisch als auch hinsichtlich der Heizungsanlagen. Die
Einschätzung des Zielwertes der sanierten Bestandsgebäude orientiert sich an der
IWU-Querschnittsstudie11 von 2007. Diese bezog sich noch auf die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007. Die EnEV 2009 verschärft die Anforderung an die U-Werte der
Bauteile um ca. 25%.
3.1.2 Heizungsanlagentechnik
Die Heizungsanlagentechnik unterliegt kürzeren Erneuerungszyklen und wird alle 20
Jahre (Bandbreite 15 bis 25 Jahre) zu erneuern sein.
Zur Abschätzung der anlagentechnischen Einsparpotenziale wird die Prognos-Studie
herangezogen. Als wirtschaftliches Potenzial wird dort für Kesselaustausch ein Poten9
IWU: Potentiale zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei der Wärmeversorgung von Gebäuden in Hessen bis 2012,
Studie im Rahmen von INKLIM 2012 (Integriertes Klimaschutzprogramm Hessen 2012), DarmGemeinde 2007
10
Prognos: Potenziale für Energieeinsparung und Energieeffizienz im Lichte aktueller Preisentwicklungen. Endbericht
18/06.
11
IWU, im Auftrag des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.V. (VdW südwest):
Querschnittsbericht Energieeffizienz im Wohngebäudebestand - Techniken, Potenziale, Kosten und
Wirtschaftlichkeit. 2007
18
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
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zial von zusätzlichen 5% und für Optimierung im Bestand ein Potenzial von zusätzlichen 2% angegeben. Ein Energieträgerwechsel zwischen Fernwärme, Gas und Öl
wird nicht berücksichtigt. Es wird angenommen dass die Aufteilung des Marktes
zwischen diesen drei Energieträgern weitgehend abgeschlossen ist und annähernd
stabil bleibt.
Wichtige Marktsegmente, deren neue Energieträger noch offen sind, sind Heizstrom
im Bestand und der Neubau. Die elektrische Direktheizung wird nach der EnEV 2009
nicht mehr zulässig sein. Nach EnEV 2009 § 10a „Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen“ sind derartige Anlagen bis Ende 2019 außer Betrieb zu
nehmen. Es sind einige Ausnahmen vorgesehen, u. a. müssen die Anlagen nur dann
umgestellt werden, wenn dies unter Berücksichtigung der möglichen Förderung wirtschaftlich ist.
3.1.3 Stromanwendungen Haushalte
Die möglichen Einsparungen bei Stromanwendungen im Sektor Haushalte ohne Heizung und Warmwasser werden in Anlehnung an die Prognos-Studie quantifiziert.
Bezeichnung
Maßnahme
HH (Private Haushalte)
Anwendung
System
wirtschaftliches
Potenzial
[%]
Beleuchtung
Beleuchtung
40%
Kühlschränke
Geräte
31%
Wäscherockner
Geräte
32%
Waschmaschinen
Geräte
10%
Geschirrspüler
Reduktion Leelaufbrauch
IUK / Unterhaltung
Reduktion Betriebsverluste
IUK / Unterhaltung
Reduktion Leelaufbrauch
Haushaltsgeräte
Geräte
10%
Geräte
21%
Geräte
2%
Geräte
1%
Tabelle 3:
Stromanwendungen Haushalte (Quelle: Gertec nach Prognos 2006)
Abweichend von der Prognos-Studie wird das Einsparpotenzial der Heizungspumpen
als wichtige Komponente innerhalb der Anwendungsgruppe MECH (mechanische
Arbeit, Antriebe) höher angesetzt. Das Potenzial wird mit einer 25%-Minderung abgeschätzt.
19
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
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3.1.4
Stromanwendungen im tertiären Wirtschaftssektor und den
kommunalen Liegenschaften
Zwischen Haushalten und Wirtschaftssektor ist insbesondere bei der Anwendung
KÜHL zu unterscheiden, die bei den Haushalten fast ausschließlich Kühl- und Gefriergeräte umfasst und im Wirtschaftssektor auch in starkem Maße von Klima- und Raumlufttechnischen-Anlagen (RLT-Anlagen) bestimmt ist.
Bezeichnung
Maßnahme
GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen)
Opt. Klima- und RLT-Anlagen
Allgemeinbeleuchtung
Steckerfertige Kühl- und Tiefkühlgeräte
Reduktion Leelaufverluste
IUK-Endgeräte Büro
Reduktion Betriebsverluste
IUK-Endgeräte Büro
Tabelle 4:
Anwendung
System
wirtschaftliches
Potenzial
[%]
Anlagen (TGA)
47%
Beleuchtung
23%
Geräte
27%
Geräte
9%
Geräte
2%
Potenziale im tertiären Wirtschaftssektor (Quelle: nach Prognos 2006)
3.1.5 Stromanwendungen im primären und sekundären
Wirtschaftssektor
In der Prognos-Studie werden die gewerblichen und industriellen Anwendungen sehr
stark branchenbezogen untersucht, so dass diese Ergebnisse nicht auf die hier gewählte einheitliche Struktur anwendbar sind. Eine an dieser Stelle geeignetere Aufschlüsselung nach Anwendungszwecken liegt einer Untersuchung des WuppertalInstituts12 zugrunde. Die folgende Tabelle zeigt Einsparungen in Terawattstunden pro
Jahr bei Emissionsreduktionspotenzialen in Tonnen pro Jahr.
Anwendung
Industrie
Pumpen
Prozesswärme (Substitution, Brennstoffeinsparungen
Prozesskälte
Druckluft
Beleuchtung
Ventilatoren, Lüftung, Klima
CO2Reduktionspotenzial
(t/a)
Einsparung
Strom netto
(TWh/a)
9.822.007
34.829.505
1.287.157
1.608.517
2.357.468
1.812.076
15
16
2
2
4
2
Tabelle 5: Stromeinsparungen im primären und sekundären Wirtschaftssektor
(Quelle: Wuppertal Institut 2006)
12
20
Wuppertal-Institut (im Auftrag der E.ON AG): Optionen und Potentiale für Endenergieeffizienz und
Energiedienstleistungen. Wuppertal 2006
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3.2 Sektorspezifische CO2-Minderungen im Bereich Energie
Betrachtet werden im Bilanzierungstool ECORegion die folgenden Energieträger:
Strom, Heizöl, Erdgas, Fernwärme, Holz, Umweltwärme, Sonnenkollektoren, Biogase,
Abfall, Flüssiggas, Braunkohle und Steinkohle sowie die Kraftstoffe Benzin, Diesel,
Kerosin und Biodiesel. Für den Energiebereich werden die CO2-Minderungspotenziale
der Energieträger Strom, Gas, Fernwärme und nicht-leitungsgebundene Energieträger
betrachtet.
Die Minderungspotenziale werden auf Basis der CO2-Bilanz und dem kommunalen
Gesamtenergieverbrauch nach den einzelnen Verbrauchssektoren Wirtschaft, kommunale Liegenschaften und Haushalte ermittelt. Die wirtschaftlichen Einsparpotenziale
werden nach den Energieeinsatzzwecken, also Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme, Kühlung, Beleuchtung etc., aufgegliedert und auf der Basis von nationalen
Durchschnittsverbrauchswerten abgeschätzt.
Die wirtschaftlichen Einsparpotenziale bis zum Jahr 2020 wurden überschlägig ermittelt, indem die auf der Grundlage bundesweiter Studien zur Stromeinsparung sowie
auf der Grundlage von Gebäudetypologien die dort ermittelten Prozentsätze der Einsparung auf Kall übertragen wurden.
Wesentliche Basisparameter dieser Studien mit hohem Einfluss auf die Ergebnisse
sind:
• Erneuerungszyklen der Bauteile und der Anlagentechnik/Geräte
• Betrachtungszeitraum in Verbindung mit der angenommenen Länge dieser Erneuerungszyklen
• Ziel-Standards bei Durchführung von Sanierungen/Ersatzinvestitionen
• Energiepreise und Energiepreisprognosen
• Einbeziehung von Hemmnissen/Marktversagen
Im Rahmen dieses Konzeptes wird analog zu den Energieklassen des BMU ein mittlerer Energiepreis von 10 Cent/kWh im Bereich Wärme und 20 Cent/kWh im Bereich
Strom angenommen. Unter Annahme einer moderaten Energiepreissteigerung wird
basierend auf Potenzialstudien zur Wirtschaftlichkeit das entsprechende Energieminderungspotenzial ermittelt.
Anzumerken ist die Tatsache, dass einzelne Energieträger nicht für alle Anwendungen
zutreffen. Während Strom für alle Anwendungen geeignet ist, können mit Fernwärme
nur die Anwendungsbereiche Heizung und Warmwasser bedient werden, Kühlung mit
Fernwärme ist eine seltene Anwendung.
In den folgenden Darstellungen wird zwischen
• Heizung (HEIZ),
• Warmwasser (WW),
• Prozesswärme (PROZ) (im Haushalt zum Beispiel das Kochen mit dem Elektroherd),
• Klimatisierung der Gebäude und technische Kälte (KÜHL),
• Beleuchtung (LICHT),
• Mechanische Anwendungen (MECH) (hierunter entfallen Anwendungen wie Garagentore, Aufzug-Bedienung oder auch die Bedienung von Waschmaschinen und
21
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Trocknern bzw. in Anwendungen in den Wirtschaftsbereichen auch Antriebe, mechanische Arbeit, Lüftung und Druckluft) und
• Information und Kommunikation (IUK) (also Server, PCs, Fernseher, Radio, Kopierer,
Fax)
unterschieden.
Anwendungszwecke in %
(GWh, Durchschnitt)
Sektor & Energieträger
HH
Strom
HH
Erdgas
HH
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Wirt I+II Strom
Wirt I+II Erdgas
Wirt I+II nicht-leitungsgeb. Energieträger
Wirt III
Strom
Wirt III
Erdgas
Wirt III
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Kom
Strom
Kom
Erdgas
Kom
nicht-leitungsgeb. Energieträger
StrBel
Strom
HEIZ
15,9%
86,4%
85,0%
1,00%
14,0%
14,0%
5,21%
70,8%
70,8%
85,0%
85,0%
WW
17,0%
13,4%
15,0%
1,00%
1,00%
1,00%
3,13%
10,1%
10,1%
16,0%
15,0%
15,0%
PROZ
KÜHL
LICHT
MECH
IUK
8,90%
0,200%
16,5%
15,4%
3,81%
22,5%
25,0%
84,0%
84,0%
6,25%
19,1%
19,1%
10,0%
4,00%
9,00%
1,00%
10,4%
29,2%
59,0%
1,00%
1,00%
31,3%
21,0%
24,0%
9,00%
20,0%
14,6%
100%
Tabelle 6: Prozentuale Aufteilung der Anwendungszwecke (Quelle: Gertec)
Den Energieträgern sind pro Sektor nach bundesdeutschen Durchschnittswerten Anteile des Energieverbrauchs zugewiesen worden. Jeweils über alle Anwendungszwecke ergeben sich 100% Energieverbrauch. Durch Verwendung dieser Prozentsätze,
werden für die Gemeinde Kall auf das Jahr 2009 bezogen folgende Energieverbrauchswerte angenommen:
22
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Gemeinde Kall
Anwendungszwecke absolut
(GWh)
Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Summe
Anwendungszwecke absolut
(GWh)
Sektor
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
Straßenbeleuchtung
Summe
Anwendungszwecke absolut
(GWh)
Sektor & Energieträger
HH
Strom
HH
Erdgas
HH
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Wirt I+II Strom
Wirt I+II Erdgas
Wirt I+II nicht-leitungsgeb. Energieträger
Wirt III
Strom
Wirt III
Erdgas
Wirt III
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Kom
Strom
Kom
Erdgas
Kom
nicht-leitungsgeb. Energieträger
StrBel
Strom
Sektoren (gesamt)
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
Tabelle 7:
HEIZ
WW
4,5
32
56
92
HEIZ
4,4
5
9
19
WW
77
5,2
10,5
92
HEIZ
3,6
26
47
0,25
2,2
2,8
0,64
3,7
6,1
-
108
60
26
0
PROZ
KÜHL
9
14
18
41
PROZ
16
0,6
1,8
19
WW
3,8
4
8
0,25
0,16
0,20
0,38
0,53
0,87
-
2,1
36
3,4
41
PROZ
2,0
0,06
6
13
17
0,77
1,0
1,65
-
LICHT
6,0
6,0
KÜHL
3,7
1,0
1,3
6,0
KÜHL
3,7
1,0
1,3
-
MECH
10
10
LICHT
19
0,16
0,20
20
MECH
3,5
2,2
3,6
0,5
0,5
10
LICHT
IUK
0,9
15
3,8
20
MECH
3,5
2,2
3,6
0,50
0,9
14
0,16
0,20
3,8
-
Energieträger (gesamt)
Strom
Erdgas
Fernwärme
nicht-leitungsgeb. Energieträger
7
7
IUK
5,0
0,25
1,8
7
IUK
5,0
0,25
1,8
-
60
51
84
Ermittelter Endenergieverbrauch nach Anwendungszwecken
(Quelle: Gertec)
Am Beispiel der privaten Haushalte werden die Aussagen der Tabelle exemplarisch
verdeutlicht. In Kall werden im Bereich der Haushalte insgesamt 108 GWh Endenergie
verbraucht, hauptsächlich für Raumwärme (77 GWh) und für Warmwasser (16 GWh).
Die Stromanwendungen in Haushalten sind etwas breiter gefächert, der Bereich Information und Kommunikation ist mit einem Verbrauch von 5 GWh der häufigste Anwendungszweck. Für Kühlschränke, Klimaanlagen und andere Kühlgeräte werden 3,7
GWh aufgewendet. 3,8 GWh Strom werden für Warmwasserzubereitung aufgewendet, demgegenüber werden 4 GWh Erdgas und 8 GWh nicht-leitungsgebundene Energieträger für die Erzeugung von Warmwasser in Haushalten verwendet. Der Strombedarf für Beleuchtung liegt bei 3,5 GWh. Stromanwendungen für Raumwärme liegen in
Kall bei 3,6 GWh, das entspricht 4,7% der Heizanwendungen.
26 GWh Erdgas werden für Heizanwendungen genutzt, dies entspricht 34,8% der
Heizanwendungen. An nicht-leitungsgebundenen Energieträgern werden 47 GWh für
Heizanwendungen in Haushalten verbraucht. Prozesswärme steht u.a. für das Kochen
im Haushalt, hierfür werden 2,06 GWh benötigt (2 GWh über Strom und 0,06 GWh
über Erdgas, das entspricht einem Anwendungsverhältnis von 97% zu 3%). Mechanische Anwendungen sind im Haushaltsbereich z.B. Waschmaschinen, Lüftungsanlagen
oder Aufzüge, hier werden in Kall insgesamt 0,9 GWh verbraucht.
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Aufbauend auf den Ergebnissen aus Tabelle 7 erfolgt eine tabellarische Darstellung der
CO2-Emissionen aufgegliedert nach den Anwendungszwecken:
Tabelle 8: Errechnete CO2-Emission nach Anwendungszwecken (Quelle: Gertec)
24
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3.2.1.1 Berechnungsansätze für Einsparungen
Auf Basis der genannten bundesweiten Untersuchungen konnten Einsparraten für die
Anwendungszwecke ermittelt werden. Bis 2020 ergibt sich je Anwendungszweck ein
wirtschaftlich umsetzbares Potenzial. Die einzelnen Einsparraten sind dabei nicht
untereinander zu summieren.
