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Allgemeine Vorlage (Sanierungskonzept Hallenbad Kall)

Daten

Kommune
Kall
Größe
177 kB
Datum
20.10.2011
Erstellt
07.10.11, 18:24
Aktualisiert
07.10.11, 18:24
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Inhalt der Datei

Gemeinde Kall Vorlagen-Nr. Sitzungstermin Der Bürgermeister 183/2011 20.10.2011 Federführung: Fachbereich III An den Ausschuss für Liegenschaften, Forst und Umwelt mit der Bitte um X FBL: SB: öffentliche Sitzung Herr Schmidt Herr Feld Beschlussfassung Mitzeichnung durch Fassung eines Empfehlungsbeschlusses an den Bürgermeister Kenntnisnahme Beigeordneter Haushaltsmäßige Auswirkungen: X Fachbereichsleiter Vorlage berührt nicht den Haushalt. Mittel verfügbar bei PSK Euro Sachbearbeiter über-/außerplanmäßige Aufwendungen/ Auszahlungen erforderlich bei PSK Deckung erfolgt durch PSK Euro Kämmerer, wenn haushaltsrechtl. Auswirkungen: TOP 4 Sanierungskonzept Hallenbad Kall Beschlussvorschlag: Der Fachausschuss beschließt, die vorgestellten Sanierungsmaßnahmen umzusetzen: 1. 2. 3. 4. Sanierung Innenbeleuchtung Optimierung Heizungssystem Dämmmaßnahmen Umstellung Heizanlage auf erneuerbare Energien (in Kombination mit FWGH) Vorbereitung der Vorlage für die nächste Sitzung 5. Verpachtung der Dachfläche für PV-Anlage 6. Ggf. Senkung Wassertemperatur Die Verwaltung wird mit der Umsetzung der Maßnahmen beauftragt. Sachdarstellung: Im Rahmen der Energieleitlinie befasst sich das Energieteam in der Gemeinde Kall u. a. auch mit energetisch sinnvollen Sanierungsmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden. Das Energieteam hat sich unter der Leitung von Herrn Feld mit einer konzeptionellen Umstellung der Gebäudetechnik des Hallenbades der Gemeinde Kall beschäftigt. Das Hallenbad der Gemeinde Kall ist im Jahre 1967 erbaut worden. Eine energetische Ertüchtigung hat bis auf die Dämmung der Dachflächen nicht stattgefunden. An der 16 Jahre alten Gebäudetechnik (Heizung, Wasser, Lüftung) wurden ausweislich der Arbeitsnachweise nur notwendige Steuerungs- und Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Vorlagen-Nr. 183/2011 Seite 2 In einem ersten Schritt konnten durch „einfache“ Dämmmaßnahmen in erheblichem Maße Energie eingespart werden. So konnte durch die im Winter 2007/08 durchgeführte Dämmung der Dachflächen eine Senkung der Gasverbräuche (witterungsbereinigt) um 23,8% und der Heizkosten (Gas) um 29% erreicht werden. Die Amortisierungszeit dieser Maßnahme lag damit unter zwei Jahren. Dennoch sind die laufenden Kosten weiterhin sehr hoch, vor allem fällt auf, das die Stromkosten mittlerweile über den Heizkosten liegen. Durch die Weiterentwicklung der Technik, insbesondere im Hinblick auf energiesparende Geräte, Beleuchtung und Regelung, bieten sich weitere Einsparpotentiale, die im Folgenden dargestellt werden. Grafik 1 Grafik 2 Vorlagen-Nr. 183/2011 Seite 3 Grafik 3 Grafik 4 Die Verwaltung schlägt daher ein Sanierungskonzept für das Hallenbad vor, das sämtliche Bereiche berücksichtigt, in denen diese Kosten entstehen. 1. Sanierung der Innenbeleuchtung Aus den Grafiken 2 und 4 ist ersichtlich, dass die Stromkosten sich seit einigen Jahren tendenziell auf einem Niveau über den Heizkosten befinden. Hier wurde seitens des Energieteams hohes Einsparpotential festgestellt. Eine Bestandsaufnahme im Frühjahr 2011 hat ergeben, dass durch den Austausch der vorhandenen Beleuchtung gegen moderne Leuchten mit entsprechender Steuerungsund Regelungstechnik der Energieverbrauch in Bereich Beleuchtung um 2/3 gesenkt werden kann. Ein Antrag zur Förderung dieser Maßnahme wurde vom Bundesumweltministerium bewilligt. Die Gesamtkosten für den kompletten Austausch der Innenbeleuchtung belaufen sich auf ca. 16.816,66 €, die Förderquote beträgt 25%. Dies Vorlagen-Nr. 183/2011 Seite 4 entspricht einer Förderung in Höhe von ca. 4.204,17 €, die Eigenmittel belaufen sich somit auf ca. 12.612,50 €. Durch die Sanierung reduzieren sich die jährlichen Stromkosten um ca. 3.000 € (Stand des Strompreises: Oktober 2011). Die Kosten (Eigenmittel) amortisieren sich somit innerhalb von 5 Jahren. Mit der Ausschreibung und Angebotsauswertung sollte ein Fachbüro beauftragt werden, durch die umfassende Datenerfassung sind die Kosten hierfür im Bereich von ca. 5-7% der Gesamtkosten anzusetzen, belaufen sich also auf ca. 1.500 €. Die Verwaltung schlägt vor, die Maßnahme mit einem Budget von 20.000 € im Jahr 2012 umzusetzen, wobei 4.200 € als Fördergelder dem gegenüber gestellt werden können. 