Daten
Kommune
Merzenich
Größe
225 kB
Datum
12.10.2017
Erstellt
25.09.17, 16:25
Aktualisiert
25.09.17, 16:25
Stichworte
Inhalt der Datei
ASSK-Sitzungsvorlage
zum Stand der Evaluierung und Neuausrichtung Seniorenarbeit
Meilensteine „Bestandaufnahme und Bedarf-Abfrage“
Bestand: Wer bietet was, wann, für wen und wo an? (Arbeitspaket 1)
Vereine, Initiativen, Kirchen, Kindergärten und Schulen, Senioreneinrichtungen und Kommune
-die Bestandsaufnahme von Angeboten für Senioren (exklusiv und intergenerativ)
- Bedarf-Abfrage in allen vier Orten der Gemeinde.
- Was bietet Merzenich, dass Menschen in stabilen sozialen Beziehungen in ihrer vertrauten Umgebung alt werden können?
- Welche Beratungsangebote gibt es?
- Welche Unterstützungsangebote (professionell und ehrenamtlich) gibt es?
Arbeitsschritte
- die persönliche Kontaktaufnahme zu den Verantwortlichen der jeweiligen Angebote
- die Differenzierung und vollständige Erfassung der Angebote
- das quantitative Erfassen der Teilnehmer
- „Bewertung“ vorhanden Angebote und Räumlichkeiten in Hinsicht auf Erreichbarkeit und Barrierefreiheit
-Visualisierung der Ergebnisse: „Angebots-Landkarte“, „Seniorenhaus“
Die Bestandaufnahme ist noch nicht abgeschlossen.
Die Rückmeldungen der Vereine und Gruppen stehen teilweise noch aus. Zuweilen hapert es auch nur an Terminmöglichkeiten.
Bei den ausstehenden Vereinen etc. melde ich mich nun noch einmal persönlich bzw. telefonisch.
Nach vollständiger Bestandsermittlung werden diese tabellarisch erfasst.
Bisherige Ergebnisse der Bestandsaufnahme sind:
- Viele Vereine richten ihre Angebote an alle Altersgruppen, erreichen aber nur entweder die „Jungen“ oder die „Alten“
- Bei sportlichen Aktivitäten wie Badminton sind häufig nur jüngere aktiv
- in den Sportarten wie Boule, Tennis und Billard sind auch ältere Bürger aktiv
- der Kirchenchor ist tendenziell überaltert, der Gospelchor dagegen altersgemischt
- bei den Landfrauen sind überwiegend die älteren Mitglieder aktiv
- bei gleichen Interessen wie Kaninchenzucht, sind alle Altersgruppen in den Vereinen vertreten
- dito in Schützenvereinen, wennschon der Nachwuchs fehlt
- in Fußball- und Karnevalsvereinen werden aus aktiven Mitgliedern im Alter Ehrenmitglieder oder inaktive/passive Mitglieder, die so weiter im
Vereinsleben eingebunden bleiben
- In der Freiwilligen Feuerwehr wechseln die Senioren automatisch in die Ehrenabteilung, sie nehmen an Kameradschaftsabenden und Festen teil
- Exklusive Senioren-Angebote wie z.B. die Seniorengruppe Bürgerhaus, Seniorenfrühstücke, Seniorentanzgruppe und
Senioren-Karnevalsveranstaltung der Vereine und Kirchen werden gut angenommen, die älteren Bürger nehmen so lange wie eben möglich daran
teil.
- Viele Ausrichter dieser Angebote sind selber bereits im Seniorenalter.
- Bürger mittleren Alters scheuen häufig die Verpflichtungen des Ehrenamts
- Jugendliche brechen im Ehrenamt mit Beginn der Ausbildung/ Studium weg
- in aller Regel beschäftigen und betätigen sich ältere Bürger in ihrem Wohnort.
- soziale Beziehungen werden im Alter zunehmend vor Ort gesucht und gepflegt
- Erreichbarkeit und Barrierefreiheit spielen mit zunehmendem Alter eine immer wichtigere Rolle
- sie nehmen selten an Angeboten der anderen Ortschaften teil, wenn sie diese nicht eigenständig erreichen können oder keine persönlichen
Verbindungen bestehen.
- Werden sie, wie zum Seniorennachmittag der Gemeinde mit dem Bus abgeholt, kommen Bürger aller Ortschaften zusammen, wenn auch nicht in
proportionaler Verhältnis.