Anwendungszwecke (%,
MUSTER)
Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Summe
Anwendungszwecke (%,
MUSTER)
Sektor
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
Straßenbeleuchtung
Anwendungszwecke (%,
MUSTER)
Sektor & Energieträger
HH
Strom
HH
Erdgas
HH
nicht-leitungsgeb. Energieträger
HEIZ
4,98%
73,2%
77,5%
49,6%
HEIZ
74,6%
10,62%
34,6%
0,0%
0,00%
HEIZ
15,0%
21,1%
19,4%
WW
2,87%
4,46%
4,60%
3,93%
WW
5,03%
1,16%
PROZ
KÜHL
LICHT
16,3% 13,8%
22,3% 0,000%
18,0% 0,000%
18,4%
5,11%
20,9%
0,000%
0,000%
7,72%
PROZ
KÜHL
LICHT
1,31%
60,4%
5,66%
2,21%
MECH
30,9%
0,000%
0,000%
11,4%
MECH
IUK
10,18%
0,000%
0,000%
3,76%
IUK
6,82%
4,41%
0,896%
21,0%
5,71%
0,255%
5,28% 1,87%
8,7%
14,4%
0,00% 0,000% 0,000% 100,000%
0,00% 0,00% 0,00% 100,00%
31,6%
0,000%
0,00%
3,45%
0,000%
0,00%
WW
PROZ
2,00% 13,3%
9,00% 0,000%
7,00%
KÜHL
LICHT
MECH
IUK
31,0%
40,0%
21,3%
23,0%
23,8%
21,2%
15,3%
11,0%
Wirt I+II
Wirt I+II
Strom
Erdgas
0,570
0,210
50,0%
0,000%
30,5%
15,2%
Wirt I+II
Wirt III
Wirt III
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
Erdgas
0,190
0,000%
50,0%
9,00%
15,2%
10,0%
3,00%
39,0%
23,0%
47,0%
11,0%
Wirt III
Kom
Kom
Kom
StrBel
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
10,0%
45,0%
23,0%
47,0%
11,0%
21,1%
19,4%
21,1%
19,4%
7,00%
50,0%
9,00%
7,00%
33,00%
Tabelle 9: Einsparraten je Sektor und Energieträger nach Anwendungszwecken in
Prozent (Quelle: Gertec)
25
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Unter Anwendung der durchschnittlichen deutschen Energieanwendungszwecke auf
die Kaller Verbräuche (Tabelle 7) und durchschnittlichen Einsparraten bis 2020 (Tabelle
9) werden für die Gemeinde Kall mögliche Endenergieeinsparung nach Anwendungszwecken wie folgt angenommen:
Anwendungszwecke (GWh)
HEIZ
Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Summe
Anwendungszwecke (GWh)
WW
0,7
7
11
18
HEIZ
Sektor
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
Straßenbeleuchtung
Summe
Anwendungszwecke (GWh)
PROZ
0,39
0,41
0,65
1,4
WW
2,2
2,0
2,5
7
PROZ
KÜHL
1,9
1,9
KÜHL
LICHT
MECH
2,8
2,8
LICHT
IUK
4,2
4,2
MECH
1,4
1,4
IUK
15
1,1
2,0
1,0
0,12
0,30
0,27
6
0,11
1,1
0,23
0,50
1,4
0,47
0,8
0,18
2,2
1,8
1,2
0,027
0,20
18
1,4
7
1,9
0,2
0,2
2,8
4,2
1,4
HEIZ
WW
PROZ
KÜHL
LICHT
MECH
IUK
Sektor & Energieträger
HH
HH
HH
Wirt I+II
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
0,54
5
9
0,14
0,08
0,36
0,59
0,12
1,4
0,47
0,18
2,2
1,2
0,027
Wirt I+II
Erdgas
0,46
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
Erdgas
0,52
0,8
0,19
0,048
Wirt III
nicht-leitungsgeb. Energieträger
1,19
0,061
-
-
-
-
-
Kom
Kom
Strom
Erdgas
-
-
-
-
-
-
-
Kom
StrBel
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
-
-
-
-
0,16
-
-
20
11
6
0
2,0
1,1
0,23
Wirt I+II
Wirt III
Wirt III
Sektoren (gesamt)
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
-
0,27
1,9
2,5
0,077
0,030
-
-
-
-
0,50
-
0,8
-
1,8
-
0,20
-
Energieträger (gesamt)
Strom
Erdgas
Fernwärme
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Tabelle 10: Wirtschaftliche Einsparpotenziale bis 2020 in GWh (Quelle: Gertec)
Für die Emissionsminderung werden in Kall die folgenden Werte angenommen:
26
14
9
14
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Anwendungszwecke (Tsd. t
CO2)
Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Summe
Anwendungszwecke (Tsd. t
CO2)
Sektor
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
Straßenbeleuchtung
Summe
Anwendungszwecke (Tsd. t
CO2)
Sektor & Energieträger
HH
Strom
HH
Erdgas
HEIZ
WW
0,36
1,5
2,8
4,7
HEIZ
PROZ
0,21
0,09
0,17
0,5
WW
3,9
0,32
0,49
4,7
HEIZ
WW
HH
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Wirt I+II
Strom
Wirt I+II
Erdgas
0,11
Wirt I+II
Wirt III
Wirt III
Wirt III
Kom
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
Erdgas
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
0,14
0,18
0,31
-
1,2
0,46
0,66
2,3
PROZ
0,28
0,07
0,13
0,47
0,29
1,2
KÜHL
1,0
1,0
KÜHL
0,14
2,1
0,048
2,3
PROZ
0,041
0,08
LICHT
1,5
1,5
LICHT
0,62
0,13
0,27
1,0
KÜHL
0,14
-
MECH
2,3
2,3
MECH
0,7
0,25
0,44
0,1
0,1
1,5
LICHT
0,62
-
IUK
IUK
0,10
1,2
1,0
2,3
MECH
0,7
-
0,10
-
2,4
0,15
-
-
-
-
0,07
1,0
0,13
0,25
1,2
-
0,62
0,015
0,11
0,7
IUK
0,08
0,10
0,011
0,016
-
0,7
0,7
0,62
0,015
0,46
-
-
-
-
0,66
0,041
0,007
-
0,27
-
0,44
-
1,0
-
0,11
-
Kom
Erdgas
-
-
-
-
-
-
-
Kom
Fernwärme
-
-
-
-
-
-
-
Kom
StrBel
nicht-leitungsgeb. Energieträger
Strom
-
-
-
-
0,09
-
-
Sektoren (gesamt)
Private Haushalte
Wirtschaft Sektor I+II
Wirtschaft Sektor III
kom. Liegenschaften
6
4
2
0
Energieträger (gesamt)
Strom
Erdgas
Fernwärme
nicht-leitungsgeb. Energieträger
7
2
4
Tabelle 11: Wirtschaftliche Einsparpotenziale bis 2020 in Tsd. Tonnen CO 2 (Quelle:
Gertec)
Zur besseren Veranschaulichung folgt die Aufstellung der Einsparpotenziale über die
Energieträger bzw. die Verbrauchssektoren in Tonnen CO2 pro Jahr:
Tsd. Tonnen C O2!
8!
CO2-Einsparpotenziale nach Energieträgern!
-23%!
Information und
Kommunikation!
7!
Mechanische
Anwendungen!
6!
Beleuchtung!
5!
-17%!
4!
3!
Prozesswärme!
-18%!
2!
Warmwasser!
1!
0!
Kühlung!
Heizung!
Strom!
Erdgas!
nicht-!
leitungsgeb.!
Bild 9: CO2-Einsparpotenziale über Energieträger in Tsd. Tonnen CO2 (Quelle: Gertec)
27
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Beim Energieträger Strom liegt mit 7,3 Tsd. Tonnen CO2 das größte Einsparpotenzial.
Erdgas weist ein Einsparpotenzial von 2,1 Tsd. Tonnen CO2 auf. Bei den nichtleitungsgebundenen Energieträgern liegen die möglichen Einsparungen bei 3,7 Tsd.
Tonnen CO2.
Zur Verdeutlichung der anzustrebenden Akteursschwerpunkte folgt die Aufstellung der
Einsparpotenziale nach Verbrauchssektoren (ohne Mobilität) in tausend Tonnen CO 2
pro Jahr:
Tsd. Tonnen C O2!
7!
CO2-Einsparpotenziale nach Sektoren!
-19%!
Information und
Kommunikation!
Mechanische
Anwendungen!
Beleuchtung!
6!
5!
-19%!
4!
Kühlung!
3!
-24%!
2!
Warmwasser!
1!
0!
Bild 10:
Prozesswärme!
Heizung!
Private !
Haushalte!
Wirtschaft!
Sektoren I+II!
Wirtschaft!
Sektor III!
CO2-Einspapotenziale nach Verbrauchssektoren in Tsd. Tonnen CO2/a (ohne
Verkehr) (Quelle: Gertec)
Mit 6,4 Tsd. Tonnen CO2 liegen die größten Einsparpotenziale in Kall (ohne Verkehr)
beim Sektor der privaten Haushalte (49% der möglichen Gesamteinsparung) und hier
besonders im Bereich der Beheizung von Gebäuden. Nachfolgend sind im primären
und sekundären Wirtschaftssektor mit 4,1 Tsd. Tonnen CO2 rund 31% der möglichen
Gesamteinsparungen zu erzielen. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Prozesswärme,
gefolgt von den mechanischen Anwendungen. Weitere Einsparungen können im
tertiären Sektor mit 2,5 Tsd. Tonnen CO2 und einem Anteil von rund 19%. erzielt werden. Die kommunalen Liegenschaften (inkl. Straßenbeleuchtung) können mit 0,2 Tsd.
Tonnen CO2 nur rund 1% der möglichen Gesamteinsparungen beitragen.
Aus den vorangegangenen Ergebnissen wird deutlich, dass insbesondere der Sektor
der privaten Haushalte bei der Entwicklung von Maßnahmenempfehlungen zu berücksichtigen ist. Im Bereich der kommunalen Liegenschaften kann im Vergleich dazu
quantitativ gesehen nur geringe Einsparungen erzielt werden, jedoch ist hier die Vorbildfunktion von großer Bedeutung.
28
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
4 Maßnahmenprogramm für die Gemeinde Kall
Auf Basis der bisherigen Aktivitäten, dem Workshop und Recherchen sowie den aus
Sicht der Gutachter für die Gemeinde Kall sinnvollen Maßnahmen für kommunale
Klimaschutzaktivitäten wird im folgenden ein Maßnahmenprogramm für den Bereich
Klimaschutz vorgeschlagen, das thematisch wie folgt gegliedert ist:
• „Verwaltungsbezogene Klimaschutzmaßnahmen“:
Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen dienen vor allem der Erschließung des Einsparpotenzials und dem Ausbau des Vorbildcharakters der Kommunalverwaltung. Die
Maßnahmen in diesem Themenbereich sind somit in erster Linie auf die Gemeinde
Kall als Zielgruppe ausgerichtet.
• „Information und Beratungsaktivitäten“:
Die Maßnahmen dieses Themenbereiches beziehen sich insbesondere auf die Information und Beratung der privaten Haushalte und Unternehmen in Kall, um die wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale dieser Zielgruppen zu erschließen. Diesbezüglich werden verschiedene Maßnahmen in Form von Kommunikationskonzepten und
spezifische Kampagnen vorgeschlagen, die bestehende Aktivitäten vertiefen und
ergänzen. Neben der informativen wird darüber hinaus auch eine verstärkt aktivierende
Funktion zur Beteiligung der Bürgerschaft und Unternehmen an Klimaschutzprojekten
mit den vorgeschlagenen Maßnahmen unterstützt.
• „Erneuerbare Energien und Energieeffiziente Energieversorgung“:
Die CO2-Emissionen der eigenen Energieversorgung können auch zu einem bedeutenden Anteil durch Strukturveränderungen der Energieversorgung (z.B. Ausbau der KraftWärme-Kopplung) und den Ausbau erneuerbarer Energien reduziert werden. In diesem
Bereich werden daher entsprechende Maßnahmen zur Förderung vorgeschlagen.
• „Mobilität“:
Das Handlungsfeld „Mobilität“ beinhaltet Maßnahmen, die auf eine Minderung verkehrlich verursachter CO2-Emissionen abzielen. Als Ergebnis des zuvor beschriebenen
Prozesses wurden Maßnahmen für die Verkehrsbereiche Fußgängerverkehr, Fahrradverkehr, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und motorisierter Individualverkehr
(MIV) entwickelt und in das vorliegende Maßnahmenprogramm überführt.
Die Bewertung der einzelnen Maßnahmen des Klimaschutzhandlungsprogramms
erfolgt nach folgendem Muster:
Wirkung (CO 2 )
!
sehr gering
!!
gering
!!!
mittel
!!!!
hoch
!!!!!
sehr hoch
Regionale
Wertschöpfung
!
!!!
!!!!!
sehr gering
mittel
sehr hoch
Kosten
Personalaufwand
!
sehr hoch
!!
hoch
Nutzen-Aufwand
Relation
!
hoch
!
schlecht
!!!
mittel
!!!
mittel
gering
!!!!!
gut
!!!
mittel
!!!!
gering
!!!!!
sehr gering ! ! ! ! !
Tabelle 12: Übersicht der Maßnahmenkriterien (Quelle: Gertec)
Im Rahmen der Bewertung erhalten die Maßnahmen in jeder Kategorie mindestens
einen Punkt und maximal fünf Punkt (+). Bei der graphischen Darstellung gilt somit: je
mehr Kreuze eine Maßnahme erhält, desto höher bzw. besser die Bewertung der
29
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Kriterien. Eine Maßnahme mit einer hohen Zahl von Kreuzen ist im Hinblick auf die
Wirkung somit äußerst positiv einzustufen. Hierbei ist zu beachten, dass bei den Kriterien „Kosten“ sowie „Personalaufwand“ eine hohe Bewertung ebenfalls mit einer
positiven gleichzusetzen ist, indem niedrige Kosten und ein geringer Personalaufwand
durch die Umsetzung der jeweiligen Maßnahme entstehen.
4.1 Darstellung der Kriterien
• CO2-Reduktion
Die ausgewiesenen Energie- und darauf aufbauend die CO2-Minderungspotenziale
werden für jede Maßnahme
abgeschätzt. Die Abschätzung des CO 2Minderungspotenzials einer Maßnahme erfolgt unter heutigem Kenntnisstand sowie
Rahmenfaktoren. Unter dieser Annahme erzielt die entsprechende Maßnahme im Jahr
2012 durchgeführt genau den selben Effekt als würde sie erst im Jahr 2016 realisiert –
auch wenn im Zeitverlauf bis 2020 u.a. ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien
(und somit Verschiebungen im bundesdeutschen Energie-Mix) oder neue technologische Entwicklungen. Hierbei werden Ergebnisse aktueller Studien, Evaluationen, eigener Erfahrungen oder Umfragen miteinander verbunden. Die Wirkung einer Maßnahme ist von der Kommune bei Anstoß der Umsetzungsphase nach zum heutigen Zeitpunkt noch nicht absehbaren neuen technologischen Entwicklungen zu relativieren.
Die Bewertung des Kriteriums erfolgt anhand der Reduktionswirkung über die gesamte Maßnahmenlaufzeit. Aufgrund der politischen Zielsetzungen sowie der zentralen
Ausrichtung auf den Klimaschutzeffekt werden Maßnahmen mit hoher Einsparwirkung
entsprechend hoch bewertet. Falls keine CO2-Wirkung einer Maßnahme zuzuordnen
ist, wird eine entsprechend niedrige Bewertung vergeben („sehr gering“).
• Kosten
Unter diesem Kriterium werden die Sachkosten der Maßnahme (ohne Personalkosten)
in Euro abgeschätzt. Durch die Verlagerung von Kosten auf externe Partner kann eine
Maßnahme für die Kommune günstiger werden, wie auch durch interne Durchführung
bzw. Synergieeffekte bei der Umsetzung mehrerer Maßnahmen. Diese Effekte werden bei der Bewertung jedoch nicht explizit berücksichtigt.
Finanziell günstig zu realisierende Maßnahmen werden entsprechend hoch bewertet.
Die Bewertungseinteilung erfolgt über die Kosten der Gesamtlaufzeit einer Maßnahme.
• Personalaufwand
Mit dem Kriterium des Personalaufwandes wird der Zeitaufwand einer Maßnahme in
Personenarbeitstagen abgebildet. Analog zum Kostenkriterium beziehen sich hierbei
die Zeitangaben auf die von der/dem umsetzenden Kommune aufzubringende Arbeitszeit von Verwaltungsmitarbeitern und nicht auf die Gesamtarbeitszeit etwaiger weiterer Akteure, sofern deren Mitarbeit Voraussetzung für die Umsetzung der Maßnahme
ist.
Eine Maßnahme mit geringem Personalaufwand wird analog zum Kostenkriterium
entsprechend hoch bewertet. Die Bewertungseinteilung erfolgt auch hier über die
angesetzten Personentage über die Gesamtlaufzeit einer Maßnahme.