2. Optimierung des Heizsystems Das vorhandene Heizsystem besteht aus zwei Gasbrennwertgeräten und der Lüftungsanlage. Dazu kommt das Leitungssystem und letztlich die Übertragung der Wärme an die Räume durch eine Fußbodenheizung (im Keller), Heizkörper (in Schwimmhalle, Umkleide- und Nebenräumen) sowie die Lüftungsanlage. In allen Bereichen ist deutliches Optimierungspotential vorhanden. Durch eine Optimierung des Rohrleitungsnetzes mittels lückenloser Dämmung und optimierter Kreisläufe kann die Temperatur im Leitungssystem gesenkt werden, so dass eine optimalere Ausnutzung des Brennwerteffektes möglich ist. Der Bereich des Beckenrandes wird zusätzlich zu den im Raum befindlichen Heizmedien mit einer Fußbodenheizung erwärmt. Diese Fußbodenheizung wurde allerdings nicht in der Decke sondern auf deren Unterseite verlegt und gibt dadurch den Großteil ihrer Wärmestrahlung an den Keller ab. Die Effektivität der Fußbodenheizung ist daher sehr gering, da vor allem der Keller beheizt wird, bevor auch die Betonbodenplatte erwärmt wird. Hier empfiehlt sich der Rückbau der bisherigen Fußbodenheizung in Verbindung mit Punkt 3 (Dämmmaßnahmen). Das Pumpenmanagement sollte kontrolliert und neu justiert werden, freiliegende Leitungen, Anschlüsse, Übergangsstücke, Ventile etc. gedämmt und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Über den Einbau entsprechender Messeinrichtungen können in Zukunft die Wärmeströme genau kontrolliert und effizient gesteuert werden. Im Zuge der Analyse werden auch die Lüftungsanlage sowie die Wasseraufbereitung bewertet sowie die bestehenden Wartungsverträge untersucht. Es ist weiter zu überprüfen, ob die Anlage über eine Gebäudeleittechnik in Zukunft effektiv gesteuert und kontrolliert werden kann. Detaillierte Berechnungen werden in der Sitzung vorgestellt. Mit der Untersuchung der Situation und der Erarbeitung eines Optimierungskonzeptes (einschließlich entsprechender Wartungen) sollte ein Fachbüro beauftragt werden. Die Verwaltung schlägt vor, hierzu ein entsprechendes Budget für die Planungskosten sowie für die Umsetzung der Optimierungsmaßnahmen einzuplanen. Vorlagen-Nr. 183/2011 Seite 5 3. Dämmmaßnahmen Die Effekte der Dämmung der Dachflächen hat gezeigt, welche kurzfristigen Einsparungen hier zu realisieren sind. Die Amortisationszeit lag im Bereich von ca. zwei Jahren. Im Bereich des Schwimmbeckens lässt sich durch eine weitere Dämmmaßnahme (im Übrigen ohne jede Beeinträchtigung des Betriebes, da die Arbeiten im Keller und ohne Abschaltung der Technik durchgeführt werden können) zusätzliche Energie einsparen. Das gesamte Becken ist als Betonwanne ausgebildet, die ungehindert Wärme an den umgebenden Gang/Keller abgibt. Im Winter werden so im Keller Temperaturen von über 20° erreicht. Durch eine einfache Dämmung des Beckens ließe sich diese Wärme zu wesentlicher größeren Mengen im Wasser halten. Zusätzlich sollte die Fußbodenheizung demontiert (siehe auch Punkt 2 – Heizungsoptimierung) und stattdessen unter der Decke ebenfalls eine Wärmedämmung angebracht werden. Die Temperatur in der Betonplatte am Deckenrand bzw. des Bodenbelags der beheizten Seite in der Schwimmhalle ließe sich dadurch auf dem gleichen Niveau halten - auch ohne die ständige Zufuhr kostenintensiver Heizenergie. Detaillierte Berechnungen werden in der Sitzung vorgestellt. Die Verwaltung schlägt vor, beide Dämmmaßnahmen in 2012 umzusetzen. 