Daten
Kommune
Merzenich
Größe
1,1 MB
Datum
18.05.2017
Erstellt
08.05.17, 17:06
Aktualisiert
08.05.17, 17:06
Stichworte
Inhalt der Datei
Mehrgenerationenquartier
Eine zukunftsorientierte Wohnform
in der Gemeinde Merzenich
Auszug kda Gutachten für Merzenich
Vorstand und Fraktion
der SPD Merzenich
Merzenich im Mai 2017
Standortbetrachtung
Poolplatz
Mai 2017
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen und Zielsetzung........................................ 3
2. Ausgangssituation........................................................... 3
2.1 Raumplanerische Ausgangssituation .................................. 3
2.2 Bedarfsorientierte Ausgangssituation ................................ 4
3. Das Wohnmodell – eine erste Skizze ..................................... 4
4. Fazit .......................................................................... 5
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1. Vorbemerkungen und Zielsetzung
Bei dem Wohnmodell des Mehrgenerationenwohnens liegt der Schwerpunkt, wie der Name dies schon
deutlich macht, auf dem Zusammenleben verschiedener Generationen in einem Gebäudekomplex. Die
Idee besteht darin, dass aus dem bewussten Miteinander verschiedener Generationen gegenseitige
Hilfestellung und Betreuung erwachsen. Hilfsbedürftige ältere Menschen können mit Unterstützung der
jüngeren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner länger in ihrer Wohnung bleiben, Jüngere (zum Beispiel
Alleinerziehende mit Kindern) erfahren Entlastung durch Ältere, die geistig und körperlich noch vital
sind. Mitgefördert werden soll darüber hinaus auch das gemeinschaftliche Wohnen von überwiegend
Älteren, die bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen (Alt hilft Alt).
Das Zusammenleben basiert ausschließlich auf Freiwilligkeit. Verbindliche, das heißt verpflichtende
Regeln für einen qualifizierten Leistungsaustausch gibt es nicht. Das gemeinschaftliche Wohnen kann
eventuell ergänzt werden um eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für ältere Menschen mit
Pflegebedürftigkeit in einer Gruppenwohnung mit maximal acht Bewohnerinnen und Bewohnern, wie
sie im Rahmen der Wohnraumförderung des Landes NRW vorgesehen ist. Dahinter steht der Gedanke,
dass die älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, die von Mitgliedern des Wohnprojektes
aufgrund ihrer fortschreitenden Pflegebedürftigkeit nicht mehr unterstützt beziehungsweise betreut
werden können, die Möglichkeit haben, in die ambulant betreute Wohngemeinschaft
(Gruppenwohnung) zu wechseln, ohne ihr vertrautes Wohnumfeld verlassen zu müssen. Mit dem
Konzept sollen keine Institutionen wie beispielsweise Pflegeeinrichtungen und Altenheime gefördert
werden.
2. Ausgangssituation
2.1 Raumplanerische Ausgangssituation
Aufgrund von tektonischen Störungen müssen eine Reihe von Häusern am Poolplatz in Merzenich durch
RWE abgerissen werden. Auf den Abriss folgt eine „Baulücke“ mit einer Frontbreite von etwa 50 Metern
und unter der Berücksichtigung von mit einzubeziehenden Nachbargrundstücken mit einer Fläche von
insgesamt ca. 6.000 qm zur städteplanerischen Gestaltung. Mit den Planungen für diesen Bereich muss auch passend zu den Überlegungen der Bürgerinnen und Bürger bei der Auftaktveranstaltung DIEK sichergestellt werden, dass sowohl das Gemeinwohl als auch die individuelle Nachfrage nach
bezahlbarem Wohnraum berücksichtigt werden.
Der Poolplatz selber liegt an relativ zentraler Stelle im Ort Merzenich, ist verkehrsgünstig zu erreichen
und fußläufig nur 200 Meter vom Ortszentrum entfernt. Durch den Abriss des „Saal Boss“ wird den
Merzenicher Bürgerinnen und Bürgern ein dem Gemeinwohl dienendes Objekt entzogen. Gleichzeitig
fehlen durch die Abrisstätigkeit eine nicht geringe Anzahl von Mietwohnungen und Eigenheimen.
Darüber hinaus verfügt der Poolplatz (hier Steinweg 1-9) im hinteren Bereich über einen nicht
unbedeutenden Baumbestand, den es zu erhalten gilt.