- die Seniorinnen und Senioren ziehen sich häufig aus dem Dorf- und Vereinsleben zurück, wenn sie ein hohes Alter erreichen und/oder an
Erkrankungen und altersbedingten „Gebrechen“ wie Inkontinenz und Demenz leiden oder in ihrer Mobilität zunehmend eingeschränkt sind. Zu
unterscheiden sind da freiwilliger und unfreiwilliger Rückzug.
Bzgl. Beratung und Unterstützung
- Beratungs- und Unterstützungsangebote in Merzenich und des Kreis Düren sind Seniorinnen und Senioren nicht umfassend bekannt
- das Büro im Steinweg 21 informiert und vermittelt hier zunehmend im Sinne einer Einzelfallhilfe, oft mit hohem Zeitaufwand.
- Zahlreiche Broschüren stehen in der Verwaltung und im Steinweg zur Verfügung und verweisen auf die Angebote
- der Einkaufsfahrdienst in Golzheim wird nur von wenigen Senioren wahrgenommen, diese sind allerdings darauf angewiesen
- der Versuch im Vorjahr ähnliches auch für die anderen Orte anzubieten, scheiterte unter anderem am Interesse der Senioren.
- die Taschengeldbörse vermittelt gelegentliche Unterstützungen in Garten und Haushalt
- im Rahmen der Taschengeldbörse werden auch Begleitungen vermittelt. Jugendliche unterstützen hier die Senioren insbesondere beim Tragen
der Einkäufe, vereinzelt erledigen sie eigenständig Besorgungen
Bedarf: Welche Angebote werden von den Senioren vermisst? Welchen Bedarf gibt es? (Arbeitspaket 2)
Arbeitsschritte:
- persönliche Gespräche, Befragung einer repräsentativen Anzahl von Senioren,
- die Möglichkeit für alle Senioren bieten, sich diesbezüglich zu äußern
Möglich ist das über Fragebögen, dem persönlichen Besuch der verschiedenen Angebote oder auch im Rahmen einer öffentlichen
Veranstaltung (wie z.B. Ortsfest), auch hier
Veranschaulichen der Ergebnisse „Wo drückt der Schuh?“
Bisherige Ergebnisse zu weiteren Bedarfen
- In persönlichen Gesprächen bedauerten insbesondere Golzheimer Senioren, dass sie ohne eigenes Auto nicht an den Angeboten in Merzenich
teilnehmen können und verwiesen dabei auf die Angebote, die im Amtsblatt beworben werden.
- Eine häufige Frage: Warum gibt es das hier nicht?
- Merzenicher wünschen sich wieder feste Sprech-/Bürozeiten des Seniorenbeauftragten
- mehr Qualifizierung von Ehrenamt
- mehr Anerkennung und Wertschätzung auch durch Verwaltung und Politik
- Wunsch nach Angeboten auch für Rollstuhlfahrer
Die weitere Bedarf-Analyse erfolgt im Rahmen des Ortsfestes und bei anstehenden Besuchen von Gruppen und Veranstaltungen per
Fragenbogen und Gesprächen.
Zu den Meilenstein „Stärken- und Schwächenanalyse“
Aus ermitteltem Bestand und den Bedürfnissen lassen sich als zweiter Meilenstein die Stärken und Schwächen der Angebote für Senioren in
Merzenich benennen (Arbeitspaket 3)
Arbeitsschritte sind Ausarbeitung und Bewertung der Fragestellungen
- Sind die Angebote ausreichend und umfassend?
- Sind Angebote gefährdet oder überlaufen?
- Sind die Angebote koordiniert oder vernetzt?
- Welche Rolle spielen dabei die kommunalen Angebote in der Seniorenarbeit?
- Welche Besonderheiten ergeben sich durch die ländliche Lage?
- Welche Bedeutung hat dabei die Umsiedlung?
Bisherige Ergebnisse
- Bestehende Angebote und Veranstaltungen wie z.B. die des Geschichts- und Heimatvereins sind gefährdet, weil es an „Nachwuchs“,
insbesondere im Vorstand fehlt.