• Regionale Wertschöpfung
Unter diesem Punkt wird die potenzielle positive Wirkung auf die regionale Wertschöpfung der Kommune betrachtet. Dieses Kriterium ist insbesondere aussagekräftig in
30
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Bezug auf lokal erzeugte Geldströme, welche den ortsansässigen Akteuren zugute
kommen. Investitionen im Klimaschutzbereich sind hierbei besonders ergiebig, wenn
die Umsetzung der Maßnahme mit lokalen Akteuren (z.B. Handwerksunternehmen)
durchgeführt wird und die Mittel so nicht in andere Regionen abfließen. Entsprechend
erhalten Maßnahmen mit hohem Anteil lokal erzeugter Geldströme bzw. der Beteiligung lokaler Akteure eine entsprechend hohe Bewertung.
Eine maßnahmenscharfe Quantifizierung kann im Rahmen des Konzeptes nicht erfolgen. Bei der Bestimmung der regionalen Wertschöpfung handelt es sich daher um
eine qualitative Einschätzung. Falls keine Wertschöpfungswirkung einer Maßnahme
zuzuordnen ist, wird eine entsprechend niedrige Bewertung vergeben („sehr gering“).
•
Nutzen-Aufwand-Relation
Die Bewertung der Nutzen-Aufwand-Relation erfolgt als qualitative Einschätzung, die
aus quantifizierbaren und auch nicht-quantifizierbaren Maßnahmeneffekten abgeleitet
wird. Die Maßnahmen, bei denen ein gutes Nutzen-Aufwand-Verhältnis gesehen wird,
erhalten eine entsprechend hohe Bewertung.
4.2 Maßnahmenübersicht
Verwaltungsbezogene Klimaschutzmaßnahmen
1
Einrichtung einer interkommunalen Koordinationsstelle Klimaschutz
(„Klimamanager“)
2
Beteiligung am kreisweiten Netzwerk „Allianz für Klimaschutz“
Verw
3
Energieleitlinie Kall
Verw
4
Energieteam Kall
Verw
5
Erstellung eines jährlichen Energieberichtes
Verw
6
European Energy Award®
7
Teilnahme am interkommunalen Erfahrungsaustausch „Energiemanagement“
Verw
8
Bonusmodell für energieeffizienten Neubau
Verw
9
Gemeindlichen Umweltpreis einführen
Verw
10
Verw
Verw
Verw
Durchführung von Nutzerprojekten in Schulen und Kindertagesstätten
Information und Beratungsaktivitäten
Inf/Ber
1
Beteiligung an der Entwicklung eines kreisweiten Gesamtkonzeptes für
Klimaschutzkommunikation / Kampagne für Klimaschutz
Inf/Ber
2
Internet-Plattform für Klimaschutz
Inf/Ber
3
Beteiligung an einem kreisweiten Energieberatungsangebot
4
Regionales Qualitätssicherungssystem für Energieberatung und Handwerk
Inf/Ber
5
Energiesparmaßnahmen in Eigenleistung
Inf/Ber
6
Hydraulischer Abgleich und Heizungsoptimierung
Inf/Ber
31
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Ber
7
„Haus-zu-Haus“-Beratung
Inf/Ber
8
Leerstandskarte zur Identifikation von Beratungsbedarf
Inf/Ber
9
Energieberatung der Gelegenheiten
Inf/Ber
10
Initiierung und Bekanntmachung von Leuchtturmprojekten
11
Regionale Initialberatung und Umsetzungsbegleitung durch „Energielotsen“ für KMU
12
„Firma-zu-Firma-Beratung“ in Gewerbegebieten
Inf/Ber
Inf/Ber
Erneuerbare Energien und energieeffiziente Energieversorgung
EE/EV
1
Förderung der Solarenergienutzung
EE/EV
2
Ausbau der Nahwärme
Mobilität
Mob
1
Optimierung der Verkehrsführung für Fußgänger
Mob
2
Förderung der Fahrradnutzung im Alltagsverkehr
Mob
3
Optimierung von Marketing, Information und Kundenkommunikation im
ÖPNV
Mob
4
Anbindung des Gewerbegebietes in Kall durch umweltfreundliche Mobilitätsangebote verbessern
Mob
5
Punktuelle Optimierung der Bus-Schiene-Verknüpfungen und Kapazitätsauslastung im SPNV
Mob
6
Prüfung einer Anpassung der flexiblen Bedienelemente TaxiBus und Anrufsammeltaxi (AST)
Mob
7
Potenzialprüfung: Einführung eines kreisweiten
CarSharing-Systems (ggf. mit Elektrofahrzeugen)
Mob
8
Optimierung der Parkraumbewirtschaftung
Mob
9
Verkehrs- und Mobilitätserziehung an Schulen
Mob
10
32
Jährlicher Ökomobil-Tag
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
4.3 „Verwaltungsbezogene Klimaschutzmaßnahmen“
Verw 1
Einrichtung einer interkommunalen Koordinationsstelle
Klimaschutz („Klimamanager“)
Kurzbeschreibung:
Die erfolgreiche Umsetzung kommunalen Klimaschutzes erfordert eine transparente,
übergeordnete und unabhängige Koordination, durch welche die kreisweiten und
kommunenspezifischen Ziele verfolgt, Strategien und Schwerpunkte formuliert und in
Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Projekte angestoßen und begleitet werden.
Diese Aufgaben erfordern mindestens eine zusätzliche Stelle in der Kreisverwaltung
und/oder eine weitere gemeinsame Stelle in den einzelnen kreisangehörigen Kommunen Kall, Dahlem und Hellenthal.
Empfohlen wird daher ein Förderantrag für eine oder mehrere ergänzende Stelle/n
über das BMU-Förderprogramm „Klimaschutzmanager“, das voraussichtlich vom 1.
Januar bis 31. März 2013 wieder angeboten wird. Die entsprechenden Förderbedingungen sind im Hinblick auf die Förderungsfähigkeit von einem bzw. mehreren
Klimamanagern bei der Antragstellung zu prüfen. Insbesondere die Verteilung der
Kosten nach Feststellung der Förderfähigkeit, ist bei der Umsetzung dieser Maßnahme abzustimmen.
Die Koordinierungsstelle kann so den „roten Faden“ der Klimaschutzaktivitäten sicherstellen und kommunizieren, indem sie Prioritätensetzungen bei Maßnahmenumsetzungen transparent darstellt und die Aktivitäten des Kreises und der kreisangehörigen Kommunen (mit eigenem Klimamanager) koordiniert bzw. aufeinander
abstimmt.
Diese Maßnahme ist eine wichtige Grundlage zur Umsetzung weiterer Klimaschutzmaßnahmen, sowohl auf Kreis- als auch auf Kommunalebene.
Bausteine:
a) Prüfung der Förderrichtlinien und Beantragung der Fördermittel des BMU; b) Abstimmung zwischen dem Kreis und Kommunen Kall, Dahlem und Hellenthal; c) Ausschreibung und Besetzung der Stelle/n; d) Festlegung des Aufgabenspektrums
Akteure:
Kreis Euskirchen, Kall, Dahlem, Hellenthal
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“;
CO2-Reduktion:
+
Regionale Wertschöpfung:
+
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-AufwandRelation:
+++
jedoch hohe indirekte Wirkung durch Initiierung und
Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“;
jedoch hohe indirekte Wirkung durch Initiierung von
Klimaschutzmaßnahmen
Sachkosten: (Büro, Veranstaltungen) 10.000 !/a;
Personalkosten ein „Klimamanager“: 17.500 !/a bei
einer Förderquote von 65% und Gesamtpersonalkosten
von 50.000 !/a, nach dreijähriger Förderzeit Anschlussförderung von 40%, vollständiger Kostenansatz für den
Kreis danach (Kostenverteilung bei einem „Klimamanager“ für Kall, Dahlem und Hellenthal noch zu definieren)
Ca. 1 Personentag für Begleitung Antragstellung, Ausschreibung etc.
Wichtige Voraussetzung und Ergänzung zur Steuerung
des Klimaschutzprozesses und zur Umsetzung weiterer
Maßnahmen im Kreis und in den Kommunen
Laufzeit: 2013 - 2015
33
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Verw 2
Beteiligung am kreisweiten Netzwerk „Alllianz für Klimaschutz“
Kurzbeschreibung:
Der Klimaschutz im Kreis Euskirchen und in den kreisangehörigen Kommunen wie
Kall ist in zentralem Maße abhängig von Akteuren jenseits der Verwaltung, welche
eigenständig Klimaschutzmaßnahmen entwickeln und umsetzen. Ein Konzept zum
Aufbau themenspezifischer lokaler und regionaler Netzwerke wird im Rahmen des
Klimaschutzkonzeptes entwickelt und soll im Rahmen dieser Maßnahme umgesetzt
werden. Hier sollte der Kreis als übergeordneter Akteur entsprechende Netzwerkaktivitäten auf Kreisebene koordinieren und bündeln.
Als Bestandteil der Maßnahme wird die Gründung einer „Allianz für Klimaschutz“
vorgeschlagen, die das Dach und die Plattform für die wichtigen Akteure auf der
Kreis- und Kommunalebene sowie ein Bündnis verschiedener gesellschaftlicher
Gruppen darstellt. Die Allianz bietet z.B. themenspezifische Arbeitsgruppen oder
Netzwerke zur Projektentwicklung und zum Erfahrungsaustausch an, aber auch die
Möglichkeit, Klimaschutzaktivitäten der Mitglieder der Allianz in der Öffentlichkeit
durch Botschafter für Klimaschutz zu präsentieren. Es ist hierbei jedoch darauf zu
achten, dass die Gesamtstrukturen der Allianz eine Bündelung der bestehenden
Strukturen darstellen soll, um mehr Transparenz zu schaffen und nicht zusätzliche
Strukturen, die zu einer Unübersichtlichkeit führen.
Es wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde Kall die netzwerkbildenden Aktivitäten
des Kreises und ggf. der Nachbarkommunen durch eigene personelle Ressourcen
unterstützt. Dies könnte ggf. über die zusätzliche Stelle des „Klimaschutzmanagers“
auf Kommunalebene erfolgen. Die Allianz sollte sich aus Personen des öffentlichen
Lebens, Unternehmensvertretern z.B. lokaler, familiengeführter Betriebe, Energieversorgern, Politik und Verbänden zusammensetzen (s. Beispiel Münster
http://www.muenster.de/stadt/klima/allianz-fuer-klimaschutz.html ).
Bausteine:
a) Abstimmung mit dem Kreis und Multiplikatoren vor Ort; b) Teilnahme an Arbeitsgruppen; c) Gezielte Ansprache von Akteuren in Kall zur Unterstützung
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, Nachbarkommunen, Vereine, Verbände, Initiativen, Kreditinstitute, Energiegenossenschaften
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr geCO2-Reduktion:
+
Regionale Wertschöpfung:
+
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2013 - 2020
34
ring“; jedoch Förderung und Initiierung von Folgeprojekten
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“; jedoch Förderung und Initiierung von Folgeprojekten
Sachkosten: ggf. 3.000 !/a für Unterstützung des
kreisweiten Netzwerks (Arbeitsmaterial, externe
Referenten, Vorbereitung Treffen etc.)
Ca. 5 Personentage pro Jahr, könnte durch „Koordinationsstelle Klimaschutz“ gedeckt werden
Wichtige Voraussetzung zur strategischen Ausrichtung
der Klimaschutzaktivitäten
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Verw 3
Energieleitlinie Kall
Kurzbeschreibung:
Die Gemeindeverwaltung Kall hat in Zusammenarbeit mit der energie nordeifel (ene)
2010 eine Energieleitlinie für die Gesamtgemeinde entwickelt.
Diese Energieleitlinie der Gemeinde Kall soll den Rahmen für eine langfristig nachhaltige Entwicklung der Kommune im Hinblick auf Energieeffizienz, Energieeinsparung
und somit die deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen bilden.
Die Leitlinie zeigt fünf Handlungsfelder auf.
Dies soll wesentlich dazu beitragen, die CO2-Emissionen in der Gemeinde Kall, resultierend aus der Nutzung unterschiedlicher Energieträger und -quellen, bis zum Jahr
2020 um weitere 20% gegenüber dem Vergleichsjahr 2009 zu senken. Dies würde
nach jetzigem Kenntnisstand eine Reduzierung der CO2-Emissionen gegenüber dem
Jahr 1990 um mehr als 40% bedeuten und somit die Ziele der Bundesregierung
übertreffen.
Zentrale Akteure bei Verfolgung, Detaillierung und Umsetzung bzw.
Umsetzungsbegleitung
der
nachfolgenden
Handlungsfelder
sind
die
Gemeindeverwaltung Kall in enger Kooperation mit den regionalen Energie- und
Wasserversorgungsunternehmen. Es wird vorgeschlagen, die politisch einstimmig
beschlossene Energieleitlinie dahingehend zu überprüfen, ob bzw. wie:
- Handlungsanweisungen für öffentliche Vergabe und Beschaffung abgeleittet
bzw. festgeschrieben werden können
- die 2010 vorgeschlagenen Ziele zeitnah auf ihre Erreichbarkeit zu überprüfen
und ggf.anzupassen bzw. neue Projekte aufzunehmen
- zur Umsetzung der Projekte finanzielle Mittel für Organisation und Kommunikation (z.B. Energieteam) akquiriert werden können.
- Handwerk, Wirtschaft und Gewerbe stärker als bisher für die Umsetzung gewonnen werden können
- die Energieleitlinie im Klimaschutzkonzept und EEA®-Prozess angepasst bzw.
aus den verschiedenen Konzepten eine einheitliche Leitlinie erarbeitet werden
kann.
Bausteine:
a) Erarbeitung Leitlinie (erfolgt); b) Identifizierung von Projekten (teilweise erfolgt); c)
Evaluation und Fortschreibung des Umsetzungsprozesses
Akteure:
Gemeinde Kall, BürgerInnen, Energieversorger, Energiegenossenschaft, Unternehmen, Handwerker
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Nicht quantifizierbar, bei Umsetzung der machbaren
CO2-Reduktion:
++++
!
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+++
Nutzen-Aufwand-Relation:
++++
Projekte jedoch sehr großes Einsparpotenzial
Bei Umsetzung mit lokalen Handwerkern und Unternehmen sehr hoch.
Sachkosten: 1.000 ! pro Jahr (Marketing, Infoveranstaltungen)
Ca. 10 Personentage pro Jahr für Begleitung, Organisation und Moderation
Wesentlicher Bestandteil des Klimaschutzprozesses in
der Gemeinde
Laufzeit: 2012 - 2020
35
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Verw 4
Energieteam Kall
Kurzbeschreibung:
Die Gemeinde Kall hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Klimaschutz vorbildliche
Maßnahmen zu initiieren und durchzuführen. Dabei ist das Energieteam Kall ein
wichtiger Baustein der Aktivitäten in der Gemeinde. Das Energieteam ist eine offene
Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, welche die in der Energieleitlinie vorgestellten
Projekte umzusetzen versucht. Seit Anfang 2011 sind etwa 40 Personen in der Umsetzung konkreter Projekte sowie an Kampagnen und Informationsveranstaltungen
engagiert.
Bisher wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit einzelnen Themenbereichen
und konkreter Projektarbeit beschäftigen. Diese Arbeit mündete bisher in folgende
Maßnahmen:
So wird wöchentlich eine kostenlose Energieberatung im Rathaus angeboten.
Auch in den Bereichen Windenergie und Nahwärme, Beleuchtung und Solarenergie
hat das Energieteam wichtige Vorarbeit für die politischen Gremien geleistet und
damit konkrete Klimaschutzaktivitäten angestossen.
Es wird vorgeschlagen, das Energieteam Kall mit einem regelmäßigen Budget in
Höhe von 5.000 ! pro Jahr auszustatten. Diese Mittel sollten im Wesentlichen in
Öffentlichkeitsarbeit fliessen, daneben aber auch in die Beschaffung von Informationsmaterial, Engagement von Fachreferenten und öffentlichkeitswirksame Aktionen
(„Birnentauschaktion“). Als potenzielle Sponsoren könnten die Gemeinde, aber auch
Unternehmen und Privatleute auftreten.