4. Umstellung Heizanlage auf erneuerbare Energien (in Kombination mit FWGH) Das Hallenbad Kall hat neben der Hauptschule den größten Heizenergiebedarf. Diesen langfristig mit fossilen Energieträgern zu decken, bedeutet auch, sich stetig steigenden Preisen aus zunehmend unsicheren Lieferregionen auszusetzen. Auf der anderen Seite verfügt die Gemeinde Kall über ausgedehnte Waldflächen, aus denen in mehr als ausreichender Menge erneuerbare Energieträger in Form von Holz (Pellets, Hackschnitzel) gewonnen werden können. Die im Folgenden aufgelisteten Maßnahmen decken sich mit der im Jahr 2010 beschlossenen Strategie der Energieleitlinie. 4a. Bau einer Hackschnitzel-Heizanlage Die Verwaltung schlägt daher vor, die Möglichkeit, Hallenbad und das nahegelegene Feuerwehrgerätehaus Kall über eine Hackschnitzel-Anlage und ein Nahwärmenetz zu beheizen, intensiv zu prüfen und die Ergebnisse in der nächsten Sitzung Fachausschusssitzung vorzustellen. Zum Tragen kommen könnte dabei ein Contracting-Modell mit regionalen Genossenschaften. Der Gemeinde entstünden somit keine Kosten für die Installation, den Betrieb und die Wartung der Anlage. Durch den Umstieg würde eine moderne Anlage installiert, die gegenüber der vorhandenen Technik eine wesentlich höhere Effektivität bietet. Die Gemeinde würde somit langfristig geringere Heizkosten tragen als derzeit. Dazu käme die Einsparung der Investition in eine kurzfristig erforderliche neue Heizanlage am Feuerwehrgerätehaus Kall (angesetzt mit 30.000 €). Als Standort für eine hackschnitzel-Anlage käme entweder der Kellerbereich im Hallenbad in Frage oder die Freifläche vor Kopf des Feuerwehrgerätehaus. 4b. Alternativ oder ergänzend: Bau einer solarthermischen Anlage auf der Dachfläche über der Schwimmhalle. Theoretisch sind vier Varianten denkbar: 1. Große Solarthermieanlage + Hackschnitzel 2. Kleine Solarthermieanlage (ca. 50%) + Hackschnitzel 3. Große Solarthermieanlage 4. Hackschnitzel Die Verwaltung bereitet hierzu in Zusammenarbeit mit der AG Holz des Energieteams ei- Vorlagen-Nr. 183/2011 Seite 6 ne entsprechende Vorlage für die nächste Sitzung des FA für Liegenschaften. 5. Nutzung der Dachfläche der Schwimmhalle (und FWGH) für PV Das flachgeneigte Dach der Schwimmhalle eignet sich sehr gut für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage. Insgesamt lassen sich hier ca. 30 kWp errichten. Der Ertrag einer solchen Anlage liegt bei ca. 26.000 kWh pro Jahr, bei der derzeitigen Vergütung entspricht das etwa 4.300 € pro Jahr (alle Kosten bereits abgerechnet). Die Pachteinnahmen würden bei ungefähr 600 € pro Jahr liegen. Ggf. könnte mit einem Investor auch über einen Eigenverbrauch verhandelt werden. Unter Umständen könnte die PV-Anlage auch im Paket mit dem Hackschnitzel-Kraftwerk durch den Investor/Contractor errichtet werden. Zusätzlich sollte im gleichen Zug auch die Dachfläche des Feuerwehrgerätehaus mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Auf dieser Dachfläche könnten ca. 24 kWp errichtet werden. Der Ertrag einer solchen Anlage liegt bei ca. 21.000 kWh pro Jahr, bei der derzeitigen Vergütung entspricht das etwa 3.800 € pro Jahr (alle Kosten bereits abgerechnet). Die Pachteinnahmen würden bei ungefähr 480 € pro Jahr liegen. Die Verwaltung schlägt vor, für beide Dachflächen Angebote für PV-Anlagen einzuholen. Dabei sind regionale Genossenschaften zu bevorzugen, die Bürgern der Gemeinde Kall die Möglichkeit der Partizipation bieten. Sollte die Dachfläche nicht für eine solarthermische Anlage benötigt werden, soll zeitnah eine PV-Anlage errichtet werden. 6. Absenkung der Wassertemperatur Die Wassertemperatur im Hallenbad liegt bei 30,5° Celsius. Dies ist im Vergleich zu anderen Hallenbädern hoch und verursacht entsprechende Mehrkosten. Die Nutzerzahlen der letzten Jahre 2009 und 2010 zeigen, dass ein hoher Anteil der Schwimmgäste Schulklassen sind, die eine solche Wassertemperatur nicht benötigen: Jahr 2009 2010 Allgemeine Besucher 19.232 18.030 Schulen/ Schüler 18.117 16.706 Sonstige 2.162 2.173 Besucher insgesamt 39.511 36.909 Detaillierte Berechnungen werden in der Sitzung vorgestellt. Die Verwaltung schlägt vor, eine weitere Senkung der Wassertemperatur durchzuführen.