- der Verein Kultur und Denkmal steht mangels Ehrenamtlicher vor der Auflösung
- die AWO sucht Verstärkung zur Durchführung ihrer Veranstaltungen
- oft bleiben Seniorinnen und Senioren mitunter länger als gewollt in Ehrenamt, damit der Verein erhalten bleibt
- Ortsgruppen wie die der Landfrauen schließen sich zusammen
Etwas, was schon in den Kontakten mit Vorständen und Verantwortlichen angesprochen wurde, waren
- der Wunsch nach Vernetzung und
- Koordination von Aktivitäten und Veranstaltungen. Hier wurde insbesondere auch
- die Absprache von Terminen auf Gemeindegebiet gewünscht, um
- Dopplungen und Konkurrenz zu vermeiden, aber auch die
- gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen
Dies gelingt ortsintern zuweilen schon gut. In Golzheim sprechen die eingetragenen Vereine und Gruppen nach Möglichkeit ihreTermine ab und
veröffentlichen sie halbjährig in einem Veranstaltungskalender. Insbesondere die Schützen, der Karnevalsverein und der Fußballclub unterstützen
sich gegenseitig bei der Durchführung ihrer großen Veranstaltungen.
Weitere kontinuierliche Arbeitspakete sind parallel dazu:
Finden von „Good Practice“-Projekten
Fachliches/ Literatur
Rahmenbedingungen und Anspruch der kommunalen Seniorenarbeit
Recherche beispielhafter bewährter Angebote anderer Kommunen
und Kreise, Vereine etc
Recherche und Zusammentragen relevanter Veröffentlichungen z.B. der
BAGSO, KDA, der Ministerien, Geragogen etc.
Was sind verlässliche Rahmenbedingungen in der Seniorenarbeit?
Qualitätsziele gemäß wissenschaftlichen Erkenntnissen für
Gemeinwesen orientierte Angebote in Merzenich herausarbeiten und
formulieren
Zu „Good Practice“ – Projekten
Besuch der Fachtagung der Landesinitiative Demenz-Service NRW zum Thema „Demenz im Dorf“
Besuch der ZeLe (Zentrum für ländliche Entwicklung) „Engagiert für ländliche Räume“
An beiden Tagungen wurden Good Practice-Projekte vorgestellt, die sowohl seitens der Kommunen aber auch von Haupt- und Ehrenamtlichen
organisiert und durchgeführt werden.
Beispiele
1. Älterwerden in Vrees – Teilhabe am Dorfleben ermöglichen
- Zentrales Element ist hier das Gemeinschaftshaus mit Angeboten für alle Generationen.
- In unmittelbarer Nähe dazu entstehen seniorengerechte Wohnungen im Zentrum.
- Die Kommune verfügt über große finanzielle Ressourcen und ein hohes Potential an ehrenamtlich Engagierten
2. „Selbstorganisierte Hilfen im Dorf Riedlingen“ –Seniorengenossenschaft (e.V.) 10.000 Einwohner
Professionell und Ehrenamtlich
- nur für Mitglieder
- Vermittlung individueller kostengünstige Hilfen
- die Einsatzstunde kostet 8,20€, 6 € davon an den Leistungserbringer
- es engagieren sich auch ältere fitte Menschen für hilfsbedürftige Mitbürger in den Angeboten:
- Unterstützung zu Hause
- betreutes Wohnen
- Tagespflege
- Einrichtung für Menschen mit Demenz
- Essen auf Rädern
- Fahrdienst
- Telefonnotruf
- barrierefreie Wohnangebote
3. Bauernhöfe ein Ort für Menschen mit Demenz
Bei der Umnutzung von Gehöften werden angeboten:
- stundenweise Betreuung
- Tagespflege
- Aufbau einer Wohngemeinschaft
Professionelles Coaching, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit unterstützt vom Kompetenzzentrum Demenz
4. „Zukunftsfaktor Bürgerengagement“
- Entwicklungswerkstatt für Kommunen
- Wie kann ehrenamtliches Engagement gefördert werden?
ein Angebot des Landes NRW, um diese Aufgabe strategisch und mit neuen Ideen anzugehen
Bewerbung, Vorstellung, Workshops, Begleitung Abschlussveranstaltung
5. „Gemeinsam zum Erfolg“
- nachhaltige Dorfentwicklung in Achterhoek (400 EW)
- gut organisiertes Vereinsleben und
- intakte Nachbarschaften bilden eine
- engagierte Dorfgemeinschaft mit vielfältigsten Aktivitäten
„Silberdorf“ auf Bundesebene