Bausteine:
a) Gründung Energieteam (erfolgt); b) feste Termine; c) Bereitstellung finanzieller
Mittel
Akteure:
Gemeinde Kall, BürgerInnen, Energieversorger, Unternehmen, Handwerker
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Nicht quanzifzierbar, bei Umsetzung der machbaren
CO2-Reduktion:
+++
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
Laufzeit: 2012 - 2020
36
Projekte und Öffentlichkeitsarbeit jedoch Einsparpotenzial
Bei Umsetzung mit lokalen Handwerkern und Unternehmen sehr hoch.
Sachkosten: 5.000 ! pro Jahr (Marketing, Infoveranstaltungen, Material)
Ca. 30 Personentage pro Jahr für Begleitung, Organisation und Moderation
Wesentlicher Bestandteil des Klimaschutzprozesses in
der Gemeinde, zentrale Anlaufstelle für alle Fragen,
deshalb trotz hohem Aufwand Bewertung „gut“
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Verw 5
Erstellung eines jährlichen Energieberichtes
Kurzbeschreibung:
Die Kosten für die Energiebeschaffung steigen nicht nur für die Privathaushalte und
Unternehmen, sondern auch für Kommunen stetig an. Die zentrale Strategie zur
Vermeidung hoher Kosten lautet – Energie intelligent und effizient einsetzen und
damit Kosten sparen.
Darin steckt für die Kommunen ein großes Potenzial. Sorgsamer Umgang mit Ressourcen schafft zudem eine saubere Umwelt und damit verbesserte Lebensqualität
und macht Energiesparen sinnvoll.
Erstmalig hat die Gemeindeverwaltung Anfang 2012 einen Energiebericht zu den
kommunalen Liegenschaften, Energieverbräuchen und Klimaschutz-Aktivitäten vorgelegt. Grundlage für den Energiebericht ist die regelmäßige Erfassung aller relevanten
Verbrauchsdaten für Wärme, Strom und Wasser sowie die Einpflege in Datenbanken.
Somit konnten erstmals die Verbrauchsentwicklungen der letzten Jahre detailliert
sichtbar gemacht werden.
Es wird vorgeschlagen, den Energiebericht als wichtigen jährlich wiederkehrenden
Meilenstein zu verankern und die Ergebnisse über die Gebäudebewirtschaftung und
-unterhaltung in den Haushalt einzubringen.
So kann langfristig ein nachhaltiges Gebäudemanagement etabliert werden, das den
Werterhalt der Liegenschaften, die Senkung von Energieverbräuchen und den sinnvollen Einsatz von Finanzmitteln ermöglicht.
Dazu sollte über die Anschaffung einer Software für den Bereiche Gebäude- und
Energiemanagement geprüft werden, um die Datenerfassung und Aufbereitung zu
vereinfachen.
Bausteine:
a) Bestandsaufnahme (erfolgt); b) Anlage Datenbanken (erfolgt); c) Erstellung Energiebericht (erfolgt); d) Fortschreibung und Ausbau Energiebericht; e) Anschaffung
Software Gebäude-/Energiemanagement
Akteure:
Gemeinde Kall
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr geCO2-Reduktion:
+
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
ring“; indirekt Einsparpotenzial über die Visualisierung
von Verbrauchsentwicklung zur Unterstützung politischer Entscheidungen
Bei Umsetzung von Maßnahmen mit lokalen Handwerkern und Installateuren
Sachkosten: keine bzw. geringe Kosten für Layout und
Druck zu erwarten (ggf. Kosten von 5.000 – 10.000 !
für Anschaffung Software)
Ca. 30 Personentage pro Jahr für Datenbeschaffung,
Anlage und Pflege Datenbanken, Erstellung Energiebericht
Stärkere Ausschöpfung der Einspar- und Investitionspotenziale
Laufzeit: 2012 - 2020
37
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Verw 6
European Energy Award®
Kurzbeschreibung:
Der European Energy Award® ist ein Managementsystem, mit dem die Qualität der
Energieerzeugung und -nutzung in der Kommune bewertet und regelmäßig überprüft
werden kann. Der EEA ermöglicht es außerdem, Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren und zu erschließen.
Grundlage ist dabei ein Maßnahmenkatalog mit ca. 100 Einzelmaßnahmen, mit dem
die Arbeit der Kommune in energierelevanten Bereichen bewertet wird. Erreicht die
Kommune 50 % der möglichen Punkte, wird der eea® verliehen - bei 75 % sogar der
eea® gold. Mit Beschluss vom 15.09.2011 hat die Gemeinde Kall einen Antrag auf
Teilnahme am European Energy Award® gestellt und im Februar 2012 den Zuwendungsbescheid von der Bezirksregierung Arnsberg erhalten. Die Teilnahme wird
durch das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Energieagentur NRW,
gefördert. Der Prozess läuft über 4 Jahre, es kann eine Verlängerung beantragt werden.
Die Gemeinde Kall hat dabei freie Handlungsmöglichkeit bei der Wahl von Prioritäten
und Maßnahmen. Durch die systematische Erfassung der bisherigen Arbeit und die
Planung und Umsetzung neuer Projekte wird die Energieeffizienz in der Gemeinde
kontinuierlich gesteigert. Die Teilnahme am eea® ist ein Beitrag zur nachhaltigen
Energiepolitik und somit zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung der Gemeinde
Kall. Neben dem ökologischen Nutzen werden so auch finanzielle Vorteile besser
genutzt.
Nach der Bestandsaufnahme durch den EEA-Berater wird gemeinsam mit dem vor
Ort installierten EEA-Team an der Umsetzung möglichst wirksamer Maßnahmen und
Projekte gearbeitet. Es wird vorgeschlagen, dass die erfolgreiche EEA-Zertifizierung
für Kall innerhalb der ersten vier Jahre erfolgt. Hierzu bedarf es einer politischen
Unterstützung im Prozess
Bausteine:
a) Politischer Beschluss (erfolgt); b) Antragstellung und Erhalt Zuwendung, Auftrag
EEA-Berater (erfolgt); c) Umsetzung
Akteure:
Gemeinde Kall, EEA-Berater/Auditor, EEA-Team
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Nicht genau quanzifzierbar, langfristig erheblich
CO2-Reduktion:
+++
Bei Umsetzung von Maßnahmen mit lokalen HandwerRegionale Wertschöpfung: + + +
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2012 - 2016
38
kern und Installateuren
Teilnahme: 10.000 ! für 4 Jahre, dazu Sachkosten: 500
! pro Jahr für begleitende Maßnahmen
Ca. 30 Personentage pro Jahr für Begleitung, Organisation und Moderation
Stärkung der Identität von Kall als „KlimaschutzKommune“ (erster EEA-Teilnehmer im Kreis Euskirchen)
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Verw 7
Teilnahme am interkommunalen Erfahrungsaustausch „Energiemanagement“
Kurzbeschreibung:
Der Kreis Euskirchen hat bereits im Jahr 2001 die Arbeitsgruppe „Energiecontrolling
21“ ins Leben gerufen, um das Thema Umwelt- und Klimaschutz innerhalb der Kreisverwaltung voranzubringen. Die Arbeitsgruppe besteht aus Mitarbeitern der Verwaltung (Immobilienmanagement) und Mitgliedern der verschiedenen politischen Fraktionen. In den letzten Jahren hat sich die Arbeitsgruppe „Energiecontrolling 21“ im
Bereich der kommunalen Liegenschaften bereits mit verschiedenen Maßnahmen zur
Steigerung der Energieeffizienz beschäftigt, darunter u.a. mit der Sanierung des Berufskollegs Eifel. Der Kreis führt in den eigenen Liegenschaften bereits ein umfangreiches Energiemanagement und –controlling durch und verfügt somit über langjährige
Erfahrungen.
Auf Basis der Abstimmungstreffen zwischen dem Kreis und Kommunen wurde vorgeschlagen einen Erfahrungsaustausch durchzuführen, der durch den Kreis Euskirchen koordiniert wird. Der Kreis bereitet hierfür die Erfahrungen und weitere BestPractice-Beipiele (z.B. einzelner kreisangehöriger Kommunen) auf und veranstaltet
dazu z.B. Workshopveranstaltungen (ggf. unter Einbindung externer Referenten).
Es wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde Kall an diesem Erfahrungsaustausch
teilnimmt und darauf aufbauend das eigene Energiemanagement optimiert bzw.
ausbaut.
Bausteine:
a) Teilnahme am Austausch und Diskussion der Erfahrungen in regelmäßigen gemeinsamen Treffen; b) Ableitung von Handlungsschritten und Umsetzung der ausgetauschten Erfahrungen
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, kreisangehörige Kommunen, ggf. externe Referenten, Energieversorger
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 100 Tonnen CO2-Reduktion, bei Annahme, dass ca.
CO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung:
Kosten:
+
+++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
7% Wärme und Strom eingespart werden
„sehr gering“, da kaum Investitionen ausgelöst werden
Keine zusätzlichen Kosten bei einem informellen Erfahrungsaustausch
Ca. 1-2 Tag/e pro Jahr für Teilnahme und ggf. Aufbereitung der eigenen Erfahrungen für Veranstaltungen
Kostengünstige Grundlage zur Optimierung der eigenen
Energieverbräuche
Laufzeit: 2013 - 2015
39
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Verw 8
Bonusmodell für energieeffizienten Neubau
Kurzbeschreibung:
Es wird für den energieeffizienten Neubau die Einführung eines Bonusmodells vorgeschlagen. Dabei zahlt der Erwerber eines Grundstücks aus gemeindlichem Eigentum zusätzlich zum Kaufpreis einen einmaligen Aufschlag in Höhe von ca. 1.500 Euro.
Bei Einhaltung der durch die Gemeinde Kall vorgegebenen Energiestandards (z.B.
Passivhausstandard) erfolgt eine entsprechende Rückzahlung des bezahlten Aufschlages. Es wird empfohlen, dieses Modell bei der Veräußerung der gemeindlichen
Grundstücke anzuwenden. In der Gemeinde Wenden beispielsweise hat sich ein
solches Bonusmodell bereits seit mehreren Jahren erfolgreich etabliert.
Bausteine:
a) Ausarbeitung des Bonusmodells; b) Beschlussfassung; c) ggf. Vermittlung von
Energieberatern, Architekten, Planern
Akteure:
Kall
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 14 t CO2, bei Annahme, dass 20 Gebäude mit einer
CO2-Reduktion:
++
Regionale Wertschöpfung:
Kosten:
Personalaufwand:
Nutzen-Aufwand-Relation:
Laufzeit: 2013 - 2020
40
+
+++++
+++++
+++++
Wohnfläche von 150 m2 20 kWh/m2*a gegenüber
einem Referenzgebäude einsparen
Bewertung „sehr gering“
Bei interner Ausarbeitung kostenneutral
Ca. 3 Personentage zur Ausarbeitung
Geringer Aufwand und hohe Multiplikatorwirkung
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Verw 9
Gemeindlichen Umweltpreis einführen
Kurzbeschreibung:
Es wird vorgeschlagen einen gemeindlichen Umweltpreis jährlich an Bürger, Personengruppen, Arbeitsgemeinschaften oder Institutionen, die sich durch besonderen
Einsatz für den Umweltschutz verdient gemacht haben, zu vergeben.
Empfohlen wird, Maßnahmen und Projekte in den nachfolgenden Bereichen zu prämieren: Umweltverbesserung und Energieeinsparung, Erhalt von Lebensräumen
sowie Anwendung erneuerbarer Energien und innovativer Techniken. Der Umweltpreis kann auch in Kombination mit Energiesparwettbewerben etc. erfolgen.
Bausteine:
a) Vorbereitung der Aktionen etc.; b) Auszeichnungen und Preise; c) Zusammenarbeit
mit Sponsoren
Akteure:
Kall, ggf. Multiplikatoren
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Nicht eindeutig quantifizierbar, jedoch Bewertung „sehr
CO2-Reduktion:
+
Regionale Wertschöpfung:
+
Kosten:
Personalaufwand:
+++++
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
gering“
Nicht eindeutig quantifizierbar, jedoch Bewertung „sehr
gering“
Sachkosten: 1.000! pro Jahr (Prämien, Preise)
Ca. 2 Personentage pro Jahr für Begleitung und Koordination
Geringer Aufwand und gute Wirkung durch Aktivierung
und Einbindung der Bürger zum Thema Klimaschutz
Laufzeit: 2013 -2020
41
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Verw 10
Durchführung von Nutzerprojekten in Schulen und
Kindertagesstätten
Kurzbeschreibung:
Um Energieeffizienz und Einsparungen zu erreichen, müssen die Nutzer eingebunden
werden. Dies gilt insbesondere für Schulen. Es wird empfohlen Energieprojekte in
und mit den Schulen und Kindertagesstätten auszuführen. Wettbewerbe zur Energieeffizienz, Energiewächter und -detektive sollen hier durchgeführt werden. Zukünftig sollten auch Vereine und von privater Hand geführte Institutionen integriert werden.
Die Umsetzung dieser Maßnahme sollte in Kooperation mit Kreis und den kreisangehörigen Kommunen entwickelt und umgesetzt werden. Für Nutzerprojekte (50/50Projekte) in Schulen können voraussichtlich wieder ab Januar 2013 Fördermittel des
BMU genutzt werden. Das Projekt ist bei einmaliger Entwicklung und Umsetzung
beliebig übertragbar und wiederholbar.
Bausteine:
a) Abstimmung mit der Kreisverwaltung und Nachbarkommunen; b) Auswahl und
Gespräche mit Schulen und Kitas; b) Beantragung der Fördermittel des BMU; c)
Ausschreibung für externen Dienstleister
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, Nachbarkommunen, Schulverband, Schulpersonal (Hausmeister, Lehrer), ggf. Energieversorger
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 20-30 Tonnen CO2,Reduktion, bei Senkung der
CO2-Reduktion:
++
Regionale Wertschöpfung:
Kosten:
+
+++
Personalaufwand:
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
+++++
Laufzeit: 2014 - 2016
42
Energieverbräuche um ca. 7-10%
Sehr geringe Wirkung zu erwarten
Ca. 10.000 ! (Basishonorar des Dienstleisters über
Maßnahmenlaufzeit von 3 Jahren) (bei gemeinsamer
Umsetzung mit dem Kreis und Nachbarkommunen ggf.
geringere Kosten)
Ca. 3 Personentage pro Jahr für Begleitung
Bei Energieeinsparungen ggf. komplette Refinanzierung der Kosten und Verwendung der eingesparten
Gelder für weitere Einsparmaßnahmen, hohe Multiplikatorwirkung durch Verhalten im privaten Haushaltsbereich
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
4.4 „Information und Beratungsaktivitäten“
Inf/Bera 1
Beteiligung an der Entwicklung eines kreisweiten Gesamtkonzeptes für Klimaschutzkommunikation / Kampagne für Klimaschutz
Kurzbeschreibung:
Die breite Öffentlichkeit verbindet Klimaschutz und Klimaanpassung häufig mit Verzicht und persönlichen Einschränkungen. Mit Entwicklung und Umsetzung einer
kreisweiten Kampagne wird eine positive Grundstimmung („Klima für Klimaschutz“)
für das Thema geschaffen, die sich indirekt auch förderlich auf die Umsetzung von
neuen Klimaschutzprojekten auswirken wird. Instrumente sind Kommunikationsaktionen mit Angeboten zu individuellen Handlungsmöglichkeiten sowie verstärkte
Kommunikation kreisweiter und kommunalsspezifischer Aktivitäten.
Es wird dazu in einem ersten Schritt empfohlen, ein Gesamtkonzept für Klimaschutzkommunikation zu entwickeln mit gemeinsamen "Dach" bzw. Logo für die Maßnahmen bzw. Aktivitäten im Kreis und den kreisangehörigen Kommunen. Hierbei sollte
der Kreis als übergeordneter Akteur voran gehen und in Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen eine gemeinsame „Dachmarke“ entwickeln. Hierbei sind
bestehende Strukturen für Kommunikation zu berücksichtigen und soweit möglich zu
integrieren.
Es wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde Kall an den Aktivitäten des Kreises und
der Nachbarkommunen teilnimmt und sich mit dem Kreis bei der Gesamtkonzeption
einer kreis- und kommunalspezifischen Öffentlichkeitsarbeit (Kampagnen, Aktionen
etc.) abstimmt. Aus Sicht des Kreises und der Kommunen können durch eine aufeinander abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit finanzielle und personelle Ressourcen
eingespart werden. Außerdem kann der Wiedererkennungswert der Aktivitäten des
Kreises und der Kommune Kall gesteigert werden (s. Beispiel ALTBAUNEU www.altbau-neu.de ).