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2.2
Bedarfsorientierte Ausgangssituation
Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Die zunehmende Individualisierung der Bevölkerung und die
Reduzierung traditioneller Familienformen stellt die Versorgung des Einzelnen im Familienverband
immer mehr in Frage. Einher geht dies mit einer älter werdenden Gesellschaft. Unter diesem
Gesichtspunkt hat die Gemeinde Merzenich schon 2013 beim Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) ein
Gutachten in Auftrag gegeben, welches sich speziell mit der demografischen Entwicklung in der
Gemeinde Merzenich beschäftigt hat. Weiterhin wurde ein Einzelhandelsgutachten erstellt. Die aus dem
KDA-Gutachten und dem Einzelhandelsgutachten resultierenden Erkenntnisse wurden ausgiebig in den
Fachausschüssen und im Rat der Gemeinde Merzenich diskutiert. Am Ende dieser Diskussion stand die
einhellige Erkenntnis, dass für Merzenich ein "Wohnungsbaupolitisches Gesamtkonzept" erarbeitet
werden muss, dass den gewonnenen Erkenntnissen Rechnung trägt. Weiterhin wurde ein
Eckpunktepapier erarbeitet, in welchem das Verfahren bei der Entwicklung neuer Baugebiete geregelt
wird.
Fest steht allgemein: Auf die gesellschaftliche und demografische Entwicklung wird der Wohnungsbau
mit neuen Wohnmodellen reagieren müssen. Insbesondere die Nachfrage nach geeigneten Angeboten
für das Wohnen im Alter wird deutlich zunehmen.
Bezogen auf die Gemeinde Merzenich und insbesondere die bauliche Entwicklung des Poolplatzes ist es
sinnvoll, ein Mehrgenerationenwohnprojekt zu planen. Dies folgt den Erkenntnissen aus dem KDAGutachten. In Merzenich kann sich demzufolge nach der Bürgerbefragung knapp jeder Dritte
umzugsbereite 60-Jährige und Ältere vorstellen, in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt zu leben.
Weiterhin wurde durch das KDA-Gutachten auch sehr deutlich, dass neben seniorengerechtem
Wohnraum auch Wohnraum für junge Menschen und Familien in Merzenich bereitgestellt werden
muss, wenn die Gemeinde der Überalterung entgegenwirken will. Dieser Wohnraum muss erschwinglich
sein und der demographische Wandel kann hier auch als Chance verstanden werden.
3. Das Wohnmodell – eine erste Skizze
Die wesentlichen Elemente des Mehrgenerationenwohnens am Poolplatz sind insbesondere:
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Die Errichtung eines Gebäudekomplexes mit circa 30 Wohneinheiten.
Die Errichtung von barrierefreien, altengerechten Wohnungen (einschließlich Aufzügen) in
unterschiedlicher Größenordnung für eine altersgemischte Belegung (eventuell ergänzt um eine
Gruppenwohnung).
Die Schaffung von Gemeinschaftsräumen und gemeinsam nutzbaren Außenflächen. Die
Gemeinschaftsräume sind so zu planen, dass ein späterer Umbau in eine Normalwohnung ohne
erhebliche Aufwendungen möglich ist. Die Außenfläche sollte parkähnlich gestaltet werden.
Eine Art Café-Terrasse sollte in die Planungen einbezogen werden.
Ein Hausmeisterservice sollte vorgehalten werden.
Die Gestaltung des Zusammenlebens muss über den Seniorenbeauftragten der Gemeinde
Merzenich organisiert werden.
Weitere Räumlichkeiten sind den in der Sozialarbeit tätigen Organisationen wie Arbeiterwohlfahrt,
Freizeitgemeinschaft 55+, Caritas, Diakonie und den Kirchen zur Verfügung zu stellen. Die
Ehrenamtlich tätigen Menschen in diesen Organisationen können im
Mehrgenerationenwohnprojekt vielfältige organisatorischen Aufgaben erledigen und Angebote für
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Freizeitmaßnahmen erstellen. Die angesprochenen Organisationen sollten frühzeitig in die
Planungen einbezogen werden.
Weitere professionelle Angebote können ebenfalls in die Überlegungen einbezogen werden. Dies
könnten sein: Friseursalon, Arzt etc.
Vor dem Haus ist für ausreichend Parkfläche, eine moderne Bushaltestelle und möglicherweise
eine E-Bike Ladestation sorgen.
Ein „Garten der Generationen“ ist am Standort denkbar.
Spielmöglichkeiten für Kinder können realisiert werden.
Eigene Skizze Mehrgenerationenwohnen „Haus Eifelblick“ am Poolplatz Merzenich
4. Fazit
Im weiteren Verlauf rückwärtig zum Mehrgenerationenhaus könnten sich dann ca. 10 Einfamilienhäuser
anschließen, die zusammen mit dem Mehrgenerationenwohnen einen Mehrgenerationenspielplatz
gemeinsam haben.
Abschließend sei angemerkt, dass durch die Integration eines Mehrgenerationenwohnprojektes in die
Gesamtplanung des "Poolplatzes" nicht nur monetäre Schäden in Folge der tektonischen Schäden
ausgeglichen werden, sondern durch dieses innovative Projekt auch eine zukunftsorientierte Wohnform
implementiert wird, die dem demographischen Wandel Rechnung trägt.
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