Neben der Zusammenarbeit mit dem Kreis sollte eine Kooperation mit ansässigen
Multiplikatoren und Institutionen mit eigener Öffentlichkeitsarbeit erfolgen (z.B. Kundenzeitschriften der Kreditinstitute, Vereinsblätter).
Bausteine:
a) Erstellung eines Kommunikationskonzeptes Klimaschutz (u.a. Entwicklung einer
Dachmarke mit Slogan und Logo); b) Abstimmung u. Kooperation mit Multiplikatoren
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, Dahlem, Hellenthal, Multiplikatoren (Energieversorger etc.)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr geCO2-Reduktion:
+
Regionale Wertschöpfung:
+
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
ring“; jedoch Förderung und Initiierung von Folgeprojekten durch Kommunikation und Information
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“; jedoch Förderung und Initiierung von Folgeprojekten durch Kommunikation und Information
Sachkosten: ggf. 5.000 !/a (für Unterstützung der
kreisweiten Kampagne)
Ca. 10 Personentage pro Jahr, könnte ggf. durch
„Koordinationsstelle Klimaschutz“ gedeckt werden
Wichtiger Baustein, um das Thema Klimaschutz zu
kommunizieren
Laufzeit: 2013 - 2020
43
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 2
Internet-Plattform für Klimaschutz
Kurzbeschreibung:
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist das Internet ein Medium, das gezielt genutzt
werden sollte, um das Thema Klimaschutz an die unterschiedlichen Zielgruppen
heranzutragen. Aktuell befindet sich in Kall eine entsprechende Internet-Plattform im
Aufbau.
Es wird vorgeschlagen, einen Wegweiser für die Bürger und Multiplikatoren, evtl.
inkl. Gemeindeplan mit Klimaschutzobjekten/Projekten zu erstellen. Eine Ergänzung
könnte ein spezielles Anwendungsprogramm für Smartphones (App) sein, über das
z.B. die jeweiligen Projektinformationen aus dem Gemeindeplan abrufbar sind.
Zusätzlich sollte die Etablierung eines Online-Klimaschutz-Shops (z.B. in Kooperation
mit den Energieversorgern) in Betracht gezogen werden. Im Online-Klimaschutz-Shop
können einerseits Produkte vermarktet werden, die effiziente Energienutzung vereinfachen und andererseits kann auch eine Plattform für regionale Produkte geboten
werden. Die Internet-Plattform für Klimaschutz sollte außerdem Projekte z.B. vorbildliche Sanierungen vorstellen, Aktionen ankündigen (z.B. Tag der offenen Baustelle)
und Bauherren mit Architekten und Handwerkern zusammenbringen.
Bei der Umsetzung der Internet-Plattform sollte eine Verlinkung mit Internetseiten
des Kreises und anderer Initiativen in der Region erfolgen. Daher ist eine enge Abstimmung mit dem Kreis und Multiplikatoren von besonderer Bedeutung.
Diese Maßnahme ist ein wichtiger Baustein zur Sensibilisierung der Bürger in Kall.
Bausteine:
a) Aufbereitung der Projekte und Inhalte; b) stetige Aktualisierung der Projektergebnisse etc.; c) Verlinkung mit Internetseite des Kreises etc.
Akteure:
Kall, ggf. Kreis Euskirchen und kreisangehörige Kommunen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“
CO2-Reduktion:
+
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“
Regionale Wertschöpfung: +
Ohnenhin stattfindende Maßnahme, daher keine
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2012 - 2020
44
zusätzlichen Kosten
Ca. 5 Personentage pro Jahr für Pflege und Aktualisierung, könnte ggf. durch „Koordinationsstelle Klimaschutz“ gedeckt werden
Unterstützung der Transparenz von Angeboten, Projekten, Initiativen zum Thema Klimaschutz in Kall
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Inf/Bera 3
Beteiligung an einem kreisweiten Energieberatungsangebot
Kurzbeschreibung:
Ein wesentliches Hemmnis bei der Umsetzung von wirtschaftlichen Effizienzmaßnahmen sind fehlende Informationen bei Gebäudeeigentümern, welche Maßnahmen
für deren individuelle Situationen und Prioritäten die bestmögliche Lösung darstellen.
Bisher gibt es im Kreis Euskirchen vereinzelte Beratungsangebote wie von den Energieversorgern, Kreditinstituten und der Verbraucherzentrale. In Kall wird durch die
Stelle des Energiebeauftragten eine Beratung im Rathaus angeboten. Im Hinblick auf
die großen Einsparpotenziale im privaten Haushaltsbereich sollten die vorhandenen
Angebote jedoch ausgeweitet und aktiver an die Zielgruppen herangetragen werden.
Ergänzend zu den bestehenden Angeboten wird daher ein niederschwelliges Beratungsangebot vorgeschlagen, das durch den Kreis koordiniert und in Kooperation mit
den Kommunen unter einer gemeinsamen „Dachmarke“ umgesetzt und vermarktet
werden soll. Zur Optimierung und Ergänzung der bestehenden Beratungsangebote
wird daher die Einrichtung einer neutralen und unabhängigen Energieberatungsstelle
vorgeschlagen, die auf Kreisebene angesiedelt ist und (unter Einbindung der bestehenden Angebote) als zentraler Ansprechpartner für die einzelnen kreisangehörigen
Kommunen fungiert.
Aufgaben der Energieberatungsstelle sind in den 3 Jahren der Startphase:
•
Angebot einer neutralen, unabhängigen und kostenlosen Erstberatung (telefonisch und persönlich) zu Energieeffizienzfragen für private Haushalte
•
Weitervermittlung bestehender und vertiefender kommerzieller Angebote zu
Energieberatung und Qualitätssicherung in der Planungs- und Ausführungsphase
Öffentlichkeitsarbeit mit einer offensiven und spezifischen Ansprache der Gebäudeeigentümer
Es wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde Kall die Aktivitäten des Kreises unterstützt.
Bausteine:
a) Beteiligung an Abstimmungsgesprächen; b) Bekanntmachung des Beratungsangebotes in Kall bzw. Abstimmung mit eigenem Beratungsangebot (Synergie)
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 300 Tonnen CO2-Reduktion, bei Annahme 1%
•
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
+++++
Energieverbrauchsminderung bis 2020 im Bereich
Haushalte
durch initiierte Klimaschutzmaßnahmen der Verbrauchsgruppen und Umsetzung durch regionales Handwerk
Sachkosten: 5.000 !/a pauschal (je nach Beteiligung an
der Kreis-Umsetzung)
Ca. 3 Personentage für Abstimmungen
Grundlage zur Initiierung von Effizienzmaßnahmen im
Haushaltsbereich und Ergänzung zum bestehenden
Beratungsangebot in Kall
Laufzeit: 2013 - 2020
45
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 4
Regionales Qualitätssicherungssystem für Energieberatung und Handwerk
Kurzbeschreibung:
Gerade bei weniger aufwendigen energetischen Sanierungsmaßnahmen am Gebäude, die in der Regel ohne externe Planung und Überwachung durchgeführt werden,
ist der private Gebäudeeigentümer häufig bei der Frage verunsichert, "Wie finde ich
einen guten Energieberater und/oder Handwerker?". Deutschlandweit wurden an
dieser Stelle bisher verschiedene Qualitätssicherungssysteme insbesondere für
Berater, Planer und Handwerker erarbeitet, die sich in ihrem Verbindlichkeitsgrad für
die beteiligten Unternehmen unterscheiden (z.B. Bremer Energie-Experten, AltbauPartner Handwerk Münster, EnergieeffizienzFACHBETRIEBE und –PLANER Aachen).
Wesentliche Elemente sind dabei eine neutrale Trägerschaft und Instrumente wie
eine Selbstverpflichtung, Zusatzqualifikationen, Referenzen, Baustellenbesuche und
ein Kundenbewertungssystem für die beteiligten Unternehmen.
Der Aufbau eines solchen Systems ist nur in Abstimmung mit dem Kreis und kreisangehörigen Kommunen sinnvoll (regionaler Ansatz). Auch eine Abstimmung mit den
zu beteiligenden potenziellen Mitgliedern, insbesondere Energieberatern und Handwerkern sollte erfolgen. Eine Einbindung der regionalen Energieversorger könnte bei
der Umsetzung ebenfalls berücksichtigt werden (z.B. ENE).
Bausteine:
a) Abstimmung mit Kreis und kreisangehörigen Kommunen sowie Multiplikatoren wie
Handwerk, externe Energieberater, KH, Innungen, HWK; b) Konzeptionelle Ausarbeitung
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen und kreisangehörige Kommunen, Multiplikatoren (s.o.)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 190 Tonnen CO2-Reduktion, bei Annahme von 1%
CO2-Reduktion:
+++++
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
Laufzeit: 2015 - 2020
46
zusätzlicher Wärmebedarfsminderung im privaten
Haushaltsbereich
Die Maßnahme trägt zu mehr Vertrauen von privaten
Eigentümern ins Handwerk bei und fördert indirekt die
Beauftragung von qualifizierten Handwerkern
Sachkosten ca. 15.000 ! Konzeptentwicklung einmalig,
jährlich 10.000 ! für Öffentlichkeitsarbeit (nur in Kooperation mit dem Kreis umzusetzen, je nach Verteilung
geringere Kosten durch Kooperation, daher Bewertung
„mittel“)
Ca. 2 Personentage für Konzeptbegleitung und 2-3
Personentage pro Jahr für Betreuung
Förderung Vertrauen von privaten Eigentümern in auch
komplexere Sanierungen und damit Initiierung von
weiteren Modernisierungsmaßnahmen, daher trotz
hohen Kosten Bewertung „gut“
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Inf/Bera 5
Energiesparmaßnahmen in Eigenleistung
Kurzbeschreibung:
Energieeffizienzmaßnahmen werden häufig durch die Gebäudeeigentümer in Eigenleistung umgesetzt. Vorgeschlagen wird, hierzu Seminare oder Infoangebote für die
richtige Durchführung von Sanierung in Eigenleistung zu entwickeln und z.B. in Kooperation mit der VHS anzubieten. Für Maßnahmen, die nicht in Eigenleistung durchgeführt werden können, sollen den Eigentümern und Mietern qualifizierte Handwerker zur Seite stehen. Eine Option ist dabei das Dienstleistungsangebot der "Regie zur
Eigenleistung". Die Entwicklung und Umsetzung dieses Beratungsbausteins sollte in
Kooperation mit dem Kreis, Nachbarkommunen, der VHS, Kreishandwerkerschaft
etc. entwickelt und durchgeführt werden. Es wird vorgeschlagen diese Maßnahme
probeweise zunächst über zwei Jahre durchzuführen. Bei der Entwicklung und Umsetzung ist eine Kooperation mit dem Kreis und den Nachbarkommunen anzustreben.
Bausteine:
a) Abstimmung mit der VHS und ggf. weitere Multiplikatoren; b) Konzeptentwicklung;
c) Umsetzungsbegleitung ggf. durch vorgeschlagene Energieberatungsstelle
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, Nachbarkommunen, VHS, Multiplikatoren (Baumärkte, Kreishandwerkerschaft, Innungen, Berufsverbände etc.)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 14 t CO2, bei Annahme, dass bis 2020 20 SanierunCO2-Reduktion:
++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
gen mit einer Wohnfläche von 150 m2 20 kWh/m2*a
einsparen; durch das Info-Angebot kann gewährleistet
werden, dass mögliche Sparpotenziale konsequenter
ausgeschöpft werden.
Die Maßnahme trägt mehr zur Qualität und damit zum
Werterhalt als zur Wertschöpfung bei, daher Bewertung „sehr gering“
Sachkosten: ca. 3.000 !/a (Infomaterial etc.)
Ca. 2-3 Personentage pro Jahr zur Abwicklung und
Begleitung, könnte ggf. durch „Koordinationsstelle
Klimaschutz“ gedeckt werden
Energetische Modernisierungsmaßnahmen von privaten Eigentümern können kostengünstig unterstützt
werden
Laufzeit: 2013 - 2014
47
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 6
Hydraulischer Abgleich und Heizungsoptimierung
Kurzbeschreibung:
Die Maßnahme umfasst eine Informationskampagne zum Thema Hydraulischer Abgleich bzw. Heizungsoptimierung, bei der private Gebäudeeigentümer (und ggf.
kleine und mittlere Unternehmen (KMU)) gezielt auf die Thematik angesprochen
werden. Sie zielt dabei auf die Optimierung bestehender Heizungsanlagen in Wohngebäuden (und beheizten Gebäuden im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung
(GHD)) ab, indem Maßnahmen mit effizienten Heizungs- und Warmwasserzirkulationspumpen sowie hydraulischem Abgleich initiiert werden. Eine Förderung der Investitionen in Wohngebäuden erfolgt durch KfW- Programme.
Im Kern handelt es sich um Initial- und Förderberatungen, welche einen effizienteren
Betrieb der Anlagen und damit Energieeinsparungen ermöglichen sollen. Die Beratung könnte in Kooperation mit dem Kreis und den kreisangehörigen Kommunen als
Pilotprojekt mit einem zuvor ausgewählten Energieberater-Pool durchgeführt werden.
Nach der Beratung sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen durch Netzwerkpartner,
wie örtlichen Handwerksunternehmen (z.B. solche, die im Qualitätssicherungssystem gelistet sind), umgesetzt werden.
Bausteine:
a) Konzeptentwicklung (z.B. unter Nutzung der im Rahmen des Projektes
ALTBAUNEU entwickelten Materialien) und Abstimmung; b) Bildung eines Energieberaterpools (ggf. Berater aus dem Qualitätssicherungssystem)
Akteure:
Kall, ggf. Kreis Euskirchen und kreisangehörige Kommunen, Handwerker, Energieberater, Energieversorger
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 40 Tonnen CO2-Reduktion, bei Annahme, dass von
CO2-Reduktion:
+++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2014 - 2016
48
insgesamt 400 Beratenen (bis 2020) 10% ihre Heizung
optimieren
Leistungen die durch das lokale Handwerk ausgelöst
werden
Sachkosten: 5.000 ! einmalig (Konzept, Marketing,
Handwerkerpool) und ca. 5.000 ! pro Aktionsumsetzung (bei gemeinsamer Entwicklung und Umsetzung
mit dem Kreis etc. ggf. geringere Kosten)
Ca. 5 Personentage für Konzeptbegleitung und 5
Personentage für Projektbegleitung
Baustein zur aktiven Ansprache der Zielgruppen zur
Energieeinsparung, gute Übertragbarkeit der Maßnahme bei einmaliger Konzeption
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Inf/Bera 7
„Haus-zu-Haus“-Beratung
Kurzbeschreibung:
Es wird eine umfassende Kampagne "Haus-zu-Haus-Beratung" (HzH) für privat genutzte Wohngebäude vorgeschlagen. In ausgewählten Ortsteilen mit homogenen
Gebäudestrukturen werden im Rahmen eines 2-Jahres-Plans HzH-Beratungen durchgeführt, welche durch eine Schwachstellenanalyse durch Gebäudethermografie
ergänzt werden können.
HzH-Beratungen haben sich als ein sehr wirkungsvolles Instrument zur Ansprache
privater Gebäudeeigentümer herausgestellt. In festgelegten und angekündigten
Zeiträumen (z.B. zwei Beratungswochen) klingeln Energieberater an Haustüren in
einem zuvor ausgewählten Wohngebiet, um je nach Interesse und Bedarf der Bürger
kostenlose Beratungen zur Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes durchzuführen. Je nach Präferenz ko!nnen Info-Materialien weitergegeben oder auch eine
Initial-Beratung durchgeführt werden.
Ergänzend können Nachbarschaftsveranstaltungen zur Anwendung kommen (Bsp.:
„DÄMMerstunde“ Kreis Gütersloh; „EnergieGenuss@home“ Kreis Steinfurt). Die
Kommunikation und Organisation kann über Multiplikatoren in der Nachbarschaft
stattfinden, diese Angebote können zu einer koordinierten Durchführung von energetischen Sanierungsmaßnahmen verschiedener Eigentümer führen und damit nutzbare Synergieeffekte erzeugen.
Diese Maßnahme sollte in Kooperation mit dem Kreis und den Nachbarkommunen
entwickelt und umgesetzt werden. Bei einmaliger Konzeption ist diese Maßnahme
beliebig übertragbar und wiederholbar.
Bausteine:
a) Abstimmung mit dem Kreis und kreisangehörigen Kommunen; b) Entwicklung
Beratungskampagne; c) Auswahl von qualifizierten Beratern; d) Einbindung Kooperationspartner; e) Zusammenstellung Info-Materialien
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, kreisangehörige Kommunen, Energieversorger, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, Kreditwirtschaft
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Rund 160 t CO2-Reduktion; bei Ansprache von 200
CO2-Reduktion:
+++++
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
Eigentümern pro Aktion über 2 Jahre, einer Quote
umgesetzter Maßnahmen von 20% und Heizwärmereduzierung um 30%
Investitionen werden angeregt und überwiegend vom
lokalen Handwerk umgesetzt
Konzeptentwicklung: 5.000 ! einmalig; Sachkosten: ca.
5.000 ! pro Aktion (externe Energieberater, Infomaterial) (bei gemeinsamer Umsetzung mit Kreis und Nachbarkommunen geringere Kosten zu erwarten)
Ca. 5 Tage pro Aktion (Gebietsauswahl, Öffentlichkeitsarbeit, Monitoring)
Sehr hohe Wertschöpfungseffekte bei geringen Kosten
(s. dazu auch Evaluation Kreis Gütersloh)
Laufzeit: 2013 - 2014
49
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 8
Leerstandskarte zur Identifikation von Beratungsbedarf
Kurzbeschreibung:
Aufgrund der Tendenz einer abnehmenden und älter werdenden Bevölkerung stellt
das Thema demographischer Wandel ein zentrales Handlungsfeld im Kreis Euskirchen dar, mit dem sich der Kreis und die kreisangehörigen Kommunen seit mehreren
Jahren intensiv beschäftigen.
Anknüpfungspunkte zu diesem Thema gibt es in Dahlem und Hellenthal bereits. Hier
wird zurzeit durch die Universität Bonn ein Forschungsprojekt zum Leerstandsmonitoring durchgeführt, auf dessen Grundlage diese Maßnahme aufbauen kann.
Vorgesehen ist die Erstellung eines Plans, der Angaben zu Gebäuden und seinen
Eigentümer- bzw. Nutzerstrukturen beinhaltet. Ziel ist es leerstehende Gebäude und
Gebäude zu identifizieren bzw. zu lokalisieren, die besonders hohe Energieeinsparpotenziale aufweisen und aufgrund der Nutzerstruktur (Alter, Wohnform) die Möglichkeit eröffnen, verstärkt energetische Beratungen (o.ä. Maßnahmen) anzubieten.
Es wird vorgeschlagen, diese Maßnahme in Rücksprache mit dem Kreis umzusetzen.
Bausteine:
a) Verwendung der Karte zur Anwendung vorgeschlagener Beratungsmaßnahmen
(z.B. Energieberatung der Gelegenheiten); b) Ansprache der Zielgruppen und Information; c) Vermittlung der Energieberatungen
Akteure:
Kall, private Gebäudeeigentümer
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“
CO2-Reduktion:
+
Keine direkte Wirkung, daher Bewertung „sehr gering“
Regionale Wertschöpfung: +
kostenneutral
Kosten:
+++++
Ca. 5 Personentage für Auswertung und HandlungsPersonalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
Laufzeit: 2013
50
+++
empfehlungen
Grundlagenarbeit zur systematischen Erfassung potenzieller Zielgruppen zum Thema Modernisierung und
Sanierung
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Inf/Bera 9
Energieberatung der Gelegenheiten
Kurzbeschreibung:
Die Nutzung der bisherigen Energieberatungsangebote setzt vornehmlich eine aktive
Kontaktaufnahme durch die Kunden voraus. Eine Förderung von Fachberatungen
sollte jedoch verstärkt eine aktive Ansprache der Zielgruppe „Hauseigentümer“
durch die Beratungsträger voraussetzen. Ein Instrument dafür wird in der mobilen
Energieberatung in Form von Infoständen gesehen. Stark frequentierte Orte eignen
sich dazu besonders, z.B. am Bahnhof Kall. Ein Infostand sollte testweise Passanten
bzw. Besucher zum Thema Energieberatung ansprechen und informieren (Sommermonate können hierbei entfallen). Werbung für diese Art der Energieberatung kann
im Rahmen des Versands von gemeindlichen Bürgerblättern/-mitteilungen erfolgen.
Neben einer mobilen Energieberatung wird zudem auch eine Gelegenheit für Energieberatungen bei Eigentumsübergängen speziell für Kaufinteressenten und Käufer
von Bestandsimmobilien gesehen. Die Kosten für die Beratung können z.B. bei späterer Sanierung zurückerstattet werden oder durch Warengutscheine kompensiert
werden. Hierdurch sollten den Neubesitzern beispielsweise die Vorteile einer weitergehenden Beratung genannt werden und Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden.
Den Neubesitzern einer (alten) Immobilie sollten beim Erwerb die Sanierungsmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeitspotenziale der jeweiligen Maßnahmen bewusst
werden, so dass die Umsetzung von Maßnahmen im finanziellen Rahmen sinnvoll
durchgeführt werden kann.
Es wird vorgeschlagen, diese Maßnahme in Kooperation mit dem Kreis und den
kreisangehörigen Kommunen umzusetzen. Dabei sollte ein Beratungskonzept/-paket
gemeinsam entwickelt werden (ggf. mit externer Unterstützung), das probeweise
(z.B. über zwei Jahre in Kall und anderen Kommunen) durchgeführt wird.
Bausteine:
a) Konzeptentwicklung und Abstimmung mit Akteuren; b)„Gelegenheiten“ definieren; c) Angebote schaffen;
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen und kreisangehörige Kommunen, Energieversorger, externe
Berater, Unternehmen, Kreditinstitute, Makler
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 70 t CO2-Reduktion, bei Annahme, dass insgesamt
CO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
100 EFH 20 kWh/m2*a einsparen, bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 150 m2
Initiierung von Modernisierungsmaßnahmen und
Umsetzung durch Handwerk
Sachkosten: ca. 10.000 ! einmalig für Konzeptentwicklung und 5.000 !/a für Umsetzung (ggf. geringe Entwicklungskosten durch Kooperation mit Kreis etc.)
Ca. 5 Personentage pro Jahr für Begleitung und Koordination
Ergänzung der stationären Energieberatung durch eine
aktive und zielgruppenspezifische Ansprache
Laufzeit: 2015 - 2017
51
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 10
Initiierung und Bekanntmachung von Leuchtturmprojekten
Kurzbeschreibung:
In verschiedenen Kommunen hat sich gezeigt, dass „Leuchttürme“ sehr gut zur
Nachahmung anregen und motivieren können. Mögliche Leuchtturmprojekte, die in
Kall umgesetzt werden könnten, wären z.B. die Umsetzung einer Klimaschutzsiedlung im Rahmen der NRW-Auslobung “100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“. Dafür
können Fördermittel des Landes NRW im Programm „progres.nrw“ genutzt werden.
Auch die Umsetzung einer Passivhaussiedlung ist diesbezüglich als Beispiel grundsätzlich denkbar. Darüber hinaus ist aufgrund der Bedeutung der Holzwirtschaft auch
ein nachhaltiger Holzbau als Leuchtturmprojekt in Betracht zu ziehen (s. Beispiel
Landesgartenschau Zülpich, Jugendherberge Vogelsang). Schließlich sollen die Erfahrungen durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit verbreitet werden, auch auf der
vorgeschlagenen Internet-Plattform. Zu den Zielgruppen zählen dabei neben Bürgern
und Bauherren auch beteiligte Berufsgruppen wie die Architekten, Planer und Handwerker. Neben der Bekanntmachung von Leuchtturmprojekten sollte es auch Aufgabe der Gemeinde Kall sein, entsprechende Projekte durch Netzwerkarbeit anzuregen und als Koordinator zu begleiten.
Bausteine:
a) Ansprache, Unterstützung und Verzahnung (zum Erfahrungsaustausch) der motivierten Akteure (z.B. Investoren, Wohnungsgesellschaften, Gebäudeeigentümer); b)
Aufbereitung der Maßnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit
Akteure:
Kall, Wohnungswirtschaft, private Eigentümergruppen, Handwerker
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Bewertung „sehr gering“
CO2-Reduktion:
+
Bewertung „sehr gering“
Regionale Wertschöpfung: +
Sachkosten ca. 5.000 ! für alle zwei Jahre für die
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2013 - 2020
52
inhaltliche Aufbereitung und Darstellung von Leuchtturmprojekten (auch Exkursionen, Info-Veranstaltungen)
Ca. 5 Personentage pro Jahr für die Begleitung und
Aufbereitung, könnte ggf. durch „Koordinationsstelle
Klimaschutz“ gedeckt werden
Leuchtturmprojekte mit hoher Multiplikatorwirkung
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Inf/Bera 11
Regionale Initialberatung und Umsetzungsbegleitung
durch „Energielotsen“ für KMU
Kurzbeschreibung:
Trotz steigender Energiekosten ist gerade in kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU) Wissen über Möglichkeiten zur Senkung des eigenen Energieverbrauchs oft
nicht vorhanden bzw. sind Instrumente des Energiecontrollings nicht hinreichend auf
eigene Bedarfe abgestimmt. Durch die Bereitstellung externen Fachwissens als
standardisiertes Beratungspaket soll hier ein an die Betriebsstruktur von KMU angepasster Wissenstransfer stattfinden und Energiesparmaßnahmen initiiert werden.
Entwickelt wird für den einzelnen Betrieb ein niederschwelliges Energieberatungsangebot mit begleitendem Energielotsen-Coaching während einer Maßnahmenumsetzung, bei dem ein entsprechender Fachberater eine Initialberatung mit Vor-Ort- Besuch durchführt (z.B. im Rahmen des KfW-Förderprogramms "Energieeffizienzberatung") und anschließend zusätzlich die Maßnahmenumsetzung qualitätssichernd
begleitet (im Sinne einer dauerhaften, umsetzungsbegleitenden Leistung). Sie
schließt somit direkt an das Angebot der KfW an bzw. an bestehende örtliche Angebote (z.B. Technik Agentur Euskirchen).
Dabei wird ein qualifizierter Berater-Pool aus der Region nach Themen vorausgewählt, mit denen eine Rahmenvereinbarung zu Leistungsumfang und Kosten für ein
begleitendes Coaching getroffen wurde. Das Grundangebot wird dauerhaft eingerichtet, so dass die Unternehmen benötigtes Know-How nach Bedarf abrufen und nach
individuellem Aufwand abrechnen können. Hierfür können für gängige Formen von
Nichtwohngebäuden die Energieeinsparpotenziale untersucht und aufbereitet bzw.
entsprechende Maßnahmen im Rahmen von Modellprojekten angestoßen werden.
Ziel ist es unter anderem, hierdurch Nachahmungseffekte durch übertragbare, wirtschaftlich sinnvolle Sanierungskonzepte zu erzeugen.
Es wird vorgeschlagen, diese Maßnahme gemeinsam mit dem Kreis und kreisangehörigen Kommunen umzusetzen.
Bausteine:
a) Abstimmung mit Kreis und kreisangehörigen Kommunen; b) Konzeptentwicklung;
c) Abstimmung der Konzeption mit relevanten Multiplikatoren wie Energieberatern,
Unternehmen
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen (Wirtschaftsförderung), kreisangehörige Kommunen, Multiplikatoren (Energieagentur NRW, Kreishandwerkerschaft etc.)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 110 t CO2-Einsparung, bei Annahme, dass 5% der
CO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
Unternehmen bis 2020 5% Wärme und 10% Strom
einsparen
Stärkung der ansässigen Unternehmen durch Energiekosteneinsparungen
Externe Konzeptentwicklung: 10.000 ! einmalig (jedoch
deutlich geringere Kosten bei gemeinsamer Entwcklung mit Kreis etc. zu erwarten)
Ca. 5 Personentage für Konzept-Begleitung und ca. 5
Personentage pro Jahr (in Abhängigkeit der Angebotsnutzung)
Großes Nutzungspotenzial bei geringen Entwicklungskosten
Laufzeit: 2013 - 2014
53
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Inf/Bera 12
„Firma-zu-Firma-Beratung“ in Gewerbegebieten
Kurzbeschreibung:
Im Rahmen einer einmaligen, lokal (z.B. auf ein Gewerbegebiet) wie auch zeitlich
begrenzten Aktion kann eine externe Initialberatung für dort ansässige Firmen durch
einen "Energiecoach" Einsparpotenziale aufzeigen. Die Initialberatung umfasst eine
Beratung mit Rundgang vor Ort mit einem Fachmann, der einen konkreten Maßnahmenkatalog zur anschließenden Umsetzung für den spezifischen Akteur aufstellen
kann. Die Maßnahme kann als Pilot z.B. im Laufe von zwei Wochen im Rahmen einer
größer angelegten Aktion ein Gewerbegebiet umfassen.
Bausteine:
a) Konzeptentwicklung; b) Gebiets- und Beraterauswahl; c) Öffentlichkeitsarbeit; d)
Monitoring
Akteure:
Kall, Energieversorger, IHK, Unternehmen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 57 t CO2-Reduktion, bei Erreichen von 20 UnterCO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++
Laufzeit: 2016
54
nehmen pro Aktion, einer Einsparung von 5% Wärme
und 10% Strom
Stärkung der ansässigen Wirtschaft durch initiierte
Energieeinsparungen
Sachkosten: ca. 5.000 ! einmalig Konzeptentwicklung
und ca. 3.000 ! für externe Beratungsdienstleistungen
Ca. 5-10 Personentage für eine Aktion, bei zusätzlichen
Aktionen weiterer Aufwand
Direkte Ansprache der Unternehmen zur Identifikation
wirtschaftlicher Einsparmaßnahmen
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
4.5 „Erneuerbare Energien und energieeffiziente Energieversorgung“
EE/EV 1
Förderung der Solarenergienutzung
Kurzbeschreibung:
Die Solarenergienutzung in Form von Solarthermie-Kollektoren und PhotovoltaikModulen stellt eine CO2-freundliche Energieform zur Deckung des Wärmebedarfs
und zur Stromproduktion dar. Die Gemeinde Kall ist diesbezüglich bereits aktiv. Zur
Ergänzung der bisherigen Aktivitäten wird vorgeschlagen die Kampagnenarbeit auszudehnen
Diese Kampagnen für Photovoltaik und Solarthermie können unter Einbindung von
Installateuren und Händlern kombiniert werden. Auch Aktionen zur Einbindung der
Öffentlichkeit z.B. ein Solar-Sponsorenlauf von Schülern können für weitere Aufmerksamkeit sorgen.
Es können durch Netzwerkaktivitäten außerdem Dachflächeneigentümer und Investoren (z.B. Energiegenossenschaft) verstärkt angsprochen werden und zusammen
gebracht werden, sofern Eigentümer nicht selbst investieren möchten. Erste SolarBürgerbeteiligungsprojekte und entsprechende Netzwerkaktivitäten wurden bereits
durch die Eifeler Energiegenossenschaft und KEVER realisiert. Diese Aktivitäten sind
zu vertiefen und zu ergänzen.
Zusätzlich dazu könnten die bestehenden Aktivitäten der Gemeinde Kall durch eine
Kontaktbörse unterstützt werden. Zur Akquirierung von großen PV-Dachflächen bei
Industrie und Gewerbe wird eine „Tauschbörse“ für Investoren, Anbietern von Dachflächen und privaten Initiativen bzw. Akteuren vorgeschlagen. Der Kreis könnte die
kreisangehörigen Kommunen als übergeordneter Koordinator organisatorisch dabei
unterstützen. Durch die zentrale Betreuung und die einheitliche Darstellung erhöht
sich die Nutzerfreundlichkeit der Kontaktbörse. Die Pflege und Nutzung der Börse
läge jedoch in der Eigenverantwortung der kreisangehörigen Kommunen, darunter
auch der Gemeinde Kall.
Bausteine:
a) Kampagnenplanung; b) Abstimmung mit dem Kreis und kreisangehörigen Kommunen; c) Stärkung der Netzwerkstrukturen (z.B. Installateure, Modul- und Kollektoranbieter, Energiegenossenschaften); c) Betreuung der „Tauschbörse“ etc.
Akteure:
Kall, Kreis Euskirchen, kreisangehörige Kommunen, Energieversorger, Installateure,
Modul- und Kollektoranbieter, Energiegenossenschaft, Unternehmen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Nicht genau quantifizierbar, bei Umsetzung der wirtCO2-Reduktion:
+++++
Regionale Wertschöpfung:
+++++
Kosten:
+++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
schaftlichen Solarthermie- und Photovoltaikpotenziale
jedoch sehr großes Einsparpotenzial zu erwarten
Bei Umsetzung mit lokalen Handwerkern und Installateuren
Sachkosten: 10.000 ! pro Kampagne (Marketing,
Infoveranstaltungen), alle 2 Jahre (ggf. geringere
Kosten durch Kooperation mit Kreis etc.)
Ca. 15 Personentage pro Kampagne für Begleitung,
könnte ggf. durch die „Koordinationsstelle Klimaschutz“ gedeckt werden
Stärkere Ausschöpfung der Solarenergiepotenziale
Laufzeit: 2015 - 2020
55
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
EE/EV 2
Ausbau der Nahwärme
Kurzbeschreibung:
Über Nahwärmenetze werden mehrere Gebäude von einer zentralen Heizungsanlage
mit Wärme versorgt. Wird diese Wärme aus regenerativen Energiequellen (Holz,
Biomasse) erzeugt, können große Mengen CO2 eingespart werden.
Im Ortszentrum von Kall liegen zahlreiche Gebäude mit permanent hohem Energieverbrauch in geringer Entfernung von einander und bieten so ideale Voraussetzungen
für ein Nahwärmenetz. Insbesondere das gemeindeeigene Hallenbad, der Verbrauchermarkt und die Schulgebäude des Kreises Euskirchen haben einen ganzjährig
hohen Wärmeverbauch.
Durch die geographische Lage der Gemeinde Kall in der relativ dicht bewaldeten Eifel
mit einem Bestand von knapp 1.000 ha Wald im Gemeindebesitz bietet sich die
Möglichkeit, hier eigene Ressourcen zur Energieerzeugung zu nutzen.
Von Gemeindeverwaltung und Energieteam Kall wurden bereits Daten zu den Energieverbräuchen und Heizungssysteme möglicher Abnehmer gesammelt. Dabei kam
ein großes Interesse der Gebäudebesitzer zum Ausdruck.
Es wird vorgeschlagen zeitnah eine Machbarkeitsstudie auf Basis der vorhandenen
Daten zu erarbeiten. Hilfreich sind auch Besichtigungen von bereits installierten
Nahwärmenetzen und die Kontaktaufnahme zu Betreibern und Nutzern.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch frühzeitige Überlegungen zu Betreibermodellen und Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.
Bausteine:
a) Datensammlung (erfolgt); b) Projektskizze (liegt vor); c) Machbarkeitsstudie;
d) Knüpfung von Kontakten und Informationsbeschaffung
Akteure:
Kall, Energieversorger, Energiegenossenschaft, Unternehmen, Investoren, Bürger
Innen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Bis zu 1.000 Tonnen/Jahr bei einer Kapazität von 5 MW
CO2-Reduktion:
+++++
Regionale Wertschöpfung:
+++
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation:
+++++
Laufzeit: 2012 - 2015
56
thermische Leistung
Bei Umsetzung mit lokalen Handwerkern und Installateuren, auch Betrieb und Wartung, Kosteneinsparung
für Privathaushalte ebenfalls möglich
Keine Kosten bei Projektierung und Betrieb durch
Investor
Ca. 15 Personentage pro Jahr für Begleitung, Organisation und Moderation, ggf. mehr bei Beteiligung als
Betreiber
Umfangreiche Vorarbeit notwendig, ggf. auch Aufwand
für Betrieb
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
4.6 „Mobilität“
Mob 1
Optimierung der Verkehrsführung für Fußgänger
Kurzbeschreibung:
Die Gemeinde Kall bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie Besuchern schon
heute ein gut ausgebautes Fußgängernetz, welches an einigen Stellen noch verbessert werden kann. Zusätzliche Querungshilfen wie Mittelinseln und Zebrastreifen
erhöhen die Attraktivität des Netzes ebenso, wie eine fußgängerfreundliche Anpassung einzelner Lichtsignalanlagen im Gemeindegebiet. Daher sollte geprüft werden,
an welchen Stellen im Gemeindegebiet zusätzliche Querungshilfen benötigt werden
und welche Lichtsignalanlagen aus Fußgängersicht optimiert werden können. Im
Bereich einiger Kindergärten und Grundschulen sollte die Straßenbeleuchtung zur
Steigerung der Verkehrssicherheit ausgebessert werden, um die Schulwegsicherheit
zu erhöhen. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Attraktivität des Verkehrssystems für
Fußgänger zu steigern und dadurch den prozentualen Anteil der Fußwege am „ModalSplit“ (Verteilung des Verkehrsaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) zu
erhöhen. Dies würde sich auch positiv auf die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Fahrrades auswirken.
Bausteine:
a) Bestandsaufnahme von optimierungsbedürftigen Stellen im Fußgängernetz; b)
Einrichtung zusätzlicher Querungshilfen wie Mittelinseln und „Zebrastreifen“; c)
Prüfung und fußgängerfreundliche Anpassung von Lichtsignalanlagen; d) Straßenbeleuchtung punktuell verbessern (insbes. Kindergärten und Schulen zu prüfen)
Akteure:
Gemeinde Kall, Kindergärten und Schulen
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 130 Tonnen CO2-Einsparung
CO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung: + + + + + Einbindung lokaler Unternehmen für evtl. bauliche
Kosten:
++
Personalaufwand:
+++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++
Maßnahmen.
Gesamtkosten ca. 12.000! für den Ausbau von
Querungshilfen, Beleuchtung und Optimierung
Ampelmanagement
Initialaufwand für die Bestandsaufnahmen und
kontinuierlicher Aufwand für die Planung der Optimierungsmaßnahmen.
Zusatznutzen durch erhöhte Verkehrssicherheit
Laufzeit: 2014 - 2015
57
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Mob 2
Förderung der Fahrradnutzung im Alltagsverkehr
Kurzbeschreibung:
Während touristische Radverkehrsangebote in der Gemeinde Kall und Umgebung
bereits in großer Fülle vorhanden sind und auch bereits öffentlichkeitswirksam vermarktet werden, wird das Fahrrad im Alltagsverkehr bisher wenig genutzt. Im Rahmen der integrierten Gesamtverkehrsplanung für den Kreis Euskirchen aus dem Jahr
2005 wurden kommunale Themen identifiziert, die zu einer Förderung der alltäglichen
Fahrradnutzung beitragen. Hierzu zählen der Radwegeausbau an klassifizierten Straßen, die Erstellung eines gemeindespezifischen Radverkehrskonzeptes sowie ein auf
den Alltagsradverkehr zugeschnittenes Kommunikationskonzept (vgl. „Integrierte
Gesamtverkehrsplanung – Leitfaden: Stärkung der Nahmobilität im ländlichen Raum“,
Planungsbüro VIA, Mai 2005).
Durch eine Verbesserung der Infrastruktur für das Abstellen der Räder an zentralen
Haltepunkten des ÖPNV kann zusätzlich eine Verbesserung im Bereich der Verknüpfung von ÖPNV und Radverkehr im Bereich des Alltagsverkehrs erreicht werden. Auf
dem „Radverkehrskongress“ der AGFS werden aktuelle und innovative Radverkehrsthemen vorgestellt und diskutiert. Durch die regelmäßige Teilnahme können neue
Impulse für die Weiterentwicklung des Fahrradverkehrssystems gesetzt werden.
Auch den jährlichen „Radaktionstag“ gilt es in Kooperation mit dem Kreis weiterzuführen und ggf. mit thematischen Schwerpunkten aus dem Alltagsverkehr zu besetzen. Mittelfristig ist für die Gemeinde Kall zu prüfen, ob sowohl nachfrageseitig als
auch anbieterseitig hinreichendes Potenzial zur Einführung eines kreisweiten Fahrradverleihsystems vorhanden ist. In Abstimmung mit möglichen Betreibern sollte das
Potenzial eines kreisweiten Systems u.a. unter Berücksichtigung einer Verzahnung
mit Tourismusangeboten geprüft werden.
Bausteine:
a) Weiterer Ausbau und Optimierung des Radwegenetzes, Schutzstreifen für den
Radverkehr, Öffnung von Einbahnstraßen, Ausweisung von Radschnellwegen; b)
Gemeindespezifisches Radverkehrskonzept (inkl. Kommunikationskonzept); c) Teilnahme am Radverkehrskongress der AGFS; d) Durchführung eines Radaktionstags
mit Bezug zum Alltagsverkehr; e) Potentialprüfung zur Einführung eines kreisweiten
Fahrradverleihsystems
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD), Allgemeiner
Deutscher Fahrrad Club e. V. (ADFC)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 200 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: + + + + + Bei der Umsetzung baulicher Maßnahmen sind
Kosten:
++
Personalaufwand:
+++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++
Laufzeit: 2012 - 2020
58
lokale Unternehmen einzubinden.
Gesamtkosten ca. 60.000 ! (Konzeption und
Durchführung von Maßnahmen, Schließung vorhandener Netzlücken inkl. Markierung, Ausbau von
Schutzstreifen, Potenzialanalyse für ein Fahrradverleihsystem)
Kontinuierlicher Aufwand für Planung und Begleitung der Maßnahmen und Koordination des Marketings.
Wichtiges Handlungsfeld mit langfristiger Perspektive und Potenzialen.
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Mob 3
Optimierung von Marketing, Information und Kundenkommunikation im ÖPNV
Kurzbeschreibung:
Die lokalen ÖPNV-Unternehmen in Kall bieten schon heute attraktive Angebote, die
über das übliche Linienangebot hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise der „NationalparkShuttle SB 82“, welcher Kall mit dem Nationalpark Eifel verbindet und die
„Wald-Linie 815“, die eine Verknüpfung von ÖPNV und Fahrrad ermöglicht. TaxiBusse
und Anrufsammeltaxis ergänzen das Linienangebot insbesondere in dünn besiedelten
Orten bzw. Weilern und zu Randzeiten. Durch eine zielgruppenspezifische Vermarktung der bestehenden Angebote im Alltags- und Tourismusverkehr könnten die Fahrgastzahlen im ÖPNV gesteigert werden. Dabei sollten sowohl klassische Informationskanäle wie Prospekte, Aushänge oder Radiowerbung als auch neue Kanäle (z. B.
Smartphone-Apps, Facebook, Twitter) in die Vermarktung einbezogen werden.
Neubürgerpakete mit Fahrplänen, Tarifinformationen und Gutscheinen dienen Zugezogenen als erste Orientierung bei der Verkehrsmittelwahl. Dies ist von besonderer
Relevanz, da sich das - in der Regel „eingefahrene“ - Verkehrsverhalten von Individuen bei einem Umzug in eine andere Stadt grundlegend verändern kann.
Auch die Einbindung des Mobilfunks zur Übermittlung von Verkehrsinformationen
sollte bei den lokalen ÖPNV-Anbietern geprüft werden. Mittels moderner Smartphones in Kombination mit entsprechenden Applikationen (Apps) können Informationen
bezüglich ÖPNV-Angebot und aktueller Verspätungen oder Verkehrsbehinderungen
zeitnah und komfortabel an die ÖPNV-Nutzer weitergegeben werden.
Bausteine:
a) Offensive, zielgruppenspezifische Vermarktung bestehender Angebote (Linienangebot, touristische Angebote, TaxiBus, Anrufsammeltaxi); b) Begrüßungspakete für
Neubürger mit Informationen zum bestehenden ÖPNV-Angebot; c) Kundeninformation: Einbindung des Mobilfunks für aktuelle Verkehrsinformationen
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, lokale / regionale ÖPNV-Anbieter, Verkehrsverbund
Rhein-Sieg (VRS)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 220 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: +
Keine Effekte zu erwarten, daher Bewertung „sehr
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++++
gering“
Gesamtkosten ca. 8.000 ! für Neubürgerpakete,
ÖPNV-Marketingkampagne (Unterstützung ÖPNVAnbieter) und die Prüfung eines Informationsangebotes für den Mobilfunk.
Initialaufwand für die Konzeption der Informationsmaterialen und Ausgestaltung einer Kampagne
sowie Einbindung von Partnern. Laufender Aufwand
eher gering, primäre Koordination der Aktivitäten
mit den Partner.
Potenziale sind besonders durch die Einbindung
weiterer Akteure zu heben.
Laufzeit: 2014 - 2016
59
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Mob 4
Anbindung des Gewerbegebietes in Kall durch umweltfreundliche Mobilitätsangebote verbessern
Kurzbeschreibung:
Um die Rahmenbedingungen für das betriebliche Mobilitätsmanagement der in Kall
ansässigen Unternehmen zu stärken, gilt es, wo möglich die Erreichbarkeit des Gewerbegebietes durch umweltfreundliche Mobilitätsangebote (z. B. ÖPNV, Fahrrad,
CarSharing, flexible Bedienelemente) zu ergänzen. Eine Prüfung der Möglichkeiten
zur verbesserten Anbindung durch umweltfreundliche Mobilitätsangebote sollte eine
Potenzialermittlung in Abstimmung mit den jeweiligen Unternehmen in den Gewerbegebieten beinhalten. Im Bereich des ÖPNV sollte der Kreis eine koordinierende
Funktion einnehmen und die Anforderungen der in Kall ansässigen Unternehmen
bündeln. Mit den lokalen ÖPNV-Anbietern sollte anschließend bei Bedarf eine Anpassung des Verkehrsangebotes zur umweltfreundlichen Abwicklung der Arbeitswege
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kaller Gewerbegebietes abgestimmt werden (z.B. durch eine verbesserte Anbindung in Richtung Zentrum/Bahnhof). Bei etwaig auftretenden Finanzierungsengpässen sind innovative Finanzierungsmodelle durch
die Gemeinde bzw. in Kooperation mit den ortsansässigen Unternehmen zu prüfen.
Bausteine:
1) Identifikation und Ansprache relevanter Unternehmen mit Nachfragepotenzial zur
Nutzung umweltfreundlicher Mobilitätsnagebote für die Arbeitswege der Beschäftigten
2) Koordination der verschiedenen Interessenten und der ÖPNV-Anbieter durch den
Kreis
3) Prüfung von Möglichkeiten für innovative Finanzierungsmodelle zur Realisierung
der Vorhaben
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, lokale ÖPNV-Anbieter, lokale Wirtschaft, ggf. CarSharing-Anbieter, VCD e. V., ADFC e. V., ADAC e. V.
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
Ca. 70 Tonnen CO2-Einsparung, je nach AusgestalCO2-Reduktion:
++++
Regionale Wertschöpfung:
Kosten:
+++
+
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+
Laufzeit: 2016 - 2017
60
tung der Anpassungen ggf. höher
Einbindung lokaler Unternehmen kann erfolgen.
Gesamtkostenrahmen nicht quantifizierbar, da
abhängig von Potenzialanalyse. Bei Bedarf Anpassung des ÖPNV Angebotes ggf. durch Änderung
der Linienführung oder Schaffung neuer Haltestellen.
Koordination der Potenzialprüfung unter Einbindung
der lokalen Akteure im Kreis und ggf. Unterstützung
bei der Umsetzungsplanung.
Bewertung nicht möglich, Kosten nicht eindeutig
quantifizierbar
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Mob 5
Punktuelle Optimierung der Bus-SchieneVerknüpfungen und Kapazitätsauslastung im SPNV
Kurzbeschreibung:
Insbesondere im ländlichen Raum ist die Verkehrsanbindung von hoher Bedeutung und
die Schaffung von umfassenden Angeboten aus einer Hand für den Kunden ist sehr attraktiv. Im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) bietet es sich an, eine
intensivere Vernetzung aller Anbieter insgesamt voranzutreiben. Als Medium kann ggf. die
einmalige Einrichtung eines „Runden Tisches“ aus den zentralen Akteuren des Kreises
sowie Vertretern der relevanten Anbieter im Bereich SPNV und ÖPNV dienen. Zentrale
Aufgabe dieses Gremiums sollte eine Intensivierung in der Zusammenarbeit im Bereich
der Optimierung der Angebote aus Kundenperspektive sein. Ein Anknüpfungspunkt kann
beispielsweise die bereits angegangene umfassende Bereitstellung von EchtzeitInformationen für den Busverkehr darstellen. Es gilt sicherzustellen, dass die Anschlüsse
für den Kunden beim Wechsel zwischen verschiedenen Linien und unterschiedlichen
Verkehrsmitteln optimal ausgestaltet sind. Die Gemeinde Kall und der Kreis Euskirchen
haben in diesem Zusammenhang bereits ein gutes Angebot geschaffen. Dieses gilt es
weiter zu optimieren, auch um u.a. die Flexibilität bei Verzögerungen zu erhöhen. Zur
Ermittlung und Priorisierung weiterer aus Sicht der Kunden verbesserungswürdiger Anschlüsse in Kall bieten sich Bürgerbeteiligungsverfahren an. In dessen Rahmen können
die verschiedenen Perspektiven bestimmt und als Grundlage für potentielle Lösungsansätze durch die Gemeinde Kall, den Kreis Euskirchen und die verantwortlichen Verkehrsunternehmen aufgenommen werden.
Im Bereich der zentralen Linien im ÖPNV insbesondere auf der Schiene kann die Aussteuerung der Kapazitäten zwischen Hauptlast- und Schwachlastzeiten kurzfristig durch
pragmatische Lösungen (z.B. Entzerrung von Anfangszeiten oder verstärkte Kommunikation von Alternativen zu Fahrradmitnahme im touristischen Bereich) verbessert werden.
Mittel- bzw. langfristig ist hier über die Möglichkeiten der Ausweitung der Angebote
anzudenken und dies im entsprechenden Rahmen bei der geplanten Fortschreibung des
Nahverkehrsplans anzugehen.
Bausteine:
a) Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Anschlüsse der wichtigsten
Linien mit Einbindung der Kundenperspektive zur Ermittlung weiterer Optimierungspotenziale; b) Einrichtung einer Plattform zum Austausch zwischen/mit lokalen ÖPNVUnternehmen; c) Definition von Handlungsfeldern zur Optimierung des SPNVAngebotes und Erarbeitung von spezifischen Lösungsvorschlägen mit Fokus auf
zeitnahe Umsetzbarkeit
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, Deutsche Bahn, regionale ÖPNV-Anbieter, Bürgerbeteiligung
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
++++
Ca. 90 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale WertschöpKeine Effekte zu erwarten, daher Bewertung „sehr
+
fung:
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++++
gering“
Abhängig von der Einbindung in Initiativen auf Kreisebene, ggf. mit Bedarf an externer Unterstützung
(Kosten ca. 8000 !)
Einmaliger Aufwand für den Austauschprozess und
die Definition von Handlungsfeldern, danach Koordination etwaiger Maßnahmen.
Laufzeit: 2013
61
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Mob 6
Prüfung einer Anpassung der flexiblen Bedienelemente TaxiBus und Anrufsammeltaxi (AST)
Kurzbeschreibung:
Die Bereitstellung von ÖPNV-Dienstleistungen im ländlichen Raum ist im Kontext der
Entwicklungen der letzten Jahren durch eine sinkende Gesamtnachfrage insbesondere aufgrund des demographischen Wandels und der voranschreitenden Urbanisierung
schwieriger zu leisten. Zur Beibehaltung von definierten Standards zur Anbindung an
den ÖPNV ist auch im Zusammenhang mit rückläufigen Finanzierungszusagen eine
Abkehr von klassischen Angeboten hin zu flexiblen Bedienelementen notwendig. Im
Kreis Euskirchen sind bereits seit längerem solche Angebote in Form von Anrufsammeltaxis und TaxiBussen im Einsatz. Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist eine
Ursachenforschung für die sinkende Nachfrage zu betreiben. Ziel sollte eine Überprüfung sein, in welcher Form ggf. neue Konzepte zur Aufrechterhaltung bestimmter
Standards nötig sind. Im Prozess der Maßnahmenentwicklung wurde in einem Workshop in Kall geäußert, dass zusätzlich zu den intrakommunalen flexiblen Bedienungsformen auch kommunenübergreifende Angebote (z. B. Kall – Mechernich) gewünscht
werden. Außerdem sollte das Angebot in den Abendstunden (nach 20:00 Uhr) punktuell ergänzt werden, um auch hier eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten. Auch weitere Ansätze z.B. die Vergabe von Konzessionen zur Bedienung von Korridoren anstelle von Linienkonzessionen sollten hierzu geprüft werden.
Die bestehenden und potentiellen Anbieter im Bereich ÖPNV gilt es einzubeziehen.
Bausteine:
a) Analyse der Nachfrageentwicklung der bestehenden Angebote für die Gemeinde
Kall in Zusammenarbeit mit Anbietern unter Einbeziehung der Nutzerperspektiven; b)
Entwicklung von Alternativkonzepten zur Sicherung der Daseinsvorsorge unter Einbeziehung weiterer flexibler Bedienelemente (u.a. Korridorbusse etc.) und innovativer
(multimodaler) Ansätze; c) Bei Bedarf Anpassung bestehender Konzepte an aktuelles
Nachfrageverhalten
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, AST- und TaxiBus-Betreiber
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2Reduktion:
+++
Ca. 50 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: + + +
Einbindung lokaler Unternehmen möglich.
Kosten:
Kosten für Umsetzung nicht quantifizierbar, ggf.
++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++
Laufzeit: 2014
62
Initialaufwand für externe Unterstützung/Beratung
in Abstimmung mit dem Kreis (ca. 5000 ! - 10.000
!)
Aufwand für Bestandsanalyse und Konzeption,
Umfang abhängig von Unterstützung durch Gutachter.
Zusätzlicher Nutzen als Element der Daseinsvorsorge ist zu berücksichtigen.
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Mob 7
Potenzialprüfung: Einführung eines kreisweiten
CarSharing-Systems (ggf. mit Elektrofahrzeugen)
Kurzbeschreibung:
Die Idee des CarSharings ist simpel: „Nutzen statt Besitzen“. Möglichst viele Autofahrer teilen sich ein Fahrzeug und sparen dadurch Kosten und CO2 ein. Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass ein CarSharing Auto zwischen vier und acht privat
angeschaffte PKW ersetzen kann. Dabei wird die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Fahrzeuge zukünftig noch steigen, sofern der CarSharing-Anbieter Elektrofahrzeuge einsetzt, die mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.
In zahlreichen Städten in NRW bieten CarSharing-Angebote bereits heute eine flexible
und kostengünstige Alternative zum eigenen PKW. Auch für kleinere und mittelgroße
Städte sowie ländliche Regionen gibt es bereits einige positive Beispiele für die Etablierung von Carsharing-Angeboten (z.B. Aurich, Siegburg, Herdecke, Warendorf, Steinfurt). Diese können als Grundlage für die thematische Betrachtung im Kreis Euskirchen herangezogen werden.
Für die Gemeinde Kall ist zu prüfen, ob hinreichendes Potenzial zur Einführung eines
CarSharing-Systems vorhanden ist. Sofern mehrere Kommunen im Kreis sich bei
positiver Potenzialprüfung für die Einführung eines einheitlichen CarSharing-Systems
entscheiden sollten, würde die Bündelung der Nachfrage durch den Kreis die Attraktivität aus Sicht eines Betreibers erhöhen. Der Kreis könnte im Rahmen der Potenzialprüfung eine koordinierende und moderierende Funktion einnehmen. Es ist seitens
der Gemeinde Kall ebenfalls zu prüfen, ob hinreichend Parkraum für die Fahrzeuge
bereitgestellt werden kann und ob eine auskömmliche Fahrzeugauslastung erreicht
wird. In Abstimmung mit möglichen CarSharing-Betreibern sollte das wirtschaftliche
Potenzial eines kreisweiten CarSharing-Systems geprüft werden.
Bausteine:
a) Potenzialprüfung hinsichtlich Angebot und Nachfrage für die Gemeinde Kall; b) Kreis
Euskirchen bündelt Nachfrage und nimmt Kontakt zu möglichen CarSharing-Anbietern
(z. B. Cambio CarSharing, DB Flinkster) auf; c) Bei positiver Potenzialprüfung: Planung
der erforderlichen Umsetzungsschritte
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, weitere Kommunen im Kreis, CarSharing-Anbieter,
regionale Energieversorger, Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 180 Tonnen CO2-Einsparung bei positiver
Regionale Wertschöpfung:
+
Kosten:
++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++++
Potenzialprüfung
Keine Effekte zu erwarten, daher Bewertung „sehr
gering“
Ggf. Initialaufwand für externe Unterstützung/Beratung in Abstimmung mit dem Kreis (ca.
5.000 !).
Koordination der Potenzialprüfung unter Einbindung
der Kommunen im Kreis und ggf. Umsetzungsplanung.
Potenziale sind besonders durch die Einbindung
weiterer Akteure zu heben.
Laufzeit: 2014
63
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Mob 8
Optimierung der Parkraumbewirtschaftung
Kurzbeschreibung:
Aus ökologischer Sicht führt ein begrenztes Angebot an Parkflächen zur verstärkten
Nutzung alternativer, umweltfreundlicher Verkehrsmittel und ist somit im Sinne eines
nachhaltigen Mobilitätsverhaltens zu begrüßen. Einer restriktiven Parkraumbewirtschaftung stehen oftmals wirtschaftliche Interessen des Einzelhandels, welcher ein
möglichst umfangreiches Parkplatzangebot für seine Kundschaft bereitstellen möchte,
entgegen.
Vor diesem Hintergrund gilt es, einen Kompromiss aus ökologischen und ökonomischen Zielvorstellungen für die Gemeinde Kall zu finden. Daher sollte zunächst die
durchschnittliche Parkraumauslastung für die Gemeinde Kall ermittelt werden, um
darauf aufbauend ein - ggf. nach Attraktivität der Lage differenziertes - Parkraumkonzept zu entwickeln. Zum Abbau von Zielkonflikten sollte der lokale Einzelhandel in die
Planungen der Gemeinde frühzeitig einbezogen werden und die Möglichkeit haben,
seine Vorstellungen in ein neues Parkraumkonzept einzubringen. Aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde Kall bisher keine Parkgebühren erhebt, könnten die zukünftigen Einnahmen zur Querfinanzierung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote verwendet werden (z. B. Mob 4, Mob 6).
Bausteine:
a) Bestandsaufnahme bzgl. Angebot und Bedarf an Parkflächen; b) Einbindung des
lokalen Einzelhandels zum Abbau von Zielkonflikten; c) Erstellung eines Parkraumkonzepts mit ggf. nach Lage differenzierten Parkgebühren
Akteure:
Gemeinde Kall, lokaler Einzelhandel
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 170 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: +
Keine Effekte zu erwarten, daher Bewertung „sehr
Kosten:
+
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++
Laufzeit: 2016
64
gering“
Gesamtkosten ca. 15.000! für die Erstellung eines
ganzheitlichen Parkraumkonzeptes sowie eine
kontinuierliche Anpassung
Aufwand zur Koordination des Konzeptes und
Einbindung der lokalen Wirtschaft.
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbaustein
Gemeinde Kall
Mob 9
Verkehrs- und Mobilitätserziehung an Schulen
Kurzbeschreibung:
Ziel der Verkehrs- und Mobilitätserziehung für Schüler ist die selbständige, sichere
und umweltverträgliche Nutzung des Straßenverkehrs. Hierzu bilden Unterrichtsstunden zu einem umweltverträglichen Verkehrsverhalten eine gute Grundlage, um bereits in frühem Alter ein Verständnis für klimafreundliche Mobilität zu entwickeln.
Der Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) widmet sich dem Thema umweltfreundliche Mobilität und hat hierzu verschiedene Publikationen herausgebracht (z. B. „Mobilitätsfibel“, „Mit Kindern klimaverträglich unterwegs“), die sowohl für Kinder als auch
für Eltern die wesentlichen Informationen zum Thema enthalten. Diese könnten als
unterstützendes Material bei den Unterrichtsstunden zu umweltverträglicher Mobilität
verwendet werden. Auch auf die Angebote der Verkehrsverbünde kann bei Bedarf
zurückgegriffen werden.
Darüber hinaus sollten für Fahranfänger Kurse zu spritsparendem Fahrverhalten (EcoDrive-Kurse) in Kombination mit Fahrsicherheitstrainings angeboten werden. Allein
durch vorausschauendes Fahren können pro Fahrzeug und Jahr rund 15% Kraftstoff
eingespart werden.
Bausteine:
a) Unterrichtsstunden zu umweltverträglicher Mobilität; b) Nutzung u.a. von Mobilitätsfibeln des Verkehrsclub Deutschlands e. V. (VCD); c) EcoDrive-Schulungen und
Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger
Akteure:
Gemeinde Kall, Kreis Euskirchen, weitere Kommunen, Schulen, Polizei, VCD, ADFC
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
++++
Ca. 110 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: +
Keine Effekte zu erwarten, daher „Bewertung „sehr
Kosten:
+++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++++
gering“
Gesamtkosten ca. 5.000 ! (Einmaliger Aufwand für
Schulungen ggf. Beschaffung von Lehrmaterialien)
Initialaufwand für Konzeption und ggf. Einbindung
beste-hender Angebote und Ansätze sowie Abstimmung mit den Schulen
Insbesondere die hohen mittel- und langfristigen
Potenziale sind hier zu berücksichtigen.
Laufzeit: 2013 - 2020
65
Integriertes Klimaschutzkonzept Kreis Euskirchen
Vertiefungsbausteine
Gemeinde Kall
Mob 10
Jährlicher Ökomobil-Tag
Kurzbeschreibung:
In Wien wird bereits seit einigen Jahren ein jährlicher Ökomobil-Tag ausgerichtet. Ziel
des Ökomobil-Tages ist es, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger über umweltfreundliche Mobilität zu informieren sowie neue, klimaschonende Fahrzeuge und
Fahrzeugtechnologien vorzustellen. Aktionsspiele für Kinder und Gewinnspiele für
Erwachsene mit Bezug zum Thema umweltfreundliche Mobilität verleihen dem Ökomobil-Tag einen unterhaltsamen Rahmen. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf der
Weitergabe von Informationen zu einem umweltfreundlichen Fahrverhalten liegen. So
können allein durch vorausschauendes Fahren im angemessenen Drehzahlbereich bis
zu 450 kg CO2 pro Fahrzeug und Jahr eingespart werden. Dies entspricht ca. 13% des
jährlichen CO2-Ausstoßes eines Fahrzeugs aus der Kompaktwagenklasse mit 15.000
km Fahrleistung. Im kraftstoffsparenden Fahrverhalten liegt ein großer Hebel zur
Reduktion des CO2-Ausstoßes im Verkehrsbereich, insbesondere für den Kreis Euskirchen und die Gemeinde Kall aufgrund des hohen Anteils an motorisiertem Individualverkehr. Zur Erhöhung der Wahrnehmung des Ökomobil-Tages durch die Bürgerinnen und Bürger sollte die Veranstaltung idealerweise in Kooperation mit weiteren
Kommunen des Kreises durchgeführt werden. So könnten auch die entstehenden
Vermarktungskosten teilweise zwischen den Kommunen aufgeteilt werden.
Bausteine:
a) Informationsstände und -materialien , Mobilitätsberatung; b) Präsentation von umweltfreundlichen Fahrzeugen; c) Gewinn- und Aktionsspiele für Erwachsene und
Kinder
Akteure:
Gemeinde Kall, ggf. weitere Kommunen aus dem Kreis, lokal ansässige Unternehmen, Schulen, VCD, ADFC, ADAC
Kriterienbewertung:
Anmerkung:
CO2-Reduktion:
+ + + + + Ca. 180 Tonnen CO2-Einsparung
Regionale Wertschöpfung: + + +
Einbindung lokaler Unternehmen wichtig und sinnKosten:
++++
Personalaufwand:
+++++
Nutzen-Aufwand-Relation
+++
Laufzeit: 2015 - 2020
66
voll.
Gesamtkosten ca. 3.000 ! für die Bereitstellung von
Informationsmaterial und Infoständen
Initialaufwand für Konzeption und Einbindung von
lokalen Partnern.